Wieder ist das letzte Kapitel über einen Monta her. Verzeiht. Eigentlich wollte ich am 4. September zum 1. Geburtstag dieser FF ein Sonderkapitel machen, das wurde allerdings nicht fertig. Vielleicht kommt das später noch. Das nächste Kapitel wird wohl auch etwas dauern, denn auch wenn ich jetzt Lust habe weiter zu schreiben, fehlt es mir gerade an Idee, was im nächsten Kapitel passieren soll... Mal schauen. Außerdem wollte ich fragen, ob jemand eine Idee hat, wie ich die Leser mit etwas anderem als Wunsch-Charaktere besser einbauen kann... Denn es gibt leider immer noch Schwarzleser(und wird es wohl auch immer geben) und ich finde, dass Kommentierer einfach mehr verdient haben. Die Devise, dass man bei Schwarzlesern einfach besser schreiben muss, damit sie auch kommentieren, ist auf Dauer einfach frustrierend. Denn auch wenn diese FF nach Meinung mancher nicht zu den besten gehört und sie auch unter meinen Launen leidet, versuche ich mir Mühe zu geben. Soll jetzt definitiv kein rumgerante sein gegen Schwarzleser, sondern ich möchte nur einen Weg finden, die Leute, die kommentieren, auch zu belohnen und das mit etwas anderem, als ein fettes Dankeschön + Verlinkung zu einer FF am Ende der Geschichte, wie in "Ruf des Windes".
Jedenfalls, viel Spaß beim Lesen, wer auch immer das hier liest.
Kapitel 17: Geist der Wüste
Die ersten Sonnenstrahlen fielen auf die endlos erscheinende Wüste. Hier und dort reflektierten einige Körner die sanften Strahlen des Morgens und ließen die Wüste wie ein Meer aus funkelnden Sternen wirken. Erebos beobachtete mit erstaunen das Spektakel. Seine Augen funkelten schon fast selber vor Freude. So etwas hatte er noch nie gesehen. Es gab also doch etwas wunderbares an dieser Welt. Ob es das war, was „sie“ so stark gemacht hatte? Auch Shivvery, Minerva und Neve konnten sich ein warmes Lächeln bei dem Anblick, der sich ihnen bot, nicht verkneifen, obwohl sie diese Aussicht bereits kannten. In der Ferne zog ein Schwarm Ibitak in Richtung Süd-Westen von dannen. Vermutlich waren sie auf Nahrungssuche.
Erebos gefiel es in der Morgendämmerung umherzuwandern. Die Luft war noch angenehm und bei weitem nicht so aufgeheizt, wie am Mittag. Auch Minerva tat es gut, dass sie nicht gleich durch brühende Hitze laufen musste. Die Verletzung an ihrem Arm schien bereits mit der Heilung begonnen zu haben, dank Shivverys guter Pflege. Neve hatte dem Trio, nachdem sie ihm ihr Ziel verraten hatten, vorgeschlagen, sich von diesem Ort fern zu halten. Aber da sie darauf bestanden, wollte er sie doch dort hinführen. Immerhin kannte er sich gut in Orre aus und das selbst an einem Ort, wie die Wüste, in der für einen Laien jeder Fels wie der andere aussah.
Gegen Mittag setzte die Hitze den Pokémon bereits stark zu. Die vier befanden sich in einem Bereich, in welchem des Sand besonders leicht nachgab, was das Laufen erschwerte. Ein paar Felsen befanden sich etwas weiter weg ringsherum, doch die Sonne stand so hoch, dass die Gesteinsformatierungen keinen Schatten warfen.
Urplötzlich blieb Erebos stehen. Die anderen drei schauten die Krähe verwundert an. „Ich habe etwas gespürt...“ bemerkte der Vogel leise. Ein leichtes Beben drang durch den Sand. Im nächsten Moment wurden die ahnungslosen Pokémon von einem Strudel aus Sand in die Tiefe gerissen. Nur Neve gelang es noch rechtzeitig zur Seite zu springen. Hilflos stand er neben dem Whirlpool aus Sand. Er trampelte nervös auf dem weichen Sand herum. Keine seiner Attacken war hier hilfreich und es gab nichts in der Nähe, womit er die anderen aus dem Treibsand hätte ziehen können. Kein Seil, keine Äste, gar nichts.
Die drei gefangenen Pokémon schrien um Hilfe. Vielleicht würde sie jemand hören? Erebos fühlte regelrecht, wie der Druck des Sandes immer stärker wurde und langsam drohte ihn zu zerquetschen. Panisch versuchten alle drei ihre Köpfe über den Sand zu halten. Würden sie ganz verschluckt, hätte dies das aus bedeutet.
Ein schnelles Wesen huschte unerwartet über genau diesen Sandstrudel. Seine Füße schienen zu fliegen, doch in Wirklichkeit war das Wesen nur so schnell, dass es erst gar nicht lang genug auf dem weichen Untergrund blieb, um stecken zu bleiben und im nächsten Augenblick befand sich Minerva auf festem Boden neben Neve. Selbiges geschah mit Shivvery und Erebos. Nach einem Moment der Verwirrung stand nun ihr Retter vor ihnen. Es war ein affenähnliches Pokémon, ein Panferno. Seine weißen Haare waren zerzaust und vom Wüstenwind durcheinander gebracht, am rechten Arm war ein Expertengurt festgebunden, der nur ganz sachte im kaum spürbaren Wüstenwind flatterte, während an seinem linken Ohr zwei silberne, gezackte Ohrringe im Licht der Sonne glänzten. Das letzte markante Merkmal des Feueraffens war eine kleine Narbe unter seinem linken Auge, die wohl von einem Kampf zeugte. „D-Danke!“ machte Erebos als erster den Schnabel auf. Selbstbewusst blickte das Panferno dem Unlicht-Pokemon entgegen. „Nicht der Rede wert. Du solltest froh darüber sein, in Begleitung von zwei Schönheiten zu sein, sonst hätte ich es mir zweimal überlegt, ob ich dich da raus gezogen hätte!“ Erebos gab ein beleidigtes Krächzen von sich. „War nur ein Scherz!“ lachte das Feuer-Pokémon. „Wenn Hilfe gefragt ist, bin ich gerne dazu bereit. Mein Name ist übrigens Brooklyn!“ stellte sich der Retter nun endlich vor. „Sehr erfreut... Brooklyn. Meine Name ist Neve und das hier sind Minerva, Shivvery und Erebos. Wir stehen in Eurer Schuld“, bemerkte das schillernde Absol mit freundlicher doch auch misstrauischer Stimme, doch Brooklyn winkte ab. „Wie kann ich zwei solchen Schönheiten nicht helfen?“ Minerva wich einen Schritt zurück. Dieses Pokémon erinnerte sie zu sehr an das Menki aus ihrer Jugend. Das gelbe Wasserwiesel hingegen machte sich bereit Minerva zu beschützen. Immerhin war sie als Einzige dem Affen überlegen, jetzt wo Minerva mit ihrer Verletzung noch nicht kämpfen konnte. Brooklyn hingegen, der über Minervas Phobie nicht Bescheid wusste, warf ihr einen fragenden Blick zu. Im selben Moment allerdings ertönte ein unglaublicher Lärm direkt hinter dem Schimpansen. Ein drachenähnliches Wesen erhob sich elegant mit markerschütterndem Gebrüll in die Luft. Zwei Paar simple Flügel hoben das längliche Wesen mit kurzen Gliedmaßen gen Himmel empor. Die Augen waren durch eine rote Schicht geschützt, damit das Pokémon selbst im dichtesten Sandsturm noch sehen konnte. Doch die sonst so lebhaft grünen Schuppen dieses Pokémon waren grau, der Blick trüb und leer und doch Angst einflößend.
„Es ist genau wie das Togekiss von damals“, bemerkte Minerva schnell. Ihre Stimme bebte. Ebenso schnell fiel ihr auf, dass sie die einzige von den Anwesenden war, die im Kampf gegen Fein auf das schwarze Togekiss getroffen war. „Sieht so aus, als würde sich jemand mit uns anlegen wollen?“ Ein ironischer Unterton schlich sich in Brooklyns Stimme, begleitet von einem kampflustigen Lächeln.
„Neve, Erebos, bringt Minerva in Sicherheit! Ich regle das“, befahl Shivvery in der Zwischenzeit. Etwas enttäuscht begab sich Erebos mit den anderen beiden in Sicherheit. „Sie hält mich also immer noch für schwach...“ stellte die kleine Krähe fest. „Shivvery, pass auf! Dieses Pokémon ist nicht normal!“ rief Minerva ihrer Freundin noch hinterher, ehe diese sich zusammen mit Brooklyn ihrem Gegner zu wandte.
Nun standen das Bojelin und das Panferno dem Libelldra gegenüber. Shivvery nahm ihren Kampfpartner nicht ganz ernst. „Er ist zum Teil ein Feuer-Pokémon und tritt einem Drachen, der zum Teil auch ein Boden-Typ ist so gegenüber?“ Brooklyn kam nicht drumherum Shivverys skeptischen Blick zu bemerken. Doch dies schien ihn nur noch mehr anzuspornen. Aber noch ehe ein weiterer Augenblick verstreichen konnte, machte das Drachen-Pokémon den ersten Zug. Ein Feuerodem raste auf die beiden zu. Nur knapp konnten beide in verschiedene Richtungen ausweichen.
„Ein Drache, huh? Dagegen hilft nur Eis!“ Shivverys linke Pfote fing an in eisigem Licht zu leuchten und ließ winzige Eiskristalle hinter dem Otter her rieseln, als dieser sich auf sein Opfer stürzte. Doch auch das Libelldra besaß einiges an Geschwindigkeit und brachte sich mit einem einzigen Flügelschlag außer Reichweite. Stattdessen flog nun Brooklyn auf das Bojelin zu, der versucht hatte den Drachen mit einer Schattenklaue anzugreifen. Sowohl Shivvery als auch Brooklyn bekamen die Angriffe des jeweils anderen ab und landeten im Staub unter ihnen auf den Beinen. Grimmig knirschte Shivvery mit den Zähnen. Auch Brooklyn konnte sich einen enttäuschten und leicht angespannten Blick nicht verkneifen. Auch die nächsten Angriffe der beiden landeten auf ihren Teampartner an Stelle des Libelldras, welches sich nur noch auf das Ausweichen konzentrieren brauchte und mit ansah, wie seine Gegner sich gegenseitig erledigten. Doch Shivvery und Brooklyn schienen zu verschieden, um wirklich zusammen zu arbeiten. Nicht, weil sich ihre primären Typen generell nicht verstanden. Während das Bojelin auf Strategie und Typenvorteil setzte, baute Brooklyn auf seine rohe Kraft und seine Statuswerte.
„So kann das nicht weiter gehen“, stellte der Otter schließlich fest. „Da stimme ich dir ausnahmsweise zu!“ Auch Brooklyn hatte genug von diesem Fangenspiel mit dem Libelldra. Schließlich kam Shivvery eine Idee, welche sie geschwind dem Panferno ins Ohr flüsterte, ehe das Libelldra ungeduldig wurde und wieder anfing seinen Feuerodem zu benutzen. Shivvery und Brooklyn wichen gleichzeitig dem grünen Strahl aus. So war Shivverys Plan. Zunächst mussten sie ihre Bewegungen aufeinander abstimmen. Erst hatte Shivvery ihre Zweifel, da Bojelin generell etwas schneller waren als Panferno, aber durch Brooklyns hartes Training konnte er gut mit ihr mithalten. Sie waren sogar, was Schnelligkeit betraf, gleichauf, auch wenn das gelbe Wiesel es nicht wahrhaben wollte. So nutzten Shivvery und Brooklyn eine Weile die Angriffe des Drachen, um sich zu synchronisieren. Langsam bekamen sie ein Gefühl für jeden Schritt, den der Partner als nächstes tun würde. Beiden entging jedoch nicht, dass während ihre Ausdauer langsam nachließ, das Libelldra keinerlei Ermüdung zu zeigen schien.
Nun war die Zeit für die zweite Etappe gekommen. Brooklyn blieb stehen und schoss eine gewaltige Lohekanonade auf das Libelldra. Dieses wich, wie gewohnt, den peitschenden Flammen aus. Von der anderen Seite griff Shivvery mit Wasserdüse an, doch flog sie direkt in den Angriff des Feueraffens.
„Oh nein...“ war Erebos einziger Kommentar, als er sich vor Enttäuschung die Flügel vors Gesicht hielt. „Schau weiter hin“, forderte Minerva ihn mit ernster Stimme auf. „Es ist noch lange nicht vorbei. Sieht aus, als gehört das zum Plan.“
Und Minerva lag richtig. Beide Pokémon hielten weiterhin mit ihren Angriffen aufeinander. Brooklyns Feuer-Angriff brachte Shivverys Wasserdüse zum verdampfen. Eine Wolke bildete sich mitten auf dem Kampffeld. Das Libelldra, welches nun nichts mehr sehen konnte, schaute hektisch umher und doch verlor es nichts von seinem leblosen Ausdruck.
„Interessant. Die roten Augenlider schützen Libelldras Augen nur vor dem Sand. Da sie keine Augen wie Luxtra haben, können sie durch diesen Nebel nicht hindurchsehen und da dieses Libelldra fliegt und beim Schlagen die Flügel Geräusche von sich geben, kann es sich auch nicht auf sein Gehör verlassen“ analysierte das Guardevoir die Kampfszene, die es aus Entfernung betrachtete.
Im nächsten Augenblick schoss der Feueraffe mit einem Flammenblitz den Drachen vom Himmel. Durch die dadurch entstanden Flammen, die sich nun auf dem Körper des Libelldra befanden und Licht von sich gaben, konnte Shivvery trotz dickem Nebel ihr Ziel ausfindig machen. Blitzschnell schlug sie mit ihrem kräftigsten Eishieb auf den Drachen ein. Brooklyn tat es ihr mit Nahkampf gleich.
Nach einer Weile kam ein sanfter Wind auf, der den Nebel davontrug. Shivvery und Brooklyn standen vor einem halb verwestem Libelldrakörper, welcher sich nun langsam mit dem Wind vermischte. Doch im Gegensatz zu den bisherigen Pokémon, die sich, nachdem sie besiegt wurden, auflösten, schien etwas die Überreste des Drachen zu führen. Vor den Augen der Pokémon erhob sich ein prächtiges, grünes Libelldra. Sein Körper war durchsichtig und federleicht. Der Geist des besiegten Libelldra schien froh und zugleich dankbar. Obwohl es für einen Geist unnötig war, schlug es mit den Flügeln, wodurch eine paradiesische Melodie das Nichts der Wüste erfüllte. Es klang wie zarter Frauengesang, nein, eher Engelsgesang, der alle Anwesenden beruhigend einlullte und für einen kurzen Moment in dem toten Sandgebiet eine Illusion aus hohen Gräsern, noch höheren Bäumen und prächtigen Blumen erscheinen ließ. Erebos schien es fast so, als würde er ein zartes Bächlein rauschen hören, zwischen dem Gesang der Vögel. Je höher des Libelldra flog, desto mehr Partikel seines Körpers verschwanden und desto leiser wurde der Gesang, bis das Libelldra mit den wunderbaren Tönen gänzlich verschwunden war.