Willkommen bei Filb.de! Registrieren Passwort vergessen?

YnevaWolfs erste Nuzlocke (Storymode)

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • YnevaWolfs erste Nuzlocke (Storymode)

      Willkommen in meiner eigenen Nuzlocke! Meiner allerersten überhaupt! :3 Ich habe Alphasaphir als Edition ausgewählt.
      Da ich das taktische Verständnis einer halb geschälten Pellkartoffel habe, beschränke ich mich auf fünf Regeln:

      - jedes Pokemon bekommen einen Spitznamen
      - Pro Route darf nur das jeweils erste Pokemon gefangen werden (gilt sobald ich die ersten Bälle bekomme; bereits gefangene Pokemon bzw. deren Entwicklung setzen den Zähler wieder zurück)
      - besiegte Pokemon gelten als tot und müssen in eine gesonderte Box gelegt werden
      --Ausnahme: da es meine erste Nuzlocke ist, gilt der Starter als unsterblich... sonst würde mir die Motivation flöten gehen^^“
      - werde ich ohnmächtig, gilt das Spiel dennoch als Game Over
      - die Reise muss zu einer eigenen Geschichte verschrieben werden und in Filb veröffentlicht werden.

      Ja okay... Regel 5 ist nicht so wirklich eine Ingame-Regel^^“

      Sonderregel: Shinys setzen jede andere Regel außer Kraft. Bei meinem Glück werde ich aber keines finden (seit dem roten Garados zu silber/gold/kristall, das quasi jeder hatte, habe ich genau EINES gefunden...)

      Anmerkung:
      Da ich mich gefragt habe, wie es ist, wenn so Leute wie ich auf diese Reise müssten, wird der Hauptcharakter auch mit meinem Charaktereigenschaften belegt. Das mag ein wenig nervig sein – vor allem Anfangs – aber vielleicht ist das für euch ja auch mal spannend. Ich versuche auf jeden Fall meine Spielfigur reifen zu lassen. ;)
      Und: meine Spielfigur ist älter als im Spiel. 16 hab ich beschlossen. Warum? Ich kann man heute nicht mehr vorstellen so zu sein wie mit 11 – vielleicht findet ihr ja während der Locke heraus warum.
      Da die Kapitel schon am Anfang recht ausufernd sind, lasse ich einige Teile der zu Grunde liegenden Story einfach weg. Zum Beispiel Heikos Auftritt in Blütenburg City.

      Für die Lesefaulen: Am Ende jeden Kapitels gibt es nochmal eine kurze Zusammenfassung von dem, was im jeweiligen Kapitel passiert ist.

      Teil 1 - Start bis Orden 1

      Ein Umzug mit Folgen
      Hin und wieder zurück
      Wiedersehen mit Paps
      Die Entwicklung
      Verirrt
      Der erste Arenakampf

      Teil 2 - bis zum zweiten Orden

      Pria, Soul und Carsten
      Devon
      Fina ganz groß

      Teil 3 - bis zum dritten Orden

      Der Spiegel des Vaters
      Das EAiM
      Der Wettbewerb
      Auf den Weg nach Malvenfroh
      Rivalen
      Mach mich stolz
      Elektrifizierend

      Teil 4 - bis zum fünften Orden

      Auf nach Wiesenflur
      Kampf gegen Lydia
      Heiko - der zweite Rivale
      Widerstand
      Maub?
      In Laubwechselfeld
      Unerwarteter Stopp
      Versus Kordula
      Versus Adrian
      Eine feurige Angelegenheit
      Auf nach Hause

      Teil 5 - bis zum sechsten Orden

      Wiedersehen mit Troy
      Mega-Stein
      Troys Geschenk
      Große Fresse, nichts dahinter
      ReMatch
      Unsichtbare Hindernisse
      Der Federorden

      Teil 6 - bis zum siebten Orden in progress

      Mega-Entwicklung

      Ein Umzug mit Folgen


      Seufzend hämmerte ich auf meinen Gameboy rum und versuche das Geruckel des LKW-Wagens ignorieren. Was gar nicht so einfach ist, wenn der Fahrer scheinbar jedes Schlagloch mitnimmt, was er finden kann. Was bin ich froh, wenn wir endlich in Wurzelheim ankommen. Hier wird mein neues zu Hause sein. Ein kleines Kuhkaff mitten im Nichts. Ich bin schon schwer begeistert. Begeistert von den ganzen Fremden, die mich neugierig anschauen werden. Begeistert von der fehlenden Anonymität der großen Stadt. Begeistert davon, dass ich Paps trotzdem nicht oft sehen werde, weil der seine Arena in einer ganz anderen Stadt leitet und dort gut und gerne 18 Stunden am Tag mit seinen Pokemon spielt.

      Ich werde aus meinen Gedanken gerissen, als der LKW abrupt anhält und ich von dem Karton rutsche, den ich als meinen Sitzplatz auserkoren hatte.
      „Aua!“, murmel ich.
      In dem Moment geht schon die Klappe des LKWs auf und meine Mutter sieht mich strahlend an:

      „Komm schon Wölfchen! Nicht so faul da rumliegen, sondern beim ausräumen helfen!“
      „Jaja...“ Ohne viel Begeisterung stehe ich auf. Wir sind wohl da. Ohne groß zu überlegen schnappe ich mir Knautschi – die alte Azurill-Puppe, die ich vor fast 14 Jahren geschenkt bekommen habe. Eigentlich bin ich inzwischen zu alt für Puppen... aber Knautschi gibt mir einen gewissen Trost in dieser fremden Umgebung.
      Das Plüschtier fest an mich gedrückt springe ich vom Wagen und folge den kistenschleppenden Maschoks in das Haus. Dort steht bereits Mum und dirigiert die Pokemon selbstbewusst durch die Gegend.
      Bitte warum soll ich beim Auspacken helfen, wenn das eh diese Muskelberge erledigen? Sauer knorkel ich Knautschi noch etwas fester.
      „Hach ist das nicht toll?“, schwärmt Mutter. „Stell dir mal vor, wir müssten das alles selbst machen!“
      „Macho... mei... mei!“, erwidert eines der Maschoks, während es den Karton mit Mutters geliebten Kochbüchern vorbei schleppt. Ich schaue es schief an. Maschok mit Sprachproblemen?
      „Du solltest nebenbei einmal zu den Nachbarn gehen Liebes.“ Fragend sehe ich zu meiner Mutter. „Ein Freund deines Vaters wohnt dort. Professor Birk. Du kannst ja gleich dieses Körbchen hier abgeben und dich vorstellen. Ich hab gehört Brix wurde zu einem richtig schnicken Jungen!“
      Ich unterdrücke ein Stöhnen. Jetzt soll ICH als zu WILDFREMDEN Menschen gehen und mich vorstellen? Was denkt sie nur? Und dann versucht sie mich auch schon wieder zu verkuppeln! Manchmal hasse ich sie.
      Leider weiß sie das und schiebt mir einen ihrer selbstgemachten Schokomuffins in den Mund, als sie mir das Körbchen mit Allerlei gibt. Wie soll man seine Mutter hassen, wenn sie einen Süßigkeiten gibt?
      „Ja okay. Bis später!“

      Eine halbe Stunde stehe ich nun hier. Der Muffin ist längst verputzt. Aber ich traue mich einfach nicht zu schellen... was werden sie nur von mir denken? Was ist, wenn ich den ersten, ach so wichtigen Eindruck total versaue und sie mich nicht leiden können? Was ist, wenn ich damit die Freundschaft zwischen diesem Professor und meinem Paps versaue?
      Aaaaah wie ich diese Gedanken hasse!
      Ich atme einmal tief durch und tue es dann. Ich klingle. Jetzt. Sofort. Los!
      Ärgerlich lasse ich die Luft wieder entweichen. Ich habe immer noch nicht geklingelt!
      Also zähle ich bis drei... eeiiiiins... zweiiiiii... zweieinhaaaalb... dr... da wird die Tür aufgerissen und eine junge Frau sieht mich erstaunt an.
      „Oh hallo! Wer bist du denn? Dich habe ich hier ja noch nie gesehen!“
      „Äh... ähm... äh...“ Ich werde rot. Verzweifelt halte ich das Körbchen hoch:

      „Hi, ich bin Muffin. Meine Mama und ich sind hier hier frisch angezogen. Mein Papa ist Körbchen und ich wollte mich einfach nur vorstellen. Wir haben Maschoks die Machomei sagen und dieses... dieses... DINGS hier ist für Sie!“
      Schweigen.
      „Du heißt wirklich Muffin?“, fragt die Frau erstaunt und nimmt verdutzt das Körbchen.
      Ich blinzel. Und werde noch röter.
      „Ähm... nein... entschuldigung. Wölfchen. Mein Name ist Wölfchen...“, stammel ich leise.
      Da hellt sich ihr Gesicht auf.
      „Du bist die Tochter von Norman!“ Ich nicke. Und ehe ich mich entschuldigen und gehen kann, packt sie mich am Arm und zieht mich in ihr Haus. „Norman hat mir schon von dir erzählt. Du sollst ein wenig schüchtern sein!“
      Na toll!
      „Und wie ich sehe hat er leicht untertrieben!“
      Klasse! So viel zum ersten Eindruck!
      „Du musst aber keine Angst haben. Wir beißen nicht!“, erklärt sie mir strahlend. „Am Besten gehst du einmal nach oben!“ Hä? „Mein Sohn Brix ist schon ganz neugierig auf dich!“
      Und schon tritt sie hinter mich und schiebt mich die halbe Treppe hoch.
      Na toll! Noch eine Kupplerin!

      Verschämt gehe ich die Treppe hoch, während dieser freundlich lächelnde Arkani von Frau jeden Fluchtweg versperrt. Leider gibt es keine Tür vor Brixs Zimmer und so rempeln wir einfach mal zusammen.
      „Hey! Wer bist du denn?“
      Jetzt sag bloß nicht wieder was von Muffins! Dein Name ist... „Kuchen!“
      Geistiges Facepalm.
      Brix Lächeln rutscht aus seinem Gesicht. „Bitte?“
      „Ich hab Kuchen mitgebracht!“, rette ich die Situation. „Und ich bin Wölfchen... bin...“
      „Waaaaaaaaas? Ich dachte du seist ein Junge?!“
      Jetzt rutschte mir das Lächeln weg. „Bitte?“
      Er grinst und hat nicht mal den Anstand rot zu werden: „Nja, weil dein Vater doch Norman der Arenaleiter ist. Da hab ich irgendwie angenommen du seist sein Erbe. Ein Junge eben.“ Er sieht mich von oben bis unten an. „Mädchen ist aber auch okay...“
      Ich starre ihn nur mit offenen Mund an.
      „Wenn du mich aber entschuldigst. Ich hab meinem Vater versprochen ein paar Pokemon zu fangen. Bye!“
      Und weg war er.
      Ich folge ihm und sehe nur noch die Haustür zufallen.
      „Hach herrje, der hats ja mal wieder eilig.“, sagte das Arka... Brixs Mutter. „Am Besten gehst du zu meinen Mann. Er ist gerade im Labor, einfach die Straße runter.“
      Noch mehr fremde Leute! „Ährm. Ok.“

      Nachdem ich abermals einige Zeit brauchte um mich ins Labor zu wagen, finde ich dort nur einen dürren Typen, der Brix absolut nicht ähnelt. Ohne mich großartig anzuschauen erklärt er mir, dass der Professor gerade nicht hier ist – er sei auf Feldforschung. Ich solle später wieder kommen.
      Okay. Ohne ein Ton gesagt zu haben flüchte ich aus der Einrichtung.
      Was nun?
      Betont gelassen schlendere ich durch das kleine Örtchen und tue so, als würde ich die neugierigen Blicke nicht bemerken. Obwohl ich sie bemerke. Und sie mir unangenehm sind. Aber bloß nicht auffallen!
      „TANTEEEE!“
      Nicht hinschauen.
      „Tante! Bitte!“
      Verdutzt stelle ich fest, dass das Kind mich meint. „Was denn?“
      „Da hat jemand um Hilfe gerufen, aber ich traue mich nicht...!“
      „Wo?“
      Er zeigt zum Dorfausgang. Ohne zu zögern renne ich los.
      Okay, ich bin schüchtern und ängstlich. Aber einen Hilferuf kann ich nicht ignorieren!
      Ich stürme aus dem Dorf und sehe alsbald einen adipösen Mann, der verzweifelt vor einen Fiffyen wegrennt.
      „Mädchen!“ brüllt er, während er auf einem Baum springt. Ganz schön sportlich für so einen dicken Kerl. „Da in der Tasche sind Pokebälle! Mit Pokemon! Ruf einfach eines raus!“

      Ohne zu zögern schnappe ich mir einen und werfe ihn in Richtung des kleinen Wolfspokemon. Ein Geckarbor erscheint. Und nun?
      Aber ich muss gar nichts sagen. Der Zwerg stürzt sich allein in den Kampf und besiegt das arme Fiffyen mit einem kräftigen Pfund. Winselnd läuft der Wolf davon.
      „Das war super!“, ruft der Dicke, während er wieder vom Baum runter klettert. Gelassen ruft er das Pflanzenpokemon zurück und schaut mich strahlend an. „Ich bin nebenbei Birk... Professor Birk!“
      „Professor! Ich hab sie schon gesucht. Mein Name ist Wölfchen und...“
      „Die Tochter von Norman!“ - was versuche ich mich überhaupt vorzustellen! „Schön, dass wir uns mal wieder sehen. Beim letzten Mal hast du noch in Windeln gemacht.“

      „Komm, gehen wir ins Labor. Ich hab deinen Dad was versprochen!“
      Neugierig folge ich dem Professor, wo er sich erst einmal einen Kaffee gönnt.
      „Alsooo... Norman hat mich gebeten dir ein Pokemon zu geben!“
      Bitte was? Ich sehe Birk erstarrt an. Er grinst breit zurück.
      „Überraschung!“, ruft er lachend. „Und da du ihn ja schon kennst, werde ich die einfach Geckarbor geben!“ Sagts und drückt mir den Pokeball in die Hand.
      „Wie willst du ihn denn nennen?“
      „Äh... Carsten?“, sage ich den ersten Namen, der mir in den Sinn kommt.
      „Ein großartiger Name!“ Er klatscht freudig in die Hand. „So! Jetzt fehlt aber noch Brix! Kannst du ihn für mich holen? Er wollte auf Route 102 nach Pokemon Ausschau halten!“

      ______________________________________
      Zusammenfassung:
      -Nicht viel passiert – der Anfang war so langwierig.
      -nach Wurzelheim gezogen, Birk und Brix kennen gelernt
      -erstes Pokemon bekommen

      Im Team:
      #i-geckarbor# Carsten Level 6

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von YnevaWolf ()

    • Ich glaube, dass ganze werde ich mitverfolgen, denn ich musste redlich lachen. Schade, ich hab fast damit gerechnet, dass du das Geckabor ausversehen "Keks" oder dergleichen nennst :hihi:
      Du hast einen wirklich schönen Schreibstil der einem das Lächeln förmlich as dem Gesicht zieht. Und das bei einem spielerisch echt langweiligen Anfang. Viel Erfolg auf deiner Nuzlock!
    • dass du das Geckabor ausversehen "Keks" oder dergleichen nennst :hihi:

      Das hatte ich am Anfang tatsächlich überlegt, aber dann hätte ich mich gezwungen gefühlt, jedes Pokemon nach irgendwelchen Süßspeisen zu nennen. Und dann irgendwann bei jeder Nennung von Crème brûlée zu überlegen, wo nun welches Sonderzeichen ist, war mir doch zu doof. :)

      Ich befürchte zudem, dass nicht jedes Kapitel so hurmorvoll wird. Ich versuche zumindest ein wenig die Kapitel nicht zu sehr ausarten zu lassen und allzu viele Lacheinlagen würden dem leider entgegen stehen. ;)
    • Hey Yneva,

      was für ein gelungener Anfang! Cool geschriebene Geschichte, toller Schreibstil und perfekt getroffener Humor, da bleiben wirklich keine Wünsche offen. Ich würde mich freuen, wenn du vielleicht irgendwann als Autorin im Fangeschichten- oder sogar dem RPG-Bereich (wo auch so mancher Wolf unterwegs ist :hihi: ) auftauchen würdest ^^

      Viel Spaß & Erfolg bei deiner ersten Nuzlocke! ;)

      lg,
      Arrow
    • Hrm. Ich befürchte, dass das nicht mehr passieren wird Arrow. Ich spiele nebenher auch noch WoW und das ist so ein Zeitfresser, dass ich seit über 10 Jahren nichts mehr geschrieben habe. ;)

      Hin und wieder zurück

      Wie bin ich hier nur reingeraten?
      Gerate renne ich auf Route 101 vor einem angreifenden Waumpel weg. Carsten rennt meckernd hinterher. Er hätte am liebsten gekämpft aber... ich weiß nicht wie man das macht! Was ist, wenn ihm was passiert?!
      Weil ich mir mehr Gedanken mache als auf den Weg zu achten, falle ich natürlich über eine Wurzel.
      Das wildgewordene Waumpel stürzt sich auf mich – doch das ist Carstens großer Augenblick. Mit einem freudigen „GECKA!“ stürzt es sich auf den kleinen Wurm und prügelt auf ihn ein. Entsetzt schaue ich dem Treiben zu. Waumpel rammt Carsten seinen Kopf in den Magen – dort der kleine Kämpfer nutzt die Chance und gibt ihm einen Pfund auf den Schädel – anschließend springt es weg und beginnt Waumpel mit Absorber zu bearbeiten. Der Wurm flieht verzweifelt vor so viel Kampfeswut.
      Carsten dreht sich zu mir ihm und posiert stolz. „Boooor!“
      Ich rappel mich mich auf. „Puh... danke Carsten! Ohne dich wäre ich jetzt wahrscheinlich eingesponnen...“
      „Gecka, gecka!“ Es nickt. Schweinehund. Aber es hat ja recht.
      Ich seufze. „Komm her!“, sage ich und bücke mich nach unten. Carsten springt erfreut auf meine Schultern und thront dort nun wie ein König, während ich weiter nach Rosalstadt gehe. Wie kam Paps nur auf die Idee, dass ausgerechnet ich eine Pokemon-Trainerin werden sollte?
      „Aaaaah! Ein neues Gesicht!“, ruft da jemand. Neugierig schaue ich auf und sehe einen grinsenden Mann in blauer Schürze entgegen.
      „Hi! Ich bin Gustav Kaufemehr und mir gehört der hiesige Pokemarkt! Ich verschenke an junge, neue Trainer wie dich Tränke, wenn sie nach Rosalstadt kommen!“ Sagts und drückt mir fünf der Fläschchen in die Hand. „Aber brauch sie jetzt nicht auf! Dort hinten steht ein Pokemoncenter. Da kannst du dein Geckarbor kostenlos behandeln lassen!
      Wenn du noch mehr brauchst, steht mein Laden da. Komm doch einfach mal vorbei!“ Er zwinkert mir zu und rennt davon. Richtung seines Ladens.
      Etwas verdutzt stehe ich samt der Tränke auf der Straße und schaue ihm nach. Sagen konnte ich nichts.
      „Was ein komischer Typ...“, murmle ich.
      „Gecka...bor...“, stimmt Carsten zu.
      „Gehen wir weiter. Ich glaube Brix soll auf der anderen Seite von Rosalstadt sein.“
      Ich renne eher durch den Ort als das ich spaziere. Schon wieder jede Menge Leute, die mich einfach nur ansehen wollen!
      Sobald ich mich von den Blicken sicher fühle, stürme ich los. Carsten muss sich an meinen Haaren festhalten, sonst würde er wahrscheinlich abstürzen. Ich HASSE es in einem fremden Ort zu sein! Immer beobachtet! Jeder redet über einen! Können die sich nicht um ihren eigenen Kram kümmern?!
      „Geck!“, warnt Carsten.
      „Vors...uffz...“
      Ich pralle gegen ein Hindernis – wir stürzen. Carsten fällt von meiner Schulter und kugelt drei Meter weiter, bevor es liegen bleibt. Zum Glück ist er hart im nehmen. Es springt auf und putzt sich einfach den Dreck von der Haut. Leise geckarbort es vor sich hin.
      „Kannst du bitte von mir runter gehen?“
      Ich schaue das Hindernis an, dass mich so abrupt gestoppt hatte. „Brix!“
      Ich rappel mich auf und reiche dem Jungen die Hand, um ihn beim Aufstehen zu helfen. „Es tut mir Leid, ich hab dich nicht gesehen und...“
      „Ja, das hab ich bemerkt.“ Er schaut mich streng an. Dann wandert sein Blick zu Carsten und er fängt an zu grinsen. „Dann hast du nun auch ein Pokemon?! Los, wir kämpfen!“
      „Was?!“
      Doch da ruft er schon sein Pokemon heraus. Ein Flemmli.
      Angriffslustig zwitschert es Carsten an – der auch sofort in Kampfstellung geht.
      „Aber... warte... ich...“
      „Kratzer Flemmli!“
      Also zuhören muss er auch noch lernen.
      Es knallt. Kaum das der kleine Vogel in seiner Reichweite war, hat Carsten ihm eine deftige Pfund-Ohrfeige geknallt. Flemmli stürzt und schüttelt den Kopf, nur um dann sofort wieder mit Kratzer anzukommen.
      Brix steht neben mir und gibt seinem Pokemon begeistert Befehle, während ich nur da stehe und nicht weiß, was ich tun soll. Zum Glück schlägt such Carsten von allein ganz gut und kann nach einer Reihe von einigen Pfunds Flemmli besiegen.
      „Wow. Geckarbor ist echt stark.“, sagt Brix begeistert, als es Flemmli zurückruft.
      „Geckarbor!“
      Dann schaut er mich böse an. „Aber du hast es im Stich gelassen!“
      „Bitte?“
      „Du hast ihm nicht gesagt, was es machen soll! Ich dachte du wärst die Tochter von 'nem Arenaleiter? Da darf man doch annehmen, dass du weißt, was du tun musst!“
      Mit rotem Gesicht starre ich auf meine Schuhe. Was soll ich sagen? Er hat ja recht!
      Gerade als Brix Luft holen will um weiter zu schimpfen, wirft sich Carsten dazwischen.
      „GECKA! GECK GECK GECK, BOR GECK BOR!“, brüllt es Brix an. Es zittert vor Wut.
      Wir beide schauen das Pokemon verdutzt an, bis Brix seufzt. „Du hast Glück, dass es dich trotzdem zu mögen scheint.

      Du solltest dennoch lernen was es heißt ein Trainer zu sein!“
      Danach dreht er um und geht.
      Traurig lasse ich mich fallen. Sitzend schaue ich dem Jungen nach. Carsten kommt zu mir und setzt sich auf meinen Schoß.
      „Er hat recht, oder Carsten...?“
      „Bor...“
      „Ich bin nicht unbedingt der Glücksgriff für dich...“
      „Gecka! Bor-gecka!“ Entschlossen schüttelt es den Kopf. Es springt auf und fuchtelt mit den Ärmchen. „Bor-Gecka-bor-bor-gecka.... GEACKARBOR!“
      „Hast... Hast du mir grad einen verbalen Einlauf verpasst?“
      Es nickt. „Ge-Bor!“
      Ich muss lachen. „Na gut. Dann üben wir eben! Ich werde eine gute Trainerin für dich, ja?“
      Carsten springt begeistert in die Luft. „Bor...bor...bor...BORBORBOR!“
      Lachend stehe ich auf, nachdem mein kleiner Freund wieder auf meine Schulter geklettert ist. Während des gesamten Weges zurück nach Wurzelheim feuert es mich mit seinem Bor-Schrei an.

      Wieder im Labor erwarten mich Brix und Birk bereits.
      „Da bist du ja! Das hat lange gedauert!“, ruft der dicke Mann fröhlich. Brix schnauft nur.
      „Entschuldigung. Carsten musste ein strenges Wort mit mir sprechen...“, erklärte ich kleinlaut.
      Die Beiden schauen mich verwundert an. „Das ist auch nötig...“, murmelt Brix während Birk laut lacht.
      „Ihr scheint euch ja super zu verstehen. Das ist gut, denn ich wollte dir das hier geben!“
      Er hält mir ein rotes Klappdingens entgegen.
      „Was ist das?“
      „Ein Pokedex.“, erklärt er freudig. Ich sehe ihn fragend an. „Norman will, dass du durch Hoenn reist und deine eigenen Erfahrungen als Pokemon-Trainer machst!“
      Bitte was?
      „Das ist ein Fehler...“, murmelt Brix.
      „Sind... sind Sie sich sicher...“, stottere ich. Da gibt mir Carsten eine Kopfnuss. „Aua!“
      „Bor...bor....borrr...“, sagt es leise.
      „Ja, da bin ich mir sicher!“ Der Professor ignoriert Carstens Aktion. „Deine Mutter ist auch einverstanden. Und Brix hier...“ er gibt seinem Sohn einen kräftigen Klapps auf den Rücken... „Wird dir zur Seite stehen, wenn du nicht weiter weißt.“
      „Toll...“, murmelt der.
      „Großartig...“, murmle ich.
      „Uuund jetzt los ihr Beiden! Ich erwarte, dass der Dex voll wird!“
      Damit sind wir entlassen – oder nur ich. Während ich gehe, höre ich Brix leise mit seinem Vater diskutieren.

      Draußen wartet schon Mum. Finster schaue ich sie an. Sie kennt mich aber sehr sehr gut und steckt mir schon wieder einen Muffin in dem Mund – und Carsten einen PokeRiegel.
      „Ich hab hier deinen Rucksack für dich! Frische Wäsche, Essen, Pokebälle, Schlafsack, ein paar Leckereien für deinen Liebling sind auch dabei...“
      „Geck!“, ruft Carsten freudig.
      „Du wusstest davon!“
      „Natürlich! Nur deswegen sind wir nach Wurzelheim anstatt nach Blütenburg gezogen!“
      Toll...
      „Macht mich stolz!“ Sagts, gibt uns jeweils einen Kuss auf die Stirn und geht wieder.
      „Verräterin...“

      Wieder auf Route 101 rennt mir Brix hinterher.
      „Warte!“ Ich drehe mich zu ihm um. „Was willst du?“ Ich bin nicht allzu begeistert von seiner Anwesenheit.
      „Ich soll dir doch helfen!“, rechtfertigt er sich.
      „Ich brauch deine Hilfe nicht!“, fauche ich ihn an. Er macht mich echt wütend.
      „Achja?“
      „JA!“
      „Dann sage ich dir nicht, dass hinter dir ein wildes Fiffyen gegen dein Geckarbor kämpft...“
      „Genau, sag mir... WAS?“
      Entsetzt drehe ich mich um. Carsten kämpfte gerade tatsächlich. Und der Gegner war schnell! Mit einem kräftigen Donnerzahn erwischt es Carsten am Arm. „Earbor!“, jaulte es auf.
      „Carsten!“, schrie ich entsetzt.
      „Du musst ihm Befehle geben!“, brüllte Brix.
      Als wüsste ich das nicht selbst! „Absorber!“
      Doch scheinbar wurde es paralysiert... es konnte sich nicht bewegen. „Carsten! Reiß dich zusammen Junge! Pfund!“
      Seine Kraft zusammen nehmend konnte Carsten sich damit von Fiffyen befreien, dass vor Zorn aufheulte. Dann stürzte es sich schon wieder auf Carsten.
      „Du musst es fangen! Sonst bringt er es noch um!“, rief Brix.
      Entschlossen packte ich einen leeren Pokeball. Doch was mache ich, wenn ich verfehle? Dann lacht Brix sicher über mich! Nun erstarrte ich wie gelähmt.
      „Was machst du denn?!“, schrie Brix – panisch - und griff selbst nach einem Ball.
      „Gecka...“, stöhnte Carsten.
      Wenn ich verfehle, dann ist egal was der doofe Brix denkt. Dann ist Carsten...
      Ich werfe den Ball – und trifft, gerade als Carsten stürzt und Fiffyen über seiner Kehle ist. Ich warte nicht darauf, was weiter passiert. Ich renne zu Carsten, hebe ihn hoch und renne weiter nach Rosalstadt ins Pokemoncenter.
      „Schwester!“ Ich stürme die Lobby. Eine rosahaarige Frau fängt mich ab, nimmt mir ohne große Worte Carsten ab und stürmt davon. Ihre... Zwillingsschwester?... kommt zu mir.
      „Meine Schwester wird sich um dein Pokemon kümmern. Komm, setzt dich hier hin. Es wird alles wieder gut...“ Sie setzt sich neben mich und streichelt mir eine Weile tröstend den Rücken.
      „Ich kümmere mich um sie, Schwester Joy.“
      Ich sehe nicht auf, als Brix und Joy ein paar Worte wechseln. Dann setzt sich der Junge neben mich und wir warten. Schweigend.

      Zwei Stunden später kommt die Schwester wieder. Ich springe auf und sehe sie verzweifelt an.
      „Wölfchen? Deinem Geckarbor geht es wieder gut. Komm mit!“
      „Gott sei dank!“
      Wir folgen ihr. In einem kleinen Zimmer sitzt Carsten und schlürft an einem Glas voll Milch. Als ich den Raum betrete, springt es auf. „BOOOR!“ Es wirft das Glas weg, das auf dem Boden zersplittert und stürmt mir entgegen. „Bor... borborbor!“ Es fällt mir in die Arme und halb weinend, halb lachend klammern wir uns aneinander.
      „Entschuldige Carsten... das war meine Schuld.“
      „Geck...geckbor!“
      „Es ist alles gut Wölfchen.“, sagt die Schwester. Ich sehe sie an. „Die Paralyse war das Schlimmste, aber dein Geckarbor ist ein echter Nehmer. Du musst dir keine Sorgen mehr machen.“
      Sie lächelt und lässt uns dann allein.
      Brix räuspert sich.
      Ich stehe auf und schaue ihn betröppelt an. Okay... seinen Bauch. Ins Gesicht sehen mag ich grad nicht.
      „Tut mir Leid, dass ich dich so angeschrien hab.“, entschuldige ich mich.
      „Quatsch. Hätte ich dich nicht abgelenkt, hätte sich das Fiffyen gar nicht anschleichen können.“ Er zuckt mit den Schultern. „Der Wurf war aber echt super.“
      „Hrm... und ich hab den Ball liegen lassen...“
      „Ich aber nicht!“
      Nun schaue ich ihm doch ins Gesicht. Erstaunt. Er kramt in seiner Hosentasche und holt schließlich einen minimierten Ball raus. „Hier.“
      „Was...“
      „Das Fiffyen. Es ist im Ball geblieben. Damit gehört es nun dir.“ Er nimmt meine Hand und drückt den Ball dort hinein. „Schwester Joy hat sich schon drum gekümmert. Seine Verletzungen sind geheilt.“ Er zwinkert. Dann dreht er sich um und geht. Bevor er die Tür hinter sich schließt, schaut er nochmal zurück.
      „Du brauchst keine Hilfe. Ich bin sicher, wenn wir uns das nächste mal sehen, kämpfst du schon wie dein Vater!“
      Dann war er weg.
      Während ich noch auf die Tür starre, nimmt mir Carsten den Ball aus der Hand und holt das Fiffyen heraus.
      „Ge-bor!“, begrüßt er es.
      „Grrr...“, leise knurrend setzt sich der kleine Wolf schmollend in die Ecke.
      „Geck...?“
      „Fyen!
      Schweigend folge ich der Diskussion der Beiden. Um was es wohl geht? Der kleine Wolf scheint sich nicht wohl zu fühlen. Aber Mum hatte mir ja ein paar PokeRiegel mitgegeben. Vielleicht heitert es das ein wenig auf?
      Ich schnappe mir meinem Rucksack, hole zwei der Riegel raus und hocke mich hin.
      „BOR!“, ruft Carsten erfreut. Es bekommt einen Riegel, der auch sofort verputzt wird.
      Den anderen halte ich Fiffyen hin. „Hier mein Kleiner. Die schmecken echt gut!“
      Fiffyen schaut mich skeptisch an und schleicht langsam näher. Argwöhnisch schnuppert es an dem Riegel, bevor es einmal mit der Zunge drüber leckt. Einen Moment schaut es mich schweigend-finster an.
      „FIFF!“ Und schon hatte es mir den Riegel aus der Hand genommen und putzte ihn mir nur zwei Happen weg. Ich lachte. Dann streichele ich ihm vorsichtig übr den Rücken. Kurz verspannte sich der Wolf, schaute mich misstrauisch an und... schloss dann die Augen. „Das gefällt dir, was?“
      „Fiff!“
      Na dann... „Willkommen im Team, Odin!“
      ______________

      Zusammenfassung:
      -Das Guide-Fiffyen gefangen
      -zum gefühlt 100sten Mal in Rosalstadt gelandet


      Im Team:
      #i-geckarbor# Carsten Level 8
      #i-fiffyen# Odin Level 5

      Anmerkungen:
      Nein, keine Ohnmacht – nur dramaturgische Freiheiten.
      Ich bin so glücklich, dass ich das Guide-Fiffyen fangen konnte und mir kein anderes, wildes Pokemon vorher begegnet ist. Nicht wegen Donnerzahn, sondern weil ich mir Fiffyen fürs Team gewünscht habe. Zum einen mag ich Hunde-ähnliche-Pokemon (und alle Hunde-ähnlichen Wasauchimmers), zum anderen passt er einfach gut ins Schema. Über ein Weibchen hätte ich mich noch mehr gefreut... aber ein Odin anstelle von Shiva ist auch super. :D
      Daraus einen halben Roman zu machen war eine fürchterliche Idee. Eine halbe Stunde gespielt und daraus schon neun Seiten geschrieben! Bzw. mehr. Im Spiel bin ich in Blütenburg...
    • Wieder schön geschrieben. Dass man dich nicht im RPG-Bereich sieht ist tatsächlich sehr schade. Dass du später ein magnayen in deinem Team hast gibt allerdings Bonuspunkte. Bei der Stelle mit dem "Schweinehund" musste ich sehr grinsen. Und wenn die Kapitel irgendwann noch länger werden und täglich gepostet werden, muss ich gucken ob ich es mit dem Lesen schaffe :ups: Aber mir gefällt die Geschichte. Ich finde sie sehr erfrischend.
    • Ich versuche die Länge der Kapitel auf max. 4 Seiten auf Word zu belassen. Mir ist durchaus bewusst, dass das zum Teil etwas viel sein kann. ;)
      Das nächste Kapitel (also nach dem heutigen) ist zum Beispiel deutlich kürzer als alle bisherigen. *nickt*

      Wiedersehen mit Paps

      „Donnerzahn Odin!“
      „Fifffffyeeeen!“
      Winselnd drehte das wilde Fiffyen um und rannte weg.
      Jubelnd sprangen wir drei in die Luft. „Gewonnen! Das war super Odin!“
      Odin kam schwanzwedelnd zu mir und holte sich ein paar Krauleinheiten ab.
      Nach dem gestrigen Theater hatten Carsten, Odin und ich heute eine Trainingsrunde auf Route 102 eingelegt. Nicht für meine beiden Begleiter, sondern für mich. Odin hat sich als fähiger Kämpfer erwiesen und zeigte, dass er nicht umsonst Carsten am Vortag beinahe besiegt hatte. Carsten wiederum bejubelte jeden meiner Befehle mir seinem Bor-Schlachtruf – außer ich baute absoluten Mist - dann bekam ich Kopfnüsse.
      Nun war es aber genug. Ich hatte schon mit Paps telefoniert und er freute sich bereits auf meinen Besuch. Wenn ich heute noch ankommen wollte, musste ich jetzt los.
      Also packte ich meine sieben Sachen zusammen, während Odin schon einmal vor rannte und Carsten seinen inzwischen gewohnten Platz auf der Schulter einnahm. Aber wäre ja zu einfach, wenn ich einfach so weggekommen wäre.
      Ein Krächzen ließ mich nochmal zum Fluss sehen – und so konnte ich mich gerade noch so vor der Aquaknarre eines Wingulls retten.
      „Wuha... Carsten, Pfund!“
      Das Pflanzenpokemon sprang von meiner Schulter und warf sich dem Wingull entgegen. Zielsicher, wie ich es inzwischen von ihm gewohnt war, traf er es am Flügel. Wingull stürzte ab.
      „Geeeck!“
      „Guuuu!“ Wie erbärmlich. Wingull flatterte mit den Flügeln, konnte aber scheinbar nicht mehr abheben um zu fliehen. So konnte ich es nicht zurücklassen. Drei Pokebälle später – die anderen zwei lagen nun irgendwo in einem Busch – brachte ich Wingull zum Center.
      „Zwei Pokemon in zwei Tagen... du bist wirklich die Tochter deines Vaters!“, lacht Joy, als sie mir den Pokeball mit Wingull wieder zurück gab.
      „Sollte ich es nicht freilassen?“, fragte ich sie erstaunt.
      Sie sah mich freundlich an. „Das kannst du gerne tun – aber sobald es im Pokeball bleibt, ist es deines.“

      Draußen rief ich Wingull aus dem Ball – und lies ihm die Entscheidung.
      „Wing!“, sagte es, tapste zu mir und setzte sich vor mich hin. Carsten lachte auf meiner Schulter vor sich hin. Scheinbar wollte Wingull bleiben.
      „Nagut...“, seufzte ich. Die drei fingen bei diesen Worten an fröhlich durcheinander zu quatschen. „Aber dann kann ich euch nicht mehr alle draußen lassen!“, rief ich über den Lärm hinweg. Nur zu bewusst waren mir die Blicke der Leute, während meine drei Pokemon vor sich hin lärmten.
      Bestürzt sahen mich sechs kleine Knopfaugen an. Awww!
      „Tut mir Leid, aber das wäre ein zu großes Chaos!“
      „Geee....“
      „Ingu!“
      „Yenyen...“
      Ich raufte mir die Haare.
      „Nein! Nur einer von euch darf draußen bleiben! Und wir wechseln immer durch, okay?“
      Drei traurige Pokemon nickten mir zu.
      „Und weil Odin und Carsten schon zwei Tage lang draußen waren, darf nun Wingull bei mir bleiben.“
      „Geeeeee...“ Carsten war nicht glücklich. Ich konnte ihn verstehen.
      „Passt auf! Wenn wir Pause machen, dürft ihr alle raus kommen, ja? Nur wenn ich unterwegs bin, müsst ihr zurück.“
      Damit rief ich Carsten zurück in den Ball... als ich jedoch Odin ansah, rannte es einfach weg.
      „ODIN!“
      Erschrocken sah ich ihm hinterher. Aber... wollte es nun doch nicht...
      „GUUULL!“
      Wingull folgte dem Fiffyen. Und ich ihm.
      Wieder einmal rannte ich aus Rosalstadt – hoffentlich war nicht wieder Brix in der Nähe – aber dieses Mal waren mir die Blicke egal. Ich wollte nicht, dass Odin mich verließ!
      Zwanzig Minuten später hatte ich Wingull aus den Augen verloren, war außer Atem und voller Blätter. Keuchend hielt ich an. Wo waren die Beiden nur?
      „ODIIIIIIIN! WINGUUUUULL!“, rief ich. Hätte ich dem Vogel nur mal schon einen Namen gegeben, aber wann denn? Verdammt!
      „Odiiiiiin! Wiiiiinguuull!“
      Nichts.
      „Oh nein...“ Weinend lehnte ich mich an einem Baum. Zwei Pokemon in zwei Tage gefangen und beide innerhalb einer Minute verloren. Ich war so gar nicht Normans Tochter! Verzweifelt warf ich den Rucksack von mir und schlug auf den Baum ein.
      Dann... ein Rascheln! „Odin? ODIN!“
      Ich sprang auf den Schatten im Gras zu.
      „ZIIIIG!“
      „Du bist nicht Odin!“
      „ZIIIIIIG!“
      Das Tier sprang auf und ich landete mal wieder auf meinem Hosenboden. Verdammt... wo war Carsten... ich fasste nach dem Bällen doch... verdammt! Der Ball war im Rucksack und der lag gut 10 Meter weit weg.
      „Zaaaaaachs!“
      Noch ehe ich einen Schritt auf den Rucksack zu machen konnte, stürmte mich das Zigzachs an. „Nein!“
      „Zaaaaa!“
      „FYEN!“
      Ein zweiter, grauer Schatten sprang herbei und stürzte sich auf Zigzachs. „Odin!“
      Zigzachs warf Odin von sich aber da ging ein Schwall Wasser auf den Dachs nieder. Wingull!
      Einem Instinkt folgend rannte ich zum Rucksack, schnappte mir einen Pokeball und warf. Dieses Mal traf ich auf Anhieb uuund... Zigzachs war mein!
      Odin, Wingull und ich starten einen Moment lang den Ball an... dann... warf ich mich den Beiden quasi an den Hals.
      „Ich dachte, dass ihr weg seid!“, jammerte ich.
      „Fiff? Yenfiff!“ Odin leckte mir das Gesicht ab und hechelte mir freudig an.
      „Ja... stimmt... blöder Gedanke!“
      „Guuull!“
      Ich lachte.
      „Nagut – dann sehen wir uns mal das Zigzachs an!“
      Kaum herausgerufen, verschwand es auch schon zielstrebend in meinen Rucksack, der noch immer am Boden lag. „Hey!“
      Ich zog es wieder raus und konnte gerade so noch ein paar der Pokeriegel retten. „Vielfraß!“, schimpfte ich. „Zigzigzig!“
      „Ja, keine Sorge, so nenn ich dich nicht... ich nenn dich... Vergus!“ Vergnügt kuschelte sich das Zigzachs in meine Arme.
      Ich sah Wingull an. „Und dich Peter?“
      „Guuuuull!“, erfreut flatterte es mit den Flügeln.
      Ich sah zu Odin und zog eine Augenbraue hoch. „Fyen.“, meinte es kleinlaut – und lies sich ohne Schwierigkeiten in den Ball zurückrufen. Vergus – der eh eingeschlafen war – kam ebenfalls in seinen Ball und schon konnte es endlich losgehen nach Blütenburg City.
      Peter flog über meinen Kopf seine Kreise und warnte mich rechtzeitig vor wilden Pokemon. Zusammen mit Carsten konnte es dann auch zwei Teenies besiegen, die mich auf dem Weg herausforderten. Dennoch war ich froh, als ich endlich in Blütenburg ankam.

      Zum Glück erkannte man die Arena schon von weitem. Und davor stand mein Vater und winkte mir zu.
      „PAPS!“ - ich umarmte ihn.
      „Meine Güte bist du groß geworden! Wann hab ich dich zuletzt gesehen? Vor 10 Jahren?“
      Ich lachte. „Nicht ganz. Sieben Wochen.“
      „SIEBEN WOCHEN?! Ich sollte mal wieder Urlaub machen.“
      „Guuuull!“
      Ich streckte einen Arm aus und lies Peter darauf landen. „Paps, darf ich dir mein Pokemon Peter vorstellen?“
      Wingull kreischte ihm fröhlich entgegen. Paps kratze sich am Kopf. „Hrm. Ich wusste gar nicht, das Birk Wingulls für Neulinge abgibt.“
      Ich lachte. „Tut er auch nicht. Peter habe ich gefangen.“
      „GEFANGEN!? Meine Güte... was bin ich stolz auf dich!“
      „Paps!“, ich wurde rot.
      „Komm las uns reingehen. Ich will alles wissen!“
      In einem der Nebenzimmer seiner Arena holte ich die drei anderen Pokemon auch noch raus.
      „Schon vier Pokemon! Ich bin stolz auf dich!“
      „Danke schön...“, sagte ich verlegen.
      „Zigzigzigzig!“
      „Hu, was hast du denn da Vergus?“, Ich nahm dem Zigzachs einen Trank aus der Hand und runzelte die Stirn. „Warst du schon wieder in meinem Rucksack?“
      „Zizachs!“
      Ich runzelte noch mehr meine Stirn.
      „Aus Paps Vorrat genommen?“
      „Zaaaaaaaaaags?“
      „Vergus!“, rief ich entsetzt. Doch Paps lachte nur.
      „Es scheint als wäre dein Zigzachs ein kleiner Mitnehmer.“
      „Ein was?“
      „Wenn es etwas rumliegen sieht, dann kann es nicht anders. Es nimmt es mit – und bringt es dir, weil du sein Trainer bist. Du sollst Ordnung machen.“
      „Aber das ist doch Diebstahl!“
      „Nicht, wenn es auf dem Boden rumliegt. Meine Tränke sind alle verschlossen im Schrank. Wenn dein Zigzachs ihn auflesen konnte, dann muss er in irgendeiner Ecke gelegen haben.
      „Zigza!“ stimmte Vergus zu.
      Ich schüttelte den Kopf. „In einem Haus ist das trotzdem nicht nett!“
      Entschlossen gab ich den Trank Paps zurück – worauf er nicht minder entschlossen den Trank auf mein Rucksack legte.
      „Zigzachs hats gefunden, also ist er deiner. Basta!“
      Noch ehe ich widersprechen konnte, lachten mich meine vier Begleiter aus. Na toll! Ich sah sie wütend an, doch sie lachten nur noch lauter.
      „So, nun aber zum Geschäft!“
      Neugierig wandte ich mich wieder an Paps.
      „Du bist zu ängstlich!“, sagte er mit seiner strengen Arenaleiterstimme. „Das muss sich ändern! Darum habe ich Birk gesagt, dass er dir ein Pokemon geben soll. Und ich will, dass du mit ihm zusammen die Liga bestreitest.“
      „Die Liga?“
      „Die vier stärksten Trainer Hoenns und an deren Spitze ihr Champ! Ich will nicht, dass du Champ wirst – wobei ich vor Stolz platzen würde, wenn du das schaffst – sondern dass du es versuchst. Mit ganzen Herzen!
      Doch damit du an der Liga teilnehmen darfst, musst du noch acht Orden von verschiedenen Arenen Hoenns gewinnen.“
      „Aber... dann muss ich ja auch gegen...“
      „...gegen mich antreten, ja.“ Er sah mich ernst an. „Und ich bin mir sicher, dass du das schaffen wirst!“
      Einen Augenblick lang sah er zu Carsten, Odin, Vergus und Peter, die gerade fangen spielten und dabei das halbe Zimmer zerlegten.
      „Aber jetzt noch nicht. Deine Pokemon und du, ihr habt noch zu wenig Erfahrung. Letarking würde den Fußboden mit euch aufwischen. Aber später, dann bestimmt.“
      Er kreuze die Arme vor der Brust, dachte kurz nach und nickte dann. „Am Besten gehst du zu erst nach Metarost City. Dort ist Felizia die Arenaleiterin – sie ist noch sehr jung, aber man sollte sie nicht unterschätzen.“
      Wieder sah er zu den Pokemon – Odin hatte sich gerade unter einem Tisch verkrochen, um sich vor Peter zu verstecken, der vor Frust auf den Tisch eine Pfütze machte. Man Jungs!
      „Aber ich denke mit Geckarbor wirst du es da leicht haben.“

      Zusammenfassung:

      - Wingull auf Route 103 gefangen
      - Zigzachs auf Route 102 gefangen
      - Paps/Norman getroffen
      - auf Arena-Tour losgeschickt worden

      Im Team:
      #i-geckarbor# Carsten Stufe 10
      #i-fiffyen# Odin Stufe 6
      #i-wingull# Peter Stufe 6
      #i-zigzachs# Vergus Stufe 6
    • Von verschwundenen Pokemon und so weiter. Hm gab es da nicht die hässliche Fangsequenz mit Heiko? Die kommt dan bestimmt morgen. Na da eignet sich Wölfchen ja eine richtige Partytruppe an. Eskalierende Pfützen auf dem Tisch, ein kleiner Dieb, ein Angsthase und... ein Macho! Passt doch. Bisher finde ich deine Ausbeute nicht schlecht. Typtechnisch ist da ja alles gut dabei :)
    • Ja, eigentlich taucht Heiko da auch auf. Aber wie ich bereits eingangs schrieb:


      Da die Kapitel schon am Anfang recht ausufernd sind, lasse ich einige Teile der zu Grunde liegenden Story einfach weg. Zum Beispiel Heikos Auftritt in Blütenburg City.

      Wölfchen lernt ihn also erst bei der zweiten Begegnung kennen, auch wenn im Nachhinein im nächsten Kapitel genug Platz gewesen wäre. :O
    • Minikapittel:

      Die Entwicklung

      Es war bereits später Nachmittag, als ich den Blütenburgwald erreichte. Auf dem Weg hierher konnte ich ein kleines Waumpel in mein Team einfügen, dass ich Libi nannte und keine große Gegenwehr geleistet hatte. Carsten musste nur einmal die Muskeln spielen lassen und schon war es gerade zu freiwillig in den Ball gehüpft.
      Nun stand ich also vor dem Wald, während Vergus um mich herum wuselte und mir ständig Steinchen, Stöcke und Blätter vor die Füße legte. Er hob wirklich alles auf, was er finden konnte. Ich ignorierte jedoch seine Machenschaften zur Ordnung für die Welt und versuchte mich dazu überreden in den Wald zu gehen. Der war jedoch so dunkel, dass ich mich noch nicht wirklich hinein traute.
      Ich hatte bereits zum einunddreißigsten Mal bis drei gezählt, nur um dann doch nicht den entscheidenden Schritt zu machen, als ein kleiner Junge aus dem Schatten der Bäume heraus trat.
      Ich versuchte ihn nicht zu beachtet und tat so, als wäre ich ein Baum – er jedoch hielt nichts von humanoiden Borken.
      „Oh wow! Cooles Zigzachs! Bist du ein Pokemontrainer? Mein Name ist Fridolin – lass uns kämpfen!“ Begeistert trampelte das Kind von einem Fuß auf den anderen, während ich aus seinen absurd schnell gesprochenen Worten einen Sinn zu finden suchte.
      „Äh... ja, Trainerin... aber kämpfen... i... ich weiß nich...“
      „Ha! Aber wir sind uns begegnet! Treffen sich zwei Gegner, dann muss gekämpft werden! Das sagt mein Opa immer!“ Schon kramte er aus seiner Hosentasche einen Pokeball hervor. „Schau mal, ich hab auch ein Zigzachs!“
      Und schon kam sein kleiner Dachs aus dem Ball.
      Neugierig kam Vergus näher und beschnüffelte seinen Artgenossen – nur um mir dann ein weiteres Steinchen vor die Füße zu legen.
      „Los! KAMPF!“, jubelte Fridolin. „Tackle Zigzachs!“
      Erschrocken quitschte Vergus auf, als das andere Tierchen auf ihn zurannte.
      „He! Warte mal!“ Ehe der Gegner Schaden anrichten konnte, rief ich Vergus zurück in seinen Ball.
      „Was soll das denn?“
      „Tut mir Leid – aber Vergus hat noch nicht so viele Attacken erlernt.“ Eigentlich konnte er nur Charme, Heuler und Rutenschlag. Aber das musste Fridolin ja nicht wissen. „Wenn wir kämpfen, dann mit etwas erfahreneres!“
      Begeistert nickte Fridolin und so rief ich Libi heraus.
      „Ein WURM?“, empörte sich der Junge.
      „Waump...“
      „Unterschätze den Zwerg nicht. Libi ist zwar klein, hat aber einen recht starken Giftstachel drauf.“
      Libi verstand die Aussage als Befehl und bohrte sein Hörnchen in Zigzachs Flanke. Das sprang zur Seite – nur, um dann mit den Vorderpfötchen einzuknicken.
      „Zigzachs! Was ist mit dir?“
      „Oh... ich glaub Libi hat es erfolgreich vergiftet.“
      „WAAAS?“, ängstlich stürzte Fridolin zu seinem Pokemon. „Was... was mach ich denn jetzt?“
      „Am Besten rufst du es in seinen Ball zurück und gehst ins PokemonCenter von Blütenburg City.“
      „Ja okay!“ - er rief das Zigzachs zurück und rannte ohne Abschied davon.
      Ich drehte mich zu Libi und verschränkte die Arme vor der Brust. „Das war zwar super, aber eigentlich solltest du noch gar nicht angr...“ Ich unterbrach mich, als das Waumpel anfing zu leuchten. „Was zum...“ Ich kramte meinen Dex hervor und hielt seinen Scanner vor der Raupe.

      Pokedex von Wölfchen schrieb:

      Entwicklung, die, häufig auch Evolution genannt: beschreibt den Vorgang der strukturellen Veränderung eines Pokémon. Der Fachterminus dieses Vorganges ist Metamorphose. Eine Entwicklung ist unumkehrbar, ein entwickeltes Pokémon kann also niemals wieder zurückverwandelt werden.

      Entwicklung?
      Staunend sah ich zu Libi. Nur das das nun ein komisches, eiförmiges Kokonding war. Ich beugte mich zu dem kleinen Wesen hinab.
      „Was bist du denn?“
      „Hrmhrmo“ - okay, kein Mund. Wie soll es da auch was sagen?
      Ich blätterte im Dex nach einem Waumpel und fand eine Erklärung:

      Pokedex von Wölfchen schrieb:

      Waumpel, das, Wurmpokemon: Kann sich zu Panekon oder Schaloko entwickeln. Seine Endstufe ist Papinella oder Pudox. In welches dieser Pokemon Waumpel sich entwickelt, scheint Zufall sein. Bisher konnte man keine Auslöser für den jeweiligen Entwicklungszweig finden.

      Leider fehlten von den beiden Kokons ein Bild. Damit wusste ich immer noch nicht, was Libi nun genau war. Da Papinella aber ein Schmetterling und Pudox scheinbar eine Motte war, werde ich das wohl recht bald erfahren.
      Achselzuckend packte ich den Dex weg und wollte Libi auf den Arm nehmen. Dabei stellte ich fest, dass sein Körper von der Metamorphose noch leicht klebrig war.
      „Tut mir Leid Kleines... dann musst du wohl wieder in den Ball.“
      „Hrmhr.“
      Damit verschwand es wieder in seinen Ball. Und ich? Ich sah zum Wald.

      Zusammenfassung:

      - Route 104 betreten
      - Waumpel gefangen, Lvl 5, weiblich
      - Waumpel entwickelt sich zu ? (ich weiß es, aber... Geheimnis :) )

      Team:

      #i-geckarbor# Carsten Stufe 11
      #i-fiffyen# Odin Stufe 6
      #i-wingull# Peter Stufe 6
      #i-zigzachs# Vergus Stufe 7
      #i-panekon# / #i-schaloko# Libi Stufe 7

      Anmerkung:
      Ja, Vergus kann keine... aber wirklich auch KEINE offensive Attacke. :shifty:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von YnevaWolf ()

    • Deine Nuzlock wird interessanter und interessantr. Ich mag die kleinen Elemente der Spannung die du einbaust :hihi: Mit dem Zigzachs hast du wohl nicht gerade einen Glückgsgriff gemacht.
      *a little time goes by*
      Oh es hat 5*31 DV. :was:
      Wieder mal süß geschrieben. Bisher gehe ich noch nicht von einer Niederlage aus. Nur perönlich würden mcih die Level etwas stören, wenn ich du wäre.
    • Momentan lege ich grad auch eine Levelpause ein. Wobei "momentan" für mich auf der Faustauhaveninsel ist.

      Oh es hat 5*31 DV.

      Kann man das so früh im Spiel schon irgendwie erfahren? Würde mich zumindest nicht überraschen, gerade wenn es vorerst so nutzlos ist.
    • Dachte ich mir schon. Hätte mich auch gewundert. ;)

      Verirrt


      Letztlich hatte ich Odin heraus gerufen und hatte mich von ihm quasi in den Wald jagen lassen. Zehn Meter weit im Wald und schon hatte ich keine Probleme mehr mit der Dunkelheit. Odin blieb dennoch bei mir, weil ich mich so sicherer fühlte.
      Überall waren jede Menge Waumpels oder Schalokos und Pankeons, wobei die letzteren Beiden an hauchdünnen Fäden mitten in den Ästen hingen. Ab und zu raschelte es im Gras, was Odin zum Knurren brachte, aber wir wurden zumindest nicht angegriffen.
      Wenn... ja wenn wir nicht gerade zum dritten Mal am selben Findling vorbei liefen. Stöhnen setzte ich mich auf den Stein. Odin wiederum nahm vor mir Platz und sah mich fragend an.
      „Ich glaube, wir sollten die Nacht hier verbringen.“ Mittlerweile sah man so gut wie nichts mehr. Es war zwar Vollmond, aber das dichte Laubwerk der Bäume hinderte das Licht bis zum Boden zu reichen. Wenn ich jetzt weiter laufen würde, würde ich mich gänzlich verirren – und mir wahrscheinlich alle Knochen brechen. Jetzt war es gerade noch hell genug, um ein kleines Lagerfeuer zu basteln und so wenigstens eine Wärmequelle zu haben.
      Wie versprochen holte ich also meine Pokemonschar aus ihren Bällen – lediglich Libi ließ ich außen vor, da sie aktuell wenig mobil und leichte Beute für wilde Pokemon war.
      Carsten und Vergus machten sich auch sogleich auf nach trockenen Holz zu suchen, während Odin und ich ein kleines Loch gruben, in dem wir das Feuer entfachen wollten. Peter schaffte noch ein paar größere Steine heran, die wir um das Loch herum legten – als Brandschutz und besserer Wärmespeicher.
      Mit trockenen Laub und einem Feuerzeug hatten wir so schnell ein kleines Feuer. Ich rollte meinen Schlafsack aus, verteilte Pokeriegel an alle und genehmigte mir selbst das letzte Brot, dass mir Mum mitgegeben hatte.
      Danach legten wir uns schlafen – Peter auf einem Baum, während Odin sich auf Höhe meiner Knie mit engen Körperkontakt zusammenrollte. Carsten kroch mit in den Schlafsack und Vergus machte sich in meinem Rücken lang. So eingekeilt von meinen Pokemon konnte ich mich nicht mehr bewegen – fühlte mich aber auch unheimlich sicher und so schlief ich schneller ein, als ich erwartet hatte.

      „Zaaaaags....“
      „Bini!“
      „Zigzigzigzigzig!“
      „Schwaaaaaa....BINI!“
      Knurrend versuchte ich mir meine Decke über den Kopf zu ziehen. Wer macht denn da solchen Krach? Leider funktioniert das nicht – statt dessen erwischte ich etwas festes mit dem Ellbogen.
      „Geck-bor!“
      Und schon tat mir der Kopf weh, weil Carsten mir eine Kopfnuss verpasst hat.
      Endlich wach setzte ich mich vorsichtig auf, um nicht auch noch Odin zu wecken und rieb mir die Augen. Das Feuer war fast runter gebrannt und es war immer noch dunkel. Aber was hatte mich geweckt?
      „Zigzigzigzaaaaa!“
      „Biniiiiischwa!“
      Aber... das klang ja nach... „Vergus?“
      Ich sah mich um. Kein Zigzachs. Wo war der kleine Dachs nur?
      „Ge... BOR!“ Carsten sprang auf und rannte ins Dunkle.
      „Warte!“ Ich folgte dem Geckarbor – sicher, dass er Vergus finden würde.

      Tatsächlich fanden wir den kleinen Kerl gut 100 Meter weiter. Es stand auf einem kleinen Fläschchen – ein Trank? - und wich den Angriffen eines wütenden Schwalbinis aus.
      „Biniiiiiischwall!“
      „Carsten! Halt es auf! Ruckzuckhieb!“
      Und schon stürzte sich das kleine Pflanzenpokemon auf den Vogel. Mir war wohl bewusst, dass es eigentlich gegen Schwalbini unterlegen war – ich hoffte aber, dass die Finsternis den Nachteil ausglich. Dennoch musste der Kampf schnell vorbei sein. Vergus sah nicht gut aus und hatte ordentlich eingesteckt. Da sich das Schwalbini nun auf Carsten konzentrierte, rannte ich zu ihm. Es saß tatsächlich auf einem Trank. Entschlossen sprühte ich dessen Inhalt auf seine Wunden, ehe ich es in den Ball zurück rief.
      Dann konzentrierte ich mich wieder auf Carsten und den Vogel – der war schon schwer außer Atem, griff jedoch weiterhin entschlossen an. Sein Schnabel hieb immer wieder auf den Körper von meinem Geckarbor ein und der Absorber verpuffte fast wirkungslos. Ich hatte also keine andere Wahl und warf einen Pokeball. Carsten fing den Ball auf – ich hatte den Vogel verfehlt – und warf nun seinerseits – Treffer!
      Ebenso wütend wie Schwalbini gekämpft hatte, wackelte nun der Ball im Fangversuch. Doch befreien konnte es sich nicht.
      „Puh!“
      Erleichtert hob ich ihn auf und sah zu Carsten. Der hatte zwar eingesteckt, sah aber dennoch fit aus. Ich war stolz auf diesen kleinen Kämpfer!
      „Los, lass uns zurück gehen. Odin und Peter werden bestimmt schon verrückt vor Sorge!“
      Wurden sie nicht.
      Etwas betröppelt sah ich auf unser Lager – beide schliefen nach wie vor tief und fest. Soviel also dazu, dass Odin mich schon warnen würde, wenn sich Fremde nähern würden.
      „Ge...cka...“
      „Hrm.“
      Wir sahen uns kurz an, dann kuschelten wir uns wieder in den Schlafsack.

      Am Morgen packten wir meine Sachen zusammen und schütteten die Feuerstelle mit etwas Sand zu, damit keine Funken einen Waldbrand auslösen konnten. Odin begleitete mich auch weiterhin, auch wenn uns Fina – so hatte ich den Vogel genannt, nachdem ich es mit Beeren gefüttert hatte – nun den Weg aus den Wald zeigte. Es hatte sich gezeigt, dass seine Erschöpfung eher von der Dauer des Kampfes kam und nicht von schweren Verletzungen. Vergus ging es durch den Trank zwar besser, sollte sich aber trotzdem ein wenig schonen.
      Mit Finas Hilfe fanden wir wieder auf den regulären Weg durch den Blütenburgwald und konnten endlich den Weg nach Metarost City fortsetzen.
      In der Abgeschiedenheit des Waldes fühlte ich mich wohl, nun, da ich sah, wo ich hin ging. Keine Menschen um die man sich Gedanken machen musste! Ich summte leise, während ich die Augen nach neuen Wundern der Pokemonwelt offen hielt.
      So übersah ich beinahe den Mann im weißen Kittel, der etwas ratlos an einer kleinen Kreuzung stand.
      „Kann ich Ihnen helfen?“, fragte ich vorsichtig.
      „Oh... äh... ich hab mich verlaufen! Eigentlich wollte ich nur ein paar Daten sammeln, aber nun weiß ich den Weg zurück nach Metarost City nicht mehr...“
      Er schob die Brille höher auf die Nase.
      „Ich will auch in die Stadt.“ Mit einem Blick auf Fina, die auf einem Ast gelandet war und so die nächste Richtung anzeigte, ergänzte ich: „Wir können ja gemeinsam zurück...“
      So wohl fühlte ich mich nicht – aber ich konnte den Kerl ja auch nicht einfach zurück lassen.
      „Das ist nicht nötig. Wenn du mir nur sagst, wo ich hin muss...“
      Ich wies in die Richtung.
      „Na dann Prima! Auf wiedersehen!“
      „Nicht so schnell, Sir!“
      Betont lässig kam ein anderer Mann zu uns geschlendert. Ich blinzelte. Er hatte sich wie ein Matrose gekleidet – ein Matrose im Wald?
      „Oh nein“, murmelte der Kittelkerl. „Team Aqua!“
      „Du hast also schon von uns gehört, Brillenfresse? Na dann rück mal das Ding her!“
      „Was? Ihr wollt das ERSTu? Nein!“ Verzweifelt sah er sich um, fand jedoch nur mich. Er sprang hinter mich und schob mich gen Matrose. „Du bist doch Trainer? Dann kümmer dich um ihn!“
      „Äh...“ Hey! DER war hier der Erwachsene! Kann er mich da nicht rauslassen?
      Der Matrose lachte. „Dieses Kind soll mich aufhalten! Lächerlich!“
      Genau!
      „Na dann schauen wir mal, was du drauf hast, Göre.“
      Im nächsten Moment rief er ein böse aussehendes Fiffyen raus, dass mich dunkel anknurrte.
      „Mach schon Mädchen!“, drängte der Kittel.
      „Äh...“, was hatte ich für eine Wahl?
      Und so rief ich Carsten heraus – Odin jammerte zwar empört, aber ich wollte dann doch lieber mein stärkstes Pokemon in den Kampf rufen.
      Fiffyen jaulte siegessicher auf, bevor es zu einer Tackle ansetzte. Carsten versuchte auszuweichen, wurde aber doch noch getroffen. Er wirbelte herum und holte sich mit Absorber die verlorene Energie zurück. Fiffyen kontert mit einem Sandwirbel – geblendet geht der nächste Absorber daneben.
      „Carsten! Streng dich an! Ruckzuckhieb!“
      Wieder stürzte sich Fiffyen auf Carsten, doch dieses war schneller und traf es voll auf die Nase.
      Fiffyen winselte und rannte mir eingezogenen Schwanz weg.
      „Geck!“, erklärte Carsten, während es sich den restlichen Sand aus den Augen rieb.
      „He! Wo rennst du denn hin, du verflixter Köter?“, wetterte der Matrose. Er würdigte mich nochmal eines Blickes. „Na gut... DIESES Mal hast du gewonnen! Genies das!“
      Schon rannte er fort.
      Carsten und ich wandten uns den Kittel zu.
      „Das war großartig!“, rief der überschwänglich. „Hier, die Belohnung hast du dir verdient!“
      Damit drückte er mir ein seltsames Kästchen in die Hand, dass mit einem Schalter versehen war. Dran stand nur „on“ und „off“.
      „Was... ist das?“
      „Ein ERS!“, erklärte der Kittel stolz. „Experientia Rem Separator. Damit werden die Erfahrungen deiner Pokemon geteilt und so lernt jeder etwas schneller. Wir arbeiten zur Zeit an einen Besseren, den ERSTu – daher ist es okay, wenn du den alten Prototyp bekommst. Aber...“
      Einen Moment lang sah er gedankenversunken in die Richtung, in die der Matrose verschwunden war.
      „Der Kerl rennt nach Metarost City...“, murmelte er. „Ich... ich muss los! Vielleicht sieht man sich nochmal!“
      Und weg war er.
      Ich stand mit dem ERS da und sah ihm nach. Ein verwirrter Mann, der mir irgendeinen Prototyp in die Hand drückt? Entschlossen stellte ich den Hebel auf off, ehe ich es in die Tasche packte.

      Zusammenfassung:
      - Blütenburgwald erreicht und durchquert
      - Schwalbini, weiblich, Stufe 5 gefangen
      - erster Kampf gegen Team Aqua
      - EP-Teiler erhalten und deaktiviert

      Team:
      #i-geckarbor# Carsten Stufe 13
      #i-fiffyen# Odin Stufe 9
      #i-wingull# Peter Stufe 8
      #i-zigzachs# Vergus Stufe 8
      #i-panekon# / #i-schaloko# Libi Stufe 7
      #i-schwalbini# Fina 12

      Anmerkung:
      ERS bzw. ERS2 (ERSTu gesprochen ;) ) ist der EP-Teiler. Erfahrungspunkte-Teiler fand ich langweilig und zu unwissenschaftlich, weswegen ich die einzelnen Wörter einfach mal in Latein übersetzte. ERS2 gibt es so im Spiel nicht – ich finde es nur seltsam, dass der Forscher es Team Aqua verweigert und es dann einem wildfremden Kind von nur 11 Jahren in die Hand drückt. Daher bekommt Wölfchen nur das ältere Modell.
      Schwalbini ist echt stark. Es macht einen Volltreffer nach dem anderen. Ich glaube Peter darf in die Box, wenn ich einen adäquaten Wasserersatz für ihn habe.
      Der restliche Weg nach Metarost City wird ausgelassen – bis auf ein paar Beeren und ein paar Trainerkämpfe passierte da nicht viel.
    • Ohhhh, diese Nuzlocke-Challenge ist echt toll !

      Ich liebe detaillierte Nuzlockes, so wird einem die Pokémon-Welt sehr nahe gebracht. Dein Schreibstil ist wirklich schön. Dass du ein bisschen vom Spiel abweichst, es erweiterst und somit deine eigene Geschichte daraus machst finde ich echt genial. Man spürt die Verbindung zwischen deinen Pokémon und dir wirklich. Ich werde auf jeden Fall deine Reise mitverfolgen und freue mich auf jeden weiteren Beitrag von dir ! :D
    • Ich werde auf jeden Fall deine Reise mitverfolgen und freue mich auf jeden weiteren Beitrag von dir ! :D

      Nach aktuellen Stand ist die Nuzlocke in Geschichtsform 44 Seiten dick. Geschrieben ist bisher alles, was bis in Graphiport City passiert (erster Besuch) - im Spiel bin ich schon in Malvenfroh City. Aktuell pausiere ich das Spiel immer, wenn ich eine neue Stadt erreiche, um anschließend zu schreiben.
      Es kommt also noch einiges auf dich zu - auch wenn ich jetzt gespoilert habe, dass ich bis Malvenfroh nicht Game Over gehe. *kicher*

      Danke für die schönen Worte! :hihi:

      Anmerkung für dieses und folgende Kapitel vor weg:
      Ich habe die Kurznotizen immer auf Notepad++ gespeichert. Leider dachte sich mein Rechner irgendwann, als ich essen war, einen Neustart machen zu müssen. War natürlich nicht gespeichert. Daher sind viele Einzelheiten bis zu einem bestimmten Punkt aus dem Kopf geschrieben. :/

      Der erste Arenakampf

      Kaum hatte ich Metarost City betreten, hielt ich auch schon auf das PokeCenter zu. Abgesehen von Libi hatten meine Pokemon alle einen medizinischen Check nötig. Während ich also darauf wartete, das Schwester Joy die Hundertste meine sechs Begleiter durchschaute und ihre Verletzungen kurierte, schlich ich zu einer Sitzgelegenheit am Foyer und tat so, als wäre ich nicht da.
      Mein Versuch war aber zum Scheitern verurteilt, als Brix das Center betrat und wie ein Bluthund, der meiner Spur folgte, direkt auf mich zukam.
      „Auch endlich in Metarost angekommen?“, meinte er grinsend. „Ich bin schon seit drei Tagen hier... hast du dich etwa im Wald verlaufen?“ Ich antwortete nicht – aber ich wurde rot. Das schien Antwort genug, denn sein Grinsen wurde noch breiter. „Warst du schon in der Arena? Ich hab Felizia gestern besiegt.“
      Ich seufze. „Nein, war ich noch nicht. Ich bin gerade erst hier angekommen und hab meine Pokemon abgegeben, weil sie im Kampf gegen diesen Matrosen ganz schon was abbekommen haben.“ Naja... eigentlich nur Carsten, aber das musste er ja nicht Wissen.
      „Trotzdem Glückwunsch.“
      „Matrose?“
      Wir hatten zeitgleich gesprochen.
      „Im Wald war so ein – Doktor... glaube ich. Er hatte zumindest einen weißen Kittel an. Er wurde von einem Matrosen abgefangen, der so ein E... EPT... oder so haben wollte.“ Ich nahm meinen Rucksack und zog den ERS heraus. „Quasi das hier, nur als Weiterentwicklung.“
      Brix machte große Augen. „Ein ERS!“ Er riss mir die Maschine aus den Händen. „Waaaahninss! So eine wollte ich immer schon mal haben!“ Er gab sie mir zurück. „Aber was macht ein Matrose im Wald?“
      Ich zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung. Aber der Dok nannte ihn Team... A... Airgendwas....“
      Brix wartete – aber ich kam nicht drauf. „Sorry. Das ging so schnell, ich habs vergessen.“
      Er hob die Schultern. „Is' ja auch egal.
      Aber sobald deine Pokemon wieder da sind, musst du mit ihnen zu Felizia! Wenn du dich nicht traust, komm ich auch mit!“ Wa... so ein... Arsch!
      Aber ich war nicht Manns genug das Angebot auszuschlagen. Ich würde bestimmt sonst wieder stundenlang vor der Tür stehen – und so musste ich wenigstens nicht suchen.

      Zwei Stunden später standen wir auch schon vor der Arena und Brix versucht mich zu belehren.
      „Felizia trainiert Gesteinspokemon. Am besten setzt du dein Geckarbor ein und...“
      „Jaja!“, unterbrach ich ihn. „Ich bin ein großes Mädchen. Ich schaff das schon!“
      Eigentlich sollte ich damit entschlossen in das Gebäude gehen, aber meine Füße waren wie festgeklebt.
      Mein Begleiter wartete einen Moment, dann betrat er die Arena – nicht ohne mich vorher verschmilzt anzugrinsen. Er wusste scheinbar ganz genau, was in mir los war. Hatte Paps eigentlich jeden von mir erzählt?
      Ich folgte ihm – kam aber nur ein paar Schritte weit. Direkt im Eingangsbereich war eine Art Museum. Staunend betrachtete ich die Fossilien, Bohrproben, Ausrüstungsgegenstände und Steine, die hier ausgestellt waren.
      „Hat sie das alles selbst ausgegraben?“, fragte ich Brix, während ich einen merkwürdigen Stein mit einem Laubblatteinschluss bewunderte.
      „Nein – aber ich sammel sie selbst!“ Hrm. Die Stimme klang zu hell für Brix. Ich drehte mich in die Richtung, aus der sie gekommen war. Eine junge Frau, nur wenig älter als ich, kam lächelnd auf mich zu.
      „Hi! Ich bin Felizia und die Leiterin dieser Arena.“, dann wandte sie sich zu Brix. „Und du weißt hoffentlich, dass man nur einen Orden pro Arena bekommen kann.“
      Brix grinste. „Ich bin hier um Wölfchen anzufeuern.“ Ich wurde rot. „Sie ist so schüchtern, sie wäre nie allein hier reingekommen.“ Ich werde noch röter – jedoch vor Wut.
      „Brix!“, fauche ich. Was fällt diesem... diesem... KRETIN eigentlich ein?
      Felizia blinzelt, schaut zwischen uns hin und her und beobachtet, wie Brix und ich ein stilles Starrduell austragen – das er zu meiner Schande gewann.
      „Ährm... bevor ihr euch zu tote blickt...“, sie griff nach mir und zog mich in den hinteren Teil der Arena. Dort fand sich ein riesiges Kampffeld – komplett aus Fels, mit etlichen, riesigen Steinen bedeckt. Sie stellte mich auf einen der Trainerplätze ab und begab sich dann zu ihrer Seite.
      „Also Wölfchen!“, rief sie. „Ich setze zwei Pokemon ein. Du darfst so viele einsetzen wie du magst. Wenn du gewinnst, dann erhältst du von mir den Steinorden!“
      Und schon rief sie ihr erstes Pokemon heraus: ein Kleinstein.
      „Setzt Geckarbor ein!“
      Ich zuckte zusammen und schaute zu Brix. Der Stand am Seitenrand und schien seine Bevormundung auch noch gut zu meinen.
      Wütend griff ich nach einen Ball. Carsten wollte ich auch einsetzen... aber machen, was Brix sagt?
      „Los Peter, du schaffst das!“
      „Guuuull!“, freute sich Wingull, als er aus den Ball kam, zog einen Kreis über das Kampffeld und landete schließlich auf einen Stein.
      Aus dem Augenwinkeln nahm ich wahr, dass Brix nun seltsam herum hampelte. Aber ich achtete nicht drauf. Das war MEIN Kampf. MEINE Taktik!
      „Aquaknarre Peter!“
      „Win...guuuuuuuuuu!“
      Kleinstein wurde voll getroffen! Durch die Wucht wurde es regelrecht nach hinten geschleudert. Das sollte es gewesen sein! Innerlich jubelte ich. Peter landete und putzte sich zufrieden das Gefieder.
      „Felsgrab!“
      Ich blinzelte überrascht, als sich das angeschlagene Kleinstein plötzlich aufrappelte, einen der Steine vom Feld schnappte und damit nach Peter warf, als wäre es ein Basketball.
      „Peter! Pass auf!“
      Das Wingull sah auf – zu mir – dann in die Richtung zum Kleinstein. Es flatterte wild mit den Flügeln um abzuheben... doch da kam schon der Felsen und erwischte Peter frontal.
      „Inguuuuuuuuu!“
      „Zurück Peter!“
      Entsetzt starte ich auf den Pokeball – und drehte mich schon um, um zum PokeCenter zu laufen.
      „Stopp!“ Felizia. „Wenn du jetzt gehst, dann hast du den Kampf verloren!“
      „Kleinstein!“, bestätigte ihre Pokemon.
      Ich sah sie entsetzt an. War das ihr ernst? Ich griff den Ball fester. Peter... oder Orden... Aber... Pokemon sind hart im Nehmen... vielleicht war es ja gar nicht sooo ernst? Und Schwester Joy konnte Wunder vollbringen. Würde Felizia mich nicht auch gehen lassen, wenn es ernst wäre...?
      Ich musste eine Entscheidung treffen... und tat es.
      „Los Carsten!“
      „Geeee... BOOOR!“
      „Stein!“
      „Boooor! Geck!“ Carsten grinste und lies die Muskeln spielen.
      „Ruckzuckhieb!“
      „Weich aus Kleinstein!“
      Doch dafür war Kleinstein zu behäbig. Carstens Ruckzuckhieb traf das gesteinspokemon mit solcher Wucht, dass es einfach aus den Kampffeld flog.
      „Der war gut.“, erwiderte Felizia.
      „Los Nasgnet!“
      Ich zögerte erst gar nicht. „Absorber!“
      Carsten bewies Stil, indem er die Attacke einsetzte, während er über das Gesteinspokemon hinweg flog. Und während er mit der Drei-Punkt-Helden-Landung vor Filizia angab, fiel Nasgnet einfach um.
      Gewonnen!
      Felizia grinste, während sie ihre Pokemon zurückrief und kam auf mich zu.
      „Wingull war eine katastrophale Entscheidung.“, meinte sie. „Flugpokemon haben eine Schwäche gegen Gesteinstypen. Du hättest auf Brix hören sollen und direkt mit Geckarbor kommen sollen.“
      Carsten sprang in diesen Moment auf meinen Schultern und nickte fröhlich.
      „Hier hast du deinen Orden... und nun ab zu Schwester Joy!“
      Das musste sie mir nicht nochmal sagen. Ich rannte sofort los. Mal wieder.
      Doch es war zu spät. Schwester Joy tat alles, was ihr möglich war – doch Peter... Peter... Peter war tot.

      _____

      Zusammenfassung:
      - Metarost City erreicht
      - Brix wieder getroffen
      - Steinorden erhalten
      - Wingull verloren

      Team:

      #i-geckarbor# Carsten Stufe 14
      #i-fiffyen# Odin Stufe 10
      #i-zigzachs# Vergus Stufe 8
      #i-panekon# / #i-schaloko# Libi Stufe 9
      #i-schwalbini# Fina 13

      Verluste:

      #i-wingull# Peter Stufe 10

      Anmerkung:
      Die blöde Gesteinsschwäche... ich vergesse das bei Wingull jedes Mal. Und dann auch noch ein Volltreffer, nachdem Kleinstein mit Robustheit überlebt hat. :(
      Und das nachdem ich im Vorkapitel überlegt hatte, es eh auszutauschen. Das war prophetisch!
      Und ja - Wölfchen nutzt die im Spiel korrekte Abkürzung für den ERS, als sie überlegt, wie das Ding nochmal heißt. :3
    • Oh jaaa, nach 44 Seiten Geschichte erst in Graphitport City, das gefällt mir ! :D
      Das mit dem Pausieren des Spiels um zu schreiben ist sehr wichtig, ich schaffe das nie und bin oft viel weiter im Spiel als im niedergeschriebenen Text. Daher vergesse ich auch einiges, was der Geschichte selbst dann nicht gut tut.

      Ich gratuliere dir zu deinem ersten Orden in deiner ersten Nuzlocke-Challenge ! Leider ist schon ein Verlust dabei :( Peter hätte die Attacke sicherlich überlebt, wenn es kein Volltreffer gewesen wäre. Ich würde dir dennoch dazu raten, bei den nächsten Arenen deine Pokémon ein bisschen mehr zu trainieren. Also Carsten war ja super vorbereitet und mit ihm war es ja auch ein Leichtes, aber Peter hätten 2-3 Level mehr auch nicht geschadet. Jetzt weilt er leider nicht mehr unter uns ...
    • Darum mache ich mir dabei ständig Notizen. Wenn gerade Story im Spiel ist, ist das zwar manchmal etwas nervig. "Blabla." -- oh, das könnte ich eventuell übernehmen. Weiter, "Blablub.", das ist auch wichtig. "kicherhahablablub", hrm. Definitiv. In die Geschichte. So brauch ich für kurze Gespräche durchaus Minuten. Obs dann tatsächlich in die Story kommt, ist etwas anderes. Ursprünglich hatte ich auch die erste Begegnung mit Heiko geplant und erst
      Ich vergesse nur dauernd, mal den Status der Pokemon aufzuschreiben. Das fällt mir immer auf, wenn ich eine neue Stadt erreiche und dann die Kapitel plane. Oder wenn ich ein neues Pokemon fangen. Ich vergesse mir jedes Mal das Level des neuen Pokemons vor dem Fang zu notieren, weswegen ich dann immer extra ins PokeCenter latschen muss, um das zu überprüfen. :shifty: Ich hoffe, dass ich das bis zur ersten, echten Höhle (also da, wo man sich den Weg suchen darf) auf die Reihe bekomme. Bei meinen Glück schaffe ich es mich zu verlaufen bevor das erste wilde Pokemon auftaucht.

      Ich würde dir dennoch dazu raten, bei den nächsten Arenen deine Pokémon ein bisschen mehr zu trainieren

      Das hat mich Peter auch gelehrt und nehme ich mir auch zu Herzen. Nur mehr mag ich nicht sagen. Man will ja nicht spoilern. ;)

      EDIT:

      Nur mal zum Vergleich. Notizen auf einem A4-Blatt von ca. 5 Minuten Spiel (Hand geschrieben, weils beim Kochen war und in der Küche kein Rechner steht)



      Ja, ich hab ne Sauklaue. Und bin stolz drauf!

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von YnevaWolf ()

    • Pria, Soul und Carsten

      Nachdem Schwester Joy mit mir geredet hatte, bin ich einfach raus. Vorbei an Brix, der mich noch versuchte aufzuhalten. Aber ich stieß ihn einfach zur Seite.
      Nun saß ich hier auf Route 116 auf einen Stein und weinte. Hätte ich doch nur den Orden Orden sein lassen. Wie konnte ich ein Leben hinter so einem... Ding stellen?
      Nur Odin und Carsten waren an meiner Seite. Carsten war nach seinem Kampf gegen Filizia nicht in seinen Ball zurück gekehrt und hatte aus irgendeinen Grund das Fiffyen herausgerufen. Nun saßen sie an meiner Seite – Carsten links, Odin rechts – kuschelten sich an mich und versuchten mich zu trösten. Doch da gab es nichts zu trösten. Peter war tot. Und das war meine Schuld.

      „Haltet den Dieb! Haaalt! Stop!“
      Jemand rannte an mir vorbei. Es war mir egal – auch wenn meine Pokemon aufgesprungen waren. Sie blieben unentschlossen bei mir.
      Kurz darauf rannte noch jemand an mir vorbei. Nur das der auf meiner Höhe stehen blieb.
      „He, du da!“, sagte er keuchend.
      Ich sah ihn an und blinzelte, um meinen Blick klar zu bekommen.
      „Dich kenne ich doch! Du hast mir geholfen im Wald!“ Oh, Mr. Kittel. „Bitte! Dieser Typ von Team Aqua ist wieder aufgetaucht! Und er hat was gestohlen! Bitte! Ich hab keine Pokemon!“
      „Borborborbor!“ - „Fyenfiff!“
      Carsten und Odin versuchten mich zum Aufstehen zu bewegen. Der Kittel griff nach mir und zog mich hoch.
      „Bitte! Das ist eine Katastrophe!“
      Ich wischte mir die Tränen vom Gesicht. „Ist ja gut.“, sagte ich tonlos. „Ich helfe Ihnen. Regen Sie sich ab.“
      Damit ging ich in die Richtung, in der die Schritte verklungen waren.
      „Fiff!“ Odin überholte mich und schnüffelte entschlossen am Boden nach einer Spur. Kaum hatte er eine gefunden, bellte er aufgeregt und stürmte vorweg. Was hatte ich für eine Wahl außer ihm zu folgen? Carsten sprang hinter mir her und schleppte meinen Rucksack mit.
      Ein paar mal mussten wir stehen bleiben, weil Odin die Spur neu aufnehmen musste. So kamen wir nur langsam voran. Die Ablenkung tat mir gut. Ich dachte nicht mehr an Peter, meine Stimmung hellte sich auf. Langsam floss in meinen Adern das Adrenalin der Jagd. Am Ende erwartete ich twar kein Pokemon, aber immerhin einen Dieb.
      Doch dann rutschte ich aus. Irgendwas schleuderte mich ein paar Zentimeter in die Luft, ich verlor das Gleichgewicht und knallte mit voller Länge ins Gras.
      „A... was war das denn?“
      „Cada!“
      Ich drehte mich auf den Rücken und sah zu meinen Füßen. Dort saß ein winziges Nincada und brummte mich an. Ich muss auf es getreten sein!
      „Oh, tut mir Leid Nincada! Das war wirklich keine Absicht.“ Ich rappelte es auf. „Ich hab es eilig.“ Damit wollte ich umdrehen und gehen, doch das Nincada war damit nicht einverstanden. Brummend sprang es auf, flatterte wild mit den winzigen Flügelchen und krallte sich in meinen Rücken.
      „Ah! Lass los! Ich muss wirklich... der Dieb!“ Verzweifelt versuchte ich an es ran zu kommen, doch es sah so verflixt, dass ich es einfach nicht erwischte.
      „Geck!“ Nun sprang mir auch Carsten in den Rücken – besser gesagt auf Nincada – und versuchte das wilde Pokemon zu lösen. Das brummte jedoch nur lauter und schaffte es irgendwie meinen Starter abzuschütteln.
      „Nincada bitte! Dafür haben wir keine Zeit!“
      „Ca-nin!“
      „AUA!“ Es hatte mir seine Fänge in den Rücken getrieben. Nicht tief – aber schmerzhaft.
      Im nächsten Moment hörte ich ein Ping, gefolgt von einem zischähnlichen Laut und einem Blobb. Nincada war von meinem Rücken verschwunden. Ich drehte mich um und sah einen Pokeball vor sich hin wackeln.
      „Äh...“
      „Bor!“
      Ein Blick zu Carsten, der in seiner linken Hand bereits den nächsten Pokeball hielt – bereit diesen zu werfen. In dem Moment machte es jedoch Boing – das typische Signal, dass das Pokemon gefangen war. Mein Geckarbor hatte ein Pokemon gefangen!
      „Danke Carsten.!“
      „Geck.“
      Zufrieden streifte es sich meinen Rucksack über.
      „Fiff!“
      Der Dieb! Eilig nahm ich Nincadas Ball – darum musste ich mich später kümmern – und rannte Odin hinterher. Doch nicht weit – dann stieß ich mit dem nächsten Etwas zusammen: einen älteren, kleinen Mann.
      „Entschuldigen Sie bitte! Ich suche einen Dieb, sieht aus wie ein Matrose. Haben Sie den gesehen?“
      „Ja!“, jammerte der Alte. „Er hat mir mein Pecko gestohlen! Mein lieber Pecko!“
      „Wo ist er hin?“
      „Dort, in die Höhle!“
      „Ich kümmer mich drum!“
      Und schon rannte ich in die Höhle – wo mich eine Schar Flurmels erwartete. Wieder musste ich stoppen. Verdammt!
      „Äh... Leute... ich will nichts von euch!“
      „Flurmel!“, riefen die Pokemon wütend und kamen bedrohlich näher.
      Odin und Carsten sprangen vor mich und drohten den kleinen Hasen.
      „Nein wartet!“, rief ich den Pokemon zu. „Hier ist ein Mann lang gekommen, der ein Pokemon entführt hat. Wir wollen ihn aufhalten! Wir wollen euch nichts tun, wirklich.“
      Einen Moment lang standen die Flurmel noch wütend da – dann machten sie mir Platz. Carsten, Odin und ich rannten an ihnen vorbei. „Danke!“, rief ich noch, dann waren wir um eine Ecke.

      Nur wenig tiefer in der Höhle holte ich den fluchenden Matrosen ein. Er stand an einer Wand – scheinbar war der Tunnel noch nicht vollständig durchbrochen. Als er mich hörte, drehte er sich zu mir um. In seinem Arm hielt er ein... Wingull. Peter?!
      Einen Moment war ich verwirrt. Aber... der Schnabel war zu lang, das weiße Federkleid einen Hauch zu dunkel, die blauen Abzeichen zu ungleichmäßig. Ein Wingull – aber nicht Peter.
      „Du schon wieder!“, rief der Dieb.
      „Geben Sie die Sachen von dem Kittel raus! Und das Pokemon!“
      „Pha! Wenn du sie willst, musst du mich besiegen!“ Und schon rief er sein Fiffyen. „Aber freu dich nicht zu früh – wir haben trainiert! Fiffyen... Biss!“
      Damit stürzte sich sein Hund auf Odin, der zurückschreckte, so heftig war die Attacke. „Ruckzuckhieb, Carsten!“
      Das Fiffyen wurde von dem Meinen weggestoßen.
      „Sandwirbel und dann Tackle!“, rief der Schuft. Durch den Sand geblendet konnte Carsten nicht ausweichen und wurde gegen die Wand geschleudert.
      „Nein!“
      „Ha! Dann hast du wohl versagt. Sag Lebewohl zu deinen Freunden!“, rief der Matrose. „Mach Schluss mit ihnen Fiffyen!“
      „Neiiin!“
      Dann begann der Krach. „URMELURMELURMELURMELURMELURMEL!“ schallte es durch den Gang. Der Matrose und ich hielten uns die Ohren zu. Fiffyen, Odin und Carsten jaulten auf, das Wingull kreischte.
      „Was... was ist das?“, rief der Dieb.
      Doch Carsten kümmerte nicht, was das war. Er sah seine Chance und stieß das Fiffyen von sich. Mit einem mächtigen Absorber – Megasauger? - entzog es dem Wolf seine Energie, nur um dann Anfangen zu leuchten. „Carsten?“
      Der Krach verstummte – und das Licht ebenso.
      „Rep... REPTAIN!“ Carsten schlug das Fiffyen mit den Blättern an seinen Armen an – so sehr, dass Fiffyen auf die andere Seite des Tunnels flog.
      Verstört rief der Matrose sein Pokemon zurück, drängte sich an mich vorbei und war weg. Das Wingull lies er da – und warf auch ein Päckchen von sich, das hoffentlich die gestohlene Ware war.
      „Tain.“ Carsten überkreuzte zufrieden die Arme vor der Brust. Neben ihm – ein wirklich sehr winziges Flurmel und himmelte ihn gerade zu an. Das war wohl die Quelle von dem Krach.
      „Mensch Carsten. Genau zum richtigen Augenblick entwickelt.“
      „Tain-tain.“, nickte er zufrieden. Toll. Immer noch ein Macho.
      Grinsend griff ich nach dem Päckchen und nahm das zitternde Wingull in die Arme. „Komm, ich bring dich zu deinem Besitzer.“

      Außerhalb der Höhle warteten auch schon der alte Mann und Kittel.
      „Gott sei dank!“, riefen Beide aus einen Mund. Wingull flog erfreut zu den Alten, während ich dem Kittel das Päckchen übergab. Kittel bedankte sich überschwänglich und verschwand ohne ein Wort zu sagen. Schon wieder.
      Der Alte umarmte mich dagegen dankbar und stellte sich als Mr. Brack vor. „Komm doch mal bei Route 104 vorbei, dann fahren wir mit meinem Boot nach Faustauhaven. Hier kommst du momentan eh nicht weiter, bis der Tunnel fertig ist.“ Er zwingerte mir zu. „Eine kostenlose Fahrt zur Knöchelordenarena – als kleines Dankeschön!“ Er wollte sich zum gehen abwenden, als er sich noch einmal zu mir sah. „Und deine kleine Freundin hinter deinem Reptain solltest du einfangen. Ich glaube sie will dich... oder dein Reptain... begleiten!“ Dann ging er.
      „Freundin?“ Ich sah zu Reptain – zu dessen Füßen wieder – oder immer noch? - das kleine Flurmel saß.
      Ich hockte mich vor den Beiden hin. „He Flurmel.“ Der Hase sah mich an, versteckte sich aber halb hinter Carsten. „Willst du uns begleiten? Bei Carsten bleiben?“
      „Urmelurmelurmel!“, sagte es nickend.
      Ich lächelte.
      „Da fällt mir ein...“ Ich griff nach Nincadas Ball und holte es heraus. Es sah mich immer noch finster an.
      „Nincada... willkommen im Team. Ich nenne dich... hrm... Soul!
      Und dich... dich nenne ich Pria.“, sagte ich lächelnd zu dem Hasen und warf eher spielerisch einen leeren Ball. Ohne große Gegenwehr blieb es auch drin.
      Anschließend wollte ich es direkt wieder herausrufen. Pria schien sich bei Carsten wohl zu fühlen... doch... es klappte nicht. Der Ball reagierte einfach nicht.
      „Was... was zum...?“ Entsetzt sah ich zu Carsten. „Schnell zum PokeCenter! Vielleicht wissen die warum...“
      „Tain...rep!“

      Kaum war ich im Center und hatte Joy das Problem geschildert, fragte sie lächelnd: „Wie viele Pokemon hast du denn gerade dabei?“
      „Öh... Carsten, Odin,“, zählte ich auf. „Vergus, Fina, Libi, Soul und Pria“. Es versetzte mir einen kleinen Stich, dass ich Peter nicht mehr aufzählen konnte.
      Die Schwester kicherte. „Das sind sieben. Sobald du mehr als sechs Pokemon dabei hast, kannst du die überzähligen Bälle nicht mehr öffnen, bis du eines eingelagert hast.“ Damit zeigte sie auf einen PC mit einem Pokeballgroßen Slot.
      „Leg einfach einen deiner Bälle dort rein.“
      Zögernd tat ich das mit Vergus Ball.
      „Und nun musst du...“, sie schob meinen Pokedex in einen dafür vorgesehen Schlitz und zeigte mir, worauf ich klicken musste. Dann senkte sich ein Glasrohr auf den Pokeball herab und flubb, weg war. Eingelagert, erklärte sie. Ich könne ihn in jeden Pokecenter, das mit so einen PC ausgestattet war, wieder hohlen.
      Testweise versuchte ich nun Pria heraus zurufen – die begeistert zu Carsten rannte.

      Zusammenfassung:
      - Route 116 und Metaflurtunnel betreten
      - Mr. Brack getroffen
      - zweiter Kampf gegen Team Aqua
      - DevonWare gerettet
      - Pecko gerettet und Weg nach Faustauhaven freigeschaltet
      - Route 116: Nincada gefangen
      - Metaflurtunnel: Flurmel gefangen

      Team:

      #i-reptain# Carsten Stufe 16
      #i-fiffyen# Odin Stufe 10?
      #i-flurmel# Pria Stufe 5?
      #i-panekon# / #i-schaloko# Libi Stufe 10?
      #i-schwalbini# Fina 13?
      #i-nincada# Soul Stufe 7?

      Box:

      #i-zigzachs# Vergus Stufe 9

      Verluste:

      #i-wingull# Peter Stufe 10

      Anmerkungen: Die Fragezeichen an den Leveln, weil ich das echt nicht mehr weiß. Blöder Neustart. >_>
      Nincada hab natürlich ich gefangen.
      Der Kampf gegen TA war simpel. Aber Flurmel hatte Carsten und Odin fast auf den Gewissen. Monsterflurmel.
    • Devon

      Im PokeCenter erfuhr ich, dass Brix bereits abgereist war. Er hatte sich wohl ein Zimmer auf einer Fähre gemietet und war nach Faustauhaven abgereist. Ich bereitete mich gerade vor ihm zu folgen – würde dafür aber Mr. Bracks Angebot in Anspruch nehmen – als Mr. Kittel ins Center kam. Ich sah ihn skeptisch an.
      „Wurde Ihnen schon wieder etwas gestohlen?“
      Er lief dunkel an. „Oh... nein!, lachte er peinlich berührt. „Aber mein Chef würde dich gerne sprechen und sich bei dir persönlich für deine Hilfe bedanken.“
      „Das ist nicht nötig. Ich habe es eilig.“
      „Neineineinein! Du musst mit mir kommen!“ Ich ignorierte ihn und lief einfach an ihm vorbei. „Biiiiitte!“, bettelte er hinter mich her. „Er feuert mich!“
      Genervt blieb ich stehen. Diese... Arschgeige... er versuchte es tatsächlich auf die Mitleidstour! Ich drehte mich zu ihm um und versuchte finster drein zu blicken. Er hatte tatsächlich Tränen in den Augen. Du meine Güte! Und ich dachte, dass ich eine Memme wäre!
      „Nagut. Aber nur ganz kurz!“
      Sofort hellte sich seine Miene auf und er nickte begeistert. „Kurz. Wirklich Kurz. Versprochen.“

      Kurz erwies sich als nun schon 45 Minuten, die ich im Vorzimmer wartete. Ich war so sauer! Gut, dass ich eine Ablenkung hatte. Ich hatte Soul aus seinen Ball gelassen und versuchte mich mit dem Pokemon anzufreunden. Es war immer noch beleidigt wegen der Vorgänge auf Route 116. Also hatte ich Libi dazu geholt. Ich hatte die Hoffnung, dass der Käfer ihn besser verstehen kann als die anderen, quirligen Pokemon in meinem Team. Und Pria wollte ohne ihren... Schwarm... nicht außerhalb des Balls bleiben. Ich hatte es versucht. Ehrlich.
      Leider war die Unterhaltung recht einseitig. Libi konnte zwar komisch grunzen, aber das schien Soul nicht zufrieden zu stellen. Die PokeRiegel, die ich ihm anbot, ignorierte es. Auch die speziellen Riegel für Käfer, die einen widerwärtig modrigen Geruch absonderten, verschmähte es. Und an denen lag es nicht. Zumindest klebten etliche andere Nincada, Pudox und Papinella an den Fenstern der Devon Corperation, seit dem ich den Riegel geöffnet hatte. Die Sekretärin war davon nicht begeistert – aber Soul wollte einfach nicht.
      Zum Glück ging da das Telefon der Sekretärin, welche mich nach kurzem Gespräch anwies, ins Chefbüro zu gehen. Endlich!
      Ich nahm meinen Rucksack wieder auf, rief Libi zurück– deren Kokon inzwischen deutlich trockener geworden war, was laut Dex ein Hinweis auf die baldige Entwicklung war und sah Soul fragend an. „Also du kannst hier bleiben oder mitkommen. Oder in deinen Ball zurück.“
      Nincada sagte nichts. Statt dessen zirpte es, sprang mich an und krallte sich bauchseitig am T-Shirt fest. Okay. Weiterhin bockig sein, mitkommen wollen und nicht in den Ball. Habe verstanden.
      Ich schnappte mir noch den Riegel und ging dann ins Chefbüro. Es dauerte etwa 10 Sekunden, dann war von draußen ein lautes Brummen zu hören – danach klebten die Käferpokemon an den nächsten Fenstern.
      Kittel und Chef ignorierten das. Der korpulente Firmenboss saß hinter einem protzigen Mahagonischreibtisch, auf dem ein goldenes Schild mit seinem Namen stand. Mr. Trumm also.
      „Hallo.“, sagte ich zu dem Mann.
      „Du bist also Wölfchen.“ Er lehnte sich auf seinen Stuhl nach vorn und stützte seinen Kopf auf die Hände, die er unter seinem Kinn gefaltet hatte, um mich zu betrachten. „Und hast Herrn Littek zweimal geholfen wichtige Unterlagen und Maschinen gegen Team Aqua zu verteidigen.“
      Ich reagierte nicht.
      Trumm lächelte. Ich mochte den Kerl nicht. „Und so wie ich Littek kenne, hast du nicht nur geholfen, sondern die ganze Arbeit gemacht.“
      Er hatte recht, doch der arme Kerl lief dunkelrot an. Trumm ignorierte seinen Angestellten, lehnte sich in seinen Chefsessel wieder zurück und musterte mich von oben bis unten.
      „Eigentlich sollte Littek die Ware“, er deutete auf das Päckchen auf seinem Tisch, dass ich Stunden zuvor gerettet hatte, „ nach Graphitport City bringen – aber nachdem er nun zweimal gescheitert ist, traue ich ihm das nicht wirklich zu. Du dagegen...
      Ich habe mich über dich informiert. Du hast den Orden von Metarost City erworben. Da der Tunnel nach Wiesenflur noch unbenutzbar ist, wirst du nun nach Faustauhaven reisen, um den dortigen Arenaleiter zu besiegen. Und von dort kommt man sehr schnell nach Graphitport. Ich will, dass du meine Ware zu Kaptain Brigg bringst, der dort darauf wartet. Und um sicher zu gehen, dass du damit nicht einfach verschwindest, wird mein nichtsnütziger Angestellter hier dich zur Fähre begleiten. In Faustauhaven wird dich dann mein Sohn empfangen und alles weitere organisieren.“
      Man... dieser Mann hörte sich unheimlich gern selbst reden. Und nach 'Danke' klang das mal so gar nicht.
      „Warum sollte ich das tun?“
      „Weil du eine hilfsbereite, junge Dame bist, die noch einen weiten Weg vor sich hat. Einen weiten Weg, bei der sich jede Menge Technik benutzt, die wir entwickelt haben. Du wirst uns aus reiner Dankbarkeit helfen!“
      „Bestimmt nicht.“
      „Wir bezahlen die Fahrt nach Faustauhaven.“
      Ich zuckte mit den Schultern. „Weil ich so eine hilfsbereite, junge Dame bin, habe ich bereits eine garantiert kostenlose Überfahrt.“
      „Wir bezahlen auch die Fahrt nach Graphitport City.“
      „Ich verzichte.“
      Trumm sah mich böse an. Er mochte keine Wiederworte, wurde mir bewusst. Er war lediglich ein „Ja, Sir!“ gewohnt und erwartete das von allem und jedem in seiner Umgebung. Er trommelte mit den Fingern auf dem Tisch.
      „Ich besorge dir ein neues Wingull.“
      Kurz entgleisten mir meine Gesichtszüge. Trumm grinste. „Haben wir einen Deal?“
      „Wingull - PETER - war mein Freund! Sie können ihn nicht ersetzen. Und ich werde sein Andenken nicht zerstören, in dem ich von Ihnen ein neues Wingull annehme!“
      „Dann eben einen Ball.“
      „Einen... Ball?“
      „Der ist noch nicht fertig. Aber wir arbeiten zur Zeit an einen Pokeball, der jedes Pokemon fängt, ohne, dass es ausbrechen kann. Ich verspreche dir den Ball mit der Nummer 0001 aus dieser limitierten Produktion, sobald er fertig ist.“
      Scheinbar wurde man den Kerl nicht los. „Nagut. Aber ich reise ohne ihren... Companion. Ihren Sohn treffe ich Faustauhaven meinetwegen. Aber auf mehr lasse ich mich nicht ein!“
      Trumm überlegte ich. „Nun gut. Die junge, hilfsbereite Dame besitzt ein Händchen für Verhandlungen.“ Devons Chef stand auf, nahm das Päckchen und überreichte es mir. „Aber sei vorsichtig damit. Der Inhalt ist mehr Wert als die Arena deines Vaters. Und... achja... diesen Brief hier gibst du meinen Sohn.“ Er legte einen Umschlag auf das Päckchen, auf dem nur T.Trumm stand.
      Vorsichtig hielt ich das Päckchen vor mich, ohne das Soul zwischen mir und dem Päckchen eingequetscht wurde. Ich nickte.
      „Darf ich jetzt gehen?“
      „Ich bitte darum.“
      Damit verließ ich Trumms Büroräume.

      Außerhalb des Gebäudes verstaute ich das Päckchen samt Brief in meinen Rucksack. Da Nincada den Riegel nicht mochte, zerbröselte ich ihn und warf die Überreste in einen nahen Busch. Kaum war ich eine Schritte entfernt, stürzten sich die Käfer der Umgebung auch schon darauf.
      Den Weg durch die Wald konnte ich dank Fina dieses Mal schneller bewältigen und kam so am späten Abend an dem Haus an, in dem Mr. Brack leben sollte.
      Müde klopfte ich an. Es dauerte eine Weile, bis die Tür geöffnet wurde.
      „Ah! Da bist de ja. Komm rein, komm rein.!“
      „Hallo Pecko!“, begrüßte ich Bracks Wingull. Es krächste freudig zur Begrüßung. Mr. Brack nahm mir mein Rucksack ab und stellte ihn an die Seite. Dann sah er zu Soul.
      „Geht det auch von allein ab?“ Er hatte sich immer noch an mich gekrallt.
      „Ich glaube es ist sauer auf mich. Unser kennen lernen war nicht gerade feinfühlig.“
      „Verstehe.
      Na dann, bleibt es eben da. Deine anderen Pokemon kannst de ruhig raus rufen. Is' schon dunkel und die See rau. Wir fahren erst morgen. So lange kannst de im Gästezimmer schlafen. Ich hoff, du magst Linseneintopf – mehr hab ich leider nich' mehr da.“
      „Linseneintopf ist super!“, erwiderte ich. Dann lies ich Odin, Carsten, Libi, Fina und Pria aus ihren Bällen. Wie erwartet rannte Pria direkt zu Carsten, während Fina sich zu Pecko auf einer Vogelstange unter der Zimmerdecke gesellte. Libi nahm ich auf den Schoß und streichelte es über den Kokon, während sich Odin neben mich zusammenrollte. Soul blieb wo er war und klabberte nur mit den Mantibeln.
      Nach dem essen – Linsen für uns, PokeFutter für den Rest – legte ich mich ins Bett. Mein Team rollte sich wie üblich um mich zusammen – lediglich Soul kroch dann endlich mal von mir weg und schlüpfte in den Rucksack; ich behielt Libi nahe bei mir. Es hrmpfte - hoffentlich zufrieden.

      Am nächsten Morgen weckte mich Soul, indem er mit seinen Füßchen gegen meine Nase pickte. Ich wollte mich wegdrehen – doch Carstens deutlich größerer Reptainkörper verhinderte das sehr effektiv. Das Nincada pickte also weiter.
      „Lass das...“, murmelte ich.
      Soul brummte und pickte nun in etwas... weißem... gerade zu zerfetzten Etwas vor meinem Gesicht. Wo eigentlich Libi liegen sollte.
      Nun war ich hellwach. Ich setzte mich auf, ohne die anderen vier zu wecken.
      „Wo ist Libi?“, fragte ich Soul.
      Es klackerte und krabbelte davon. Richtung offenem Fenster. Ich folgte ihm.
      Die Sonne ging gerade auf und es lag noch frischer Tau auf den Sträuchern um Bracks Haus. Da ich in die Sonne sehen musste, blinzelte ich angestrengt.
      „Cadacada!“
      „Libi?“, rief ich so leise wie möglich.
      Dann – ein Schatten, der seltsam über die Gräser flog. Und dann ein Rufen: „Nella-nella-Papi!“ und im nächsten Augenblick flatterte ein Papinella vor meinem Gesicht und winkte vergnügt mit dem Ärmchen.
      „Libi?“, fragte ich ungläubig.
      „Nella!“
      „Libi!“, nun war ich so laut, dass die anderen Vier aufwachten. Odin fiel vor Schreck mit einen lauten Bumms vom Bett. „Du hast dich entwickelt!“
      „Pap...papinella!“

      Zusammenfassung:
      - Treffen mit Mr. Trumm
      - wieder auf Route 104 bei Mr. Brack
      - Libi hat sich entwickelt und ist nun ein Papinella

      Team:

      #i-reptain# Carsten Stufe 16
      #i-fiffyen# Odin Stufe 11?
      #i-flurmel# Pria Stufe 8?
      #i-papinella# Libi Stufe 12
      #i-schwalbini# Fina 14?
      #i-nincada# Soul Stufe 7?

      Box:

      #i-zigzachs# Vergus Stufe 9

      Verluste:

      #i-wingull# Peter Stufe 10

      Anmerkung:
      Ja – ich war nicht besonders ideenreich, was den Namen des Devonforschers angeht. Merkt man, dass ich Mr. Trumm wirklich nicht leiden kann und ihm äußerst misstrauisch begegne? Tut mir Leid, dass er für euch quasi eine Charakterkehrwende zum Spiel hat. :/ Zumindest erlebt ihr dadurch eventuell auch noch die eine oder andere Überraschung im Verlauf der eigentlich bekannten Story. XD
      War aber schwer, dann den Bogen zu kriegen, damit Wölfchen die Ware doch noch mitnimmt. :shifty:
    Impressum

    © 1999–2017 Filb.de

    Pokémon © 2017 Pokémon. © 1995–2017 Nintendo, Creatures Inc., GAME FREAK inc.