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Mischblut

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    • Hups, sorry, habe mal so eben zwei Kapitel verpasst. xD Und das hier ist übrigens ein Life-Kommentar! :D

      Im absoluten Vergleich jedoch konnte die St. Gato nie den Ruhm der großen Notre-Dames erlangen.

      Etwas anderes hätte ich in Frankreich auch nicht erwartet. :o

      Aber er ist nicht die Person, die sich Gedanken um das Wohlergehen des Landes macht. Er meint es vielleicht nicht böse, aber er agiert in seinen Handlungen absolut egozentrisch. Essen, Trinken, Frauen, Feste, Sport, Malerei, Spiel, Jagd. Subjektiv betrachtet mag dieses Leben beneidenswert erscheinen, aber als König muss man zum Ausgleich dieser Privilegien auch verdammt nochmal dafür Sorgen, dass Probleme innerhalb seines Reiches gelöst werden. Wenn irgendein Land auf die Idee kommt, hier einzufallen, dann werden sie maximal auf den Widerstand der ansässigen Bevölkerung stoßen, da der Großteil der Armee quasi als Garde des Königs fungiert.

      Guten Tag, Joffrey Baratheon! :wink: :kotz:

      Wir könnten uns direkt dorthin teleportieren, allerdings würde ich auch gerne etwas die Region und die Landschaft zeigen.
      #
      Ich danke dir vielmals. :anbeten2:

      Einige Pokémon, die hier aufzufinden waren, kannte ich lediglich aus Geschichten, von Bannern, Wappen oder Hellebarden.



      Flammeküeche

      Was ist denn hier passiert? :tlol:
      Und dann schon wieder? Was ist das für ein Wort? :(

      "Ich bin wirklich nicht das Pokémon, dass Beweihräucherung und Selbstbestätigung um jeden Preis erlangen möchte, Sheila ... aber ich vermute, dass du gleich selbst sehen wirst, wieso ich Jérôme für keinen guten Herrscher halte", warf der Geißbock skeptisch seine Schatten voraus. Es schien sich etwas anzubahnen ...

      Jetzt bin ich wieder dankbar, dass es zwei Kapitel sind. xD

      Also, eine schöne Stadt und eine schöne Landschaft. Glücklicherweise kein Teleport diesmal! :D Ich komme zwar mit den Städtenamen immer durcheinander und weiß nie wirklich, wo man jetzt genau ist (zu faul, um nachzugucken, wo die Städte liegen :ups: ), aber ich vermute mal, dass der Drachenfluss als Grenze der Rhein ist. xD Übrigens erstaunliche viele Game-of-Thrones-Anspielungen in diesem Kapitel. :o Schön! :freu:

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      Der Himmel verdunkelte sich, dunkelgraue Wolken schoben sich über die Stadt und Scharen von Bauern, Handwerkern, Bäckern und Kaufleuten begannen, sich in ihren Häusern zu verbarrikadieren.

      Das offizielle "Böse-Leute-im-Anmarsch-Klischee" (oder "Cliché"; ich glaube so gefällt dir das besser... xD)! :D

      [...] japste Kagayaku, als sie fast im Sturzflug von ihrer Aufklärungstour in der Luft zurückkehrte [...]

      Es gab mal eine Zeit, da hat man Auskundschafter noch mit einem geziehlten Pfeil vernichtet (man erinnere sich an Troja)! :(

      Deine Attitüde momentan gefällt mir überhaupt nicht. [...] Wer ist denn hier das Gehirn von uns beiden?

      Da haben wir die Maribelle von Mischblut! :bg:

      An deiner Stelle würde ich lieber aufpassen, dass du mit deiner schwarzen Seele danach nicht auf dem Scheiterhaufen landest, Dämönenweib!

      Das war nicht nett! D: Zumindest weit unhöflicher als dass, was Kagayaku von sich gegeben hat. :c

      Ihren zweiten Satz konnte ich allerhöchstens erahnen, wahrscheinlich hatte sie mich verflucht und mir tausend Tode gewünscht.

      Geschieht dir recht, Dämonenweib! :blah: Na gut, entschuldigung, Sheila. :sorry:
      [...] aber das begünstige nur meine Aufgabe, den Durchgang zum Stadtkern bis in alle Ewigkeiten zu blockieren.

      Ich liebe diesen Satz. :ws:

      Puh, das war eine Schlacht. >______> Und Yomi; nooooooooooooin! :jammer: Auch wenn ich nie wirklich ihr Fan war, stimmt mich das Geschehene traurig. :'( Lass sie bitte nicht dahinscheiden! Wir haben schon genug Tote in dieser Schlacht! D: Aber dafür war die Schlacht an sich bombig und ich wage mal zu befürchten, dass dieser Jérôme I. von irgendjemanden wachgerüttelt wird und die Gegenoffensive einleitet! >:(


      Hoc est enim corpus meum. Hermione saltica, regina festorum, saltatrix summa, mimema inclyta, malefica fabulosa, arbitratrix Vesperae Omnis Sanctae.


    • Vielen Dank für dein Kommentar! Tolle Bilder hast du dort gefunden! :O


      Also, eine schöne Stadt und eine schöne Landschaft. Glücklicherweise kein Teleport diesmal! :D Ich komme zwar mit den Städtenamen immer durcheinander und weiß nie wirklich, wo man jetzt genau ist (zu faul, um nachzugucken, wo die Städte liegen :ups: ), aber ich vermute mal, dass der Drachenfluss als Grenze der Rhein ist. xD Übrigens erstaunliche viele Game-of-Thrones-Anspielungen in diesem Kapitel. :o Schön! :freu:

      1. Das liegt im Osten von Frankreich (Elsaß/Strasbourg westlich von Baden-Württemberg), der Drachenfluss ist der Rhein :)
      2. Ich habe Game of Thrones nie gesehen O_O

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      Das offizielle "Böse-Leute-im-Anmarsch-Klischee" (oder "Cliché"; ich glaube so gefällt dir das besser... xD)! :D

      Ja, man braucht halt immer stereotypische Böse xD


      Es gab mal eine Zeit, da hat man Auskundschafter noch mit einem geziehlten Pfeil vernichtet (man erinnere sich an Troja)! :(

      Naja, so ein Pfeil haut Kagayaku jetzt nicht um xD


      Da haben wir die Maribelle von Mischblut! :bg:

      Maribelle aus Fire Emblem? Wieso, was zeichnet sie denn aus (nie gespielt)? :lol:

      Das war nicht nett! D: Zumindest weit unhöflicher als dass, was Kagayaku von sich gegeben hat. :c

      Manchmal ist man auch auf 180 und sowas entsteht dabei. Sheila ist auch nur ein Tiermensch :(


      Puh, das war eine Schlacht. >______> Und Yomi; nooooooooooooin! :jammer: Auch wenn ich nie wirklich ihr Fan war, stimmt mich das Geschehene traurig.

      Wie kann man kein Fan von Yomi sein, sie ist so süß..und lieb... :(


      Keine Sorge, welche politischen Veränderungen es geben wird, habe ich schon detailliert im Kopf. Es könnte etwas kompliziert werden, aber ich hoffe, ich kann das umsetzen. :D

      Chunichi Dragons Ultras Kuwana & Yokkaichi
    • 2. Ich habe Game of Thrones nie gesehen O_O

      Die Bilder sind die Pokémon-Versionen von denen hier:

      Und da ich vorhin bei Google mit der Suche nach "game of thrones pokemon" diese gefunden habe, musste ich bei deiner Beschreibung direkt daran denken. ;)

      Und Joffrey Baratheon ist der allseits bekannte "Bitchking", der ungefähr genauso ist, wie du Jérôme I. beschrieben hast, abgesehen davon, dass er wesentlich... bitchiger ist. :)

      Maribelle aus Fire Emblem? Wieso, was zeichnet sie denn aus (nie gespielt)? :lol:

      Maribelle ist eine Adlige, die stets auf ihre Mitmenschen herabschaut und vesucht, ihre Audrucksweise und Art generell auf ihr Niveau zu bringen. Sie sieht sich nicht nur als besser und schlauer, sondern ist es auch meistens (zumindest schlauer). :D

      Wie kann man kein Fan von Yomi sein, sie ist so süß..und lieb... :(

      Ausnahmsweise bin ich mal nicht Mainstream. xD Ja, ich mag nicht immer die, die alle anderen mögen. :) (KAGAYAKUUUUUU :haare2: )


      Hoc est enim corpus meum. Hermione saltica, regina festorum, saltatrix summa, mimema inclyta, malefica fabulosa, arbitratrix Vesperae Omnis Sanctae.
    • Kapitel XXII: Velanidia

      Velanidia = griechisch "Eiche"

      Vokabeln:
      la choix = Die Wahl

      Orte:
      Somna = Somme (Fluss)
      Camon = Colmar
      Milosse = Mulhouse



      Das Kadabra glühte in sämtlichen Regenbogenfarben, wie noch soeben die Steinfedern, die Rüstungen und Kettenhemden durchbohrt hatten, und sorgte in einer Stadt, in der alle Öllampen zerschlagen waren, kurzzeitig für das einzige Licht unter einem finsteren Wolkenhimmel. Den Schmerz, der in meiner Flanke und meinen Schulterblättern pochte, spürte ich während des Teleports intensiver als je zuvor, da das Gejammere und Gewimmere rund um mich erstummte. Doch dabei wünschte ich mir so sehr ein Schluchzen von Yomi zu hören, einfach nur ein Zeichen, dass sie noch lebte. Der kleine, durchbohrte Brustkorb rührte sich keinen Millimeter. Oder bildete ich mir das nur aufgrund der Rüstung nur ein? Ich wusste in diesen Momenten selbst nicht mehr, was ich glauben konnte, was ich glauben sollte und was nicht.
      Wie ein Eisen in einer Schmiede wurde die Stadt von Amyaan in ein sanftes, orangefarbenes Licht gehüllt. Ein komplett wolkenloser Himmel begrüßte eine Horde pitschnasser Kämpfer, deren Körper, übersät mit den Brandmalen des Krieges, jeden Moment energielos zusammenklappen konnten. Redete ich nur von mir? Als Erstes setzte ich mich auf den mit Laub übersäten Boden, um nicht mehr so fürchterlich schwanken zu müssen. Ich stand kurz vor der Ohnmacht, doch ich durfte jetzt nicht mein Bewusstsein verlieren! Yomi hatte es viel schlimmer getroffen als mich. Ihr Überleben zu sichern hatte fortan oberste Priorität.
      Eine ungefähr fünfzehn Mann hohe, gesunde, üppige Eiche, die rundherum mit fruchtigen Fliegenpilzen bedeckt war, erbrachte die atemberaubende Leistung, einer Kathedrale, die der in Raimis oder Torra fast exakt glich, die Stirn zu bieten. Im Gegensatz zu den anderen Großkirchen fiel die Notre-Dame von Amyaan durch ihre ungleich hohen Seitentürme auf, denn die von mir aus gesehen linke Seite schien etwas höher. Maximal zwei Minuten westlich entfernt beanspruchte das schneeweiße Gebäude sämtliche Aufmerksamkeit für sich, doch wenn es bereits so viele gab, stumpfte die Begeisterung wohl etwas ab; zumindest erging es mir so. Denn diese Eiche war kein gewöhnlicher Baum, ganz im Gegenteil, man hatte in den soliden Baumstamm eine Art Haus gebaut!
      "Los, mitkommen!", rief mir eine herrisch stolzierende Kagayaku zu, die mir nicht viel Zeit zum Bewundern bot. Natürlich nicht, es ging immer noch um Yomis Rettung. So zu denken war ziemlich selbstsüchtig von mir, auch wenn mir das Reisen gewiss Spaß machte, meistens zumindest. Neben Marc folgte auch das Kadabra gehorsam, während Kagayaku selbst mit größter Mühe Yomi trug.
      "Stéphanie! Öffne uns die Tür, wir haben einen absoluten Notfall dabei! ... Stéphanie? Aufmachen! Sacrebleu, hast du etwas an den Ohren? Wundern würde es mich ja ...", polterte die Sphinx, als uns plötzlich ein Ohrdoch von innen her Zugang zum Inneren des Baumes verschaffte und das vom Klange der Not begleitete Gezeter abrupt abbrechen ließ.
      "Meine Fürstin ... Ich bitte um Vergebung, dass ich Euch habe warten lassen. Ich hielt mich lediglich in einem der hinteren Räume auf ... Legt sie vorsichtig auf den Altar. Ich bin nun vollkommen einsatzbereit!", sagte das Normal-Pokémon mit den langen, gekräuselten Ohren und dem bauschigen Schweif.
      "Fürstin? Ich hielt dich lediglich für jemanden, der sich zeitweise hier aufhält, bis er seinen perfekten Ort gefunden hat! Wieso hat Jérôme dich zu einer Fürstin ernannt? Was ist dann Setsuna?", wollte ich wie ein kleines, stets nach Wissen dürstendes Kind in einer vollkommen fremden Umgebung wissen. Gewissermaßen war es dies auch, lediglich mit etwa zwanzig Jahren Verspätung.
      "Jérôme doch nicht. Jeder kann Fürst werden, wenn er das gewisse Charisma ausstrahlt, denn der König bekommt von der Sache nichts mit. Außerdem fließt in meinen Adern sowieso königliches Blut. Daher gehört dieser Ort quasi mir. Setsuna hat sich noch keine Stadt angeeignet, aber vielleicht überlegt sie sich das Ganze irgendwann anders. Wir können nachher weiterplaudern, wenn Yomi über das Schlimmste hinweg ist", erklärte mir Kagayaku stolz, als sie Yomi auf einen erhöhten Altar legte, dessen Oberfläche mit Kräutern, Moos und Pilzen bewachsen war. Wenigstens hatten die Fliegenpilze innerhalb des Baumes nichts zu suchen, denn ansonsten hätte ich schwer an der Kompetenz der zuständigen Leute gezweifelt. Ich sah, dass Yomi immer noch lebte. Ihre Atmung schien unregelmäßig, doch noch gab es eine Möglichkeit. Es musste sie geben!
      Nachdem Kagayaku unsere schwerverletzte Freundin auf dem Altar inmitten des zentralen Raums der gigantischen Eiche abgelegt hatte, kramte sie so lange in ihrem Beutel, bis sie ein schwarzes Lederarmband ergriff und dieses an ihrem rechten Unterarm anbrachte. Doch das Armband selbst schien langweilig - vielmehr war es ein in den Farben Grün, Blau und Violett strahlender, runder Stein, der daran angebracht war. Als die ebenfalls schwer angeschlagene "Fürstin von Amyaan" zu einer kleinen Lücke in der Rinde schritt, aus der Sonnenlicht in das Innere des Baumes eintrat, begann der Stein hell aufzuleuchten. Doch nicht nur das, sondern auch dieses Ohrdoch namens Stéphanie begann, von einer Sphäre grellen Lichts umgeben zu werden. Bereits wenige Wimpernschläge später blickte uns ein fast gleich großes Ohrdoch mit warmen, hellroten Augen an, das unmittelbar danach begann, den Blick auf die unruhig schnaufende Yomi zu richten. Stéphanie bewegte ihre Ohren, nun spitz und aufgerichtet, sehr feinfühlig, als sie begann, den Bolzen aus Yomis Körper zu entfernen. Das übliche Rosa war einem klaren Weiß gewichen und es schien fast, als träge sie einen Mantel und Schuhe.
      "Kann ich sie dir komplett anvertrauen? Ich wünsche mir nämlich, mein beflecktes Gesicht abzuwaschen", sagte Kagayaku, die sich bereits in die andere Richtung gedreht hatte.Wenn ich ehrlich war, wollte ich nicht unbedingt dabei zusehen, wie das verwandelte Ohrdoch Wunden schloss und reinigte. Ärztin wäre ganz sicher kein Beruf für mich gewesen.
      Unsere zugegebenermaßen etwas außergewöhnliche Ärztin neigte lediglich etwas den Kopf nach links, als sie ihrer Meisterin antwortete: "Selbstverständlich, schließlich habt Ihr das schon getan. Außerdem bin ich nicht allein, denn Celebi wird stets über diese Eiche und die in ihr Zuflüchtigen wachen, wie sie es schon seit Jahrzehnten oder Jahrhunderten in einer Welt voller Rauch und Feuer getan hat. Alle Freunde des Waldes sind Gesegnete Celebis. Doch ... wünscht Ihr keine medizinische Behandlung? Es ist elementar wichtig, die Wunden so schnell wie möglich zu reinigen, sonst entzünden sie sich womöglich noch!"
      "Schicke mir ein paar andere Ohrdoch hinterher. Die können mich am Ufer der Somna auffinden, denn hier würde ich dich nur ablenken. Du weißt selbst, dass Kommunikation das Allerwichtigste beim Heilen ist.", entgegnete Kagayaku, die mit ihrem alles andere als gewöhnlichen Dreiergespann zum nahegelegenen Flussufer aufbrach. Schließlich lief uns das Kadabra weiterhin hinterher.

      "Ich heiße Pierre. Oder Peter. Dies ist allein eure Wahl" stellte sich das bärtige Psycho-Pokémon unserem verbliebenen Trio vor.
      "Wie jetzt? Du weißt selbst nicht mehr genau, wie du heißt? Ich hoffe doch, dass du klar bei Sinnen bist, oder?", fragte Kagayaku überrascht, als sie unseren Retter in der Not anblickte.
      Das Kadabra hatte nicht mehr als ein müdes Lächeln für diese Frage übrig. Es erläuterte: "Nein, eben nicht. Mein Vater stammt von der rechten Seite des Drachenflusses, meine Mutter von der linken. Sie konnten sich nicht wirklich auf einen Namen einigen, der doch eigentlich die selbe Bedeutung mit sich trägt."
      "'Der Fels' ist für ein kerniges und unzerbrechliches Gesteins-Pokémon wie dich natürlich eine hervorragende Choix", merkte Marc sarkastisch an, der sich bereits im Döszustand befand. Auch er musste sich von seinen im Gefecht erlittenen Wunden erholen.
      "Nun, das passiert. Genauso gibt es kaiserliche Leute in Strachou und hiesige im Reich. Normalerweise gibt es keine Probleme unter den normalen Bürgern. Das Militär verursacht doch die Zwietracht zwischen den Pokémon und den Menschen beider Seiten! Dieser Heinrich von Feldhahn soll ein ganz niederträchtiger Kerl sein, so bestätigte es mir zumindest mein erster Eindruck. Demnächst hat er es sicher auch auf Camon und Milosse abgesehen, glaubt mir. Wenn ihr nun glaubt, dass dieser Ehrgeiz einseitiger Natur ist, habt ihr euch getäuscht. Nun, ich werde morgen wieder an der Eiche erscheinen.", informierte uns Pierre über die Situation an der Grenze der beiden Länder, bevor er sich in den Gassen der Stadt verlor.

      "Also, über was wolltest du mit mir sprechen? Wie du Fürstin geworden bist? Wie du Celebi getroffen hast?", fragte ich eine komplett gesäuberte Kagayaku, deren sonnengebräuntes Gesicht nun wieder vollständig von der getrockneten Blutkruste befreit war.
      "Celebi habe ich nie getroffen, vielleicht handelt es sicher hierbei lediglich um ein Gerücht. Vielmehr möchte ich dich aufkläre, wieso ich mich so oft wie eine Königin aufführe", antwortete sie, während sie an ihren Fingern herumspielte.
      Bald würde dieses Mysterium endlich gelöst sein, ich konnte es kaum erwarten!
      Kagayaku kratzte sich gemütlich an ihrem Hals und redete, als handelte es sich hierbei um die normalste Sache der Welt: "Na, weil ich eine Königin bin. Schau mich nicht so pseudoüberrascht an! Höre zu, lausche ganz genau. Ich hasse unnötige Fragen und Zwischenfragen sind kein Deut besser. Also ...laut der Thronfolge bin ich die Zweite, die den Anspruch auf den Thron des Reiches Mu erhebt. Jetzt fragst du dich selbstverständlich, wo das liegt. Mu ist ein Kontinent in einem großen, gewaltigen Meer südlich und südöstlich der östlichen Reiche ... gewesen. Genau genommen ist der Kontinent Mu mit einem östlichen, um einiges größeren Kontinent verwandt, doch diesen lassen wir mal außer Acht. Du musst dir lediglich merken, dass eine gewisse Verwandtschaft zwischen diesen Völkern besteht."
      Moment. Das ging mir jetzt schon etwas zu schnell. Es gab mindestens zwei weitere Kontinente jenseits des östlichsten Endes der Welt? Ich wusste, dass Kagayaku exotisch war, aber ich dachte immer, dass sie aus diesen Reichen auch stammen würde. Der seltsamste Teil ihrer Ausführung stellte allerdings immer noch das "gewesen" dar. Wie konnte ein Kontinent aufhören, zu existieren? Das war schlichtweg nicht möglich, oder? Zweifel breitete sich in meinem Kopf aus, zweifel, der massiv an meinem bisherigen Blick auf die Welt als Gesamtgebilde rüttelte.
      Kagayaku ließ sich nun rückwärts in die Wiese am Ufer der Somna fallen und schloss die Augen, bevor sie ihre Chronik weiter berichtete: "Es gab in Mu alle möglichen Wesen. Pokémon, Menschen und Sphinxen. Die Sphinxen waren selbstverständlich die besten, weshalb sie später die Königsfamilie stellten. Wer auch sonst? Man vermutet, dass wir zum Teil Mensch und zum anderen Teil Pokémon sind, irgendwas dazwischen, aber mehr weiß darüber niemand. Viele Aufzeichnungen gingen schließlich auch verloren, doch unsere Pokémonahnen sind wahrscheinlich schon seit längerer Zeit ausgestorben. Sphinxen waren geflügelte Raubtiere von sehr kleiner Statur, wenn man es mit heutigen Verhältnissen vergleicht. Denn um die Beute an den Küsten Mus zu erwischen, musste man klein, leicht und wendig sein, um gut in der Luft manövrieren zu können. Als die Sphinxen begannen, sesshaft zu werden und sich eine Herrscherdynastie herauskristallisierte, wurde hochgradig in Ackerbau und Fischerei investiert. Plötzlich war Nahrung für jedermann vorhanden, ohne dass man Jagen gehen musste. Das damalige Mu wuchs zu einer modernen Hochkultur heran, die den hiesigen in allen Punkten in seiner letzten Ära überlegen war und ihre Ideale der Schönheit und Kunst widmen konnte. Gold, soweit das Auge reichte, von Palästen bis Statuen. Kannst du mir soweit folgen?
      Gut ... also, je länger die Sesshaftigkeit andauerte, desto wohlhabender wurden die Einwohner und desto drastischer sank der Hunger im Land. Männliche Sphinxen wuchsen schon bald zu einer Größe heran, die die unsere um mehr als zwei Köpfe übertraf. Diese Größe musste durch Muskeln und Knochen getragen werden, doch nun war es den Herren nicht mehr möglich, weg damit zu fliegen. Sie waren schlichtweg dank ihres Wachstums zu schwer geworden, während die weiblichen Sphinxen noch fliegen konnten. Da durch die ausreichende Sättigung durch Nahrung die Jagd im Flug auch biologisch nicht mehr notwendig war, verstümmelten die Flügel der Männer immer weiter, bis sie sich irgendwann ganz zurückbildeten. Dies erklärt also, warum nur noch weibliche Sphinxen Flügel besitzen. Außerdem hatten die Männer stark behaarte Gliedmaßen und Gesichter. Darauf kann ich getrost verzichten.
      Nun ... der Reichtum und das Gold erzeugten Gier und Neid. Sowohl aufseiten der Menschen als auch der Sphinxen, die sich untereinander zu raufen begannen. Schon bald versuchte jeder, selbst nach der Macht und den königlichen Schätzen zu greifen und ein blutiger Bürgerkrieg entflammte. Auch die Pokémon waren daran beteiligt. Letztendlich zahlten alle drei Seiten einen immensen Blutzoll, von dem sich das Land lange nicht erholen sollte, doch die Gefechte gingen weiter ... und weiter ... und weiter ... Erdbeben ... Erdkräfte ... Geofissur ... Eruption ... Hydropumpe ... Donner ... und irgendwann hatten die himmlischen Kräfte genug von dem Treiben. Bitte frage mich nicht zur Religion von Mu aus, darüber weiß ich nichts, wieso dem so ist, werde ich dir gleich erklären." Kagayaku streckte sich einmal kräftig und rollte sich auf der nun nächtlichen, aber immer noch sommerlich warmen Wiese zur Seite hin und her wie ein verspieltes Evoli.
      "Bitte erzähle weiter! Was ist danach passiert? Du wirst dich doch jetzt nicht schlafen legen, oder?", klagte ich mit nervös zuckenden Spitzohren.
      Einige Atemzüge Schweigen musste ich mit ungeduldigem Warten überbrücken, bevor ich eine Antwort - oder besser gesagt eine Frage erhielt: "Rate doch mal. Wie kann es sein, dass eine nach Geschlechtern ausgewogene Population von Sphinxen plötzlich so stark abnimmt, dass es fast nur noch Weibliche gibt? Yomi habe ich übrigens genau die gleiche Frage gestellt."

      Chunichi Dragons Ultras Kuwana & Yokkaichi
    • Kagayaku ist also eine Königin. Nun, das erklärt ihre immer öfter herausfliegenden Sicherungen natürlich voll und ganz, so verzogen wie sie da sein muss.
      Ich habe leider überhaupt nichts für "Adel" und dergleichen übrig, das macht sie mir gleich nochmal unsymphatischer. :lol:

      Ein Ohrdoch in Frankreich? Passt! :) Hättest du stattdessen eines dieser dauerkiffenden Chaneira genommen, ich hätte ernsthaft an deinem Verstand gezweifelt. :lol:

      Peter das Kadabra. Ich nenne ihn Peter, passt mMn besser zu einem Pokémon, welches wie ein alter Chinese mit Fuchsschwanz aussieht. ;)
      Auf den werten Herren Heinrich von Feldhahn bin ich aber mal gespannt, ich wette, der ist totaaaaal friedliebend und kann keiner Fliege was zu Leide tun. Ganz bestimmt. Der will bestimmt nur spielen.

      Und dann noch die Geschichte des Reiches Mu...wie heißt es doch so schön? "Die Ersten den Tod, den Zweiten die Not und den Dritten das Brot!"
      Nur leider endet das stets darin, dass sie, ob Menschen oder offenbar auch Sphinxen fett, träge und überhehblich werden. Und dann geht der Spaß von vorne los! :bg:
      Finde ich sehr hübsch erzählt, und vor allem scheint es im Rahmen der Geschichte auch überaus realistisch.
      Ich kann mir auch nur zu gut vorstellen, was aus den sattgefressenen, nichtsnutzigen Männchen geworden ist...nur, wo sollen dann in Zukunft die Weibchen herkommen? Darüber hätte man in Mu vielleicht mal nachdenken sollen, meine ich. ;)

      Hauptsache ist aber, dass Yomi wieder gesund wird! :(
    • Selbstverständlich gehören Kapitel #22 und #23 zusammen, wie das schon desöfteren bei meinen Geschichten der Fall war. Schließlich müssen ja noch einige Fragen beantwortet werden, die ich euch in #22 schuldig geblieben bin. :)

      @Curiosity: Vielen Dank! :D Für Heinrich musst du dich leider etwas gedulden, der kommt noch nicht sooo bald. Im Gegensatz zu dir fasziniert mich Adel allerdings schon! Lass Kagayaku in Frieden, sie ist auf ihre Art ganz, ganz liebenswert und knuffig. :grrr: :lol:
      Ich finde Ohrdoch generell süßer als Chaneira. Die Farben gefallen mir bei beiden nicht so, aber das neue Ohrdoch...wow. Génial.

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      Kapitel XXIII: Vithismenos

      Vithismenos = griechisch "versunken"

      Vokabeln:
      Apaise-toi! = Beruhige dich!
      la transformation = der Wandel

      Orte:
      Kagos = Kagoshima (Südjapan)



      Da Kagayaku vorher erwähnt hatte, dass Mu einst ein Kontinent GEWESEN war, so dürfte dieser nach reiner logischer Schlussfolgerung nicht mehr existieren. Doch ein Kontinent mitten im Meer, der nicht mehr existierte, würde alle seine Bewohner ertrinken lassen.
      "Die Bewohner Mus sind alle ertrunken, weil der Kontinent zerbarst?", fragte ich.
      Nun richtete Kagayaku ihren Oberkörper wieder auf und blickte in den sternenklaren Nachthimmel von Amyaan, an dem Papungha, Elfun und Waumboll wie federleichte, fluffige Bäusche flogen. In Scharen umkreisten sie den Fluss, den Baum und die Kathedrale, als hätten sie hier ihr Paradies für die Ewigkeit gefunden.
      "Die Männer konnten ohne ihre Flügel nicht fliegen. Dazu muss ich auch sagen, dass viele Sphinxen die verhältnismäßig lange Flugstrecke nicht überlebt hatten. Einige trugen ihre Kinder bei sich und brachen irgendwann unter der Gewichtslast zusammen, sodass beide im Ozean ertranken. Mu wurde von keinem anderen Land auch nur ansatzweise bedroht und hatte nur eine minimale Flotte zur Verfügung. Der Schiffsbau war einfach nicht notwendig gewesen, weder für den Handel noch für das Entdecken neuer Länder, da sie in ihrer Heimat alles zur Verfügung hatten. Als der Kontinent auseinanderbrach und von den Wassermassen verschlungen wurde, ging alles ganz schnell. Menschen und Landpokémon fanden wohl in ihrer Gesamtheit den Tod, während die meisten Flug-Pokémon problemlos zum geografisch nächsten Ort im Osten aufbrachen. Die Sphinxen allerdings wollten nicht mit dem Nachbarreich kollidieren, da sie als Neuankömmlinge so oder so stets im Nachteil sein würden. Sie erhofften sich einen großen, leeren Platz, der neu besiedelt werden konnte, doch im Endeffekt hatte der Mensch bereits überall seine Zelte aufgeschlagen.
      Auch die Königsfamilie versuchte zu flüchten, als es fast zu spät war. Der Herrscher wurde vom wütenden Mob, der ihn für den Untergang des Reiches verantwortlich machte, mit einem Pokal aus Gold erschlagen, obwohl sie alle das Chaos herbeigeführt hatten. Da eine Zäsur auf dem Kontinent nicht möglich war, versuchte die Königin, ihre beiden Töchter zu retten. Da sie nicht beide tragen konnte, half eine andere Sphinx mit und transportierte die älteste Tochter auf dem ungewissen Weg nach Norden über die stürmische See. Hinter den Sphinxen brachen die Tempel und Paläste, Zeugnisse Jahrhunderte alter Kultur, in sich zusammen wie ein Kartenhaus, als hätten Millionen von Digdri den Untergrund komplett ausgehöhlt. Doch die Schar würde in ihrer Entität nie das rettende Ufer erreichen, denn Land war einfach nicht in Sicht. Die Hungrigen und Schwachen stürzten unter klagenden Schreien und mutlosem Heulen ins Meer. Die Königin musste mit ansehen, wie ihre Untertanen und Schwestern in den reißenden Fluten salzigen Wassers ertranken und die Schiffe der Männer und der Menschen an scharfkantigen Riffs zerschellten.
      Die Einzigen, die hätten helfen können, wären die Natu und Xatu gewesen. Doch auch sie waren im florierenden Mu der Sesshaftigkeit verfallen und konnten die panischen Bewohner nicht in das östliche Reich teleportieren, da sie selbst einmal dort gewesen sein mussten. Alles in allem eine höchst unglückliche Konstellation. Die Xatu wussten genau, dass die Landwesen zum Aussterben verurteilt waren; vermutlich wussten sie es viel länger. Nun, dies lässt sich nicht mehr rückgängig machen und eine neue Ära musste eingeläutet werden", erzählte Kagayaku weiter, die mit starrem Blick in die Ferne schaute, verloren in Überlieferungen einer vergangenen Zeit. Deswegen hatte das Xatu Étiennes die beiden Schwestern so genau fixiert. Denn diese Pokémon galten als höchst exotisch und nicht in den Westreichen heimisch. Wo sie ursprünglich herkamen, war komplett ungewiss, doch nun war ich wohl die erste Westlerin, die davon erfuhr. Ich fragte mich sogar, ob überhaupt jemand von dem Schicksal Mus je erfahren hatte.
      "Also, irgendwann erreichten einige wenige Sphinxen doch noch Festland, zumindest vermutet man das. Denn irgendwann verloren sie sich aus den Augen und womöglich landeten sie als 'Engel' an verschiedenen Stellen in den Ostreichen. bald stellte sich heraus, dass es von diesen Ostreichen mindestens fünf oder sechs gab, aber dies braucht uns nicht weiter zu beschäftigen. Zumindest eine kleinere Truppe erreichte den Ort Kagos im Süden eines Inselreiches. Die Königin verliebte sich schon bald neu und wurde ein drittes und letztes Mal schwanger. Oh, falls du es nicht mitbekommen hast: ich blieb die ganze Zeit bescheiden. Denn wie ich bereits zuvor angedeutet hatte, handelte es sich bei dieser Königin um Setsunas, Baras und meine Mutter. Sie verstarb bei Baras Geburt, als ich zehn Jahre alt war. Meine Erinnerungen an sie ... sie sind lückenhaft. Ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern, jedenfalls hatte sie uns immer sehr gut gepflegt und nur selten geschimpft. Sie verstarb sehr jung mit gerade einmal vierunddreißig Jahren; wahrscheinlich hatte der lange Exodus ihre Kräfte vollends aufgezehrt", setzte die scheinbar zweite Thronfolgerin Mus ihre Erzählung fort und offenbarte privateste Details ihres eigenen Lebens.
      Mehr als die altbekannten Standardsätze zum Trösten einer schwer getroffenen Person kamen mir nicht in den Sinn. Ich selbst schämte mich, nichts Besseres auf Lager zu haben, doch wenigstens versuchte ich, ihr mein Beileid zu bekunden: "Das ... tut mir leid für dich. Ehrlich, das tut mir leid. Deine Heimat, deine Eltern, deine Schwester..."
      "Jajaja, das holt auch niemanden ... musstest du mich an meine Schwester erinnern? Grrr ...", knurrte Kagayaku, die den Tod der kleinen Bara offenbar immer noch nicht ganz verdaut hatte: "Also, als wir aus Mu geflohen waren, war ich noch ein Kleinkind. Ich kann mich nur noch an sehr wenige Dinge erinnern, wie das Gold, den Glanz und die Schönheit einer perfekten Welt, abgeschottet von den kriegerischen Wirren, in der das Land lag. Setsuna und ich waren noch Kinder. Später erzählte sie mir, dass sie den Tod unseres Vaters gesehen hatte.
      In Kagos widmete ich mich der ansässigen religiösen Lehren des Buddhismus, die mir Hoffnung und einen Sinn gaben. Immer wieder kamen wir in Konflikte mit Menschen, da wir die Eindringlinge von außen darstellten, doch durch ihre gleichzeitige Ehrfurcht traute sich niemand, gegen uns vorzugehen. Anhand unserer Namen und des nicht ganz unähnlichen Aussehens wusste niemand genau, woher die Menschen aus Mu stammten. Die Leute aus dem sogenannten 'östlichen Mu' sahen den hier ansässigen Bewohnern ebenfalls in gewisser Weise ähnlich. Eine kleine Statur, gebräunte Haut, schwarze Haare und braune Augen, an Leute wie dich, Sheila, oder die Westler generell hatte damals niemand gedacht. Ich war sehr überrascht, als ich von der Existenz der Andersfarbigen erfahren hatte. Umgekehrt ist es den Westlern später auch ergangen. Allerdings hoben wir Sphinxen uns durch verschiedene Augenfarben ab. Grün, Gold, Violett, Orange, Rot, Schwarz und Braun gab es, lediglich Blauäugige existierten nicht.
      Krankheiten, Erschöpfung nach der Reise und Kampfwunden sorgten dafür, dass die Mitglieder unserer Flugstaffel und die des von uns begleiteten Schiffes langsam aber sicher starben. Als unser Verbund auf ein Minimum zusammengeschrumpft war zog es uns fort von der Heimat. Setsuna bestand darauf, dass Bara und ich mitkamen und gen Westen zogen. Sie schwor, uns beide zu beschützen, während ich schwor, Baras Leben mit aller Kraft zu verteidigen. Vergiss nicht, sie war zehn Jahre jünger als wir und noch ein kleines Kind, als wir aufbrachen. Sie war die Einzige, die in Kagos zur Welt gekommen war."
      "Und dann erreichtet ihr den Westen und ließt euch dort nieder. Was erhoffte sich Setsuna davon?", fragte ich neugierig nach, während Kagayaku kurz zum Fluss schlenderte, um nach all dem langen, anstrengenden Reden ihre Kehle zu erfrischen.

      So spannend ich dies alles auch fand, so sehr genoss ich die Minute, in der ich den fröhlichen Stimmen der Hubelupf lauschen konnten, die den Fluss soeben hinter mir überquerten und schon bald im Tiefflug über meinen Kopf segelten. Ich betastete argwöhnisch die Verbände, die mir Stéphanie angelegt hatte. Es waren nicht mehr als sechs. Wie viele würde sie Yomi angelegt haben? Zehn? Zwölf? Fünfzehn?
      "Lieber ... Gott? Wenn ich dich so nennen kann. Falls es dich überhaupt gibt. Bitte, bitte lasse Yomi nicht sterben. Sie hat ihr ganzes Leben noch vor sich und hat so viele Projekte geplant, die sie zu realisieren wünscht. Sie ist eine gute Freundin und hat wohl eines der besten Herzen, die in dieser rauen Welt überhaupt schlagen. Lass sie nicht gehen. Sie ist nicht bereit. Nimm diesem Land bitte nicht die einzige Flamme der Hoffnung, lasse sie nicht erlöschen, denn nur sie kann dieses Land erleuchten und zum Fortschritt führen ... Amen?"
      "Und, du ungläubige Ungläubige, bist du bereit für den letzten Akt?", fragte die Sphinx belustigt, während sie ihren langen, dichten Pferdeschwanz energisch zur Seite peitschen ließ. Immerhin hatte sie mich bis jetzt nur als Religionskritikerin kennengelernt.
      "Lange suchten wir nach einem perfekten Platz, an dem wir eine neue, schöne Welt vorfinden würden. Leider war dem nie der Fall. Also müssen wir einen Weg finden, Mu aus den Fluten zurückzuholen und dem Kontinent ein zweites, perfektes Zeitalter unter unserer Herrschaft zu schenken. Wie wir das machen wollen, wissen wir selbst noch nicht, allerdings gibt sich Setsuna redliche Mühe. Sollten wir an diesem Ziel scheitern, existiert des Weiteren immer noch ein Plan B. Ist es unmöglich, in unsere alte Welt zurückzukehren und aus ihren Ruinen etwas Neues, Großartiges zu erschaffen, werden wir uns hier einen Platz suchen und ihn nach unseren Wünschen formen. Schau mich an! Ich werde eine perfekte Welt schöpfen und nach meinen Vorstellungen formen! Deswegen arbeiten wir unter anderem mit Yomi zusammen. Sie hat ein Auge, für Schönheit, die wir letztendlich in aller ihrer Pracht verkörpern", fuhr sie fort, während sich ihre Pupillen immer mehr verengten. Die überehrgeizigen Augen ließen mir einen eiskalten Schauer über den Rücken fahren.
      "Ihr wollt dieses Land verschönern, um euch eine neue Heimat aufzubauen?", fragte ich zaghaft und so unkritisch wie möglich. Ich ging selbstverständlich das Risiko ein, dass sich der wahnsinnige Blick und das selbstzufriedene Grinsen mit den in der Nacht hellweiß aufblitzenden Reißzähnen bestätigt sahen, doch ich wollte es mir nicht mit Kagayaku verscherzen.
      "Genau, irgendwo müssen wir doch bleiben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Jérôme nichts dagegen haben wird. Schließlich lässt er Yomi auch freie Hand gewähren", entgegnete sie amüsiert.
      Er kannte sie nicht mal, wie wollte er da irgendwelche Baumaßnahmen verbieten?
      "So, wie Mu einst ein Paradies für all seine Bewohner in ganzer Pracht war, so werden ebenfalls die neuen Reiche der Sphinxen auf alle Zeiten strahlen. Du musst wissen, dass mein Name, Kagayaku, 'glänzen', 'funkeln' oder 'strahlen' bedeutet. Selbstverständlich werde ich mich nicht hinter Setsuna als Stellvertreterin stellen, sondern selbst zur Königin aufsteigen. Es kommt so, wie es kommen muss", predigte die ambitionierte Sphinx wie eine Besessene weiter.
      Ich glaubte, dass ich sie etwas auf den Boden der Tatsachen zurückholen musste: "Kagayaku, du solltest nichts überstürzen. Es ist ein weiter Weg. Wenn es anders kommt, als es deiner Meinung nach kommen muss, dann kannst du daran nichts ändern und musst es akzeptieren. Selbst eine Welt der Perfektion, der Schönheit und des Glanzes führte zu Streit und Zwietracht; konnte den Neid nicht verhindern! Selbst deine Eltern als Könige hatten das Land nicht im Griff, bitte bedenke dies!" Ein Fehler, wie sich alsbald herausstellte. Ein tiefes, feindseliges Knurren ertönte in Kagayakus Kehle.
      "Wir werden ein irdisches Westlotusreich des Amida errichten, ein Paradies auf Erden! Die Einzigen, denen ich mich beugen werde, sind Buddha und meine Schwester. Meine Eltern waren Könige, doch wir, wir werden mehr als Könige sein. Man wird uns vergöttern, sodass niemand auch nur in die Versuchung käme, das Land mit Flüssen aus Milch und Honig einreißen zu wollen, verstehst du? Ich werde stark sein, weil ich stark sein muss! Ich werde eine Welt voller Glück und Schönheit erschaffen, weil ich sie erschaffen muss! Ich werde die Größte sein und mir das zurückholen, was meinen Eltern geraubt wurde, die Allergrößte, hörst du?", johlte Kagayaku, bevor sie in einen kaum zu bändigenden Hustenanfall ausbrach. Man konnte sagen, was man wollte, aber Setsuna hatte sie völlig in ihre wahnwitzigen Ideen eingebunden.
      "Mädchen, apaise-toi, apaise-toi! Niemand will dir etwas Böses. Du musst nicht 'groß' und 'stark' werden, schließlich bist du es bereits. Woher dieser Hass auf die jetzige Welt, woher dieser unglaubliche Drang, eine Transformation herbeizuführen?", fragte ein unsanft aus dem Schlaf gerissener Marc, der besorgt seinen Kopf zu uns drehte. Plötzlich bohrte Kagayaku ihre Fingernägel wie tausend Nadeln in ihre Haare an der Schläfe und reckte den Kopf nach oben gen Himmel. Sie konnte sich nicht beruhigen; es schien ein Ding der Unmöglichkeit zu sein.
      "WENN ICH WIRKLICH SO STARK UND DIESE WELT SO GUT WÄRE, WIESO MUSSTE BARA DANN DIESE ACH SO TOLLE WELT VERLASSEN? DIESE WELT MUSS UMGEKREMPELT WERDEN! ... Je eher wir damit fertig sind, desto kürzer ist die Periode des Leids ... Leben ist Leid ...", brüllte sie rasend, bis sich ihre Stimme in ein heiseres, resignationsvolles Krächzen verwandelte.
      Eines der Elfun, das um den Baum schwirrte, setzte plötzlich zur Landung an. Die Botschaft des dunkelbraunen Baumwoll-Pokémon ließ uns von einem Moment auf den Anderen alle weiteren Probleme vergessen: "Ich soll euch von Stéphanie ausrichten, dass Yomi über das Schlimmste hinweg ist! Sie wird durchkommen!"

      Chunichi Dragons Ultras Kuwana & Yokkaichi
    • Also ich musste bei der Geschichte des Reiches Mu ja jetzt spontan an die Legende von Atlantis denken. ;) Mu ist jetzt bestimmt ein Eldorado für Wracktaucher.

      Eine schöne, aber auch sehr traurige Erzählung hast du da verfasst. Ich kann mir den kollabierenden Kontinent dadurch regelrecht vorstellen, so ein bisschen wie in Emmerichs "2012" stelle ich mir das vor. Sehr atmosphärisch geschildert! :)

      Und nun dieser wahnwitzige Plan der beiden Sphinxen...
      Ausgehend von einem Landstrich, der Frankreich doch recht ähnlich ist, wollen sie eine bessere Welt erschaffen.
      Hm.
      Das kommt mir doch irgendwie bekannt vor, aber ich habe vergessen woher...


      Der Weg zur Hölle ist mit guten Absichten gepflastert!, sage ich da nur. Bei diesem Plan kann und wird, denke ich mal, nichts Gutes bei rumkommen. :oldno:
      Ich bin also gespannt!

      Leben ist Leid
      Aber ob sie auch kapiert hat, was Siddharta Gautama damit wirklich meinte? :(
      So wie Kagayaku wieder freidreht, bezweifle ich es zumindest! :lol:

      dass Yomi über das Schlimmste hinweg ist! Sie wird durchkommen!"
      Hurra! :freu:
      Ich hatte wirklich gedacht, du lässt sie zwecks Dramatik dran glauben. Zum Glück hast du drauf verzichtet! :freu:

      Ein durch und durch gelungenes Kapitel mit wertvollem Hintergrundwissen drin, ich freue mich schon darauf, zu lesen wie es weitergeht! :)
    • Ich melde mich mal zu Wort. ;D
      ___________________________

      Kapitel 22:

      Denn diese Eiche war kein gewöhnlicher Baum, ganz im Gegenteil, man hatte in den soliden Baumstamm eine Art Haus gebaut!

      Pippi Langstrumpf lässt grüßen! :bg: Nein Scherz, Baumhäuser (hier im wahrsten Sinne des Wortes) sind schon was tolles. <3

      "Meine Fürstin ... [...]"

      :rofl: Das hätte ich jetzt nicht erwartet! :o Schön, dass du noch einige Überraschungen für uns bereit hältst. Auf jeden Fall erklärt das hier erstmal, wieso Kagayaku so ist, wie sie ist. :run2:

      Außerdem fließt in meinen Adern sowieso königliches Blut.

      Jetzt geht's aber ab. O.O Zuerst eine Fürstin, dann eine mit königlichem Blut... hat damit Kagayaku ein Anrecht auf den Thron? Spannend. >___>

      Alle Freunde des Waldes sind Gesegnete Celebis.

      Nicht "Celebi"? :o

      Ich heiße Pierre. Oder Peter.

      Ich wusste nicht, dass Pierre das Synonym für Peter ist und umgekehrt. :run2: Ich dachte immer, dass Pierre ein original französischer und eigenständiger Name wäre. Petère? xD

      Vielmehr möchte ich dich aufkläre, wieso ich mich so oft wie eine Königin aufführe.

      Ich dachte, das wäre jetzt geklärt. :hihi: Na ja, dann eben noch mehr Mysterien! *-*

      Also ...laut der Thronfolge bin ich die Zweite, die den Anspruch auf den Thron des Reiches Mu erhebt.

      Theorie bestätigt. :>

      Also... das Kapitel. Mega! :bg: Endlich haben wir eine Aufklärung von mehreren Geheimnissen, sogar von welchen, die sogar im Kapitel selbst zum ersten Mal auftauchen. Ich bin auf jeden Fall weiterhin Fan von Kagayaku, wie du sicherlich weißt. :hihi: Und dass sie jetzt auch noch eine solche Geschichte hinter sich hat, macht sie nur umso interessanter! :tanz:
      Mu... :o Ein schönes Land voller Harmonie und Glück! Nicht mehr! Warum muss immer das Schöne draufgehen? :< Na ja, auf jeden Fall sind jetzt scheinbar alle männlichen Sphinx tot (oder doch nicht?), aber das sollte nicht allzu schlimm sein, da es ja noch Setsuna und Kagayaku gibt! :D Don't worry, be happy. :ka: Übrigens mal eine Frage meinerseits... hat das Königshaus der Sphinx Inzest betrieben, um die Linie und das Blut des Hauses rein zu halten? Falls dem so ist, hoffe ich doch, dass Kagayaku bzw. Setsuna nicht so gesinnt sind. :(


      Kapitel 23:

      Mu wurde von keinem anderen Land auch nur ansatzweise bedroht und hatte nur eine minimale Flotte zur Verfügung. Der Schiffsbau war einfach nicht notwendig gewesen, weder für den Handel noch für das Entdecken neuer Länder, da sie in ihrer Heimat alles zur Verfügung hatten.

      Ok, jetzt wird Mu auf einmal zum Paradies und die Verhältnisse dort beginnen utopisch zu werden! :o

      Die Königin verliebte sich schon bald neu und wurde ein drittes und letztes Mal schwanger.

      Also Kagayakus Mutter hat den Inzest schon einmal nicht bevorzugt, aber wie auch? Sie hat zwei Töchter und es leben keine männlichen Sphinx mehr. Tja, und einen männlichen Erben hat sie dann auch nicht bekommen. :/ Und Bara ist jetzt eine Stiefschwester? :o

      Oha. Kagayaku dreht völlig am Rad. Verwandelt sich ein so wunderbarer Charakter in eine kranke Wahnsinnige? Ich hoffe, sie kriegt sich wieder. :( Also ist Setsuna der "Übel"täter. Ich konnte ihr von Anfang an nicht trauen! Ha! :stolz: Aber dass Yomi durchgekommen ist, ist ja schon mal ein Anfang, trotzdem mag ich sie nicht. :P Mal sehen, was das nächste Kapitel bringt! :D


      Hoc est enim corpus meum. Hermione saltica, regina festorum, saltatrix summa, mimema inclyta, malefica fabulosa, arbitratrix Vesperae Omnis Sanctae.

      The post was edited 1 time, last by Rai ().

    • Vielen Dank für eure tollen Kommentare! :sonne: Das macht mich glücklich, wie in der Traumwelt Flordelis'! :D

      @Curiosity: Wir haben das alles schon privat besprochen, ich spare mir die Dopplung mal. xD

      @Raikachu:

      Der Baum in Amyaan basiert auf dem in Romantia City. Ein Haus in einem Baumstamm (verwachsen), nicht eines auf einem Baum. :D

      Jetzt geht's aber ab. O.O Zuerst eine Fürstin, dann eine mit königlichem Blut... hat damit Kagayaku ein Anrecht auf den Thron? Spannend. >___>

      Kagayaku kann sich nicht Königin nennen, da es Jérôme gibt. Die Titel werden allerdinfs im späteren Verlauf interessant, denn das Königtum schließt etwas Anderes nicht aus.

      Gesegnete Celebis, Gesegnete Gotts usw., Genitiv-S. :)

      Petère gibt es nicht. xD Allerdings heißt la pierre auch gleich bedeutend Fels, wie eben Petrus.

      Ich habe Mu lange genug draußen gehalten, um die Bombe erst jetzt platzen zu lassen. Erst jetzt beginnt eigentlich der richtige Hauptplot.

      Ich bin auf jeden Fall weiterhin Fan von Kagayaku, wie du sicherlich weißt. :hihi: Und dass sie jetzt auch noch eine solche Geschichte hinter sich hat, macht sie nur umso interessanter! :tanz:

      Kagy <3

      Übrigens mal eine Frage meinerseits... hat das Königshaus der Sphinx Inzest betrieben, um die Linie und das Blut des Hauses rein zu halten? Falls dem so ist, hoffe ich doch, dass Kagayaku bzw. Setsuna nicht so gesinnt sind. :(


      Früher gab es überall gewissermaßen Inzest, da die Leute kaum die Möglichkeit hatten, zu reisen. Das waren dann "nur Briten", "nur Afrikaner", "nur Deutsche", "nur Sphinxen" usw. Nicht immer, aber sehr häufig. Die Königshäuser allerdings haben sehr oft international geheiratet, zumindest in Europa. Allerdings war der Genpool der Sphinxen zu dieser Zeit groß genug, da sie sich vermehrten. Bara ist Kagayakus Hauptschwester, da sich ihre Mutter bald in einen anderen gestrandeten Sphinxmann verliebt hat. Welche Sphinxen außer den beiden noch leben, ist unklar, aber es gibt welche. Ob sie vorkommen weiß ich selber nicht.


      Ok, jetzt wird Mu auf einmal zum Paradies und die Verhältnisse dort beginnen utopisch zu werden! :o


      Eine perfekte Welt. *.*


      Oha. Kagayaku dreht völlig am Rad. Verwandelt sich ein so wunderbarer Charakter in eine kranke Wahnsinnige? Ich hoffe, sie kriegt sich wieder. :( Also ist Setsuna der "Übel"täter. Ich konnte ihr von Anfang an nicht trauen! Ha!


      Setsuna und Kagayaku werden so oder so einen unterschiedlichen Weg später einschlagen müssen, weil die sich sowieso schon sehr ähnlich sind. Es sind zwar Schwestern, aber trotzdem... xD

      Aber dass Yomi durchgekommen ist, ist ja schon mal ein Anfang, trotzdem mag ich sie nicht. :P


      Flickenteppich mann! :gr: :grr: :grrr: Wie kann man denn Yomi nicht mögen, sie ist so Oui Oui, Mon Dieu, dass das hier ihre Hintergrundmusik ist, Sacrebleu!

      [ame='http://www.youtube.com/watch?v=1RRGInmOhTQ']http://www.youtube.com/watch?v=1RRGInmOhTQ[/ame]

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    • Kapitel XXIV: Avtokratoria

      Avtokratoria = griechisch "Kaiserreich"

      Vokabeln:
      la carrosse - die Kutsche
      incroyable - unglaublich
      Hein, quoi? - Hä, was?
      exactement - genau
      en tout cas - auf jeden Fall



      "Ich kann nicht glauben, dass ICH einmal in einer Carrosse sitzen würde, anstatt sie zu ziehen!", lachte Marc, als er mit einem kräftigen Sprung auf den mit roten Samt verkleideten Sitzen Platz nahm. Die Kutsche war aus ebenholzschwarzem Holz angefertigt, doch ob es sich wirklich um dieses edle Material handelte, wusste ich nicht genau. Da die Kutsche genau drei Plätze besaß, entschied Kagayaku sich dafür, die vor uns stehende Strecke aus der Luft zurückzulegen. Doch das wahrlich imposanteste an diesem neuen alten Transportmittel waren die zwei Viscogon, die die Kutsche zogen. Die etwas stämmig wirkenden Drachen, deren Haut ein wenig an glibberiges Morbbeerengelee erinnerten, schafften es, mit einem schnellen Sprint in Richtung Süden Amyaan schnell hinter sich zu lassen. Nie hätte ich ihnen eine solche Geschwindigkeit zugetraut, denn die freundlich blickenden Drachen wirkten schon ein kleines bisschen behäbig und nicht gerade athletisch. So konnte man sich täuschen.
      Nach drei Tagen hatte Yomis Gesundheitszustand immerhin so viel Stabilität dazugewonnen, so dass wir die Rückreise nach Lumyaon planen konnte. Pierre entschloss sich, vorerst noch weiter in Amyaan zu bleiben und erst später den Zustand in Strachou zu begutachten, doch dafür gewannen wir vorübergehend Hugo und Rachel für unsere kleine Reisegruppe dazu. Erst als wir die Route erreichten, wurde mir klar, warum Kagayaku das Viscogon-Pärchen für die ihrer Meinung nach vergleichsweise kurze Strecke ausgewählt hatte.
      "Willkommen in den Hortillonages Amyanoises. Solange dieser Ort existiert und nicht verwüstet wird, haben die Stadtbewohner stets genügend zu Essen zur Verfügung. Ist das nicht wunderprächtig? Gemüse, Obst, Beeren ... alles Mögliche, was nicht gerade überempfindlich für feuchtere Gebiete ist, lässt sich hier anpflanzen und wird durch die Kanäle rund um die Uhr das ganze Jahr über bewässert", erklärte Kagayaku, die, für unser Auge, bis auf eine dunkle Schattierung abgesehen, unsichtbar über der überdachten Kutsche flog. Neugierig streckte ich den Kopf aus dem großen Fenster an der rechten Seite. Meine langen Ohren zuckten aufgeregt, als ich die bunten Blumen bewunderte, die in den Beeten angebaut wurde. Diese gewaltigen Gartenanlagen erinnerten kaum noch an eine Kreation, die aus Menschenhand entstanden war. Orangene, blaue, violette, und gelbe Blütenstände ragten zwischen Schilfgras, Weiden und Erlen empor, umringt von mehreren Sträuchern, deren fruchtiges Obst üppig von den Ästen baumelte. Am liebsten wäre ich kurz aus der Kutsche gesprungen und hätte mir eine dieser würzigen Setangbeeren oder eine pikante, knallrote Tamotbeere stibitzt, doch es dauerte nicht lang, bis sich die Felder in einen Sumpf mitten in einem Laubwald verwandelten. Alleine das quietschende Geräusch, dass die großen Räder der Kutsche in den von Süßwasser getränkten Wiesen von sich gaben, kündigte schon bald an, dass man dieses Gebiet besser nicht zu Fuß durchqueren sollte. Für die beiden großen Drachen schien der Morast, der bald die letzten grashalme verschlang, kein Problem darzustellen - ganz im Gegenteil. Sie schienen kein bisschen an Geschwindigkeit einzubüßen! Das von Kanälen durchzogene Sumpfland bot einen herausragenden Lebensraum für Pokémon wie Schmerbe, Welsar, Mebrana, Morlord, Flunschlik oder Venuflibis, die allesamt schnell Reißaus nahmen, als die beiden Viscogon, deren Ausdauerreserven schier unerschöpflich schienen, die durch den Schlamm an der unteren Hälfte braun verkrusteten Kutsche gen Süden zogen.
      "Findest du es nicht schade, wie diese sehr schöne und ästhetisch wertvolle Kutsche dermaßen verschmutzt wird? Heißt es nicht immer, dass sich Prinzessinnen nicht dreckig machen dürfen", neckte ich Kagayaku, während neben mir die immer noch geschwächte Yomi ihren müden Kopf dösend an meine Schulter lehnte.
      "Die Kutsche ist aber keine Prinzessin; außerdem kann man diese mit sauberem Wasser wieder reinigen. Klar ist das auf die Dauer nicht gut für das Holz, aber was will man machen? Ansonsten ist der Sumpf unpassierbar und müsste trockengelegt werden. Nicht nur, dass man den Menschen ihre Lebensgrundlage nehmen würde, nein, auch die Pokémon, die sich extra hier angesiedelt haben, würden plötzlich ihre Heimat für eine gewöhnliche Reiseroute verlieren. Außerdem ist es mir ganz recht, wenn nicht jeder den Weg in meine Stadt findet", erläuterte die Sphinx, die nun plötzlich auf Hugos Schulter Platz nahm. "Ihre Stadt", meinetwegen. Das männliche Viscogon schien das zusätzliche Gewicht nicht sonderlich zu stören und musste demnach selbst relativ schwer oder zumindest kräftig sein. Unter der dicken, geleeartigen Haut verbargen sich immer noch stabile Knochen, die ihren Besitzern enorme Robustheit verliehen. Doch selbst drei Tage nach dem größten Tohuwabohu tat es einfach richtig gut, sich zurückzulehnen und eine verdiente Mütze Schlaf zu gönnen.

      "Viele Leute sind hier, erstaunlich! Ich weiß ja, dass dies die Hauptstadt ist. Aber so viele? Incroyable! Sogar einige Pokémon haben sich versammelt", merkte Hugo vor den Toren Lumyaons an. Kein abruptes Abbremsen, sondern vielmehr ein geschäftiges Treiben und Wuseln riss mich aus meinen Träumen. Mir war der nordöstliche Eingang der Hauptstadt fremd, doch die Mauer hatte ich noch in Erinnerung.
      Rachel, Hugos Partnerin, neigte argwöhnisch den Kopf. Auch mir stachen die bunten Horden verschiedener Menschen ins Auge, unter den sich auch einige Bewohner der östlichen Reiche befanden. Pokémon wie Voltenso, Dartignis oder Lombrero zog es ebenfalls in die Stadtmitte wie die Pudox zum einzigen Licht in einer dunklen, sternlosen Neumondnacht.
      "Der hohe Anteil an Pokémon, die sich in unmittelbarer Nähe von Menschen aufhalten, ist nicht typisch. Dieses Kangama dort hinten zum Beispiel zählt zu einer sehr scheuen Spezies, die sich in der Regel in die abgelegenen Heiden des Südens oder sogar in Höhlen aufhält" teilte uns Yomi mit, die sich von der Kutsche aus direkt auf Marcs robusten Rücken niederließ.
      "Hein, quoi? Jemand ist gekommen, der endlich für das Wohl der Bürger und der Pokémon besorgt ist? Wo findet seine Rede statt?", erkundigte sich Rachel bei einem Ledian, das völlig aufgeregt und nervös in merkwürdigen Mustern umherflog. Seine zackigen Bewegungen erschienen mir zu anstrengend, um sie weiter zu beobachten und ich schloss die Augen; meine Ohren auf hundertprozentigen Empfang eingestellt.
      "Exactement! Ich glaube, dass diese guten Leute aus der Fremde stammen, doch sie haben Pokémon um sich geschart, dir voll und ganz hinter ihren Interessen stehen. Und ich meine ... wenn Pokémon ihnen Vertrauen schenken, dann können sie so schlecht nicht sein, oder? Vielleicht braucht unser Kalá Chóra einfach einen Messias von außen, findest du nicht?", frohlockte das gepunktete Käfer-Pokémon, bevor es weiter gen Stadtmitte zog. Kalá ... Chóra? "Kalo" bedeutete so viel wie "gut" oder "schön", doch der zweite Begriff war mir komplett unbekannt.
      "Schönes Land also, oui? Viens, Marc! Wir beide schauen uns das auf jeden Fall an, en tout cas! Kommt nach, den letzten beißen die Fiffyen!", rief Yomi zwinkernd. Sie schien also langsam wieder zu Kräften zu kommen! Die Schlacht in Strachou hätte so viel schlimmer ausgehen können. Zum ersten Mal seit langer Zeit gab es wieder andere Wesen in meinem Umfeld, die mir plötzlich wichtig waren. Vom Prinzip her würde ich mich immer noch eher als Einzelgängerin sehen, jedoch war ich aufrichtig der Meinung, dass ich die Anderen vermissen würde, sollte ihnen etwas zustoßen ... Ich wollte es mir gar nicht auszumalen, dieses Szenario.
      "Ausländer, ja? Schön. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass es so schnell geht."
      Entsetzt blickte ich zu Kagayaku, die mit verschränkten Armen in aller Seelenruhe dem trabenden Marc hinterhertrottete.
      "Dass WAS so schnell geht? Du wusstest davon? Kagayaku! Was ist hier los?", rief ich ihr zu, doch sie gebot mir mit einer Handbewegung zu schweigen. Aber ich schwieg nicht. Den ganzen Weg bis hin zur großen Kathedrale Notre-Dame belästigte ich sie mit bohrenden Fragen, doch stets erhielt ich lediglich eine Geste des Zeigefingers vor ihren Lippen als Antwort. Ich sollte mich also gedulden und selbst sehen. Mir wurde von Augenblick zu Augenblick mulmiger im Bauch, doch ich musste ausharren, bis wir uns unseren Weg durch die Massen freigebahnt hatten. Hugo und Rachel boten Yomi und mir an, auf ihren Schultern einen besseren Ausblick zu genießen, denn ein Glurak oder Ursaring musste ich genauso wenig vor mir haben wie einen bis an die Zähne bewaffneten Ostsoldaten.

      "Ihr guten Leute, nun lauschet eifrig!"
      Oh nein ... Wieso hatte ich genau DAS befürchtet?
      Als Setsunas entschlossene Stimme erklang, stach keiner der Anwesenden als der Erste hervor, der das eifrige Plappern, Plaudern und Tratschen einstellte. Es verging eine Weile unter ihrem goldenen Katzenauge, bis das Tuscheln langsam aber sicher in seiner Lautstärke abnahm. Sie stand auf dem extra aufgebauten Holzpodest, das mit einer hüfthohen und zinnoberrot gestrichenen Zäunung versehen war, jedoch nicht alleine. Ein großer, östlicher Mann, mit vielen Narben aus längst vergangenen und doch lebendig gebliebenen Schlachten versehen, beäugte misstrauisch das Geschehen. Im Gegensatz zu den Ledermonturen der anderen Soldaten war seine fast schwarz sowie mit Gold verziert, sodass er durch seine die kriegerische Kleidung, eines Generals würdig, eine gewisse Eleganz an den Tag legte. Der lange, schwarze Spitzbart, den ich stets, aus welchen Gründen auch immer, mit den Herrschern des Ostens verknüpfte, bestätigte die hohe militärische und politische Erfahrung nur. Unter allen Leuten stach allerdings Setsunas schmales Kleid in einer prächtigen Mischung aus Smaragdgrün, Gold und Schwarz heraus, das ihre auffälligsten körperlichen Merkmale widerspiegelte. Das mit etwas abstrakt gestickten goldenen Raikou und Rayquaza verzierte Kleid erinnerte auch von der Länge her etwas an einen übergroßen Mantel mit flügelartigen Ärmeln und schien durch einen etwa eine Elle breiten, pestschwarzen Gürtel gebunden zu werden, während sich darunter wohl eine Art langer, schwarzer Seidenrock befand. Ich hatte diese Art von Kleidung noch nie gesehen, jedoch war ich wohl kaum die Einzige hier an diesem Ort.
      "Ruhe! Mein Gott!", zischte das offensichtlich am schlechtesten Gelaunte der sechs Caesurio, die das schwarzhaarige Duo im Zentrum der Aufmerksamkeit komplettierten. Genervt schlug sich der zähe Kämpfer mit einem Arm auf den anderen, so dass ein vergleichsweise lautes, metallisches Geräusch erklang, dass das Getuschel endgültig ersterben ließ.
      "Nun, ihr guten Leute ...", hob Setsuna ihre Stimme an, die gefährlichen Sphinxaugen quer über den Platz gleitend: "Wir ihr wisst, wurde Strachou von euren östlichen Nachbarn angegriffen, die rücksichtslos brannten und plünderten, unter dem Banner des Heinrich von Feldhahn. Dieser Mann schert sich nur um Profit und Macht und würde keine Sekunde zögern, um die Schönheit eurer menschlichen Kunst als auch die Paradiese der Pokémon, die die Natur uns geschenkt hat, für seine gierigen Zwecke zu gebrauchen. Ein starkes Land besitzt in einem solchem Fall folglich eine Instanz, die solchen befleckten und karmaschaffenden Tendenzen entgegenwir- ...". Setsuna stoppte kurz und tauschte undurchschaubare Blicke mit ihrem Nebenmann, der ihr scheinbar einen Ratschlag gab. Sie hatten ja keine Ahnung, dass ich mit meinen Ohren dazu in der Lage war, auch dies aufzuschnappen.
      "Mylady, verzeiht, aber ich schätze, dass diese einfachen, ungebildeten Westler mit dem Begriff 'Karma' nichts anfangen können. Nicht mal unsere Soldaten sind dazu fähig.", flüsterte der General unserer größte Königin von Mu aller Zeiten zu. Ihr schien der Ratschlag reichlich egal zu sein, denn sie hatte lediglich ein schelmisches Lächeln dafür übrig.
      "Subatai, dann werden sie es eben lernen müssen. Genauso wie dein Volk. Du hättest schon längst eine Missionarstruppe zu den Klöstern des Ursprungs versenden können. Du weißt schon, der Berg des Ursprungs. Der Östliche ... nicht, dass es zu Verwechslungen kommt. Dort, wo die Leichen von wilden Skallyk und Grypheldis gefressen werden, da der Boden zu hart ist und es an Holz mangelt ...", wies die Dame mit den heterochromatischen Augen ihren unmittelbaren Untergebenen, womöglich sogar ihre rechte Hand zurecht, bevor sie zur Menge gewandt fortfuhr: "Doch wie verhält sich die Situation in unserem Land?"
      DEIN Land?
      "Jérôme sitzt Tag für Tag in seinen drei ... fünf ... zehn bestens ausgestatteten Schlösschen, während ihr nur an trockenem Brot und einer Hand voll Sinelbeeren nagen dürft. Doch die Leidtragenden der Insavion seid ihr, nicht er!"
      Zustimmendes Jaulen machte sich unter der Menge breit. Auch die Pokémon nickten und eine gewisse Feindlichkeit gegenüber des royalen Regimes schien in ihren Augen zu funkeln - oder war ich einfach nur paranoid?
      "Er beutet euch aus, ihr guten Leute! Das Geld ... landet bei ihm! Die besten Ernten ... landen bei ihm! Der Hunger ... landet bei euch! Die Armut ... landet bei euch! Die Pest ... landet bei euch!"
      Ein eiskalter Schauer fuhr mir den Rücken herunter, als ob Keifel mich als zweites Mal in dickes, hundertjähriges Eis eingehüllt hätte. Die Atmosphäre lud sich immer weiter auf. Besorgt schaute ich zurück zu meiner Truppe, in der bis auf Kagayaku jeder ein wenig meine Sorge zu teilen schien. Setsuna war, wie sollte es auch anders sein, noch nicht fertig, denn ihrer Meinung nach schien die Stimmung noch nicht genug angeheizt.
      "Ich möchte nur anmerken, ihr guten Leute, dass der Feind sich mit Söldnern aus dem Osten verbündet hat. Ihre Langbogen sind gefährliche Waffen. Glücklicherweise weiß meine Garde bestens über die Taktik der fremden Divisionen Bescheid und ist dazu in der Lage, die Gefahr zu bannen. Doch noch - "
      Die Leute schienen noch heftiger als je zuvor zu tuscheln.
      "Doch NOCH! Noch obliegt das Kommando unseres von mannigfaltiger Schönheit geprägtes Landes bei Jérôme. Doch die einzigen Kommandos, die er von sich gibt, die lauten da 'So bringe mir sofort eine Weintraube, Diener!' Und jetzt frage ich euch, jetzige Diener des befleckten Sünders und Unerleuchteten! Wollt ihr im Namen des Lotus diesem Mann Weintrauben zum Munde führen? Oder wollt ihr eure Heimat schützen, so wie ihr es einst vor Hunderten von Jahren gegen die Wüstenvölker tatet?"
      Setsuna ... ich dachte, du wolltest Mu wieder aus den Untiefen des Meeres zurückholen und nicht ...
      Ich hätte Kagayaku für ihr von Stolz erfülltes Grinsen am liebsten im Fluss ertränkt.
      "Der König muss weg!"
      "Nieder mit dem König!"
      "Bürger, zerschlagt die Monarchie!"
      Martialische Schreie aus allen Himmelsrichtungen hallten über den Platz, als Setsuna wie einst Mose die Menge auf dem Weg zur Notre-Dame zerteilte, doch der markanteste von allen galt ihr selbst: "NIEMAND BRAUCHT MEHR EINEN KÖNIG - WENN ER ERST EINE KAISERIN HAT!"

      Chunichi Dragons Ultras Kuwana & Yokkaichi
    • Was, Kagayaku geht lieber zu Fuß...ähhh...fliegt, anstatt sich kutschieren zu lassen? Ich hätte ihr ja zugetraut, dass sie Marc oder Sheila durch den Matsch stiefeln lässt, nur damit sie selber es bequem hat. :hihi:

      "Ihre Stadt", meinetwegen.


      Sheila unterschätzt da mMn, wie frei Kagayaku und ihre Schwester wirklich drehen! D:

      Der Name der Hauptstadt, Lumyaon, ist nicht rein zufällig eine Anspielung auf den Namen "Illumina City"? ;)

      Sie schien also langsam wieder zu Kräften zu kommen!


      Die gute Yomi. Ein Glück!

      Da hat die alte Kagayaku mit ihrer Schwester die Pforten zur Hölle aufgestoßen und Kagayaku hält es nicht für notwendig, ihre Begleiter darüber zu informieren und genießt lieber deren Entsetzen angesichts der Überraschung.
      Oh ja, solche Freunde braucht man! :lol:

      Der lange, schwarze Spitzbart, den ich stets, aus welchen Gründen auch immer, mit den Herrschern des Ostens verknüpfte


      Ist das...etwa ein Mongole? :run2:

      . Du weißt schon, der Berg des Ursprungs. Der Östliche ... nicht, dass es zu Verwechslungen kommt. Dort, wo die Leichen von wilden Skallyk und Grypheldis gefressen werden, da der Boden zu hart ist und es an Holz mangelt ..."


      Ich vermute mal stark, dass hier die Rede vom Mischblut-Äquivalent zu Tibet ist, oder?

      es einst vor Hunderten von Jahren gegen die Wüstenvölker tatet?


      Einfall der Sarazenen? :run2:

      Auch wenn ich sonst nicht zögere, in "Viva la revolucion!" mit einzustimmen ['Bürger, zerschlagt die Monarchie!' :ws:], gibt es mir doch arg zu denken, dass einer dieser nichtsnutzigen, monarchischen Blutsauger durch die einfach nur irre Setsuna/Kagayaku ersetzt werden soll.
      Na ja, wenn das Volk unbedingt den "totalen Krieg" will...:ka:

      Ansonsten war das wieder einmal in gewohnter Qualität, es war wie immer eine Freude zu lesen.

      Continue ça, s'il te plait! ;)

      The post was edited 1 time, last by Curiosity: J'ai oublié un çedille. Et mon français écrit est mal. ().

    • Könnte man ihr zutrauen, aber so schlimm ist Kagayaku jetzt auch nicht. Sie war so lange verletzt und hat auch einfach mal wieder Lust, zu fliegen! :D Außerdem dauert es wesentlich länger, wenn die durch hüfthohen Sumpf laufen müssten.

      Na ja, Sheila nimmt das ganze noch nicht soooo ernst. Sie weiß ja auch nicht genau, was die letztlich erreichen wollen bzw. auf welche Art und Weise. D:

      Der Name der Hauptstadt, Lumyaon, ist nicht rein zufällig eine Anspielung auf den Namen "Illumina City"? ;)

      Selbstverständlich "illuminée" heißt ja auch die "Erleuchtete" (bezogen auf Lichter, nicht Buddhismus xD)

      Kagayaku findet das nicht wichtig und vor allem auch nicht schlimm. Sie versteht gar nicht, was die daran schlimm finden. :lol:

      Subatai war nach der rechten Hand Dschingis Khans benannt worden, ein absolutes Militärgenie. Und ja, die Leuten basieren auf den Mongolen und den von ihnen unterworfenen Völkern, und das waren fast alle Asiaten damals.

      Genau, dieser heilige Ort ist Tibet, das Dach der Welt. Das westliche Pendant wird zu 100% noch vorkommen, Tibet irgendwo auch, aber ich weiß nicht, ob in dieser Story. Vielleicht auch in einer anderen.

      Die Sarazenen wurden auch angesprochen. Die haben hier aber keine besondere Bedeutung.

      Auch wenn ich sonst nicht zögere, in "Viva la revolucion!" mit einzustimmen ['Bürger, zerschlagt die Monarchie!' :ws:], gibt es mir doch arg zu denken, dass einer dieser nichtsnutzigen, monarchischen Blutsauger durch die einfach nur irre Setsuna/Kagayaku ersetzt werden soll.
      Na ja, wenn das Volk unbedingt den "totalen Krieg" will...:ka:

      Die arme Setsuna. Und die noch ärmere Kagayaku, ich finde die beiden so knuffig. :( Redegewandt wie G-Cis, irre wie Flordelis, raffiniert wie Napoléon ... dann kommt sowas eben bei raus. Es gibt aber schon Misstrauen im Volk, aber aus anderen Gründen, wie du zu Beginn von #25 dann sehen wirst. xD


      Und selbst verständlich merci beaucoup für dein Kommentar! :D

      Chunichi Dragons Ultras Kuwana & Yokkaichi
    • Da passt man einmal nicht auf und dann das, yay. (*・ω・)ノ

      "Ich kann nicht glauben, dass ICH einmal in einer Carrosse sitzen würde, anstatt sie zu ziehen!", lachte Marc, als er mit einem kräftigen Sprung auf den mit roten Samt verkleideten Sitzen Platz nahm.

      Eine Ziege in einer solchen Größe auf einem samtenen Platz. Interessante Vorstellung!

      Doch das wahrlich imposanteste an diesem neuen alten Transportmittel waren die zwei Viscogon, die die Kutsche zogen.

      Holla, diese Kutsche steckt voller Überraschungen! xD Und ich dachte immer, Visocogon seien urlangsame Wesen. o.o High Five, Sheila. :yah:

      Orangene, blaue, violette, und gelbe Blütenstände ragten zwischen Schilfgras, Weiden und Erlen empor, umringt von mehreren Sträuchern, deren fruchtiges Obst üppig von den Ästen baumelte. Am liebsten wäre ich kurz aus der Kutsche gesprungen und hätte mir eine dieser würzigen Setangbeeren oder eine pikante, knallrote Tamotbeere stibitzt, doch es dauerte nicht lang, bis sich die Felder in einen Sumpf mitten in einem Laubwald verwandelten.

      Wie heißt es noch so schön...? "Gerade wenn es toll ist, sollte man aufhören" oder so? Nun, diese Passage stellt wohl diesen verdammte Sprichwort dar. Warum nur? :(

      Sie schienen kein bisschen an Geschwindigkeit einzubüßen [...] die beiden Viscogon, deren Ausdauerreserven schier unerschöpflich schienen [...]

      Das ergibt Sinn. :!!!:

      Doch selbst drei Tage nach dem größten Tohuwabohu tat es einfach richtig gut, sich zurückzulehnen und eine verdiente Mütze Schlaf zu gönnen.

      Das ist eine harmlose Art, unter anderem eine Schlacht zu umschreiben. :tlol:

      Als Setsunas entschlossene Stimme erklang, stach keiner der Anwesenden als der Erste hervor, der das eifrige Plappern, Plaudern und Tratschen einstellte.

      Oh nein! :( Devil in da house. D:

      "Der König muss weg!"
      "Nieder mit dem König!"
      "Bürger, zerschlagt die Monarchie!"

      Ok, jetzt ist die Parallele zur Französischen Revolution unverkennbar. xD

      "NIEMAND BRAUCHT MEHR EINEN KÖNIG - WENN ER ERST EINE KAISERIN HAT!"

      Oha, Napoleon offenbart frühzeitig seine Pläne. xD

      Auf jeden Fall macht dieses Kapitel Lust auf mehr. Ein schöner Cliffhanger - wie ich das Ende interpretiere -, da ich es meinerseits interessant zu wissen fände, wie das Volk auf Setsunas letze Worte reagiert. Wahrscheinlich wird das ganze einfach übersprungen, aber trotzdem... xD


      Hoc est enim corpus meum. Hermione saltica, regina festorum, saltatrix summa, mimema inclyta, malefica fabulosa, arbitratrix Vesperae Omnis Sanctae.
    • Huhu, danke für deinen Kommentar! :D

      Übersprungen werden die letzten Worte nicht, zu Beginn von #25 sagen einige Bürger auf jeden Fall noch etwas dazu. :D

      Der Sumpf basiert teils auf den Hortillonages d'Amiens der Realität und teils auf der Route 14 in Kalos, die nämlich auf diesem Ort basieren.

      Dachte ich bei Viscogon auch, aber der hat eine Base Speed von 80, das gar nicht so schlecht ist. Durchschnittlich. ^^

      Ja, die parallelen sind in der Tat unverkennbar, weshalb ich auch zu Beginn zur zeitlichen Zuordnung spätes Mittelalter bis 1815 geschrieben habe. :)

      Ich hoffe, dass dir auch die Parallelen zu G-Cis' Reden aufgefallen sind. :lmao:

      Der Sumpf ist etwa einen Meter tief, die mussten die Kutsche nehmen.

      Jedenfalls nimmt die Haupthandlung jetzt langsam richtig an Fahrt auf, wobei die Geschichte immerhin fast seit 9 Monaten läuft. Es wurde auch mal Zeit. :p

      Chunichi Dragons Ultras Kuwana & Yokkaichi
    • Kapitel XXV: Stemma

      Stemma = griechisch "Krone"

      Vokabeln:
      positivement folle = positiv verrückt
      Écoute-moi... = Hör mir zu...
      Elle n'est pas sordide. = Sie ist nicht bösartig!
      impératrice de (d'+Vokal/Stummes H) = Kaiserin von
      l'empire = das Kaiserreich
      Vive! = Es lebe!
      les chevaliers = die Ritter
      le prénom = der Vorname
      la prudence = die Vorsicht
      la confiance = das Vertrauen
      le concitoyen = der Mitbürger
      la réligion = die Religion
      Salut! = Hallo!
      l'énergie = die Energie
      l'ennemi = der Gegner
      l'éclair = der Blitz



      Fassungslos blickte ich mich auf dem großen Platz um. Viele Menschen und Pokémon folgten wie vom Licht angezogene Pudox in Horden den sechs Caesurio und ihrer wertvollen Herrscherin in die Kathedrale. Glaubten sie etwa, dass Setsuna alles, was sie berühren würde, in Gold verwandeln könne? Sie könnte höchstens Gegenstände versteinern, doch aus denen könnte sie nicht einmal Brot schaffen. Eigentlich war ich davon ausgegangen, dass sämtlichen Anwesenden die Skepsis abhanden gekommen war, doch scheinbar war dem nicht so. Leider schien mir ihre Kritik ganz anders, als ich mir das vorgestellt hatte.
      "Die ist ja schwarz!"
      "Was ist das überhaupt für ein Vieh? Ein Mensch? Ein Pokémon? Ein Monster!"
      "Das kann nur eine Hexe sein!"
      Unmut hallte plötzlich über den Platz, als sich der Großteil der Befürworter in oder um die Kirche geschart hatte. Kagayaku rümpfte lediglich eingeschnappt die Nase uns strafte die Schreihälse mit verächtlichen Blicken. Ich versuchte, wenigstens einen Blick auf das Innerste zu erhaschen, doch dieser blieb mir verwehrt.
      "Noch nie hat sich jemand an einem anderen Ort zu dem Herrscher dieses Landes krönen lassen. Alle unsere Könige empfingen die Throninsignien und die Krone ausschließlich in Raimis!", stellte Yomi fest und blickte mich dabei hilflos an. Es machte den Anschein, dass selbst sie nichts dagegen unternehmen wollte. Sie war mit Setsuna befreundet und wurde in ihren Bauprojekten und Erfindungen sicher von ihr unterstützt, wie man an dem smaragdgrünen Haus in Lumyaon sehen konnte. Einst erzählte sie von ihren Ahnen, die von den Guardevoir abstammen sollten. Diese Pokémon, die angeblich in das Innerste einer Seele sehen konnten.
      So erging es mir, als Yomi mich anflehte, meinen eigentlich schon fest beschlossenen Plan zu begraben: "Sheila, ich weiß, dass du ihr nicht traust, aber lass sie bitte in Frieden. Ich denke, dass es Jérôme nicht einmal auffallen wird. Gib Setsuna eine Chance. Sie ist folle, aber sie ist positivement folle! Écoute-moi ... sie träumt davon, diesem Land wieder auf die Beine zu helfen und steckt ihr ganzes Herzblut da rein, ganz unabhängig von Mu. Mu bleibt für sie ein unerreichbarer Traum, aber hier kann sie ihre Wünsche verwirklichen. Elle n'est pas sordide!" Hatte Yomi Angst vor Setsuna? Nein, so kam es wirklich nicht rüber, auch wenn die Sphinx aufgrund ihrer Typenkonstellation mit der armen Yomi den Boden aufwischen würde, aber ich war der Ansicht, dass die Zuneigung und das Vertrauen auf Gegenseitigkeit beruhte. Wenn Setsuna bereits einen dermaßen ausgeprägten Beschützerinstinkt bei einer Vierundzwanzigjährigen hervorbrachte, wie sähe der dann wohl bei einer jungen Dame aus, die in den nächsten Monaten erst die Volljährigkeit erreichen würde?

      Ich bohrte mir erneut meinen Weg durch die Menschenmengen, ganz egal, was Yomi und erst recht ganz egal, was Kagayaku sagen würde. Ein Camerupt schnaubte zornig auf, als ich ihm auf die Hufe trat und ein Bürger verpasste Anderen einen Haken, der eigentlich mir gegolten hätte. Noch hatte Setsuna den Thron am Ende des Ganges nicht erreicht. Wahrscheinlich war sie mehrmals stehen geblieben, um ihren treuen Anhängern zu winken. Jedenfalls staunten die Leute nicht schlecht, als eine junge Blitza-Dame humanoider Gestalt sich bis zum vorderen Ende des roten, mit edlem Samt versehenen Teppichs durchkämpfte. Diese tolle Sheila konnte doch nicht zulassen, dass diese Verrückte alle Vollmächte des Landes an sich riss! Dass ich von den Caesurio tödlich Blicke erntete, kümmerte mich nicht weiter, während Setsuna mich belustigt musterte.
      Als sähe sie alleine mit ihrem General und den sechs Wachmännern nicht beeindruckend genug aus, verstärkte die Innenfassade der Kathedrale und der stark einem Schloß ähnelnde Altar, umgeben mit insgesamt zehn bunten und erhaben wirkenden Heiligenfiguren, die sich um den gekreuzigten Jesus scharten den majestätischen Eindruck. Die Decke der Kathedrale war unbeschreiblich, denn kein Farbton konnte sie wiedergeben. Der Großteil bestand sicherlich aus Türkis und Gold, doch letztendlich waren alle Regenbogenfarben vertreten. Generell bestanden sämtliche Geländer aus Gold wie auch der Altar und dessen Fassade selbst. Diese stand lediglich unter einer dem Himmel nachempfundenen Malerei mit Engelsbildern und einer goldenen, aufgehenden Sonne, die mit ihren tausend Strahlen am blauen Firmament thronte. Der schachbrettartige Boden aus weißem und schwarzen Marmor, auf dem ich mich bewegte, wurde zur Nebensache degradiert.
      "Äh ... Setsuna ... Madame Setsuna? Also ... äh ...", stammelte ich vor mich hin, umringt von hunderten oder tausenden verwunderten Augenpaaren, die zu meinem Bedauern allesamt auf mich gerichtet waren. Oh Gott, Sheila, reiß dich zusammen, Herr Gott! Sei nicht ausgerechnet jetzt so nervös wie ein hibbeliges Yanma!
      "Setsuna, was du tust, ist nicht rechtens. Dir gehört dieses Land nicht, sondern dem Volk. Ich traue dir einfach nicht, weißt du?", sprach ich vor allen Leuten aus. Ich wusste, dass ich die Sätze einen Augenblick später bereuen würde, denn mehr als beweisloses Verdächtigen und oberflächliches Gerede von Recht und Unrecht brachte ich nicht auf die Beine - wie denn auch? Hätte ich allen sagen soll, dass sie das Land ausnutzt, um einen Kontinent aus dem Meer zu hieven und danach vielleicht noch ein, zwei Eroberungskriege führen würde?
      Setsuna konnte ihre Begeisterung gar nicht in Grenzen halten. Je lauter sie zu lachen begann, desto mehr Schweißperlen rollten meine Stirn hinab. Ich spürte, wie meine beiden Ohren langsam nach hinten einknickten und ich vor lauter Augen gar keinen Fluchtweg mehr ausmachen konnte. Selbstverständlich war dieser in der Menge verborgen.
      "Ich weiß, dass ich sehr viel Verantwortung auf mich nehme, meine liebe Sheila, aber hab' keine Sorge, das Land ist bei mir in guten Händen. Aber sag, was meinst du damit, dass es nicht rechtens sei? Wirfst du mir etwa Hochverrat vor? Ich bitte dich, das ist doch abstrus! Es gibt kein Gesetz, merkst du das nicht? Ergo exisitiert damit nichts, das ich verraten könnte, außer Jérôme selbst, aber dies lässt mich ohnehin kalt. Wenn du mich entschuldigen würdest, die Zeremonie beginnt nun", wies die designierte größte Herrscherin aller Zeiten mich zurecht. Aber ich wollte doch nicht aufgeben! Plötzlich packte mich sanft ein Arm und zog mich nach hinten aus dem Rampenlicht der güldenen Kronleuchter heraus.
      Es war Moira, die mir warnende Worte ins Ohr flüsterte, ihre eigenen rotblonden Ohren nervös drehend und knickend: "Sheila, du musst lernen, wann man etwas nicht mehr aufhalten kann, wie jetzt, und wann es sich lohnt, Leuten rechtzeitig einen Riegel davorzuschieben. Mir gefallen diese fast schon religiösen Festlichkeiten genauso wenig, aber uns bleibt leider momentan keine andere Wahl."

      "Nach diesem feigen Überfall und dem Zusammenschluss unserer beiden Feinde nehme ich es als meine Pflicht wahr, die fünftgrößte Stadt unseres Landes notfalls mit meinem eigenen Blut für uns zurückzugewinnen und zu befreien! All dies ist mir zu einer Herzensangelegenheit geworden, denn auch ich selbst litt schwer unter der Schlacht. Wie ihr womöglich bereits mitbekommen habt, ihr guten Leute, ist meine treue und liebenswerte Freundin, unsere überaus geschätzte Mademoiselle Léonie, die aufopferungsvoll zum Wohl aller Menschen und Pokémon stetig dieses Land verschönert, lebensgefährlich von den niederträchtigen, abgrundtief räudigen Soldaten des Feindes verletzt worden. Das lasse ich nicht noch einmal zu!
      ICH WERDE - ALS ERSTE IMPÉRATRICE DES EMPIRE D'HEXALOS* - UNSER LAND ZU UNERREICHTER GRÖSSE FÜHREN! DAS IMPERIUM - IST - GEBOREN!"
      Nachdem Setsuna sich nach diesen hochgestochenen Worten eine mit vielen verschiedenen, bunten Edelsteinen wie Opal, Rubin, Smaragd, Saphir, Bergkristall oder Tigerauge verzierte Krone aus wahrscheinlich reinem Gold auf das Haupt gesetzt hatte, brachen die Anwesenden wie erwartet in schallende Jubelstürme aus: "Vive l'Impératrice! Vive L'Hexalos!"

      Im Schutze Moiras und Ricks, der sich während der rede durch die Menge gewühlt hatte, verließ ich das Gebäude, um am Rande des großflächigen Platzes zum Rest der Gruppe zu stoßen. Die Letzte, die allerdings angetrottet kam, war Kagayaku, die sich scheinbar erneut an irgendetwas störte.
      "Sie hätte mich ruhig erwähnen können als zukünftig zweitwichtigste Person im Lande. Die Leute haben nicht nur auf sie, sindern auch auf mich gewartet ...", fauchte sie angesäuert, als sie auf der glatten, weiß-grau schimmernden Mauer Platz nahm.
      Ich ersparte mir zu meiner Gesundheit lieber einen Kommentar, dass es sich bei ihrer Schwester nicht nur um eine Wahnsinnige, sondern auch noch um eine Egomanin handelte; stattdessen verlangte ich eine ganz andere Antwort: "Wer in aller Welt ist diese 'Mademoiselle Léonie', die für Setsuna so unfassbar wichtig scheint?"
      Schüchtern begann plötzlich Yomi ihre Hand zu heben und sprach leise, sodass es nicht mal eine zweite Sheila in einhundert Metern Entfernung hätte hören können: "Das ... wäre dann wohl ich. Léonie ist mein zweiter Vorname, unter dem mich fast alle Leute offiziell kennen. Mein westlicher Vater hatte ihn mir gegeben, doch die Chevaliers des Lavadosordens beherrschten, wie die meisten anderen Leute auch, nicht das Schreiben, sodass sie mich nur als Yomi kannten. Wenn als die, die mich kennen, über eine Yomi sprechen, weiß niemand genau, dass es um mich geht, während die Überlebenden des Lavadosordens mich als Yomi nie finden werden, da mein erster Prénom nicht erwähnt wird. Das Ganze klingt zwar ziemlich paranoid, aber mir fällt es schwer zu glauben, dass diese grausamen Menschen von einem Tag auf den Anderen allesamt nicht mehr existierten. In einer Gegenwart wie dieser ist Prudence oberstes Gebot."
      Man merkte ihr an, wie unbehaglich sie sich fühlte, als sie an ihre Kindheit im klirrend kalten Kirchenkeller von Messu dachte. Für einen kurzen Moment kniff sie ihre warmen Augen fest zusammen, als wollte sie eine Träne daran hindern, ihren Lidern zu entweichen.
      "Außerdem gibt es da noch was, das ich mit der Zeit beobachten konnte. Die Leute kategorisieren sehr stark anhand Namen - egal in welchem Land. Beispielsweise den östlichen Händler, die sich hier angesiedelt hatten, fiel es vergleichsweise schwer, Confiance zu gewinnen, da sie einen fremden Namen trugen, so fremd, dass er einem komplett anderen Kulturkreis entsprang und somit für die Ansässigen sogleich als 'weniger vertrauenswürdig' aufgefasst wurde. Ich schätze, dass sich diese Einstellung so bald nicht ändern wird, selbst in mehreren hundert Jahren ... Wenn sich beispielsweise ein Maure namens Abdul im Heiligen Reich niederlassen würde und ein Schmiedemeister stände vor der Wahl vor einem begabten und motivierten Abdul sowie einem ebenfalls begabten und motivierten Siegfried, würde er sich in vielen Fällen sofort für Zweiteren entscheiden, anstatt beide gleichzeitig einzuladen und intensiv zu beobachten, bevor er eine Entscheidung fällen würde. Schließlich fangen solche Denkprozesse bereits unter den Concitoyens der ein und der selben Stadt an, nur weil die einen einer weniger verbreiteten Réligion angehören", erläuterte uns Yomi detailliert, wie schwer man es als Fremdling hatte. Ich hatte es bereits im eigenen Land schwer, sodass mich das Gespräch nicht gerade optimistisch für meine Zukunft stimmte. Wie dem auch sei, jedenfalls genoss "Léonie" bei Setsuna ein hohes Ansehen, die auch scheinbar mehr oder weniger von ihren Erfindungen und Ideen abhängig war.

      "Salut, Sheila!", begrüßte mich Yomi, als nur noch das alte Quartett den Weg bis zu ihrem Labor absolviert hatte: "Kennst du das auch? All deine Kraft und all deine Techniken investierst du in deine elektrische Énergie, aber wenn der Ennemi dich durchschaut hat, sind die anderen Kampfstrategien nicht ausgereift genug, um gegen ihn zu bestehen. Ich musste deswegen viele schmerzliche Erfahrungen machen und begann, auch die anderen Angriffe intensiver zu trainieren. Wie wäre es, wenn du im Kampf gegen meine Elektro-Pokémon-Freunde unter Beweis stellst, wie gut du bist? Mit Éclairs wirst du ihnen leider nicht viel anhaben können!"
      "Das ist mir eigentlich ziemlich egal, aber gut, wieso nicht. Bekomme ich denn etwas dafür, wenn ich mich als würdig erweise?", fragte ich mit einem breiten Grinsen auf den Lippen. Erst schaute sie sich zerstreut um und errötete leicht, denn daran hatte sie scheinbar gar nicht gedacht.
      "Schenke ihr doch einfach einen deiner Edelsteine. Bei ihr wäre er sicher in guten Händen, vorausgesetzt, sie schafft es. Das schaffst du doch, oder, Sheila?", schlug Marc vor, der mich plötzlich von hinten anstupste, sodass ich gerade noch die Balance auf der mit ungleichmäßigen, beigen Steinen verursachten Grundstücksmauer halten konnte. Immerhin waren die Wunden zumindest bei mir wieder soweit verheilt, als dass ich kampffähig war, während Yomi sich beispielsweise immer noch sehr schwer damit tat, sich schmerzfrei zu bewegen. Außerdem würden die Pokémon wie Henri, das Ampharos, sicher nicht überhart an mich herangehen, denn das konnte wohl kaum das Ziel eines Trainingskampfes sein!
      "D'accord, selbstverständlich erst morgen. Heute hatten wir genug um die Ohren gehabt, schließlich sind wir doch gerade erst wieder hier angekommen", lächelte die Magentahaarige, bevor sie sich mühselig in ihr Haus schleppte. Ich hingegen starrte noch eine ganze Weile auf der Mauer in die untergehende Sonne, ungläubig gegenüber dessen, welches heute geschehen war.

      ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

      *Hexalos = Hexagone+Kalos
      Dafür, dass dieses Land auf Frankreich (dem "Hexagon") und Kalos gleichzeitig basiert, passt das doch ganz gut.

      Chunichi Dragons Ultras Kuwana & Yokkaichi
    • Mir fällt gerade kein guter Satz ein, um meinen Kommentar einzuleiten, deswegen muss dieser Satz jetzt als Einleitung herhalten.

      in Raimis!
      Ist damit etwa die Stadt Reims gemeint? :hihi:

      Einst erzählte sie von ihren Ahnen, die von den Guardevoir abstammen sollten.
      Das macht sie mir gleich nochmal symphatischer! :bg:
      Aber wer könnte dich bloß auf die Idee gebracht haben, Guardevoir mal zu erwähnen...hmmm... ;)

      Was für eine protzige Kathedrale! Aber gut, ist ja auch die Hauptstadt, die darf ein bisschen protzig sein. Außer diese Hauptstadt heißt Berlin und ist die viertgrößte Stadt der Türkei, dann nicht. :lol:

      "Setsuna, was du tust, ist nicht rechtens. Dir gehört dieses Land nicht, sondern dem Volk. Ich traue dir einfach nicht, weißt du?"
      Sheila spricht hier so überzeugend wie eine Zweitklässlerin. :)

      War ja klar, dass Setsuna sie rhetorisch unangespitzt in den Boden rammt. Gegen den Charme einer Soziopathin anzukommen ist ja auch schwer. :(

      Hübsche, irre Ansprache von meiner zweitliebsten Verrückten ist das, die daraufhin folgt. "Hexalos"...feiner Name, ein "X" macht Worte immer irgendwie modern, schick und wohlklingend, finde ich. :hihi:

      Yomi heißt also Léonie mit zweitem Vornamen? Yomi Léonie? Ha, das reimt sich ja sogar! :lol: Der Wahnsinn.

      begabten und motivierten Abdul


      Mit oder ohne Klappstuhl? :lol:

      Ein Trainingskampf gegen Yomis Pokémon also? Das klingt, als würde Sheila es geradezu darauf anlegen, ihre Wunden aus Strachou wieder aufzureißen...:oldno:

      Na ja, wir werden ja sehen, ob das wirklich eine gute Idee ihrerseits war! :)

    • [IMG:http://www.bestourism.com/img/items/big/7126/Notre-Dame-Basilica-of-Montreal_Interior-view_9303.jpg]

      Hey, danke für deinen Kommentar! :D Das Innere der Notre-Dame hier basiert auf dem der aus Paris und in der Nähe des Altars auf dem der in Montréal. Das ist nämlich bei weitem protziger und für Setsuna passender. Die Beschreibungen richten sich weitestgehend an die kanadische Kirche. :D

      Raimis = Reims, ja. Dort, wo die französischen Könige allesamt gekrönt wurden. Erst Napoléon als Kaiser wählte die Notre-Dame in Paris.

      Guardevoir habe ich bereits in Kapitel #09 als eine Vorfahrin Yomis genannt. ^^

      Die Elektro-Pokémon werden ihrerseits aber mit Elektro-Attacken sparen, wäre ja dumm von denen. Die haben andere Tricks auf Lager. :D

      Chunichi Dragons Ultras Kuwana & Yokkaichi
    • So, erst einmal entschuldige vielmals, dass der Kommentar erst so spät kommt! D:

      Écoute-moi ... sie träumt davon, diesem Land wieder auf die Beine zu helfen und steckt ihr ganzes Herzblut da rein, ganz unabhängig von Mu. Mu bleibt für sie ein unerreichbarer Traum, aber hier kann sie ihre Wünsche verwirklichen.

      Also Yomi ist ja ziemlich entspannt. xD Jemand erklärt sich urplötzlich zur Kaiserin von Frankreich, obwohl es bereits einen König gibt und ruft damit wahrscheinlich einen Krieg hervor, da würde ich nicht so reagieren. :run2:

      Diese tolle Sheila konnte doch nicht zulassen, dass diese Verrückte alle Vollmächte des Landes an sich riss!

      Na na na, so funktioniert Politik aber nicht, dass man sagt "Ich bin König von Deutschland" und durch eine Krönung auf einmal ein Land regiert, das dann noch seine Regierung hat. :tlol: Natürlich ist das jetzt keine Korrektur, sondern eine Bemerkung! ^-^

      Dass ich von den Caesurio tödlich Blicke erntete, kümmerte mich nicht weiter, während Setsuna mich belustigt musterte.

      Ist sie tatsächlich größenwahnsinnig?! Dumme Frage eigentlich... :ups::v:

      Als sähe sie alleine mit ihrem General und den sechs Wachmännern nicht beeindruckend genug aus, verstärkte die Innenfassade der Kathedrale und der stark einem Schloß ähnelnde Altar, umgeben mit insgesamt zehn bunten und erhaben wirkenden Heiligenfiguren, die sich um den gekreuzigten Jesus scharten den majestätischen Eindruck. Die Decke der Kathedrale war unbeschreiblich, denn kein Farbton konnte sie wiedergeben. Der Großteil bestand sicherlich aus Türkis und Gold, doch letztendlich waren alle Regenbogenfarben vertreten. Generell bestanden sämtliche Geländer aus Gold wie auch der Altar und dessen Fassade selbst. Diese stand lediglich unter einer dem Himmel nachempfundenen Malerei mit Engelsbildern und einer goldenen, aufgehenden Sonne, die mit ihren tausend Strahlen am blauen Firmament thronte. Der schachbrettartige Boden aus weißem und schwarzen Marmor, auf dem ich mich bewegte, wurde zur Nebensache degradiert.

      Ui, schöne Beschreibung. °o° Ich glaube, ich sollte mal nach Paris abdüsen. xD

      "Äh ... Setsuna ... Madame Setsuna? Also ... äh ..."

      Ist Sheila nun Französin oder nicht? Eigentlich ja schon, daher ist es komisch, dass sie erst jetzt französische Begriffe verwendet. :hmm2: Übrigens hast du mit dieser Geschichte meine Liebe für diese Sprache, die vorher nicht bemerkbar existiert hat, entfacht. :ws:

      "Setsuna, was du tust, ist nicht rechtens. Dir gehört dieses Land nicht, sondern dem Volk. Ich traue dir einfach nicht, weißt du?"

      Wenn du das mal einem absolutistischen König gesagt hättest, wärst du wahrscheinlich auf dem Scheiterhaufen gelandet, Sheila. :hihi: Sie ist also überzeugt von der Demokratie! :o

      Setsuna konnte ihre Begeisterung gar nicht in Grenzen halten. Je lauter sie zu lachen begann, desto mehr Schweißperlen rollten meine Stirn hinab.

      OmG, dieses creepy Zeug. oO"

      Es war Moira, die mir warnende Worte ins Ohr flüsterte, ihre eigenen rotblonden Ohren nervös drehend und knickend: "Sheila, du musst lernen, wann man etwas nicht mehr aufhalten kann, wie jetzt, und wann es sich lohnt, Leuten rechtzeitig einen Riegel davorzuschieben. Mir gefallen diese fast schon religiösen Festlichkeiten genauso wenig, aber uns bleibt leider momentan keine andere Wahl."

      Der Retter in Not: Moira! *O* Sie gibt es ja auch noch... :run2: LIEBLINGSCHARAKTER INCOMING :!:

      DAS IMPERIUM - IST - GEBOREN!

      Und... DAS - IST - SPARTA! Gewollt oder nicht? :hihi:

      Die Leute haben nicht nur auf sie, sindern auch auf mich gewartet ...

      "sondern"! :yah:

      Für einen kurzen Moment kniff sie ihre warmen Augen fest zusammen, als wollte sie eine Träne daran hindern, ihren Lidern zu entweichen.

      Damit presst sie die Tränen doch nur heraus! :o

      ...

      Also, jetzt ist Setsuna (DEVIL INCOMING bestätigt) Kaiserin von Frongreisch, das nun endlich einen Namen erhält, wie praktisch! :D Wie wird es weitergehen? Ein Eroberungskrieg gegen Jérôme? :o Das wäre wohl das, was ich mir spontan am meisten wünschen würde. :ka: Ich freue mich auf Kapitel 26! :bg:


      Hoc est enim corpus meum. Hermione saltica, regina festorum, saltatrix summa, mimema inclyta, malefica fabulosa, arbitratrix Vesperae Omnis Sanctae.
    • Kein problem, mein 1250. Post gilt ganz dir! :)


      Also Yomi ist ja ziemlich entspannt. xD Jemand erklärt sich urplötzlich zur Kaiserin von Frankreich, obwohl es bereits einen König gibt und ruft damit wahrscheinlich einen Krieg hervor, da würde ich nicht so reagieren. :run2:

      Yomi istda einfach zu gutgläubig. Klar, sie selbst hat Setsuna als eine sehr freundliche und offenherzige Person kennengelernt und glaubt nicht, dass sie auch böse sein kann. Bei Yomi war sie immer lammzahm. ^^


      Na na na, so funktioniert Politik aber nicht, dass man sagt "Ich bin König von Deutschland" und durch eine Krönung auf einmal ein Land regiert, das dann noch seine Regierung hat. :tlol: Natürlich ist das jetzt keine Korrektur, sondern eine Bemerkung! ^-^

      Die königstreuen Truppen sind allerdings fast alle um die Schlößer von Jérôme versammelt, während die anderen keine Lust mehr auf den egozentischen und egoistischen König haben. Parlamente gabs nicht und von daher waren die "herrscherlos". Deswegen konnte Yomi auch tun und lassen, was sie wollte. Keiner hat das kontrolliert.


      Ist sie tatsächlich größenwahnsinnig?! Dumme Frage eigentlich... :ups::v:

      Setsuna: "Ich bin überhaupt nicht böse! Ok, ich bin dann mal weg, nicht-böse Sachen tun! Übrigens bin ich nicht böse!"


      Ui, schöne Beschreibung. °o° Ich glaube, ich sollte mal nach Paris abdüsen. xD

      Fail meinerseits. x.x Ja, die Beschreibung des Altars ist die der Notre-Dame, aber von der aus Montréal (französischsprachiges Kanada). Sie das Kommi über deinem. :tlmao: Aber es muss ja nicht alles zu 100% exakt stimmen. Die ND von Paris ist auch imposant und sieht vom Boden her gleich aus, nur diese Menge an Gold exisitert da nicht. Auch die Malereien sind etwas schlichter.
      Paris lohnt sich trotzdem! :)


      Ist Sheila nun Französin oder nicht? Eigentlich ja schon, daher ist es komisch, dass sie erst jetzt französische Begriffe verwendet. :hmm2: Übrigens hast du mit dieser Geschichte meine Liebe für diese Sprache, die vorher nicht bemerkbar existiert hat, entfacht. :ws:

      Schreib mir bitte auf mein Profil, welche Stelle das ist, denn Sheila ist Engländerin 8sonst hieße sie Chila, lel)! Yomi und Marc verwenden übermäßig viele französische Begriffe, Sheila bedient sich normalerweise nur gängigen Lehnwörtern, wie auch bei Kagayaku oder Setsuna, die ja gerade zu den Franzosen spricht.
      Schön, dass ich dich dafür begeistern konnte! Sowas ist immer schön zu hören! :D
      Wenn du das "Madame Setsuna" meinst, naja. Sie war irgendwie zwischen zwei Fronten. Sie sah nicht ein, Setsuna "Eure Majestät" zu nennen, aber vor all den Leuten Setsuna einfach mit ihrem Namen anzusprechen hatte sie sich nicht ganz getraut, um nicht deren Zorn auf sich zu lenken, dass sie gegenüber einer Fast-Göttin nicht den nötigen Respekt entgegenbrachte. Sie hätte sie auch Lady Setsuna nennen können, gerade als Engländerin, aber das hätten die normalen Bürder wohl nicht verstanden. ^^


      Wenn du das mal einem absolutistischen König gesagt hättest, wärst du wahrscheinlich auf dem Scheiterhaufen gelandet, Sheila. :hihi: Sie ist also überzeugt von der Demokratie! :o

      Setsuna kann Sheila nicht einfach aus dem Weg räumen, da sie gleichzeitig Yomi oder Kagayaku nicht traurig machen will/kann. :tlmao:



      Der Retter in Not: Moira! *O* Sie gibt es ja auch noch... :run2: LIEBLINGSCHARAKTER INCOMING :!:

      Wenn du wüsstest, dass nach der Schlacht am Rittersturz (mit den Brutalanda) eigentlich ihr Tod geplant war. :( Jedenfalls waren die beiden Fast-Tode von Moira und Yomi nicht alles an Dramatik. Noch lange nicht.

      Und... DAS - IST - SPARTA! Gewollt oder nicht? :hihi:

      Zufall :lol:


      Damit presst sie die Tränen doch nur heraus! :o

      Magic. *.* Kann sein, ja. xD

      ...

      Also, jetzt ist Setsuna (DEVIL INCOMING bestätigt) Kaiserin von Frongreisch, das nun endlich einen Namen erhält, wie praktisch! :D Wie wird es weitergehen? Ein Eroberungskrieg gegen Jérôme? :o Das wäre wohl das, was ich mir spontan am meisten wünschen würde. :ka: Ich freue mich auf Kapitel 26! :bg:

      Setsuna wird auf jeden Fall auf lange Sicht keine Däumchen drehen, so viel ist klar. Jérôme stört sie nicht, denn der nimmt am politischen Geschehen zum jetzigen Zeitpunkt nicht teil. Aber wie gesagt, das kann sich alles noch verschieben. :)

      Vielen Dank für dein Kommentar, ich freue mich immer wieder! ^^

      Chunichi Dragons Ultras Kuwana & Yokkaichi
    • Kapitel XXVI: Metakomisi

      Metakomisi = griechisch "Umzug"

      Vokabeln:
      être prêt(e) = bereit sein
      Montre-moi ton force! = Zeig' mir deine Kraft!
      Fais attention! = Gib acht!
      Toutes mes félicitations! = Glückwunsch!
      L'Ancien Régime = Die alte Regierung

      Orte:
      Vassouis = Versailles



      "Alors, Sheila, tu es prête?", fragte Yomi, die sich an eine dreikämmrige Scheune auf einem umzäunten, unregelmäßig getrimmten Rasen lehnte. Dieses Grundstück diente wohl als Übungsplatz für Pokémonkämpfe. Auch hinter mir war eine dieser Scheunen vorzufinden, die ihrem Gegenüber auf die Bretter genau glich. Lange, schwarze Tücher hingen vorne an ihnen herab, sodass ihr Inneres ein Geheimnis blieb. Nun begriff ich auch, warum Yomi mich eindringlich gewarnt hatte, vor elf Uhr hier aufzutauchen.
      "Très bien. Also, dann kann es losgehen. Was würde wohl besser zu der Stadt passen, die ich gerne in die Stadt der Lichter verwandeln würde, als ein Kampf zwischen reinen Elektropokémon? Montre-moi ta force!", rief die junge Frau, die aufgrund ihrer Verletzungen noch immer etwas hinkte, nachdem ich mit einem Handzeichen meine Bereitschaft signalisierte. Für die Tiefe der Wunden kam die Behandlung an der großen Eiche von Amyaan einer Wunderheilung gleich.
      Meine Augen fixierten den aus meiner Sicht linken Vorhang, den Yomi nun zur Seite schob und meinen ersten Gegner enthüllte. Ein weiß-schwarz gestreiftes Huftier trabte von der Scheune aus auf das Kampffeld und blickte mich entschlossen an. Ein Zebritz also, dessen außergewöhnliche Herkunft Yomi noch einmal verdeutlichte: "Das ist Vasilios, ein Zebritz aus dem Land der Amphoren. Dort ist es so warm und trocken, dass es mich wundert, wieso sich die beiden Sphinx-Schwestern nicht dort niedergelassen haben. Sein Name bedeutet zwar 'König', allerdings möchte ich mit dem Pokémon beginnen, welches für dich am einfachsten zu durchschauen ist. Allez, Basile*!"

      [ame='http://www.youtube.com/watch?v=JWpCQ-t6RLU']http://www.youtube.com/watch?v=JWpCQ-t6RLU[/ame]

      Sofort sprintete das Zebritz in einem Affentempo auf mich zu und gönnte mir nicht, den ersten Zug zu machen, doch damit war ich absolut einverstanden. Schließlich war ich schnell und wendig, sodass ich es mit wenigen Haken und Ausweichmanövern schaffte, den Vierbeiner zum Abbremsen zu zwingen. Vasilios merkte, dass er mit dieser Taktik keine Stiche gegen mich setzen würde und begann plötzlich, Energie in seine Hufe zu leiten. Diese schienen sich dermaßen extrem zu erhitzen, dass ich ein orangenes Glühen an diesen erkennen konnte. Zwar nutzte ich sein abruptes Abbremsen des Angriffes zu einem eigenen Donnerblitz, doch wie bereits erwartet schüttelte mein Gegner die für ihn höchstens kitzelnde Attacke eindruckslos ab. Ergo musste entweder mein Gegner zu mir kommen, oder ich zu ihm. Genauer gesagt war es die zweite Variante, die letztlich eintrat und wie ein pfeilschneller Blitz einen Überraschungsmoment erzeugte. Als Vasilios mich mit dem Kopf voran zu Boden rammte, merkte ich, wie heiß sein Körper geworden war. Allein an der Anspannung und der Hitze des Gefechts vermochte es wohl kaum zu liegen, weshalb ich dahinter eher einen ganz perfiden Plan vermutete, der mich schlichtweg aus dem Konzept bringen sollte. Mit einer flinken Rolle zur Seite verhinderte ich, dass das elektrische Ross mich mit seinen Hufen direkt im Anschluss niederstampfen konnte. Als ich auf den Boden aufschlug, trat ich meinem Widersacher zweimal kräftig gegen die Vorderbeine. Zumindest hatte er diesen Angriff gespürt. Erneut nahm Zebritz Anlauf und näherte sich mir in atemberaubender Geschwindigkeit. Ich hätte schwören können, dass er zuvor noch nicht so schnell gewesen war! Nur mit Mühe konnte ich dem Angriff durch einen flachen Hechtsprung ausweichen und erlebte mit, wie das Zebritz mit den Hinterbeinen wild um sich trat - glücklicherweise erfolglos. Zwei weitere Treffer gegen ihn landeten auf meiner Habenseite, doch kaum setzte ich zu einer kleinen Verschnaufspause an, erschien der Gestreifte völlig unvorhersehbar hinter mir und rammte mich mit dem Kopf zu Boden. Das letzte Trefferpaar meinerseits verpasste ihm zwei schmerzhafte Abdrücke im Gesicht, bevor ich Vasilios mit einem perfekt angesetzen Biss in den Nacken in die Knie zwang. Man konnte als Zuschauer davon halten, was man wollte, doch dieser Kampf würde mir einiges an Ausdauer abverlangen, wenn ich bestehen wollte.

      "Merci, Vasilios. Ich denke, sie hat die erste Prüfung bestanden, nämlich sich nicht ausschließlich auf ihre - zweifellos starken und hübsch anzusehenden - Elektroattacken zu verlassen. Nitroladung ist eine Feuerattacke, die den Gegner zur schnellen Reaktion zwingt. Fréderic, du bist der Nächste!", erläuterte Yomi, die dem angestrengt prustenden Zebritz auf dem Rücken klopfte und sogleich Runde zwei eröffnete. Bei Fréderic handelte es sich um ein Voltenso. Sehr schön, ein Duell zwischen Katze und Hund hatte es immer in sich! Ich wartete, dass Fréderic wie das Zebritz direkt in die Offensive ging, doch das Voltenso wartete in aller Seelenruhe auf meine Reaktion. Lediglich ein belebtes Knistern seines Fells machte sich bemerkbar. Wenn mein Gegner nicht auf mich zurannte, war es unmöglich, ihn mit Doppelkick oder Biss effektiv zu treffen. Schließlich hatte er alle Zeit der Welt, um auszuweichen. Kaum hatte ich mich für eine andere Taktik entschieden, verschlang ein düsterer Schatten die Arena in voller Gänze. Der Himmel hatte sich in mir bis dato unbekannter Geschwindigkeit zugezogen, als ob sich alle Wolken im Umkreis von einem Tagesmarsch zu einer einzigen vereinigt hätten. Unmittelbar danach platschten die ersten dicken Regentropfen auf meine kleine Nase, während sich mein Gegner immer noch nicht vom Fleck gerührt hatte - Regentanz also ...
      Gerade, als ich mit zickzackartigen Sprints versuchte, das Voltenso zu verwirren, ergriff auch Fréderic die Initiative. Schnurstracks bewegte sich das Blitz-Pokémon auf mich zu, während ich nicht die geringste Ahnung davon hatte, was er sich damit versprach. Erst im letzten Moment plante ich, abhängig von meiner Position in der Luft als ich in die Höhe stieg, zwischen Doppelkick und Biss zu entscheiden, doch mein Widersacher kam mir zuvor. Eine gleißende Flammenzunge entwich seinem Maul wie die Feuersbrunst eines Drachen, die mich als schwarze Rauchwolke mit ganzer Breitseite erwischte. Als ich vom finsteren Nebel umschlossen war, fühlte ich mich wie ein über den Ofen gehangenes Groink, doch die dicken Regentropfen ließen die Attacke schnell zu einem rauchig riechenden Gestank verpuffen. Mir tränten die Augen, doch ich musste mich auf meinen Gegner konzentrieren. Dieser Flammenwurf hätte mich schwerst verletzen können, hätte er nicht zu meinem Schutze vorher den Regen beschworen. Niemals hätte ich bei einem Voltenso mit diesem Angriff gerechnet! Doch bei dieser Überraschung blieb es glücklicherweise. Nach einem heftigen und kräftezehrenden Schlagabtausch, der vornehmlich aus Bissen bestand, nutzte ich meine Vorteile in der physischen Kraft gegenüber dem Voltenso und verpasste ihm einen hervorragend positionierten Donnerschlag in den Bauchbereich. Damit hatte ich zwar auch Fréderic bewältigt, doch meine Kräfte schienen sich langsam dem Ende zuzuneigen ... bloß nicht mehr treffen lassen, Sheila!

      Schweigend enthüllte Yomi das letzte Pokémon, das sich mit mir messen sollte. Wie erwartet fiel ihre Wahl auf ihr nicht ganz so geschickt scheinendes Ampharos Henri, mit dem ich bereits bei meinem ersten Besuch Bekanntschaft geschlossen hatte.
      "Henri muss ich dir ja nicht mehr vorstellen ... oder etwa doch? Fais attention!", waren die einzigen Worte, die aus Yomis Mund bis in meine Ohren vordrangen.
      Doch nun geschah etwas, womit ich nie im Leben gerechnet hatte. Mir war gar nicht aufgefallen, dass die kleine Forscherin und Architektin an diesem Tag einen Ring trug, der dem Kagayakus in Amyaan ähnelte. Henri wurde bei Berührung dieses Ringes sofort in ein helles Licht eingehüllt, um einen kurzen Moment später als Ampharos mit einer langen, weißen Zottelfrisur und einem buschigen, mit roten Perlen besetzten Wollschweif zu erscheinen.Waren etwa alle vollentwickelten Pokémon zu diesen kurzfristigen Entwicklungen in der Lage?
      Mir blieb keine Zeit, darüber nachzudenken, als eine Sturmböe hell funkelnder, scharfer Steine sich seinen Weg durch die Luft in Richtung meines Fleisches bahnte. Geschwind zur Seite gesprungen, konnte ich beobachten, wie die Juwelenkraft den durch den mittlerweile versiegten Platzregen aufgeweichten Rasen an einigen Stellen komplett umpflügte und Stücke des Bodens wild über die Arena geschleudert wurden. Ich konnte mich Henri mit meiner verbliebenen Kraft unmöglich nähern. Da wir vor dem Kampf keine offiziellen Begrenzungen des Kampffeldes festgelegt hatten, kletterte ich auf einen der Bäume, dessen Krone weit in das eingezäunte Gelände hineinragte, obwohl sich der Stamm außerhalb befand. Dahin konnte er mich nicht folgen, aber das brauchte das Ampharos auch gar nicht. Stattdessen schoss das zweibeinige Schafspokémon einen bläulich schimmernden Lichtstrahl ab, der in seinem tiefsten Innersten so grässlich hell war, sodass ich mich letztlich auf meinen guten Orientierungssinn verlassen musste. Gerade, als die Attacke in den Rotbuchenast, auf dem ich eben noch saß, mit zerstörerischer Kraft einschlug und dieser zu Boden krachte, verpasste ich Henri einen Turmkick, der sich gewaschen hatte. Das taumelnde Pokémon zeigte sich stark getroffen von der Attacke, doch ich musste nachsetzen - ich wusste ganz genau, dass diese Attacke mich wohl in ein Häufchen Asche verwandeln würde. Ein weiterer Biss und ein Doppelkick entschieden den Kampf endgültig. Und gerade rechtzeitig, denn dieser Kampf ging gehörig an die Kondition.
      "Dieser Angriff am Ende leuchtete so hell wie tausend Sonnen! Was war das?", röchelte ich ermattet, die rosane Zunge hing schlapp aus meinem Mund heraus. Dieses Wissen musste Yomi einfach mit mir teilen!
      "Ich bete dafür, dass nie eine Angriffstechnik so hell wie tausend Sonnen entwickelt wird. Unsere Welt würde nicht mehr existieren, wenn das Firmament tausend Sonnen trüge. Übrigens nennt man diese Attacke Drachenpuls. Aber was soll's, du hast dich würdig erwiesen, Toutes mes félicitations! Doch gebe mir für den Orden bis morgen Zeit, ich möchte gerne etwas Eigenes speziell für dich anfertigen", entgegnete Yomi, deren Miene sich nach und nach weiter aufhellte.
      Aber ... DRACHENPULS? Das war ein AMPHAROS! Ich musste dies nicht verstehen, oder?

      Nur meine Schwester Moira und ich saßen zur Zeit im smaragdgrünen Setsuna-Café und hatten es uns zu einem allumfassenden Gespräch der Situation gemütlich gemacht. Café hatte es Yomi nun deswegen genannt, da neue Händler ein Heißgetränk mit in den Westen gebracht hatten, das aus aromatisch duftenden, dunkelbraunen Bohnen gewonnen wurde. Letztendlich schien der Name "Geselligkeitshaus" auch erstens als zungenbrecherhaft, während zweitens der Name "Café", nach diesem Getränk aus den Wüsten- und Dschungelreichen im Süden, dem einfachen Volk leicht von der Zunge ging. Zwar einerseits stolz auf meinen Sieg gegen Yomis Auswahl, doch andererseits angespannt aufgrund der schwankenden Machtverhältnisse im Lande, begann Moira mit einem janusköpfigen Gesichtsausdruck mit ihrer Ausführung: "Rick hatte sich noch gestern mit einem Kadabra an die Schlösser der Larenne aufgemacht, um Jérôme von der Notwendigkeit einer Reaktion zu überzeugen. Wenn er einfach wie sein Leben lang abwarten würde, gäbe es genügend Leute, die gerne seinen Kopf rollen sehen würden. Der Kerl muss endlich aufwachen und sich seiner Verantwortung für dieses Land bewusst werden. Setsuna ist doch nicht die einzige Irre hier, auch wenn es auf den ersten Blick so scheint."
      Stimmt, es gab ja noch Kagayaku. Ich war jedenfalls heilfroh, dass sie nicht über die Fähigkeit verfügte, Gedanken zu lesen.
      "Es gibt dort so einen unsympathischen Typen, nennt sich Émile Roquefort. Er sieht aus wie eine Ratte, verhält sich wie eine Ratte und ist so intrigant wie eine Ratte", erklärte meine große Schwester weiter. Schon durch den Gedanken an diese Person angestrengt, schob sie sich mehrmals die langen, rotblonden Haare aus dem Gesicht.
      Ich legte meinen Kopf schief und fragte stirnrunzelnd nach: "Du beurteilst ihn nach seinem Aussehen, Moira? Das ... "
      "Er IST eine Ratte. Glaubst du, wir wären von Gott als die Engel aller Rassen geschaffen worden, barmherzig und grundgütig? Roquefort ist ein Gijinka, genau wie wir. Er vereinigt die Züge eines Mannes mit denen von Rattikarl. Schlaue, pragmatische Pokémon, die leider viel zu gerne unterschätzt werden. Roquefort ist nicht gerade als Freund der Gnade bekannt und lässt sich zweifelsfrei als ultraradikaler Revolutionär identifizieren. Gelinde gesagt schert sich Setsuna einen Dreck um Jérôme. Aber Émile Roquefort würde am liebsten das gesamte Ancien Régime komplett aus der Geschichte radieren", belehrte mich Moira besorgt. Ich erschauderte. Um den Gesundheitszustand des Landes war es schlimmer bestimmt, als ich je vermutet hätte. Doch weitere Gedankenspiele wurden von einem kunterbunten Lichtblitz jäh unterbrochen, aus dem sich neben einem löffeltragenden Psycho-Pokémon eine brünette Gestalt materialisierte.
      "Moira? Ah, Sheila, du bist auch da. Ihr könnt es vergessen, Jérôme ist nicht mehr da", schnaubte der Wiesenior-Abenteurer angesäuert und offenbarte uns eine große Landkarte, die scheinbar das gesamte Königreich kartiert hatte ... pardon, Kaiserreich, Setsuna.
      "Also ...", hob Rick an, "... sofern ich mich auf die Informationen der noch bei den als Lustschlösser erhaltenen Châteaux abgestellten Wachen und der zwischen Nanta und Torra immer noch sehr königstreuen Bevölkerung verlassen kann, dann müsste Jérôme den gesamten Staatsetat für ein neues Schloss als Hauptresidenz hier in Vassouis ausgegeben haben. Abseits der beiden großen Reiserouten in den Westen sollte dieses monströse Bauwerk völlig im Geheimen erschaffen werden, völlig ohne Yomis Mithilfe. Dieses Schloss soll angeblich alles überbieten, das von Menschenhand jemals hervorgebracht wurde. Ich würde sagen, dass einige von uns sich morgen davon ein Bild machen sollten, denn von der Hauptstadt aus ist es auch ohne Teleport recht einfach zu erreichen."
      Ein Bauwerk, das selbst die großen Kathedralen des Landes in den Schatten zu stellen versuchte, wurde auch noch direkt in der Nähe der Hauptstadt angelegt? Ich ahnte Schreckliches, denn ein weiteres unnötiges Prunkschloss würde bei der verarmten Bevölkerung wohl erst recht das Fass zum Überlaufen bringen ...


      "*Basile ist die französische Form des griechischen Namen Vasilios (russ. Vassili, poln. Wassili, engl. Basil)

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