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Mary Sue und Gary Stu - die eigentlich perfekte Hauptfigur

    • Mary Sue und Gary Stu - die eigentlich perfekte Hauptfigur

      Mary Sue und Gary Stu


      Ihr wollt eine Geschichte schreiben, euch fehlt aber noch das entscheidende Glied der Kette? Ausgerechnet eure Hauptfigur, euer Protagonist? Das ist nichts Ungewöhnliches, dauert das feine Ausarbeiten eines Hauptcharakters doch mituneter sehr sehr lang und erstreckt sich sogar manchmal über viele Kapitel des Beginns, bis ihr euren Helden gefunden habt! Der leserliche Begleiter in eurem ganzen Epos, mit dem man sich nicht nur identifzieren möchte, sondern ihn auch lieben lernen soll! Im Idealfall natürlich - und wenn das Wort Idealfall erwähnt wird, dann ist auch seltsamerweise der Begriff der Mary Sue oder des Gary Stu nicht weit. Die Personifizierung der Makellosigkeit und des Heldentums:


      Wiki schrieb:

      Mary Sue ist eine abwertende Bezeichnung für eine weibliche und oft sehr junge Protagonistin, die mit höchst idealisierten Zügen und Charaktereigenschaften dargestellt wird. Sie vertritt moderne Ansichten und zieht in der Handlung das Interesse aller anderen Figuren auf sich. Dieses Phänomen, das vor allem durch Fan-Fiction zu Büchern und Filmen bekannt geworden ist, findet sich immer häufiger in aktuellen Filmen und Videospielen wieder. Auch in Rollenspielen ist dieser Begriff sehr beliebt geworden.
      Es wird oft unterstellt, dass es sich bei einer Mary Sue um eine stark geschönte Version der Autorin handelt, etwa mit perfektem Körper, Reichtum oder einem großen Freundeskreis, die dann als neue Hauptfigur stark die Handlung beeinflusst und die übrigen Figuren in die Unterstützerrolle drängt.



      Warnung: Ab hier beginnen Ironie (イル二 Iruni) und Sarkasmus (サルカスム Sarkasmu). Alle beteiligten Personen haben sich freiwillig und gegen ein Honorar dieser Sache verschrieben. Ohne ein Verständnis dafür könnten einige Leser etwas falsch verstehen - oder dachtet ihr, dass die Begriffe auf Japanisch wirklich so heißen? Lel als ob. Was ich euch jedoch vorstellen werde, sind immer die Extremfälle. Die existieren sehr wohl, aber es gibt auch viele dezent harmlosere Abstufungen, die aber trotzdem ungemein aufs Gemüt schlagen können.


      I. Der Beginn:

      Irgendwo müssen wir anfangen, und das geht am Besten beim Aussehen und beim Namen. An Gedenken an mittlerweile international bekannte Protagonisten und Helden wie Naruto oder Sailor Moon, habe ich mich für eine Heldin mit blondem Haar und blauen Augen entschieden - da kann man als Hauptfigur nie etwas verkehrt machen, denn blonde und blauäugige Charaktere sind schließlich immer gute Menschen mit ehrbaren Idealen!
      Dafür nehmen wir einfach meine Marie-Noelle aus Mischblut und machen aus ihr nun einfach eine Marie-Sue. x)

      *Marie wird auf einen Stuhl gesetzt*
      Marie: ô.o"

      Der nächste Schritt wäre es, unsere Hauptfigur äußerlich zu perfektionieren. Schließlich müssen wir dafür sorgen, dass ihr nicht nur das andere, sondern das eigene Geschlecht permanent verfällt.
      Outfit: Sexy genug. ;D Alternativ geht natürlich auch ein Microrock statt einem Minirock, oder für einen Herrn einfach mal das komplette Fehlen eines Oberteils.
      Größe: 1,64 cm. Winzig. Für eine Mary Sue vielleicht noch ganz süß, aber generell gilt, groß und schlank, wie ein Model - für einen Gary Stu ist der perfekte Körper allerdings schon nahezu ein Muss! Was sagt ihr? Eure Geschichte spielt in der Vergangenheit und die Menschen waren dort kleiner? 50.000 Liegestützen, ihr Pisser. Alternativ können auch bestimmte andere Körperteile gestreckt werden!
      *Plötzlich wächst Marie um 13 cm*
      Marie: Wieso entwickle ich mich jetzt zu Girafarig? Ich habe mich vorher wohl gefühlt ...

      Duuu, meine liebe Marie, sollst dich gar nicht wohlfühlen! Du hast dein Wohl unter das Gesamtbild der Geschichte zu stellen!
      Marie: Leck mich doch ...
      Und somit kommen wir fließend zum nächsten Punkt. Moment - eins fehlt noch. Bezüglich der Abstammung eures Charakters sind euch keine Grenzen gesetzt, aber Blaublütig gilt eindeutig als favorisiert. Eure eigene kleine Disney-Prinzessin.
      *Marie ist plötzlich die Tochter von Jérôme, König von Frankreich und Rea, Leibgarde der asiatischen Sphinxen*
      Marie: Wie kann ich mit meinem Aussehen halb Asiatin sein? Ich meine, Elaine ist auch blond, aber nur noch 1/4 Asiatin mit immerhin dunklem Teint und so, aber bei mir ist das echt unglaubwürdig!
      *Marie bekommt ein Bild von Naruto und Sailor Moon hochgehalten, plötzlich wachsen ihr Engelsflügel*
      Marie: Whatever ... <_<"

      Keine Verwandtschaftsbeziehung ist unlogisch genug für eure Heldenfigur, wenn sie ihrer Großartigkeit irgendwie Ausdruck verleihen kann. Außerdem kann es helfen, warum ausgerechnet SIE die Auserwählte ist, die die Endgegner bezwingen soll. Denn sonst hätte Marie ja womöglich gar nichts mit der wilden Sphinxenkaiserin zu tun! Und als Halb-Engel mit random Rassenspielerei ist das Ganze noch ein gutes Stück fancier!


      II. Ein Heldencharakter:

      Eure Mary Sue ist perfekt. Das glanzvollste Wesen, das am Himmel kreist. Wie ein Adler, oder noch besser, ein Ho-Oh. Charakterische Mängel, die eine Mary Sue in ihrer Perfektheit einschränken könnten? Weg. Da-mit. Sofort! Von wegen, dass man sich mit Charakteren identifizieren kann, die die selben Fehler wie der gemeine Leser besitzen! Es geht erst einmal immer um euch und viele Mary Sues und Gary Stus sind oftmals eine Heroisierung des Autors - von euch! Radiert all eure Fehler und Unzulänglichkeiten weg!
      Marie: *Prankt Yomi mit einem Klingelstreich. Als eine Wache sie bermerkt, zwinkert sie dem Mann frisky zu, säuselt in einer zuckersüßen Stimme und dreht eine Strähne ihres goldenen Haares in ihren Fingern, drückt ihm ihre Reize förmlich auf. Kleiner, gerissener, durchtriebener Succubus! Dabei wollte sie doch nur gleich drinnen sitzen und sich von Yomi ohne Bezahlung bewirten lassen und sich faul auf dem Kanapé zu wälzen, bevor sie erneut ziellos in Frankreich umherirrt und in eine Kirche und Bibliothek nach der anderen einbricht, um ohne amtliche Erlaubnis nach potentiellen Schätzen zu schnüffeln - und wer sie nervt, bekommt schon mal das ein oder andere unflätige Wort an den Kopf zu hören, klar, dass sie bei den kirchlichen Würdenträgern nicht gerade beliebt ist.*
      Marie: Das klingt sowas von nach mir. ^_^

      Eine Mary Sue ist kein Bad Girl. Sie hat keine Kanten. Und eine Marie Sue wird das auch nicht haben. Faulheit? Eine Marie Sue ist 24/7 selbstlos die Welt am retten. Unhöfliches Benehmen? Gibt's nicht. Frisky Flirting? Überflüssig - die Wache würde ihr schon beim ersten Augenkontakt für alle Ewigkeiten verfallen. Straftaten? Ja, gibt es, aber es sind dann a) keine Straftaten, b) ist sich Marie Sue nicht bewusst, dass es Straftaten wären, und c) alle anderen Charaktere auch nicht, um Gegenteil, denn d) ein guter Charakter unterstützt diese "Verfehlungen", da es ja in ihrem Weltbild keine sind! Egoismus? Bitch please. Eine Mary Sue opfert alles ihrer Heldenrolle!
      *Maries kleinen charakterlichen Schwächen sind plötzlich wie weggeblasen! Sie arbeitet bei zwei karitativen Einrichtungen gleichzeitig, und das ohne Lohn, hat stets ein Lächeln aufgesetzt und weist Sünder aller Art auf deren unlautere Taten hin, Jesus-Style! Eingehüllt von ihrem Charisma, verfällt selbstverständlich die Möglichkeit, sie zu ignorieren und sich gegen sie aufzulehnen - wäre ja nicht richtig!*
      Marie: Das klingt sowas nach ... einem verdammten Schleimscheißer? Dx
      *Marie werden die Schimpfwörter abgedreht*
      Marie: Ach Flickenteppich! q_q

      Wie ihr seht überzeugt die Marie Sue nicht nur durch ihr glanzvolles Äußeres, das ihr von sämtlichen Menschen- und Tiergruppen Anerkennung und Liebe entgegen bringt, sondern auch durch ihre heldenhafte Seele und ihren bewundernswerten Charakter. Jeder möchte gerne so sein wie sie und macht darin innerhalb der Geschichte keinen Hehl darauf, je öfter, desto besser! Und noch besser als direktes Lob ist natürlich das, was hinter ihrem Rücken ausgegeben wird, das wertet sie noch viel mehr auf! Wo wir doch bei anderen Charakteren sind ...


      III. Entscheidungen eines Tausendsassas:

      Eine Mary Sue zeichnet sich dadurch aus, dass sie in allem, aber auch wirklich allem die richtige Entscheidung fällt. Versagen oder Scheitern kennt sie nicht, im ersten Anlauf schafft sie mühelos, einen fünf Tonnen schweren Laster auf ihrem kleinen Finger zu jonglieren. Diese Fähigkeiten hat sie sich nicht durch mühevolle, harte Arbeit und ausdauerndes Training erworben, sondern sie sind ihr durch Geburt göttlich zugeflogen - gaaanz wichtig.
      Marie: Hehe, wisst ihr noch, wo ich in der Pâtisserie Bouillante mal zu viel Rotwein getrunken habe und dann in das noch nicht fertig gelierte Aspik geklettert bin? Am Ende war ich in einem Block aus Gelatine eingefroren. ^^" Uuuuum ... uuund ... dann ist mir mal was angebrannt, ich habe Yomis Kittel ruiniert, Gläser umgeschmissen, tjaaa ...
      *Marie verliert plötzlich die Fähigkeit, zu reden.*
      Marie: >:X

      Stopp. Unfälle? Redest du gerade von Unfällen? Von Missgeschicken? Oder möglicherweise von Dingen, in denen eine Marie Sue einfach kein Talent besitzt, weil sie eben in anderen Bereichen stärker und talentierter ist? Eine Marie Sue kann Bogenschießen, Reiten, 14 Fremdsprachen, 6 Schriftsysteme, Kochen, Backen, Schwertkampf, ist zudem bewandert in den Bereichen Physik, Medizin und Astrologie. Auch das Treffen von Entscheidungen führt dazu - selbst wenn diese mal negative Konsequenzen haben sollTEN. Im Konjunktiv! Dann ist jemand anders schuld, ganz einfach.
      Es existiert keine andere Koryphäe, die sich jahrelang auf etwas spezialisiert hat - die auch nur ansatzweise in eine Mentorenrolle für unsere Marie Sue steigen könnte, denn dafür ist unser Schätzchen bereits viel zu bewandert mit ihren jungen, knackigen 18 Jahren.
      Marie: 19. Ich bin 19.
      19 ist auch okay. Hauptsache jung und schön.
      Yomi: *Grübelt über eine hoch-komplexe Formel aus dem Bereich der Physik. Würde sie dieses eine, fehlende Glied ersetzen, könnte die Wissenschaftlerin endlich ihr Projekt einer neuen, viel effektiveren Brückenform in Angriff nehmen*
      Marie: *Kommt rein und liest sich Yomis Notizen kurz durch - sie hatte nie Erfahrung mit dieser Wissenschaftsrichtung, was sie als Schatzsucherin auch nicht wirklich brauchte*
      Yoooomiiii? Du musst das Vorzeichen und den Nenner vertauschen, glaube ich. Dann müsste es stimmen. ^^
      Yomi: Waaas? O_O Ich sitze als anerkannte Architektin wochenlang hier dran und du platzt einfach rein und erkennst das Prinzip auf Anhieb? *reibt sich verwundert die Augen* Ich muss träumen ...

      Oh nein. Das ist nicht etwa surreal. Das ist die Kraft der Marie Sue, meine süße Yomi. Eure Reisegruppe könnt ihr durch diesen ungeheuren Vorteil völlig beliebig zusammen stellen. Eine hitzegewöhnte Sphinx für einen Kampf in der Wüste? Eine Yuki-Onna als wertvolle Bündnispartnerin in kalten Arealen? Eine Figur mit medizinischer Fachkenntnis aufgrund abgeschlossener Ausbildung als Arzt oder Ärztin für einen gefährlichen Ausflug in einen Tropendschungel? Ach was! Scheißt drauf! Nehmt lieber den Love Interest eurer Mary Sue oder eures Gary Stu in die Party auf, auch wenn es absolut keinen Sinn in dieser Situation machen würde, Hauptsache es gibt romantische Action!


      IV. Beziehungen und Interaktionen:

      Ein Gary Stu ist erst einmal, auf soziale Interaktionen heruntergebrochen, ein heiß begehrter Bachelor, eine Mary Sue eine heiß begehrte Bachelorette. Love Interests in beiden Geschlechtern, die ihnen treu ergeben sind, sowie zahllose NPCs, die völlig Hin und Weg von eurem Spatzerl sind.
      Marie: Bei mir ist das immerhin sowieso realistisch, denn ich bin ne Hübsche. :3
      *Sphinxenprinzessin Kagayaku neben dransetz. Schwarze Haare, gebräunte Haut, feine Gesichtszüge, atemberaubende Beine und ein süßer Po. Auch eine Schönheit, nur sie ist ein anderer Typ.*
      Kagayaku: Miau. .3. Hey Marie~
      Dieter Bohlen: Hmmm ... beide sind zwei hübsche Miezen, aber da ich schon immer auf exotische, dunkle Schönheiten stehe, entscheide ich mich für Kagy!

      Dieter. DIETER! Nochmal neu, bitte. Eine Präferenz eines bestimmten Typen setzt bei einem waschechten Protagonisten aus! Wie kann man das denn nicht wissen? Jeder, ich betone es noch einmal, jeder, und vor allem die Reichen und Schönen, sind geradezu begeistert!
      Dieter Bohlen: *seufz* Hmmm, eigentlich finde ich gebräunte Ladies schon geiler, wie man in der Lore auch immer wieder verfolgen kann, aber hier ist Marie für mich die klare Siegerin, denn sie ist die Protagonistin und damit rundum perfekt!
      Geht doch. Aber Kagayaku, hast du nicht etwas vergessen? Gerade du als Adlige und natürliche Schönheit solltest doch eigentlich wissen, dass du dich dem Charme einer Marie Sue nicht entziehen kannst!
      Kagayaku: Sie ist süß, aber ... uuungh. *eyeroll* Miau. .3. H-hey ... Mariiie~ o///o ... Gyu ... *blush* >///<
      Marie: ô.ô Kawaii ...
      Kagayaku: *neigt schüchtern ihren Kopf, als sie Marie ein kleines Geschenk überreicht* M-Mademoiselle Marie? Ich habe hier etwas für Euch, dass Euch vielleicht behilflich sein kann! ((Kagayaku: o_o" Ach fagyu!))
      Marie: Ooooh cool! Eine Schatzkarte der antiken Tempel von Meteora! Nur ausgewählten Personen wird dieses Wissen zuteil! Na das ist aber ein echt schönes Geschenk! x3

      Wie von selbst beschenken die anderen Charaktere unsere Marie Sue und ordnen sich dieser unter. Sie ist der Mittelpunkt eurer Geschichte und noch viel mehr der Mittelpunkt des Lebens jedes einzelnen guten und neutralen Charakters, egal welchen Ranges oder welcher Relevanz innerhalb eurer Story. Sie würden ja fast schon über Leichen gehen, um mit Marie Sue befreundet zu sein. Wo wir schon mal bei Leichen sind ... aber dazu mehr im zweiten Teil.
      Buffalo Bell der Überbüffel - B - E - L - L - Buffalo - Bell!
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    • Das letzte Mal haben wir uns damit beschäftigt, was eine Mary Sue oder ein Gary Stu ist, wie man sie erstellt und was sie auszeichnet. Ebenso haben wir uns angeschauen, welche Stellung und welches Ansehen sie in eurem fiktionalen Universum genießen. Doch was macht eurer Protagonist mit den herausragenden Fähigkeiten, die ihm durch Gottes Gnaden zu eigen sind? Das werden wir uns im zweiten und letzten Teil des Tutorials vor Augen führen.


      Mary Sue und Gary Stu


      V. Schwarzweiß-Malerei:

      Ihr hattet schon von Anfang an Schwierigkeiten, Definitionen für Gut, Böse und Neutral festzulegen sowie verschiedene Grautöne und Schattierungen zu skizzieren? Freut euch, atmet erleichtert auf - man kann es sich so unglaublich leicht machen. Zuerst, stattet eure Hauptfigur mit klaren Meinungen zu einer Hand voll Themen aus:
      Marie: Oh. Alsoooo ... meine Vorlieben und Sichtweisen? Also in erster Linie, mein persönlicher Geschmack. Gut, warte. Ich mag den FC Metz, ich liebe Wein und Cidre, mag aber keine Zigaretten. Sie schmecken mir nicht und ich finde es ungesund. Ich bin der Meinung, dass Religion wenn eine völlig private Sache sein sollte und die religiösen Institutionen dementsprechend geschwächt werden sollen. Außerdem trage ich viiiiel lieber Röcke und Hosen als Kleider.
      Was das jetzt ist? Maries persönlicher Geschmack? Ihre persönliche Meinung, die sie aufgrund des Abwägens mehrerer Argumente so für sich als junge Frau gebildet hat?
      Löscht euch doch einfach, das ist vollkommen falsch! DAS - was unsere Marie Sue aufgezählt hat, ist DAS GUTE. Das Weiße, das Unschuldige, das Richtige, der eine Messstab für Moral in eurer gesamten fiktionalen Welt.
      Jetzt fragt ihr euch sicher, was das Böse ist ... fassen wir mal zusammen:
      - "Racing Strasbourg ist cooler als FC Metz" (schade Yomi ;v;)
      - "Ich mag weder Wein noch Cidre, generell Alkohol, seien es jetzt gesundheitliche, geschmackliche oder religiöse Gründe"
      - "Ich rauche gerne"
      - "Ich rauche gerne, auch wenn ich mir des Risikos bewusst bin"
      - "Ich mag kirchliche Institutionen und finde, dass sie auch einige Vorteile besitzen, wie das Helfen von Hilfsbedürftigen"
      - "Ich trage gerne Kleider"
      Das ist DAS BÖSE, zweite und letzte moralische Richtung, die eine Meinung in einer Mary Sue-Geschichte annehmen kann. Das Schwarze. Das Falsche. Das, was unsere Marie Sue bekämpfen muss. Jeder, der bei unserem Hauptfigürchen nicht Ja und Amen sagt, ist ein Feind. Widerspruch? Wie wärs mit "Nein"? das Bekämpfen der Abtrünnigen und ihrer Meinung ist absolut legitim, ihr "böser" Charakter wird dadurch sogar definiert! Eine Figur verfolgt den perfiden Plan, das Mindestalter für Alkoholkonsum zu erhöhen? Das allein reicht schon, um als niederträchtiger Widersacher zu gelten, der ein moralisches Verbrechen aus der Sicht der Hauptperson begeht und damit auch zu der Sicht der gesamten Logik eurer Geschichte, dabei ist es VÖLLIG GLEICHGÜLTIG, welche persönlichen Erfahrungen, überdachte Argumente oder andere Beweggründe sie zu dieser Entscheidung bewogen haben! Dem Charme der Hauptfigur nicht zu verfallen ist übrigens ein Indiz fürs Böse sein! Wobei natürlich auch viele Böse ihr ebenso nicht widerstehen können. Nicht jeder, der sie liebt, ist gut, aber jeder, der sie nicht liebt, ist böse. Ganz vereinfacht gesagt und natürlich nur immer auf den absoluten überspitzten Extremfall bezogen.
      Sphinxenkaiserin Setsuna (Kagayakus Big Sis): Hmmm ... in meinem Volk ist Alkoholmissbrauch unter jugendlichen ein großes Problem ... viele junge Menschen landen im Lazarett und sterben. Vielleicht sollte ich das Alter für Wein und Bier von 16 auf 18 anheben. Was immer noch niedriger ist als in anderen Ländern, aber die aktuelle Lage zwingt mich dazu. Schließlich bin ich trotz meiner Fehler eine Herrscherin, die sich um ihr Volk sorgt. ^-^
      Marie: ................... Ich werde dich in deinem Château besuchen und dir nicht nur deinen Plan vereiteln, sondern es dir heimzahlen! Wenn ich es schaffe, sie zu stürzen, werden die meisten Menschen mich als die Heldin feiern, die ich bin, wenn ich die Welt vor diesem Schicksal bewahre!
      Setsuna: *trägt einen wunderschönen Kimono* :3
      Marie: Und ein Kleid trägst du auch noch, hältst dich wohl für was Besseres, hm? >:
      Setsuna: Naja eigentlich ist das ein Kimono, aber ja, ich liebe auch Kleider ... o_o" ... Und Röcke auch! Wie du!
      Marie: Pah! Gemeinsame Ansichten? Zusammenarbeiten? Neeeein, du bist böööse! >:

      Und etwas Besseres als unsere Marie Sue sein zu wollen oder sich so auszugeben ... the Hybris has become real. Euer Konflikt ist geboren.


      VI. One-Shots Spannende Kämpfe:

      Eine Mary Sue und ein Gary Stu sind für einen Kampf ungeheuer wertvoll. Nicht nur, dass sie sämtliche Schwächen des Teams abdecken, nein, sie schaffen es zudem, aufgrund ihres breitgefächerten Arsenals an Fertigkeiten auch den Schwachpunkt des Gegners im Handumdrehen ausfindig zu machen. Schließlich haben wir es mit Auserwählten zu tun, vielleicht sogar Halbgöttern! Unsere süße Marie Sue ist vor vielen Angriffen und ihren Nebeneffekten gefeit - außer, es kommt der Dramatik zu Gute, weil sich schließlich alles um unsere geliebte Hauptfigur dreht! Aber grundsätzlich stellen Widersacher keine ernsthafte Herausforderung da, unser Endgegner selbst fügt sich seinem Schicksal relativ schnell. Sobald du deine Attacke der Prohpezeiung entfesselt hast - und sie ohne einen Schluck Zielwasser bei der ersten Anwendung genau aufs Schwarze richtest, ist selbst ein komplett geheilter, vorher unverwundeter Gegner, der als ja ach so gefährlich gilt, schneller am Boden, als man sich umsehen kann.
      Setsuna: Hallo Marie. Ich bin eine fast schon göttliche Sphinx, die nahezu alle Elementklassen beherrscht ... und du ein Mensch. Okay, mittlerweile ein HALBENGEL! Aber was ändert es daran, dass ich dich zerquetschen werde? Steinkante, Luftstoß, Hyperstrahl, Flammenwurf, Donnerblitz, Eisstrahl ...
      Marie: Eisstrahl? Gute Idee! *entfesselt ihr auserwähltenchakra und feuert einen Eisstrahl ab, die große Schwäche der Sphinx*
      Setsuna: *weicht aus*

      Setsuna ... du kannst nicht ausweichen. Diese Fähigkeit ist nur unserer Protagonistin zu eigen!
      Setsuna: :/ ... *lässt sich treffen, Teile ihrer Flügel werden vereist* Glaubst du allen Ernstes, dass ein Wesen, das über einen ganzen Kontinent wacht und herrscht, durch eine einzige Attacke fällt, selbst wenn es meine Schwachstelle ist? Lass mich lachen, dich werde ich noch ins Schwitzen bringen!
      Setsuna ... das ist nicht irgendwer, der dich besiegt, weil er/sie deine Schwachstelle ausgeschaut hat oder sich vielleicht eine Unaufmerksamkeit deinerseits zu Nutzen machen könnte, oder dich vorher insgeheim mit einem Giftpfeil getroffen hat. Du wirst diesen Kampf verlieren, weil MARIE SUE DIE PROTAGONISTIN IST!
      Setsuna: Sure ... why not. *kippt um* Bim tot. ._."
      Marie: Yaaaaaaaaaay! x3 Alles nur, weil ich an die Kraft der Liebe und Freundschaft glaube! ((Marie: Gott, das klingt so mega- ... -.- EGAL!))

      Per-fekt! Moment, nein! Welt gerettet? Erst, wenn die Gefahr beseitigt ist! Faustregel: Zahle es dem Endgegner, der Verkörperung sämtlicher Nicht-Ideale und des Bösen, immer in doppelter, dreifacher oder hundertfacher Auffassung heim!
      Marie: *schleppt einen Multi-Folterapparat auf einem Bollerwagen an* So, und jetzt lass uns nochmal Spaß haben, bevor du dein Leben aushauchst, du Böse! :3
      Setsuna: ò.o Moment! Folter und Tod für ... eine Gesetzesänderung, die nicht mal so sehr die Freiheit von Menschen einschränkt? Ist das nicht völlig unverhältnismäßig? Und ist das nicht ... zumindest mal AUCH böse?

      Gute Frage, Setsuna! Die Antwort ist eindeutig: Nein! Sämtliche moralischen Richtlinien hängen nicht von den gesellschaftlichen Umständen (Gesetze, Religion, Zeitalter) innerhalb der Geschichte ab, sondern einzig und allein von der Meinung unserer Marie Sue, die in den Genuss kommt, diese ganz alleine zu definieren. Und damit vor allem auch ihr, die Autoren, die sich in eurer Hauptperson wieder finden! Die anderen Charaktere werden die Legitmität dieser Art von Selbstjustiz neidlos anerkennen und den Helden oder die Heldin für diese selbstlosen, mutigen Taten und das Zerschlagen der Fesseln und Geißeln feiern~


      VII. Ein ruhmreiches Ende:

      Es stellt sich bei einer Geschichte mit einer echten Mary Sue nur eine einzige Frage, die ganze Story über, was das Ende betrifft.
      Was meint ihr? Ob sie Erfolg haben wird oder ob sie scheitert? Sie und SCHEITERN? In einem Satz. Ich bitte euch, was haben wir gelernt?
      Die Frage heißt: Happy End oder selbstlose Opferung. Die Welt wird so oder so gerettet, an den Fähigkeiten unserer Hauptfigur bestehen keinerlei Zweifel, aber ... vielleicht leidet sie unter einem Fluch oder einer Krankheit, die sie dahinrafft? Oder opfert sich für ihre große Liebe? Oooder etwas weniger schmerzhaft - sie ist eine Prinzessin aus einer anderen Welt, in die sie zurückkehren muss. Das Prinzip ist jedenfalls das Gleiche: wie im kompletten Verlauf eurer Geschichte dreht sich auch hier wieder alles um unsere Mary Sue oder unseren Gary Stu. Das Wohl der Welt ist zweitrangig, das der anderen Charaktere drittrangig, obwohl deren Leben ohne den Protagonisten sowieso unerfüllt bleibt. Sie ist schon hart, diese Welt ... mehr bleibt erstmal nicht mehr zu sagen.
      Marie: Puh. Bin ich froh, dass das Ganze vorbei ist. Als normale Marie-Noelle gefalle ich mir nämlich immer noch am besten~ ^_^



      Wenn ihr noch Anmerkungen, Kommentare, Diskussionspunkte oder andere Eigenschaften einer typischen Mary Sue einbringen möchtet, gerne! Ob ihr eure eigenen Charaktere zur Hilfe nehmt, ja warum auch nicht, das bleibt euch überlassen! Ansonsten wars das von einem kleinen Tutorial zum Charakterbuilding, oder wie man es besser nicht machen sollte, wenn man eine populäre Figur erschaffen möchte!
      Sayonara. Matane!
      Buffalo Bell der Überbüffel - B - E - L - L - Buffalo - Bell!
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    • Mensch, wieso finde ich diesen Thread erst so spät!

      Wobei mein Problem mit diesem Thema ist, dass der Begriff zu schnell benutzt wird. Er wird mittlerweile auf so viele Protagonisten/-innen benutzt, die man einfach nicht mag.
      Einfachstes Beispiel wäre Kirito aus SAO. Ja, er ist überzeichnet, da er alles viel zu schnell lernt und zu sehr einem Rogue-Actionhelden ähnelt. Trotzdem ist er kein Gary Stu. Das liegt allein daran schon, dass er relativ ungeschickt in Gesprächen ist. Außerdem bildet er keine moralische Absolutismen. Gibt mehrer solcher Beispiele, aber die kennt ihr wahrscheinlich auch selber.

      Was mich angeht: Ich neige schon dazu, oft sehr starke ProtagonistInnen zu schreiben, zumindest in meinen RPGs. Liegt einfach daran, dass es sehr schwierig ist, Power-Playing entgegen zu wirken, wenn dein Protag nichts drauf hat.
      Wobei ich sagen muss, dass ich bei männlichen Charakteren lieber Picaros / Trickster verwende. Die sind mir einfach sympathischer und sind wirklich unterhaltsam, zu schreiben.
      Einmal hatte ich sogar einen eher bösen Protagonisten, allerdings ging das RPG dann nicht wirklich weiter. Hoffe, dass ich da nochmal die Chance dazu kriege...

      "The show's over!"
    • Dass solche Begriffe schnell - oft viel zu schnell - verwendet werden, ist allerdings nicht nur bei der Mary Sue, sondern auch beim OoC mittlerweile so. Das liegt auch oft an den Leuten, die sich mit den Begriffen nicht richtig auseinandergesetzt haben.
      Und an den Leuten, die in den Fanfiktionarchiven rumgurken, obwohl sie nur auf Fame aus sind und alles flamen, was irgenwie kreativer ist als ihres, außer es bringt ihnen was. Plump gesagt.
      Leider ist Schreiben mittlerweile auch zum Prestigewettbewerb verkommen, was zu Folge hat, dass viele Leute einsteigen, denen es nicht mal ums Schreiben, sondern eben hauptsächlich um den damit verbundenen Ruhm geht. Das Problem: es sind so viele, dass die damit auch noch Erfolg haben und sich gegenseitig hochschaukeln. Gute Kritik kriegt man auch kaum mehr, leider.
      Und Mary-Sues / Gary-Stues findest Du heute auch an allen Ecken. Kein Wunder, dass der Begriff overused ist.
    • Majikku schrieb:

      Dass solche Begriffe schnell - oft viel zu schnell - verwendet werden, ist allerdings nicht nur bei der Mary Sue, sondern auch beim OoC mittlerweile so. Das liegt auch oft an den Leuten, die sich mit den Begriffen nicht richtig auseinandergesetzt haben.
      (...)
      Und Mary-Sues / Gary-Stues findest Du heute auch an allen Ecken. Kein Wunder, dass der Begriff overused ist.
      Disclaimer: (Ich habe mir den Rest des Themas nicht durchgelesen, wollte bloß hier drauf antworten.)

      Ich komme aus den Bereichen Fanfiction und RPG und muss dir da leider nur teilweise zustimmen. Ich bin diesbezüglich nicht viel auf Filb unterwegs -- wenn auch nun wieder mehr im RPG Bereich --, aber ich bin auf vielen anderen Seiten unterwegs, sowohl Deutsch als auch Englisch, und ich finde, dass die Begriffe nicht partout overused sind. Das Problem ist einfach, dass die meisten Leute sich nicht realistisch mit ihren Charakteren und den damit Verbunden Eigenschaften auseinandersetzen. Besonders Schwächen im sozialen Bereich werden entweder gar nicht oder zu viel benutzt --> Bad boy oder schüchternes Mauerblümchen.
      Es gibt außerdem viel zu viele Leute, die einen Self-Insert-OC erstellen und sich selbst diesbezüglich gar nicht einschätzen können, sodass ein/e Mary Sue/Gary Stu überhaupt erst entsteht.

      Ich habe über die Jahre nun sehr viel gesehen und ich muss leider sagen, dass es viel, viel, VIEL mehr Mary Sues/Gary Stus als tatsächlich gut ausgearbeitete Charaktere gibt. Weswegen ich nochmals hervorheben muss, dass er nicht overused ist, sondern eine existierende Realität darstellt.


      by ~Calhaora



      by ~YenvaWolf -- 100% accurate



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    • shu schrieb:

      Ich habe über die Jahre nun sehr viel gesehen und ich muss leider sagen, dass es viel, viel, VIEL mehr Mary Sues/Gary Stus als tatsächlich gut ausgearbeitete Charaktere gibt.
      Ja, da muss ich dir leider zustimmen :$ Aber der Effekt ist ja nicht nur bei den Protagonisten erkennbar, sondern interessanterweise auch bei diversen Charakter-Gattungen. Mein Lieblingsbeispiel sind da eindeutig Elfen, die in so vielen Fällen wirklich krass überidealisiert sind.
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