| Fan-Geschichten Verfasst hier eure eigenen Geschichten zum Thema Pokémon. |

31.03.2012, 21:03
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Briefe der Ferne
Guten Abend.
Nach langem Überlegen habe ich mich entschieden, auch für Filb eine Fanfiction zu schreiben. Ich habe lange überlegt, was ich tippen könnte, was nicht an den typischen 0815-»Die Welt geht unter und du bist der/die Einzige, der/die sie retten kann!«-Quatsch erinnert. Und ich habe etwas gefunden.
Im Allgemeinen soll die Geschichte ein wenig an... Mystery und Grusel erinnern, und ich hoffe, dass ich das Feeling einbauen kann. Im Voraus muss ich mich entschuldigen, dass das erste Kapitel nicht nur sehr kurz, sondern auch wenig aufschlussreich über Ort, Zeit und Bindungen sein wird, aber ohne diesen kleinen Prolog, geht mein Konzept einfach nicht auf. Ich werde zudem in der Ich-Form schreiben. Sollte das wen stören, bzw. sollte ich viele Kommentare bekommen, die dies nicht unterstützen, werde ich selbstverständlich auf die dritte Person Präteritum umsteigen.
In den Ferien werde ich wöchentlich ein Kapitel posten. Da ich noch zur Schule gehe, wird dies während der regulären Schulwochen aber wahrscheinlich auf ein Kapitel pro Monat ausgeweitet, falls das relevant sein sollte.
Übrigens entschuldige ich mich noch für eventuelle Tippfehler.
Desweiteren möchte ich anmerken, dass in späteren Kapiteln deutlich mehr Gewalt und Blut ins Spiel kommen wird,
als sie es in Geschichten für etwa Zwölfjährige je täten.
Rating FSK 16!
Nun ja, genug der Rede, viel Spaß beim Lesen und ich hoffe, dass es gefällt.
Prolog - Der Brief »Hallo Maya...
Meine geliebte Maya... wie lange ist es her, dass ich dich sah, dich roch, dich berühren durfte? Wie lange ist es her, dass ich dich zum letzten Mal umarmte? Ich bereue es, dass ich gehen musste, glaube mir. Aber es musste sein. Ich bereue es, dass ich ohne Abschieb verschwand. Ich bereue, dass ich dich nicht aufwachsen sehen durfte und ich bereue, dass du dein ganzes Leben lang glaubtest, dass ich nicht mehr auf dieser Welt verweile. Ich weine, dass ich dich nicht hören kann und darf, ich hasse es, dass ich dich nicht besuchen kommen darf. Ich entschuldige mich dafür, dass ich damals diesen Weg wählte, diesen weg, der uns beide trennte und die Liebe, die zu Anfang deines noch jungen Lebens innig und gemein herrschte, dafür sterben lassen musste. Bitte verzeih mir, dass ich mich all die Jahre lang nicht gemeldet habe. Es schmerzt mir ungemein, dass ich dich mit deinem Leid so allein ließ, dass ich ohne ein Wort zum Abschied auf nimmer Wiedersehen verschwand und du dein ganzes Leben lang in Ungewisseheit verbringen musstest. Oder vielleicht verdrängtest du das Ganze gar? Ich könnte es dir nicht verübeln, schließlich würdest es dich nur kaputt machen, würde du immer zu an mich denken und mir nachtrauern, das weiß ich. Demnach... möchte ich dich bitten, mir nachzusehen, dass ich all den Schmerz in dir wieder hervorrufe, aber es muss sein. Vertraue mir.
Warum schreibe ich dir diesen Brief? Dieser Brief ist schrecklich wichtig und ich hoffe, dass er rechtzeitig ankommt, beziehungsweise überhaupt ankommt. Maya, ich brauche dich! Ich weiß, es ist falsch, von dir Hilfe zu erwarten und zu verlangen, wo du meine Hilfe all die Jahre nicht in Ansprich nehmen konntest und ich hege ein unglaublich schlechtes Gewissen dir gegenüber, aber du scheinst mir schlichtweg die Einzige zu sein, die mir jetzt noch helfen kann. Es wird schwer mir zu helfen, das steht leider Gottes fest. Und ich kann dich nicht zwingen, dass du meiner Bitte, meinem Verlangen, meinem Sehnen nach dir, nachkommst. Ich bin zu gar nichts berechtigt, wenn ich genau darüber nachdenke. Ich kann es nicht Mals verantworten, dir überhaupt eine Nachricht zu übersenden, dir zu zeigen, dass ich vor fünfzehn Jahren nicht gänzlich verloren war. Aber dennoch konnte ich der Versuchung nicht widerstehen. Es gibt eine Möglichkeit, wie wir uns widersehen können, Maya. Ich bin mir sicher, dass nicht nur ich das Verlangen nach meiner Tochter zurückhalten muss, sondern sich meine Tochter auch nach mir, ihrer leiblichen Mutter sehnt, welche sie liebt und ehrt, habe ich Recht? Ich bitte dich, Maya, nimm meinen Hilferuf an. Ich kann dir den Weg nicht genau beschreiben, den du gehen musst, um mich wieder zu treffen. Aber das ist auch nicht nötig. Du wirst den Weg erkennen und ihn gehen können. Nur Mut! In Irland gibt es ein kleines Dorf, 'Doolin' nennt es sich, wenn ich mich recht entsinne. Besuche es...
In Liebe,
deine Mutter«
Geändert von rei (08.06.2012 um 04:44 Uhr)
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31.03.2012, 21:48
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Build and Fight your life
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Da ich betareader werden durfte (*o*) m,ach ich das bei dem Prolog mal hier.. D:
also:
'ohen Abschieb verschwand.' heißt das nicht 'ohne'?
'würde du immer zu an mich denken' Würdest meinst du sicherlich o:
So viel zu den Rechtschreibfehlern die ich gesehen habe...
Ich muss sagen dafür dass das ein Brief der Mutter an ihre Tochter ist, ist er doch ziemlich formal meiner Meinung nach :/ Gut, sie hat sie seit 15 Jahren nciht mehr gesehn und die Tochter, also Maya, war noch ein Babyals die Mutter verschwand, aber trotzdem würde eine Mutter doch etwas anders schreiben.. :/ Aber gut, das ist nur ein Minimalhinweis von mir, man merkt es kaum xD'
Sonst hab ich eigentlich nichts zu sagen, außer dass es, auch wenn es kurz ist, ein richtig geiler Prolog ist, der Lust auf mehr macht. Ich hab auch schon eine Idee, wo die Mutter ist, auch wenn sie garantiert nicht stimmt xD
Idee
Vielleicht hat es was mit Templern zu tun? D: Oder sowas wie Saw? xD
Auf jeden Fall freue ich mich schon wie Sau auf das nächste Kapitel :DDD
Liebe Grüße,
Bruder Ryuchen :D
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03.04.2012, 22:41
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Danke dir, DarkMamutel, dass du dich direkt mal rangesetzt hast... xD
Dass der Brief so arg formell geschrieben ist, hat schon seinen Grund. Und nein, die Mutter wurde in keine... kranke... Saw-Anstalt... entführt... so nahe befinde ich mich doch noch bei einem halbwegs normalen Verstand... xD
Zum Kapitel - leider auch sehr kurz geraten, sehr wenig Action, sehr... zäh. Entschuldigt bitte. Der Rest sollte länger und spannender werden.
Kapitel 1 - Schlechter Scherz...? Der Wind umspielte meine schulterlangen, violett gefärbten Haare, während ich auf meinem Fahrrad die kleinen Nebenstraßen entlangfuhr. Bald würde ich daheim sein und die Ferien würden mit den Tag versüßen, ganz gleich, was passieren würde. Ich radelte den Bürgersteig entlang, direkt auf das Mehrfamilienhaus meiner Adoptivfamilie. Nach einigen, weiteren Metern, sprang ich noch während der Fahrt vom Rad, stieß mit dem rechten Schuh gegen eine abstehende Bürgersteinplatte, verlor den Halt an meinem Rad und legte mich der Länge nach auf den Rasen unseres Vorgartens.
»Verdammt...«, knirschte ich vor mich hin und stemmte die Hände in die weiche, mit saftig-grünem Gras bedeckte Erde. Ich spannte meine Muskeln an und erhob mich in eine kniende Position, klopfte mir eventuellen Staub von meinem T-Shirt und stand schließlich auf. Ächzend half ich meinem Fahrrad zurück auf die Räder und schob es den Weg zur Haustür entlang. Dort angelangt, zückte ich meine Hausschlüssel und schloss die Türe auf, langte währenddessen mit meiner Linken noch in den Briefkasten, packte ein paar Papiere und betrat das Haus. Ich schloss mein Fahrrad im Hausflur fest und machte mich daran, unsere Wohnungstür aufzuschließen. Schon bevor ich meinen Schlüssel im Schloss umdrehte, hörte ich das Geschrei meiner vier Jahre jüngeren 'Schwester'. Nichts würde mir die Ferien vermiesen... Erneut musste ich lächeln, wenn auch mehr ironisch, als wirklich freudig.
Nachdem ich die Türe hinter mir geschlossen, das gleich doppelt so stark gewordene Geschrei meiner Stiefschwester ignoriert und meine Schultasche achtlos in die Flurecke geworfen hatte, durchflog ich flüchtig die Ausbeute des Briefkastens. Rechnung... Rechnung... ein Brief meiner Oma aus Irland... Werbung... ein Brief für mich! Ich legte zuvor genannte Briefe auf ein kleines Schränken gegenüber der Wohnungstür und huschte in mein Zimmer gleich nebenan, warf die Türe zu und warf mich auf mein weiches, nach frischer Wäsche duftendes Bett. Langsam machte ich mich daran, den Brief zu öffnen, ein breites Grinsen ließ sich auf meinem Gesicht erspähen. Ich bekam nicht oft Briefe. Und wenn, waren es nur Geburtstags- oder Weihnachtskarten von irgendwelchen Verwandten, zu fein ihren Popo in unsere Wohnung zu bewegen... wobei es 'Verwandte' nicht richtig traf, schließlich gehörte ich blutstechnisch nicht zu dieser Familie. Diese Tatsache würde auch erklären, warum sie nur zum Geburtstag, oder generell zu Feierlichkeiten meiner kleinen Stiefschwester kamen, und warum man mir bloß zehn Euro auf den Tisch klatschte, während dieses kleine Biest die teurersten und qualitativ hochwertigsten Geschenke bekam...
Aber dass ich eine Vollwaisin war, war mir recht egal. Solange es meine Schulkameraden nicht wussten, war alles im Lot.
Ich zog das pergamentartige Papier aus dem Briefumschlag. Schon zuvor hatte ich mich gewundert, warum man mir einen Brief zustellte, welcher keinen Absender auf dem Umschlag trug, wobei es mir letztlich wohl egal sein konnte. Das Papier fühlte sich rau an. Ich entfaltete es und bewunderte die verschnärkelte Schrift, die schwarze Tinte... dann begann ich zu lesen. Noch während der ersten beiden Zeilen stockte mir der Atem und meine Augen füllten sich mit Hitze und Nässe. Trieb man einen schlechten Scherz mit mir? Wer kam auf diese sadistische Idee, mir einen Brief zu schicken, angeblich geschrieben von meiner verstorbenen Mutter?!
Meine Muskeln verkrampften, das Blatt zog Knicke, mein Brustkorb hob und senkte sich unkontrolliert. Kochende Tränen zogen ihre Bahnen über meine erhitzten Wangen und tropften sowohl auf meinen Körper, als auch auf den Brief. Ich zwang mich, den brief weiter zu lesen, zwang mich, alles aufmerksam in mich aufzunehmen und den Sinn der geschriebenen Worte zu verstehen, wenngleich ich Letzteres auch schlichtweg einfach nicht konnte. Als ich auch die letzten Buchstaben förmlich aufgesogen hatte, kniff ich die Auge zusammen. Erneut verkrampfte ich mich, schluchzte, warf den Brief wütend in die Zimmerecke, zerknüllt und angerissen. Ich zog mir meine frisch gewaschene Decke bis an die Augen und ließ sie meine Tränen abfangen. Meine Gedanken rasten, mein Körper zuckte, mein Herz schmerzte. Was sollte ich nun machen? Das Ganze für... eine Täuschung halten, es ignorieren und mein Leben weiterleben? Oder sollte ich ihm folgen, nach Irland reisen - auch wenn dies wohl kaum zu bewerkstelligen war, schließlich war ich mich sechzehn jungen Jahren noch minderjährig - und letzten Endes... doch nur enttäuscht werden?
»Maya! Deine Oma aus Irrland hat geschrieben, dass sie dich in den Ferien zu sich einläd!«, unterbrach die schrille Quietschstimme meiner Stiefmutter meine Gedanken und ich vergaß vor Schreck gar zu weinen. Sollte dies ein Zeichen sein? Ich warf meine decke von meinem Körper, öffnete meine Zimmertüre und stolperte bestürzt in die Küche, aus welcher ich die weibliche Stimme zu orten wusste.
»Maya, endlich! Hier, Flugticket nach Dublin.«, seufzte sie in recht genervtem Unterton und hielt mir den handgeschriebenen Brief meiner Oma zusammen mit einem Flugticket hin. Es schien sie überhaupt nicht zu stören, wie verweint ich aussah. Zumal sie momentan scheinbar genug mit meiner Stiefschwester zutun hatte, wie sie ihre Nudeln nicht essen wollte. Besser für mich. Ich nahm die Gaben wortlos an und verschwand erneut in mein Zimmer. Erst nach genauem Hinschauen viel mir auf, dass das Flugticket ausschließlich für den Hinflug bestimmt war. Wollte sie, dass ich den Rückflug bezahlte? Und wie lange sollte ich bei ihr bleiben? Auch auf diese Fragen wusste ich keine Antworten. Ich erfreute mich einfach an der Tatsache, dass sie die Einzige noch lebende, beziheungsweise noch bekannte lebende, Verwandte meiner Familie war und dass ich meine Ferien bei ihr verbringen durfte, wenn mir der Zusammehang mit dem Brief auch einen gewaltigen Schauer über den Rücken laufen ließ.
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04.04.2012, 08:32
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Psi~
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Registriert seit: March 2012
Ort: Deutschland,Hessen
Beiträge: 25
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[quote=rei;447790]
Ab und zu hast du ein Wort vergessen und die Groß/Kleinschreibung war auch nicht so toll Ich legte zuvor genannte Briefe...
Hier, Flugticket nach Dublin.«,
Aber die Story klingt so ganz gut und ich denke ich werde sie weiter verfolgen
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04.04.2012, 10:10
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Die Fanstorynixe
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Registriert seit: July 2009
Beiträge: 1.025
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Wow... eine wudnerschöne Geschichte :O. Bin ich froh, dass ich noch darüber gestolpert bin.
Normal stehe ich unbekannten Geschichten relativ argwohnisch entgegen, da 90 % hier eh Schmuh ist, aber dies hier hat mich total begeistert!
Dieser Post wird jetzt ein wenig ungeordnet, weil ich mir keine Notizen machen konnte während des Lesens, weil ich in der FF einfach so gefangen war.
Dann fang ich mal irgendwie an. Die Wahl des Anfangs ist innovativ, aber gewagt. Bereits Goethe hat damals einen Briefroman geschrieben, und ich glaube, einen Brief für den Anfang zu verfassen ist sehr schwer. Jedoch eine perfekte Möglichkeit dem Leser einen Einstieg in die Geschichte zu verfassen. Und du hast das wirklich gut hinbekommen! Der herzzerreißende Monolog der Mutter... Man wird vollkommen mit Emotionen beladen! Die Argumentationstruktur im Brief... davon, dass die Mutter weiß, dass die Tochter nichts mit ihr zu tun haben will, hinüber dass die Mutter fest davon überzeugt ist, dass ihre Tochter sie doch bestimmt sehen will... dieses Psychospiel!
Und dann direkt die tieftraurige Geschichte der Protagonistin, Vollwaisin. Vielleicht etwas zu Klischeehaft. besonders im Kontrast deiner so detaillreichen und realitätsnahen Geschichte wirkt das ungeliebte Adoptivmädchen ein wenig unpassend. Natürlich ist das eine reale Situation, Stiefkinder werden weniger bevorzugt, alltäglich. Nur damit eine Geschichte aufzumachen, alá Aschenputtel, find ich ein wenig... ja, klischeéhaft. Aber so wird wenigstens die Emotionalität fortgeführt.
Aber wie gesagt, ich schätze sehr seine Realitätstreue. Besonders der Bezug zur realen Welt, dazu deine detaillreichen Beschreibungen... fantastisch. Ich bin sehr gespannt wie es wohl weitergeht! Man weiß ja noch nicht einmal was für eine Art FF das wird. Da freue ich mich drauf.
Formal... Also deine Sätze sind wirklich gelungen. Verbunden, verworren, geschwungen. Sie ziehen einen in diesen Fluss, erleichtern das Lesen und man fließt über die Sätze förmlich durch die Geschichte. Du Verbindest sie, erweiterst sie mit wunderschönen Beschreibungen und passenden Adjektiven in genau dem richtigen Maß. Besonders diese Beschreibungen... sehr treffend, man bekommt ein Bild von der Situation. Aber: Da geht noch mehr! Du bist schon detaillreicher als viele andere, aber ich erwarte da immer mehr! Und da geht noch mehr! Wie sieht das Haus aus?
Was ich mir wünschen würde, was den Lesefluss noch weiter erleichtern würde, wären Absätze, sodass man sich nicht so in den Zeilen verhaspelt, was mir besonders beim Brief passiert ist.
Ab und an stolpert man auch über Tipp- oder Rechtschreibfehler, aber die zählen bei mir nicht, denn sie haben nichts mit der künstlerischen Fertigkeit eines Autoren zu tun. Gäbe es keine Korrekturleser, würden die Bücher in den Regalen wohl auch die ein oder anderen mehr Rechtschreibfehler beinhalten.
Alles in allem: Danke  . Schreib bitte weiter! Und arbeite weiter an dir, dass du deine bereits tollen Schreibkünste noch weiter verbesserst, auch wenn ich da momentan nicht viele Stellen kenne, an denen du arbeiten könntest...
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04.04.2012, 13:42
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Und hingegen meiner Prinzipien, nur ein Kapitel pro Woche zu posten, um nicht Hoffnungen zu wecken, die letzten Endes doch nur unerfüllt bleiben... musste ich nach AnnaVoirs Kommentar einfach jetzt schon weiterschreiben. Wirklich, du hast mich so sehr angespornt mit deiner 'Kritik'... danke dir. (:
So, und mit deinem Kommentar, Psifan, kann ich leider rein gar nichts anfangen. Ich kann einfach den Sinn deiner getippten Worte nicht recht erfassen. Vielleicht erläuterst du mir noch einmal, was genau du nun meintest...?
Nun ja. Zum Kapitel... ich denke, durch die nun durch AnnaVoir gewünschten und eingefügten Absätze, auch wenn sie nur Ortswechsel kennzeichnen, sollte es etwas länger wirken, eventuell sogar im Allgemeinen. Von der Action her... bin ich immer noch nicht recht zufrieden, aber nun ja... aller Anfang ist schwer. Ich wünsche euch trotzdem viel Spaß beim Lesen!
Hach, wie gut, dass ich mein letztes Kapitel noch vor Mitternacht gepostet hatte... *shy*
Kapitel 2 - Auf und Davon!
»Maya! Bist du nun endlich fertig?!«, hörte ich die immer noch sehr quietschende und in den Ohren schmerzende Stimme meiner Stiefmutter durch die halbe Wohnung kreischen. Sie war sicher froh, dass ich nun für sage und schreibe zwei Wochen fort war. Wahrscheinlich war es die ganze Familie. Einschließlich mir. Mein erster Morgen in den Ferien, überschattet von einem Brief... und Flufgickets nach Dublin. Gott, ich hoffte so sehr, dass es wirklich meine verstorben geglaubte Mutter war, die diesen Brief verfasst hatte... vielleicht würde sie mich aus diesem vermaledeiten Drecksloch zu sich holen? Erneut stieg mir die Hitze in meine Augen und ich hatte Mühe, unter der verschwommenen Sicht meiner Tränen meinen knallroten Plastikkoffer zu schließen. Wahrscheinlich hatte ich viel zu viele Sachen eingepackt. Viel zu viel Übergewicht. Er ließ sich ja kaum zudrücken, dass man den Reißverschluss auch nur ansatzweise hätte zuziehen können!
Ich schniefte. Ich seufzte. Ich keuchte. Endlich, es war geschafft. Das Blöde Teil hatte meinem Fliegengewicht von fünfundfünfzig Kilogramm zu einer Größe von einem Meter und dreiundsiebzig Zentimetern nachgegeben und ich hatte letztlich leichtes Spiel mit dem Verschluss.
»Maya! Maya, verdammt, der Flieger geht in einer Stunde! Vergisst du etwa, dass wir noch mit dem Auto hinfahren müssen?! Nun komm endlich!«, schrillte es durch den weiß gestrichenen, länglichen Flur, an dessen rechtem Ende - von der Wohnungstüre aus gesehen - meine Zimmertüre prangte.
Ich seufzte. Erneut. Ihre Stimme... ich würde wohl irgendwann noch unter Tinitus leiden müssen, wenn sie sie nicht endlich abstellen kann! Ich rieb mir schnaufend die Schläfen. Ich war fertig. Endlich. Ich richtete mich auf, schnappte mir meinen schwarzen Mantel, warf mir meinen ebenfalls schwarzen Schal um die Schulter und griff nach meinem Koffer. Ich öffnete meine quietschende Zimmertüre - Himmel, wenn ich zurückkam, musste ich sie unbedingt einmal ölen! - und kam ächzend auf meine Stiefmutter zugehumpelt. Mit wütendem Blick beäugte sie das Geschehen, schien sich jedoch in keinster Weise bemühen zu wollen, mir auch nur einen Ticken zu helfen. Gut, ihre Sache. Ich schaffte das schon... irgendwie.
Der Gang aus der Türe, durch den Hausflur - unsere Wohnung lag Gott sei Dank im Erdgeschoss, sodass ich den Koffer nur einige wenige Stufen hinabschleppen musste -, hinaus in den Vorgarten und schließlich vor das Auto, dass am Bürgersteig parkte, war die reinste Horrorreise. Ständig stieß ich mir den Koffer gegen mein Schienbein, andauernd fielen mir mein Mantel und mein Schal auf den dreckigen Boden und immer wieder musste ich Pausen einlegen, um mein karges Frühstück, welches nebenbei nur aus einem Glas Orangensaft bestand - nicht auf den 'polierten' Boden zu ergießen und dem Nachbar, welcher als nächstes mit dem Treppendienst an der Reihe war, eine wundervolle Überraschung zu bescheren...
Gemeinsam - ja, gemeinsam! - hievten wir meine Tonnen schwere Tasche auf die Rückbank unseres schwarzen Jeeps, welcher im Übrigen garantiert von irgendeinem ihrer Verwandten geschnorrt war, und wir stiegen vorne ein, ich auf der Beifahrerseite, meine Stiefmutter auf der Fahrerseite. Wo denn auch sonst? Sie ließ den Motor an, er heulte jaulend auf und wir traten den Weg zum Flughafen Köln/Bonn an.
Meine Stiefmutter drückte mich recht herzlos und kurz an sich. Ein Abschied, wie ich vermutete. Ein Abschied, der ihr mehr Freude als Leid bereiten würde, wie ich mir bewusst war, und anders würde es bei mir auch nicht sein.
»... nach Dublin einzusteigen. Dies ist der letzte Aufruf!«, erhaschte ich noch die letzten Worte der aktuellen Durchsage am Flughafen. Es war so schrecklich laut hier, ich konnte meine eigenen Gedanken nicht verstehen! Ich rief mir erneut die Schläfen und seufzte. Mein Kopf begann zu stechen und zu brennen. Genial. Kopfschmerzen. Das, was mir am meisten gefehlt hatte, oder anders gesagt: Willkommen, erholsame Ferien!
Ein letztes Winken, dann verschwand ich in der Menge. Ich entschied mich, mangels gutem Orientierungssinnes, einfach der Menschenmenge zu folgen. Mein Koffer war schon abgegeben, schließlich kam es nur noch darauf an, dass ich die Schilder und nicht identifizierbaren Handzeichen des Personals richtig interpretierte und den richtigen Flug wählte, nicht unbedingt in den USA ankam, was bei mir wohl kein Wunder wäre...
Die Stewardess vollführten ihren alt-einstudierten Tanz über die Lebenserhaltungsmaßnahmen eines Flugzeugs, was man tun sollte, wenn das Flugzeug dem unwahrscheinlichen Fall unterliege, abzutürzen und wie man sich vor dem Ertrinkungstod retten konnte. Ja, ja, Sauerstoffmasken, Rettungswesten, die Notausgänge befanden sich vorne und hinten. Kannte ich alles auswendig. Ich hatte viele Filme im Fernsehen geschaut...
Und dennoch war ich sehr aufgeregt. Mein Herz pochte in etwa doppelt so schnell, wie noch im Auto, mein Atem hechelte gar und meine Muskeln zuckten und zitterten unkontrolliert. Schließlich war die Einweisung in die Sicherheitshinweise beendet. Die Stewardess verzogen sich in den hinteren, nur für Flugpersonal zugelassenen Bereich - ich vermutete, sie würden gleich das Frühstück servieren, was mir ganz gelegen kam - und ich lehnte mich in meinem Fensterplatz, fünfzehnte Reihe, rechts, zurück. Die Sonne schien um sieben Uhr morgens so verdammt grell durch das kleine Gucklock des Flugzeugs, dass ich mich kurzerhand entschied, die Rolläden hinunter zu ziehen und meinen MP3-Player zu zücken. Ich stellte ihn an, warf die Kopfhörer ein und kramte ein wenig in meiner Hosentasche. Ich bemerkte unterdessen, dass ich froh war, dass niemand neben mir Platz gefunden hatte, denn so umständlich, wie ich in angeschnallter Position auf meinen Platz herumtollte, hätte es wohl jeden so extrem die Nerven geraubt, dass man Angst haben musste, er könnte ebentuell aus irgendeinem mir nicht ersichtlichen Grund es doch geschafft haben, ein Taschenmesser in das Flugzeug zu schmuggeln...
Ich musste grinsen. Irgendwie waren mir meine kranken Gedanken doch sympatisch. Endlich hatte ich in der Hand, was ich suchte - ein stark zerknüllte Blatt Papier. Ich zog es aus meiner Hosentasche, wobei ei ratschendes Geräusch bekannt gab, dass ich es unterdessen noch mehr eingerissen haben musste, als ich es gestern Abend schon tat. Ich gähnte unterdessen. Die letzte Nacht verlief nicht sonderlich gut für mich, viel geschlafen hatte ich nicht. Ich beschloss, die letzten zwei Stunden des Fluges zu schlafen... wenn ich daran dachte.
Das Flugzeug nahm Fahrt auf. Ich entfaltete das Pergament und bewunderte auf ein Neues diese wunderschöne Schrift, wie sie nur durch eine Schreibfeder und Tinte zustande kommen konnte. Erneut befühlte ich die leichten Kerben im uralten Papier, die die scharfe Sptize der Feder hinterlassen hatte. Wahrlich, ein schöner Brief...
Und erneut zwang ich mich, die sorgsam niedergeschriebenen Zeilen zu lesen. Erneut quälte ich mich mit dem Gedanken der zerreißenden Ungewissheit, wie sie nur eine verloren geglaubte Mutter hervorrufen konnte, ein Mensch, der mich neun Monate lang in seinem Bauch getragen hatte, mich ernährt hatte, mich geliebt hatte... und nach einem Jahr verlassen hatte. Im Stich gelassen hatte. Allein gelassen hatte. Vergessen hatte...
Ein Stich durchfuhr mein rasendes Herz. In diesem Moment wollte ich meiner Mutter die schlimmsten Dinge an den Kopf werfen. Ich wollte sie beleidigen, demütigen, angreifen... und doch sehnte ich mich nach ihren Berührungen, ihrem Atem, ihren Küssen. Küsse, auf die ich vielleicht doch nur vergebens hoffte...? Vielleicht trieb man wirklich nur einen besonders schlechten scherz mit mir...? Nein! Das durfte nicht sein! Das konnte nicht sein!
Dieser Gedanke hallte immer und immer wieder in meinen Gedanken wider. Tränen liefen meine erhitzten Wangen hinab und trockneten doch so schnell, wie sie gekommen waren. Meine Augenlider sanken nieder, mein Verstand entfernte sich aus der lauten, dröhnenden Realität, aus einer Realität, deren Realismus ich seit gestern Abend stark anzuzweifeln wagte. Eine Realität, die nichts als Lügen und Schmerz beinhaltete. Eine Realität... die bloß eine Illussion darstellte.
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18.05.2012, 18:34
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Ich entschuldige mich, dass ich lange Zeit nichts mehr gepostet habe. Ich konnte und wollte aufgrund einiger Dinge, die ich hier nicht weiter erläutern werde, nicht schreiben. Mir fehlte die Lust, die Inspiration, die Ideen, etc., etc. Dennoch wird es nun wie gewohnt weitergehen und ich hoffe, dass mir meine kleine, unangekündigte Auszeit vergönnt sei.
Viel Spaß beim Lesen, ich hoffe, es gefällt.
Kapitel 3 - Realität oder Illusion?
Ich fand mich vor einem riesigen Tor wieder, in mitten eines noch größeren Steinraumes, dessen Architektur wunderbar an alte Zeiten erinnerte. Ich blickte mich um, drehte mich langsam im Kreis und beäugte das Gebäude. Es wirkte verlassen, düster. Die Wände aus Stein, verziert mit aberhunderten Symbolen, erzählend von Schlachten und wundersamen Wesen, deren Antlitz ich noch nirgends erblicken durfte. Der Boden bestand aus vielen großen Steinplatten, teilweise brüchig oder gar mit tiefen Löchern und Furchen versehen. Sand und Staub hatte sich über die Jahre auf ihm niedergelassen und verleihten ihm eine antike Wirkung, wie die einer Ruine, die man gerade erst ausgegraben hatte. Fast in wie Trance drehte ich mich weiter um meine eigene Achse, um auch jeden Augenblick dieses wundervollen Anblick auskosten zu können.
Mit jeder Umdrehung erhaschte ich neue Einblicke in dieses seltsame Gebilde. Hier und da abgebrochene Steinsäulen, einige Schritte hinter mir gar ein riesiger Thron, welcher sogleich meine volle Aufmerksamkeit auf sich zog. Ich stoppte meine Umdrehungen und blieb mit Blick auf diesen imposanten Thron, welcher mir zuvor nicht aufgefallen war, stehen. Er war mit dem Rücken zu mir aufgestellt, ließ mich nur eine recht glatte Wand anschauen. Ich beschloss, mich ihm zu nähern, mir seine Vorderseite, seinen Sitz anzuschauen. Ich wollte wissen, ob auch ihn diese merkwürdigen Symbole und Tiere zeichnete, wie ich sie auf all den anderen Objekten im Raum sehen konnte.
Ich setzte den rechten Fuß vor den Linken. Der Sand knirschte unter meinem Schuh. Ich setzte den Linken vor. Erneut knirschte der Sand. Seltsamer Weise war es ein angenehmes Knirschen, nicht jenes, welches unter normalen Umständen eine Gänsehaut und Unbehagen verursacht hätte. Es drängte mich dazu, weitere Schritte auf den Thron zu zu tätigen. Das Knirschen des Sandes wurde unter meinen nun stetigen Schritten gleichmäßiger und langanhaltender, während ich mich dem Thron vorsichtig näherte. Je näher ich ihm kam, desto faszinierender und mystischer erschien er mir. Sein Stein war nicht grau, in welches der Rest dieser Halle getaucht war – welche eigenartiger Weise nicht schallte -, er war blau, als würde er von einem gewissen Licht angestrahlt.
Schließlich erreichte ich die Rückseite des Sitzes. Ich hob meine Rechte, lief auf die linke Seite zu, und berührte den Stein, in Erwartung eisiger Kälte, vorsichtig, zuerst mit nur den Fingerspitzen. Doch anstatt Kälte, spürte ich Wärme. Überrascht zog ich meine Hand zurück, ruckartig. Ich blieb stehen und starrte das Gebilde verwundert an. Warum bist du… warm? So herrlich… warm?, hörte ich meine eigenen Gedanken, ohne dass ich das Gefühl hatte, direkten Einfluss auf sie zu nehmen.
Erneut streckte ich meine Hand aus, berührte die Rücklehne zaghaft und legte schließlich meine komplette Handfläche auf den Stein. Es war angenehm, sie dort liegen zu haben. Es fühlte sich an, als hätte ich einen Kiesel zu lange in der Sonne liegen lassen und würde ihn nun zwischen meinen Händen hin und her wiegen. Ich wagte es, auch meine Linke zu Hilfe zu nehmen, sie ebenfalls auf die Lehne zu legen. Das Resultat war das Gleiche. Eine wohlige Wärme durchströmte meinen Körper, während ich es genoss, meine Finger einfach nur den rauen, fast heißen Stein spüren zu lassen. Bald bemerkte ich, dass es nicht nur die Wärme war, die mich wie magisch anzog. Der Stein pulsierte, vibrierte, bebte. Innerlich wunderte ich mich über dieses Phänomen, ließ meine Hände jedoch weiterhin auf ihm ruhen.
Nun begann ich, wieder einen Fuß vor den anderen zu setzen. Langsam. Noch langsamer als zuvor, um auch wirklich alles an Wärme des Throns in mich aufnehmen zu können, jede Kurve, jeden Kratzer erfühlen zu können. Meine Hände glitten an der Rückenlehne hinab auf die Armlehne, in einer fließenden Bewegung, durchgehend. Doch war es nicht unangenehm. Meine Körpergröße schien wie geschaffen für diese Bewegung, weshalb meine Arme weiterhin entspannt auf dem Gestein auflagen.
Schließlich bemerkte ich, dass ich am Ende angekommen war. Forschend überflog ich die Sitzfläche. Wie zu erwarten, war sie aus Stein gefertigt, doch erschien sie mir weich und bequem – Paradoxon! Mein Blick glitt von der Sitzfläche hinunter zu den Füßen des Königsstuhls, welche, wie ich erhofft hatte, mit unzähligen Gravierungen verziert war. Jedoch keine Tiere oder Landschaften, viel eher Kriese, Spiralen und Kurven, welche auf den Armlehnen ihren Ursprung zu haben schienen.
Aus einem mir nicht erklärbaren Grund, verspürte ich plötzlich das Bedürfnis, den Thron auszuprobieren, mich kurz auf der Sitzfläche niederzulassen. Es würde doch niemand merken, schließlich war ich vollkommen allein. Ich schaute mich noch einmal suchend um, entdeckte jedoch nichts, was auch nur annähernd an einen Beobachter erinnern würde. Also wagte ich es. Ich drehte mich um, dass mein Rücken auf das Steingebilde zeigte, und ließ mich langsam herabsinken. Meine Waden lehnten sich an das warme Gestein an und mein Rücken ebenfalls, nachdem ich mich endlich gänzlich hingesetzt hatte. Wie gemütlich!, quiekte ich innerlich vergnügt, nicht wissend, warum ich mich über diese Tatsache wie ein kleines Kind freute. Ich ließ meine Arme auf den Armelehnen Platz nehmen, umschloss mit den Fingern die seichte Abrundung, welche den Übergang zu den Füßen des Sitzes verkündeten. Ich bemerkte, wie das anfänglich sehr unterschwellige Pulsieren des Steinsitzes zunahm, sich erst nur annäherte, dann aber verdoppelte und gar verdreifachte, dass man ein deutliche Beben des Boden erspüren konnte. Doch ich verspürte weder Furcht noch Erstaunen. Es schien vollkommen normal zu sein. Staub rieselte von der Decke, ein Summen durchzog die Luft. Meine Handflächen wurden heiß, als hätte ich sie auf eine angeschaltete Herdplatte gelegt. Doch es schmerzte nicht. Im Gegenteil, auch hier war es äußerst angenehm. Ein grünliches Schimmern stieg von meinem Sitz aus auf. Meine Hände begannen plötzlich zu zittern, wenn auch leicht, fast unbemerkt. Dann stoppte das Beben. Der Staub stellte seinen Fall ein. Stille. Nur mein Herzschlag, nur mein Atem waren zu hören. Es war stockduster geworden. Ich sah nichts. Instinktiv riss ich meine Augen auf, doch auch das vermochte mir nicht recht zu helfen. Starr blieb ich in meiner Position sitzen.
Und da, gleißendes Licht durchflutete mit einem Mal den Raum, hüllte ihn in eine beißende Aura. Ich schrie auf, kniff meine Augen zu und wollte mich erheben. Doch es ging nicht. Es schien, als würde mich irgendetwas festhalten und mich in den Sitz drücken. Ich begann zu keuchen, mein Herz tat vor lauter Aufregung weh und meine Ohren dröhnten. Dann war das Licht auch schon wieder verschwunden, doch meine Augen ließ ich geschlossen. Einen Augenblick lang regte sich nichts. Neugierde und Angst begannen in meinem Innern um die Herrschaft zu kämpfen. Letztlich gewann die Neugier und zwang mich, meine Augenlider zu heben, dass ich dieses Spektakel miterleben durfte, welches sich nun vor mir abspielte. Jenes smaragdgrüne Schimmern, welches ich zuvor nur schwach wahrgenommen hatte, hatte sich nun zu ganzen Lichtschlangen gebildet, welche recht flott die vielen Spiralen und Kurven, eingraviert in den Thron, entlang flossen. Von jeder Ecke des Raumes schossen zudem noch jeweils verschiedene Farben die Symbole der Wände und des Bodens entlang. Rubinrot. Azurblau. Goldgelb. Lavendelviolett. Langsam aber sicher erleuchtete sich die Steinhalle in einem atemberaubenden Farbenspiel.
Ich merkte gar nicht, wie ich mich langsam erhob, um diesen einzigartigen Film besser betrachten zu können. Ich bewegte mich von dem Thron weg und drehte mich mehrmals im Kreis, die Arme von mir gestreckt, all diese bezaubernden Eindrücke in mich aufsaugend. Ich tanzte um den Thron herum, sah, wie die Farben, während sie weiter die Wände hinaufliefen und sie erhellten, begannen zu pulsieren und ein Netzwerk aus puren Emotionen bildeten.
Am höchsten Punkt des Raumes vereinten sich die Farben der Ecken, flossen in einem Bündel zusammen und glitten wie an einem zähflüssigen Faden hinab. Ich stolperte über eine Fuge im Boden und landete mit dem Hinterteil auf dem staubigen Boden, verspürte jedoch keinerlei Schmerz. Ich scherte mich nicht weiter darum, konzentrierte mich auf das Geschehen, beobachtete wie gebannt das Farben-Mischmasch, wie es auf meinen ganz persönlichen Königsplatz hinab zu tropfen schien. Meine Mundwinkel zuckten nach oben. Ich war vergnügt, empfand das Ganze als ein wunderbares Spiel, liebte es, den Farben zuzuschauen, wie sie sich grazil und mit einer Eleganz, wie sie nicht von dieser Welt zu sein schien, fortbewegten. Der Tropfen waberte und dehnte sich. In seinem Innern konnte ich die Farben miteinander kämpfen sehen, wie sie sich gegenseitig umarmten, verschlingen und auswichen.
Als der Tropfen auf den Thron stieß, glomm dieser gleißend auf, strahlte eine Hitze aus, wie ich sie niemals zuvor spürte. Doch auch hier war es erneut eine angenehme Hitze. Sie verbrannte nicht, sie wärmte lediglich, auch wenn sie so sengend heiß über meine Haut hinwegstreifte. Ich drehte mich um, versuchte den unsichtbaren Wellen der heißen Temperaturen nachzusehen und bemerkte, dass ich nun direkt vor dem Steinbogen stand, welchen ich zu Anfang als eine Art Tor identifiziert hatte. Ich bemerkte, dass unzählige alte Inschriften auf den Bogen geschrieben waren, die in Regenbogenfarben leuchteten. Die Farbe, die sich in den Inschriften gesammelt hatte, begann nun über die Ränder zu kriechen und sich auf den inneren Ring zuzubewegen. Schließlich flossen sie über den Rand hinaus und bewegten sie frei schwebend weiter auf die gegenüberliegende Seite zu. Es dauerte nicht lange, und das Farbenmeer hatte seinen jeweiligen Partner erreicht, bildete nun eine Art Portal, als welches ich es bezeichnen würde. Ich verspürte das Verlangen, auf es zuzugehen, was ich sogleich in die Tat umsetzte. Knirschende Schritte machte ich auf den Farbteppich zu und streckte meine Rechte verlangend nach ihm aus. Nur noch ein kleines Stück… gleich hab ich’s…, spornte ich mich an, da es mir immer schwerer fiel, in gleichem Tempo auf das Tor zuzulaufen. Letzten Endes erreichte ich es aber, wenn auch stark keuchend und mit glitzernden Schweißperlen auf der Stirn. Ich streckte meine Finger nach dieser wunderschönen Farbenpracht aus – als die Flüssigkeit jedoch meine Finger umschloss, öffnete ich meine Augen und ein nervendes Summen drang zurück an meine Ohren.
Ruckartig richtete ich mich auf und blickte mich geschockt um. Sitze. Passagiere. Ein Flugzeug. Ich zückte ein Taschentuch und wischte mir damit durch mein Gesicht, ließ mich zurück in meinen Sitz sinken. Was für ein seltsamer Traum…
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30.05.2012, 16:23
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Kapitel 4 - Wer bist du...?
Meine Körperwärme füllte langsam den Hohlraum zwischen Decke und Matratze aus. Wohlig seufzend, rutschte ich noch ein wenig tiefer und genoss die gliederentspannende Lage, während ich in die Matratze einsank. Der Tag war mehr als nur anstrengend gewesen. Zuerst die Landung des Flugzeuges, das chaotische Aussteigen, da sich einige Hypochonder nun doch dazu entschieden hatten, ein paar ekelhafte Nießer und Grippesymptome auszuspucken, und schließlich das Warten und erste Kennenlernen mit meiner Großmutter, an welche ich mich doch nur kaum noch erinnern konnte. Die eher schweigsame Fahrt in ihrem alten Opel Manta war ebenso wenig erholsam.
Die Ankunft in ihrem Heim verlief kurz. Ein schnelles »Gute Nacht!«, den knallroten Plastikkoffer mühsam in den ersten Stock und in mein Gastzimmer geschleppt, umgezogen, Zähnchen geputzt, Bettgehzeit.
Ich gähnte. Was würde morgen geschehen? Wie würde der Morgen beginnen? Frühstück? Gesprächsthemen? Abenteuer? Sehenswürdigkeiten? Gut, Letzteres musste ich mir eindeutig aus dem Kopf schlagen. In einem winzigen Dorf, in welchem ein paar Wohnhäuser, ein Restaurant, wahrscheinlich noch ein alter Tante-Emma-Laden und ein Leuchtturm existierten, gab es wohl nicht allzu viel zu bestaunen. Ich hoffte, dass die Gespräche mit meiner Oma besser als der Gestank der Pferde auf den Weiden werden würde… andernfalls hieß ich die Ferien herzlich willkommen…
Eine warme Brise strich mir um die Nase. Wehendes, hohes Gras kitzelte meine Waden. Langsam und blinzelnd öffnete ich meine Augen und versuchte mich an mein zunächst verschwommenes Sichtfeld zu gewöhnen. Es war hell, rötliches Licht. Ich blinzelte noch einmal. War es etwa schon Tag? Hatte ich so lange geschlafen?!
Mein Herz setzte einen Schlag aus und ich rappelte mich, so schnell es mir möglich war, auf. Mein Kopf begann zu brummen, Schwindel blockierte mein Denken und ich ließ mich langsam wieder hinab auf den grasigen Boden sinken. Moment mal… »grasiger Boden«? Wo war meine Matratze?! Erneut sprang ich auf, diesmal mit deutlich weniger Schwindel, und drehte mich hastig im Kreis, blickte mich hektisch um. Ein Wirr-War aus Rot, Orange und Grün umgab mich. Ich atmete schneller, mein Herz setzte noch einen Schlag aus.
Wo zum Henker war ich?!
Ich fiel zu Boden. Gerade noch im Bett gelegen, schon war ich an einem mir völlig fremden Ort, völlig allein, völlig ohne Orientierung. Was sollte ich nun tun? Das war absolut unmöglich!
Schwach fielen meine Hände in das weiche Gras, in welchem nun auch der Rest meines Körpers gebettet lag. Wie sollte ich je wieder nach Hause kommen? Meine Finger schlossen sich zu je einer Faust und griffen nach ein paar langen Grashalmen. Ich wünschte mir in diesem Augenblick nichts sehnlicher, als bei meiner Stiefmutter in der Küche zu sitzen und ihrer genervten Stimme zu lauschen, wie sie sich, wie jeden Nachmittag, über ihre Kollegen und die unmöglichen Kunden im Supermarkt aufregte, in welchem sie als Verkäuferin arbeitete. Dieser Gedanke zauberte mir ein kleines, aber recht ersticktes Lächeln auf meine Lippen. In Momenten wie diesen, merkte man erst recht, wie wichtig selbst die verhasstesten Menschen werden konnten.
Der rötliche Feuerball am Himmel, welchen ich als Sonne zu identifizieren wusste, wurde plötzlich schwarz. Erschrocken kämpfte ich mich aus meinen Gedanken empor und realisierte, wie schwarzer Ball den Rötlichen verdeckte. Spitze Ohren zierten den Ball am unteren Ende und mit einem vollkommen fassungslosen Gesichtsausdruck richtete ich mich auf, kerzengerade. Ich drehte mich um, stolperte halbwegs elegant auf die meine blanken Füße und starrte das nun als hundeähnlich zu bezeichnende Geschöpf angsterfüllt an. Meine Hände hatten die Fäuste beibehalten und einige Grasbüschel ausgerissen, die sie nun partout nicht freilassen wollten, während meine Augen über dieses seltsame Wesen strichen.
Es stand auf zwei Beinen, offensichtlich mit Fell bedeckt. Der Kopf erinnerte tatsächlich stark an einen Hund, während der Körper jedoch aufrecht auf zwei Beinen stand. Die Ohren waren mir zugewandt, jeweils zwei zopfartige Felle hingen unterhalb der Ohren von seinem Kopf herab und wehten sachte im Wind.
Die Augen hatten eine seltsam menschlich anmutende Form und eine blutrote Iris. Sie zuckten und ruckten, fixierten mich und mein Aussehen.
Die Schultern des Dinges erinnerten mich an eine Art Weste. Sie waren leicht erhoben, hielten eines rechteckige Form bei, während die Arme in sanften Klängen hinabhuschten und in Hundepfoten endeten, ein Knochenfortsatz aus dem Handrücken sprießend. Auch aus dem Brustbein stach dieser Knochen hervor. Doch als eine Waffe schien er mir dort eher weniger fungieren zu können. Während die Kopfpartie durch ein ozeanische Blau, durchzogen mit einer schwarzen Fellmaske, bestrichen war, setzte sich an Oberkörper und Bauch ein sandiges Gelb fort, welches sich in den Beinen jedoch erneut als Blau wiederzufinden wusste. Auch die Füße waren schlichte Hundepfoten, doch das wunderte mich nun nicht mehr.
Alles in einem, erschien mir das Tier, als welches ich es nun zu betiteln wagte, zwar bekannt, aber doch fremd und wie von einer anderen Welt.
Ich hörte meinen Atem durch die stille Brise hindurch, wie er stoßweise und voller Wärme aus meinem Körper floss und sogleich als kalte, Sauerstoffreiche Flut erneut aufgesogen wurde. Mein Gegenüber jedoch, schien vollkommen ruhig zu sein. Es regte sich nicht. Stille, Reaktionslosigkeit. Nichts. Nur seine Augen zuckten hin und wieder. Ob es etwas von mir erwartete? Eine Art Kontaktaufnahme? Ich traute mich fast gar nicht, auch nur an dieses Wort zu denken, doch scheinbar gab es keinen Weg herum. Ich wusste nicht, was genau es von mir wollte. War es mir feindlich gesinnt? Oder wollte es mir helfen?
Die Nase der Hundeschnauze zuckte. Beschnupperte es mich? Roch es meine Angst, meine Unsicherheit? Würde es gleich wie ein Raubtier über mich herfallen?
Ein leichtes Zittern machte sich auf meinen Zügen breit und ich hatte sichtliche Mühe, meinen Körper ruhig zu halten.
Ich holte tief Luft. Nun wollte ich es wagen. Zu verlieren hatte ich nichts mehr.
»I-ich… w-weiß nicht… o-ob du… mich… verstehst… a-aber…-«, noch bevor ich meinen Satz vollenden konnte, zuckten die Muskeln des Tieres und sein Kopf schnellte in die Höhe. Dort verharrte er einige Momente, die Nase zuckte aufregt. Dann bewegten sich die Beine und mit einer ungeheuren Eleganz und Schnelligkeit, schoss es auf mich zu, packte meine linke Hand und zock mich plötzlich in eine Richtung, sodass ich mehr schlecht als recht mitstolperte. Was sollte das?! Wohin wollte es?!
Stumm zog es mich mit, meine Kondition nahm stetig ab und erreichte schon nach wenigen Minuten den absoluten Nullpunkt. Eine gute Läuferin war ich noch nie. Japsend und keuchend versuchte ich Schritt zu halten und mich dem Tempo des Fremden anzupassen, aber es wollte mir einfach nicht gelingen. Nach einigen Minuten des stumpfen Aufprallens der doch sehr leisen Pfoten und meines Patschens meiner nackten Füße, wurde es schließlich langsamer, drehte sich plötzlich um 180° und stieß mich rücklings in das weiche Gras, welches durch seine Luftpolster meinen Sturz einen kleinen Grad weit abfederte. Fassungslos starrte ich es an. Wollte es mich nun fressen? Hat es mich vielleicht vor Fressfeinden in Sicherheit gebracht? Ich versuchte nicht, mich aufzurichten. Zu schwach waren meine Glieder, zu groß meine Angst.
»Was tust du hier?!«, ertönte plötzlich eine doch sehr raue Stimme, eindeutig männlich. Ich blickte mich um. Wer sprach dort? War ich doch nicht allein? Ich suchte und suchte, doch fand ich nichts Menschenähnliches, welches diese Stimme besitzen könnte. Nur Gräser, Steine, rötlich-sandiger Boden und einige doch sehr schaurig und abnormal wirkende Tannen.
»Ich habe dich etwas gefragt! Antworte, Mensch!«
Da wurde es mir klar – das Wesen musste mit mir sprechen! Meine Augen weiteten sich, mein Zittern wurde stärker und mein Blick fing langsam aber sicher den Wütenden des Geschöpfes ein, welches mich »entführt« hatte.
»D-du… sprichst meine… Sprache…?« Warum ich ausgerechnet mit so etwas antwortete, war mir zu diesem Zeitpunkt nicht ganz klar, denn offensichtlich tat er das.
»Natürlich spreche ich deine Sprache! Beantworte meine Frage! Was tust du hier?!«, antwortete der Hund.
Ich kam mir wie ein Idiot vor – immerhin sprach ich mit einem Hund! -, und Selbiges musste mein Blick ebenso widerspiegeln, denn der Blick des Tieres lud sich quasi statisch auf.
»E-entschuldige! I-ich… weiß es nicht! Ich war plötzlich… hier!«, versuchte ich mich nach einigen Minuten der Stille schließlich zu rechtfertigen, wenngleich ich wusste, dass ich ihn nicht besänftigen konnte. Zu wenig wusste ich über meine derzeitige Situation, zu wenig wusste ich um seine Spezies, zu wenig wusste ich, warum zum Teufel ich selbst noch im Schlafanzug vor einem mir fast tollwütig erscheinenden Köter lag!
»Du weißt es nicht?! Plötzlich hier?! Dies ist kein Ort für Menschen! Menschen fühlen sich hier nicht wohl!«, entgegnete der Hund schimpfend. Er ballte seine Pfoten zu Fäusten und präsentierte mir seine Knochenfortsätze. Ob er gleich zuschlagen würde?
Ich schloss meine Augen, kniff sie fest zusammen, während mir einige heiße Tränen die Wangen hinabliefen. Meine Finger gruben sich in die weiche, sandige Erde und meine Beine wurden steif. Was sollte ich nun tun? Würde er – ein Männchen, als welches ich es ansah – mich wirklich angreifen, könnte ich mich nicht verteidigen. Was sollte ich also tun? Weglaufen? Abgesehen davon, dass meine Kondition immer noch unter dem Nullpunkt lag, hatte ich gesehen, wie schnell er war. Er würde mich binnen weniger Sekunden, oder gar noch weniger, eingefangen haben.
Ich wartete, machte mich bereit für den wohl gleich auftretenden, doch wider Erwartungen blieb er aus. Schniefend öffnete ich die Augen und wagte einen Blick auf meinen vermeintlichen Feind. Dessen Aufmerksamkeit ruhte jedoch nicht mehr auf mir, sondern in der Ferne, die Schnauze hoch gen Himmel gereckt. Sie zuckte und nur wenig später wandte er sich wieder mir zu. Er packte meine rechte Hand erneut, ich zuckte zusammen. Als ich jedoch realisierte, dass er mich nicht verletzten wollte, zumindest zu diesem Zeitpunkt nicht, schaute ich langsam auf. Ich meinte ein kleines Lächeln in den Mundwinkeln des Wesens zu entdecken, doch die Zeit reichte nicht aus, um es eindeutig zu identifizieren. Er zog mich empor und drängte mich hinter sich, machte Anstalten, mich Huckepack nehmen zu wollen. Entgeistert starrte ich ihn an, schließlich wollte ich mich nicht auf einen Hund setzten! Und auch erst jetzt bemerkte ich den sichelförmigen, blauen Schweif, welcher als Wirbelsäulenfortsatz an seinem Rücken prangte.
»Steig auf. Allein bin ich schneller. Wir müssen weg. Weg von hier. Hier ist es nicht sicher.«, vernahm ich abermals die dunkle Stimme des Fremden. So setzte ich mich gezwungener Maßen auf seinen Rücken, während seine erstaunlich warmen und weichen Pfoten unter meine Oberschenkel fassten und er Fahrt aufnahm.
Die Welt sauste an mir vorbei und in einem wundervollen Farben-Wirr-War vergas ich ganz, dass ich nicht wusste, wo überhaupt ich war.
Geändert von rei (08.06.2012 um 04:40 Uhr)
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30.05.2012, 19:40
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Hope~
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Soooo, ich habe zwar erst geschafft den Prolog zu verinnerlichen und dann Kapitel 1 zu verfolgen, allerdings editiere ich, wenn ich weitergekommen bin... ^-^
Dann versuche ich mich mal an der konstruktiven Kritik...*hust* *räusper*...
Ich finde die Idee, den Prolog als Brief zu verfassen wirklich genial, das habe ich bisher noch nie gelesen, könnte daran liegen, dass ich kaum FF's lese, aber egal, ich finde es wirklich verdammt gut...
Und auch die Art, wie du schreibst, eigentlich kenne ich es ja nur zu gut, aber es haut mich immer wieder auf's Neue vom Hocker, Respekt, Schwesterlein, ich liebe diesen Prolog ♥
Ich konnte die Emotionen förmlich spüren und die Verknüpfung mit Kapitel 1 hat mir die Sprache verschlagen...es ist übrigens wirklich angenehm zu lesen, entgegen deiner Beschreibung, ich konnte es mir wunderbar vorstellen, wie du dich auf die Klappe legst und nachher auf dein weiches Bett hüpfst, mit grüner Bettwäsche mit Blümchen-Muster und das warme Sonnenlicht flutet dein Zimmer...und der Umschwung zum vertieften Lesen des Briefes...ich bin begeistert, wirklich *-*
Also...ich weiß ja nicht ob man das wirklich als "konstruktive Kritik" bezeichnen kann, bei der ganzen Lob-Hudelei, daher ein kleiner Aspekt, den ich zu bemängeln hätte...*HUST!!!*
Mir sind einige Schreibfehler aufgefallen, wie z.B. ... einen Fehler den ich grade nicht wiederfinde ( ._____. typisch me) und ein paar andere wenige Rechtschreibfehler, die aber allesamt "TIPPFEHLER" schreien, also halb so schlimm...xD
Also alles in allem...
WOW
Dörthilein, ich bin begeistert...
Ich bin wirklich scharf darauf, weiterzulesen, wenn ich die Zeit habe, setze ich mich dran! <3
Dein Eberhardlein ♥
Geändert von Tears (30.05.2012 um 19:43 Uhr)
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08.06.2012, 04:40
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Eberhard, du oller Schleimer! D:
Aber danke dir, für deinen tollen Kommentar. ♥
Die ersten Tippfehler geschahen leider dadurch, dass es Engpässe mit dem Betareader gab und ich anfangs nur mit dem normalen Editor schrieb, nun aber mit Word und integrierter Rechtschreibprüfung.
Kapitel 5 - Herzlich willkommen in uns'rer schönen, neuen Welt!
Das monotone Auf und Ab, bedingt durch die schnellen, aber kontrollierten Schritte des Hundes, wurde plötzlich immer unregelmäßiger, bis das Wesen schließlich gänzlich zum Stillstand kam. Mein leicht dösender Verstand wurde durch ein Zischen wach gerüttelt, welches letztlich wohl doch von meinem Beschützer zu kommen schien. Auf was wollte er mich aufmerksam machen? Waren wir dort angekommen, wo er mich hinbringen wollte? Womöglich gar in seinem Hort, wo er mich gleich fressen würde?
Adrenalin schoss mir durch meine Adern und mein Verstand war plötzlich hellwach. Während mein Herz einen Schlag aussetzte, versuchte ich zu erkennen, wo genau ich mich nun befand. Nicht, dass ich irgendetwas wiedererkennen oder aus eigener Kraft herleiten konnte, in welchem seltsamen Spiel ich mich befand, aber mein Instinkt verlangte es, mir einen Überblick über meine Umgebung, meine Situation zu verschaffen.
Ich reckte den Hals und versuchte in meiner eher hängenden Position über die doch ganz hohe Schulter des Tieres zu blicken. Und was ich dort sah, verschlug mir glatt den Atem. Wir befanden uns auf einem recht hoch gelegenem Hügel, bedeckt durch saftig-grünes Gras. Von unserem Standpunkt aus, konnte man die komplette Ebene überblicken. Selbiges Gras bedeckte die gesamte Fläche, glänzte gesund in der roten Sonne und ließ diese Welt für den Augenblick vertraut und heimisch wirken. Bunte Blumensträucher säumten einen Pfad, welcher sich durch das Meer aus Düften schlängelte und zu einem gemütlichen Spaziergang einlud. Eine sanfte Brise kam auf und animierte die Grashalme zu Tanze, ließ sie den Walzer und den Blues tanzen. Ein staunendes Lächeln stahl sich mir auf die Lippen, als ich meinen Blick schweifen ließ, um diese Schönheit in vollen Zügen genießen zu können. Links erkannte man einige rot-sandige Flächen, gleichkommend mit einer heißen Wüste, rechts stürzte ein winziger Bach seinen steinigen Weg hinab auf die strahlende Ebene. Doch als ich es wagte, auch meinen Gehörsinn diesem atemberaubendem Panorama-Bild zu öffnen, erkannte ich, dass ich mindestens ebenso vertraue Tiergeräusche wahrnahm. Zwitschern, quieken, rascheln. Ich fragte mich, ob ich nun aufwachen würde. Ob ich nur träumte und all diese einladenden Sinneseindrücke nicht mein Wecker seien. Doch wie ich feststelle, blieb ich in meinem kleinen Wunderland und ich genoss es in vollen Zügen.
Ich spürte, wie der Druck auf meine Oberschenkel nachließ, und nur wenige Sekunden später, berührten meine nackten Füße des weichen, dämpfenden Boden. Noch etwa zittrig auf den Beinen, schwankte ich ein paar Mal vor und zurück, schaffte es jedoch vergleichsweise schnell, mein Gleichgewicht wiederzufinden, dass ich mich wieder voll und ganz dem Schauspiel zuwenden konnte. Ohne auf meine Begleitung zu achten, gab ich einen vergnügten Quietscher von mir und stürmte auf den Abgrund zu. Ich breitete meine Arme aus, dass sie das mir bis zu meiner Hüfte reichende Gras strichen, und sog die nach Lavendel, Vanille und Minze duftende Luft tief ein.
Plötzlich stieß ich jedoch mit meinem rechten Fuß gegen etwas Hartes. Schmerz durchzuckte mein komplettes Bein, ich verlor das Gleichgewicht und fiel vornüber den Abhang hinunter. Mein Herz setzte erneut einen Schlag aus, während ich mit großen Augen auf den äußerst schnell näherkommenden Boden blickte, welchen ich auch nur wenige Sekunden später erreichte – mit der Nase zuerst. Ich überschlug mich einmal, rutschte schließlich auf meinen vier Buchstaben die restlichen fünf Meter hinab und endete laut lachend in einem großen Haufen Heu. Warum dort Heu lag, statt normalen Grases, kümmerte mich in diesem Moment nicht, viel witziger fand ich die Tatsache, eine aufregende Rutschpartie hinter mir zu haben, welche ich am liebsten gleich wiederholt hätte – wenn mir mein Begleiter nicht sogleich rettend hinterhergesprungen wäre, mich schlussendlich am Kragen meines Schlafanzugshirts gepackt und auf die Beine gezogen hätte. Der Stoff schnürte mir kurze Zeit die Luft ab und ich stieß einige Huster aus, rieb mir den Hals.
»Du musst aufpassen!«, fauchte er mich flüsternd an, was ich jedoch schlichtweg zu ignorieren schaffte.
Während ich mich noch meinen Hals und Hintern rieb, zuckte das Heu vor mir zusammen. Erst einmal, fast unmerklich. Doch reichte es, dass ich vor Schreck in meiner Haltung verharrte und erschrocken den Berg an getrocknetem Gras anstarrte. Erneut zuckte es, ein winziges Quieken war zu vernehmen. Ich hielt den Atem an, versuchte, einen Schritt rückwärts zu tapsen. Ich ließ dieses Vorhaben jedoch bleiben, als ich etwas Gelbes durchscheinen sah und bemerkte, wie dieses gelbe Etwas scheinbar anfing, grelle Kreischlaute vor sich hinzujammern. Ich vermutete, dass ich erneut mein geniales Talent bewiesen hatte, Kinder zum Weinen zu bringen. Hilfe suchend blickte ich zum blauen Hund, welcher mich bloß eines vorwurfsvollen Blickes würdigte. Das Heu hob sich, flog gar einige Zentimeter durch die Luft, da blitzten plötzlich zwei schwarze, große Ohren auf, mit Fell bedeckt. Eventuell war es eine Maus… wobei ich diesen Gedanken schnell verwarf, als ich daran dachte, dass meine Mitfahrgelegenheit auch nicht wirklich als Hund durchgehen konnte.
Die Ohren drehte sich langsam, entpuppten sich an ihrer Wurzel als quietscheentegelb und zeigten mir schließlich ein putziges, tränennasses Mäusegesicht. Glänzende schwarze Knopfaugen und eine rosane Stupsnase rundeten das Ganze perfekt ab, dass ich nicht nur Gewissensbisse verspürte, diesem armen Ding wehgetan zu haben, sondern gleichzeitig ebenso wenig über Wissen verfügte, wie ich dieses nervtötende Schreien ersticken konnte. Hastig blickte ich mich um und suchte verzweifelt nach einem Spielzeug oder eventuellem Futter, als mich dumpfe Schritte aus meiner Unaufmerksamkeit rissen und meinen Blick nach links richtete. Erst dachte ich, das Kleine hätte seine Eltern alarmiert, doch ich sollte wohl eines Besseren belehrt werden. Etwas sehr Schnelles, Schwarzes kam auf uns zugesprungen. Das Kleine weinte unerbittlich weiter, während ich meinen Blick nicht von ihm wenden konnte. Meine Neugierde verlangte nach Kenntnis über die Gattung des Wesens, welches uns scheinbar als sein nächstes Ziel anvisiert hatte. Was sollte ich tun? Was würde es tun? Würde es uns angreifen? Ohne es bewusst wirklich wahrzunehmen, tätigte ich einige Schritte rückwärts und stieß hinterrücks gegen etwas Pelziges. Doch noch bevor ich nachsehen konnte, gegen wen ich gestoßen war, ertönte ein lautes Brüllen, als sei der Blitz direkt neben mir eingeschlagen. Erschrocken blickte ich auf das schwarze Fremde. Es setzte zum Sprung an, stieß sich vom Boden ab, machte sich lang. Als würde es in Zeitlupe an mir vorbeischweben, erkannte ich einzelne Muskeln auf dem sehr kurzen Fell des Wesens. Es erinnerte mich an einen Hund. Weiße Hörner zierten seinen massiven Schädel, welcher sicher nicht dazu gemacht war, kleine, schmackhafte Himbeeren von Sträuchern zu pflücken. Knochenstränge zogen sich durch das Rückenmark, stellten ein realitätsverzerrtes Abbild eines Höllenhundes dar. Kettenartige Ringe an allen vier Pfoten, tödliche Krallen zum Reißen bereit. Das Maul öffnete sich, spitze Zähne säumten sein Maul und fixierten das kleine Mäuslein. Geschockt schaute ich zu, wie es das Kleine fast berührte, als plötzlich ein ca. zwei Mal so großer, orangen-glänzender Schädel von oben herab stieß, die Zentimeterlangen Reißzähne in die Rippen des Hundes bohrte und ihn unter einem kläglichen Quietschen emporzog.
Ein erstickter Schrei entfuhr meiner Kehle, meine Knie gaben nach und ich sank zu Boden, warf meinen Kopf in den Nacken, um das Ungetüm beobachten zu können. Ich erkannte gerade noch einen durch eine sehr stark lodernde Flamme gesäumten, meterlangen Schweif, wie er über uns hinwegzischte. Anschließend vernahm ich ein ohrenbetäubendes Bellen, welches entfernt an einen Rottweiler erinnerte. Ich schaute nach links und erkannte zwei weitere Wesen dieser Höllendhundeart. Geschockt beobachtete ich sie, wie sie augenblicklich Kehrt machten und dem orangenen Etwas nachliefen, welches ab dann über die Ebene zu kreisen begann, seine Beute fest im Mal. Mächtige Schwingen schlugen auf und ab und ließen das Ungetüm wie eine Feder durch die Luft schweben. Starke Hinterbeine konnten eine punktgenaue Landung mit möglichst viel Federung wohl perfekt garantieren, der mächtige Schädel ebenfalls durch zwei Hörner gesäumt.
Zwei blaue Feuerbälle rasten mit einem lauten Rauschen auf den Drachen zu, verfehlten ihn jedoch durch eine elegante 180°-Wende. Ein erneutes Brüllen erschallte, die errungene Beute fiel gen Boden und erschien mir schrecklich leblos. Der Drache machte erneut Kehrt und steuerte nun auf das Rudel zu. Er öffnete sein riesiges Maul, schien tief Luft zu holen und spie urplötzlich einen heißen, gigantischen Feuerstrahl auf die Hund hernieder, dass er im Flug eine verkohlte Schneise hinterließ. Mir stockte der Atem, ich schlug mir die Hände vor die Augen und kniff diese ganz fest zu. Ich hoffte so sehr, dass es nur ein Traum war… so sehr.
Ein Heulen, wie ich es vom Kratzen eines Nagels an einer Schultafel gewöhnt war, ließ mich erneut heftig zusammen zucken. Meine Hände wanderten zu meinen Ohren, versuchten sie zu schützen. Ein kalter Schauer raste meinen Rücken hinab und meine Augen schlugen auf. Ich sah, wie bläulicher Rauch den langen Hals der Echse umgab und sie für kurze Zeit strauchelte, sich jedoch schnell wieder erholte und einen zweiten Feuerschwall auf seine Gegner hinabregnen ließ. Was mir aber erst im zweiten Augenblick klar wurde, war, dass der blaue Schimmer nicht von den Hunden, sondern von einem auf zwei Beinen stehenden Hund kam – mein Hund!
Mir klappte die Kinnlade hinab, als ich erkannte, wie er zwischen seinen verkrampften Pfoten eine blau leuchtende und stark rotierende Kugel erschuf, wie sie blitzte und zuckte.
»Nein… nein… hört auf… hört auf…!«, winselte ich kaum hörbar, während ich spürte, wie mir warme Tränen meine erhitzten Wangen hinabliefen.
Die blaue Kugel wurde mittels eines Stoßes abgefeuert, streifte den Drachen jedoch lediglich an seiner Schweifspitze und schien ihn so nicht Mals zu kitzeln. Ein weiterer, blauer Feuerball schoss gen Himmel, traf laut knallend in den rechten Flügel des Monstrums und ließ erneuten, schaurigen Kreischer ertönen. Durch den wohl recht starken Schmerz, verlor das Tier rapide an Höhe, dass es nur noch etwa zwei Meter über dem grasigen Boden verzweifelt vor sich hin flatterte, wohl in der Absicht, schnellstmöglich luftige Höhen zu erreichen. Einer der Hunde hetzte auf den Mörder seines Rudelmitglieds zu, wobei mir auffiel, dass die Zähne seines Mauls seltsam blau aufzuckten, als würde Starkstrom durch jene fließen. Nur noch ein paar Meter, dann hatte es die Echse erreicht. Der Gehörnte setzte zum Sprung an, machte sich lang, riss das Maul bis zum Anschlag auf und erwischte den Angreifer am Gelenk des linken Flügels. Erneut kreischte das Opfer auf, noch schriller, noch grausiger als zuvor, und begann zu zucken und blitzen. Es versuchte sich verzweifelt gegen den Griff des Hundes zu wehren, jedoch vergeblich. Der Teamkamerad des Jägers nutzte die Chance, um mit ebenfalls britzelndem Gebiss auf die Kehle des leidenden Drachen zu zuhasten. Ich hoffte, betete, dass meine Bekanntschaft sich heldenhaft in das Geschehen stürzen würde, doch seine Reaktion blieb aus. Regungslos blieb er stehen und starrte dem verzweifelten Schuppentier zu.
Ein matschendes Geräusch war zu vernehmen. Ein letzter, erstickter Brüller. Gurgelnde Geräusche. Ein schneller Blick zum Drachen bestätige meine Vermutung. Der Hund hatte ihm grausam die Kehle aus dem Hals gerissen, dass das Blut nur so in Strömen lief und nur kurze Zeit später, machten sich die Beiden blutbefleckt über ihre Beute her. Sie rissen ihm die Schuppen aus, labten sich am rohen Fleisch und vergasen sowohl mich, als auf das kleine Mäuschen. Mein Magen begann auf die Bilder zu reagieren und ich wandte den Blick ab.
Etwas Warmes umschloss mein linkes Handgelenk, ein sanfter Ruck zog mich zurück auf meine Beine. Tränen flossen noch immer zu Boden, die andere Hand versuchte die Augen zu bedecken.
»Ich habe dich gewarnt… dir gesagt… dass dieser Ort nichts für euch Menschen ist.«, wisperte mir die vertraut-raue Stimme des Hundes zu und er zog mich bedacht-leise in die entgegengesetzte Richtung davon.
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