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Eine Schöpfungsgeschichte

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    • Eine Schöpfungsgeschichte


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      Hallo, hier bin ich mal wieder, mit einer kleinen Kurzgeschichte über das Erschaffen der Welt.
      Die Geschichte besteht aus mit einem Buchstaben bezeichneten Kürzestkapiteln mit momentan ungefähr 300 bis 400 Wörtern, das ist aber auch durchaus so geplant, die Kapitel werden gegen Ende der Geschichte auch länger.


      Die ersten vier dieser Kapitel - eigentlich könnte man auch von Sinnabschnitten sprechen - veröffentliche ich heute.



      Am Anfang war alles. Am Anfang war nichts. Überall und nirgendwo war etwas, was die Menschen heute „das Ei“ nennen. Es war aber kein Ei, wie sie heutzutage in den sogenannten Pensionen gefunden werden. Es hatte keine grünen Flecken und keine Schale, den eine Schale würde ja bedeuten, dass es auch etwas außerhalb der Schale gegeben haben muss. Es war einfach nur.

      Und dann, irgendwann und immer, geschah ein Vorgang, der das „Schlüpfen“ genannt wird. Daraufhin war nicht mehr das Ei überall und nirgendwo, sondern der Urvater des Urvaters. Mein Urvater.
      Arceus wird er heute genannt.

      In Arceus geschah etwas, was wir heute „ein Gedanke“ nennen. Meine Vermutung ist, dass ihm seine Umwelt zu paradox wurde, denn während dieser Gedanke sich zu Ende dachte, war immer noch das Ei.

      Also ordnete Arceus die Welt und erschuf Raum und Zeit. Und plötzlich gab es Raum außerhalb des Urvaters und eine Zeit, um die Ereignisse in ihre kausale Reihenfolge zu bringen.

      Um sicherzustellen, dass niemand – nicht einmal er selbst – jemals die Grundsätze der Wirklichkeit, wie die Menschen sie kennen, aus den Fugen heben würde, erschuf Arceus noch die Gegenwelt, in der weder Raum noch Zeit herrschen. Vielleicht sah er sie auch noch als eine Art Sicherungskopie der Zustände, bevor ihm der Gedanke kam. Wenn man von „bevor“ sprechen kann, denn damals gab es noch keine Zeit. Inzwischen hat Arceus allerdings auch der Gegenwelt eine Art Zeit und Raum gegeben. Die Gründe kenne ich nicht.

      Und dann sah Arceus zum ersten Mal auf die unendliche Welt, die er erschaffen hatte. Er hörte, was sie ihm zuflüsterte. Doch egal, welchen Sinn er benutzte, er bemerkte nichts, denn außer Raum und Zeit war noch nichts erschaffen.

      Also entschied Arceus sich, mich zu erschaffen. Mich, den Urvater.



      Beginnen wir mit meiner Geschichte. Meine erste Erinnerung ist mein Vater, der mir auf seinen vier Beinen und seiner majestätischen, weißen Form gegenübersteht. Und dann beginnt er, mit mir zu reden, seiner ersten und einzigen lebenden Schöpfung.
      „Ich taufe dich auf den Namen Mew. Gib dieser Welt Leben.“

      Er verschwindet. Später habe ich ihn noch einmal getroffen. Dort hat er auch etwas mehr geredet, aber für jetzt musste ich mir überlegen, was ich aus seinem mysteriösen Auftrag machen soll.
      Ich soll der Welt Leben geben.
      Leben.
      Ich schließe meine Augen und denke konzentriert über das Wort »Leben« nach, was es bedeutet, was ich mir darunter vorstelle.

      Als ich die Augen wieder öffne, sehe ich einen blauen Hirsch mit einem prächtigen Geweih vor mir. Ich überlege, ob es das ist, was ich mir unter Leben vorstelle, doch während ich noch überlege, zerfällt der Hirsch vor mir in seine Einzelteile und ich sehe nur noch ein kleines, rotes Dreieck, bevor er ganz verschwindet. Das hat auf jeden Fall nicht geklappt.

      Wieso? Inzwischen weiß ich es, aber nur Dialga weiß, wie lange ich überlegt habe, bis ich es wusste. Und am Ende bin ich nicht selbst auf die Lösung gekommen. Eine Stimme erklingt hinter mir. „Was waren die ersten Worte deines Schöpfers an dich?“
      Ich drehe mich um und sehe nur noch einen kleinen, grünen Schimmer, bevor das Etwas sich in einem Lichtblitz auflöst.
      Was war das?
      Wo ist es hin?
      Und was meint es mit den ersten Worte meines Schöpfers?
      »Ich taufe dich auf den Namen Mew. Gib dieser Welt Leben«
      Soll ich vielleicht auch, wenn ich Leben erschaffe, dem Lebewesen einen Namen und eine Berufung geben? Müsste ich mal ausprobieren.
      Aber was soll ich erschaffen? Noch einmal die Verkörperung des Lebens klingt nicht allzu spannend. Und wenn ich schon Leben erschaffe, was soll denn dann leben? Ich bin leider sehr unkreativ.

      Nach einiger Zeit – das ist es. Ich erschaffe etwas, was mit Zeit zu tun hat, denn das ist das einzige, was sich hier bisher verändert hat. Allerdings habe ich auch aus meinen Fehlern gelernt und will nicht die Verkörperung der Zeit erschaffen, sondern etwas, das die Zeit verändern kann oder – das ist es! – durch die Zeit reisen kann.
      Und wie soll es aussehen? Welche Farben habe ich denn bisher gesehen?
      Das Weiß von Arceus. Das Schwarz der Umgebung. Das Blau des Lebens und das kleine rote Dreieck, zu dem es zerfallen ist. Der grüne Schimmer. Und zuletzt das Rosa von meinem eigenen Körper.
      Erschaffen ist gar nicht so leicht, aber am Ende entscheide ich mich für Grün.
      Und der Name?



      Celebi soll er sein. Wieso? Keine Ahnung, der Name ist mir einfach so eingefallen, aber er fühlt sich richtig an. Ich konzentriere mich auf meine Vorstellung von dem Namen, schließe die Augen und spreche:
      „Ich taufe dich auf den Namen Celebi. Reise durch die Zeit.“
      Vor mir erscheint tatsächlich ein grünes Wesen und dieses Mal verschwindet es nicht wie der Hirsch vorher. Nein, es bleibt, lächelt mich mit seinen blauen Augen an und grüßt mich mit einem freudigen „Hallo!“
      Ich verstehe jetzt, wieso Arceus direkt verschwunden ist, nachdem er mich erschaffen hat. Es ist nicht so einfach, zu seiner frisch erschaffenen Kreatur zu sprechen. Ich weiß nicht, was Celebi gerade denkt, ob es verwirrt ist, weil es zum ersten Mal in diese Welt kommt, ich habe keine Ahnung. Trotzdem, ich muss da durch.
      „Hallo Celebi. Ich bin Mew.“
      „Was genau meinst du mit »Reise durch die Zeit« eigentlich? Meinst du, ich kann jetzt, wenn ich will, in die Zukunft oder die Vergangenheit reisen? Könnte es mich dann auch zweimal gleichzeitig geben, weil ich in eine Zeit gereist bin, in der ich schon bin? Und ich soll durch die Zeit reisen. Kann ich mich auch im Raum fortbewegen oder bleibe ich an Ort und Stelle und kann mich nur in der Zeit bewegen? Kann ich jemanden auf meine Zeitreisen mitnehmen? Was meinst du, Mew?“
      „Ähm, ja, ja, ja und ja.“
      Klingt alles logisch, was Celebi da will.
      „Bist ja nicht sehr gesprächig, Mew. Naja, ich denke, als Schöpfer kann man sich nicht um alles kümmern, aber ein bisschen Smalltalk könntest auch du gebrauchen. Schönes Wetter heute übrigens.“
      „Wetter? Was ist denn das?“
      „Ach ja stimmt, zu dieser Zeit gibt es das ja noch nicht. Ich schätze mal, das wirst du noch erschaffen. Und wenn du mal dabei bist, erschaffe doch gleich mal die Erde, die wird es in Zukunft auch geben. Ach ja, du lagst schon richtig mit deiner Vermutung, dass du mir tatsächlich einen Namen und eine Berufung geben musst, wenn du mich erschaffst, aber mein Tipp scheint dir ja geholfen zu haben. M-Ray wird in Zukunft noch einige Probleme mit deinem ersten, fehlgeschlagenen Versuch haben, aber stimmt. M-Ray gibt es ja auch noch nicht. Mach dich aber mal wenigstens an unseren Planeten ran und erschaffe den. Der luftleere Raum hier oben hat jetzt nicht so angenehme Temperaturen, und ich sehe nichts außer deinem Pink.“
      Ich habe zwar damals nicht die Hälfte verstanden von dem, was Celebi mir da gesagt hat, aber wenn ich heute daran zurückdenke, ja, Celebi hat recht.



      Dunkel ist es tatsächlich hier. Nicht, weil irgendwie Licht fehlen würde, ich sehe Celebi und habe auch Arceus deutlich gesehen. Trotzdem, wenn ich an Celebi vorbei sehe, sehe ich nichts. Dunkelheit ist vielleicht ein ganz guter Ausdruck dafür, aber Nichts ist ein besserer.
      „Es ist hier so dunkel, selbst wenn die Menschen die Rolläden zumachen, die Lücken mit Teer versiegeln und dann noch eine dicke Decke vor das Fenster hängen, selbst dann ist es noch um ein Vielfaches heller als jetzt“, beschwert sich Celebi. Ich habe das Gefühl, das Celebi, das da vor mir schwebt, hat, obwohl ich sein Schöpfer bin, tausende Jahre länger Lebenserfahrung als ich. Vielleicht war ein durch die Zeit reisendes Pokémon doch keine so gute Idee. Andererseits kann immer noch ich entscheiden, welche seiner Tipps ich annehmen möchte, und da ich persönlich sehr unkreativ bin, ist das gar nicht so schlecht.
      „Wie sollte das Ganze denn deiner Meinung nach aussehen, Celebi?“
      Auf meine Frage verschwindet Celebi kurz in einem Lichtblitz und kommt gleich wieder mit einem großen, quadratischen Objekt zurück, auf dem etwas abgebildet zu sein scheint.
      „Das nennt man ein Bild, Mew, in einem Bilderrahmen. Entscheidend ist aber nicht das Bild selbst, sondern das, was du darauf siehst.“
      Was ich darauf sehe? Ungewohnte Frage, aber ich gehorche Celebi und sehe mir die Musterung seines Bildes genauer an. Ich sehe einen runden Kreis, der hauptsächlich blau ist, aber von mehreren farbigen Flächen durchzogen ist. Oben sind diese Flächen hauptsächlich weiß, auf dem Weg zur Mitte werden sie dann grün, in der Mitte selbst sehen die Flächen braun-gelb aus und am unteren Rand des Kreises werden die Flächen wieder grün. Über den ganzen Kreis hinweg sind an manchen Stellen weiße Flecken zu sehen. Um den Kreis herum ist es hellblau, weiter weg davon schwarz und mehrere kleine weiße Punkte masern die schwarze Fläche.
      „Das, Mew, ist die Erde.“




      Ich freue mich über Leser, Likes und Kommentare. Haut in die Tasten.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Heiteira ()

    • Yo also zu deinen Fertigkeiten muss ich nicht viel Worte verlieren, zu denen habe ich mich an anderer Stelle ja bereits lobend geäußert.

      Ich muss sagen, dass es thematisch sehr ansprechend ist, weil GameFreak uns immer nur Bausteine dieser ganzen Geschichte vorgegeben hat, aber nie wirklich verworben. Heißt, das Ganze zwischendrin können wir uns so ausmalen, wie wir lustig sind. Deswegen bin ich auch schon sehr auf deine ganz persönliche Interpretation der Urgeschichte der Pokémon gespannt. Ich freue mich persönlich schon auf die F-ossilien und welche Verbindungslinien du da ziehst, wer zb von Archaropteryx oder Galapaflos zB abstammt. Sowas finde ich immer fesseln.

      Es ist halt eine etwas andere Geschichtsform, zu der ich nicht so kommentieren kann, wie ich es sonst tue, denn das arbeitet vor allem mit unkonventionellen Handlungen und vor allem Zitaten, deswegen sieht das jetzt etwas kurz aus. Was es ja auch ist. o.o"
      EVERYBODY LIES
    • Da hab ich ja heute abend noch was gefunden ^^, es liest sich wirklich sehr angenehm und entwickelt sich von einer scheinbar typischen Entstehungsgeschichte zu einer mMn sehr passenden Pokemon-Version. Man könnte über die Logik diskutieren warum das Leben durch einen Hirsch verkörpert wird wenn es noch keine Hirsche gibt oder woher Mew weiß was Farben sind aber du schreibst alles in einer Form die solche Fragen mit einer gelassenen Selbstverständlichkeit unterdrückt das man erst hinterher darüber nachdenkt. Das Paradoxon hat auch etwas sehr amüsantes, hab ich auch schonmal in nahezu identischer Form irgendwo gesehen aber da war es nicht so schön verpackt. Ich bin wirklich gespannt wie es weiter geht und wie die anderen Pokemon die eigentlich nicht greifbare Dinge darstellen, eingebunden werden (ich denke da besonders an das Seen-Trio, die Regis und an Yveltal).

      Spender-Verein Mitglied
    • Sehr süße Idee, die mir sehr gefällt.

      Dein Stil ist wie gewohnt solide, flüssig, angenehm zu lesen.

      Das Celebi als zweites Erschaffen wird.. bzw die erste Erschaffung Mews ist, finde ich auch nett gewählt. Ich frage mich nur, wann es durch die Zeit gereist ist, weil es für mich wie ein forgeführtes Gespräch ohne Unterbrechungen wirkt o-o
      Das fand ich etwas merkwürdig.

      Aber ich bin gespannt, was als nächstes so erschwaffen und erklärt wird.

      Was Celebi alles von sich gegeben hat war in Anbetracht der Situation Mews ziemlich witzg gemacht.



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    • Habs dann auch mal gelesen :$ Anfänglich stockend, weil ich sowas eigentlich ungern lese, da es nicht mein Thema ist. Immer wieder hab ich gedacht: "Ach... Du hörst gleich auf..." Und dann kam die Geschichte mit Celebi, dass was das gane erst interessant gemacht hat. Gerade durch die Interpretation des Zeitreisens und der dadurch entstandenen Erfahrung.
      Ein Gedankenspiel: Ist Mew wirklich der Schöpfer der Erde oder ist es Celebi durch seine Handlungen mit denen es Mew beeinflusst.
      Ich fand es auch nicht paradox, dass es bereits durch die Zeit gereist ist, während es spricht, schließlich muss es ja irgendwo herkommen. Es ist also möglicherweise in jeder Zeit immer, was das ganze für mich schlüssig macht. Schließlich hat Mew diese Feagen auch mit Ja beantwortet.
      Vielleicht verfolge ich das ganze ab und zu weiter, aber das kann ich nicht sicher sagen, da es eben nicht mein Thema ist. Einen schönen Schreibstil hast du dennoch, wenn auch mit kleinen Vertippern, die den Lesefluss aber nicht stören. Die Länge ist auch genau richtig. Da fühlt man sich nicht so erschlagen.
    • Nein, die Geschichte ist nicht tot, ich brauche nur lange zum Schreiben. Die beiden Kapitel E und F sind aber auch ein wenig länger geworden, als ich eigentlich vorgehabt habe, aber dann gibt es noch ein paar Details, die ich dazuschreiben kann und jetzt sind die Kapitel jeweils ungefähr so lang wie die Kapitel A-D zusammen.
      Jetzt aber erst einmal die Kontrakommentare:

      Meowstic

      Ich bleibe dann doch bei dem Namen, unter dem ich dich kennengelernt habe, da kann ich mir wenigstens was drunter vorstellen ^^

      Zazou schrieb:

      Yo also zu deinen Fertigkeiten muss ich nicht viel Worte verlieren, zu denen habe ich mich an anderer Stelle ja bereits lobend geäußert.

      Ich muss sagen, dass es thematisch sehr ansprechend ist, weil GameFreak uns immer nur Bausteine dieser ganzen Geschichte vorgegeben hat, aber nie wirklich verworben. Heißt, das Ganze zwischendrin können wir uns so ausmalen, wie wir lustig sind. Deswegen bin ich auch schon sehr auf deine ganz persönliche Interpretation der Urgeschichte der Pokémon gespannt. Ich freue mich persönlich schon auf die F-ossilien und welche Verbindungslinien du da ziehst, wer zb von Archaropteryx oder Galapaflos zB abstammt. Sowas finde ich immer fesseln.

      Es ist halt eine etwas andere Geschichtsform, zu der ich nicht so kommentieren kann, wie ich es sonst tue, denn das arbeitet vor allem mit unkonventionellen Handlungen und vor allem Zitaten, deswegen sieht das jetzt etwas kurz aus. Was es ja auch ist. o.o"

      Die Fossilien sind auf jeden Fall in der Geschichte eingeplant, aber auf eine Weise, die du dir wahrscheinlich nicht vorstellen kannst. Wie du schon selbst gemerkt hast, ich ziehe da zwischen verschiedenen Geschichten Verbindungslinien.
      Kurz ist es tatsächlich, da stimme ich dir zu.


      ItsQubeX

      ItsCubeX schrieb:

      Muss mich Undyne anschließen. Liest sich sehr angenehm und flüssig. Gerade der erste Abschnitt.
      Allerdings weiß ich auch nicht was ich kommnentieren könnte (wie eigentlich immer)...
      Neben dem Zeitparadoxon mit Celebi und der Erde habe ich auch nichts zu bemängeln.

      Ich freue mich schon auf die nächsten Teile :)

      Schön, dass es sich so gu liest, freut mich :)
      Und Zeitparadoxa... ja, das Problem hat man immer mit Zeitreisen. Aber Celebi als ersten Partner von Mew hat sich einfach angeboten. Es beginnt mit einem C, ist das zweite mysteriöse Pokémon und kann Mew mal ein paar kleine Tipps geben.


      Totodile

      Totodile schrieb:

      Da hab ich ja heute abend noch was gefunden ^^, es liest sich wirklich sehr angenehm und entwickelt sich von einer scheinbar typischen Entstehungsgeschichte zu einer mMn sehr passenden Pokemon-Version. Man könnte über die Logik diskutieren warum das Leben durch einen Hirsch verkörpert wird wenn es noch keine Hirsche gibt oder woher Mew weiß was Farben sind aber du schreibst alles in einer Form die solche Fragen mit einer gelassenen Selbstverständlichkeit unterdrückt das man erst hinterher darüber nachdenkt. Das Paradoxon hat auch etwas sehr amüsantes, hab ich auch schonmal in nahezu identischer Form irgendwo gesehen aber da war es nicht so schön verpackt. Ich bin wirklich gespannt wie es weiter geht und wie die anderen Pokemon die eigentlich nicht greifbare Dinge darstellen, eingebunden werden (ich denke da besonders an das Seen-Trio, die Regis und an Yveltal).

      Leben als Hirsch musste ich so nehmen, schließlich wird mir das durch die Editionen so vorgegeben und die Basismittel, um seine Umgebung zu beschreiben, musste ich ihm auch geben.
      Die von dir angemerkten Pokémon sind alle eingeplant, wie auch fast alle legendären und mysteriösen Pokémon mit irgendeiner Hintergrundgeschichte.


      San

      San schrieb:

      Sehr süße Idee, die mir sehr gefällt.

      Dein Stil ist wie gewohnt solide, flüssig, angenehm zu lesen.

      Das Celebi als zweites Erschaffen wird.. bzw die erste Erschaffung Mews ist, finde ich auch nett gewählt. Ich frage mich nur, wann es durch die Zeit gereist ist, weil es für mich wie ein forgeführtes Gespräch ohne Unterbrechungen wirkt o-o
      Das fand ich etwas merkwürdig.

      Aber ich bin gespannt, was als nächstes so erschwaffen und erklärt wird.

      Was Celebi alles von sich gegeben hat war in Anbetracht der Situation Mews ziemlich witzg gemacht.

      Ich hätte jetzt gesagt, dass es während dem Satz "Klingt alles logisch, was Celebi da will" schon einmal seine erste Zeitreise ausprobiert.
      Und witzig sollte Celebi auch sein, und ein wenig über den Tellerrand schon einmal herausschauen.


      Shenzi

      Shenzi schrieb:

      Habs dann auch mal gelesen :$ Anfänglich stockend, weil ich sowas eigentlich ungern lese, da es nicht mein Thema ist. Immer wieder hab ich gedacht: "Ach... Du hörst gleich auf..." Und dann kam die Geschichte mit Celebi, dass was das gane erst interessant gemacht hat. Gerade durch die Interpretation des Zeitreisens und der dadurch entstandenen Erfahrung.
      Ein Gedankenspiel: Ist Mew wirklich der Schöpfer der Erde oder ist es Celebi durch seine Handlungen mit denen es Mew beeinflusst.
      Ich fand es auch nicht paradox, dass es bereits durch die Zeit gereist ist, während es spricht, schließlich muss es ja irgendwo herkommen. Es ist also möglicherweise in jeder Zeit immer, was das ganze für mich schlüssig macht. Schließlich hat Mew diese Feagen auch mit Ja beantwortet.
      Vielleicht verfolge ich das ganze ab und zu weiter, aber das kann ich nicht sicher sagen, da es eben nicht mein Thema ist. Einen schönen Schreibstil hast du dennoch, wenn auch mit kleinen Vertippern, die den Lesefluss aber nicht stören. Die Länge ist auch genau richtig. Da fühlt man sich nicht so erschlagen.

      Ja, dieses Gedankenspiel hatte ich auch schon mehrmals durchdacht. Irgendwann bin ich dann auch darauf gekommen, dass Arceus deer Schöpfer ist, weil er Mew und damit Celebi die Möglichkeit gibt, irgendetwas zu erschaffen. Oder du liest das nächste Kapitel und siehst die Frage nach der Erschaffung der Erde beantwortet. Oder auch nicht.
      Ebenso das "irgendwo herkommen". Interessante Ansätze sind das auf jeden Fall.
      Ich hoffe natürlich, dass du weiterliest, auch wenn es nicht dein Thema ist. Wenn nicht, ist es auch nicht schlimm.
      Die Länge... tja, die hat sich jetzt erst einmal gesteigert. Die nächsten Kapitel werden zum Teil auch wieder kürzer (auch wenn G auf jeden Fall etwas länger wird, H könnte kurz sein, und ab da kann ich es noch nicht einschätzen, wie einfallsreich ich bin).




      Erde und Wasser. Land und Meer. Celebi hat mir erklärt, woraus seine »Erde« besteht und ich habe beschlossen, dass ich seinem Rat folge. Oder vielleicht folge ich nur seinem Rat, weil Celebi in der Zukunft gesehen hat, dass ich es so gemacht haben werde?
      Zeitreisen sind paradox. Ein weiterer Grund, wieso ich vielleicht mit etwas anderem anfangen sollte als mit einem Pokémon, das die Gesetze von Arceus außer Kraft setzen kann. Aber das ist jetzt auch egal, ich erschaffe erst einmal die Erde, bevor ich mich weiter darum kümmere.
      Ich habe mir inzwischen sogar anhand von Celebis Informationen einen Plan gemacht, wie ich das jetzt genau machen werde. Ich muss mich dadurch jetzt zwar früher als geplant an Legendäre Pokémon heranwagen – oder das, was heute Legendäre Pokémon sind, damals habe ich in anderen Kategorien gedacht – aber irgendwann müssen sie kommen.
      Also konzentriere ich mich auf den Erdkern, der laut Celebi in der Mitte der Erde steckt und spreche:
      „Ich taufe dich auf den Namen Groudon. Repräsentiere das Land.“
      „WELCHES LAND?“
      Vor mir ist ein rotes, stark aussehendes Pokémon erschienen und die Temperatur fühlt sich direkt um zwanzig Grad wärmer an. Celebi scheint es zu freuen, dass es nicht mehr so kalt ist, aber mir ist es ein wenig zu heiß. Und Groudon ist ein wenig zu laut.
      „Ich würde mal schätzen, das Land musst du noch erschaffen.“
      „JA, WER DENKST DU EIGENTLICH, DASS DU BIST? ERSCHAFFST MICH, GROUDON, DEN REPRÄSÄNTI… RÄPRE… HERRSCHER DES LANDES – UND DANN IST GAR KEIN LAND DA! JA DU HAST MAL NERVEN. WO SOLL ICH DENN STEHEN, WENN ICH MEINEN SCHÖPFUNGSAKT DURCHFÜHRE?!“
      Das hätte ich jetzt nicht erwartet, dass meine Schöpfung plötzlich Forderungen stellt. Ich probiere es am besten mal mit einer Mischung aus männlichem Stolz und Honig um das Maul.
      „Ich brauche für das Schöpfen von Pokémon auch nichts, wo ich stehen kann, dann schaffst du das doch sicher auch. Und wer könnte besser das Land erschaffen als du, Meister des Landes? Kennst du da jemanden?“
      „JA, ABER… ABER… ICH BIN DOCH PREDÄST… PRÄTISTISTI… VORHERBESTIMMT, AUF LAND ZU STEHEN? ABER JETZT IST DOCH GAR KEINES DA!“
      „Eben, das ist unser Problem. Siehst du jetzt, warum nur du uns helfen kannst?“
      „JA, ÄHHHM, ICH MEINE NEIN, ALSO JA. ACH VERDAMMT, ICH MACH ES EINFACH. WARTE KURZ“
      Das Problem wäre gelöst. Ich beobachte Groudon und sehe, dass die schwarzen Linien, die die Platten auf seinem Körper voneinander trennen, plötzlich von Magma geflutet werden. Sein Vorderkörper wird dunkler und das Pokémon, das schon vorher gut zehnmal so groß war wie ich, wächst noch weiter. Endlich entsteht unter Groudons Füßen ein Magmaball, der schnell immer größer wird und schon nach kurzer Zeit so groß ist, dass er schon fast wie eine flache Scheibe aussieht, weil ich die Krümmung schon gar nicht mehr sehen kann. Zeit für den nächsten Schritt bei der Erschaffung der Welt.
      Ich stelle mir dunkle, blaue, nasse Flächen vor und spreche:
      „Ich taufe dich auf den Namen Kyogre. Repräsentiere das Meer.“
      „ja, was fällt dir denn eigentlich ein? du hast groudon vor mir erschaffen? ich, kyogre, bin doch der einzig wahre herrscher über die welt. warum darf groudon sich darum kümmern und nicht ich? das ist nicht fair.“
      Och nö. Kann hier um mich herum nicht mal ein Pokémon vernünftig handeln? Also nicht wie im Kindergarten? Arceus überbringt eine Nachricht und verschwindet direkt wieder, Celebi denkt, es wisse alles, Groudon hat einen ziemlich starken Testosteronüberschuss und Kyogre ist bei jeder Kleinigkeit sofort beleidigt. So macht Erschaffen nicht so richtig Spaß. Nebenbei ist es um mich herum wieder kühler und vor allem feuchter geworden, Verhältnisse, die nicht unbedingt zu meiner guten Laune beitragen.
      „na dann kümmere ich mich mal um das wasser, du wirst schon sehen, was du davon hast, wenn du mich vernachlässigst,“ meldet sich Kyogre mal wieder zu Wort. Ich nicke müde und hoffe einfach nur, dass die beiden sich nicht allzu sehr die Köpfe einschlagen.
      Auch Kyogre wechselt nun seine Form, die schwarzen Linien auf seinem Körper werden von Energie durchströmt und überall um Kyogre beginnt zuerst die Magma zu erkalten, dann wird sie komplett schwarz und auf der Oberfläche entsteht eine kleine Kuhle, die mit einer durchsichtig erscheinenden Flüssigkeit gefüllt ist. Ist das Wasser? Ist Wasser nicht eigentlich blau und weitläufig? Man lernt nie aus.
      Die Flüssigkeit in der Kuhle breitet sich aus und läuft schon bald über. Kyogre sieht zufrieden aus, als sich die durchsichtige , kalte Flüssigkeit immer weiter ausbreitet. Es dauert nicht lange und ich muss den Abstand zwischen mir und der nun erkalteten Magma stark erhöhen. Aber die Flüssigkeit sieht, obwohl sie inzwischen ziemlich weitläufig ist, immer noch durchsichtig aus, obwohl der Boden darunter irgendwie verzerrt ist.
      Und dann spüre ich etwas auf meinen Kopf herabfallen. Zuerst ist es nur an einer einzigen Stelle kalt und irgendwie feucht, aber ziemlich schnell prasseln ganze Mengen auf mich hinab. Celebi, das bisher ziemlich unbeteiligt neben mir geschwebt ist, verzieht das Gesicht.
      „Regen. Ich wusste zwar, dass der auch irgendwann kommt, aber unangenehm ist er trotzdem. Ich verziehe mich mal in die Zeit, bis du das Problem gelöst hast.“
      Damit verschwindet das grüne Pokémon, während auf der Oberfläche der Flüssigkeit sich die ersten Kreise ausbreiten.

      Einige Zeit später tauchen am Horizont Magmafontänen auf und es erscheint wieder Land, während aus dieser Richtung eine laute Stimme zu mir herüberschallt.
      „MEW! WAS HAST DU GETAN? ES WAR DOCH ALLES SO SCHÖN, SO HEISS, SO FANATAS… FANATIS… FANTATIS… WUNDERBAR!“
      Ich sehe zu Kyogre herüber, sehe es aber nicht mehr. Ohne, dass ich es mitbekommen habe, ist das Wasser um das blaue Pokémon herum wild geworden. Wellen, so groß wie Groudon, das in der Ferne langsam näher kommt, bringen das Wasser aus der Ruhe.
      „ICH ERKLÄRE DIR DEN KRIEG, KYOGRE!“
      „jetzt erkläre du dich nicht zum herrn über krieg und frieden. ich habe da mindestens genauso ein wort mitzureden. ich erkläre dir jetzt den krieg.“
      „SAGTE ICH DOCH!“
      „sagtest du nicht“
      „DOCH“
      „nein“
      „DOCH“
      „nein“
      „DOCH“
      „nein“
      „DOCH DOCH DOCH DOCH DOCH DOCHDOCHD OCHDOCHDOCH“
      Kindergarten, alle beide. Leider haben sie Kontrolle über Land und Meer, sodass ziemlich schnell in der nun vorherrschenden heiß-feuchten Luft wahlweise Magma- oder Wasserfontänen hervor, sodass nun von den drei anwesenden Pokémon zwei sich bekämpfen und das dritte überlegt, wie es den Streit so schnell wie möglich beendet, damit es mit der Schöpfung fortfahren kann.
      Ich komme nach langem Überlegen dann doch zu einem Ergebnis.
      Ein viertes Pokémon muss her.
      „Ich taufe dich auf den Namen Rayquaza. Beherrsche die Luft und schlichte den Streit zwischen Groudon und Kyogre.“



      Frieden ist ein wundervolles Konzept. Keiner hat irgendwelche Gründe, dem anderen wehzutun, keiner macht irgendetwas, was dem anderen nicht gefällt. Ich mag Frieden und darum schaue ich zu dem grünen, schlangenähnlichen Pokémon, das vor mir in der Luft schwebt.
      Luft ist ein gutes Stichwort, denn die hat sich mit dem Erscheinen Rayquazas grundlegend geändert. Während vorher die Luft praktisch inexistent war und niemand sie gebraucht hat, spüre ich nun zum ersten Mal meinen Atem. Ein. Und Aus.
      Wenn doch nur Rayquazas Erscheinen auf die beiden Kontrahenten auch einen Einfluss gehabt hätte, denn die beiden kämpfen unten auf der Erde ungeniert weiter. Ist Rayquaza etwa nicht stark genug, die beiden Streithähne zu trennen?
      Rayquaza fliegt in meine Richtung.
      „He, Mew, was soll ich 'n jetzt machen? Soll ich zuerst Luft und Himmel in Ordnung bringen oder zuerst irgendwas mit den beiden Typen da unten erledigen?“
      „Groudon und Kyogre wären jetzt meine Priorität Nummer eins.“
      „Joa, das wird ein bissele schwer werden, die beiden haben momentan einfach zu viel Energie, als dass sie so einfach vom Rumstreiten ablassen würden. Soll ich runterfliegen und was in Richtung Make Love, Not War sagen? Das würde ihre Energie wenigstens in andere Kanäle lenken.“
      „Kannst du ihnen nicht einfach die überschüssige Energie abnehmen?“
      „Ja, aber so einfach isses nich, weil um uns rum immer noch ne Menge Energie ist. Kannst du sie nicht spüren, diese Massen an Energie?“
      „Nein, das kann ich nicht. Wäre es irgendwie möglich, dass wir die Energie um uns herum auch wegsperren, sodass Groudon und Kyogre sie nicht mehr erreichen können?“
      „Könnte klappen, könnte aber auch nicht klappen, müssten wir ausprobieren. Und wo würdest du die Energie denn hinbringen?“
      Schwere Frage, denn dieser Ort müsste dann auf jeden Fall auf neutralem Territorium liegen.
      „Ginge bei dir in der Luft?“
      „Ne, wo willste denn hier in der Luft Massen an Energie sammeln? Außerdem wäre die mir dann zu heiß.“
      „Und noch weiter weg?“
      „Gut, irgendwann würde es mich nicht mehr stören. Dann brauchste aber wieder jemanden, der die Energie jetzt einsammelt und an einem riesigen Flecken sammelt, weil ich kann das nicht und ich mach das nicht. Such dir nen Anderen.“

      Also Pokémon Nummer Fünf. Langsam gewöhne ich mich an das Erschaffen und daran, dass die von mir erschaffenen Pokémon sofort das nötige Wissen und die Fähigkeiten haben, die sie brauchen, um ihre Aufgaben auszuführen. Auch die Namen gehen mir leicht von der Hand, es ist fast so, als ob sie jemand für mich ausdenken würde.
      Oder vielleicht ist genau das meine Fähigkeit, die Arceus mir mitgegeben hat: Dass ich erschaffen kann.
      „Ich taufe dich auf den Namen Solgaleo. Sammle die Energie und kümmere dich um die Sonne.“
      „Laliona! Jawohl! Ich bin auf dem Weg!“
      Das… ging schnell. Ich sehe den weißen Löwen nur noch verschwommen, denn er hat sich direkt durch die Luft hier auf den Weg gemacht. Jetzt heißt es mal wieder warten.
      Wenigstens blitzt es in diesem Moment vor mir grün auf und Celebi erscheint vor mir.
      „Na komm, da habe ich mal ein wenig Zeit und beschließe, sie zu dieser Zeit zu verbringen, und dann verpasse ich mal wieder die ganze Action. Aber so wie es aussieht, hast du, seit ich verschwunden bin, schon einiges geschafft. Rayquaza fliegt da drüben rum und weiß nicht, was es machen soll. Solgaleo wird in acht Minuten fertig sein mit dem Erschaffen der Sonne. Und da unten sind immer noch zwei Streithähne dabei, Ärger zu verursachen. Mal sehen. Als nächstes in der Geschichte kommt das, dann machst du das, dann wird dieses Pokémon erschaffen, wobei, das war erst nach diesem Pokémon...“
      „Celebi, keine Spoiler, bitte.“
      „Tu ich doch gar nicht, ich überlege nur laut.“
      Während wir beide geredet haben, hat sich um uns herum das Licht verändert. Es ist irgendwo ein wenig dunkler um uns herum geworden. Rayquaza hat es auch gemerkt und sieht jetzt so aus, als würde es irgendwelche Vorbereitungen treffen.
      „Celebi, sag mir mal eines: Wieso denkst du, dass du gleich die ganze Action verpasst? Du kannst doch selbst entscheiden, wann du zu welcher Zeit sein willst.“
      „Ja, das stimmt schon, aber ich habe leider keine ausreichend starke Sonnenbrille dabei, und bei dem, was wir hier gleich erleben werden, brauche ich eine. Meine Augen sind eben auch schon etwas alt. Noch drei Minuten und siebenundzwanzig Sekunden.“
      Ich werde aus Celebi irgendwie nicht schlau. Ich schaue in die schwarze Umgebung.
      „Spannend, oder?“ merkt Celebi an.
      „Darum komme ich so gerne hierher zurück. So schwarz, so dunkel. So ein schönes Nichts. Du bist alleine unterwegs, nur fünf andere Pokémon sind dabei, weil Arceus sich in irgendeine Paralleldimension verzogen hat, seine drei Aggregatszustände sich noch nicht in Wesen manifestiert haben, Solgaleo ist mit dreihunderttausend Kilometern in der Sekunde unterwegs, den trifft man auch nicht, Rayquaza chillt irgendwo in der Ferne ab und die beiden da unten interessieren sich eh nur für sich selbst. Dann bist noch du da, der Beobachter und Korrigierer, das Pokémon, mit dem man sich nach all der Zeit immer noch am besten unterhalten kann. Mir gefallen diese acht Minuten der Glückseligkeit. So schön friedlich. Leben und leben lassen. Aber ich sollte jetzt langsam mal gehen, gleich geht es los.“
      Und damit verschwindet es wieder in einem Blitz.

      Kurz darauf blitzt es schon wieder. Dieses Mal aber nicht in einem schönen Grün, sondern anders. Plötzlich ist es hell. Richtig hell. Blendend hell. Und weit unter mir, auf der Oberfläche der Erde, die immer noch rot und blau hin und her wogt, sehe ich plötzlich eine schwarze Silhouette. Ich drehe mich um, langsam, weil das Licht so ungewohnt hell ist und kann inmitten des Lichts eine helle, weiße Kugel ausmachen. Ist das die sogenannte Sonne? Die Energie, die Solgaleo im Himmel gespeichert hat?
      „Laliona! Ich bin fertig und ziehe mich nun zurück – ich kümmere mich weiter um das Bestehen der Sonne!“
      Ich habe den Löwen gar nicht kommen sehen, da ist es schon wieder weg.
      Und plötzlich ist auch das helle Licht von eben wieder weg und die Luft über mir wird grau. Auf meinen Körper platschen die ersten Regentropfen. Doch auch dieser Zustand ist nicht lange von Dauer, denn kurz darauf spitzelt die heiße und helle Sonne wieder hervor.
      Wo ist denn jetzt nur Rayquaza?
      Hinter mir. Ich erschrecke mich zu Tode, als es mich anspricht.
      „He, Mew, schau mal, worum ich mich jetzt gekümmert habe, als Solgaleo gerade beschäftigt war. Sieh mal nach oben. Und… warte kurz… sieh jetzt noch einmal nach oben. Siehst du den Unterschied?“
      Ja, ich sehe ihn. Sehr deutlich.
      Aus Schwarz wird Blau.
      Ich sehe nach oben und sehe nicht mehr eine weiße, blendende Kugel vor schwarzem Hintergrund, sondern der Hintergrund, das Nichts, hat sich blau verfärbt..
      „Ich nenne es den blauen Himmel. Jetzt, wo Sonne da ist und auch noch ein wenig Luft, um das Licht zu brechen, kann ich das machen. Sieht doch viel schöner aus, nich?“
      „Ja, aber ich habe eine andere Frage.“
      „Worum geht’s?“
      Rayquaza klingt enttäuscht.
      „Mich würde interessieren, was du jetzt bezüglich den Streitereien zwischen Kyogre und Groudon machen willst. Jetzt, wo die Sonne da ist, will ich nämlich noch dringender eine Lösung des Konfliktes.“
      „Nun ja, ich habs ja schon gesagt: Wir müssen den beiden ihre Energie wegnehmen und sie irgendwo wegsperren. Und nein, hier bei mir in der Luft will ich sie immer noch nicht haben.“
      Also ein anderes neutrales Territorium, nicht in der Luft. Also muss es eigentlich auf der Erde sein.
      „Siehst du irgendwo eine geeignete Insel? Wenn wir die Energie auf einer Insel in die Erde sperren, dürften sich die Kräfte der beiden so neutralisieren, dass wir eigentlich sicher sind.“
      „Könnte klappen. Da wäre auch gleich eine gute.“
      Ich sehe auf einen weißen Berg im blauen Meer, den Rayquaza mir zeigt.
      „Dann walte deines Amtes.“
      Rayquaza lässt einen Kampfschrei los und stürzt sich aus der Höhe auf Groudon und Kyogre, ich schwebe hinterher.

      Ich habe nicht genau gesehen, was Rayquaza unten auf der Erde genau gemacht hat. Wahrscheinlich hat es seine Kräfte des Friedens eingesetzt, irgendwelche mir unbekannten Energieabsaugtechniken verwendet oder was weiß ich. Als ich wieder so nahe an Groudon und Kyogre bin, dass ich Einzelheiten ausmachen kann, ist Rayquaza längst wieder auf dem Weg nach oben. Das rote und das blaue Pokémon haben allerdings – je näher ich dem beiden komme, desto sicherer bin ich – die weißen Linien auf ihrem Körper wieder in schwarze eingetauscht und sehen auch sonst viel friedlicher aus. Sie haben inzwischen ebenfalls ihre Kämpfe stark eingeschränkt, denn die beiden sind, nachdem sie in ihrer alten Form ein, zwei Attacken vom Gegner abbekommen haben, ziemlich geschwächt. Trotzdem spielt das Wetter immer noch verrückt und wechselt sich zwischen starkem Sonnenschein und starkem Regen ab. War das alles?
      Ich folge Rayquaza wieder nach oben in das, was heute die Ozonschicht der Atmosphäre genannt wird.
      „Ähm, Rayquaza, warum sind die beiden da unten eigentlich immer noch aktiv? Um die Erde bewohnbar zu machen, wäre es schön, wenn endlich diese andauernden Regenfälle und Starksonneneinstrahlung aufhören würde. Kannst du die beiden nicht irgendwie, wie soll ich sagen, einschlafen lassen und voneinander trennen, sodass sie sich nicht dauernd bekämpfen müssen?“
      „Gleich so drastisch, Mew? Das wäre jetzt meine letzte Möglichkeit gewesen. Muss nur noch die rote und die blaue Kugel finden, deren Aufenthaltsorte mir beide unbekannt sind, in einer heroischen Quest durch ganz Mittelerde bis zum Schicksalsberg, um dort den, dessen Name nicht genannt werden darf, zu stürzen. Nein, Scherz, könnte ich derjenige sein, der den Frieden zwischen Kyogre und Groudon verkörpert, wenn ich die beiden Kugeln nicht erschaffen könnte? Warte kurz.“
      Rayquaza stürzt sich wieder nach unten und ich folge ihm. Doch als ich wiederum unten ankomme, ist nur noch Rayquaza zu sehen, Groudon und Kyogre sind verschwunden. Auch das Wetter ist sonnig, aber nicht zu sonnig, mit einigen weißen Wolken am blauen Himmel.
      „Siehste, Mew, so leicht geht das. Beide schlafen wie die Lämmer, sind in den Steilpass beziehungsweise die Tiefseehöhle gesperrt und können keinen Schaden mehr anrichten. Die rote und die blaue Kugel habe ich übrigens dort drüben abgelegt“ - Rayquaza zeigt auf einen nahe gelegenen Berg - „und dort sind die beiden ebenfalls ungefährlich, solange sie nicht voneinander getrennt werden. Aber lass das mal meine Sorge sein, darauf aufzupassen. Ich mach dann mal die Fliege.“
      Rayquaza verschwindet wieder in die Lüfte und die Erde ist komplett erschaffen. Der nächste Schritt ist dann, die Erde mit Leben zu besiedeln.




      Wie immer sind Kommentare gern gesehen :)
    • :tlmao: danke ich lach hier grade Tränen wegen Groudon (DEN REPRÄSÄNTI...RÄPRE...HERRSCHER DES LANDES) und Rayquaza (Soll ich runterfliegen und was in Richtung Make Love, Not War sagen?), Kyogre ist auch gut aber mit den beiden kanns nicht mithalten.

      Liest sich wunderbar flüssig wobei ich beim Part mit Solgaleo nicht ganz verstanden habe warum es erschaffen wird, eigentlich um die Energiemengen der beiden Streithähne abzuziehen und wegzusperren aber dann macht das Rayquaza ja doch selber Ok habs kapiert :P

      Spender-Verein Mitglied
    • Ja das Ganze ist ein bisschen humoristischer geworden, als man am Anfang hätte erwarten können. Als Idee nicht schlecht, kein bisschen. Aber ich persönlich finde solche Begriffe wie "Action" oder "Spoiler" ein bisschen unpassend für das Scenario. Ich meine ... die hat vor 1990 außerhalb von englischsprachigen Ländern niemand benutzt und hier ist es ... Milliarden Jahre früher quasi, das passt nicht so ganz, wäre atmospährischer, wenn da solche "Wohlan" und "Fürwahr" oder solche gehobeneren, älteren Begriffe gehäuft werden.

      Und nun? Jetzt kommen quasi die ganzen Normalos. Und da bin ich wirklich gespannt, wer die ersten Normalos denn sein werden, da die obligatorischen Sachen wie Kontinente und Zeit bereits erschaffen wurden. ^^ Lunaala fehlt ja noch beispielsweise, das kann ja auch nicht mehr so lange dauern.
      EVERYBODY LIES
    • Bei "Make love not war" musste ich auch grinsen. Wie das wohl aussehen wurde :rolleyes:. Nein ich will darauf keine Antwort :was:
      Schön geschrieben mir gefällt dir Art Humor. Länge war perfekt so und auch die Geschwindigkeit des vorrankommens okay. Gut Solgaleo und die Sonne sind etwas untergegangen. Übrigens mag ich den weißen Hintergrund mit der schwarzen Schrift. Läsdt sich leichter lesen. Ich warte gespannt auf den nächsten Teil.
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