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Yami no Honou - Flammen der Finsternis

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    • Aufgrund der besonderen Umstände dieses Kapitels und seiner einschneidenden Bedeutung beträgt seine Länge 133% der normalen. Das Kapitel lässt sich auch nicht teilen, denn sonst wäre es zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel. Zwar immer noch über 1000 Wörter, aber trotzdem. Das gehört einfach zusammen, ihr werdet schon merken, wieso. Cliffhanger gibt es nämlich schon genug.

      Viel Spaß! :sonne:


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      Kapitel XIX: Naze?


      Ich musste kreidebleich gewesen sein. Bleicher als das Gesicht einer vollständig geschminkten Geiko. An diesem Abend klopfte es, hämmerte, donnerte und röhrte. 01:44 Uhr zeigte mir der schwarze Digitalwecker mit seinen blutroten Ziffern an. Niemand würde um diese Uhrzeit andere Personen besuchen gehen, nicht einmal Geikos, die nun allmählich von ihrer alltäglichen Arbeit zurückkehrten. Angeheitert durch einen Abend des Spaßes, fröhliches Lautenspiel, interessante Gespräche und den Geruch von Sake oder Umeshu sehnte sich eine Geiko nun nach nichts mehr als einer guten Dusche und ihrem gemütlichen Bett, um sich die wohlverdiente Mütze Schlaf zu gönnen. Doch es klopfte weiter, selbst als die Uhr hämisch auf 01:45 umschlug. Normalerweise lag ich zu dieser Zeit längst im Bett, doch da meine Gedanken noch dem vorigen Tag gewidmet waren, hatte ich versucht, es mir auf der schwarzen Ledercouch etwas bequem zu machen. Das durch das immer noch vergleichsweise schwüle Wetter aufgewärmte Sofa machte es mir allerdings unmöglich, einfach mal entspannen zu können. Weniger galten meine Gedanken dem Kampf mit dieser Min, denn viel mehr sorgte ich mich um Rans Gesundheit und die beiden Telefonate mit Raazu und meinem Vater.
      "Aufmachen! Sofort! Das ist ein Befehl des Kabinettsnachrichten- und Untersuchungsbüros! Hier sind die örtliche Polizei, Agenten des Naichos und Sonderkommandos! Wir werden diese Tür notfalls mit Gewalt öffnen!", brüllten zornige, entschlossene Männerstimmen laut und eindringlich, als ständen sie direkt neben mir. Fluffy, die es sich neben mir gemütlich gemacht hatte, verkroch sich unter eines der Frotteekissen und schaute mich besorgt an. Sie kamen. Ich erstarrte, doch der Angstschweiß rann wie Wasserfälle meinen Körper entlang. Nahm der Schrecken nie ein Ende? Warum? Naze? Ich bin unschuldig!
      "Urara, Satori! Haltet euch für den Notfallplan bereit, den wir heute Abend ausgetüftelt haben. Alle Anderen, geht auf eure Zimmer und rührt euch nicht, bis die Situation entschärft ist! Touka zu retten genießt nun oberste Qualität!", dirigierte Yukisango, deren Stirn von Sorgenfalten gesäumt war. Ich wollte einfach nur weinen, aber ich durfte nicht. Ich musste diese Situation überstehen. Vielleicht handelt es sich einfach nur um ein Missverständnis! Diese Hoffnung ... ein Funken Hoffnung ... warum fühlte es sich nur so an, als würde er jeden Moment erlöschen? Inari! Wo warst du?
      Yukisango öffnete die Tür und begrüßte die Eindringlinge in unserem traditionsreichen, alten Geiko-Dialekt Gions: "Guten Abend, wie kann ich den werten Herren zu solch später Stunde noch behilflich sein? Wünscht Ihr dem lieblichen Klang einer Koto zu lauschen?"
      "Nein, wir sind auf der Suche nach Ihrem Schützling Touka Fujiwara. Wir sind von der Mordkommission und suchen nach einem Mädchen mit kleinen Hörnern auf dem Kopf. Wir möchten mit ihr sprechen", erläuterte ein Kommissar in einem entspannteren Tonfall im Vergleich zu demjenigen, der von der Horde wohl als Erster gesprochen hatte. Ich hörte im Hintergrund, wie Satori und Urara Dinge vorbereiteten. Dinge für einen Plan, für den ich nie bereit war.
      "Hört zu, werte Herren. Eine Okiya ist wie ein Teehaus. Ist gilt, die Waffen vor dem Raum abzulegen. Ihr wünscht doch nicht etwa, diese ruhmreiche, ehrenvolle Tradition zu treffen, oder, mein Herr?", mahnte Yugisango eindringlich. Die klopfenden Geta-Schritte auf unserer Holztreppe gen erstes Stockwerk wurden immer lauter und bewegten sich in Richtung Erdgeschoss. Sie erschienen mir mindestens so laut wie mein trommelnder Herzschlag. Unfassbar, dass dies überhaupt möglich war.
      Ich konnte, im hinteren Teil des Hauses zitternd verharrend, zwar nichts sehen, aber ich stellte mir vor, wie sich Satori nun lässig an das Treppengeländer gelehnt hatte und wieder ihre arrogante Ader in ihre Stimme einfließen ließ: "Und um eine Zeugin zu vernehmen, marschieren Ihr und Eure Männer mit Maschinengewehren bewaffnet in eine Okiya? Ich bitte Euch, Freund, aber die Welt jenseits des Genkans ist für Herren tabu. Dies ist ein ungeschriebenes Gesetz."
      Hatte sie "Maschinengewehre" gesagt? Mein Herz zog sich zusammen wie die Schlinge, in die ich am liebsten meinen Kopf gelegt hätte. Ich hielt das Ganze nicht mehr aus.
      Die Stimme des Kommissars bekam Risse wie ein ausgedörrter Acker und verwandelte sich in ein bedrohliches Knurren: "Was Sie darüber denken, schert mich einen feuchten Dreck, gute Dame. Im Falle einer Bedrohung für Tausende von Menschen steht es den Behörden zu, in jedes Haus einzudringen und die verdächtigten Elemente unschädlich zu machen. Das ist ein geschriebenes Gesetz."
      Bedrohung für Tausende? Warum? Dies war doch alles nur ein großes Missverständnis!
      "Komm' her, Touka. Greif' meine Hand. Vertraue mir, vielleicht können wir sie überzeugen. Bisher haben sie kein Argument dargelegt und sie haben kein Recht, irgendjemandem irgendetwas zu unterstellen. TOUKA! Bitte ... wir werden dich beschützen!", flüsterte mir Yukisango zu, als sie hinüber zu mir ins Wohnzimmer eilte. Ihre Augen waren gefüllt von Angst, Sorge und Ungewissheit, als würde ich in einen Spiegel blicken. Es war Yukisango. Ich hatte keine Wahl, als ihr zu gehorchen. Zitternd tapste ich in den inneren Flur, der alle vorderen Räume miteinander verband. Ein Schwadron von zehn bis fünfzehn Männern, bis an die Zähne bewaffnet und in massiven, tiefschwarze Uniformen mit stabilen Helmen eingepackt, standen auf Abruf bereit. Der Kommissar, mit seinem Cop-Schnurrbart fast schon ein stereotypisch aussehender Mann, schien mir von allen noch am sympathischsten, denn er erinnerte als Einziger unter den grotesken Figuren noch an einen Menschen. Die Lampions, rot wie frisch vergossenes Blut, ließen seine schweißgetränkte Stirn merkwürdig glänzen.
      "Männer! Richet die Gewehre!"
      "WAS?"
      Mit aller Kraft, die mir noch zur Verfügung stand, krallte ich mich an Yukisangos Kimono. Okaasan, bitte lass' mich nicht im Stich!
      "Hier fallen keine Schüsse, Freunde! Das, was ihr hier macht, ist Hausfriedensbruch! Daigo, halte dich bereit!", schrie Satori, die ein gewaltiges, cyanblaues Krokodil aus seinem Pokéball beförderte. Die gallig gelben Augen des Reptils starrten die Elitetruppen verächtlich an und warteten scheinbar nur auf den Befehl, die anvisierte Beute schon bald leiden zu sehen. Ihr Pokémon hatte sich zu Impergator entwickelt.
      Nun stieß auch Urara hinzu, die ihr Pokémon auf die Bildfläche rief: "Alice, denke daran. Sicherheit geht immer vor. Wir greifen nicht an, sondern wir verteidigen nur aus der Not heraus, ist das klar?" Auch sie hatte scheinbar immens viel Zeit in ihr Training investiert und konnte sich nun auf ein Blaublütler-Florges an ihrer Seite verlassen.
      "Mädchen, erinnerst du dich an dem Mann im Zug, der dir auf die Toilette gefolgt ist? Nun, dieser Bastard versuchte so etwas öfters und ihm trauert mit Sicherheit niemand eine Träne nach. Aber das war lediglich Zufall. Demnächst tötest du zwei. Dann vier. Später acht. Und irgendwann Hunderte, wenn nicht sogar Tausende", erläuterte mir der Polizeichef haargenau. Deswegen hatten sie Raazu befragt, die mit mir gereist war! Aber nein, das konnte nicht sein, schließlich hatte ich ein Bewusstsein verloren! Wie bereits öfters ... der Angriff auf Meister Mitsunari ... die Brandwunde der Schülerin ... nein, es war unmöglich ... bewusstlose Leute waren nie und nimmer dazu in der Lage, Schaden anzurichten, geschweige denn Leute zu ...
      "Wenn hier der erste Schuss fällt, werden wir von unserem Recht der Notwehr Gebrauch machen. Das schwöre ich bei Amida Buddha im Reich des Lotus. Nun denn. Shotoku, du bleibst bei Touka, verstanden? Egal was passiert", warnte Yukisango, deren Stimme zitterte und bebte, als sie ihr Snobilikat ins Spiel brachte. Shotoku war das derzeit einzige männliche Pokémon der Okiya, allerdings gab es hierfür keine bestimmten Regelungen. Schließlich gehörten die Eeveelutions der Aizawa-Schwestern auch allesamt dem männlichen Geschlecht an, soweit ich das richtig in Erinnerung hatte.
      Schweigen.
      Nur Atem, Röcheln und Herzschläge erfüllten die knisternde Atmosphäre um zwei Uhr nachts.
      "KNALLT DEN DÄMON AB, MÄNNER!"
      Sofort wandte sich Satori über das Treppengeländer und hing mir einen Beutel um den Hals. "Hier ist alles drin, was du brauchst. Viel Glück. Komm' bald gesund wieder, damit ich dich weiter verarschen kann. Und jetzt geh und pass' auf dich auf, wir regeln das schon!", flüsterte sie und rüttelte kräftig an meinen Schultern, um mir ihre Kraft und Energie irgendwie zu übertragen. Mein Bewusstsein wurde immer schemenhafter, doch was ich mir merken konnte, war ein heilloses Durcheinander, wütende Pokémon-Attacken versuchten vergeblich, das Rattern der Maschinengewehre zu stoppen. Ich hörte die klagenden Schmerzensschreie der anderen Geikos, bis sie auch das letzte schmerzerfüllte Gekreische verhallte. Ich war durch den Garten geflohen, das Snobilikat fest an meiner Seite und Fluffy, deren Pokéball fest umklammert hielt. Vorne, eine Straße weiter, stand der weinrote Fluchtwagen. Ich wollte mich umdrehen und den anderen Geikos helfen, doch ich musste fliehen. Wenn ich es nicht schaffen würde, wäre all ihr Einsatz vergebens gewesen. Ich durfte sie nicht enttäuschen. Bei den Leuten, die mir zu meiner Flucht verhelfen sollten, handelte es sich um Motohiro und Eiko, beide mit einer Strumpfmaske getarnt.
      "Das Auto hat mir mein Bruder besorgt, ist ein Rocket-Yakuza. Wenn die Polizei auch nur halb so viel Energie in die Auflösung organisierten Verbrechens investieren würde wie in 'Dämonen', würde sie ihrem Zweck deutlich näherkommen", erklärte Motohiro, der den Wagen kontrollierte, während Eiko, mit einer Pistole bewaffnet, notfalls auf uns verfolgende Fahrzeuge schießen würde. Dies war das Letzte, was ich von meiner geliebten Heimat Kyoto mitbekam ...



      Wo zur Hölle saß ich da? Man musste mich in einer dieser neumodischen Metallkutschen eingesperrt haben. Sie waren bequem, ohne Zweifel, allerdings hasste ich nichts mehr, als gefangen zu sein. Und dann auch noch von ... Menschen. Voller Hass zischte ich diese Worte, doch die beiden Personen vor mir bekamen nichts mit. Stattdessen bellten und kläfften sie hysterisch herum, wahrscheinlich weil hinter ihnen eines dieser Fahrzeuge mit akustischem Alarmsignal unterwegs und ständig ein nervtötendes, blaues Lichtsignal aussandte.
      "Ich kann nur beten, dass das gutgeht!", jammerte eine der beiden maskierten Personen, der Stimme nach zu Urteilen eine Frau. Sie saß auf der linken Seite und drückte einen Knopf, durch den sich wie durch Zauberhand das Fenster öffnete. Sie zog ihre Handfeuerwaffe und bewegte sie reichlich ungeschickt in die nun entstandene, klaffende Lücke und begann, auf das hintere Fahrzeug zu schießen!
      "Das kann noch ewig dauern! Ich kann mit meinem anderen Arm einfach nicht schießen!", klagte sie weiter. Die Frau schien nervös zu sein, doch zumindest ihr Partner, der Fahrer, ließ sich weniger Nervosität anmerken.
      Er grummelte lediglich etwas angesäuert vor sich hin: "Zwei Reifen, mehr brauchen wir nicht. Das bekommst du doch wohl hin, oder? Wenn Verstärkung eintrifft, ist es gelaufen, das ist dir hoffentlich bewusst, Eiko!"
      Dieser kalte Luftzug widerte mich an. Vielleicht würde diese Eiko das Fenster schließen, wenn sie nicht wie eine Wahnsinnige nach den anderen Menschen feuern würde. Luftzug. Sirene. Das Knattern des Fahrzeuges. Gejammer. Fahrtwind. Es machte mich irre. So ging es nicht weiter. Ich tat es der Fau gleich und drückte das kleine Knöpfchen auf der linken Seite, sodass sich auch in der hinteren Reihe der Eisenrikscha das Fenster öffnete. Inferno.
      KRAWUMM!
      Meine offensichtlichen Verfolger gingen lichterloh in Flammen aus und das nervige Heulen der Sirenen erstarb in einem allerletzten, qualvollen Schrei. Endlich. Oh wunderprächtiger Feuerball, der für einen kleinen Augenblick mein Herz erwärmte. Fenster wieder zu ...
      "SPINNST DU? Die haben auch eine Familie und ... und Lebensgefährten, Kinder, du weißt schon! Du kannst die nicht einfach umbringen, schließlich wollte ich lediglich die Reifen durchschießen, damit sie uns nicht weiter verfolgen können!", schrie mich Eiko an. Ich konnte die beiden unter der schwarzen Maske nicht sehen, aber das war vielleicht besser so. Und ob ich die einfach so umbringen konnte. Sie wusste ja gar nicht, wie einfach es nun für mich war, dieses widerwärtige Pack ins Jenseits zu befördern.
      "Omoidasu ... natsu no hi ... hitoribotchi no yoru ..."*, klagte eine dritte, mir unbekannte Stimme ungefähr in der Mitte der Fahrersitze, wahrscheinlich war dies eines dieser Radios. Im Gegensatz zu dem Sänger im Radio wäre ich froh, die sommerlichen Tage wie diesen vergessen und einen Abend ganz alleine zu verbringen, doch dies war mir nicht vergönnt.


      *Im Radio läuft gerade der All-Times-Classic "Ue o Muite Arukou" von Kyu Sakamoto (1941-1985), der damals beim verheerendsten Flugzeugabsturz der Geschichte (520 Tote) ums Leben kam.
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      "Das ist also Tokunara?", fragte der Fahrer nüchtern.
      "Genau die bin ich und du kannst dich glücklich schätzen, die Eisenkutsche zu steuern, denn so bin ich für den Moment auf dich angewiesen. Ich kann es mir nicht leisten, dich zu töten, sonst würde sie mit mir irgendwo zerschellen. Immerhin kann ich mir deine Partnerin vorknöpfen, denn die ist so unnötig wie Sand in Schuhen."
      "Ich kann hier keine Pokémon rufen, was soll ich machen? Ich hab' nur die Knarre zur Verfügung!", suchte die Frau händeringend nach Rat und begann, mit der Schusswaffe vor meiner Nase herumzufuchteln. Jetzt reichts mir. Zick, zack, Hand ab! Ich leitete meine dunkle Feuerskraft in meinen Arm und bohrte meine Fingernägel in das Handgelenk, welches die ungewöhnlich kleine und unförmige Muskete hielt. Scheinbar war das modern.
      "Verdammt, Motohiro! Ich kann sie nicht erschießen, ich will sie nicht erschießen! Das ist immer noch Touka, die wir retten wollen, aber sie will mir den Arm brechen!"
      "Schieß' ihr in den Bauch oder in die Schulter, das überlebt sie! Besser sie verletzt als du tot!"
      Jetzt begann der Kerl im Radio, zu pfeifen. Diese fröhliche Melodie machte mich so krank, dass ich mir am liebsten selbst die Kugel gegeben hätte ...
      "Das steckt sie problemlos weg und wird noch wütender! Glaub mir, wenn die Gerüchte stimmen, ist alles unterhalb des Halses zwecklos!"
      "Dann die Hörner!"
      "Sie lässt mich die nicht anvisieren! AAAAAAAAAAH!"
      Nun griff auch mein zweiter Arm zu und ließ sie leiden. Die stechende Hitze fraß sich durch die armlangen, schwarzen Handschuhe, doch fertig war ich hier noch lange nicht.
      "Kanashimi wa hoshi no kage ni, kanashimi wa tsuki no kage ni ...", trällerte das Radio weiter, ab ob Traurigkeit im Schatten der Sterne oder des Mondes war, kümmerte mich nicht weiter. Wichtig war mir in erster Linie, dass Traurigkeit im Schatten dieses Gefährts hier lag.
      "Eiko, SCHIEß'!"
      "SIE HÄLT MEINEN ARM SO, DASS DIE PISTOLE AUF IHRE SCHLÄFE ZEIGT!"
      Knack - Arm gebrochen, die Hand vielleicht auch.
      "KYAAAAAAAA!"
      Die Hand sicherlich. Sie hat durch meine Hand den Auslöser betätigt, verdammt ...
      Doch die qualvollen Schreie konnte ich nur für einen ganz kurzen Augenblick genießen - in dieser Sekunde allerdings so intensiv, wie nur möglich.
      Eine Kugel löste sich aus dem Lauf. Jedenfalls musste es so gekommen sein. Ein unerträglicher Schmerz durchflutete mein Rückenmark und jeden Moment fürchtete ich, dass mein Kopf explodieren würde. Die Patrone muss eines meiner Hörner zertrümmert haben und mein Blut floss wie Sirup seitlich, vorne und hinten kopfabwärts.
      "Hast du sie erschossen?"
      "Sie hat sich erschossen! Zum Glück nur das Horn! Aaaargh ... sie hatte meine Hand zusammengequetscht und muss die Waffe versehentlich betätigt haben ..."
      Mein Körper, der unmittelbar nach dem Treffer in einer krampfhaften Lähmung erstarrt war, erschlaffte nun komplett. Ich wollte sie greifen, erwürgen, den Kopf abreißen, alles mögliche, doch meine Energie erreichte nicht einmal meinen Oberarm. Wie ein geplatzter Sack Reis lag ich auf der Rückbank des Fahrzeugs und konnte nur noch die letzten Fetzen Gesprächsstoff dieser beiden widerwärtigen Bestien hören, bevor mein Bewusstsein in der nächtlichen Finsternis erlosch.
      "Motohiro, halt an! Diese Schmerzen! Außerdem müssen wir Toukas Wunde desinfizieren!"
      Hört doch auf ... mit eurer Touka ... es gibt keine Touka ...
      "Auf Oshimas Fähre gibt es auch einen guten Arzt, komm, die paar Kilometer hältst du noch aus, oder?"
      "Ja, dann fahr doch weiter. Kannst dir dann irgendwann auch selbst einen Heiratsantrag stellen, Vollidiot."
      "Eiko!"
      "Dann tu' es wenigstens für Touka! Genau für solche Situationen gibt es die Erste-Hilfe-Kästen!"
      Haltet euer Maul ...
      "Klar, okay, ich fahre ran, zufrieden? Ich wollte lediglich etwas Zeit gewinnen und das Auto versenken, bevor die Polizei uns entdeckt. Aber okay, dein Risiko."
      "Sie nicht so pessimistisch, mit Kazans Rauchwolke hängen wir jeden ab, schließlich ist er jetzt ja ein Großer. Wenn du wüsstest, wie das schmerzt ..."
      ...


      Wo bin ich? Wer bin ich? Ich bin Touka, eine herangehende Geiko, so viel war mir bewusst. Doch dabei blieb es auch. Eine Tasche hatte ich bei mir, die sorgsam durchwühlte. Ein Handy, ein Ladegerät, Wasser, Taschentücher, einen Kamm, Seife, ein Portemonnaie mit Geld und meinem Ausweis fand ich vor. Mal sehen ... Touka Nishikido ... Nishikido? Nie gehört. War das wirklich mein Nachname? Ringsherum am Strand saß niemand, der mir meine Fragen hätte beantworten können. Nur ich alleine in einem Kimono saß dort, mitten im Sand. Warum? Moment ... nein ... ganz alleine war ich nicht ... ein beiges, katzenartiges Pokémon bewegte sich auf mich zu. Ein Snobilikat schlenderte die Dünen entlang, muskulös und kräftig, genau auf mich zu. Doch bloß ... warum? Naze?

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • Noch immer gefällt mir der Kontrast zwischen Touka und Tokunara sehr gut, der Kontrast, der so stark schon im Schreibstil zu finden ist, dass man nicht nur von zwei von Grund auf unterschiedlichen Charakteren, sondern auch an zwei unterschiedliche Autoren denken muss. Die freundlich-höfliche Art der jungen Touka, deren Herz wohl so rein ist, wie man es auch im Cross-Over gesehen hat, dass sie nicht böse wird, selbst wenn man so fies zu ihr ist wie Min; dann die unfreundlich-unverschämte Art der misanthropen Tokunara, deren Herz zwar bei Pokémon höher schlägt und Anzeichen einer eigentlich freundlichen und gutherzigen Person zum Vorschein kommen lassen, doch bei Menschen nur Hass und Zorn zeigen. Dadurch wirkt es zwar einerseits so, als wäre Touka das krasse Gegenteil Tokunaras, aber wenn ich mir das genau anschaue, wirkt es dann doch gar nicht mehr so, denn Tokunara ist ja nicht grausam wie manche Serienkiller, sondern viel mehr eine ziemlich eigene Persönlichkeit, die hinter all der Fassade doch eine freundliche Natur in sich birgt. Und auch wenn es natürlich Unterschiede gibt, sind sie doch nicht so verschieden.
      Ich fand es spannend, wie dieser Doktor Ishida da eigentlich total renommiert ist und dann doch so ein wahnsinnig kranker Jemand ist. Erfahren wir noch, wieso er so wurde, wie er wurde? Das fände ich auf jeden Fall spannend, besonders wegen dieses Krematoriums.
      Wie viele Leute sind da gestorben? Schließlich fällt es ja auf, wenn bei einem renommierten Arzt immer und immer wieder ein paar Personen verschwinden.
    • Vielen Dank für dein Kommentar, Dusk! :D Das freut mich gewaltig. :)

      Schön, dass dieser Kontrast von euch auch so drastisch wahrgenommen wird. Ich schreibe gerne mit Extremen, wie die beiden es sicherlich sind.

      Ishida ist eigentlich nur für die eine Episode geplant gewesen, quasi eine eigene Creepypaste innerhalb der Geschichte. Ishida basiert auf Shiro Ishii, der im 2. Weltkrieg in China die japanische Militäreinheit 731 geführt hat. Und jetzt beachte noch einmal die Uhrzeit beim Betreten des Gebäudes. :O
      Diese Unit 731 hat im besetzten China biologische Waffen an Zivilisten getestet. Ishida ist ein Sohn einer dieser Ärzte und hat das Wissen seines Vaters erhalten. Zwar nicht, um Epidemien auszulösen, aber um das "Mysteriöse" zu erforschen, das "Abnormale", wie Touka eben. Das Krematorium hat er sich im Geheimen angefertigt, um die Leichen verbrennen zu lassen, es waren allerdings nicht mehr als 10.

      Ich hoffe, das hat deine Fragen beantwortet. :D

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • Ich habe mir mal die Mühe gemacht, das Inhaltsverzeichnis mit funktionierenden Links auszustatten und selbstverständlich bis zur #19 zu aktualisieren. Denn fast alle Links hatten bisher zu Kapitel 15 geführt, da ich es mir etwas sehr einfach bei den URLs gemacht hatte und danach keine Lust hatte, das auszubessern. Faulheit eben. xD

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • Huhu!

      Ich habe mich jetzt gezwungen, die FF zu lesen und muss sagen, dass ich beeindruckt bin. Das Ganze geht runter wie Öl! Das hat mir auch gute Einblicke verschafft, wie man so eine FF aufbauen kann, wie das mit den Neschreibungen Aussehen soll etc.
      Zur Geschichte an sich: Irre spannend. Ich würd gern die Hintergrundgeschichte von dem irren Dontor erfahren. Was mir ganz besonders gefiel: Du hast eine Welt geschaffen, die du in deinem Schreibstil manifestierst. Besonders auffällig ist das bei dem Protagonisten und dem Deteurantagonisten.

      Gefällt mir echt gut! (Danke für das Inhaltsverzeichnis btw ._.)

      #i-fiffyen# Marc Arnold
    • Meowstic wrote:


      Ishida ist eigentlich nur für die eine Episode geplant gewesen, quasi eine eigene Creepypaste innerhalb der Geschichte. Ishida basiert auf Shiro Ishii, der im 2. Weltkrieg in China die japanische Militäreinheit 731 geführt hat. Und jetzt beachte noch einmal die Uhrzeit beim Betreten des Gebäudes. :O
      Diese Unit 731 hat im besetzten China biologische Waffen an Zivilisten getestet. Ishida ist ein Sohn einer dieser Ärzte und hat das Wissen seines Vaters erhalten. Zwar nicht, um Epidemien auszulösen, aber um das "Mysteriöse" zu erforschen, das "Abnormale", wie Touka eben. Das Krematorium hat er sich im Geheimen angefertigt, um die Leichen verbrennen zu lassen, es waren allerdings nicht mehr als 10.


      Eine Richtige Geschichte als Figur hat der Doktor nicht, jedoch lediglich ein reales Vorbild. :D Ich habe mich an der Unit 731 (Die Uhrzeit bei Betreten der Praxis beträgt nicht umsonst 17:31) orientiert, zu der es sogar eine Pokémon-Creepypasta gibt. Zu Beginn von Yamihonou bin ich darauf gestoßen und habe mich dazu entschlossen, ein reines CP-Kapitel in die Geschichte einzubauen!
      Ja, Touka und Tokunara sind wie wie Norden und Süden, Feuer und Wasser und keine Ahnung alles, gegensätzlicher könnten sie glücklicherweise nicht sein. :D Vielen Dank für dein Kommentar, Dope!
      Mir liegt auch ziemlich viel an Umgebungen, Natur und Stadtbildern, weswegen ich die meistens ziemlich ausführlich beschreibe. Bei einer traditionsreichen und gleichzeitig hochmodernen Stadt wie Kyoto ist das sicherlich nicht verkehrt. :D


      Allgemein: Übrigens verfügt jetzt auch Mischblut über ein Inhaltsverzeichnis!

      Unit 731:
      de.wikipedia.org/wiki/Einheit_731
      In dem Video wird gesagt, dass das Labor in Korea war, allerdings stand es in Mandschukuo (NO-China).
      [ame='http://www.youtube.com/watch?v=yt9NLi1ce8A']http://www.youtube.com/watch?v=yt9NLi1ce8A[/ame]

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • So, ein kleines Latios hat dir ja bereits gezwitschert, dass ich YH in den letzten Wochen jetzt mal komplett gelesen habe und gestern damit fertig geworden bin.

      Ja, was soll ich da noch sagen.

      YH beinhaltet ja wirklich eine Menge verschiedenster Dinge, seien es Anspielungen auf die Pokémonspiele, historische Referenzen, Philosophische Betrachtungen, Gesellschaftskritik oder auch einfach Schilderungen des ganz normalen Alltags einer 18-Jährigen, die Geisha (oder Geiko? Gibt's da einen Unterschied?) werden will.

      Das machte das Ganze für mich, trotz der Tatsache, dass ich keineswegs ein Japan-Freak bin, abwechslungsreich und angenehm zu lesen.
      Ich habe herzlich gelacht, als Ran Inari "Mielke" genannt hat, ich habe gebangt, als Ran schwer verwundet wurde und ich habe mitgefiebert, als es in Kapitel 19 richtig eng für Touka wurde.

      Zwar scheint es in dieser Geschichte vor Verrückten und Psychopathen nur so zu wimmeln, aber das ist im echten Leben auch irgendwie nicht anders. Für besonders durch mit der Welt halte ich übrigens: Ran, Raazu, und natürlich Touka selbst. Tokunara bedarf wohl keiner weiteren Erwähnung. :lol:
      Zu eben jener kann ich auch noch sagen, dass es mich jetzt wirklich interessiert, was sie ist und warum sie ausgerechnet in Touka haust. Ist sie etwa dafür verantwortlich, dass Touka aussieht wie ein Teufelchen? Davon bin ich nämlich ziemlich überzeugt. :hihi:

      Lediglich den Namen "Touka" kann ich gar nicht ab, das liest sich für mich so...unförmig. Ja, das ist zu 140% subjektiv, ja das ist wahrscheinlich Schwachsinn und ja, das habe ich dir bereits schon gesagt. Aber trotzdem. :blah2:

      Sonst fällt mir jetzt nichts in YH ein, was das allabendliche Lesevergnügen getrübt hätte.

      In diesen 19 Kapiteln hat sich da eine wirklich interessante Geschichte herauskristallisiert, ich bin jetzt sogar richtig begierig darauf, zu erfahren wie es weitergeht. :hihi:

      Das Zentralkomitee ordnet an: Weitermachen!
      :)
    • Vielen, vielen Dank, dass diese seit Wochen dermaßen verwahrloste und vergessene Geschichte (zumindest in ihrer zweiten Hälfte, die die anderen Kommentatoren auf keinen Fall kennen, also ab #11) jetzt endlich wieder ein Kommentar ernten kann, das sich auch mit der fortgeschrittenen Geschichte beschäftigt. Ich kann dir gar nicht sagen, wie glücklich ich darüber bin! :D


      Geisha = Standardwort, Tokyo-Dialekt/Standardjapanisch - Geiko = Kansai-Dialekt (Osaka, Kyoto). Nur in diesen drei Städten gibt es noch Geishas, die aus dem ganzen Land teilweise anreisen, da es immer weniger werden.

      Ich habe herzlich gelacht, als Ran Inari "Mielke" genannt hat, ich habe gebangt, als Ran schwer verwundet wurde und ich habe mitgefiebert, als es in Kapitel 19 richtig eng für Touka wurde.

      Das ist immer wieder schön zu lesen! xD In den zweistelligen Kapiteln reiht sich momentan Tiefschlag an Tiefschlag, weshalb nun unweigerlich das Kapitel 20 genauso folgen muss (zu 45% abgeschlossen), wie es wird.

      Du hast die zwei großen, sicheren Plottwists noch nicht erlebt, die werden auf jeden Fall kommen und sind Kernstücke der Geschichte. Vielleicht sogar noch mehr. Und es werden Leute sterben, in Mischblut und hier sicher. Confirmed. Die düstersten Kapitel haben es bereits angedeutet.

      Für besonders durch mit der Welt halte ich übrigens: Ran, Raazu, und natürlich Touka selbst.

      Finde ich bei Touka jetzt gar nicht, sie ist doch ein lammzahmes Wesen, das keiner Fliege etwas zu Leide tun könnte. Raazu basiert zu einem nicht unwesentlichen Teil auf unserem Freund Adrian (:lol:) und Ran

      Was es mit Tokunara auf sich hat, wird wohl erst sehr, sehr spät gelöst werden. ^^

      Lediglich den Namen "Touka" kann ich gar nicht ab, das liest sich für mich so...unförmig. Ja, das ist zu 140% subjektiv, ja das ist wahrscheinlich Schwachsinn und ja, das habe ich dir bereits schon gesagt. Aber trotzdem.

      Niederträchtig :(

      Aber Niedertracht muss auch mal sein und durch deine fleißigen Kommentare hast du dir ja ein Niedertrachtsguthaben aufgebaut. :sonne:

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • Kapitel XX: Shima


      Während die Sonne an einem wolkenlosen Himmel sich erbarmungslos in meine vergleichsweise helle, ungeschützte Haut bohrte, begab sich das Snobilikat mit aufgerichtetem Schweif langsam zu mir. Seine raue Reibeisenzunge begann nun, an den Stellen meiner Arme zu lecken, die auf denen kein Sand klebte. Verschwitzt waren sie leider allemal und soweit ich richtig informiert war, leckten Hunde- und Katzenpokémon gerne auch an Menschen, um Salz in ihren Körper aufzunehmen. Doch plötzlich blickte mich die beige Samtpfote eindringlich an. Die muskulösen Gliedmaßen und das kantige Gesicht gehörten offenbar zu einem Kater, der partout nicht von meiner Seite weichen wollte.
      Ich begann mich zu erheben, doch mein leichter, zierlicher Körper wirkte schwerfällig und träge wie der eines Letarking. Wie lange schlief ich hier bereits? Die überaus erstaunliche Anzahl an Palmen und anderen subtropisch oder gar tropisch wirkenden Büschen mit ihren prächtigen, großen Blütenständen zogen mich sofort in ihren Bann. War das ... Hawaii-jima? Nein, ausgeschlossen, denn auf den Inseln von Hawaii wäre ein solch einladender Strand sofort von einer ganzen Horde von Surfern in Beschlag genommen worden. Mein erster Eindruck, dass Snobilikat und ich uns ganz alleine hier befanden, täuschte. Zwar war mir auch bewusst, dass ich Fluffy, mein Picochilla, im Pokéball mit mir führte, doch rundherum lagen mehrere dösende Flegmon verteilt im weißen Dünensand. Lethargisch trottete eines von ihnen in Richtung Küste, wahrscheinlich, um mit seinem flexiblen Schweif mit der weißen Spitze zu angeln. Dieses eine hatte mich nicht bemerkt, doch die anderen pinken Vierbeiner hatten ihre leer starrenden Augen auf mich fixiert, doch vielmehr sah es so aus, als ob sie durch mich hindurch schauten, wie ein Röntgengerät.
      Was blieb mir also Anderes übrig, als die Insel zu erkunden? Das einzige Wesen, an das ich mich aus meinem Umfeld erinnern konnte, war Fluffy. Doch in der Nähe des Snobilikats, das mich auf Schritt und Tritt verfolgte, wollte ich sie wirklich nicht freilassen. Nervös durchsuchte ich mein Adressbuch im Handy nach mir bekannten Namen, doch all diese Eikos, Kyokos, Mins oder Satoris sagten mir nichts, nein. Lediglich der Name "Otousan" stach mir ins Auge - mein Vater. Also ... musste ich einen Vater haben. Die Handynummer meiner Mutter konnte ich in der Liste allerdings nichts ausmachen, aber es war immerhin ein Anfang.
      ...
      ...
      ...
      Niemand sprach, niemand nahm ab. Hatte er das Handy womöglich ausgeschaltet? Es kam mir sehr merkwürdig vor, dass weder eine Mailbox, noch irgendeine andere automatisierte Stimme reagierte.

      Schon bald erreichte ich eine kleine Anhöhe, hinter der sich ein Wald aus verschiedensten Bäumen, Büschen und Sträuchern erhob. Die einzigen Pflanzen, ich nun nicht mehr in dem grünen Laubgewühl entdecken konnte, waren die Palmen, die nun ausschließlich in der Richtung der Küste dahinvegetierten. Ein Rascheln. Plötzlich und unerwartet ertönte es ein gutes Stück hinter mir, sodass ich mich sofort umdrehte. Die Flegmon konnten mit ihren langsamen Bewegungen wohl kaum für das Geräusch verantwortlich sein, aber das einzig Auffällige, dass ich erkennen konnte, war ein nun mehr sanftes Wackeln der Palmwedel. Doch damit hatte ich mich nicht mehr zu befassen, denn mein Blick galt dem, das vor mir lag!
      Leckere Beeren in den verschiedensten Farben wuchsen für Pokémon aller Größen gut greifbar an den Pflanzen, sodass ich gleich meinen unbändigen Hunger zumindest ein bisschen stillen konnte. Trinkwasser hatte ich bei mir, doch Nahrung? Mir war immer noch unklar, wann ich die letzte Mahlzeit zu mir genommen hatte und ohne eine Menschenseele in der Nähe würde mir kaum jemand eine Antwort geben können. Dass in diesem vegetationsreichen Paradies überhaupt kein Lebewesen zu finden war, hielt ich von vornherein für ausgeschlossen und als ich immer weitere ins Innere des Waldes vordrang, ertönte das Zwitschern der Taubsi und der Tauboga immer lauter von den Ästen. Neugierig begannen einige der Vogelpokémon, mich zu beäugen, während bei anderen Exemplaren das anfängliche Interesse in Misstrauen umschlug und die Pokémon Reißaus nahmen. Hatte dieser Wald auch einen ganz offiziellen Eingang oder befand ich mich womöglich tatsächlich auf einer verlassenen Insel? Die Pfade wirkten zwar angelegt, aber dennoch weitestgehend natürlich, als wären sie kaum genutzt worden. Laubstreu und Gras wechselten sich in einem bunten Mosaik aus Gras, welkem Laub, gefallenen Beeren und blühendem Waldmeister mit seinen zarten, weißen Blüten miteinander ab und der Wald schien zumindest nicht ganz so düster wie beispielsweise der sagenumwobene Steineichenwald in der Nähe von Wakayama, der der Legende nach einen der Heimatwälder Celebis darstellte.
      Plötzlich fuhr mir ein gewaltiger Schreck durch die Glieder, als ein helles, mehrstimmiges Quieken unmittelbar unter meinen Füßen durch den Wald schallte. Wie wild hüpften sechs lachsfarbene Eier umher und versuchten mit allen Leibeskräften, die ihnen zu Verfügung standen, meinen für sie hochgefährlichen Schritten auszuweichen. Beruhigt, dass dem Owei nichts passiert war, konnte ich meinen Weg in das Innere des Waldes noch weiter fortsetzen und traf unter Anderem einige Süßwasserteiche, in denen ich mich waschen und erfrischen konnte. Zum ersten Mal wurde mir mein eigenes Gesicht auf der Insel vor Augen geführt, das ich, so wie alle anderen Informationen über mich, nur fragmentiert in Erinnerung hatte. Als mir die kleinen schwarzen Hörnchen auffielen, entsinnte ich mich auch wieder meines Schweifes, der schlapp und von meinem Kimono verborgen umherbaumelte. Bis zu diesem Moment hatte ich ihn gar nicht bemerkt! Doch dies war nicht das Einzige, das ich bis dato noch nicht bemerkt hatte. Das rechte meiner Hörner war abgebrochen und mit einer Art Pflaster oder Verband überklebt worden! Als ich vorsichtig versuchte, die Wunde zu berühren, fuhr ein stechender Schmerz durch meinen Körper, sodass ich binnen Millisekunden von dem Hörnchen abließ. Wie ... war das denn passiert? Beiläufig war es noch wert zu erwähnen, dass Snobilikat wie ein Schatten an mir klebte. Das Pokémon versuchte mehrmals, seinen Kopf an meinem Bein zu reiben, bis ich kurz anhielt und das Fell der edlen Katze kraulte, doch meine Schmuseeinheiten schienen sie noch zutraulicher werden lassen!

      Hier ging es nicht mehr weiter, Sackgasse. Dies bot mir eine gute Gelegenheit, noch einmal kurz Rast zu machen und mich noch ein weiteres Mal zu stärken. Selbst in größeren Mengen machten Beeren nicht sonderlich satt, wenn sie nicht zu Süßigkeiten wie Pokériegeln oder Knurpsen gefertigt wurden. Rhythmisch bewegte sich ein silber glänzender Kreis hin und her. Inmitten der bunten Punkte auf grünem Grund bot das glänzende Objekt ein fesselndes Schauspiel, das mich sofort in seinen Bann zog.
      War ich nicht gerade erst aufgestanden? oder hatte mich die kleine Wanderung in dem sommerlich heißen Subtropenklima völlig überwältigt? Nein, das konnte nach diesem langen Schlaf ... einfach nicht der Fall sein. Nun begann ich auch noch, seltsame, männliche Stimmen zu vernehmen, die sanft in mein Ohr flüsterten ... doch irgendwie ... moment ... halluzinierte ich?
      Mit einem bösartigen Fauchen riss Snobilikat mich aus meiner geistigen Dämmerung, als das Katzenpokémon schnurstracks auf das seltsame Objekt zusprang! Sobald meine Augen dieses nicht mehr fixierten, erwachte mein Geist wieder und ich erkannte, dass es eine Falle gewesen sein musste. Mir gelang es allerdings nicht, schnell genug zu reagieren, sodass Snobilikat in das Gebüsch eintauchte. Das anfängliche Fauchen entwickelte sich nun zu einem noch lauterem Gezeter, das ich mir aus nächster Nähe ansehen musste!
      "Fluffy, komm' heraus! Das müssen wir uns ansehen!", rief ich, als ich meinen Pokéball in die Luft warf. Wie lange sie schon dort drinnen hungrig ausharren musste? Die Vielfalt und der Genuss des Beerenwaldes machten mich blind für meine mit Fell bedeckte Freundin, die ich völlig vergessen hatte! Ich schämte mich sehr für mein egoistisches Verhalten, doch in jenem Moment genoss das Ausschalten der Bedrohung eindeutig die höhere Priorität! Mit einem wuchtigen Psychoschlag wurde das Snobilikat von einem Moment auf den anderen vor meine Füße geschleudert. Gelbes und weißes Fell und dunkelrote Blutspritzer zeugten von einem schmerzhaften Biss, den der Kater unserem Angreifer zugefügt hatte. Das hastige Rascheln der Büsche verriet die Flucht des Feiglings, doch das Gestrüpp war für mich viel zu dicht, um die Verfolgung aufzunehmen.
      "STOOOOOPP!"
      Gerade, als Fluffy sich aufmachte, das Wesen zu verfolgen, zischte ein eisig blauer Strahl von hinten in unsere Richtung heran. Beim Anblick dieser gebündelten Kraft und der blitzartigen Geschwindigkeit lief es mir eiskalt den Rücken herunter! Tatenlos in Anbetracht der Schnelligkeit musste ich mit ansehen, wie der frostige Blitz weniger als eine Armlänge an mit vorbeizischte, mein Gesicht mit kaltem Reif bedeckte und irgendwo im Gestrüpp hell aufleuchtete.
      Als ich zu dem Einschlagsort näher untersuchte, drehte sich mir vor lauter Schuldgefühlen der Magen um. War ich schon immer so ein Tollpatsch gewesen, die nicht nur in einen, sondern gleich in zwei Fukanohäufchen trat? Der Eisstrahl hatte die arme Fluffy in einen dicken, kleinen Eiskristall eingehüllt und sie in ihrer Jagdbewegung erstarren lassen - und es war meine Schuld!
      "Fluffy ... es tut mir ... so leid!", stammelte ich bekümmert vor mich hin, während ich den Eisblock auf den Arm nahm. Das Eis war fast schwerer als sie selbst und trotz der warmen Temperaturen glaubte ich, dass mir sofort die Finger abfallen würden.
      "Na los. Lass sie fallen und gehe auf Abstand. Ich regel' das schon. Ich habe es ja auch verbockt, nicht wahr?", schlug die männliche Stimme hinter mir vor, die für den Angriff verantwortlich schien, "keine Angst, ich tue dir nichts. Eigentlich wollte ich nur diesem Gauner Hypno eine Lektion erteilen, doch leider bin ich nicht mehr der Jüngste und damit auch nicht der Schnellste - ironisch, nicht wahr?"
      Vor meinen Augen befand sich der König dieser Insel - so musste es sein. Doch hierbei handelte es sich nicht um einen Menschen, sondern um ein durch Muschas gekröntes Flegmon, ergo ein Laschoking. Unmittelbar, nachdem ich die schockgefrorene Fluffy auf dem Boden absetzte, holte das Monarchen-Pokémon einen gewaltigen Atemzug Luft und befreite sie mit seinen brandheißen Flammen aus ihrem eisigen Gefängnis. Sofort nahm ich instinktiv meinen Schatz wieder hoch auf den Arm, der trotz des Schmelzprozesses durch die Hitze der Flammen fast wieder trocken gefönt war.
      "Komm', mit ich bringe dich an einen sicheren Ort wie diesen. Bitte, bitte präge dir dieses Hypno nicht als Stereotypen ein. Ein paar sind echt räudige Wesen, doch die meisten führen ein Leben, so normal wie du und ich. Mein Name lautet Tadayado", lachte das Laschoking und bot mir an, ihm zu folgen. Selbstredend befolgte ich diesen Rat, denn ich wusste nicht, wo und wer ich überhaupt war, demnach rein gar nichts über mein Leben. Vielleicht war es nicht einmal so normal, wie er dachte.

      "Die beiden Inseln nennen sich Hachijou-jima und Hachijou-kojima und liegen unmittelbar nebeneinander. Ich würde sagen, dass die Inseln etwa 200 km südlich von Tokyo liegen", erklärte mir das Laschoking, das in einer bescheidenen oder besser gesagt verlassenen Fischerhütte hauste, "Die große Insel ist bewohnt, morgen oder übermorgen können wir sehen, ob du bei Menschen unterkommen kannst. Es ist nur ein Katzensprung! Keine Angst, diese Leute wissen alle, dass Laschoking wie ich in der Lage sind, mit ihnen zu kommunizieren."
      Also war ich in einem Inselparadies innerhalb der Präfektur Tokyo gelandet, doch warum?
      Tadayado hatte den eingekerbten Holztisch, der zum Stil der ärmlichen, verkommenen Hütte in völligem Gegensatz dazu mit einem farbenfrohen Büffet aus allerhand Früchten versehen. Bananen, Papayas, Maracujas, Wassermelonen, Honigmelonen, verschiedenste Beeren aus dem Wald - alles was das Herz begehrte! Lediglich etwas Reis und Fisch fehlte mir zu einer ausgewogenen Mahlzeit, aber ich gab mich mit dem zufrieden, das ich angeboten bekam. Während Fluffy sich ganz eng an meinen durch die Sonnenstrahlen noch weiter aufgewärmten Kimono kuschelte und sich aufwärmte, war das Snobilikat keinen Zentimeter von meiner Seite gewichen. Tadayado und das Snobilikat unterhielten sich nicht viel, scheinbar konnte das Pokémon mir auch keine Informationen über mich geben. Sein Name lautete Shotoku und er stammte ursprünglich von einer nördlicheren Insel namens Miyake-jima, so übermittelte es mir zumindest das Laschoking. Ich konnte zwar meine Vergangenheit nicht rekonstruieren, doch als ich die saftigen und bunten Früchte in meinen kleinen Mund schob, fühlte ich mich einfach nur richtig glücklich. Das einzige, das jetzt noch fehlte, war eine Ladung Kleidung, die diesen Temperaturen eher entsprachen, doch man konnte nicht alles an einem Tag bekommen. Mein wundervolles Pokémon war an meiner Seite, ich übernachtete auf einer Palmeninsel direkt am Strand und ich durfte so viel essen, wie ich wollte. Könnte es mir überhaupt besser gehen?
      Die lieblichen Klänge eines traditionellen Geiko-Musikinstruments, der Koto, kündigten völlig unerwartet mitten in meiner Faulenzerei einen eingehenden Anruf an. Würde man mir jetzt endlich die Situation auflösen können? War es mein Vater?
      "Touka ... hör zu ... äh ... guten Abend, Touka. Hier ist Eiko. Touka? Eiko Saionji. Du kennst mich doch ... oder ...?"
      Nein.

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • Oha, Touka und ich armer Leser haben uns ja jetzt wirklich arg weit durch Zeit und Raum bewegt.
      Und dann wird sie auch noch von einer Putzung mit einer Katzenzunge geweckt. Uhrg. Dieser Waschlappen, den die Zunge nennen- kann ich auch nicht leiden, davon geweckt zu werden...

      Das einzige Wesen, an das ich mich aus meinem Umfeld erinnern konnte, war Fluffy. Doch in der Nähe des Snobilikats, das mich auf Schritt und Tritt verfolgte, wollte ich sie wirklich nicht freilassen. Nervös durchsuchte ich mein Adressbuch im Handy nach mir bekannten Namen, doch all diese Eikos, Kyokos, Mins oder Satoris sagten mir nichts, nein.


      Eine Amnesie? Oh noes! :(
      Na gut, bei einem Kopfschuss auch kein Wunder. Wobei das ja auch bloß so ein Hörnchen weggefetzt hat, mehr nicht. Hm. Also war der Ausbruch von Tokunara also besonders heftig und schlimm diesmal? Na ja, ich denke ich werde es schon noch erfahren.
      Aber diese fiese Amnesie ist doch hoffentlich nur vorübergehend? :(

      Mir gefällt ja die Stimmung, die du hier mit deinen wirklich exzellenten Beschreibungen dieses kleinen, einsamen Paradieses und des Dschungels darauf erzeugst. Erinnert mich ein klein wenig an Far Cry 3: "Gesetzlose, paradiesische Inseln". :hihi:

      Traumato und Hypno sind sowieso zwei der mistigsten Pokémon dies es gibt. Heimtückische Viecher! Bald so schlimm wie diese psychotischen Woingenaus. :oldno:

      Vor meinen Augen befand sich der König dieser Insel - so musste es sein. Doch hierbei handelte es sich nicht um einen Menschen, sondern um ein durch Muschas gekröntes Flegmon, ergo ein Laschoking.


      "Pokémon: die Macht des Einzelnen" soooo much! :bg:
      Von der Wesensart her erinnert dieser (Lascho)King of the Hill hier mich auch ziemlich an das Laschoking aus dem zweiten Film. Ein ruhiger Patron.

      Also war ich in einem Inselparadies innerhalb der Präfektur Tokyo gelandet, doch warum?


      Frag' ich mich auch. Waren die nicht vorher noch in einem Auto auf der japanischen Hauptinsel unterwegs? Dann hätten sie sie ja mit einem Boot bei Nacht und Nebel da hin bringen müssen...Touka scheint ja wirklich gut ausgerüstete Freunde zu haben.
      Wer die wohl sind? Ein "Orden"? Eine Spionagegruppe? Eiko scheint mir auf jeden Fall nicht bloß Eiko zu sein...

      Dass sie jetzt aufgrund ihrer Amnesie auch mit Eiko nichts anzufangen weiß, wundert mich nicht, sorgt aber für einen gelungenen Abschluss. Wenn ihre Amnesie dauerhaft bleibt...au weh, au weh.
      Na dann, ich bin mal gespannt wie es weitergeht, jetzt, nachdem alles so Schlag auf Schlag völlig in die Brüche gegangen ist. Diese Ruhepause im Paradies wird wohl nur von kurzer Dauer sein, schätze ich!

      #i-latios# Jarmos bester Freund.

      Ja, ich kopiere Dope in dieser Hinsicht. Verklagt mich doch! :zunge:
    • Haha, Katzenzungen sind ... interessant. Aber im Gesicht tut das sicher weh. xD

      Eine Amnesie? Oh noes! :(
      Na gut, bei einem Kopfschuss auch kein Wunder. Wobei das ja auch bloß so ein Hörnchen weggefetzt hat, mehr nicht. Hm.

      Diese Szene basiert auf einem Vorfall in Elfen Lied, nur mit unterschiedlichen Auswirkungen. Die Amnesie ist allerdings nicht dauerhaft, aber sofort wird sich das nicht auflösen. O: Wäre ja auch langweilig.

      Also war der Ausbruch von Tokunara also besonders heftig und schlimm diesmal?

      Au ja, es wird ja immer schlimmer, da sie an kraft und Ausdauer gewinnt. Letztes Mal starb nur einer, jetzt mehrere.

      Erinnert mich ein klein wenig an Far Cry 3: "Gesetzlose, paradiesische Inseln". :hihi:

      Die Insel basiert auf Eiland III aus Feuerrot/Blattgrün und die kleinere ist auch in echt unbewohnt - und damit nur an das Gesetz der Wildnis gebunden. :sonne:

      Über Traumato und Hypno wird sehr viel gestritten, vor allem wegen Blattgrün und Mystery Dungeon Himmel. :tlmao:



      "Pokémon: die Macht des Einzelnen" soooo much! :bg:

      Auch ein ganz wunderprächtiger Film! :D Das Laschoking war klasse und hatte den Vorteil, auch mit Menschen sprechen zu können, sogar außerhalb von Telekinese!

      Waren die nicht vorher noch in einem Auto auf der japanischen Hauptinsel unterwegs? Dann hätten sie sie ja mit einem Boot bei Nacht und Nebel da hin bringen müssen...Touka scheint ja wirklich gut ausgerüstete Freunde zu haben.

      Richtig erkannt, die sind die Autobahn gen Osten bis zur Küste gefahren, um Touka dann auf einer Fähre wegzuschippern. :)

      Was genau mit denen los ist, wirst du so bald wohl noch nicht erfahren. :(

      Aber trotzdem bedanke ich mich wieder bei dir für dein tolles Kommentar! :D

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • Kapitel XXI: Shinryaku


      "Nein ... wer ... wer bist du?", fragte ich zögerlich durch mein Handy. Ich hatte nicht den blassesten Schimmer, mit wem ich es zu tun hatte. Gut, die einzige Information, die ich hatte, war, dass es sich hierbei wohl um eine junge Frau namens Eiko Saionji handelte. Sie kannte mich, doch mein Gedächtnis schien leer wie das große Loch, das ein Lahmus beim Gähnen erzeugte. Ihr jedenfalls schien "am anderen Ende der Leitung", wenn dies für ein Handytelefonat überhaupt der richtige Begriff war, der Atem zu stocken.
      "Du ... also ... ach, egal. Äääh ... wie geht es dir denn? Ist alles klar bei dir?", fragte sie zögerlich und offenbar völlig durch den Wind. Zum Glück stand ich ihr nicht direkt gegenüber, denn diese Situation wäre vor allem von meiner Seite aus sicher ziemlich beschämend gewesen.
      Derweil hatte ich nichts zu beklagen, weswegen mir nur eine passende Antwort einfiel: "Mir geht es gut. Es könnte mir nicht besser gehen. Ich fühle mich glücklich."
      "Du ... du fühlst dich glücklich? Richtig glücklich?"
      "Ja ... wirklich. Ich kann mich zwar kaum an etwas erinnern, da ich wahrscheinlich eine schwere Kopfverletzung davongetragen habe, aber es gibt im Moment nichts, das mir Sorgen bereitet. Es wird sich gut um mich gekümmert."
      "Hmm ... jaaa ... wenn das so ist ... glücklich? Endlich mal ... für eine kurze Zeit ... einmal im Leben ... okay."
      Ich verstand nicht genau, was sie mir mit den letzten, kryptischen Sätzen mitteilen wollte, falls sie überhaupt in erster Linie für meine Ohren bestimmt waren. Sowohl das Snobilikat, Shotoku, als auch Tadayado beobachteten mich, während ich telefonierte. Katzen besaßen gute Ohren, doch wie es bei Laschoking bestellt war, wusste ich nicht genau. Plötzlich hörte ich das Nuscheln einer tieferen Stimme, die wahrscheinlich gerade Eiko unterbrach. Unmittelbar danach vernahm ich ein kleines Rauschen und Rascheln, als ob das Telefon abgelegt wurde, doch nach wenigen Sekunden schien der Empfang wieder klar zu sein. Stille. Nichts als gruselige, unheimliche Stille erfüllte den Raum, während die beiden Pokémon mich erwartungsvoll anblickten.
      "Also ... nun, Touka. Nein, bloß nicht, das kann ich nicht! Entschuldigung, ich wurde eben ein bisschen ... abgelenkt. Ich möchte dich nicht aufhalten. Vielleicht komme ich dich bald besuchen, schließlich habe ich dich auch hier hingebracht. In zwei Wochen vielleicht, mal sehen. Zwei Wochen Urlaub für dich in einem subtropischen Paradies, hört sich doch toll an, oder? Einfach das Leben zu genießen ..."
      "Was? Sag mir, wieso bin ich hier? Wer bin ich?", quollen Fragen über Fragen unkontrollierbar aus meiner Kehle hervor, ohne dass ich sie hätte aufhalten können, doch mein unbändiger Wissensdurst über meine eigene Vergangenheit verwandelte sie in Sekundenschnelle in eine staubige Wüste. Ein mulmiges Gefühl machte sich in meinem Bauch breit, denn ich verstand die Nebensächlichkeiten nicht, die sie mit diesem Mann besprach, doch allem Anschein nach konnte es sich dabei nicht um unwichtige Sachverhalte handeln. Ich konnte aus ihrer Stimme eine gewisse Grundnervosität heraushören, auch wenn Eiko sich redliche Mühe gab, diese verdeckt zu halten.
      "Shhhh ... mach' dir darüber jetzt keine Gedanken, denn ich kann dir keine Antwort darüber geben. Ich müsste erst einmal nachforschen, denn ich bin nichts weiter als eine einfache Handlangerin."
      "Eiko!"
      "Pass auf dich auf, Touka. Im Moment kann ich leider nicht mehr für dich tun"
      "Aber ...!"
      Sie hatte aufgelegt.
      Elektrisiert wandte ich mich an Tadayado: "Das war eine Person, die mich kennt und etwas über meine Vergangenheit in Erfahrung bringen könnte! Doch nun bin ich immer noch im Ungewissen! Sie sagt, dass sie nur den Auftrag eines Anderen aufgeführt hätte und eigentlich erst Nachforschungen über mich anstellen würde, aber wie realistisch ist das bitte schön?"
      "Dann wird das wohl stimmen ...", brummte das Laschoking vor sich hin: "Du kannst im Moment nichts anderes machen, außer abzuwarten. Genieße die Zeit lieber, anstatt sie zu vergeuden! Das Zauberwort heißt Gemütlichkeit."
      Seine ruhige Aura schaffte es, mein aufgewühltes Herz zunehmend zu beruhigen. Erschöpft seufzte ich auf. Vielleicht wäre ohne Grübeln alles besser. Eigentlich hatte Tadayado absolut recht, denn vor diesem Anruf hatte ich es mir gutgehen lassen. Also wieso sollte ich mir dieses schöne Gefühl verderben?

      Am nächsten Tag war ich endlich bereit, die kleine Stadt auf der Nachbarinsel erkunden zu dürfen. Ich fühlte mich zwar etwas unsicher, als Tadayado mich auf dem verlassenen Motorboot kurz einwies, das nach all der Zeit scheinbar immer noch intakt war. Selbst die Tankanzeige schien in Ordnung. Nie zuvor hatte ich irgendein anderes Gefährt als ein Fahhrad gesteuert und nun sollte ich knapp zehn Kilometer selbstständig nach Südosten zur bewohnten Siedlung schippern. Falls dem Boot plötzlich die Technik versagen sollte, wäre ich auf offener See verloren. Zwar versicherte mir das Laschoking, dass die Pokémon mir in diesem Falle helfen würden, doch was würde geschehen, wenn keines in der Nähe war?

      Ich hatte mir wieder viel zu viele Gedanken um etwas gemacht, was nie eingetroffen war. Das Dorf von Hachijou begann zwar bereits im Westen der Insel, doch die Einkaufsmöglichkeiten des bedeutsameren Ostens musste ich mir per Bus erschließen. Gerade einmal vier oder fünf Kilometer trennten die beiden Anlegestellen voneinander - Kyoto war mindestens doppelt, dreifach oder vierfach so groß wie dieser Fleck Erde, der im Nordwesten durch einen imposanten Kegelvulkan namens Nishiyama sein Highlight hatte. Die Geländer schienen vielleicht etwas rostiger, die Straßenlaternen archaischer und die Häuser modern, aber primitiver als die ihrer Tokioter Geschwister. Hier war von großstädtischen Lärm und Trubel nichts zu spüren. Auf den verschiedensten Touristentafeln, die die Geschichte des Ortes für die Nachwelt präsentierten, lernte ich, dass hier in der Zeit des Bakufu, also des Shogunats, ostjapanische Straftäter verbannt wurden. Früher hatte man bevorzugt Leute verbannt, anstatt sie wie in Europa oder China hinrichten zulassen. Uns Japanern standen damals auch unzählige kleine Inseln frei, auf denen die ins Exil geschickten verloren waren. Wo hätte Robespierre in der Zeit der Französischen Revolution Leute hin verbannen sollen? Ins Ausland? Dies wäre viel zu gefährlich gewesen, denn dort könnten Leute beruhig Komplotte schmieden und ohne größeren Aufwand zurückkehren, wie man bald darauf auch bei Napoléons erster Verbannung feststellen konnte. Wurde auch ich Opfer einer Exilierung? Nein, ach was, ich sollte nicht an diesen obskuren Anruf von Eiko denken, schließlich hatte ich doch Urlaub!
      Nachdem ich mich mit einem kurzen, cyanblauen Yukata und einem knielangen, violetten Kleid und anderen nützlichen Alltagssachen eingedeckt hatte, konnte ich mit Fluffy und dem Snobilikat an meiner Seite beruhigt den Hafen entlang spazieren und einfach mal abschalten. Letzteres bestand eindringlichst darauf, mich zu begleiten, obwohl ich dies gar nicht eingeplant hatte. Shotoku weigerte sich sogar partout, in einen Pokéball zurückgerufen zu werden! Ich erntete einige befremdliche Blicke, als der stattliche Kater hinter mir her trippelte, denn man war solche Szenen hier wohl einfach nicht gewohnt. Snobilikat passte in das Bild des friedlichen Hafendorfes, das der Natur näher stand als dem urbanen Treiben, einfach nicht hinein. Omot und Tauboss flatterten durch die Luft, während die Strände von Krabby und Kingler, die Meere von rot blinkenden Tentacha und in die Luft springenden Seemon besetzt waren. Wilde Duflor und Ultrigaria gehörten zum Stadtbild einfach dazu, die in den Gebüschen saßen, beziehungsweise von den Bäumen hangelten. Mir schien es, als wäre die Welt hier noch in Ordnung.

      "Schon wieder solche Schlawiner? Hatten wir nicht schon öfters solche Flegel zu Gast auf unserer kleinen Insel? In der Gruppe sind die jungen Leute stark, doch alleine versagen ihnen die Nerven! Jajaja, so ist sie, die Jugend von heute! Wenn mein Sohn solche Frechdachse wie euch erzogen hätte, würde ich ihn heute noch dafür übers Knie legen, habt ihr gehört, ihr Raufbolde, habt ihr gehört? Und dann auch noch ein Ami!", tobte unweit von mir an der Promenade ein älterer Herr, der erzürnt mit seinem Stock umherfuchtelte. Einige Männer in einer schwarzen Kostümierung hatten sich dort versammelt und bahnten sich ihren Weg vorbei an dem Rentner, der tatsächlich geglaubt hätte, allein durch seine physische Präsenz die Unholde aufhalten zu können. Ein weiterer Akteur war ein kleiner Junge, der sein scheinbar durch einen Kampf ermattetes Dummisel in den Armen trug und traurig schluchzte.
      "Hombre ... nicht alle Nicht-Asiaten sind Amerikaner, muchacho. Und du dahinten, chico, du hörst besser auf den Helden zu spielen. Du weißt noch nicht einmal, wieso wir hier sind? Wird man von allen hier so fremdenfeindlich behandelt? Dios mío ...", schnaubte der Chef der Truppe verärgert. Er war der Einzige, der keine Kappe trug, doch das Emblem mit dem zinnoberfarbenen R auf seiner Brust kennzeichnete unweigerlich seine Zugehörigkeit. Das mussten diese Banditen dieses Team Rockets sein! Ich kramte in meinen Erinnerungen, doch persönlich stand ich ihnen noch nie gegenüber, nicht dass ich wüsste. Das Einzige, das ich von ihnen wusste, war, dass sie sowohl mit wilden Pokémon als auch denen von Trainern Schindluder trieben.
      Der alte Mann, von einem der Rüpel rücksichtslos mit dessen kräftigen Oberkörper zu Boden gerammt, ließ sich nicht davon abbringen, weiter auf die vermeintlichen Kriminellen zu schimpfen: "Ihr verdammten Geier, ich weiß genau, dass ihr hierhin kommt, um nach Flegmon zu suchen! Schließlich hattet ihr auch in Minabe den Flegmon den Schwanz abgeschnitten, um euch mit horrenden Preisen an den abgeschnittenen Ruten zu bereichern! Ja, selbst am entlegensten Fleck der Erde kriegen wir die Nachrichten mit!" Sie wollten also zur anderen Insel, dem Flegmonparadies? Damit waren Tadayado und die anderen, genügsamen, pinken Tierchen unmittelbar gefährdet!
      "Cállate, vejestorio ... los, weiter, wir haben viel zu viel Zeit schon verloren!", knurrte der Kopf der Bande, der mehr als nur offensichtlich aus einem spanischsprachigen Land stammte.
      "Uhm ... Entschuldigung. Ist das wahr ... was die Flegmon betrifft?", fragte ich vorsichtig, doch der Mann blickte mich lediglich belustigt an. Es war ungewöhnlich, hier in Japan einen Mann mit Vollbart zu sehen, doch als vor über 450 Jahren die ersten Spanier hier eintrafen, trugen diese alle einen. Mehr als ein knappes, aber wohlüberlegtes "Nein" bekam ich nicht zu hören. Selbstverständlich war dies eine Lüge. Ich fragte mich, ob es für sie nicht von Vorteil gewesen wäre, wenn sie in zivil hier angekommen wären. So bliebe ihnen die Aufmerksamkeit der Leute erspart, doch andererseits konnte eine Uniform und die damit verbundene Zugehörigkeit zu einer Einheit bedrohlich wirken. Bikergangs und Mafiosi konnte man auch oft auf diese Art und Weise identifizieren, in Japan sogar noch besser als beispielsweise in Italien oder Amerika.
      Bevor ich auf irgendeine andere Weise hätte handeln können, hastete Shotoku auf den Mann zu und verkrallte sich in dessen Uniform, mit dem Kiefer wild nach dessen Hals oder Gesicht schnappend. Ich erschrak, als ich sah, wie mein Begleiter innerhalb von Sekunden zu einer blutrünstigen Bestie mutiert war, doch schon schnell war meine Sorge unbegründet. Der Rocket-Kommandant schüttelte den Kater ab und konfrontierte ihm mit seinem eigenen Pokémon, einer gelb-schwarzen Basilisken-Echse, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Exsistierte dieses Pokémon ausschließlich in Europa?
      "Estebán, leider müssen wir uns um einen weiteren Störenfried kümmern, Donnerblitz! Und du, Mädchen, du wirst es bereuen, deine Klingen mit mir, Casillas, gekreuzt zu haben!", raunte der spanische Rocket, fest entschlossen, den Kampf mit Shotoku so schnell wie möglich zu beenden. Das Reptil richtete einen sonnenförmigen Kragen an seinem Hals auf, der durch blitzschnell aufgeladene Energie dermaßen stark aufzuleuchten begann, sodass das Licht selbst mitten am Tag an einem wolkenreichen Himmel alle Aufmerksamkeit auf sich zog. Ich hingegen war zum Zuschauen verdammt. Bevor ich dem Katzen-Pokémon irgendwelche Befehle geben konnte, agierte der Kater selbst und langte mit seinen scharfen Krallen mehrmals kräftig zu. Die Echse mit dem gelben Unterkörper und dem schwarzen Kopf war, aus dem Kontext genommen, ein wieselflinkes Pokémon, doch gegen Shotoku hinkte Estebán immer einen Schritt hinterher. Beide Pokémon beschränkten sich mittlerweile hauptsächlich aufs Ausweichen, als auch das Snobilikat einige heftige Treffer einstecken musste.
      "Boss, dahinten! Die kommen ja genau aus der Richtung, wo unser Ziel lag! Das ist ja voll sch****!", konstatierte einer der Rüpel, der wie alle Anwesenden das Jaulen der Polizeisirene und ihre blauen Blinklichter vernahm. So klein die Insel doch war, so konnte sie auf ihre eigene Polizei nicht verzichten. Nun stand die Truppe, kaum merklich ins Innere von Hachijou vorgedrungen, mit dem Rücken an der Wand.
      "Merda! Estebán, zurück! Ich kann es nicht glauben, dass ein Snobilikat schneller sein soll als mein Elezard ... Wir haben keine Wahl, alle zurück auf die Boote!", beorderte der Vorstand seine fünfköpfige Verbrecherdivision und nahm Reißaus. Shotoku setzte zwar zur Verfolgung an, doch seine Ausdauer war am Ende. Weswegen hatte ich diese Insel noch einmal besucht? Ach ja, richtig, um zu entspannen. So viel dazu, aber wenigstens würde Tadayado und den Flegmon ein unangenehmer Besuch heute erspart werden - die Shinryaku, also die Invasion der Rockets war also abgewehrt worden ...

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • Sooo, dann will ich mir mal was halbwegs Sinnvolles aus meinem geschundenen Gehirn drücken. :)

      Mir persönlich würde die Aussicht auf zwei Wochen Urlaub in einem subtropischen Paradies ja sehr zusagen, auch ohne Gedächtnis. Touka ist ja voll unentspannt.

      "Ich müsste erst einmal nachforschen, denn ich bin nichts weiter als eine einfache Handlangerin."


      Aber wessen Handlangerin? Wer hat ein derartig gesteigertes Interesse an Touka? :???:

      Ach, das ist ja ein schönes Inselchen. Ich kann mir das regelrecht vorstellen...da bekomme ich glatt ein wenig Lust auf Urlaub, (und das obwohl das Semester gerade angefangen hat :hihi:) dort ist bestimmt gut abhängen.
      Mir schien es, als wäre die Welt hier noch in Ordnung.


      Das ist halt der Osten. ;)

      Jajaja, so ist sie, die Jugend von heute!


      Klischeehafter Satz für alte Leute: Check!
      Sagen die aber wirklich häufig, ich bekomme das ziemlich oft zu hören. :hihi:

      Ich wette, das sind alles tätowierte Mexikaner mit schwarzen, zum Zopf gebundenen Haaren.

      Mehr als ein knappes, aber wohlüberlegtes "Nein" bekam ich nicht zu hören.


      Sie hätte sich doch denken können, dass niemand die Absicht hat den Flegmon die Ruten abzuschneiden!

      Snobilikat sind recht unberechenbar, oh ja. In einem Moment Schnurren und an deiner Hand schlecken, im nächsten Moment noch immer schnurrend mit Genuss in ebendiese hineinbeißen! :(

      die Shinryaku, also die Invasion der Rockets war also abgewehrt worden ...


      Ja wirklich? Bloß weil die's einmal vergeigt haben, werden sie den Plan doch jetzt nicht beerdigen (sind die von Team Rocket wirklich solche Amateure? Das sollte ich vielleicht mal dem Diddy erzählen, immerhin finanziert er sie!) und aufgeben. Ich schätze mal, die kommen wieder. :ups:

      Ob Team Rocket wiederkommt weiß ich nicht, aber ich weiß auf jeden Fall, dass du samt einem neuen Kapitel wiederkommen wirst.
      Bis dahin verbleibe ich mit finnischen Grüßen;

      #i-latios#
      toimitusjohtajan.
    • Oh, vielen Dank, großer, finnischer Chief Executive Officer Latios! :lol:


      Mir persönlich würde die Aussicht auf zwei Wochen Urlaub in einem subtropischen Paradies ja sehr zusagen, auch ohne Gedächtnis. Touka ist ja voll unentspannt.

      Touka grübelt einfach zu viel! :(


      Aber wessen Handlangerin? Wer hat ein derartig gesteigertes Interesse an Touka? :???:

      Da haben wir schon privat geklärt, was Eiko hier vorhatte, aber ich will das nicht öffentlich spoilern. :D

      Ach, das ist ja ein schönes Inselchen. Ich kann mir das regelrecht vorstellen...da bekomme ich glatt ein wenig Lust auf Urlaub, (und das obwohl das Semester gerade angefangen hat :hihi:) dort ist bestimmt gut abhängen.


      Das ist halt der Osten. ;)

      Tokyo ist auch der Osten. Und Tokyo ist der unentspannteste Fleck Japans, wenn nicht sogar der Welt. Und ich persönlich bin ein West- und Südjapanfan. :sonne:


      Klischeehafter Satz für alte Leute: Check!
      Sagen die aber wirklich häufig, ich bekomme das ziemlich oft zu hören. :hihi:

      Ja, gerade an Orten mit wenig jungen Leuten sticht das eben besonders ins Auge. xD Und das sind in Japan wie auch in Deutschland die ländlichen Gebiete und noch viel stärker die ohne Uni.


      Ich wette, das sind alles tätowierte Mexikaner mit schwarzen, zum Zopf gebundenen Haaren.

      Bülent Ceylan als Mexikaner? :tlmao:


      Ja wirklich? Bloß weil die's einmal vergeigt haben, werden sie den Plan doch jetzt nicht beerdigen (sind die von Team Rocket wirklich solche Amateure? Das sollte ich vielleicht mal dem Diddy erzählen, immerhin finanziert er sie!) und aufgeben. Ich schätze mal, die kommen wieder. :ups:

      Kurz davor stand, dass der Plan vorerst vereitelt sei. Ich fand es blöd, zwei mal so dicht hintereinander "vorerst" zu setzen, deswegen kommt das so rüber, obwohl es nicht so gemeint ist.

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • Kapitel XXII: Koushi-Isshin


      Sonne, Strand, Palmen, Meer. Zwei Wochen lang kam ich mir vor wie in einem Paradies auf Erden. Diese Schurken von Team Rocket hielten sich von Hachijou-jima nun fern, auch wenn sie es sicherlich noch ein weiteres Mal probieren würden. Nach einer weiteren Nacht in Tadayados Hütte hatte sich ein altes Ehepärchen meiner angenommen, das am Dorfrand ein Ryokan besaß. Diese Ryokan waren traditionell eingerichtete Hotels, die an das Leben der Japaner vor dem Einzug der Moderne in der Mitte des 19. Jahrhunderts erinnerten. Freundlicherweise überließen sie mir die Unterkunftskosten, sodass ich mein Geld ganz für die Mahle außerhalb oder sonstige Aktivitäten verwenden konnte. Je länger ich mir die Tatatmimatten, die Lampions und die Schiebetüren anschaute, desto mehr fühlte ich mich an irgendetwas erinnert. Doch da ich eine Geisha war, musste ich zwangsläufig in ähnlich gebauten Häusern untergebracht sein. Ich konnte grübeln, wie ich wollte, doch die Erinnerung blieb mir stets fern. Vielleicht war dies auch besser so, denn die Gedanken hätten meine schönen Tage sowieso nicht aufhellen, sondern lediglich verdunkeln können. Ein einziger Mittwoch fiel aufgrund eines Hitzegewitters komplett ins Wasser, doch an einem anderen Tag konnte ich sogar einen kleinen Ausflug nach Miyake-jima unternehmen, da es dort ebenfalls einen kleinen Flughafen gab. In der Mitte der Insel thronte ein großer Vulkan über die kleine Landfläche, die nicht einmal 2.500 Menschen beherbergte. Völlig sorglos wollte ich mich auch gerne mal an dem kleinen Casino auf der Insel versuchen, doch man verwehrte mir den Eintritt, denn ich hatte mein 20. Lebensjahr noch nicht vollendet. Shotoku bekam sich unterdessen mit wilden Snobilikat und Mauzi in die Wolle, die ihr Revier verteidigen wollten, doch er ging stets als Sieger hervor. Welch ein starker Kater da doch auf mich aufpassen sollte! Besonders bemerkenswert schien mir ein Kap gewesen, in dessen Nähe zwei Teiche über einen Wasserfall verbunden waren. Quapsel und Quaputzi quakten fröhlich um die Wette, während Amaterasu in ihrem leuchtend orangefarbenen Gewand den Weg frei für ihren Bruder und Mondgott Tsukiyomi machte. Ganz früher, als Kindergartenkind, dachte ich immer, dass die Seelen der Menschen als Sterne am Himmelfirmament über ihre Lieben wachten. Sie sprachen selbstverständlich nicht, aber ihr helles Glitzern gleich dem Funkeln in fröhlichen Augen erinnerten mich daran, dass dort oben womöglich Mama, Takanori und Kana saßen und mich beobachteten, sodass mir bloß nichts passieren möge. Der Buddhismus oder der Shinto kannten diese Vorstellung nicht, allerdings dachte ich immer gerne an diese Zeit zurück. Moment ... ICH DACHTE ZURÜCK? ja, korrekt, ich dachte zurück, auch wenn es bei dieser einzigen Erinnerung in den zwei Wochen blieb. Es mussten die Sterne sein, die die Brücke zu den verblassten Momenten bildeten. Nun, so starrte ich also eine junge Geiko, die ihre Mutter und zwei ihrer Geschwister verloren hatte, in das Sternenfirmament. Mit diesem Wissen hätte man schon fast einen Roman schreiben können, aber nur fast.

      Nun stand ich, mitten in der Nacht, wieder unter einem sternenklaren Himmel. Doch von der Idylle war bald nichts mehr zu spüren. Etwas abseits des Dorfes sollte ich nach Ablauf der zwei Wochen auf die Personen warten, die mich abholen und in mein gewohntes Umfeld zurückbringen würden. Zumindest ... zumindest nahm ich dies an. Rein theoretisch hätten diese Leute alles Mögliche sein können, denn ich hatte keine andere Wahl, als ihnen zu glauben und zu folgen. Ein infernalischer Lärm und Scheinwerfer heller als hundert Volbeat betäubten kurzzeitig meine Sinne. Ein dunkler Helikopter setzte zur Landung an, als ob tatsächlich alles für eine Entführung oder einen großen Bankraub angerichtet war.
      "Einsteigen, Touka. Wir bringen dich jetzt nach Hause", sprach ein vielleicht etwa zehn Jahre älterer Mann zu mir, der die Maschine steuerte. Auf dem Beifahrersitz hatte offensichtlich eine Frau Platz genommen, die ihre Augen mit einer Sonnenbrille bedeckt hielt. Wo waren wir hier? Men in Black? Mit Shotoku und Fluffy im Schlepptau stieg ich somit ins Ungewisse ein, wohlwissend, dass ich Tadayado und die Familie Maeda wohl für längere Zeit nicht mehr wiedersehen würde. Als ich auf der Rückbank Platz nahm, schien an der Kleidung des Hubschrauberführers nichts Ungewöhnliches zu sein. Ein schwarzer Kapuzenpulli, dunkle Jeans, Sneakers und ein paar Kopfhörer, die er sich nun aufsetzte.
      "Nicht, dass du glaubst, ich möchte nichts mit dir zu tun haben. Allerdings muss ich mich hier enorm konzentrieren, denn Nachtflüge beherrsche ich nicht so gut, weißt du? Wenn mir da etwas hilft, dann ist es Musik!", entschuldigte er sich bei mir im Voraus dafür, dass er während des Fluges schweigsam bleiben würde.
      "Touka, erkennst du mich NUN?", fragte die Dame, die ihren Kopf nun zu mir hinter drehte, doch keine positive Antwort erwarten konnte: "Okay ... also, ich bin Eiko. Mit der du telefoniert hast. Ich dachte, dass du vielleicht meine Stimme erkennen würdest, aber dem ist wohl nicht so."
      "Wozu die Sonnenbrille? Das macht mir etwas Angst. Als ob ihr etwas geheim halten würdet. Nimmst du sie ab?", fragte ich vorsichtig. Der eigentliche Grund dafür war allerdings, ob ich das Gesicht wiedererkennen würde.
      Freundlicherweise entfernte die junge Frau gähnend die Sonnenbrille von ihren Augen und schien generell etwas zerstreut zu sein: "Ich muss wohl den ganzen Flug über eingenickt sein. Als wir losgeflogen sind, herrschte gleißendes Sonnenlicht. Maaaann ... du durchlöcherst mich sicher gleich mit Fragen, nicht wahr? Ich nehme dir dann mal etwas zurück. Dein Name ist Touka Fujiwara, deine Familie kommt aus Kyoto, jedoch hast du dir deinen Traum, Geiko zu werden, in Osaka erfüllt. Siehst du die Wunde an deinem Kopf? Dieses abgerissene Hörnchen ... äh, stimmt, du kannst sie nur im Spiegel sehen ... verzeih' ... also ... wo waren wir stehen geblieben? Dieser Sturz und die darauffolgende Amnesie waren so schwerwiegend, sodass du auf diese Insel auf Kur geschickt wurdest. Ach ja, du lebst in der Okiya Takemiya in Osaka Kita ... Kita ... uaaaah ..."
      Der arme Mann ahnte noch gar nichts davon, dass Eiko übermäßig rabiat an seiner Schulter rüttelte, bis er ein Ohr von den Kopfhörern befreite.
      "Wie hieß das Geisha-Viertel? Wo wir hinmüssen. Ich hab's vergessen, sorry", fragte sie ihn, der dann lediglich mit einem knappen, aber präzisen "Kitashinchi, Stadtteil Kita" antwortete.
      "Genau, in Nord-Osaka. Die Geiko, mit der du am meisten Kontakt hattest, heißt Satori. Sie wird sich ganz besonders um dich kümmern. 'Ganz ... besonders ...' ... äh ... sie ist manchmal eher so der sarkastische Typ, also nicht wundern", klärte Eiko mich auf, deren müden, braunen Augen etwas matt wirkten, als würde ihre Zerstreutheit nicht nur von der Müdigkeit, sondern auch von anderen Sorgen herrühren. Aber der Name Satori ... Satori ... irgendwas ... nein. Ich konnte damit nichts in Verbindung bringen. In den Touhou-Spielen gab es einen Charakter namens Satori, eine Dreiäugige. Das würde ja wohl kaum gemeint sein.
      Doch eine letzte Information erhielt ich noch, bevor meine Müdigkeit mich in einen tiefen Schlummer einhüllte: "Dieses Snobilikat dort ... Shotoku. Es gehört jetzt übrigens dir ... keine Sorge, die Okiya wird für seine Verpflegung aufkommen ..." Dabei schaute Eiko mich nicht an. Nicht ein einziges Mal, stattdessen schien es fast, als ob sie ihren Kopf demonstrativ weggedreht hatte. Was war da nur los?

      "Kraaaa ... Kruuuuiiiii ... Krrraaaaaaan!"
      Ich blinzelte mit den Augen. Direkt vor mir saß der Helikopterführer, der lauter schnarchte als jedes Letarking. Mittlerweile befand ich mich auf der Rückbank eines kleineren Autos, dem Lenkrad nach zu Urteilen eines Daihatsus. Überall waren Häuser und Menschen, Menschen und Häuser, moderne Straßenlaternen, Schilder und kleine Rasenflächen. Dass mir signalisiert wurde, dass es in Richtung Osaka ging, war mir ja von vornherein klar und half mir somit kein Stück bei meinem hilflosen Versuch der Orientierung weiter. Instinktiv hatte ich mir eine Kapuzenjacke angezogen, um meine Hörner zu verdecken, die durch die Verletzung noch offensichtlicher waren. Der innere, blank gelegte Knochen fiel mit seiner weißen Farbe auf wie ein Plaudagei unter einer Horde Taubsi. Eng presste ich die Kapuze an meine Ohren, doch irgendwann spürte ich eine solche Hitze, sodass ich das Fenster an meiner linken Seite herunterkurbelte. Das rechte, rote Licht der für Japan typischen, waagerechten Ampeln zwang uns zum Anhalten, sodass ich versuchte, für wenige Sekunden einen Eindruck von dieser Umgebung zu gewinnen. Eine junge Frau mit einer grünen und einer blauen Haarsträhne, so auffällig wie Weihnachtsbeleuchtung, führte gerade ihr Frizelbliz Gassi. Dass eine ältere Person im Türrahmen verärgert dass Urinieren des Hundes an den Blumenkasten beäugte, schien sie nicht weiter zu stören, stattdessen posierte sie mit einer Hand in der Tasche ihrer größtenteils schwarzen Jogginghose und wartete etwas genervt darauf, dass das Pokémon endlich weiterlief.
      "Was ist denn das da für ein Ding?", empörte sich der Rentner, der mit offenem Mund vorwurfsvoll die junge Frau und ihr animalisches Anhängsel mit seinen Blicken rügte. Scheinbar schien ihr das zu missfallen, worauf sie mit einem barschen "Das ist KENTA!" in Osaka-Dialekt antwortete.
      "Das ist mir egal, was das für einer ist! Hat der auch dahinten an die Hauswand meines Sohnes gepinkelt?", bohrte der ältere Herr weiter. Die Hundebesitzerin kniff entnervt die Augen zusammen und schleuderte ein pampiges "JA NA UND?" zurück, doch dann schaltete die Ampel auf Grün beziehungsweise in japanischen Augen Blau, wobei es sich letztendlich sowieso eher um Türkis handelte. Ich hätte gerne gesehen, wie die Szene weitergegangen wäre, doch dies würde mir wohl auf ewig ein Geheimnis bleiben.
      "Ich glaube, die Menschen sind hier etwas verrückt. Wo sind wir hier?", fragte ich Eiko, die sich offensichtlich auch über den kleinen Streit amüsiert hatte.
      Sie lachte und ihre Augen, deren Farbton mit dem ihrer Haare identisch war, schienen wieder zu glänzen: "Das ist Settsu! Direkt nordöstlich von Osaka, gleich bist du zuhause!" Hatte ich mir die traurigen, grübelnden Augen nur eingebildet oder hatte ich einfach nur mich selbst vor den Augen. Alles war so ungewiss. Wie würde diese Satori nur sein?

      Genau so hatte ich eine Okiya in Erinnerung. Nicht meine Okiya, ich blieb immer noch von jeglicher Erinnerung verschont, allerdings war die traditionelle Bauweise der Geikohäuser in meinem Gedächtnis verhaftet gewesen. Vom 17. bis zum 19. Jahrhundert sahen mehr oder weniger die meisten Häuser, sowohl geschäftliche als auch private, so aus. Nachdem nach der Meiji-Restauration 1868 moderne Steingebäude gebaut wurden und viele Holzhäuser im 2. Weltkrieg abbrannten, hatte sich das Stadtbild aller japanischen Städte grundlegend geändert, in Tokyo wohl am meisten.
      Als wir ausstiegen, schienen mich die anderen Geikos bereits zu erwarten.
      "Konnichi ha, Touka. Kennst du mich noch? Ich bin es, Satori. Oh, übrigens das hier ist Toyomatsu. Sie solltest du eigentlich auch bestens kennen. Wir teilen uns nun ein Zimmer, da Platzmangel herrscht. Und das in einer Okiya, dem Haus eines sterbenden Gewerbes. Unglaublich, nicht wahr? Egal, Zeit für einen Koushi-Isshin", sagte die von Eiko bereits erwähnte Künstlerin, die ihre rechte Hand auf meinen Kopf legte und die Kapuze herunterschob. Dies hatte ich ganz vergessen, wie unhöflich von mir. Satori konnte ein amüsiertes Grinsen ihrerseits nicht zurückhalten, während der Blick von Toyomatsu eher unergründlich schien, die irgendetwas in sich hinein kicherte. Was mochte in ihr wohl vorgehen? Die anderen Geikos schienen sich etwas mehr zurückzuhalten, als sei ich eine Fremde. Aber vielleicht war ich das auch. Was machte ich mir überhaupt vor, denn da waren nicht nur meine Hörner, sondern auch der schwarze Schweif, der unter langer Kleidung zumindest versteckt blieb. Ich erkannte nichts und niemanden wieder, was natürlich nichts heißen musste, doch irgendwie hatte ich mir den Empfang nach meiner Kur wärmer und herzlicher vorgestellt. Mir war alles fremd, so fremd! Dabei hatte ich mich schon fast an das Inselleben gewöhnt gehabt ...
      "Ach ja, wenn ich dich ärgere oder gemein zu dir bin. Das gehörte schon immer dazu. Das ist meine Art und Weise, dich zu motivieren und immer mein bestes zu geben. ALSO LOS, AB AUF DEIN ZIMMER! ... LOS JETZT, FLACHZANGE!", gab mir Satori zu verstehen. Ich verabschiedete mich von Eiko, die sich für einen mysteriös wirkenden weißen Yukata mit einem Goldphönixmuster und ihrem Freund Motohiro, der nun auch ausgeschlafen nach der langen Reise war. Doch komplett ins Haus verschwand ich nicht, sondern hinter einem Paravan.
      "Verschone das Mädchen von deinen Schikanen, verstanden?"
      "Es ist doch alles so wie immer. Ich dachte, wir hatten uns darauf geeinigt? By the way, wenn hier jemandem großes Unrecht getan wurde, dann mir."
      "An dieser Entscheidung kannst weder du noch ich etwas daran ändern, also lasse deinen Frust nicht an Schwächeren aus!"
      "Na gut, wenn du meinst, dass ich Urara höchstpersönlich die Visage schrubben soll? Ich hätte nichts dagegen. Ich meine, sie ist schön, eine gute Tänzerin und gibt sich wirklich Mühe. Aber sie hat nicht das Zeug zu einer Führungspersönlichkeit."
      "Damit habe ich nichts zu tun. Ich habe mit einer Person wie dir nur Kontakt, weil es mir um Toukas Wohl geht. Und das sollte es dir auch."
      "... Na schön. Fein. Kein Problem. Tut mir leid, dass ich mich nicht nur um sie, sondern auch um die Zukunft der Okiya Nishikido sorge. Aber du hast davon ja sowieso keine Ahnung."
      Als ich die Getas Satoris und Toyomatsus auf mich zukommen hörte, huschte ich geschwind mit einem flauen Gefühl im Magen die Treppe hoch. Was war passiert, dass Satori bloß so schlecht gelaunt war und diese anderen Geiko namens Urara dermaßen verabscheute? Immerhin wurde ich vor ihr ja gewarnt. Vielleicht machte ich mir aber einfach auch zu viele Gedanken über Dinge, die mich nichts angingen. Deswegen beschloss ich mich erst einmal, in mein neues, altes Zuhause, einzuleben.

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • Kommentar, Junge! Macht ja sonst keiner, Junge! :@

      Jetzt bin ich wieder in Urlaubsstimmung und das obwohl ich derzeit meine Übungsscheine machen muss. Und das alles nur wegen deinen ersten Paar Absätzen! :( Hast du mal ein paar Bilder dieser japanischen Eilande? Klingt ja auf jeden Fall herrlich entspannend.

      In der Mitte der Insel thronte ein großer Vulkan über die kleine Landfläche,


      Wie auf meinen geliebten kanarischen Inseln, Junge :(

      Mit diesem Wissen hätte man schon fast einen Roman schreiben können, aber nur fast.


      Es gibt Leute, die schreiben ihre sogar mit weniger Wissen! :ja:

      Wo waren wir hier? Men in Black?


      Passt doch, geblitzdingst wurde sie doch immerhin schon :tlmao:

      Genau, in Nord-Osaka. Die Geiko, mit der du am meisten Kontakt hattest, heißt Satori. Sie wird sich ganz besonders um dich kümmern.


      Ach du Sch****, ausgerechnet die? :tlol:

      Der innere, blank gelegte Knochen fiel mit seiner weißen Farbe auf wie ein Plaudagei unter einer Horde Taubsi.


      Tut das nicht weh? :guck:

      Eine junge Frau mit einer grünen und einer blauen Haarsträhne, so auffällig wie Weihnachtsbeleuchtung,


      Dosenbier soll sich verdammt gut in so einer Haarpracht machen, hab ich gehört :hihi:

      "Das ist KENTA!"


      Und das ist Min Batzbak, JUNGE! :lol:

      "JA NA UND?"


      :tlmao:
      "Was Janauuund?"
      Haut sie ihm jetzt auch mit einer Bierdose die Kehle kaputt? :tlol:
      Selbst wenn: "dann wird sie ebben von der Stütze lebe, Junge!!"
      :lol:

      Wo sind wir hier?",

      Maask...ähhh...Osaka! :hihi:

      Haus eines sterbenden Gewerbes. Unglaublich, nicht wahr?


      Wundert mich auch, dass es dieses Relikt längst vergangener Tage dort noch gibt!


      Ach ja, wenn ich dich ärgere oder gemein zu dir bin. Das gehörte schon immer dazu. Das ist meine Art und Weise, dich zu motivieren und immer mein bestes zu geben.


      Zuzugeben, dass man einfach nur gerne arschig zu Leuten ist, wäre ja auch viel zu mainstream. ;)

      Jetzt bin ich aber mal gespannt. Dass für Touka einfach alles normal weitergeht, glaube ich doch kaum...
      Trotzdem ein schönes Kapitel, vor allem der Absatz mit Gradj....ähh Kenta hat es mir sehr angetan! Warum wohl? ;)

      So. Und jetzt die Tür. :)

      Grüße, Junge

      #i-latios#
      Gerrie van Boven.
    • Junge, Danke, Junge, das bedeutet mir so viel! Du bist ein gottverdammt nochmal gutes Latios, Junge! ;-;

      Die Eilande basieren zum Teil auf der Realität, vor allem das aus dem letzten Teil als auch auf den Pokemonpendants, die da wären Eiland 3 (Hachijou) und Eiland 2 (Miyake). Bei letzterem tritt klar die Pokemonprägung zum Vorschein. :)

      Hachijoujima (3):



      Display Spoiler
      [IMG:http://www.data.jma.go.jp/svd/vois/data/tokyo/321_Hachijojima/321_picture1.jpg]
      Sicht aus Norden mit dem Vulkan, Touka wurde im Westen abgesetzt, die Kernstadt liegt im Osten.





      Miyakejima (2):






      Es gibt Leute, die schreiben ihre sogar mit weniger Wissen! :ja:

      Ja, das habe ich schon desöfteren gesehen. :O.O:

      Ach du Sch****, ausgerechnet die? :tlol:

      Das hat alles so seine Gründe, wieso es genauso gekommen ist. Vielleicht findet ihr es ja vorher bereits selbst heraus, was passiert.

      Tut das nicht weh? :guck:

      Schon noch, vor allem sind die Nervenbahnen nicht so gut geschützt, bis das verheilt ist. :( Da sind kalte Winde dopplet so eklig, aber in Japan kann man im Oktober immer noch 30 Grad erreichen.

      Dosenbier soll sich verdammt gut in so einer Haarpracht machen, hab ich gehört :hihi:

      Grrrr! :grrr:

      :tlmao:
      "Was Janauuund?"
      Haut sie ihm jetzt auch mit einer Bierdose die Kehle kaputt? :tlol:
      Selbst wenn: "dann wird sie ebben von der Stütze lebe, Junge!!"
      :lol:


      Maask...ähhh...Osaka! :hihi:

      Min trinkt eher seltener Alkohol, aber früh morgens auf gar keinen Fall. o_O Die sind ja nachts losgeflogen und morgens angekommen. Wollte ich eigentlich auch so präzise formulieren, hab das dann aber vergessen. Aber die Szene musste ich einfach einbringen, das hat sich so angeboten. :tlol:

      Wundert mich auch, dass es dieses Relikt längst vergangener Tage dort noch gibt!

      Ja, aber es werden leider immer weniger. :(

      Jetzt bin ich aber mal gespannt. Dass für Touka einfach alles normal weitergeht, glaube ich doch kaum...
      Trotzdem ein schönes Kapitel, vor allem der Absatz mit Gradj....ähh Kenta hat es mir sehr angetan! Warum wohl? ;)

      Ik weet het niet, jongen! Was ist bei Touka auch schon normal? :tlol: Bis auf die beiden, die von der Nishikido-Okiya gekommen sind, haben die anderen noch nie mit Touka zu tun gehabt. Das ist dann schon nicht so einfach. Warum das so ist? Verrate ich nicht. :)


      Dank je wel, Gerrie!

      Richard

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • Kapitel XXIII: Nibiki


      "Hahahaha, an deine eigene Tollpatschigkeit kannst du dich wohl auch nicht mehr erinnern, oder - Mouka?", lachte Toyomatsu höhnisch: "Hach, wenn das doch nur Kiyoha sehen könnte. Aber was rede ich da überhaupt, das geht doch ganz einfach." Mühevoll versuchte ich, die roten Flecken des Granatapfelsaftes irgendwie aus der Tatamimatte meines Zimmers zu entfernen, doch die Reinigung erwies sich als reinste Sisyphusarbeit, da ich meinem Ziel kein bisschen näher kam.
      en des Bodenbelags drang. Womöglich müsste man, sollte sie beginnen zu schimmeln, komplett austauschen. Ach, wie ungeschickt ich doch war!
      "Per...fekt! Und jetzt auf Senden. Wenigstens muss ich Satori nichts schicken, denn sie weiß ja, wie dumm du dich ständig anstellst", murmelte die am Vortag so unergründlich dreinschauende Geiko, deren Yukata leider auch etwas durch den Saft beschmutzt wurde. Wäre es ein Hauptkimono gewesen, wäre wahrscheinlich mein Kopf gerollt, doch selbst dies war schlimm genug. Es hörte sich ziemlich gemein und gehässig an, was sie zu mir sagte, doch aufgrund dieser unverzeihlichen Demütigung, die ich ihr durch dieses Missgeschick angetan hatte, konnte ich ihren Ärger nachvollziehen. Das hieß jetzt nicht, dass mich ihre Worte nicht verletzten, ganz und gar nicht. Dieses beißende, grauenvolle Gefühl im Magen, wenn man Schuld auf sich geladen hatte, raubte mir jeden Nerv, sodass ich mir wünschte, einfach nur im Erdboden zu versinken.
      Eine Sache wollte ich dann allerdings doch noch gerne wissen: "Wer ... wer ist Kiyoha? Du redest ziemlich oft über sie."
      "Kiyoha ist eine junge Geiko, die die Okiya gewechselt hat. Nun sitzt sie irgendwo in Kyoto. Wenn man gemein wäre, könnte man fast sagen, dass wir ein Juwel wie sie hergegeben und dich im Tausch dafür erhalten haben. Eigentlich hätten wir Kyoto für Betrug schlimmsten Grades den Prozess machen müssen, denn du benimmst dich ja wie ein Donphan im Porzellanladen", stänkerte Toyomatsu naserümpfend, die mir nicht ein einziges Mal in die Augen blickte. Scheinbar hatte ich mir nicht viele Freunde hier gemacht, was mich im Nachhinein sehr kränkte. Klar, man konnte bei genauerem Hinschauen den roten Fleck auf ihrem braun-orangenen Yukata im Herbstlaubmuster schon erkennen, doch war dies solcher harschen Worte gerecht?
      "Sag mal, Ushimatsu, musst du uns wieder deine riesigen Miltankfladen auf die Matten setzen? Wir waren so gütig und schicken dich in Kur, damit du deinen Traum, Geiko zu werden, weiterleben kannst, doch wie dankst du es uns? Das ist ziemlich respektlos den älteren Mädchen gegenüber, weißt du? Als Nesthäkchen stehst du in der Hierarchie unter allen Anderen. Glaube mir, ich wäre froh, es wäre nicht so, denn das würde bedeuten, dass es mehr Nachwuchs gibt. Doch du bist die einzige Maiko hier", giftete Satori, die Künstlerin, zu der ich angeblich immer aufgeschaut hatte. Ushimatsu war der Protagonist aus dem Roman Hakai zu Beginn des 20. Jahrhunderts, der als Schichtenloser von allen geächtet und ausgeschlossen wurde, obwohl er sich ansonsten nicht von den anderen durch beispielsweise Hörner oder einen Schweif unterschied. Die Wortwurzel "Ushi", also "Kuh", trug ebenfalls zu dieser verletzenden, aber doch raffiniert gewählten Aussage bei. Genau wie von Seiten Toyomatsus kam von ihr bisher nicht eine einzige nette Geste oder ein Zeichen der Freude über meine Rückkehr. Doch wenn ich wirklich eine dermaßen große Bürde war ... wer würde es ihnen verübeln? Toyomatsu spendete johlend Beifall, während ich lediglich versuchte, den Blick von den beiden abzuwenden. Wie ein Häufchen Elend saß ich dort auf dem Boden. Dabei hatte ich heute doch erst von meiner Tanzlehrerin Madame Oriyama einen Rüffel bekommen, da ich so schwer in den Tanz hineinkam. Erstaunlicherweise konnte ich micht trotz Amnesie aber immer noch an das Meiste erinnern; lediglich ein kleiner Denkanstoß war hierfür nötig gewesen. Tieftraurig über all den Ärger, den ich den Tag über erhalten hatte, wandte ich mich von den beiden mit gesenkter Miene ab und griff zu meinen beiden Pokébällen, um meine beiden treuen Begleiter aus dem Garten abzuholen und erst einmal das Haus zu verlassen.
      Miltankfladen ... ich konnte es kaum glauben, dass ich in Besitz des Phantomordens war, allerdings die Arena von Osaka noch nicht bezwungen hatte. Wenn ich, mit meinem neu erhaltenen Snobilikat dort einen Sieg erringen würde, dann hätten die Geikos endlich mal wieder einen Grund, stolz auf mich zu sein! Wie ich Jens bezwungen hatte? Keine Ahnung, ehrlich gesagt.

      Die Arena zu Osaka befand sich im nördlichen Teil Suita, in dem auch das Stadion des größten und erfolgreichsten osakanischen Fußballvereins Gamba Osaka sowie der Nationalpark lagen, der dreimal in der Woche für Fangwütige ein Käferturnier ausrichtete. Jeweils ein im hohen Gras geschnapptes Pokémon durfte man in die Wertung einfließen lassen und mitnehmen, doch nur die drei beeindruckendsten Fänge erhielten einen der größeren Sonderpreise, von denen in Regel nur der Sonnenstein für den Erstplatzierten heiß begehrt wurde. Genau östlich dieses Stadtteils schloss sich nahtlos dieses ominöse Settsu an, mit dem ich am Tag zuvor mehr oder weniger Bekanntschaft geschlossen hatte.
      Plötzlich meinte jemand, mich noch schnell am Ärmel meines schwarz-roten Kimonos - blutrote Ahornblätter in einer pechschwarzen Oktobernacht - zu packen, auf dem der rote Saft äußerlich wohl weniger angerichtet hätte, wenngleich das Gefühl der Verschmutzung nichtsdestotrotz genauso vorhanden gewesen wäre. Dann wäre wenigstens nur ich selbst sauer auf mich!
      "Touka, warte."
      "WAS?", platzte mir ein entnervtes Fauchen heraus, als ich schon wieder Satoris selbstgefällige und ständig fordernde Stimme vernahm. Ich wollte doch für einen Moment meine Ruhe haben! Nun würde ich zur Bushaltestelle laufen und Akane, die hiesige Arenaleiterin, zu einem Arenakampf herausfordern und allen zeigen, dass ich keine Totalversagerin wie sie im Buche stand war!
      "Es ... es tut mir leid. Es ist schwer zu erklären. Ich fühle mich schlecht", verkündete sie, die bereits in einem prächtigen Kimono gekleidet war, um zur Arbeit aufzubrechen: "Ich habe wohl heute ein paar markige Sprüche zu viel rausgehauen, kann das sein? Weißt du,die Situation, in der ich mich befinde, macht auch mir sehr zu schaffen. Bei mir ist es nicht nur ein Krisenherd, sondern eine ganze Küche, die brennt, doch da möchte ich nicht ins Detail gehen. Jedenfalls ... hast du mir einmal, als ich am Boden lag, beigestanden, obwohl ich dich bisher nie anders behandelt hatte als heute. So ein liebes Mädchen wie dich trifft man selten, weswegen es mir in letzter Zeit selbst ziemlich leid tut, dich so harsch zu behandeln. Aber ... die anderen Mädchen ... Toyomatsu, Kiyoha et cetera ... wenn ich eine wie dich freundlich behandele, kann ich mein Ansehen in die Tonne kloppen. Die große, schöne Satori gibt sich mit dem Tier ab."
      "Kannst du sie mit deinem Ansehen nicht zum Schweigen bringen? Davon überzeugen, dass ich niemandem je etwas getan habe?", fragte ich vorwurfsvoll. Das müsste doch auf jeden Fall funktionieren.
      Doch als ob sie meine Gedanken gelesen hätte, viel Satoris Antwort ernüchternd aus: "Wach' endlich auf, Touka. Wir sind Geikos. Künstlerinnen. Geikos, Sänger, Fußballspieler und Prostituierte sind doch alle gleich. Sie verkaufen keine Dienstleistungen, sondern in erster Linie Talent und Kunst. Doch die Käufer sind begrenzt, daher beherrschen Neid, Gier und Konkurrenz das Geschäft."
      "Ihr habt also Angst vor mir."
      "Ich kann es mir nicht leisten, all das, wofür ich hart gearbeitet habe, einfach zu verlieren! Weißt du, wie sehr die Leute dich geliebt haben, als sie dich das erste Mal gesehen haben, da ja niemand die Hörner und den Schweif sieht? 'Oh, diese junge Maiko wird später sicher einmal der große Star werden!' 'Oh, diese junge Maiko wird die hübsche Satori schon bald in den Schatten stellen!' 'Oh, oh, oh! Touka! Wow! So hübsch! Wow! Oh!' VERSTEHST DU DAS? Ja, ich bin neidisch auf dich, du glaubst gar nicht, wie neidisch ich auf dich bin! Du meidest Menschen, lebst lieber mit Pokémon. Weißt du was? Du hast absolut recht! Menschen können richtige Teufel sein! Die Hanamachis sind ein kleines Dorf, in dem Information von den Geikos schneller an die Kunden geht, als du glaubst. Gerüchte, die deine Karriere ruinieren. Deswegen muss ich bei den Anderen das rücksichtslose Arsc***** spielen und dich wie einen Haufen Dreck behandeln, damit der Traum der kleinen Atsuko Hata, eine große Geiko zu werden und somit ihr Leben zu finanzieren, nicht zerplatzt. Also, nimm' meine Entschuldigung an ... oder lasse es sein", erzählte mir Satori, die sich am liebsten mit beiden Händen durch ihr Gesicht gefahren hätte, doch das würde die ganze weiße Schminke verschmieren. Wenn ich die Sätze richtig interpretiert hatte, bedeutete dies, dass sie an ihrem Verhalten mir gegenüber in Umgebung von Anderen kein Stück ändern würde. Und da die Anderen in einer Okiya überall und allgegenwärtig waren, schien eine Besserung nicht wirklich in Sicht. Angestrengt kniff Satori die Augen zusammen und starrte in die in Japan immer noch grelle und warme Herbstsonne, bloß, um vor Scham den Blick von mir abwenden zu können. Ich konnte mir nicht helfen, aber trotz den Gemeinheiten tat sie mir leid.

      Rosa hier, rosa dort. Eigentlich verbot sich aus Geschmacksgründen die extensive Nutzung dieser Farbe schon von selbst, doch hier schien man diese inoffizielle Regel schamlos zu ignorieren. Machte die Arena von außen mit ihrer Kuppelform noch einen ganz gewöhnlichen Eindruck, präsentierte sie sich in ihrem Inneren mit rosa Fleeceteppichboden und vier Wänden, die einem extrem merkwürdigen und künstlichen Obstkuchen glichen - unten pink und oben violett gestreift, abgetrennt durch eine Art Wellenmuster. Türkise Wände waren quer im Inneren verbaut, sodass man sich einen Weg durchs Labyrinth bis zur Arenaleiterin suchen musste. In Amiens, in Nordfrankreich gab es angeblich eine Feen-Pokémon-Arena, in der ebenfalls Wert auf ein süßes Aussehen gelegt wurde. Doch die Arena dort galt aufgrund ihrer geschmackvollen und detaillierten Einrichtung als wahres Kunstwerk, während sich die hiesige Arena lediglich mit ein paar alten Gummibäumen schmückte. Dass die Blumentöpfe rosa waren, erklärte sich schon von selbst.
      "Akane! Ich möchte dich zu einem Arenakampf herausfordern!", rief ich in die letzte Kammer, in der Akane siegessicher posierte. Ihre gefärbten, roten Haare waren hinten zu zwei kleinen, wie Zitronengras abstehenden Pferdeschwänzchen gebunden, die sie passend dazu mit roten Kontaktlinsen ergänzte. Es sollte tatsächlich auch Menschen mit ungewöhnlichen Augenfarben geben, jedoch war das ziemlich selten und ich konnte mir nicht vorstellen, dass dies auch auf Akane zutraf. Ihrem weißen Jackett, das an den Stoffrändern durch rote Streifen abgegrenzt wurde, hing durch das hohe Ansetzen des untersten Knopfes locker über einem Paar extrem kurzer, mittelblauer Hotpants. Zudem besaß sie noch zwei weiß-rote Sneakers im Stil ihres Jacketts sowie dunkelblau-schwarz gestreifte Strümpfe, die die Farben des FC Gamba repräsentierten.
      "Aha, die zweite Herausforderin heute, ja? Keine Sorge, unsere Stärke wird dich förmlich überrollen! Mein Team ist zwar jetzt nur noch halb so niedlich, aber das sollte immer noch reichen, um dich zu besiegen, Geisha-Girl. Wie viele Pokémon hast du dabei?", fragte die Arenaleiterin, worauf ich mit einem schlichten "Nibiki" antwortete. Zwei Pokémon, auf mehr konnte ich nicht zurückgreifen.

      [ame='http://www.youtube.com/watch?v=4KfsGfAoWvU']http://www.youtube.com/watch?v=4KfsGfAoWvU[/ame]

      "Gut, dann werde ich dich jetzt mit unserem Glanz und unserem Fame in die Luft jagen! Ha, los geht's! Mr. Kim, du machst den Anfang!", eröffnete die etwa Gleichaltrige den Kampf, in dem sie ein Shnurgarst aus ihrem Pokéball freisetzte: "Frag nicht, wieso der so heißt. Ich hab' den Namen vergessen. Ich weiß nur, dass ich den für so ein paar Koreaner Sport machen lassen soll, da er momentan die Statur 'des großen Diktators' besitzt."
      Wie wäre es dann, wenn ich ebenfalls meinen Kater in den Ring schicken würde?
      "Los, Shotoku, der gehört dir!", rief ich, als das lange, schlanke Raubtier das Feld betrat. Obwohl es sich bei Mr. Kim um ein ebenfalls enorm großes Exemplar handelte, schätzte ich sein Gewicht auf das Doppelte des Snobilikats ein. Wir sollten bloß keinen Bodyslam kassieren, jedoch hatte ich gelernt, dass normale Shnurgarst trotz ihrer unvorteilhaften Körperform eine schier unfassbare Geschwindigkeit für ihre Verhältnisse aufwarten konnten. Doch dieses hier stellte alle seine Kollegen in den Schatten, von daher musste ich mich bei ihm wohl weniger fürchten, zudem Shotoku selbst schnell wie der Blitz war. Plötzlich schoss der spiralförmige Schweif der grauen Katze ruckzuck nach vorne und traf Shotoku ins Gesicht. Völlig perplex durch den Mogelhieb, verpasste das Snobilikat es, zu einem Schlitzer anzusetzen. Da ich das gegnerische Pokémon nicht einschätzen konnte, probierte ich es erst einmal über die offensive Taktik. Dass ich mir gegen das gefürchtete Miltank etwas anderes einfallen lassen musste, war unvermeidbar. Zwar traf die Attacke voll ins Schwarze und wirbelte einige grau-weiße Haarfetzen auf, doch auch mein Gegner wusste mit der gleichen Attacke gekonnt zu kontern. Der mondgesichtige Kater mit den violetten Ohrspitzen stieß Shotoku mit seiner Kraft sogar um! Amida sei Dank war seine Fitness im Keller, denn Mr. Kim war offensichtlich lediglich ein bisschen in häuslicher Gemütlichkeit eingerostet und brauchte lediglich etwas Übung, um seine alte, antrainierte Stärke voll ausspielen zu können. Doch da ich Fluffy für Miltank benötigte, blieb Shotoku nichts anderes übrig, als dieses Derby für sich zu entscheiden ...

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • Was ist es, was dort in der Ferne donnert, so weit weg daheim? 'S wird wohl der kuriose Kommentarbomber sein! :run2:

      Hahaha, Touka hat ja im ersten Absatz irgendwie die Rolle von Gerrie inne: ihr unterlaufen Missgeschicke und sie wird deswegen von den anderen dumm gemacht. Wie Gerrie, als er Richards Balkonfensterfront eingetreten hatte xD
      "Guck dir die M****ikacke an, Junge! :grr:" :lol:

      Ushimatsu war der Protagonist aus dem Roman Hakai zu Beginn des 20. Jahrhunderts, der als Schichtenloser von allen geächtet und ausgeschlossen wurde
      Dank dir lerne ich ja doch noch was über Japan und dessen Kultur! :bg:
      Dieses Wissen wird mir zwar nichts nützen, aber hey, wofür haben wie den "Unnützes Wissen"-Thread? :hihi:

      dass ich in Begriff des Phantomordens war
      Sollte das nicht eher "in Besitz" heißen? :)
      Oder vielleicht auch nicht, I'm an engineer, no Deutschlehrer. :ka:


      "WAS?"
      [ame='https://www.youtube.com/watch?v=p1mUkW_XIhU'] Touka Butsers? :hihi: [/ame]

      Bei mir ist es nicht nur ein Krisenherd, sondern eine ganze Küche, die brennt,
      Hast du mich etwa beim Kochen gefilmt? :achja:

      Ach diese Satori. Macht einen auf starkes Mädel, drischt ständig nur auf Touka ein und heult sich im Hintergrund bei der guten Touka aus. Erbärmlich, sowas! :oldno: Die soll die verrekte Mongols doch mal alle kaputt machen, Junge! ;)

      wenn ich eine wie dich freundlich behandele, kann ich mein Ansehen in die Tonne kloppen.
      Als ob sie mit den weinerlichen Ziegen nicht fertig werden würde!

      So eine Okiya ist ja die reinste Giftküche. Schlimmer als in der Buchhaltung! :oldno:

      a, ich bin neidisch auf dich, du glaubst gar nicht, wie neidisch ich auf dich bin!
      Ja klar, wer hätte nicht gern sein komplettes Leben vergessen, einen Haufen zänkischer Weiber um sich herum und sich selbst ein Horn abgeschossen haben während er gleichzeitig an dämonischer Schizophrenie leidet? Macht mich auch wirklich total neidisch! :noldja:

      trotz den Gemeinheiten tat sie mir leid.
      "Ich kann da kein Mitleid empfinden." :)
      Von wem ist das wohl? :hihi:

      Rosa hier, rosa dort. Eigentlich verbot sich aus Geschmacksgründen die extensive Nutzung dieser Farbe schon von selbst, doch hier schien man diese inoffizielle Regel schamlos zu ignorieren. Machte die Arena von außen mit ihrer Kuppelform noch einen ganz gewöhnlichen Eindruck, präsentierte sie sich in ihrem Inneren mit rosa Fleeceteppichboden und vier Wänden, die einem extrem merkwürdigen und künstlichen Obstkuchen glichen - unten pink und oben violett gestreift, abgetrennt durch eine Art Wellenmuster.
      Igitt! Der Innenarchitekt gehört gespeert! :kotz:

      rief ich in die letzte Kammer, in der Akane siegessicher posierte.
      Was, keine Trainerkämpfe? Eine Arena ohne Randombobs? Das wäre doch mal was, Junge!

      "Gut, dann werde ich dich jetzt mit unserem Glanz und unserem Fame in die Luft jagen!
      Min als Arenaleiterin :hihi:

      da er momentan die Statur 'des großen Diktators' besitzt."
      [IMG:http://lolimage.com/wp-content/uploads/2014/05/Hungry-Kim-Jong-Un-Meme-Collection-1.jpg]
      Zwar traf die Attacke voll ins Schwarze und wirbelte einige grau-weiße Haarfetzen auf
      Mach ihn kaputt, Junge...ähh, Katze!

      Mr. Kim war offensichtlich lediglich ein bisschen in häuslicher Gemütlichkeit eingerostet
      Lief ja auch bis vor kurzem noch auf Krücken, der Gute! ;)

      Also ich vermute mal, dass Touka das wohl nicht schaffen wird. Es sei denn, Fluffy entwickelt sich plötzlich und ungeahnt zu Mega-Fluffy, oder dass plötzlich ein Komet einschlägt und die Arenaleitern wegbratzt. Man weiß ja nie!

      Wobei, du weißt es ja.

      Also dann: hau rein, Junge!

      Grüße, Junge

      #i-latios#
      Barrie Butsers.

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