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Yami no Honou - Flammen der Finsternis

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    • So, heute muss ich dich mal wieder mobben, mob, mobb, mobbi di mobb! :hi:

      Als erstes muss ich sagen, dass ich von einem gravierenden Beschreibungsfehler von dir enttäuscht bin. :sorry:
      verwies mich die Faulpelzin
      Hier muss die weibliche Version von Pinturicchio stehen :flüster:

      So und nun auf zum Rest. :grin:

      Touka tut mir leid, dass die immer an solche, solche, solche Idioten gerät. Das Leben meint es echt nicht gut mir ihr. :sorry:
      Ehrlich gesagt habe ich bei dem Mädchen gedacht, es würde sich um Toukanara handeln, die will, dass Touka von selbst die Kontrolle verliert oder was böses tut und somit endgültig die Herrschaft erlangt. Elender Troll, du :(
      Gut, die Wendung mit Raikou war aber überraschend. Wer rechnet schon damit, dass Raikou erst Regentanz und dann Biss einsetzt? Donner hat eine 100% Treffergarantie im Regen. Was ist denn das für eine minderbemittelte Raubkatze. :motz:
      "In der Champagne."
      Die ist ein Flaschengeist ._.)
      ^Um diesen dummen Witz zu verstehen, müssen sie um eine Ecke denken:!:

      So, mal sehen was das Raikou vorhat. Und Junge, das war ein gutes Kapitel, Junge. ;v;

      Und dieses Miko soll sich mal an den krassen kanadischen Rappern ein Beispiel nehmen :blah2:
      [ame]https://www.youtube.com/watch?v=rvBhFMgcZL0[/ame]
    • Dargyyyyy! :w:

      Als erstes muss ich sagen, dass ich von einem gravierenden Beschreibungsfehler von dir enttäuscht bin. :sorry:
      Hier muss die weibliche Version von Pinturicchio stehen :flüster:

      Mein Fehler, tut mir leid. :(

      Touka tut mir leid, dass die immer an solche, solche, solche Idioten gerät. Das Leben meint es echt nicht gut mir ihr. :sorry:

      Aber dafür ist Shion wenigstens lustig ... oder der Dialog ... aber klar, aus Toukas Sicht nicht so. :tlol:
      Danke! :)



      Kapitel XLII: Yakuharai



      [ame='https://www.youtube.com/watch?v=Qnb1AlyD2dk']Ghosts[/ame]

      "Touka, wir sind hier im geheimen unteren Stockwerk von Kinkaku-ji, dem goldenen Pavillon, dort, wo Entei, Suicune und ich lange verborgen vor den Menschen geschlafen hatte", erklärte der große Säbelzahntiger, während sich die hellblaue Flamme langsam vergrößerte, ja, beinahe eine Form anzunehmen schien! Ein eiskalter Luftzug ging durch den beinahe hermetisch abgesperrten Raum. Oben entdeckte ich, wie ein riesiges Loch in der Decke beziehungsweise dem Fußboden des Erdgeschosses klaffte. Danach huschten meine Augen zu dem Schreinmädchen, das gebannt auf das blickte, wovon ich meine Augen eigentlich krampfhaft abwenden wollte - der Totengeist, der sich nun vor meinen Augen in eine Frau mit langen, schwarzen Haaren und einem weißen Kimono manifestierte. Sie besaß ein kreidebleiches Gesicht und keine Füße, so, wie es die Mythen stets berichteten. Von den Schmerzen in den Schultern immer noch wie gelähmt, schaffte ich es nicht mehr, mich aufzuraffen und wegzulaufen, doch der Geist näherte sich unaufhaltsam.
      ...
      Ich kannte dieses Gesicht doch!
      "Yu- ..."
      "Yukisango. Richtig, Touka-chan. Bevor ich an den höchsten Ort gehen werde, habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, wie ein Bodhisattva noch einigen Wesen ebenfalls zur Erleuchtung und Erlösung zu verhelfen. Hab' keine Angst vor mir, hab' Angst vor dem, was ich als übernatürliches Wesen in dir spüre. Es ist ein Dämon, der sich von Hass und Zorn ernährt, die aus Ablehnung und Ungerechtigkeit resultieren. Wenn du nicht mehr hasst, wird keine Gefahr bestehen, mein kleiner Engel. Er sagt, dass er dir hilft, aber er schadet dir viel mehr", versuchte mich meine ehemalige Meisterin über Tokunara aufzuklären. Aber eines wollte ich nicht begreifen. Glaubte sie, dass ich meinen schlechten Gefühlen freien Lauf ließ, weil mir gerade langweilig war?
      Deswegen musste ich unbedingt nachhaken: "Aber wenn ich Ablehnung und Ungerechtigkeit erfahre, kommt es unweigerlich dazu, dass ich wütend auf die Menschen werde! Es liegt an ihnen, mich nicht wie der letzte Haufen Dreck verändern."
      "Ich weiß, aber es ist unmöglich, eine gesamte Gesellschaft zu verändern, vor allem schlagartig ... es dauert Jahrzehnte, gar Jahrhunderte, bis Andersartigkeit in all ihren Facetten akzeptiert sein wird", entgegnete der bläulich schimmernde Geist darauf, während Shion mit verschränkten Armen ungeduldig mit dem Fuß wippte. Da ihre Furcht vor dem Spektralwesen unberechtigt war, konnte sie sich nun wieder über Zeitverschwendung ärgern.
      Ich jedoch wollte keinesfalls akzeptieren, dass der Mensch Narrenfreiheit genoss, mich hämisch zu demütigen: "Ist das mein Problem, wenn die das nicht schaffen können oder wollen? Dann müssen die damit leben, wenn etwas zurückkommt!"
      "Touka, verstehst du nicht, das ist doch genau die Intention dahinter! Der Dämon weiß auch, dass dem so ist und spielt dich aus, um keine Ahnung was zu erreichten! Sein Motiv ist das größte Rätsel, aber sicher nicht, um dir über Gewalt zu Anerkennung in der Gesellschaft zu verhelfen!"

      Natürlich nicht ... die Gesellschaft, die wir kennen, wird es schon bald nicht mehr geben ...

      Was ... war es Tokunaras Stimme oder meine, die im Stillen Yukisango widersprach?
      Nun schaltete sich auch Raikou als Stellvertreter der Pokémon in das Gespräch ein: "Die egoistische Menschenwelt tötete meine beiden Brüder und mich in der Feuersbrunst, die das Gebäude heimgesucht hatte. Ho-Oh wandte sich enttäuscht von den Leuten ab und floh auf den Berg Hourai-san, bis eine Besserung der Gesellschaft seine Wiederkehr ankündigen würde. Die Menschen, denen du begegnet bist, sind übel und verdorben ..."
      "Nicht alle! Was ist mit Raazu? Mit Eiko und Motohiro? Deinem Vater und deiner Schwester? Und seit Neuestem ... ich vermag es selbst kaum zu fassen ... die gesamte Okiya, die hinter dir steht, Touka!", unterbrach meine ehemalige Meisterin den legendären Tiger. Ich hatte immer mehr das Gefühl, dass niemand meine Meinung teilte und das ich mir alles gefallen lassen müsste, so wie früher, als Selbstvertrauen mein zweiter Vorname war! Wofür das alles, wofür hatte man mich stark gemacht, wenn es doch falsch war?
      Offensichtlich machte sich meine Trotzhaltung auch in meinem Gesicht bemerkbar, als ich meine Lippen verächtlich kräuselte und Raikou damit ein lautes Fauchen gleich eines Donnergrollens entlockte: "Sag mal, Kindchen, weißt du überhaupt, zu was der Dämon im Stande ist? Weißt du, zuwas die Dämonen von 2003 im Stande waren? Binnen drei Jahren wäre die Welt, so wie ihr sie heute kennt, vollständig ausgelöscht worden! Niemand weiß, woher der Dämon kommt, aber Großbrände erzeugen und mit schwarzer Magie herumzuhantieren ist alles andere als harmlos!"
      Misstrauisch legte ich meinen Kopf schief: "Wäre es wirklich so schlimm, wenn diese böse Welt, die selbst Ho-Oh verlassen hat, ausgelöscht wird?"
      Da hatten die sich wohl widersprochen. Der schockierte Blick in ihren Gesichtern war unbezahlbar.
      "Wenn du das von dir gibst, bist du wirklich nicht mehr zu retten!", kreischte der Donnertiger und begann nun eine Aura aus Blitzen um sich aufzubauen. Der würde mich nicht töten, schließlich war Yukisango hier! Wer an die Macht von Dämonen glaubte, konnte auch genausogut auf die Macht von Geistern bauen.
      Einen letzten Versuch gönnte sich Yukisango noch: "Touka, du hast neben all dem Schlechten auch ein wenig Gutes erlebt! Du würdest dieses Gute also mit auslöschen wollen?"
      "Nein ...", gab ich kleinlaut zu und verfolgte zufrieden, wie sich die Gesichtszüge des Gespensts wieder entspannten.
      "Und wie willst du zwischen Gut und Böse aussortieren? Wo ziehst du die Grenze und wieso maßt du dir an, über lebenswert und lebensunwert zu unterscheiden?"

      Schau sie dir doch an, diese Klugscheißer. Sie haben ja keine Ahnung. Natürlich kann man das oder wie will sich dann diese merkwürdige Sekte namens Christen das jüngste Gericht erklären?

      "Aber Tokunara, würden wir uns dann nicht zum Gott aufschwingen? Und ... und ... äh ... was ist überhaupt dein Ziel?"
      ... Redete ich mit mir selbst oder mit der Dämonin? Ich wusste es selbst nicht mehr, Fakt jedoch war, dass ich diese Worte unbedacht und unbewusst vor den sechs auf mir haftenden Augen aussprach.
      "WEIßT DU, WAS DEIN UNTERSCHIED ZU FRÜHER IST? Früher hast du unter den Menschen gelitten! Jetzt aber willst du es jedem mit barer Münze heimzahlen, aber dadurch gibst du dich auf deren Niveau hinab!", stauchte mich Yukisango nun zusammen. In den drei Jahren, in denen sie mich kannte, hatte sie mich kein Einziges Mal angeschrien. Schließlich war Touka ein good girl.
      Raikou fletschte erneut die Zähne: "Der Dämon hat in dieser Welt keine Chance. Entweder wird diese Welt hier nicht mehr existieren oder der Dämon nicht!"
      "Ich habe mir das jetzt über ein paar Stunden angeguckt. Ich bin out. Sorry, aber kein Oberpriester der Welt kann einen Dämons dieses Ausmaßes austreiben. Ich weiß, es hat ein bisschen gedauert, bis es zu dieser Diagnose kam, aber ich wollte sicher gehen. Nun bin ich es. Eigentlich kannst du dir nur noch selbst helfen, aber der Dämon hat dich zu sehr eingelullt, als dass es noch gehen würde. Wahrscheinlich habt ihr euch bereits fusioniert ... in dem Fall habe ich keinen Rat mehr, den ich dir geben kann. Dem Priester wird es wohl genauso ergehen, weil er uns über solche Fälle bereits unterrichtetet hat", mischte sich Shion ein, die inzwischen aus einem Kimono zwei Holzstäbe mit weißen, gezacktem Papier, die im Shinto beim Yakuharai, also Exorzismus, Anwendung fanden, hervorgeholt hatte. Sie fuchtelte allerdings wider Erwarten nicht wild damit herum, um den Teufel in mir auszutreiben, wie es einst bei der neunschwänzigen Fuchsdämonin Tamamo no Mae funktionieren sollte, was offenbar bereits von Resignation zeugte. Sollte mir recht sein, ha! Ich hatte den Schreib besucht, um den Dämon auszutreiben, aber mittlerweile war ich bei der Überzeugung angelangt, dass ich ihn brauchte, um mich verteidigen zu können, um in dieser rauen Welt bestehen zu können. Ich fühlte mich nackt und einsam, wie im Stich gelassen ohne Tokunara in der Hinterhand. Ich hatte keine Lust mehr darauf, Fußabtreter und Spielball zu sein. Wenn ich doch nur in Ruhe gelassen werden würde ... dann gab es doch überhaupt kein Problem? Alles war Notwehr! Alle könnten glücklich miteinander leben ...
      "So funktioniert es aber nicht, Touka, das wird nie eintreffen! Irgendeiner wird dich provozieren, es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein kontinuierlich stärker werdender Dämon, an den du jetzt sogar deine Autonomie abgetreten hast, explodiert und eine Jahrhundertkatastrophe anrichtet, bei der zahllose Unschuldige sterben!", brüllte Raikou nun erzürnt, als mich im Rücken erneut eine kalte Brise packte. Von wegen, sie war noch viel kälter, ich spürte gar, wie ich Gänsehaut bekam! Tu mir bitte nichts!
      Eine Stimme, kalt wie der Nordwind und mir nicht komplett unbekannt, ließ mir einen gewaltigen Schrecken durch die Glieder fahren, als sich plötzlich doch ein Lösungsansatz anbot: "Wenn du den Dämon nicht aufgibst, wird man dich eben mit ihm töten müssen. Ho-Oh mag die Welt nicht, so, wie sie jetzt ist, aber das Letzte, was es wollen würde, wäre es, diese so niederzubrennen, wie es diesem Tempel hier widerfahren ist. Ich sage dir ungern, Touka, dass wir dich nicht vor eine Entscheidung stellen können, denn bleibt nur eine richtige Antwort übrig, die dich in ihre Zukunft einschließt.
      "Also tötetet ihr mich hier und jetzt?"
      Die Augen der legendären Biester funkelten bösartig. Meine Hand hatte ich nun an den Pokéball gelegt, auch wenn mir Fluffy weitaus weniger weiterhalf, als es Tokunara würde. Die konnten mich doch nicht einfach töten!
      Doch Suicunes großer, aber eleganter Körper senkte sich und das Tier legte sich nieder: "Es ist noch nicht notwendig. Wir möchten erfahren, woher dieser Dämon kommt, verstehen, wie so etwas sein kann. Löschen wir nicht die Ursache von dieser 'Tokunara' aus, wird es immer wieder Nachfolger geben. Das bringt uns gar nichts."
      "Woher bist du dir sicher sein, dass es nicht 'nur' Tokunara ist ... Sui- ... -cune?", hakte Shion etwas eingeschüchtert von seiner Erscheinung nach. Suicune war doch nicht furchterregender als Raikou, oder war es nur Geschmacksache? Vermutlich. Viele Menschen hatten auch Angst vor Clowns, auch ohne Kettensäge in der Hand.
      "Also soweit ich das bis jetzt in Erfahrung gebracht habe, handelte es sich bei den Zweihörnigen von Kamakura um eine biologische Mutation, ob es die bereits im Mittelalter gab, sei jetzt mal dahin gestellt. Aber in Toukas Ahnenreihe ist kein Einziger, der diese Merkmale zeigt. Würde die Genetik so wie bei den ersten 'Diclonii' funktionieren, wie ein Mann namens Okamoto sie klassifizierte, dann wäre auch ihre Schwester Kyoko eine Zweihörnige, ist sie aber nicht. Irgendeine höhere Macht hat Tokunara nach dem Muster dieser Wesen erbaut. Die Täterin von 2003 ist um 1986 herum geboren und nach drei Jahren zeigen die Kinder die ersten Gewaltausbrüche, was bedeutet, dass was immer auch für Tokunara verantwortlich ist, zwischen 1989 und 1995 Wind von der Sache bekommen hat. Woher spielt keine Rolle, aber offensichtlich hat das gesuchte Wesen es nicht geschafft, die Gene der Eltern entsprechend zu manipulieren, um die Dämonität zu vererben. Fragt sich nur, Touka, ob deine Eltern kurz vor deiner Geburt mit dämonischen Wesen in Kontakt standen", schlussfolgerte Suicune gelassen. Ich hingegen war alles Andere als gelassen, mit dem legendären Wassergeparden vor und dem mystischen Donnertiger hinter mir, die sich reichlich Mühe geben, ihren Meister, den großen Phönix, über alle Vorgänge in der Menschenwelt hinreichend zu informieren.
      "Fakt ist ...", hob das Nordlicht-Pokémon abschließend an: "... das irgendjemand dich schon vor deiner Geburt als Wirt und Spielball auserkoren hat, um mit seinem eigens kreierten Werkzeug Tokunara Arceus weiß was anzustellen. Gengar? Echnatoll? Hundemon? Alles nicht mächtig genug. Darkrai? Nein, nicht sein Stil. Aber weißt du was? Du, die immer so viel Böses erfahren hat ... wir sind etwas auf der Spur, das Böses in Perfektion erschafft. Bitte, Mädchen, zeig uns, dass es noch gut- und reinherzige Menschen gibt und finde für uns den Übeltäter, der vielleicht für so viel anderes Leid verantwortlich ist! Wir bringen dich und Shion jetzt hier raus und geben dir eine letzte Chance ... nutze sie weise und steig auf ... ich glaube, die Miko bevorzugt Raikou ..." Buddha sagte immer, dass das Leid nicht erschaffen wurde, sondern unausweichlich zum Leben dazugehörte. Leben war Leid. Aber ich verkniff mir diese besserwisserische Bemerkung und war froh, den Keller endlich verlassen zu dürfen. Und ich musste zugeben, auch nur kurz auf dem Rücken eines solch galanten Mythenwesens zu reiten, war ein unbeschreibliches Gefühl! Von all der Feindseligkeit nichts mehr zu sehen!
      Oben im nächtlichen Pavillonerdgeschoss angekommen, war auch Zeit für Yukisango, wieder zu gehen: "Ich glaube an dich. Behalte unsere Worte in Erinnerung, Touka, denn sie sind das Beste für dich. Mache nicht den Fehler, dass du arrogant wirst und uns die nötige Urteilskraft absprichst. Ich bin stolz auf dich, mein Mädchen, vergesse das nicht ..."
      "Yukisango ...", seufzte ich mit feuchten Augen, kam jedoch nicht dazu, mehr als dieses eine Wort zu sagen. Shion hingegen warf sich die Go-Hei locker über die Schultern und marschierte bereits aus dem buddhistischen Heiligtum heraus, als ich sie kurz nochmal anhielt.
      "Shion ... darf ich dich und deinen Priester auch weiterhin um Rat fragen, wenn ich das Bedürfnis dazu habe?"
      "Meinetwegen", knirschte die Miko mürrisch: "Auch wenn ich dir bereits gesagt habe, dass wir auf dieser Stufe kaum etwas tun können. Aber wenn du dich besser fühlst, komm' ruhig vorbei." Wenigstens am Ende lächelte sie mich einmal ehrlich an.

      Und du, Tokunara? Lächelst du auch?
      Wer war denn nur das Monster? Die Gesellschaft? Tokunara? Ihr Schöpfer? Oder etwa ich?

      [ame='https://www.youtube.com/watch?v=qrNsOTCKzVk']Monster[/ame]

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • Ich hoffe, du machst nie wieder so einen schlimmen Beschreibungsfehler. :oldno:

      So und nun auf zum Text x3

      "Touka, wir sind hier im geheimen unteren Stockwerk von Kinkaku-ji, dem goldenen Pavillon, dort, wo Entei, Suicune und ich lange verborgen vor den Menschen geschlafen hatte
      Im nachfolgenden Absatz hast du einfach das Gebäude aus Teak City super gut beschrieben. Mit wenigen Worten die Atmosphäre der alten Spiele eingefangen, so wie man sie damals erlebt hat. x3
      Ich habe übrigens Schweinemädchen statt Schreinmädchen gelesen. :shy:
      Sie besaß ein kreidebleiches Gesicht und keine Füße, so, wie es die Mythen stets berichteten.
      Das wusste ich aus Barfuß durch Hiroshima :run2:

      Ich jedoch wollte keinesfalls akzeptieren, dass der Mensch Narrenfreiheit genoss, mich hämisch zu demütigen
      Diese Zwickmühle... Einerseits muss man sich wehren, andererseits wird dadurch der Dämon bloß noch stärker. :(
      ... so wie früher, als Selbstvertrauen mein zweiter Vorname war!
      Dieser Sarkasmus :tlmao:
      Weißt du, zuwas die Dämonen von 2003 im Stande waren?
      Was denn für Dämonen? :O.O:
      "Aber Tokunara, würden wir uns dann nicht zum Gott aufschwingen? Und ... und ... äh ... was ist überhaupt dein Ziel?"
      ... Redete ich mit mir selbst oder mit der Dämonin? Ich wusste es selbst nicht mehr, Fakt jedoch war, dass ich diese Worte unbedacht und unbewusst vor den sechs auf mir haftenden Augen aussprach.
      Voll das Gollummädel, Junge! xD
      Gengar? Echnatoll? Hundemon?
      Was ist Suicune denn für ein Lappen, dass ihm als erstes solche 08/15 Pokemon einfallen. Die große Verschwörung der Hundemon, ist klar. :kl:
      Aber schon creepy die Vorstellung, dass die Eltern irgendwie von Dämonen infiziert wurden. Dass die soweit gehen, hätte ich nicht gedacht.
      Buddha sagte immer, dass das Leid nicht erschaffen wurde, sondern unausweichlich zum Leben dazugehörte. Leben war Leid.
      Ok, den Sinn dahinter verstehe ich nicht ganz. Klingt eher wie eine Ausrede. :ups:
      Na ja, weiter im Text.
      Und ich musste zugeben, auch nur kurz auf dem Rücken eines solch galanten Mythenwesens zu reiten, war ein unbeschreibliches Gefühl!
      Großes Killerkätzchen :w:

      Wer war denn nur das Monster? Die Gesellschaft? Tokunara? Ihr Schöpfer? Oder etwa ich?
      Der heilige Gral, ganz klar. Der ist die Lösung. #IndianerJones #GalileoMystery :gogii:

      Wieder eine sehr spannendes Kapitel mit Touka, danke schön Meow :D
      so, dann noch ein random Video:
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    • Hi Dargyleinchen;v;, danke für deinen Kommentar! Die Dömonen von 2003 sind die Sachen aus Elfen Lied, die in mehreren Kapiteln mit den gehörnten Mädchen erklärt wurden. Die hat Tausende Leute umgebracht und wurde immer stärker. :o

      An Halloween habe ich euch etwas Gruseliges mitgebracht und mich zugegebenermaßen auch etwas von "Catherine" inspirieren lassen. Langsam gehts aufs große Finale zu, Leute! °:°




      Kapitel XLIII: Tasukete!



      Dort, wo die langen, orangenen Lampions an den Pforten hingen, verschanzte sich in einem dunkelbraunen, traditionellen zweistöckigen Machiya mit Holzgittern vor den Fenstern eine typisch japanische Kneipe, nämlich eine Izakaya. Die Izakaya "Abareru Yagi", die "Randalierende Ziege", lag nicht im belebten Herzen der Stadt, sondern etwas in der Nähe der Peripherie, doch sobald man das Portal durchschritt, erlebte man nicht gerade den Ort der Stille, was aber nicht gerade an der Musik lag. Zwar zählte die Abareru Yagi trotz ihrer traditionellen Einrichtung, die ganz in die typischen Farben Holzbraun, Schwarz und Gold gehalten war, zu den wenigen nicht-westlichen Kneipen, die Musik spielten, aber das laute Lachen der zahlreichen Gäste schallte über allem anderem. Die englischen Pubs, die es in Großstädten ebenfalls zuhauf gab, brachten Darts, Pool und Smoothjazz mit, doch die Izakayas verblieben bei bestenfalls traditionell japanischer Musik, falls sie denn überhaupt welche spielten. Trotzdem hatte sich die Speisekarte bei den Getränken hier ausnahmsweise auch westlichem Alkohol angenommen, den man neben Sake, Shochu und Umeshu bestellen konnte.
      "Hey, du! Eiko! Was ist los, trinkst du nix?", blökte Satori mit ihrer direkten und manchmal zu aufdringlichen Art wie ein randalierendes Chevrumm in unsere gepflegte Unterhaltung, die bei acht Leuten am Tisch bereits eine Kunst für sich war: "Dein Typ hat Whisky bestellt, ich Sake, der Sensei auch, Urara Umeshu und die drei Kleinen ... äh ... irgendwas halt ..." Woah, wie ich es hasste, wenn sie mich als die "Kleine" abstempelte, nur weil ich meinen 20. Geburtstag noch nicht gefeiert hatte und somit auch keinen Alkohol zu mir nehmen durfte! Raazu war gleich alt und Fukumomo sogar jünger, insofern galt für die beiden das Gleiche. Mein Kalligraphie-Lehrer Meister Mitsunari Kanda war momentan die älteste anwesende Person am Tisch.

      [ame]https://www.youtube.com/watch?v=1vqCbb-xr6w[/ame]

      Man konnte sehen, dass Eiko, die sich lediglich ein Glas Sprudel bestellt hatte, etwas neidisch auf die anderen Getränke schielte, doch mit zusammengefalteten Händen war sie bereit, Satori ihre Erklärung zu geben: "Für die nächsten paar Monate wird das nicht gehen, befürchte ich." Motohiro und Eiko erwarteten also Nachwuchs! Verheiratet waren die beiden allerdings noch nicht, ob dort auch schon etwas geplant war? Aber vermutlich war es besser, dass diese Informationen erstmal weiter hinter Verschluss blieben, bevor es die Klatschbase der Okiya in ganz Kansai verbreiten würde. Satori hatte ihren Charakter insbesondere mir gegenüber erheblich gebessert, was einige ihre zahlreichen Schwächen trotz dessen nicht einstampfen konnte. Begleitet von den sanften Klängen von Koto-Musik ging es hier richtig harmonisch vor, wohlgemerkt auch, weil allerlei Vorkehrungen getroffen wurden, um Raazu zufrieden zu stellen. Eiko scheute sich nicht davor, den Master ihrer Stammkneipe, also dem schnurrbärtigen Barkeeper mit den silbernen Haaren, in Japan respektvoll stets als "Master" adressiert, darum zu bitten, eine Flasche von Raazus Lieblingswasser zu besorgen, Aino-Izumi-Wasser. Lachen, Musik, Lachen, Musik, Smalltalk, Witze, Lachen. Eigentlich war die Grundlage für einen richtig schönen, geselligen Abend geschaffen worden, den selbst ich, die schüchterne Touka, unbeschwert genießen konnte.
      Doch dann erschien dieses ... Geschöpf: "Greetings, ach ... ha! Hier! Du bist doch die ... Dings! Shouka! Meine gute Freundin Min hat mir erzählt, dass sie dich persönlich kennt! Da wollte ich natürlich keine Chance ungenutzt lassen, um dich auch mal kennen zu lernen, wenn ich dann mal in Kyoto bin! Ist ja ein Stück vom Lande hierhin ..."
      "Oh, eine Imo! Hahaha, Bauerntölpelkind, wir sind hier am Essen!", echauffierte sich Satori über eine Frau gegen Ende der Zwanziger, die sich offenbar wie ein Vocaloid angezogen hatte, mit einem langen, schwarzen Pferdeschwanz an der Seite und einigen goldenen Strähnen sowie einer Art leicht futuristisch wirkenden Schuluniform in Schwarz, Asphaltgrau und Gold. Ihr herausragendste Merkmal war jedoch der Vulnonaschweif, der aus dem kurzen Faltenrock herausbaumelte. Moment ... täuschten mich da meine Augen oder hatte dieser sich selbstständig BEWEGT? Ach Touka, du warst sicher nur schon müde ... um 21:48 ... trotzdem. Die Bewegung ihres Rumpfes hatte das Wackeln verursacht, mehr nicht, der Schweif war lediglich ein Sklave der Physik.
      Aber auch die Fremde hatte genug Selbstbewusstsein mitgebracht, um der großmäuligen Satori die Stirn zu bieten: "Puah! Meine Herren, die Gute da ist ja gastfreundlich wie ein Taliban! Haha! Bombenstimmung hier! Hey Touka, dir ist der Ruhm aber noch nicht so zu Kopf gestiegen, dass du deinen treuen Fans Autogramme verweigerst, oder?" I-ich? Ruhm? Also das stimmte überhaupt kein bisschen! Bereitwillig nahm ich also ihren Stift entgegen und signierte einen großen Maiohgi-Fächer, wie ihn Geikos zum Tanzen benutzten. Dass mich jemand mal nach einem Autogramm fragen würde ... ich war durchaus geschmeichelt, nur der Zeitpunkt war eben etwas ungünstig, immerhin befand ich mich nicht nur im privaten Kreis, sondern mir klappten auch bald die Augen zu.
      FYUU!
      Was ... was war das denn? Für ein paar Sekunden waren alle Lichter ausgegangen, wie in einem Geisterfilm! Vielleicht gab es nur kurz ein Problem mit der Sicherung ... nichts, worum man sich Sorgen machen müsste.
      "Touka-nee-san, die Frau dort drüben hatte eben rote Augen bekommen ... als der Strom weg war!", flüsterte mir meine "Schülerin" Fukumomo besorgt ins Ohr. Sie presste ihren kleinen Kopf ganz eng an meine Schultern, sodass ich fast schon hätte befürchten müssen, dass sie mir wie ein Vampir in den Hals oder noch viel schlimmer, wie Oliver Kahn ins Ohr beißen würde, doch dem war zum Glück nicht so. Ich hatte ehrlich gesagt nicht aufgepasst und weiterhin geradeaus geschaut, sodass ich mehr als schwarze Kopfsilhouetten und die Umrisse der Hauptbar nicht erkennen konnte.
      Ich kam meiner Pflicht als Mentorin nach und beruhigte die junge Maiko mit einem sanftmütigen Lächeln: "Ach was, nur Dämonen haben rote Augen! Ich habe noch nie einen Mensch mit roten Augen gesehen!"
      Da fiel Motohiro der Kiefer auf den Tisch: "Ach wirklich? Tokunara, schon mal von ihr gehört? Sie hat rote Augen und die meisten von uns hatten bereits das Vergnügen, sie kennen zu lernen. Ich weiß, nichtsdestoweniger ist sie eine Dämonin. Nebenbei, die roten Augen habe ich eben auch gesehen."
      "Jaa, ist ja auch kein Wunder ...", gab die Neue mit nun völlig geweiteten, dunkelbraunen Augen zu: "Ist ja auch ein ... hier ... Spezialeffekt! In Ise gibt es einen Optiker, der Kontaktlinsen einbauen kann, die nachts leuchten! Das ist der Michael Bay unter den Optikern! Und wer ein Leben voller Spektakel und kein langweiliges Spießerleben will, der ... äh ... muss eben die Michael Bays in seinem Land finden, na? Ich heiße übrigens Rin. War nett, euch kennengelernt zu haben, ich muss wieder los!"
      Rin. Es gab viele ähnlich klingende Namen dieser Sorte: Rin, Rina, Lynn, Ren, Rena, Ran, Ron ... Ran. Wo sie wohl steckte?
      "Hey, ich habe überhaupt nichts getrunken und fühle mich trotzdem so erschöpft wie ein aufgeschlitzter Sack Reis ...", jammerte Eiko, die ihren Kopf auf die Schulter ihres Freundes legte, der allerdings auch nicht mehr wirklich fit wirkte. Offenbar war es für uns alle ein langer Tag gewesen, weshalb sich unser Treffen nach Rins Verabschiedung wohl auch dem Ende zuneigen sollte.

      00:14 ... und ich starrte immer noch die Wand an, auf meinem weichen Futon liegend. Fukumomo war bereits tief im Schlummer versunken, doch in meinem Kopf kreisten einfach so viele Gedanken. Ich wollte schlafen, hatte meine süße Fluffy sogar auf meinem Bauch liegen, doch jetzt, doch irgendwie ... ach Touka, hör doch auf zu grübeln ... 00:15 ...


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      Kennt ihr diese Trichter aus Plastikgittern, die am Boden einen Auslöser für einen Ball besaßen, der hochgeschleudert wurde und dann mit dem Trichter gefangen werden musste? Solch ein Gebäude befand sich vor meinen Füßen. Dies war der Aussichtsleuchtturm von Enoshima, einer Insel vor der Mini-Großstadt Kamakura in der Kanto-Region. Es war nachts und sein Gerüst war violett illuminiert, ein wunderschöner Anblick. Doch das merkwürdige war, dass ich in meinen Holzsandalen in kaltem Wasser stand. Schwarz gefärbt von der Dunkelheit, gluckerte es nicht gerade leise und machte den Eindruck, als ob es ... nein ... es stieg tatsächlich an!
      "TOOOOOOUKA! Schwesterchen! Hilf mir, schnell!"
      Das war Kyoko ... sie schien sich auf der Turmspitze zu befinden, doch ich wusste nicht genau, was los war. Mit Mühe erkannte ich mein Äußeres in dem nun bis an die Knie reichenden Wasser. Dort, wo ich einst Hörner besaß, fand ich rote, kleine Fuchsöhrchen eines Vulpix und mein schwarzer Dämonenschweif war durch gleich sechs rote Puschel ersetzt, genau wie bei Vulpix! Es half nichts, ich würde die Stufen des Leuchtturmes erklimmen müssen! Doch gerade dies stellte sich mit den Geta, mit denen ich in jeder Gitterstufe hängen blieb, als fürchterliches Problem heraus. Also weg mit den Schuhen, ab ins Wasser! Der Tidenhub folgte mir auf Schritt und Tritt und das Hinaufsteigen des Turmes war barfuß alles Andere als angenehm, doch wieder hörte ich Kyokos Schrei, nun deutlich schmerz- und angsterfüllter.
      "TOOOOOOOOOUKAAAAA-HAAA! TASUKETE! HILF MIR!"
      Na wartet! Doch die weiteren Etagen legten mir immer mehr Steine in den Weg, seien es riesige Kisten, die den Weg blockierten oder Spikes, die unter den Stufen befestigt waren. Je höher es ging, desto mehr musste ich aufpassen. Als die Stufen dann komplett von irgendwelchen sperrigen Utensilien blockiert waren, musste ich die niedrigsten von ihnen erklimmen und mich über das Hindernis hieven - was für eine Arbeit! Außerdem rannte mir die Zeit davon. Es ging nicht nur darum, schnellstmöglich oben zu sein, um Kyoko zu helfen, sondern auch vor den schwarzen Fluten zu flüchten, die immer bedrohlichere und unnatürliche Ausmaße annahmen! Das musste doch ein Albtraum sein, nie im Leben würde das Meer den Turm meterhoch verschlingen! Doch ich kletterte weiter, denn die Angst vor dem Ertrinken war eindeutig größer als die Vernunft. Meine sechs fluffigen Schweifchen wackelten taktvoll hin und her, lediglich ich in meinem weinroten Pyjama und sonst ... sonst gab es ... andere Vulpix! Andere Vulpix, fast menschengroß und auf den Hinterläufen rennend, erkletterten den Turm ebenfalls! Einige jedoch verschnauften bereits auf den Holzkisten, den Regalen und den Steinböcken und blickten angsterfüllt nach unten in das dunkle und kühle Nass. Als ich einen weiteren Checkpoint erreichte, stellte sich mir einer dieser Füchse plötzlich entgegen und fasste mich an den Schultern an ... ich war doch bereits oben ... er musste mich gar nicht hochziehen ... doch dann erkannte ich seine Intention ... diese Schlange!
      Gerade, als das Vulpix mich hinunterschubsen wollte, entriss ich mich seinem Griff und stellte den Fiesling zur Rede: "Hey, was sollte DAS denn bitte?"
      "Oh, kleines Vulpix ... wir alle müssen vor den Fluten fliehen, um sicher oben anzukommen. Die Sintflut der Säuberung erreicht alle Etagen bis auf die Turmspitze. Jeder Konkurrent hier hindert das Individuum daran, weiterleben zu können", säuselte mich eine helle, leicht quietschige Jungenstimme an.
      "Also ... eigentlich bin ich ein Mensch und du ein Fuchs ... aber ... äh ... es ist nicht in Ordnung, was du machst! Wieso versuchen wir nicht alle zusammen, die Spitze zu erreichen?", knurrte ich verärgert und vergaß, dass ich merkwürdigerweise Fuchsmerkmale besaß.
      PLATSCH!
      Eine Etage über mir hatte sich ein Vulpix vergriffen und war in die Untiefen des Meeres gestürzt. Dort, wo sein Körper einschlug, quollen nicht gerade lange Luftblasen auf ... es war tot!
      Mein anderer Widersacher jedoch bestand auf etwas ganz Anderes: "Was soll das heißen, Füchsin! ICH bin hier der Mensch, du bloß ein Tier! Und ... es gibt nicht genug Platz für alle! Jeder muss allein auf sich schauen!"
      "Du widerst mich an, du 'MENSCH'! Warum seid ihr denn alle so egoistisch?", brüllte ich wütend und war bereit, die nächste Etage hinaufzusteigen, doch ... ein anderes Vulpix, bewaffnet mit einem Tanzfächer, hopste in die entgegengesetzte Richtung ... warum bloß?
      Na klar! Es hatte es auf mich abgesehen! Nicht nur, dass es einen Geiko-Fächer besaß, sondern diese Füchsin besaß auch eine Frisur wie eine Geiko, nur eben in dem Rostrot, in dem Vulpix' Fell gefärbt war. Das war ziemlich unheimlich, da dies eine Person in meinem unmittelbaren Umfeld hätte sein können, doch was mir noch mehr Angst bereitete, war der ... Fächer.
      Mit Stahlspitzen.
      Blutverschmiert.
      Das Blut von anderen Vulpix, aufgeschlitzt und ihre Leichen ins Wasser geworfen.
      WHAT
      THE
      F***!!!
      Und es rannte auf mich zu, bereit, mein Leben auszuhauchen, bevor ich Kyoko überhaupt ret- ... raaaah!
      RATSCH!

      "KYAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAH!"
      Ich schnaufte wie ein Radfahrer nach einer Bergetappe. Als erstes betastete ich mich mit meinen Händen, pitschnass geschwitztes Gesicht, pitschnass geschwitzter Körper, aber meine üblichen Hörner und der Schweif waren wieder da. Ein Albtraum ... aber was für einer. Nachdem ich kontrolliert hatte, ob ich nicht doch ein Körperteil durch den tödlichen Eisenfächer verloren hatte, stützte ich meinen pochenden Kopf mit meiner Hand ... wow ... von diesem Schrei ... hatte ich mir da gerade selbst Kopfschmerzen zugefügt? Ich wäre sicher ein begabtes Enton geworden. Mein angsterfüllter Blick glitt hinüber zu Fukumomo, die sich aufrecht auf ihrem Futon an der rechten Seite des Zimmers positioniert hatte. Sie blickte ebenso geschockt drein wie ich, während sich meine treue, kleine Fluffy tröstend an mich schmiegte.
      "Fluffy ... ach Buddha sei Dank war das alles nur ein Traum, meine Süße! Ich hatte solche Angst gehabt ..." flüsterte ich zu meiner Chinchilla-Lady, die ich sanft umarmte, bevor ich mich an Fukumomo wand: "Hey, hattest du auch so einen gruseligen Albtraum gehabt, Momo?"
      "M-m-m- ... mit Türmen? Uuuuh ... Ich glaube, es ging um Türme ... aber ich bin mir nicht sicher, vor zehn Minuten, als ich erwacht war, wusste ich es noch", antwortete sie schüchtern und leicht verängstigt, doch wer konnte es ihr übel nehmen, wenn sie auch nur einen halb so schrecklichen Traum erlebt hätte wie ich! Das war schrecklich ... vielleicht sollte ich später mit Inari darüber sprechen, aber erst einmal nahm ich das am ganzen Leibe zitternde Mädchen in meinen Arm. 6:26 ... vielleicht blieb ja noch etwas Zeit, um Schlaf zu finden, denn erholsam war diese Nacht nicht gerade.

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    • Dieses mal also eine Anspiellung zu dem Sui Lets Play? :grin:
      Das muss dir echt gut gefallen haben, wenn du da lauter Vulpix rumkrabbeln lässt. Ich weiß jetzt nur nicht, ob das einfach nur eine Anspielung sein sollte oder tatsächlich was mit der Geschichte zu tun hat :shy:

      Ich finde es immer noch krass, wie beliebt einfach mal der Champ in deiner Geschichte ist. In den Spielen beachtet dich ja kaum einer :rofl:

      Und wieder mal ein tolles Kapitel von dir und ein kleines Kommentar von mir :sd:

    • Kapitel XLIV: Sensou




      "Oh mann, mir brummt der Schädel immer noch ... hey, ihr beiden Mädels, habt ihr wenigstens gut geschlafen?", raunte eine nicht besonders ausgeschlafen scheinende Urara, als sie Fukumomo und mir, die als Letzte das Esszimmer betraten, eine Schale Reis mit Algensalat und eine Tasse grünen Tee zum Frühstück servierte. Normalerweise gab es früher für diese Handlungen Bedienstete, als dass sich die Chefin selbst um diese einfachen Arbeiten kümmerte, doch dass wir finanziell nicht auf Rosen gebettet waren, dürfte kein Geheimnis sein.
      Auch Satori hatte uns bemerkt und machte ebenfalls einen relativ müden Eindruck: "Ich kann mich nicht genau erinnern, aber ich hatte einen schlechten Traum, in dem ich sehr egoistisch agiert hatte. Es war schon etwas gruselig ..."
      "Egoistische Handlungen deinerseits dürften dich wohl kaum erschüttern, Satori!", entgegnete ich etwas frech und nahm Platz: "Aber ihr alle, die gestern in der Izakaya wart, habt solche furchtbaren Albträume gehabt? Also ich sah Menschen, die sich in Vulpix verwandelt hatten. Es ging um irgendeinen Turm, den ich schnell erklettern musste, und ... und ... ähm ..." Das war alles. Ich hatte vergessen, was in mir in dem Nachtmahr widerfahren war! Den Anderen schien es nicht anders gehen, aber mich beunruhigte dieses Geschehnis dennoch. Es wäre wohl interessant zu erfahren, ob auch die anderen Gäste mit diesen merkwürdigen Träumen konfrontiert wurden, doch Eiko und Motohiro schienen mir nicht auf dem Smartphone nicht zu antworten. Wenigstens hatte sich Kyoko bereit erklärt, sich mit mir am Himukai Daijingu-Schrein in Kyotos Osten zu treffen. Ich verabschiedete mich von den anderen Geikos und machte mich mit Inari und Fluffy im Schlepptau auf den Weg. Wie in den alten Zeiten würde ich mich neben meine kleine Schwester setzen und mit ihr eine Runde Gameboy oder Karten spielen. Früher, als Videospiele vielleicht noch nicht so beliebt bei uns waren, wie es nun der Fall war, wenn ich denn mal Zeit zum Zocken hatte. Ich seufzte. Was war das bitte für ein Traum?"

      Inari runzelte misstrauisch die Stirn: "Wie du kannst dich kaum noch an etwas erinnern ... ich meine, das ist nichts ungewöhnlich, aber wenn es bei jedem anderen so ist ... da denke ich schon, dass ein Pokémon etwas damit zu tun haben könnte. Traumato frisst Träume nur, erschafft allerdings keine. Wir Vulnona können dies rein theoretisch, um Menschen in ihren Entscheidungen zu beeinflussen, aber ich bin unschuldig!"
      "Ist ja gut, das glaube ich dir ... hey, warte, Eiko hat zurückgeschrieben. Sie berichtete ebenfalls davon, dass sie sehr schlecht geschlafen hat, sich aber an nichts mehr erinnern kann ... und Motohiro geht es genauso! Ob diese verrückte Rin auch Albträume bekommen hat?", entgegnete ich, die Augen eher auf die Technik als auf meinen tierischen Gesprächspartner konzentriert. Fluffy saß auf meiner Schulter und fraß einige Nüsschen, während ich insgeheim hoffte, dass die Splitter nicht in meinen Haaren hängen bleiben würden.
      "Rin ...", brummte der weiße Fuchsrüde nachdenklich: "Bei diesem Namen frage ich mich übrigens, was unsere gute Freundin Ran momentan so im Schilde führt."
      "Ach nichts! Sie war einfach nur sauer! Was ... was soll sie schon tun?", fragte ich mich mit leicht gerundetem Mund und schief gelegten Kopf. Das sah sicher sehr süß aus, aber es erzielte offenbar keine Wirkung bei einem Pokémon.
      Inari begann die Zornesröte ins flauschige Gesicht zu steigen: "Was sie schon tun soll? Ja, keine Ahnung, was eine Todesgöttin in ihrer Freizeit so macht, vielleicht TÖTEN! Herr Gott Touka, deine Intelligenz ist so konstant wie die Leistung von JEF United Chiba! Von absoluter Genialität bis zur intellektuellen Totalkatastrophe ist wirklich alles vertreten!"
      "Die magst du nicht so, oder?", grummelte ich beleidigt. Mich hatte die Aussage ziemlich getroffen, wo ich mich doch wirklich nicht als dumm bezeichnen würde. Bedrückt blickte ich auf den Boden, wo meine schwarzen Sneakers Sand aufwirbelten. Auch das waren Geishas im Jahre 2014. Ganz normale Mädchen mit ganz normalen Problemen.
      Inari bleckte die Zähne und begann, in Richtung des Zielorts zu sprinten, der sich durch seine alten Strohdächer auf den zierlichen Holzschreinwänden ankündigte: "Die besitzen einen Hund als Maskottchen. Füchse mögen keine Hunde ..." Der kleine, aber urige Schrein zeichnete sich durch eine altertümliche Architektur aus, die man auch an Japans größten Heiligtum, den Schreinen von Ise für die Sonnengöttin Amaterasu und andere hohe Kami, entdecken konnte.
      Wieder warf ich einen Blick auf das Smartphone ... Raazu hatte geschrieben: "Du hast doch mal von so einem irren Kriegsfanatiker namens Ishida erzählt, der jetzt im Knast ist. Er ist verstorben, Selbstmord durch Gift." Regungslos nahm ich diese Nachricht zur Kenntnis. Ich hatte den Mann, der solche schrecklichen Dinge mit mir vorhatte, bereits größtenteils aus meinen Erinnerungen verbannt. Als ich Kyoko sah, steckte ich das handliche Stück Technik aber schnell weg!
      Nach einer überschwänglichen Begrüßung erwischte mich mein kleines Schwesterchen allerdings komplett auf dem falschen Fuß: "Touka ... äh ... kannst du mir Tipps für eine Beziehung geben?"
      "Was für eine Beziehung?"
      "Meine ... Beziehung. Naja, hihi ... also seit ..."
      "Duuuuuu?"
      "Jaaaaa, ich. Was ist? Bist du Papa II? Der mir sagt, dass Brosuke kein Umgang für mich ist?"
      "Brosuke", hauchte ich leicht verstört: "Yosuke heißt der eigentlich, oder?"
      "Jaaa ...", antwortete Kyoko verlegen und errötete: "Bitte gib mir Tipps." Wieso ... wieso fragte sie mich das? Es gab sicher die ein oder anderen Jungen, die sich für mich interessiert hatten, was ich aber übersah und dann gab es die, die mir gefielen ... und ... ich war Touka. Mumm wie ein Chaneira, immer Augen zu und weglaufen, übertrieben dargestellt. Panisch blinzelte ich zur Seite und vermied direkten Augenkontakt. Klar, sie fragte mich, weil ich ihre große Schwester war, aber ich konnte ihr da nicht helfen. Mir war das sehr unangenehm.

      In einer ziemlich symmetrisch-rechteckigen Höhleneinbuchtung konnten wir einen kleinen Shinto-Altar mit den weißen, zickzackförmigen Papier-Gohei finden, vor die kleine Gaben in die weißen Porzellanschälchen gelegt waren. Dabei fragte ich mich, was passierte, wenn niemand die Gaben finden und sie verschimmeln würde. Fraßen sie die Pokémon als natürliche Elemente der Götterwelt?
      "Hier, Kyoko, den schenke ich dir!", rief ich, als ich meiner Schwester einen Drachenzahn als Andenken für meine Reise in den Bergen erworben hatte. Ich hatte für ihn momentan keine Verwendung und seitdem ich Champ geworden war, hatte ich meiner Familie traurigerweise noch keine O-Miyage, also Andenken besorgt. Andenken an meine Reise, Andenken an mich.
      Mein Schwesterherz fiel mir hier quiekend um den Hals und freute sich unheimlich über ihr elfenbeinfarbenes Geschenk: "Yaaay! Der ist so cool! Danke!"
      "Ähm ... und diesem ... Brosuke ... macht es nichts aus, sich mit der Schwester des Monsters zu treffen?", fragte ich vorsichtig nach.
      Kyoko dachte für ein paar Sekunden nach, um mir dann einen etwas wehleidigen Blick zuzuwerfen: "Nein, hör mal, du ... du bist mittlerweile nicht mehr das Monster. Sondern das Monster das Champ geworden ist. Yosuke-kun macht das nichts, aber sein älterer Bruder Mamoru ist ein ziemliches Ars*hloch! Er zieht mich immer auf! Ich hasse ihn! Aber ... aber hey, bitte ... töte ihn nicht. Okay?" Monster ... das Champ wurde ... sofort durchstöberte ich das Internet nach ähnlich klingenden Schlagzeilen und stellte fest, dass nicht nur billig recherchierende Boulevardblätter á la "Fascho-Fukano frisst Friedensaktivist", sondern auch eigentlich ernst zunehmende Medien Panik schoben: "Das Bestienmädchen aus Gion - das wahre Leben der Touka Fujiwara".

      "Von außen sieht sie wie die typische [I]Yamato Nadeshiko aus. Lange, schwarze Haare, zierliche Figur, höflich, vornehm blasse Haut, ein kleiner Mund mit einem soliden Geschmack für Mode. Doch hinter ihrer Fassade verbirgt sich angeblich das Grauen. Ihre Geiko-Kollegin Toyomatsu bezeichnete sie als 'merkwürdiges, eigenbrötlerisches Mädchen', doch außerhalb ihrer eigenen, kleinen Welt in Gion genießt das Mädchen mit dem markanten schwarzen Schweif und den Kalbshörnern keinen guten Ruf. 'Sie hat nie den Mund aufbekommen, doch wenn man ihre Hörner anfassen wollte, ist sie durch gedreht! Voll bekloppt!', berichtet Yasuo Kaneshiro, 18, ehemaliger Klassenkamerad in der Mittelschule. Ein weiteres Mädchen, Hinata Komeiji, fürchtete: 'Immer, wenn sie einen Zirkel in der Hand hatte, hatte ich Angst, dass sie mich abstechen könnte, weil sie die Witze über ihre Hörner nie mit Humor nehmen konnte'"[/I]

      Am liebsten hätte ich das Ding in den Brunnen mit reinem Wasser geworfen oder auf dem Boden zertrümmert, doch meine Vernunft hielt mich von einer spontanen Kurzschlussreaktion ab. Mein wütender Schweif wirbelte mehr Sand auf als ein wildes Despotar.
      "Das ist nur eine Zeitung! Also vielleicht zwei. Oder drei. Aber mehr nicht! Und eins oder drei, das ist doch egal!", versuchte Kyoko, mich vergeblich zu beruhigen. Nun, wo ich durch den Triumph gegen den Drachenmeister unweigerlich in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt war, durfte sich die ganze Welt über mich mokieren. Den Artikel, den ich soeben gelesen hatte, war übrigens in Englisch geschrieben, für die internationale Ausgabe. So viel dazu. Jeder wollte wissen, wer dieses verschlossene Mädchen war und nun, wo sie sich profilieren konnten, sonnte sich jeder in seinen abscheulichen Darstellungen über mich, die er der Presse liefern konnte. Statt mir zu beweisen, wie entschlossen und selbstbewusst ich die Herausforderung Pokémon-Liga angehen konnte, durften Andere der Welt beweisen, wie erbärmlich ich im Vergleich zu ihnen war. Früher hatte ich die Anderen stets für das, was sie hatten, beneidet. Doch nun? Lieber würde ich sterben als so zu sein wie sie.
      "Touka ... ich rieche Schweiß ... Menschen und Pokémon nähern sich und das nicht gerade mit guten Absichten, wenn ich raten dürfte", meldete sich Inari zu Wort, in dessen weiches Fell sich Fluffy geschmiegt hatte und vor sich hindöste.

      Ein merkwürdiger älterer Mann mit weißem Kittel und einem Walraisa neben ein paar menschlichen Lakaien im Gefolge hatte sich uns genähert. Vom Gefühl her bestätigte ich Inaris Verdacht nur all zu gerne. Dieses typische Glitzern auf der Brille eines wahnwitzigen Forschers, der das Tor zu seiner Seele, den Augen, schloss, zeigte nur, dass er keine Seele besaß. Ich stand auf und betrachtete die Neuankömmlinge kalt, denn die unternahmen sicher keinen Picknickausflug am Schrein.
      "Gestatten, Dr. Kang. Leiter des Instituts für Mutanten in Yokosuka. Zumindest ... jetzt. Nachdem mein Vorgesetzter einen kleinen Unfall erlitten habe. Jedenfalls ist das ein Haftbefehl für dich, kleine Touka Fujiwara. Oder sollte ich dich lieber Tokunara nennen? Ergib dich und folge uns, oder von deiner kleinen Schwester wird nicht mehr viel übrig bleiben", stellte sich der Kerl vor und deutete auf die schwere Ballistik, die sich in den Händen seiner Untertanen befand.
      "O-neesan, ich habe Angst, so große Angst! Ich möchte doch einfach nur in Frieden mein Leben führen, so wie ich mir das erträumt habe!", quiekte Kyoko panisch und klammerte sich von hinten an mich, doch ich stieß sie resolut weg.
      "Geh weg von mir, wenn sie auf mich schießen, wirst DU noch getroffen! Die wollen mich! Inari ... du weißt, was zu tun ist?"
      Der Fuchsrüde hatte verstanden: "Totale Vernichtung? Habe verstanden. Hey, ihr, Wissenschaftsterroristen! Kennt ihr Yussuf Al-Gobbalz? Der bombt euch gleich in die Luft!"
      Inari nahm seine Gegner leider weitaus weniger ernst als ich, während der Typ seinem Walraisa befahl, einen Blizzard auf mich zu hetzen. Die eiskalten Schneekristalle verursachten durch ihre Kälte schnell stechende Schmerzen. Sie hatten mich voll getroffen und in die Attacke eingehüllt! Wenigstens ... wenigstens war Kyoko sicher ...
      Als ich schmerzerfüllt auf die Knie fiel und dann nach vorne mit meinen steif gewordenen Gliedern überkippte, vernahm ich einige Schüsse, die links von mir eingegangen sein mussten, daneben das schrille Gejaule eines getroffenen Tiers. Mein hellblauer, lässiger, leicht stretchiger Jeansminirock war dadurch leider etwas hochgerutscht, aber als ob eine echte Geisha-Dame wie ich so etwas erahnt hätte, trug ich heute eine kurze, schwarze Radlerhose drunter, sodass ich auch in dieser leicht ungelegenen Pose mein Gesicht wahrte und nicht als Eis-Bitch in die Geschichte einging. Das hätten diese Ecchi-Anime gaffenden, perversen Hunde wohl gerne! Eine Geiko war entgegen des Glaubens vieler nicht besonders bewanderter Westler nämlich keine Prostituierte, sondern eine elegante Künstlerin!
      Wieder Schüsse, noch mehr Gejaule, noch lauter ... hatten sie ... Inari ... nein, ihr widerlichen Schweine, ich werde euch auslöschen! Mein ganzer Körper entflammte und spätestens jetzt würde ich mich nicht mehr als Touka bezeichnen. Der Hass auf diese Leute loderte zu stark in mir und das Feuer schmolz den Schnee und die leichte Eiskruste, die sich bereits zu bilden begann.
      "HYAAAAAAAAAAA!"
      Mit aller Gewalt schleuderte ich einen Feuerball auf meine Gegner, traf auch, jedoch nicht die beiden ärgsten Widersacher. Das klägliche Geschrei der Mitarbeiter erfüllte den Nachmittagshimmel, doch dieser Kang verzog keine Miene.
      "Walraisa ... Eiszeit ... Eiseskälte!"
      Als das Walross die eisige Energie auf mich lenkte, spürte ich eine Kälte, die ich noch nie zuvor gespürt hatte. Sie ließ mich in meiner vierbeinigen Position innerhalb eines Augenblicks komplett erstarren, zerstörte die Flammen und das Feuer in mir mit einem Schlag und ich merkte in den letzten Zügen des Bewusstseins, wie sich das Eis um mich materialisierte, bis es einen dicken Eisblock so hart wie Diamant bildete.
      "Inari ... Ran ... Papa ... Eiko ... Motohiro ... Urara ... Satori ... bitte helft mir! Bitte!"

      Ich befand mich in einem Labor, mit gespreizten Beinen und gespreizten Armen x-förmig an eine Art schiefes Glücksrad gekettet. Diese Fesseln waren jedoch magisch, denn durch sie schien spezieller Strom zu fließen, der meine Gliedmaßen komplett betäubte. Ich konnte einfach keine Magie einsetzen, um diesen Laden in Brand zu setzen. Verdammte Sch*iße! Das musste ich auch als Geiko mal sagen ... wobei Geiko ... ich war doch schließlich Tokunara, die Dämonin, zumindest für 99 % der Menschheit. Wenn sie eine Tokunara haben wollten, konnten sie sie haben ... alles würde ich bis auf die Grundfeste niederbrennen ... für das, was sie augenscheinlich Inari angetan hatten ... doch dann erblickte ich in einer Ecke eine Gefängniszelle, in der sich ein niedergeschlagenes Mädchen befand, das mir sehr bekannt war. Es war Kyoko, die mit einem kleinen Ast auf dem kalten, grauen Boden saß, und mit einem Stöckchen auf ihm Kreise zog. Gut. Dann würde ich eben Kyoko retten und dann alles niederbrennen, sobald ich mich hier irgendwie befreien würde. Tokunara erklärt euch Menschen jetzt den Krieg ... den Sensou ...

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    • Kapitel XLV: Bikkuri



      "Kyoko!"
      "O-neesan! Du bist wach! Oh, es ist so schrecklich! Wir müssen Hilfe holen! Und ... und ... deine Augen ... sie sind ganz rot ... nicht das Bindegewebe, sondern wirklich die Iris. Es ist etwas gruselig, aber andererseits sieht es auch cool aus. Hast du einen Plan, wie wir entkommen können?", fragte mich Kyoko, die durch mein Erwachen neue Hoffnung geschöpft hatte.
      Ich blickte mich nach einem Spiegel um, fand allerdings keinen, in dem ich mich hätte betrachten können. Meine strubbeligen Haare, die mir noch in der Stirn klebten, zeugten von geschmolzenem Wasser, wobei jede Faser meiner Kleidung allerdings getrocknet war. Scheinbar hing ich schon länger an dieser Vorrichtung. Die potthässlichen, braun gemusterten Fliesen erweckten eher den Eindruck einer schäbigen Kneipe als einer Forschungseinrichtung, doch die Elektrizität, die meine Körper betäubt hielt, stellte ein wesentlich größeres Problem dar. Solange ich keine Magie bündeln konnte, kam ich nicht hier weg.
      "Wir müssen warten, bis mich jemand untersuchen möchte. Dafür muss er mich wahrscheinlich abschnallen. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht, oder hast du etwa Empfang?", übermittelte ich meiner kleinen Schwester, die ihren Körper gegen die Gitterstäbe drückte. Nun wurde mir klar, was dieser Raum symbolisieren sollte ... eher einer Art Tierheim, in das die Pokémon eingepfercht wurden, die an das Leben in freier Wildbahn nicht gewöhnt waren und keinen Besitzer finden konnten.
      Kyoko hauchte enttäuscht einen Seufzer aus: "Nein, das Handy haben sie mir natürlich abgenommen, ist doch logisch. Amateure waren das nicht. Hey, ich weiß jetzt, was mit den Augen los ist ... solche roten Augen hattest du schon mal, als du diesen Anzugtypen umgebracht hast."
      "DAS WAR ICH?!"
      "Jaaaa, ich d-d-d-dachte, das wüsstest du? Also dieser Dämon in dir drin, der war das!", versuchte mich mein kleines Schwesterlein zu beruhigen. Doch irgendetwas stimmte nicht. Damals war ich offensichtlich wirklich von Tokunara übernommen worden und konnte mich an nichts erinnern, was geschah, doch hier und heute war ich Touka und ich hatte sämtliche Geschehnisse vor Augen. Noch nie hatte ich eine solche Kälte verspürt ... ohne die Feuerkraft der Dämonin hätte ich auch mit Sicherheit nicht überlebt. Wenn ich jetzt rote Augen hatte ... war ich Tokunara und ich selbst gleichzeitig? Das meinte sie also damit, uns zu vereinigen. Mit einem tiefen Schnaufen atmete ich aus und schloss die Augen, um vielleicht durch etwas Konzentration die zündende Idee zu erhalten.
      Klack.
      Nicht, dass ich die Erleuchtung erlangt hätte, nein, aber das Schloss in unseren Raum wurde entriegelt. Neben diesem Kang hatten sich zwei hochgewachsene, junge Menschen versammelt, ein Mann und eine Frau, während sich von hinten noch ein Kerl etwa in meinem Alter durchzwängte.
      "Ma-mamoru! Du hier? Ich verstehe das nicht!", erschrak Kyoko, die diesen Typen offenbar gut zu kennen schien. Richtig, das Ar*chloch, dass sich der Bruder ihres Freundes schimpfte, den ich unter keinen Umständen töten sollte.
      Kangs näselnde Stimme verkündete nun die Neuigkeit des Tages: "Unser guter Mamoru hier, hat sich dazu bereit erklärt, Informationen über den Tagesablauf seines Bruders und seiner neuen Flamme einzuholen, ist das nicht toll? Als Dank erhält er eine Arbeitsstelle in unserem Institut, ohne auch nur ein Jahr auf der Universität verbracht zu haben."
      Kyoko war außer sich vor Wut: "Du elender Mistkerl!"
      "Das ist sehr nett, dass ihr uns das alles erzählt. Keine Sorge, Alterchen, ich werde der Polizei kein Wort verraten, deine geheimen Bösewichtspläne sind bei mir absolut sicher!", spottete ich und funkelte ihn mit meinen wütenden Augen an. Mir war egal, wie wenig furchterregend das aussah. Aber diese dummen Leute würden es sich zweimal überlegen, sich mit der Familie Fujiwara anzulegen!
      Kang jedoch rieb sich die Hände, als er sich mit seinem neuen Anakin vor mich stellte und seine Bösewichtphrasen herunterleierte: "Ich weiß doch, mein Liebes. Du wirst diesen Ort nicht mehr lebend verlassen, was bedauerlicherweise auch für das hübsche Ding dort hinten gilt. Mamoru, trete ihr in den Bauch. Zehnmal. Sie soll während der Experimente lieber wimmern und heulen statt Sprüche klopfen. Diese Min war da schon anstrengend genug." Das Mädchen mit der großen Klappe und dem großen Pech war ihm wohl auch schon über den Weg gelaufen.
      "Nimm' das, Drecksmonster! Endlich kann man dich quälen, ohne um sein Leben bangen zu müssten!", freute sich Mamoru und teilte nicht nur zehn, sondern gleich zwölf Tritte aus, drei in den Bauch, sechs in die Seiten und nochmal drei gegen die Beine. In punkto physischer Verteidigung hatte ich absolut Nichts entgegenzusetzen und musste die Schmerzen, begleitet von einem höllischen Geschrei, so hinnehmen. Wie gerne wäre ich jetzt aufgesprungen und hätte ihn mir zur Brust genommen, doch so saß ich in der Falle.
      Kang verpasste seinem Schüler einen deftigen Klaps auf den Hinterkopf, unzufrieden mit dessen Hörverständnisfähigkeiten: "Zehn, nicht zwölf, du blöder Idiot! Wenn ich sage 'zehn', dann sind es auch 'zehn'!"
      "Hör zu, Blödmann, mich hatte schon mal so ein wahnsinniger Forscher gefangen genommen. Ich hatt große Schmerzen und Angst, aber dennoch habe ich es hinausgeschafft! Wäre die Polizei nicht rechtzeitig gekommen, hätte ich den am lebendigem Leibe verbrannt!", versuchte ich, meinen Widersachern Angst einzujagen, doch Kang schien sich für eher für meinen Beitrag zur Konversation mit einem Lächeln zu bedanken.
      Er griff zu einem der hölzernen Wandschränkchen und bastelte sich mich dem dort befindlichen Material eine Spritze zusammen, bevor er sich wieder an mich wand: "Solch harsche Worte aus dem lieblichen Munde einer Geisha, nanana ... Ja, Kleines, ich habe schon von dem Vorfall mit Ishida Wind bekommen. Das war ein einsamer Wolf, ein einzelner Spinner. Wir hingegen sind eine ganze Organisation. Da lernt man, zu kalkulieren und zu planen. Dazu gehören auch Verluste und Risiko. Wir sind eng vernetzt mit anderen National Players in der kriminell wissenschaftlichen Szene Japans, so beispielsweise mit Team Rocket oder Team Magma." Kang kam erneut näher und streichelte meine Hörner. Ein schauriges, unangenehmes Gefühl durchfloss mich und hob meinen Ärger auf eine ganz neue Ebene. Es fühlte sich in etwa so an, als ob man die sptze Seite seiner Fingernägel berühren würden, nachdem sie frisch geschnitten waren.
      "Weißt du, vor elf Jahren war ich am Projekt Diclonius beteiligt. Das waren Gehörnte, die in etwa so aussahen wie du, nur ohne Schweif und mit einer außergewöhnlichen Haarfarbe, die sich von Rosa bis Violett erstreckte. Es soll sogar blonde gegeben haben. In der Nähe von Kamakura befand sich eine Einrichtung, in der sie gefangen gehalten, gezüchtet und als Laborratten genutzt wurden. Irgendwo soll es sogar einen unterirdischen Friedhof voller Gerippe geben, doch diesen bekam kaum jemand zu Gesicht, da er angeblich radioaktiv kontaminiert war. Eines dieser Biester hat meine Tochter Azami auf dem Gewissen, die mit dem Institut doch überhaupt nichts zu tun hatte. Eine kleine Gaunerin, aber nichts weiter. Ich will euch fertig machen, das schwöre ich euch. Du bist offenbar die Letzte, die frei herumläuft, wobei die meisten Entflohenen sich wohl durch Mützen oder gefärbte Haare tarnen", erklärte mir der Kim Il-Sung ähnelnde, alte Mann seine Beweggründe für seine Verachtung mir gegenüber. Doch ich trug einen langen Schweif und besaß von klein auf schwarze Haare. Gemeinsam waren uns doch nur die Hörner und offenbar die gefährlichen Kräfte, die tief in uns schlummerten! Ein Anruf ereilte Kang, sodass er mitsamt Belegschaft kurz den Raum verließ.
      Kyoko hatte das Geschehen besorgt beobachtet und erkundigte sich nach meinem Zustand: "Touka ... tat es sehr weh?"
      "Ein großer, kräftiger Jugendlicher tritt zwölf Mal mit all seiner Kraft zu ... ich kann froh sein, dass ich offenbar noch von inneren Blutungen verschont wurde, denn ansonsten tat es ziemlich weh. Ach, Kyoko-chan, vielleicht verleiht mir diese Tokunara sogar eine bessere Abwehr. Was meinst du? Es wäre gar nicht so schlecht, den Dämon zu behalten, bis ich endlich Ruhe habe."
      Der fremde Mann kehrte noch einmal schnell zurück und hämmerte die von Kang präparierte Spritze in meinen Arm. Mein Aufschrei war schrill und schmerzerfüllt, doch nur wenige Zeit später holte mich sanft der Schlaf ein.

      "AAAAAAAAAAAAAAAAAAAARAAAAAAAAAAH! Mein Finger! Kang-hakase! Mein Finger, es schmerzt so sehr!", heulte die Stimme einer Frau auf, die hysterisch ihren blutenden Daumen unter den kühlenden Wasserstrahl eines Silberbeckens hielt. Ich konnte es nicht leiden, wenn sich fremde Leute ungefragt in meiner Mundhöhle zu schaffen machten. Der großen Frau mit der runden Brille und dem braunen Dutt kullerten Impergatorstränen aus den Augen, während der in etwa gleichartige Kerl auf einem Stuhl neben mir mit einem Mundschutz Platz genommen hatte. Sein kurzer Vollbart wucherte ohne Ziel und Richtung, selbst der Hals blieb nicht davon verschont.
      Kang war erbost über das Chaos, das in einem einem Behandlungszimmer ähnelnden, leicht abgedunkelten Raum, ausgebrochen war: "Ja mein Gott, Yoshikawa, dann legen Sie sich einen Verband drum!"
      "Sie sagten, dass die Narkose vier Stunden hält!"
      "Richtig, und ich habe Ihnen gesagt, dass Sie schon nach dreieinhalb fertig sein sollen. Hätten Sie mal bloß meine Anweisungen befolgt!", knurrte der Forscher mürrisch, bevor er sein nun wieder zufrieden strahlendes Gesicht über das meine beugte: "Guten Morgen, Sonnenscheinchen. Haben wir etwa Hunger?"
      "Hunger, Durst, Druck in der Blase. Nur über mangelnden Schlaf kann ich nicht klagen", giftete ich diesen selbstgefälligen Kerl zynisch an.
      Überraschenderweise zeigte Kang sich einverstanden, doch selbstverständlich hatte dies einen Haken: "Gerne lassen wir dich gleich los, aber bedenke: falls du wegläufst oder einem von uns nochmal ein Haar krümmst, wird der Bombensatz, den wir um den Körper deiner kleinen Kyoko geschnallt haben, in die Luft gehen."
      "Das wagt ihr nicht!", fauchte ich wütend.
      "Möchtest du dich selbst davon überzeugen?"
      Ich schwieg und nahm das Angebot, eine Pause zu erhalten, gerne an. So hatten sie mich komplett in der Hand. Diese Typen waren zu raffiniert und zu reicht, um eine Attrappe um Kyoko zu legen. Durch ein Glasfenster konnte ich einen Blick auf sie erhaschen, doch mehr gestatteten sie mir nicht. Die Ärmste kniete wie ein Häuflein Elend auf den kalten Fliesen, weggesperrt in einer Gitterzelle, doch mein Nachtlager sollte sich als ähnlich unbequem herausstellen, denn es handelte sich um diesen eisernen Tisch, an den ich zu Beginn gefesselt war, nur eben dieses Mal in die waagrechte Position gebracht. Mein Kopf ruhte auf eiskaltem Metall, was selbst für mich als herangehende Geiko eine absolute Herausforderung war. Wenn die Frisur einer Geiko eine Nacht überdauern musste, mussten wir unsere Futons mit einer sehr unbequemen Kopfstütze ausstatten, mit der wir die Nacht auf dem Rücken verbrachten. Den Körper drehen war leider nicht möglich und hätte sie zerstört. Ich hatte wirklich große Angst, ob ich diesen grässlichen Ort je nochmal gemeinsam mit Kyoko verlassen könnte ... ach diese verdammte Bombe! Die stärkste Kraft half einfach nicht dagegen!

      Stockduster. Ich war durch einen nervtötenden Lärm mitten in der Nacht erwacht. Die einzige Lichtquelle dieses Raumes war eine Digitaluhr mit türkis leuchtenden Ziffern, die 02:33 anzeigten, einen Zeitpunkt genau in der traditionellen Geisterstunde. Mir war es nur recht, wenn ein Geist hier auftauchen würde, denn verschlimmern konnte er meine Lage wohl kaum. Ein Heulen gleich dem Jaulen einer Alarmanlage ertönte matt von draußen, bevor sich das Geräusch immer weiter nach innen verbreitete, von Raum zu Raum. Als es mein Zimmer erreicht hatte, sprang auch die rot blinkende Notbeleuchtung bei mir an, sodass ich immerhin alle paar Sekunden die gröbsten Umrisse erkennen konnte. Ich hörte hektische Schreie und Fußgetrampel vorbei an meinem Raum, bis sich erneut die Tür entriegelte und mich der große Mann aus dem Untersuchungsraum mit einer Pistole anvisierte.
      "Natsuko, es ist alles in Ordnung! Das Biest hat nichts mit dem Alarm zu tun!", teilte er der großen Frau mit und behielt mich weiterhin im Auge. Nach einer Zeit des spannungsgeladenen Blickwechsels entstand allerdings weiterer Lärm, der den Langen dazu veranlasste, ein Magneton aus seinem Pokéball zu befreien, welches nach einem Flammenwurf jedoch sofort zu Boden ging. Die Stimme kannte ich doch! Das war mein Inari! Ich war so unbeschreiblich glücklich! Wenn er mich doch nur befreien könnte! Diese Frau namens Natsuko Yoshikawa beschwor ein Banette aus seinem Pokéball, doch dieses wurde von einem etwas taumelnd heranstürmenden Drachen mit einem Knirscher kampfunfähig gemacht. Während meine beiden Bewacher mitsamt ihren Pokémon flohen, lugte plötzlich neben Inari ein anderes bekanntes Gesicht um die Ecke ... diese Min, die blindlings jeden Schalter drückte, den sie finden konnte, aber so immerhin die magischen Fesseln löste. Warum sie dazu entschieden hatte, ein Sailor Moon-Cosplay während dieser Rettungsaktion zu tragen, wollte mir nicht in den Kopf gehen, doch Hauptsache frei. Ich hoffte so sehr, dass dies auch für Kyoko galt!
      "Vielen Dank ... Min ... wobei ich zugeben muss, dass ich mit jedem AUßER dir gerechnet habe. Ich hatte das Gefühl, dass du irgendeine Abneigung für mich hegst", dankte ich ihr mit einer kleinen Verbeugung. Ich wusste nicht genau, wie ich mit der jungen Frau, die mir völlig grundlos irgendwelche Random Textnachrichten schickte, umgehen sollte, doch offenbar hatten sich auch ihre Begleiter vor dem Raum mittlerweile versammeln können. Es tat so gut, meinen Inari wieder flauschen zu können und mit aller Kraft zu knuddeln, doch es kam noch besser - Papa ... und Kyoko! Beiden waren wohlauf und mussten sich eine feste Umarmung gefallen lassen!
      "Da hat es sich bezahlt gemacht, dass ich während meiner Ausbildung als Pilot und Flughafenangestellter einen Sonderkurs in Sachen Bombenentschärfung besucht habe. Die Dreckschweine hatten als Drohung für Touka Bomben um meine süße, kleine Kyoko-chan geschnallt!", erzählte Papa der restlichen Begleitung, die neben einem Noivern auch aus einem Rasaff, einem Voltenso und einer Freundin Mins bestand. Diese besaß längere, braune Haare, faszinierende Rehaugen und trug neben einem knielangen, schwarzen Kleid auch eine sehr kantige, dunkle Brille.
      Sorgenvoll wand sich die junge Frau an Min: "Unnie, ich glaube, wir haben diesen Mann getroffen. Er besaß ein Walraisa und wollte mich mit Eisstrahl angreifen. Kaoru stellte sich tapfer vor mich und wurde in einen Eisblock eingeschlossen. Hideyoshi hat dieses Walraisa dann vermöbelt, sodass dieser Kang in das Herz der Anlage geflohen ist, da die vorderen Fluchtwege von euch blockiert waren. Verzweifelt wollte er die großen Tore wieder schließen, doch da Kaoru auf der Torschwelle festgefroren ist, hat der Automatismus nicht gegriffen. Und du wirst nicht glauben, was dort drinnen ist. Schnell, lasst uns ihn jagen und zur Strecke bringen!" Kang war also in den inneren Trakt geflohen. Wenn es darum ging, den Kerl aufzuhalten, wäre ich die Erste, die dabei wäre, nach allem, was er schon verbrochen hatte! Schnell eilten wir zu besagter Stelle, um dort einen großen Eiskristall mit einem in ihm eingeschlossenen Guardevoir zu entdecken. Die Ärmste! Ich brannte darauf, sie aus ihrer misslichen Lage zu befreien und bündelte nun wieder meine Feuerenergie, um sie gemeinsam mit Inari zu retten! Die aufgetaute Kaoru sank zwar erst auf die Knie, schien aber noch genug Energie zu besitzen, um sofort wieder aufzustehen. Doch als sie mich erblickte, wusste ich gar nicht, wen der Schlag mehr traf - sie oder mich? Dieser ... wutentbrannte, misstrauische Blick, den sie mir zuwarf, ließ mir einen eiskalten Schauer den Rücken herunterlaufen. Ich hasste es abgrundtief, wenn man mich so anschaute und kannte dies eigentlich nur von Menschen ...
      "Körperlich halte ich mehr aus, als du glaubst, Min-chan. Aber die Anwesenheit von Izanamis Marionette bereitet mir große Sorgen. In ihr brennt großer Hass, den ich mir angesichts dieser schrecklichen und hinterhältigen Entführung nicht mal verübeln kann. Tokunara ... du wurdest erschaffen, um Unheil zu erschaffen, aber ich bitte dich, dem Willen deiner Herrin zu entsagen", machte mir das Guardevoir klar. I-izanami, die Todesgöttin ... also ... Ran? Was zum ... was redete sie da?
      Angriffslustig schlug ich mit meinem Schweif auf den Boden und machte ihr klar, dass ich das nicht einfach hinnehmen konnte: "Was, wenn nicht?"

      [ame='https://www.youtube.com/watch?v=iddDzJc_5fI']Second Diclonius Cave[/ame]

      Doch dann erregte etwas Anderes unsere Aufmerksamkeit. Zum einen betrachtete ich den großen Tunnel, der sich im Hintergrund erstreckte und als Kangs Rückzugsort diente. Ich konnte nicht genau erkennen, was sich dort drinnen befand, aber es erinnerte an ein futuristisches Gen-Labor, das man aus Literatur und Film nur zu gut kannte. Was hinter mir schnaubte, war auf den ersten Blick allerdings genauso furchterregend wie das Ungewisse, das vor uns lag! Vielleicht eine Armlänge trennten meine verängstigte Schwester und einen nicht gerade besonders selbstbewussteren Papa von einem dreiköpfigen, bösartig dreinschauenden Drachen in den Farben Blau, Violett und Schwarz. Es handelte sich um kein geringeres Pokémon als um ... ein verdammtes TRIKEPHALO! Bikkuri ... überraschend ... so könnte ich mehrere Ereignisse dieses Tages betiteln ...

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • Spät in der Nacht schlecht der Werwolf vorbei. Nachdem ich leckeres Sturmmäntelfleisch verzehrt habe, guck ich auch nochmal hier vorbei. :hehe:

      Das waren aber zwei hektische Kapitel. Und die arme Schwester von Tokunara, das ist wieder so ein übelster Bitchmove gewesen. :(
      . Dieses typische Glitzern auf der Brille eines wahnwitzigen Forschers, der das Tor zu seiner Seele, den Augen, schloss, zeigte nur, dass er keine Seele besaß. Ich stand auf und betrachtete die Neuankömmlinge kalt, denn die unternahmen sicher keinen Picknickausflug am Schrein.
      Keine Seele? Lohnt sich für Tokunara eigentlich nicht umzubringen. Hat sie ja nichts von. :sorry:

      "Walraisa ... Eiszeit ... Eiseskälte!"
      Als das Walross die eisige Energie auf mich lenkte, spürte ich eine Kälte, die ich noch nie zuvor gespürt hatte.
      Hat wohl noch nie Pintu getroffen. Aber der hätte sicher nicht mal die Tür aufbekommen, weil das Schloss jener zugefroren wäre.
      Aber ich frag mich immer noch: Wieso Walraisa? Dieses Pokemon suckt doch als Oberbösewichtpokemon. Dem fehlt die gewisse überlegene Eleganz. Da wäre selbst ein normales Feelinara besser gewesen. :tlol:
      . ich war doch schließlich Tokunara, die Dämonin, zumindest für 99 % der Menschheit
      Mir gefällt die Hassader nicht. Das ist doch zu kontraproduktiv. :oldno:
      Aber schön zu sehen, wie die beiden verschmolzen sind und das böse Naturell der Dämonin auf sie übergegangen ist. Man merkt oft nicht mehr, wer wer ist. Außer natürlich, wenn die Leute grausam sterben. :kl:
      Nein, das Handy haben sie mir natürlich abgenommen, ist doch logisch
      Also nicht ganz so große Vollpfosten wie der Rest. Fängt schon mal schlecht für die dämonische Geisha an. :grin:
      Hat die kleine Schwester eigentlich auch Pokemon? *:O
      "Zehn, nicht zwölf, du blöder Idiot! Wenn ich sage 'zehn', dann sind es auch 'zehn'!"
      Da nimmt es einer aber sehr genau. Ich stell mir gerade so vor, dass wäre so ein Monk und der Kerl hätte 13 Schläge gegeben und der wäre erst ausgerastet wegen der 13 und danach, dass es vier Schläge zu viel waren. :tlol:

      "Hör zu, Blödmann, mich hatte schon mal so ein wahnsinniger Forscher gefangen genommen. Ich hatt große Schmerzen und Angst, aber dennoch habe ich es hinausgeschafft! Wäre die Polizei nicht rechtzeitig gekommen, hätte ich den am lebendigem Leibe verbrannt!
      Da spricht die Tukanara aus ihr. Die echte Touka wäre doch viel zu verängstigt gewesen, um überhaupt auf diesen Gedanken zu kommen. :lol:
      Weißt du, vor elf Jahren war ich am Projekt Diclonius beteiligt. Das waren Gehörnte, die in etwa so aussahen wie du, nur ohne Schweif und mit einer außergewöhnlichen Haarfarbe, die sich von Rosa bis Violett erstreckte.
      Oh, das klingt nach nem krassen Zufall. :achja:
      "Sie sagten, dass die Narkose vier Stunden hält!"
      "Richtig, und ich habe Ihnen gesagt, dass Sie schon nach dreieinhalb fertig sein sollen. Hätten Sie mal bloß meine Anweisungen befolgt!", knurrte der Forscher mürrisch,
      Der Kerl ist mir mit seiner unsympathischen Art richtig sympathisch xD
      falls du wegläufst oder einem von uns nochmal ein Haar krümmst, wird der Bombensatz, den wir um den Körper deiner kleinen Kyoko geschnallt haben, in die Luft gehen.
      Haben sie das erst bei der zweiten Narkose gemacht oder davor schon? Falls sie es erst bei der zweiten gemacht haben, dann läuft bei denen auch nicht alles so rund.:v:

      Waren zwei gute Kapitel. Weiter so, Mister Meowstic :noldcool:
    • Kapitel XLVI: Moeró! [FSK 16]



      Puh ... neben dem Rasaff verschwand auch das Trikephalo, das also zu Min gehörte, schnell wieder in seinen Pokéball, als es hieß, die geheimen Gänge zu erkunden. So sehr ich Pokémon auch mochte ... etwas einschüchternd waren große, starken Drachen schon und das nicht erst seit dem Kampf gegen Wataru. Glücklich sein würde ich erst, wenn ich diesen beklemmenden Ort endlich verlassen dürfte, aber als Kyoko mir den Pokéball mit meiner Fluffy überreichte, lächelte ich ein kleines bisschen. Aus Sorge vor dem Ungewissen entschied ich mich aber dagegen, sie aus dem Ball zu lassen. Doch was nun wirklich meine Aufmerksamkeit an sich band, waren unzählige, säulenförmige Röhren, die überall mit Kabel vernetzt waren und eine blubbernde, türkisblaue Flüssigkeit enthielten. In diesen Röhren befanden sich ... gehörnte Mädchen ... einige etwa in meinem Alter, andere erst im Grundschulalter ... schlummernd in dieser seltsamen Brühe. Ich würde nicht unbedingt sagen, dass sie mir ähnlich sahen. Sie besaßen helle Hörnchen, keinen Schweif und äußerst unnatürliche Haarfarben, in den meisten Fällen Pink, das je nach Fall schwächer oder stärker in die Richtung Rot oder die Richtung Violett tendierte. Skurrile Fragen quälten mein Hirn: wurde ich nicht natürlich geboren, sondern vielleicht gezüchtet, so wie Mewtu?
      Ehrfürchtig betrachtete ich die Gefäße und berührte das kalte Glas mit meinen warmen Händen, bis mich mein Vater weiterzog. Es ging eine Etage tiefer und die Beleuchtung ließ immer weiter nach. Auch hier fanden wir Behälter mit diesen mysteriösen Wesen vor. Dann hingen dort noch Skelette an der Decke, während ein grässlicher Gestank die Luft verpestete. Ich konnte selbst kaum beschreiben, was mir dort durch den Kopf ging. Ich hielt das alles nicht für echt ... aber die Eindrücke der Anderen schienen mir zu widersprechen. Die Schädel, sofern welche vorhanden waren, besaßen ebenso Hörner. Manchmal hingen an den dicken, in der Luft schwingenden Stahlhaken, auch nur einzelne Brustkörbe. Angespannt ballte ich meine Fäuste ... das müsste diesen Unmenschen widerfahren, die den Gehörnten in diesem Labor solche schreckliche Dinge antaten! An der halbkreisförmigen Wand des Raumes befanden sich verschiedene Räume, über denen in blutroten Kanji deren Titel gemalt war. So wurden unter anderem auf der linken Seite die "Kammer der Gravitation", die "Kammer des Drucks" und die "Kammer der Flammen" angekündigt. Ob es hier auch die "Kammer des Schreckens" gab? Die hätte ich liebend gerne für diese Leute errichtet, jedoch gab man mir nicht genügend Zeit, mich ausreichend umzusehen, sodass ich es verpasste, die vier oder fünf anderen Räume zu identifizieren. Alle nahmen Reißaus, wieder eine Etage tiefer. Ich strich meinem verängstigten Schwesterchen bedrückt über ihren Kopf. Kyoko suchte bei Papa Trost und hielt sich vor Schauder und Abscheu die mittlerweile tränengefüllten Augen zu, während ich wie ein fünftes Rad hinter der Truppe hertrottete, die Hände nun tief in den Rocktaschen eingesunken. Mein Zorn war mittlerweile zum einen dem Mitleid für mein Schwesterherz gewichen, das hier unbeteiligt hineingezogen wurde, zum anderen der Grübelei. Nun, wo ich auf Tokunaras Kräfte immer besser, freier und kontrollierter zugreifen konnte ... konnte ich doch die Welt so verändern, wie ich es mir wünschen würde. Ein wichtiges Buch auf meinem Weg zur Geiko war "Die wahre Geschichte der Geisha" von Mineko Iwasaki, der schönsten und erfolgreichsten Geiko der 70er Jahre, die auf sehr viele Widerstände und Probleme stieß. Sie war ein liberaler Freigeist, der verkrustete Strukturen des uralten Systems für ein besseres Leben und Miteinander aufbrechen wollte, aber doch in vielen Punkten an der Autorität nicht vorbeikam. Eine wirklich bewundernswerte Frau, die mir viel Antrieb und Hoffnung gab ... doch nun endlich wurde mir klar, weshalb sie scheiterte. Sie war ein Mensch. Nichts als ein Mensch. Biologisch auf das Denken und das Handwerken herabgesetzt. Menschen hatten keine Krallen, sondern Hände zum Bauen. Sie besaßen keine Reißzähne, stachlige Schweife oder ein flammengenerierendes Organ, sondern ein Gehirn zum Organisieren und Ausklügeln verschiedenster Strategien. Auf diese, keinesfalls unwichtigen Funktionen, die den meisten Pokémon fehlten, waren sie reduziert. Doch ich vereinigte ihre wenigen Vorzüge mit der Macht der Natur und der Pokémon. Wenn jemand die Welt aus den Angeln heben konnte, dann war ich das!

      Ein Stockwerk tiefer führte durch eine ähnliche Halle, die in eine Sackgasse führte. Auch hier befanden sich wieder einige Räume wie die "Kammer der Radioaktivität" und die "Kammer der Säure". Doch dann packte mich erneut die flammende Wut. Ich erblickte diesen Mamoru, der wie ein winselnder Fukano-Welpe dreinblickte.
      "Maaaaamoooooruuuuu! Wir mussten das alles nur deinetwegen mitmachen! Wieso tust du deinem Bruder und mir so etwas an?! Weißt du überhaupt, welche Angst ich ertragen musste?", polterte meine Schwester und wollte sich aus dem schützenden Arm meines Vaters entreißen, jedoch hielt dieser sie gut fest, ganz nach meinem Gescmack. Darum würde ich mich persönlich kümmern. Die Luft knisterte und brannte, sodass ich sie um meine Hände bereits entflammt hatte. Das Guardevoir, das sich mit einer Jacke mit Kunstpelz an der Kapuze aufgewärmt hatte, kam auf die törichte Idee, sich zwischen mich uns unseren Peiniger zu stellen. Die Hitze entflammte das Kleidungsstück sofort, sodass das grünhaarige Pokémon es sofort panisch abstreifte und auf den Boden warf. Beeilen musste ich mich nicht, um mir Mamoru vorzuknöpfen, denn er sah sich in einer Sackgasse. Langsam schritt ich auf ihn zu, während er, zuerst ebenfalls eher langsam, aber dann immer schneller den Rückzug antrat, bis er wild an eine der Stahltüren schlug.
      Kläglich jammerte er, in Hoffnung auf Hilfe, bevor er erneut gegen uns ätzte: "Professor! Lassen Sie mich doch rein! Die bringt mich um! Verdammt, Hilfeeeeeeeeeee!", schrie diese Beute verzweifelt: "Besser quält und tötet er euch zuerst, anstatt dass ihr meinen Bruder tötet!"
      "Kyoko ist nicht so wie ich!", schrie ich den Typen wütend an. Es gab keinen Grund, ihr solche schrecklichen Sachen anzutun, die ihr bis dato widerfahren waren! Die Guardevoir-Lady namens Kaoru versuchte weiterhin, den Weg zu blockieren, was meinen Ärger weiter ins Unermessliche ansteigen ließ. Der Gedanken, Pokémon schwer verletzen zu müssen, quälte mich, aber diese Menschen ihre gerechte Strafe nicht zuzuführen, ließ mir ebenso keine Ruhe. All das, was ich ertragen musste, durfte ich nirgends abladen, doch das Ventil, das meine negativen Emotionen einquetschte, war schon lange spröde und rissig geworden.
      Ich bring' den Kerl eigenhändig um!
      "Touka ... Rache ist das, worauf Izanamis Strategie basiert! Bleib' bitte vernünftig!", warnte mich Inari, der weiße Fuchs mahnender Stimmlage.
      Aber ich brannte vor Rache ... jeder um mich herum konnte dies wahrnehmen. Nun, als ich begann, meine Schattenenergie zu bündeln und in Richtung von Kaoru und diesem abscheulichen Menschen zu richten, spürte ich einen heftigen Schlag in meiner Niere, sodass der Ladevorgang unterbrochen wurde. Schmerzerfüllt befühlte ich meine Seite, bis ich meine Augen wieder öffnete und sah, wer mich dort unerwartet attackiert hatte ...
      ... Min ... duuuu ...
      Wow.
      Trügten mich meine Augen soeben? Hatte Min diesem Mamoru gerade einen Fausthieb ins Gesicht verpasst? Er schrie wie am Spieß, hielt sich das Gesicht zu und krümmte sich, wenn auch noch stehend, vor Schmerzen.
      Dann drehte sich Min jedoch zur Seite hin um und wand sich an mich: ""Pass' mal auf, Tokunara! Wir verprügeln diesen Windbeutel jetzt zusammen, ohne den zu verstümmeln, umzubringen oder irgendetwas, wir beide gemeinsam! Und die ganzen anderen Heinis die verprügeln wir meinetwegen auch, dass die die Lektion ihr Leben lang nicht vergessen, aber diesen Kang, mit dem kannst du machen, was du willst. Der Trottel hier wird nie wieder etwas machen, haha! Wie ein Dummkopf versteckt der sich dann immer unter der Bettdecke, wenn der dich das nächste Mal sieht!"
      Für eine kurze Zeit zog ich es in Betracht, meinem Instinkt nachzugeben und ihren Worten zu lauschen. Ihr Vorschlag hörte sich im Grunde genommen nicht schlecht an ... doch er basierte auf einer Unwahrheit.
      "Kennst du das Mädchen, das vor zehn oder elf Jahren bereits durchgedreht war? Man sagte später, dass sein Hass dermaßen groß wurde, weil sich alles Schlechte, was ihr widerfuhr, addiert hatte. Sie wurde von Beginn an ausgeschlossen, weil sie anders war, ohne sich mit ihrem inneren Naturell zu beschäftigen, ihr Hund wurde getötet, sie verlor ihre beste Freundin, wurde verschmäht, abgelehnt, ausgestoßen, gequält, als Versuchskaninchen benutzt ... während die anderen sagten, dass es unabhängig davon in ihren Genen lag. Die Rasse der Gehörnten ... doch genau diese zweite Sichtweise entzündete die erste lediglich. Ich besitze die Macht, die Menschheit mir so zurechtzubiegen, wie ich möchte. Wenn man sie alleine lässt, ändern sie sich nicht. Sie alle waren Vulpix, die nur darauf warteten, mich in das dunkle, eiskalte Wasser zu werfen, doch dieses Mal würde ich ihnen allen zuvorkommen. Sie wiederholen Fehler von vor 100 Jahren, von vor 70 Jahren, von vor zehn Jahren. Immer und immer wieder ... dass Menschen sich von sich aus ändern können, IST NICHTS WEITER ALS EINE RIESIGE LÜGE!", wetterte ich ging nun zum Angriff über. Kaoru umschlang ich mit Schattenfesseln, sodass sie sich für eine kurze Zeit weder vom Fleck bewegen, noch meine eigenen Bewegungen durch Psychokinese unterbinden konnte. So rannte ich einfach nur etwas nach vorne und wechselte meinen Angriffswinkel zu diesem Mamoru, bevor ich ein Läuterfeuer auf ihn hetzte.
      MOERÓ! - BRENNE!
      "Touka, verdammt, NEIN! Ich habe NEIN gesagt!"
      Ja, das hattest du, Inari. Aber diese Entscheidung lag nicht in deinen Pfoten.
      Jedenfalls ... stand Min direkt daneben.
      Aber keine Sorge, mit Psychokinese beförderte ich sie selbst aus von einer großen Feuersäule umschlossenen Epizentrum. Ungläubig verfolgten mein Vater und meine Schwester, wie sich unser Widersacher binnen Sekunden in ein Skelett verwandelt hatte, dessen Asche wie ein Haufen Schnee von einem Dach auf den Boden fiel und eine einzige, letzte Staubwolke erzeugte.
      Inari war außer sich, doch ich warf ihm lediglich ein triumphierendes Grinsen zu, während er hilflos und machtlos vor sich hin zeterte: "Das war's! Ich habe mit dir versagt, Touka! ICH HABE VERSAGT! Was konnte ich dir als Sensei nicht bieten, was Ran geschafft hat? Verdammt, Mädchen, ich habe dich immer sehr gern gehabt, aber hiermit hast du gerade dein Todesurteil unterschrieben. Der Dämon frisst dich komplett auf, dabei hast du nicht so viel erlitten wie Kaede, das gehörnte Mädchen von damals! Wen hast du denn schon verloren? Kyoko lebt! Dein Vater lebt!"
      "Meine Mutter lebt nicht, mein einer Bruder lebt nicht, meine eine Schwester lebt nicht, meine Meisterin Yukisango lebt nicht und nach allen Regeln der Logik wären Kyoko und ich eigentlich auch nicht mehr am Leben, sind wir mal ganz ehrlich! Wie wahrscheinlich war es bitte, dass die uns retten konnten? Also hör auf, mir ständig irgendwelche Vorschriften zu machen, Inari! Selbst du weißt nicht alles!", stauchte ich meinen Begleiter zusammen, der sich mit aufgeplustertem Fell vor mir aufgebaut hatte. Doch ein verbales Gefecht war nicht das Einzige, was mich momentan beschäftigte. Ich schmolz die Stahltüren ... jede Einzelne, bis auf die zu der radioaktiven Kammer. Auch das Guardevoir hatte sich von ihren Fesseln befreit und hielt mich damit davon ab, mich weiter zu bewegen, doch ich hielt mit meinen eigenen Psi-Kräften dagegen. Das UHaFnir an Mins Seite lähmte mich nun plötzlich mit diesem quälend schrillen Geräusch namens Superschall, doch dann hetzte es einen großen Tornado auf mich, der mich einsog und zu danach zu Boden warf. Ich konnte rechts von links sowie vorn und hinten nicht mehr voneinander unterscheiden und taumelte orientierungslos durch den dunklen Raum. Als ich wieder begann, mehr Kontrolle über meine Umgebung zu erlangen, schoss ein Drachenpuls auf mich zu, doch eine gewaltige Flammenzunge überholte mich von hinten und verschmolz mit dem Angriff der schwarzen Drachenfledermaus zu einer funkelnden Explosion. Ich traute meinen Auge nicht, als ich hinter mir eine gute, alte bekannte erblickte, die zu meiner Rettung gekommen war ...
      "RAN! D-d-du ... wie ..."
      "Schätzchen, wenn es hart auf hart kommt, lasse ich dich nicht im Stich. Los, raus hier! Fliehen wir und besprechen alles Andere später!", sprach die Füchsin zu mir und bat mich mit ihren neun Schweifen anzeigend, ihr zu folgen. Ich wollte Kang abstrafen, doch diesen Erfolg gönnte man mir nicht ... Ran ... wo führst du mich denn bloß hin?

      Ich hatte dieses grauenvolle und zugleich mysteriöse Labor hinter mir gelassen, ohne all die Rätsel zu lösen, die es mir gestellt hatte. Vielleicht war es nicht nur Rans Intention, mich aus dem Kreuzfeuer der Attacken dieser mir feindlich gesinnten Pokémon zu nehmen, sondern auch um zu verhindern, dass ich etwas in die Luft jagte, das noch so viele interessante Sachen verborgen hatte. Geheimnisse zu mir, zu meinen Hörnern, womöglich zu meiner gesamten Vergangenheit. Fluffy. Benkei. Shotoku. Michi. Nachdem ich mir im Pokémon-Center von Kamakura von Urara meine restlichen in Kyoto verbliebenen Gefährten herübersenden gelassen hatte, wurde ich plötzlich faustdick überrascht! Ein großer, orangener Drache besetzte nun die enge Sitzbank und hatte den kleinen Couchtisch aus Ebenholz und die enge, beige Sitzecke mit ihren Sesseln und Sofas zur Seite geschoben, sodass eine kleine Yucca-Palme umgekippt war und die trockene Blumenerde wie Kaffeepulver über meine Schuhe gestreut wurden.
      Urara kratzte sich verlegen am Kopf und schien etwas peinlich berührt bezüglich der verwüsteten Sitzecke zu sein: "Schade, dass du die Entwicklung deines Michis nicht erleben konntest! Jetzt bist du endlich stolze Besitzerin eines Dragoran! Aber ich bin so froh zu hören, dass es dir und deiner Schwester gut geht, Touka! Komm' bitte bald wieder gesund nach Hause, hörst du? Und ... und was hast du denn mit deinen Augen, gemacht, Liebes?"
      "Meine Augen? Ich habe kaum geschlafen und mich oft gerieben ... vielleicht tut die Beleuchtung hier ihr Übriges, dass sie sie rot leuchten lässt. Aber danke für deinen Anruf. Ich will jetzt einfach nur noch ins Bett ... macht euch zuhause keine Sorgen", belog ich meine Oneesan ohne mit der Wimper zu zucken. nach einer kurzen Streichel- und Füttereinheit zog ich all meine treuen Begleiter, auch mein neues, riesiges Dragoran, in ihre Pokébälle zurück und schlenderte in einen Schlafraum. Ran hatte große Pläne für morgen, aber ich war wirklich fix und fertig. Für alle anderen ging die Sonne auf, doch für mich gab es in diesem Moment einfach nichts größeres, als mich auf einem Futon niederzulassen und stundenlang zu schlafen.
      Doch was, wenn ich aufwachte? Erwachte ich dann von der Wirklichkeit ... oder einem meiner unzähligen, grotesken Albträume?

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • Dargy-Schätzchen :w: Jetzt bekommst du auch deinen Contra-Kommentar!


      Das waren aber zwei hektische Kapitel. Und die arme Schwester von Tokunara, das ist wieder so ein übelster Bitchmove gewesen. :(

      Touka: Niemand tut meiner Schwester etwas an! ò.ó Sie hat doch gar nichts mit der Sache zu tun! >.<

      Keine Seele? Lohnt sich für Tokunara eigentlich nicht umzubringen. Hat sie ja nichts von. :sorry:

      Tokunara: Wieso? ^_^ Er besitzt ja immerhin Schmerzempfinden und Nervensystem. :hi:

      Hat wohl noch nie Pintu getroffen. Aber der hätte sicher nicht mal die Tür aufbekommen, weil das Schloss jener zugefroren wäre.

      Tokunara: :@ Ich glaube nicht, dass ich so einen je treffen will! :grrr:

      Aber ich frag mich immer noch: Wieso Walraisa? Dieses Pokemon suckt doch als Oberbösewichtpokemon. Dem fehlt die gewisse überlegene Eleganz. Da wäre selbst ein normales Feelinara besser gewesen. :tlol:

      (Der sollte ja nicht unbedingt elegant sein xD Lapras hätte zu dem Kerl jetzt nicht so wirklich gepasst *:O)

      Aber schön zu sehen, wie die beiden verschmolzen sind und das böse Naturell der Dämonin auf sie übergegangen ist. Man merkt oft nicht mehr, wer wer ist. Außer natürlich, wenn die Leute grausam sterben. :kl:

      Inari: Leider wahr ... ganz zu meinem Ärger ... >:

      Hat die kleine Schwester eigentlich auch Pokemon? *:O

      Kyoko: Leider nicht. :( Aber bald bekomme ich hoffentlich welche! Immerhin bin ich 16 ... aber gut, Touka bekam ihr erstes auch erst mit 18.
      Touka: Lebt eben leider nicht jeder in Alabastia. <.<"

      Da nimmt es einer aber sehr genau. Ich stell mir gerade so vor, dass wäre so ein Monk und der Kerl hätte 13 Schläge gegeben und der wäre erst ausgerastet wegen der 13 und danach, dass es vier Schläge zu viel waren. :tlol:

      :tlmao:

      Haben sie das erst bei der zweiten Narkose gemacht oder davor schon? Falls sie es erst bei der zweiten gemacht haben, dann läuft bei denen auch nicht alles so rund.:v:

      (Darüber habe ich mir ehrlich gesagt keine Gedanken gemacht xD)

      Danke! :knuddel:

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • Hohoho, Frohe Weihnachten!
      Alle Yamihonou-Fans, die ihr Weihnachtsgeschenk lesen wollen (es hat leider nichts mit Weihnachten zu tun, enthält aber zumindest für Mina;v; einen sehr schön verpackten Plottwist!), sollten das vorzugsweise vor 18 Uhr tun, denn danach ist es wohl an der Zeit, dass ihr Weihnachten mir eurer Familie oder euren Freunden feiert! Also, die Uhr tickt, genau wie für Mina;v;!





      Kapitel XLVII: Henge



      "Wow ... er ist wunderschön ... ja, ihn möchte ich unbedingt haben! Gefällt ihr dir nicht auch, Ran?"
      Fasziniert betrachtete ich einen weinroten Kimono mit goldenen und weißen Verzierungen. Es handelte sich hierbei um verschiedene Muster von Feuer, manche ähnelten Farnen, manche wiederum Blumen, wie Feuerwerke, doch das wohl herausstechendste Motiv war das des Lavados. Sein goldener Körper auf dem dunkelroten, einem entflammten Abendhimmel gleichenden Hintergrund zogen mich sofort in seinen Bann. Da die Farbe Rot also schon vergeben war, waren die Flammen an seinen Schwingen, seinem Schweif und auf seinem Kopf in Weiß gefärbt. Weiß, das war noch viel mehr die Farbe des Feuers als Rot, Orange oder Gelb. Nur die blauen Flammen waren noch heißer als die weißen.
      "Wenn wir Erfolg haben, wird es wohl unser letzter Tanz. Wenn wir scheitern, wird es wohl unser letzter Tanz. Egal, wie es ausgeht, die Chance wird höher sein, dass sich das Schicksal nun bald als ein anderes Mal entscheiden wird. Deswegen ist es umso wichtiger, dass du einen solch prächtigen Kimono trägst, Touka", beriet mich Ran, die einen Kimono mit Feuerthematik selbstverständlich besonders gut gefiel: "Schau mal, er kostet 12.000 Yen. Das geht doch noch für diese Schönheit und das edle Material." Von diesem Geld konnte man auch etwa 25 kg Reis kaufen oder fünfmal ins Kino gehen, wobei die japanischen Kinopreise zu den höchsten der Welt zählten. Also gönnte ich mir dieses wunderschöne Kunstwerk aus Seide, machte direkt kehrt zum Pokémon-Center und zog mich in meinem Zimmer aus. Mein Minirock war für die Freizeit bestimmt, aber nun stand Business bevor. Meine Berufskleidung war eben ein wundervoller Tanzkimono.
      Den Rat meiner Füchsin holte ich mir auch nach dem fertigen Ankleiden ein: "Ran, was denkst du, soll ich für eine Frisur tragen?"
      "Übertreib' nicht, offene Haare sind schön genug. So, wie sie die ersten Götter trugen. Einfach nur offen, lang und schwarz. Schließlich soll das hier kein Fotoshooting werden, was ich mit dir vorhabe. Also komm jetzt!", entgegnete die Vulnona-Dame ruppig.

      Das quadratische Muster der roten Kopfsteinfliesen auf der Fußgängerspur der Enoshima-Brücke war von einer dicken, gelben Doppellinie vertikal durchzogen, während kleinere Linien die roten Flächen vertikal in rote Quadrate teilten. Ich achtete selten auf den Fußboden, was mir oftmals eine unangenehme Überraschung an meinen Schuhen beschert hatte. Doch hier gab es keine Fukano.
      "Wäre es nicht schöner gewesen, die Insel über den Küstenstreifen zu betreten?", fragte ich Ran bezüglich des Sandtombolos, der die insel ebenfalls mit dem Festland verband, doch ich erhielt lediglich ein missmutiges Schnauben zur Antwort. Die Füchsin war mit den Gedanken ganz woanders. Nach etwas mehr als fünf Minuten erreichten wir die Insel Enoshima, die für ihren Benzaiten-Tempel bekannt war. Im Sommer war in diesem für vor allem die vielen gestressten Tokioter attraktiven Feriengebiet alles rappelvoll, aber im Frühling hielt sich der Menschenandrang in Grenzen, doch dies bevorzugte ich ohnehin schon.
      "Wir hätten im Sommer kommen sollen ... naja, sho ga nai, nicht wahr?", vertrat Ran aus mir unverständlichen Gründen die gegenteilige Auffassung, der ich ebenfalls mit Schweigen begegnete. Lieber genoss ich die wirklich wunderschöne Landschaft. Viele Leute wussten nicht, dass es auf der Rückseite der Insel eine Höhle gab, in der damals ein großer, schlangenartigen Drache lebte. Jener Drache hinterließ drei dreieckige Schuppen, die den Wohlstand des Hojo-Clans, Alliierte des frühen Shogunats im 12. Jahrhundert, erhöhten, sodass in Gedenken daran die drei Schuppen in das Familienwappen der Hojo aufgenommen wurde - ein schwarzes Triforce. Unser Ziel war jedoch weder der schicke Strand, noch der Tempel. Die Meereskerze von Enoshima im Westen der Insel war von nahezu jedem Punkt aus sichtbar. Dieser Ort war einfach perfekt. An der Basis befand sich ein Restaurant mit zahlreichen Plätzen auf der Terrasse des Samuel Cocking Gardens, umgeben von zahlreichen tropischen Pflanzen, die der britische Kaufmann nach Erwerb der Fläche dort gesammelt hatte. Für Pokémon wie Kokowei, Reptain, Sarzenia, Giflor und Tropius hatte er damit ein wahrhaftiges Paradies erschaffen. Ich kramte bereits in meinem weinroten Täschchen, um die 500 Yen Eintrittsgebühren herauszuholen, doch Ran löste die Situation anders: Sie biss dem Sicherheitsmann in die Hand!
      Bevor der blau Uniformierte wütend hinterherhechten konnte, war es unsere Aufgabe, aus seinem Sichtfeld zu gelangen. Eine einfache Treppe führte auf die große, runde, mit Holzdielen überzogene Plattform, auf der sich wiederum ein kleines Plateau befand. Darunter hatte man einen Pavillon mit einem dreiseitigen Pyramidendach gebaut, doch das beeindruckendere Bauwerk befand sich gegenüber auf der anderen Seite. Zwar genoss ich bereits auf der Plattform selbst einen überragenden Blick auf das Meer und seine Palmenstrände, doch 60 Meter und sechs Stockwerke weiter oben, an der Spitze des gen Himmel immer dicker werdenden Turmes, bot sich das Spektakel auf ganz anderem Niveau. Es existierte auch ein Aufzug in der Mitte der "Kerze", doch dieser verlangte Extrabezahlung ... in einer überalterten Gesellschaft wie Japan kapitalistisch sicher sinnvoll, menschlich aber durchaus zweifelhaft. Aber was ärgerte mich überhaupt noch über die Menschheit? ihre Uhr war abgelaufen, zu retten war sie schon lange nicht mehr. Der Sicherheitsmann war uns immer noch auf den Fersen, doch mit meinem langen Kimono war ich nicht gerade dafür prädestiniert, besonders schnell Treppen zu steigen. Glücklicherweise hielt Ran mit ihrem Sondersensor unseren Verfolger stets auf Distanz, bis wir die Spitze des Turms erreicht hatten. Für einen Moment gönnte ich mir diesen wunderschönen Ausblick über die gesamte Insel und das nicht weit entfernte Festland. Wie viele Kilometer weit ich wohl sehen konnte? Plötzlich vernahm ich leise Schritte hinter mir.
      Nur wenige Sekunden später spürte ich etwas Leichtes in meinen Haaren, das ich unverzüglich herauszog. Eine Feder, die vorne schwarz und hinten rot war ... mysteriös und wunderschön. Doch mir blieb nicht viel Zeit zum Bewundern, als plötzlich diese Neru Akita-Cosplayerin hinter mir stand und die Feder erneut in mein Haar steckte!
      "Wie komms- ...", wollte ich erst ansetzen, doch dann viel es mir wie Schuppen von den Augen. Der baumelnde Fuchsschweif und all die Sagen, die sich um Kitsune rankten ... diese junge Frau namens Rin ... war also Ran! Ran, die ihre Wandlungskünste ausgenutzt hatte, um die Form eines Menschen anzunehmen! Als Henge, also Formwandler, waren Kitsune zu solchen verblüffenden Tricks in der Lage! Lediglich den Schweif konnte sie nicht verbergen, sodass dieser wie ein Pendel hin- und herschwang. Immerhin waren die acht anderen Schweife nicht zu sehen, doch trotzdem war ich ziemlich verblüfft. Noch schockierender war allerdings, dass die Feder offenbar auf meine Energie reagierte. Vielleicht leuchtete sie sogar? Jedenfalls spürte ich etwas, das ich mir allerdings auch eingebildet haben könnte.
      Die menschliche Ran hingegen trat den Rückzug nach unten an, um Störenfriede fernzuhalten und impfte mir noch einmal genau unseren Plan ein: "Ich gehe nach unten, haue jedem etwas auf die Birne, der uns zu nahe kommt, während du schön hier oben in Sicherheit wartest, bis die Kraftfeder und deine eigene Macht miteinander harmonieren. Ich weiß nicht, wie lange es dauert, doch es lohnt sich. Touka, je mehr du mit diesem nützlichen Utensil im Einklang bist, desto präziser kannst du mit deinen Psikräften die Flammen lenken. Dieses habe ich extra für dich aus der Bretagne besorgt! Ich konnte neben dem Hauptquartier von diesem Kang, mit dem wir immer noch eine Rechnung offen haben, zwei andere elementare Einrichtungen dieses Packs finden. Es wird Zeit, dass wir sie ein für allemal ausradieren, damit der Spuk ein Ende hat. Sollten die Anti-Terror-Truppen kommen ... dann gilt das Gesetz der Notwehr, genau wie bei jedem Anderen, der unseren Plan durchkreuzen möchte. Alles klar, Schätzchen? Bau ja keinen Unsinn!" Na toll. Wie lang dies wohl dauern würde? Es käme mir sicher wie eine Ewigkeit vor!

      Das war doch ... was machten die denn hier? Min und ihre Anhängsel hatten Enoshima gefunden und standen unten auf dem Holzplateau, die Blicke steil nach oben gerichtet! Oh je, ob sie mich gesehen hatten? Ich erkannte neben meiner Familie und Inari auch weitere Personen aus meinem Bekanntenkreis wie Raazu, Satori, Urara, Eiko oder Motohiro sowie einige unbekannte Schaulustige, die genauso gut zu Min gehören konnten! Sollten sie doch hochkommen und mich niedermähen wollen! Ich würde mein Leben sicher nicht aus der Hand werfen! Von hier oben aus konnte ich zielgerichtet alles im Großraum Tokyo treffen und auslöschen, was meine Existenz nicht guthieß oder bedrohte. Es war eine Frage des Überlebens ... die Gehörnte ... oder die in allen Belangen schwächeren Menschen. Pah ... es wunderte mich nicht im Geringsten, dass ausgerechnet diese vorlaute Göre Min die lautesten Töne unten von sich gab. Sie unterhielt sich mit Menschen-Ran, doch angesichts zahlreicher verletzter und hypnotisierter Wächter musste ich mir keine Sorgen machen. Vielleicht war das Sonderkommando mit ihren Hubschraubern schon längst auf dem Weg, aber was hatte eine Feuerbändigerin wie ich denn zu befürchten? Mein einziger Feind war die Unachtsamkeit, die dir beim Tanzen den Knöchel knicken konnte. Nein, dies würde mein perfektester Tanz werden, mein erster perfekter Tanz überhaupt!
      Als Min begann, den Turm hochzuklettern, erhellte plötzlich ein gleißendes Licht die Plattform. Zahlreiche Sedimantur und Geowaz, offensichtlich heimlich in Pokébällen von Ran dort oben gelagert, befreiten sich und traten den Kamikaze-Weg nach unten an! Sie stürzten sich alle das Treppenhaus hinab, um die junge Frau zu überrollen! Bevor ich reagieren konnte, hatten sich bereits alle auf den Weg nach unten gemacht. Panisches Geschrei am Boden verriet mir, dass die Menge Angst vor etwas hatte und ein unangenehmer, rauchiger Geruch erfüllte die Luft hier oben. Ein Blick nach unten genügte, um nicht nur ein Impergator und ein Bojelin unten zu erkennen, sondern auch einen Großbrand im Treppenhaus des Turmes!
      "Touka!"
      Inari! Der weiße Fuchs war wieder an meiner Seite! Freudig nahm ich meinen pelzigen Begleiter in Empfang, dem die menschliche Ran nachgefolgt war.
      Sofort wand ich mich an die junge Frau mit dem langen, seitlichen Pferdeschwanz, die sich bester Laune erfreute: "Ran? Wieso brennt der Turm, hast du etwa ...?"
      "Ein bisschen Benzin, damit die gute Min sich noch ordentlich aufs Knie legt. Tjaaa, dann ich mir leider meine Zigarette heruntergefallen. So erleben wir wenigstens ein spannendes Wettrennen gegen die Zeit, hat auch etwas, nicht wahr?", merkte das nicht gerade für seine Freundlichkeit bekannte Vulnona sarkastisch an. Um ein Versehen handelte es sich wohl kaum ... und da die Flammen am anderen Ende begannen, lag es an den Leuten dort unten, sie zu retten.
      "Ran ... RAN! Was tust du da? Im Gegensatz zu allen anderen Leuten, die im Zusammenhang mit dir ... mir uns ... gestorben sind, hat sie es doch nicht wirklich verdient! Sie ist kein schlechter Mensch!", brachte ich ihr meinen Unmut zum Ausdruck.
      Doch die nun menschliche Vulnona-Lady zeigte keine Einsicht, im Gegenteil: "Mag sein. Es ist tatsächlich schade um sie, doch sie steht uns im Weg. Wir müssen Opfer bringen ... Die Feder leuchtet noch nicht komplett ... ehrlich gesagt enttäuscht mich der Fortschritt, wir müssen uns wohl noch etwas gedulden ..."
      "Ja, vielleicht, bis der ganze Turm niedergebrannt ist und ich in einen Haufen Stahlruinen und Asche stürze! Verdammt, Ran!" Ich stieß einen tiefen Seufzer aus ...

      "Alter, du hast ja wohl eine Schraube locker, so eine Todesfalle zu erschaffen! Tokunara! Wenn ich mit dir fertig bin, stecke ich mir deine schönen, langen Haare an meinen Wischmopp, hörst du!", hörte ich plötzlich einen Schatten brüllen, der vor einer Wand aus grellen Flammen die letzten Stufen des Leuchtturms nach oben stieg. Die Geowaz waren bereits auf der großen Plattform angelangt und wurden von den Wasser-Pokémon gelöscht und kampfunfähig gemacht, doch ich war kampfbereit, was immer auch passieren würde. Meine erst schockiert vor den Mund gehaltenen Hände wechselten ihre Position schon bald an meine Hüfte, dort, wo an meinem Obi die Pokébälle befestigt waren.
      Auch Ran wurde von der frechen Min nicht weniger grob begrüßt: "Hast du gehört, was ich dir gesagt habe, Rin? Wie blöd kann man eigentlich sein? Zigaretten gehören nicht auf den Boden, geschweige denn einen mit Benzin übergossenen Boden!"
      "Ach Min ... ich bin froh, dass du die Feuerhölle heil überstanden hast. Für jemandem von deinem Kaliber wäre es kein schönes oder episches Ende gewesen. Stell' dir mal vor, wenn Napoléon in der Schlacht gefallen wäre! Das wäre eine ganz andere Geschichte gewesen! Aber weißt du, Schätzchen?", entgegnete die menschliche Kitsune: "Weißt du, Min? Du bist weit gekommen. Sehr weit. Vielleicht lag es daran, dass ich Pech hatte, aber naja, das musste ich einkalkulieren. Man kann sogar sagen, dass du mir mehr oder weniger ans Herz gewachsen bist! Schließlich kennen wir uns ja schon eine geraume Zeit. Was wir alles erlebt hatten, zum Beispiel in der Karaoke-Bar, als ich von meiner Bretagne-Reise zurückkam! Sogar eine Frankreich-Reise habe ich dir quasi spendiert, wenn du verstehst, was ich meine. Hmmm ... deine Augen sagen mir, dass du jetzt gar nichts begreift. Dann lass mich dir auf die Sprünge helfen. Mein wahrer Name lautet nicht Rin, sondern Ran. Ich hätte nicht gedacht, dass die menschliche Verwandlung SO gut funktioniert, bis auf den ersten Schweif, den eine Kitsune trägt."

      [ame='https://www.youtube.com/watch?v=BcfATQa90qc']Hall of the Mountain King[/ame]

      Offenbar schien der vor Wut qualmenden Min ein Licht bezüglich Ran aufzugehen: "Du kleine, pelzige Ratte! Als Rin habe ich dich echt sehr gerne gehabt, weißt du das eigentlich? Du hast dir meine Freundschaft erschlichen, die ganze Zeit mit mir und meiner Zuneigung gespielt, um ... um ... um ... natürlich! Es lief so ab! Du hast dich mit mir angefreundet, um mich von meinem eigentlichen Ziel, dem Training im Tempel, stets abzulenken und meinen Fortschritt zu verlangsamen, damit ich keine Gefahr für dich darstellen würde. Du wusstest genau, wie gerne ich mich der Zerstreuung widmete und hast dir gewünscht, dass ich meine Aufgabe, an die ich nie so fest geglaubte habe ... zumindest nie so fest wie heute ... aus den Augen verlieren würde. Danach ... der Autounfall mit meinen Eltern ... die Vulnonahaare im Auto, sie gehörten selbstverständlich zu dir! Du hast dich in den Wagen geschlichen und sie in Trance gesetzt, mit der Hoffnung, dass sie sterben würden. Dir hätten die Flammen nichts ausgemacht, aber meinen Eltern? Nur Glück und gute Ärzte konnten sie retten. Du hast darauf gesetzt, dass mir ihr Tod sämtlichen Willen und Lebenskraft nehmen würde. Da hast du dich aber gewaltig geschnitten! Hahahaha! HAHAHAHA! Deine ganzen Reisen hingegen ... da warst du dann bei deiner Tokunara, um dein Projekt mit ihr voranzutreiben ... dann der Ausflug in die Bretagne ... Yveltal, das Pokémon des Todes. Ich weiß nicht, was du mit ihm gemacht hast, aber ... aber eins musst du mir sagen, denn dafür habe ich nicht den geringsten Beweis vorzubringen. Rin ... Ran ... bist du tatsächlich Izanami, die Todesgöttin Japans?"
      War meine wundervolle Ran wirklich so grausam? Ich meinte ... SO grausam? Vielleicht ... erforderte ihre felsenfeste Entschlossenheit sie dazu, solche Maßnahmen zu ergreifen ... für das große Ziel am Ende. Ich war schockiert über ihre brachiale Vorgehensweise und ihre Tricks, doch mein Wohl war untrennbar mit ihrem Einsatz verbunden. Ich war so weit gekommen, um Freiheit zu erlangen und dem Leid ein Ende zu setzen. Ich würde mir mein Recht, so leben zu dürfen wie alle anderen auch, erkämpfen, wenn es sein musste gegen Min. Wenn ich an die Zustände im Labor zurückdachte, handelte es sich wohl auch um ein Recht, überhaupt leben zu dürfen. Ich wollte nicht sterben ... NIEMALS!
      Ran zeigte sich kein bisschen verärgert nach Mins schlauer Analyse: "Ahahahaha ... hahahaha ... HAHAHAHAHA! Du gefällst mir, Min. Weißt du? Du bist sehr, sehr clever. Yveltal konnte ich unglücklicherweise nicht als Souvenir mitbringen ... aber du kannst gut kombinieren. Nun ... was Izanami betrifft ..." Nun würde sich zeigen, ob Inari die ganze Zeit Recht hatte ...
      Min selbst hatte ihre Geduld ebenfalls aufgebraucht und stellte die Füchsin in menschlicher Form mit verschränkten Armen zur Rede: "SAG ENDLICH, oder ich zieh dir dein gottverdammtes Fell über die Ohren, du menschlicher Wischmopp!"

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • Vor den letzten beiden Kapiteln hat dieses hier 4.400 Wärter, das sind 200 weniger als im Parallel-Kapitel Min #34, das schon vor einer Woche herausgekommen war. Es hat ein bisschen gedauert. Natürlich gibt es noch jede Menge zu besprechen, weswegen ich den Kampf komplett hier reinstopfen muss.

      Wer irgendwann mal die Begegnung auf PO oder PS nachsimulieren will, hier die dann doch eklatanten Levelunterschiede.

      Display Spoiler

      Min:
      Hideyoshi 64
      Yoko 63
      A-Un 64
      Kenta 68
      Tony 72
      Kaoru 72

      Touka:
      Shotoku 73
      Benkei 75
      Michi 75
      Fluffy 76
      Inari 80
      Ran 82






      Kapitel XLVIII: Enoshima no Tatakai



      "Izanami ... ich kann es nicht beweisen, aber ja, das bin ich. Halt! Ich habe eine Idee. Als Todesgöttin garantiere ich dir einen Wunsch, Min, einen letzten Wunsch. Nenne mir eine Person, die ich töten soll. Und bitte eine, die für mich realisierbar ist, also eine aus Japan", bot die menschliche Ran meiner größtenteils unversehrten Gegenspielerin an. Lediglich eine Wunde am Bein und etwas Asche im Haar ... sie hatte großes Glück gehabt. Eigentlich hätte es mich schockieren müssen, dass Ran sich tatsächlich als Izanami bezeichnete. Mein Atem stockte zwar kurz, doch ich wollte es einfach nicht glauben. Das war doch komplett unlogisch und unrealistisch! Selbst wenn stand sie an meiner Seite und gab alles dafür, um mein Leben zu verteidigen - mein Leben, das für sehr viele andere einfach nur deshalb erlöschenswert war, weil ich eine potentielle Gefahr darstellte, insbesondere wegen meiner dämonischen Körpermerkmale. Doch dabei vergaßen sie, dass auch jeder Mensch in sich das Potential trug, zum Mörder zu werden. Während der Turm immer weiter von den Flammen verschlungen wurde, hielt ich es für die beste Idee, unser Treffen auf dem Boden der Tatsachen fortzusetzen, sodass ich Michi, mein Dragoran, aus seinem Pokéball befreite und ihm die Anweisung gab, Ran und mich hinabzufliegen. Sowohl Ran als auch ich passten unter einen Arm, an den wir uns festklammerten, sodass dieser Akt gefahrlos abgewickelt werden konnte. Man entkam schließlich nicht jeden Tag aus einem brennenden Turm!

      [ame='https://www.youtube.com/watch?v=JlmwXn_M68o']Mina;v;[/ame]

      "Ich habe meine Entscheidung gefällt", rief Min zu Ran, bevor ich auch nur einen Gedanken daran verschwenden konnte, dass möglicherweise ich selbst als "Auserwählte" in Frage kommen würde: "Wenn du wirklich Izanami bist, dann töte diesen 'man'. Er ist überall, man könnte meinen, er lauere hinter deinen Schultern, bevor rief dich hinterrücks anspringt!"
      Die neunschwänzige Füchsin in Menschengestalt war nicht minder verblüfft von der Antwort meiner Rivalin: "M-man? Erklär' mir das bitte!"
      Denn diese nutzte nun die Gunst der Stunde, um weit auszuholen und die Gesellschaftskritikkeule nicht ganz unberechtigt zu schwingen: "Nun, wer ist er, dieser 'man'? Eins steht fest: ein widerliches Scheusal, das die Menschheit in Verzweiflung bringt. 'Man' kann alles, 'man' weiß alles, 'man' ist in allem perfekt und somit der Maßstab für jeden Menschen auf der ganzen Erde, doch als imperfektes Wesen wird kein Mensch jemals seine Klasse erreichen. Neid, Verbitterung, Hass, Vereinsamung, Depressionen, Entlassungen, Selbstmorde, Mobbing. 'Mans' Score beträgt immer 100 % und zerfrisst die japanische Gesellschaft wie ein ätzender Wurm. Ohne 'man' wäre die Welt besser dran. Ohne ihn würde ich vielleicht sogar deutschen Boden betreten! Die Effektivität von 'mans' großer Wirtschaft war und ist doch eines von Japans größten Vorbildern! Ich bin immer noch Ärztin und du kannst mir keinen größeren Gefallen tun, als der Menschheit ihr größtes Krebsgeschwür herauszureißen!"
      Doch dann änderte sich alles. Ganz ohne Feuernation. Dutzende, vielleicht hunderte bestens gepanzerte Männer in Schwarz stürmten mit ihren Höllenbüchsen namens Maschinengewehr den tropischen Park Enoshimas. Sofort reagierte ich und bündelte die Macht der Finsternis in mir, um mich und meine Gegnerin in eine schützende Kuppel dunkler Energie zu hüllen, die erst dann zerbersten würde, wenn ich es befahl. Nun, da ich mich auf Tokunara eingelassen hatte, hatte ich schnell die Kontrolle der Energien gelernt. Dunkelrot, dunkelviolett und ... schwarz. Ich merkte, wie mulmig Min es plötzlich, umgeben von diesen bedrohlichen Farben, wurde. Immerhin konnte sie unseren gesamten Anhang teils sehen und hören. Auch mir war dies wichtig, denn ich achtete auf Papa, Kyoko, die anderen Geikos, Motohiro und Eiko, für die ich genauso überleben wollte wie für mich selbst.
      "Die werden mich umbringen wollen, aber das können die knicken. Ran und ich werden alle Institutionen, die mein Leben aufs Spiel setzen, in einem Akt der präventiven Notwehr auslöschen", erläuterte ich meiner überrumpelten Gegnerin mein Vorhaben, das auch unsere große Entscheidungsschlacht beinhaltete: "Erinnerst du dich an das Versprechen, das ich dir einst gab, Min?" Vier andere Zuschauer quälten sich, begleitet von einem überdurchschnittlich schlanken, aber trotzdessen stämmigen Shnurgarst begleitet, die Betontreppen hinauf, um dem Geschehen beizuwohnen. Stolz blickte ich auf die Menschenmassen und schwang elegant meinen Maiohgi, den großen Tanzfächer. Ich war dazu geboren, eine Geiko zu sein, das werdet nun alle erleben! Ein perfekter Kampf konnte anmutig wie ein perfekter Tanz sein, wenn man denn mit den richtigen Partnern zusammenarbeitete. Einem alten Herrn, der sich stets gerne die Geikotänze gegönnt hatte, konnte sogar seinem Rizeros, wie mein Benkei eher ein Pokémon vom Typ "Donphan im Porzellanladen", äußerst grazile Bewegungen antrainieren. Hinter allen Neuankömmlingen folgte noch eine fünfte Person, ein Mädchen, das mir sehr gut bekannt war - Raazu.
      Min war so vertieft in die laut japsenden Störenfriede, dass ich sie ungeduldig und mit lauter Stimme daran erinnerte, dass ich ihr eine nicht unwichtige Frage gestellt hatte: "ERINNERST DU DICH AN DAS VERSPRECHEN?"
      "Ja, worauf willst du hinaus? Dass ich dein komisches Stümperteam in der Luft zerreiße? Wie viele Pokémon besitzt du üb- ...", kläffte die Hundebesitzerin zurück, bevor ihr mit dem Abspreizen meiner Arme die an den Kimonoärmel befestigten acht Orden Johtos zeigte. Die sechs Pokébälle an meinem Obi machten ihr schnell klar, dass der Kampf in ihren Träumen wesentlich unkomplizierter für sie verlaufen war. Ich folgte ihrem Blick zur Seite und entdeckte Ran, die sich aus dem Haufen Kleidung, die sie in menschlicher Form soeben noch trug, nach oben wühlte und sich mit ihren neun bauschigen Schweifen imposant vor mir aufbaute. Trotzdessen zog ich sie, so selten das auch bisher vorgekommen war, in ihren Ball zurück, da ich diesen Kampf mit einem anderen Pokémon einläuten wollte.
      Ich zischte wütend zurück und gab ihr einen Augenblick, zu realisieren, wen sie dort vor sich hatte: "Dies sind die acht Orden Johtos. Ob du den amtierenden Champion Honshus mit deinen sage und schreibe null Orden bezwingen wirst? Schätzchen, sei mir nicht böse, aber wenn ihr jemand im wahrsten Sinne des Wortes zerfetzt wird, bist du das! Vernichtet ihr Team, ein für alle Mal! Shotoku, dir überlasse ich die Ouverture!"


      [ame='https://www.youtube.com/watch?v=RL5tPXdLLIg']vs Min I[/ame]

      "Komm raus, Hideyoshi, erwürgen wir die Nachtigall! Oder wieso greifen wir nicht einfach direkt zum Kreuzhieb?", befahl Min ihrem Rasaff, das zeitgleich mit Yukisangos Snobilikat das hölzerne Kampffeld betrat. Sie spielte auf die Taktiken der drei Reichseiniger an, die auf unterschiedliche Weisen eine Nachtigall zum Singen bringen wollten. Oda Nobunaga tötete sie, Toyotomi Hideyoshi zwang sie mit Gewalt und Ieyasu Tokugawa wartete geduldig, bis die Zeit gekommen war. Ich konnte mit Shotoku durchaus dieses Duell gewinnen, denn Min war nicht mein Ass im Ärmel bekannt. Doch dafür hätte ich einen großen Preis bezahlen müssen, wenn ich die Kraft des Katers überschätzte. Sicher war das nicht mehr das kleine Menki, dass Fluffy und ich damals vor dem Krankenhaus besiegt hatten. Dies war es mir nicht wert, sodass ich ihn zurückzog und erneut den orangenen Drachen ins Geschehen beförderte. Michi, mein treues Dragoran, fing den zu erwartenden Kreuzhieb tapfer ab, störte sich aber auch nicht weiter dran.
      Nun war ich an der Reihe, Anweisungen zu geben: "Michi, Wutanfall! Fege dieses scheußlich' Affenmonster vom Feld!" Min hatte meinen Wechsel nicht gerade mit großer Freude zur Kenntnis genommen, war nun allerdings gezwungen, die gleiche Taktik anzuwenden: Hideyoshi machte Platz für die Guardevoir-Lady Kaoru, mit der ich bereits in Kangs Labor Bekanntschaft schließen durfte.
      "Kaoru ... klatsch' dem doch bitte eine Mondgewalt ins Gesicht! Das verdammte Dragoran macht mich etwas panisch ...", wies die in einer Art blauen Trainingsjacke, einer kurzen Sporthose und einem noch etwas knapperen Faltenrock, beide in schwarz, sportlich gekleidete Trainerin mit den drei Strähnen ihre Partnerin an, Michi zu attackieren. Dabei vergaß sie, dass selbst ein Guardevoir gegen die ehrlich gesagt nicht gerade offensichtliche Geschwindigkeit eines Dragoran keinen Stich setzte. Mir hingegen viel etwas weniger Belangreiches auf, nämlich, dass Min die schwarzen, knapp schulterlangen Haare nun auch um eine rote Strähne ergänzt hatte - Rubin, Smaragd, Saphir. Schweißperlen rollten ihr leicht sonnengegerbtes Gesicht herunter und hektisch wuselte Min in ihrem Pony herum. Sie war so nervös, so richtig, richtig nervös.
      "Eisstrahl."
      Der frostige Energiestrahl, der zuerst in die Brust des Guardevoirs einschlug, begann schnell, sich in Kristall zu manifestieren. Der Wutanfall ließ die Ärmste kalt, doch dieser Angriff ließ sie kälter!
      "KAORUUUUU!"
      Nicht nur Kaoru, die in einen dicken Eisblock eingeschlossen wurde, litt durch diese Attacke. Auch Min machte dies zu schaffen. Ich hatte die Eiseskälte, die mir entgegengebracht wurde, ebenso noch bestens in Erinnerung und stieß einen leisen Seufzer aus. Dabei verhinderte die Feuerkraft in mir noch die schlimmsten Schäden und Schmerzen. Welche Alternativen hätte ich, den Kampf schnell und sicher für mich zu entscheiden, noch gehabt? Donnerblitz ... ob das schmerzhafter war? Guardevoir würde Michi die Flügel ausrupfen, wenn sie mit Mondgewalt zum Angriff gekommen wäre, sodass ich auf Nummer sicher ging und Michi ihr eisiges Gefängnis noch etwas ausbauen ließ. Min musste, mit einem großen Risiko verbunden, wechseln, doch sie weigerte sich beharrlich. Kaoru sollte nun bald die Kraft ausgehen!
      KLIRR!
      Was zum ... als der kleine Gletscher plötzlich immer mehr in gleißendes Licht eingehüllt worden war, zerbarst der Eisberg in tausende Stückchen, wie ein zerbrochener Spiegel. Während Min offenbar einige der Splitter ins Gesicht bekommen hatte, flog auf Michi ein ganz anderes Problem zu - die so gefürchtete Mondgewalt, die ihn in der Luft erwischte und mit einem mächtigen Treffer in die Bewusstlosigkeit stürzte. Als der massige Körper in das Plateau einschlug, erzitterte die Bodenfläche merklich.

      "Ich habe dir gesagt, dass ich dich nicht im Stich lassen werde ... es geht zwar um die Zukunft der Welt, aber diese ist doch unmittelbar an dein eigenes Leben geknüpft! Das musst du verstehen, Min! Nur so kannst du den Kampfgeist entwickeln, den du brauchst. Du darfst keine Angst vor diesem Mädchen haben! Du hast doch sonst vor niemandem Angst! Die sind körperlich stärker wie wir. Ich kann anhand meiner Verletzungen abschätzen, wie stark die Gegner sind! Also, was heißt das jetzt ...?", ließ mich das ausgebrochene Guardevoir an ihrer Konversation mit Min absichtlich teilhaben, während meine Wahl erneut auf Shotoku fiel.
      Obwohl ich Min eigentlich für eine intelligente junge Frau gehalten hatte, schien sie nicht zu verstehen, auf was ihre Partnerin mit den grünen Haaren überhaupt hinaus wollte: "Äh ... Tokunara die Visage einkloppen?" Sie hatte nicht den geringsten Schimmer, was die vom den Frostbissen gebeutelte Kaoru zu einem entnervten Augenrollen verleitete.
      Das Guardevoir mit dem etwas längeren, etwas ungeordneten Pony in der Stirn atmete einmal tief ein und wieder aus, bevor sie sich für eine andere Variante entschied, der jungen Medizinstudentin, soweit ich das recht im Kopf hatte, mehr Selbstvertrauen einzuimpfen: "Ganz genau! Aber ... wieso muss ich dir eigentlich in den Schädel hauen, dass ihr sowas wie Erzfeinde seid? Wie Sengo und Vipitis? Hast du keinen Ehrgeiz, Miiiiiiiin-chaaaaaan?"
      "Kaoru, bevor du noch mehr blöde Sprüche reißt, hau dieses blöde Snobilikat aus dem Ring! Psychokinese!"
      Wow, war sie wütend! So wütend, dass es mich beinahe aus den Socken riss, während diese nicht in den hölzernen Geta-Sandalen mit ihren monströsen Absätzen verankert! Das war die Min, die mich am liebsten mit dem Kopf gegen die Wand geschmettert hätte, als ich damals mit ihr kollidiert war.
      Das Guardevoir machte sich startklar für einen Angriff, doch ich hatte nicht vor, es so weit kommen zu lassen: "Heimzahlung ... halte dich nicht zurück! Kämpfen wir für Yukisango!" Eine Niederlage war gleichbedeutend mit meinem Tod und alles, wofür sie ihr Leben hergegeben hatte, wäre völlig umsonst gewesen. Der beige Rassekater wusste dies ganz genau und setzte mein Kommando mit all seiner Kraft um, der das geschwächte Guardevoir nicht widerstehen konnte. Die spitzen Krallen bohrten sich durch den zierlichen, gertenschlanken Körper und hinterließen einen tiefroten Fleck auf Kaorus Brust. Shotokus Gegnerin kippte regungslos zu Boden. Ich kniff meine Augen zusammen, um nicht hinschauen zu müssen, was ich soeben angerichtet hatte! Ich hoffte nur, dass sie mit ihrem Leben davongekommen war, alles andere würde wohl auf ewig an meinem Gewissen nagen ...
      "HIDEYOSHI! SCHLAG ES ZU BREI! KREUZHIEB!", fauchte Min, deren Tränen ihren schwarzen Mascara bereits ihre Wangen herunter trugen. Sie hing genauso an ihren Pokémon wie ich ... doch ich würde nicht klein beigeben.


      [ame='https://www.youtube.com/watch?v=wb_zLitqH1o']vs Min II[/ame]

      Es war Zeit, mein Ass im Ärmel auszuspielen, während meine geschockte Gegnerin mit offenem Mund das granabeerenrote Blut des Guardevoirs an ihren Fingern begutachtete: "Es tut mir Leid um Kaoru. Du weinst ... um ein Pokémon. Für einen Menschen würde es dir sicher wesentlich schwerer fallen. Wir sind uns gar nicht so unähnlich. Shotoku ... räume das Rasaff mit Knuddler aus dem Weg." Sofort stürmte mein treuer Kater auf seinen Gegner zu und verabreichte diesem eine Tracht Prügel, sodass zahlreiche Fellbüschel durch die Luft katapultiert wurden. Knuddler sollte reichen, oder? Musste reichen ... wenn nicht ... dann ...
      "Nyaaaaaaaaaaaaaaaaruuuuuuuuuuuuuu!", schoss ein beiger Fellknäuel auf mich zu, für den ich die ganze Kraft in meinen Beinen zusammennahm. Ich sprang zur Seite ab, umklammerte den weggeschleuderten Shotoku mit meinen Händen und stürzte unsanft auf die Schulter. Stechender Schmerz lähmte meine Muskeln und veranlasste mich dazu, meine Augen kurz zu schließen, doch als ich sie wieder öffnete, entdeckte ich aus der Bodenperspektive einen ledernen, schwarzen Gürtel, der unter dem dicken Fell Hideyoshis nur sehr schwer zu entdecken war - ein Fokusgurt, mit dem das übel zugerichtete Pokémon Shotokus Knuddler überstand und selbst zum Zuge kam, nämlich mit Kreuzhieb. Mir und wahrscheinlich auch Min musste klar sein, was jetzt geschah. Jedes meiner Pokémon konnte die halbherzig trainierte Mannschaft meiner Gegnerin in punkto Geschwindigkeit übertrumpfen, erst recht die beiden Vulnona.
      Somit war es Zeit, dass ich Inari auf den Plan rief: "Unmöglich, dass dein Rasaff mein Ass im Ärmel übersteht! So oder so, es hat massiv einstecken müssen. Inari, mach es fertig!" Ich biss meine Zähne fest zusammen und entfernte den gröbsten Schmutz von meinem Kimono.
      "Gestern noch mein Verbündeter und jetzt sind wir bereit, mein Team auseinanderzunehmen? Alter, Inari! Du falsches ...", tobte Min, die die Fassung nun endgültig verloren hatte.
      Inari hingegen zeigte wieder einmal, wie wichtig es war, ihn an meiner Seite zu wissen: "Mitnichten. Meine Treue galt stets dem Leben Toukas. Verliert sie diesen Kampf, wird sie von den hunderten Schwerbewaffneten niedergeschossen und alles, was ich innerhalb des letzten Jahres erreicht habe, wäre umsonst. Ich glaube an das Mädchen! Vertraue mir, dass ich genauso wenig zulassen werde, dass sie dich im Falle einer Niederlage umbringen wird!"

      Ich befahl meinem Fuchs einen Flammenwurf, um den stark geschwächten Hideyoshi endgültig auf die Bretter zu schicken, doch Min hatte andere Pläne: "Der Fall einer Niederlage? Die wird es nicht geben! Und jetzt, Hideyoshi, Erdbeben!" Glücklicherweise kam es dazu nicht, da Inari schnell in die Luft sprang und das Kampf-Pokémon rechtzeitig aus dem Spiel nahm. Immerhin wussten wir doch gar nichts über die Stabilität des Turmes! Mittlerweile kniete Min wieder auf dem Boden und pflegte ihre hoffentlich nicht für ewig gefallene Partnerin, als das nächste Pokémon bewusstlos vor ihr umkippte. Die Sorge und die Angst, die ihre Augen befeuchteten, verdorrten, als sich die fast schwarzen Sehorgane nach oben bewegten und mich anfixierten. Nicht mein Pokémon, sondern ich hatte Kaoru dies angetan! Mich quälte dieser Gedanke und ich beschloss, ihn bis zum Ende des Kampfes auszublenden.
      "Los, Yoko! Jetzt liegt es an dir! Feg diesen blöden Köter mit Hydropumpe weg!", platze es nun ungehalten aus meiner Gegnerin heraus, die sich mit ihren 1,60 Meter vor Zorn bedrohlich vor mir aufbauen wollte. Doch da war noch etwas anderes als Zorn. Angst. Genau die gleiche Angst, die auch ich verspürte, Angst um mein Leben. Weder Inari, noch Ran, geschweige denn Benkei konnten gegen das eindrucksvolle Pokémon bestehen, dass ich nun vor meinen Augen hatte. Diese Min ... besaß ein unglaubliches Drachenseeross ... ein Seedraking. Das azurblaue Pokémon setzte mich mit dem Aufladen seines Wasserstrahls sofort unter Druck, sodass ich mich instinktiv dafür entschied, auf Fluffy zu wechseln. Meine Süße fing den Angriff zwar nicht mit Bravur, aber gut genug ab. Immerhin liebte sie als flauschiges Pokémon mit Putzfimmel Wasser! Ihr Pelz eignete sich hervorragend zum Leben am Wasser, da die Tropfen so gut abperlten.
      Mein allererstes Pokémon würde nun gegen dieses gigantische Ungeheuer bestehen müssen und auch werden, versicherte ich meiner kleinen, flauschigen Partnerin: "Fluffy ... mein süßer Schatz ... greif' mit Rückkehr an! Zeig Min, wie stark der Bund zwischen Pokémon und M- ... mir sein kann." Das gleiche ein weiteres Mal und wir wären dem Sieg bereits ein ganzes Stück näher gewesen! Min drängte ihr Pokémon darauf, mein Chillabell mit Eisstrahl anzugreifen, doch sie konnte schnell genug zur Seite hin ausweichen, sodass sie bis auf etwas Raureif und Frost von dem schmerzvollen Angriff verschont blieb.
      Min setzte weiterhin auf die Eis-Attacke: "Yoko! Wir müssen aufs Ganze gehen! Probiere noch einen Eisstrahl, viel mehr kann das Chillabell doch gar nicht aushalten!" Es war abzusehen, dass sie auf den Nebeneffekt des frostigen Strahls hoffte, sodass ich bewusst und ungefährdet Ran ins Rennen schicken konnte, die ein angeekeltes Schnauben in Richtung des Pokéballs ausstieß. Ich wusste, wie sehr sie diese Unfreiheit verabscheute, aber manchmal ließ es sich nicht vermeiden.
      "So, mein Liebes. Dieses Seedraking beherrscht Hydropumpe. Du weißt, was jetzt zu tun ist, oder?", klärte mich meine Vulnona-Lady über Yokos Attackenmuster mit einer leicht bis mittelschwer hochnäsigen Tonlage auf. "Mein Liebes?" Das hatten meine Mutter oder Yukisango zu mir gesagt, aber sonst niemand. Sie konnte wirklich anstrengend sein, doch ohne Inari und Ran stände ich jetzt nicht hier, um diese letzte Chance zu ergreifen. Irgendein kranker Forscher hätte mich wahrscheinlich schon seziert wie ein Glibunkel in der Schule.
      Ich würde tauschen - zu Fluffy. Meine Hand glitt zu dem Ball, packte ihn und schwang ihn nach vorne - doch beide erstarrten wie von einer Geisterhand umklammert, als der Eisstrahl auf Ran zuraste.
      "Lass mich ... mit dieser ... Min ... etwas spielen, okay? Fufufufu ...", bestimmte die neunschwänzige Schönheit unser weiteres Vorgehen. Plötzlich stoppte den Sondersensor, der meinen Arm lähmte und wurde durch eine Finsteraura ersetzt, die dem Seedraking das Fürchten lehren sollte.
      Ran konnte nicht nur Feuer spucken, sondern auch große Töne, wie sie unserer Gegnerin beispiellos bewies: "DAS ... meine süße Min, ist die Macht der Finsternis. Die Kraft des Todes. Die Krallen der Izanami. Ich sehe in deinen Augen, wie dich das elende Berechnen quält. Nicht nur, dass du die Züge meiner hübschen Tokunara einschätzen musst, sondern auch noch meine Handlungen. Gib zu, es zermürbt dich. Wechselt sie jetzt? Lasse ich den Wechsel zu? Naaaa?" Man sah an, wie sehr Min diese Situation belastete. In der Hocke verbarrikadierte sie mit den Händen ihre Ohren, um Hohn, Spott und vor allem eine mögliche Realität nicht mehr ertragen zu müssen.

      Sollte ich nun tauschen? Einmal hatte es funktioniert, aber ein zweites Mal, wie wahrscheinlich war es? Doch egal, erneut ließ Ran mir kein Mitbestimmungsrecht.
      "Eisstrahl! Sie muss tauschen!", schrie Min, doch die Füchsin lachte innerlich über den Energiestrahl. Stattdessen rüstete sie sich mit Ränkeschmied für einen verheerenden Angriff auf.
      Wild peitschten ihre fluffigen Schweife umher, als sie nicht nur Min, sondern insgeheim auch mir den Grund für ihr selbstherrliches Verhalten erklärte: "Es geht mir gegen meinen Stolz, dass dieser wahnsinnige Inari hier die Lorbeeren einheimsen wird. Ich höchstpersönlich werde dir, Min, die Ehre erweisen, euch nun wie eine Schlange Dominosteine umzuwerfen, einen nachdem anderen"
      "Eisstrahl, nochmal!", schrie die Koreanerin nun verzweifelt und verunsichert, doch Ran ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Erneut erhöhte sie ihre Durchschlagskraft mit Ränkeschmied. So sah es exzellent für uns aus. Ich griff besser nicht ein, denn meine Füchsin würde doch genau wissen, was sie da tat. Ich vertraute ihr voll und ganz.
      Nichts konnte Ran Angst einjagen, wie sie selbstbewusst verlauten ließ: "Ich hätte die Hydropumpe überstanden, Min-chan, sei dir da gewiss. Aber jetzt wirst du unterge- ... konya?" Doch dann schlug der Eisstrahl ein. Als die Pfoten am Boden festfroren, wurde Rans Bewergungsfähigkeit enorm eingeschränkt - war eine Pfote befreit, waren zwei andere bereits vereist! Meine Füchsin schaffte es nicht mehr, die Attacke abzuwehren, während Yoko sie immer weiter beschoss, bis das Vulnona zu Eis erstarrt war. Meine ... geliebte Ran!


      [ame='https://www.youtube.com/watch?v=4yn8vrA8uNc']vs Min III[/ame]

      "Nimm das, du Fuchs-B*tch! Das ist für das, was du meiner Mama angetan hast! Und das für das, was du meinem Papa angetan ist! Jaha! Friss das, Ran-chan! Hydropumpe! Jetzt sehen wir ja, ob du es aushältst, 'Schätzchen'!", feierte Min ihren Erfolg und ließ die zum Eisklumpen gefrorene Fuchsdame mit Hydropumpe beschießen. JETZT spätestens musste ich reagieren. Ich biss mir auf die Lippen und grübelte, wen ich denn ins kalte Wasser warf, doch mir blieb eigentlich nur eine vernünftige Wahl, so weh sie auch tat.
      Mit einem Hauch der Trauer geleitete ich mein allererstes Pokémon aus ihrem Pokéball: "Fluffy ... es tut mir leid, diesen Weg gehen zu müssen ... aber Rans Stolz hat uns keine andere Wahl gelassen." Nach den Rankenschmieden hätte Ran Min zerschmettern können, doch nun wurde mein süßes Chillabell direkt in meine Arme geschmettert. Wieso wollte sie einfach immer mehr und konnte nicht nach dem ersten Ränkeschmied schon angreifen? Sie war größenwahnsinnig und zu sehr von sich selbst überzeugt, doch hatten wir nicht alle unsere Fehler?
      Das angeschlagene Seedraking sollte nun mein anderer Fuchs zu Boden bringen: "Inari, Psyschock! Beende das, sodass Platz für Benkei ist!" Ich hätte Ran mit meinen eigenen Flammen auftauen können, doch wäre es nicht gegen die Regel gewesen? Sie war ein Feuer-Pokémon und würde doch sicherlich schon bald selbst ausbrechen!
      Erwartungsgemäß überstand das Seedraking den Sondersensor des weißen Fuchsrüden nicht, sodass Min nun ihre nächste Überraschung auspacken durfte: "Kenta, GO! Lass' den Dreckskerl aussehen, als hätte er zu lange in einer Steckdose geschnüffelt! Mega-Entwicklung, go! Donnerblitz!" Der Gürtel an Mins Rock wurde von einem grünlichen Licht eingehüllt, das sich schon bald auf ihr Voltenso ausbreitete. Wie in unserem letzten Gefecht führte Kenta die Mega-Entwicklung durch, um uns so viel zu schaden, wie nur möglich.
      "Min, du machst einen Fehler. Izanami ist dein Feind, nicht Tokunara! Dieser Kampf spielt ihr nur in die Karten!", blaffte Inari, der sich bedrohlich vor dem anderen Caniden aufbaute und im Anschluss zum Sprint ansetzte, um ihn mit den blinkenden Lichtern seines Konfusstrahls zu verwirren. Er schien sich bezüglich Ran sehr sicher zu sein. Doch das Voltenso ließ sich nicht von dem Angriff beirren und feuerte eine Salve gleißender Blitze auf meinen Fuchs ab, der laut hechelnd zurücksprang.
      Nun war es Zeit für die geballte Offensive: "Flammenwurf, los!" Beide Attacken fusionierten zu einer großen Explosion, doch beide hatten ihr Ziel exakt getroffen.
      "Nochmal, Donnerblitz!"
      "Flammenwurf!"
      Normalerweise hätte Inari die Flinkheit besessen, zuerst zu agieren und das Voltenso auszuschalten, doch die Blitze, die um seinen Körper zuckten, schränkten ihn in seinen Bewegungen immens ein. Paralyse! Der dritte elektrische Angriff des Donnerhundes war letztendlich mehr, als er wegstecken konnte. Stolz betrachtete Min ihr Voltenso, um das ich mir immerhin keine Sorgen machen musste, als ich das nächste Pokémon, mein Rizeros Benkei in den Ring schickte. Noch hatte ich den Sieg in meiner Hand, wobei ich leider nicht genau wusste, welche Pokémon Min noch besaß. Das Trikephalo und das Noivern mussten noch fehlen.

      "Benkei, Erdbeben. Das wollte Min doch ebenso gerne sehen!", befahl ich Rizeros das Erdbeben, nachdem der Turm nun immerhin größtenteils erloschen war. Soll er doch einstürzen, die Aurakuppel schützte uns vor den Einschlägen, da die Trümmerstücke schmelzen würden." Gegen den mächtigen Erdstoß, der den Turm zum Glück weitestgehend unbeeindruckt ließ, hatte Voltenso keine Chance und ging zu Boden.
      Nun sandt Min das Noivern aus, das ich mit Steinkante ebenso gefährlich treffen konnte: "Los, Tony! Der da ist ein Wanker! Also mach ihn bloody fertig, du Limey! Drachenpuls!" Wieder zog sich mein Herz zusammen, als sich das Fledermaus-Pokémon zu dem schwerverletzten Guardevoir drehte und mit Wehmut befallen wurde. Der Drachenpuls machte Benkei zu schaffen, doch die Steinkanten, die sich aus dem Boden bohrten, waren in ihrer Wirkung wesentlich verheerender, da sie den "Drachen" genau vor das Guardevoir beförderte. Immerhin sah er aus der Ferne nicht so schlimm verletzt aus, wie ich es anfangs befürchtete hatte, auch wenn Mins Reaktionen anders waren. Erkannte ich durch das dunkle Fell lediglich das Blut nicht? Verdammt, Tokunara, welche Ausmaße nahm das hier noch an!
      "Los, A-Un! Drachenpuls!", wütete Min, der nun tatsächlich ein einziges Pokémon geblieben war. Wie schon gegen Watarus Drachen hatte mein Nashorn hier ganze Arbeit geleistet, doch der Kampf war gewiss nicht vorbei. Waren all meine Pokémon denen Mins in ihrer Geschwindigkeit überlegen, so drehte sich der Spieß bei Benkei. Und ich hasste es. Der Drachenpuls riss ihn von den Füßen und mir blieb tatsächlich nicht mehr als eine auf Eis gelegte Ran.
      Min konnte ihr Glück kaum fassen: "A-Un, warst DU das?"
      Keine der Attacken Rans konnten das dreiköpfige Drachenpokémon auch nur auf irgendeine Weise stören. Es gab Konfusstrahl und Irrlicht, aber wirklich offensiv war das auch nicht. Unglaubliche Schmerzen lähmten meinen Kopf und der Wahnsinn bewegte sich in meine seelenlos starrenden Augen, die den Tunnelblick aktivierten. Augen, in dene sich immer mehr die Tränen der Hilflosigkeit anreicherten.
      "Ran ... Raaan ... RAAAAN! Bitte! Ich brauche dich! Wir dürfen nicht verlieren! Wenn wir verlieren sterben wir, das weißt du doch ganz genau!"
      Hunderte, Tausende. Wie viele Bewaffnete warteten nur darauf, meinen kleinen Körper zu durchlöchern und meinen roten Kimono mit dieser Farbe noch weiter anzureichern? Raaaaan!

      [ame='https://www.youtube.com/watch?v=PoDwNISXGiM']Touka;v; >_<[/ame]

      Nun war ich auf Glück angewiesen und Min wusste dies ganz genau, als sie dem dunklen Drachen den Auftrag für unsere totale Zerstörung gab: "Das ... ist auch nochmal für meine Eltern! Drachenpuls! Los! Bei ihr zeigen wir keine Gnade!" Dieser Hass war nur entflammt, weil Ran mit ihren Methoden über das Ziel hinausgeschossen war. Dann sollte sie gefälligst auch die Suppe, die sie mir eingebrockt hatte, auslöffeln! Als der Drachenpuls in Ran einschlug, rutschte der Eisklotz auf mich zu und warf mich durch den rüden Zusammenstoß auf den Boden.
      Stolz auf ihren vermeintlichen Sieg empfing sie bereits, als ich mich wieder aufrichtete, auf den Gesichtern der Menge die Glückwünsche, doch das Lachen sollte ihnen vergehen. Neun steil nach oben aufgerichtete Schweife und ein grellrotes Leuchten in den Augen zeigten mir, dass Ran endlich wieder wohl auf und vor allem aufgetaut war!
      "Was ist mit der Zeit, die du mit MIR verbracht hast? Ist sie dir nichts mehr wert?"
      MEINE RAN!
      Min fühlte sich nun wie im falschen Film. Ihr Pokémon brannte lichterloh und seine Trainerin rang um Luft und Orientierung. Ich wollte einfach nur auf Ran zulaufen und sie knuddeln, doch die voluminösen Schweife peitschten mich energisch weg.
      Jetzt würden wir doch gewinnen, oder? Diese Enoshima no Tatakai ... diese Schlacht von Enoshima. Meine Ran war unbesiegbar!
      Auch Min wusste um ihre Situation und versuchte sich selbst zu ermutigen: "Wenn du nicht an dich glaubst, wer soll es sonst tun?"
      Wie ähnlich wir uns doch waren. Selbstbewusstsein, Glauben an sich selbst. Eigentlich hatte ich immer gedacht, dass Min all dies besäße, was mir die ganze Zeit gefehlt hatte. Und jetzt saßen wir im selben Boot in einem Kampf um Leben und Tod.
      "Keine Sorge, Tokunara. Ich werde dich besser behüten als jede Mutter dieser Welt ..."
      Ran ...

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • Hallöchen,

      ich möchte alle, die diese Geschichte heimlich oder weniger heimlich mitlesen, darum bitten, dem aktuellsten Kapitel, dem Kapitel, bis wohin sie gelesen haben oder dem Startpost einen Like zu geben, damit ich weiß, wer an dieser Fanfiction interessiert ist! Mich würde es sehr freuen, wenn ihr diesem Aufruf folgt, um mir einen besseren Überblick zu geben! Merci! =)

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • Ich habe zwar das vorletzte Kapitel #49 begonnen, aber ich schaffe es einfach nicht mehr heute. Habt noch etwas Geduld! Trotzdem hat heute nicht Turtacos Geburtstag, sondern auch das 1. Kapitel von Yamihonou feiert sein zweites Jubiläum! Schade, dass die Geschichte noch nicht rum ist innerhalb dieser 2 Jahre, aber hier gibt es etwas Trivia, wie zum 4.000 Beitrag für Min:


      Trivia I:
      Touka:

      - hatte früher ein riesiges Nachtara-Plüschtier besessen, hinter dem sie sich als kleines Kind versteckt hatte: da die anderen Kinder sie wegen ihren Hörnern und des Schweifs mieden, war er bis in die Pubertät hinein ihr bester Freund

      - Touka spielt gerne Hockey, doch der Eintritt in die Okiya war so intensiv, dass sie aus dem Verein austreten musste und auch während der Ereignisse von Yamihonou findet sie nur noch selten Zeit für ihr Hobby, um sich zu entspannen

      - liebt edle Kimonos oder auch Cosplays und träumt nach ihrer Karriere als Geiko davon, selbst Kimonis designen zu dürfen, doch im Alltag gibt sie sich auch sehr gerne mit lässiger Freizeitkleidung zufrieden, doch sie hasst Blumenmuster, wenn es nicht gerade die auf den Kimono gestickten, traditionellen Motive (mit weniger Kitsch) sind

      - früher hatte sie sehr gerne Geschichten und Fanfictions geschrieben, doch dies endete abrupt nach der ersten Begegnung mit Tokunara, ohne, dass sie das genauer begründet hatte

      - liebt Gewitter, Blitze und starke Sommerschauer, egal, ob vor dem Fenster oder mittendrin, wo sich die lauwarmen Wassermassen über ihren durch Tokunaras Kraft unbewusst erhitzten Körper ergießen



      Satori:

      - hatte früher enorm viel geraucht und neigt in Stressituationen immer noch dazu, sich gelegentlich eine Zigarette anzuzünden

      - unfassbar schlechte Verliererin, egal ob im Sport, in Videospielen oder Brettspielen, doch ihre Reaktionen amüsieren mehr, als dass sie anstrengend wären

      - hatte, bevor sie mit 15 in die Okiya eintrat, sich am Ballett versucht, wurde jedoch von der Schule abgelehnt

      - verabscheut nahezu alle Arten von Gemüse und gönnt sich lieber Burger und Pommes

      - ist nicht leicht zum Lachen zu bringen, liebt jedoch abgöttig amerikanische Sitcoms mit viel, viel Schadenfreude: ihr Lieblingscharakter ist Arthur Spooner aus King of Queens, da er stets Havoc verursacht



      Ran:

      - raucht regelmäßig Vitalkraut, was ihren Geisteszustand aber nicht zu beeinträchtigen scheint ... oder doch?

      - frisst von allen Beeren am liebsten die Granabeere und ist ganz wild nach ihrem Saft, auch wenn ihre Schnauze danach komplett rot eingefärbt ist und in Teichen gewaschen werden muss

      - klaut den Shintoschreinen, den religiösen Stätten der Geburt und des Diesseits, ihre Spendenboxen und verbuddelt aus purer Abneigung gegen Izanagi die Münzen im Wald

      - überfällt Stände, Imbisse und kleine Restaurants, mit der Gewissheit im Hintergrund, dass diese sich nie zur Wehr setzen würden, denn ihr Flammenwurf könnte das gesamte Haus niederbrennen: diebische Vulnona und Fukano wurden in Kyoto seit ihrer Ankunft so bekannt wie die diebischen Menki im Nordosten des Landes

      - betört Passanten mit ihrer ungeheuren Eleganz und Schönheit, um sich eine Eiswaffel zu ergaunern: die menschlichen "Diener" halten diese bereitwillig fest und dürfen dabei Ran beim genussvollen Lecken zusehen, ihre Lieblingssorten sind Himbeer und Karamell



      Inari:

      - liebt es, dem Grillen beizuwohnen und den Menschen danach das Fleisch wegzufressen

      - frisst für einen Fuchs ungewöhnlich gerne Reis und Speisen, die mit Reis zubereitet wurden

      - hört am liebsten Shamisen-, Koto- und Jazzmusik: wenn diese Musik aus manchen Häusern oder Gewerben ertönt, schleicht er sich gerne heran, um zu dösen und zu lauschen

      - ist begeistert von Schnee, in dem er herumtollen und sich zugleich perfekt tarnen kann, kalt wird ihm nicht dabei

      - fährt liebend gerne Shinkansen und nutzt die Abwesenheit von Kontrolleuren aus, um unter den Sitzen hervorzukriechen und aus dem Fenster zu starren



      Fluffy:

      - mag am liebsten Birnen- und Nirbebeerenkompott als Nachtisch

      - hatte als kleines Picochilla ein Telefonkabel in der Okiya durchgeknabbert

      - macht wie alle Chillabell gerne sauber, hat aber tierische Angst vor Staubsaugern

      - ist Stammkundin bei den Massagebrüdern in der Dukatiamassage

      - liebt es, mit Aprikokos zu jonglieren oder Trampolin zu springen



      Eiko:

      - musste bereits einmal den Führerschein wegen überhöhter Geschwindigkeit abgeben

      - hatte als Kind viel Reitunterricht gehabt

      - spielt privat E-Gitarre, doch ihre Jugendband hatte sich seit einigen Jahren aufgelöst

      - stammt väterlicherseits aus einer Gangster-Familie mit Wurzeln in Hiroshima und Osaka (Yakuza)

      - besucht nicht nur regelmäßig gern Casinos, Spielhallen und Pachinkos, sondern kann sich auch zuhause für ausgiebiges Zocken begeistern, wodurch auch Motohiro ein ganzes Wochenende mit Daddeln an PC und Konsole verbringen darf



      Motohiro:

      - besitzt ein schwarzes Motorrad, mit dem er durch Japan cruist

      - besitzt Gürtel in Kung-Fu, Jiujitsu und Taekwando

      - taucht gerne und erkundet die Unterwasserwelt an den Küsten Japans, Unterwasserfotograf

      - verzehrt liebend gern Meeresfrüchte und ist zugleich ein Meister im Zubereiten dieser, nur an Fugu traut er sich nicht so recht heran: seine Sushi sehen aber aus, wie von einem Kleinkind geknetet

      - hat als VIP-Fan der Fußballvereine von Takamatsu sehr oft mit Toukas Bruder zu tun, bereits sogar öfter als mit ihr und lässt sich kaum ein Spiel entgehen



      Raazu:

      - niemand weiß genau, ob sie an mehr Ängsten leidet als Adrian Monk (312) oder nicht

      - verachtet Eintöpfe aufgrund deren unregelmäßigen Zutatenmuster und -koordinaten, sodass sie Speisen lieber getrennt und nacheinander verzehrt


      - träumt davon, ein Zimmer voller quadratischer Tatamimatten auslegen zu lassen, versucht jedoch vergeblich zu erreichen, dass diese überhaupt hergestellt werden


      - verabscheut Zen-Gärten und meidet sie wegen ihrer unregelmäßigen und verbogenen Rillenmuster wie der Teufel das Weihwasser, vergöttert jedoch die symmetrisch gebauten Torii als "Kunstwerke der Kami"


      - liebt es, sich in einem heißen Bad von genau 40°C zu reinigen und zu entspannen, hat jedoch ein feines Gespür dafür, wenn diese Temperatur auch nur um ein Grad abweicht, sodass sie vor dem Einsteigen pedantisch die Temperatur korrigiert

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • Kapitel IL: Rengoku


      Das sanfte Tapsen von Rans Pfoten entfernte sich immer weiter von meinen Sinnen. Sie hatte Min im Visier und stolze, elegant ihre Hüfte schwenkend, auf die junge Frau zu.
      "Du verstehst es immer noch nicht, oder? Es geht um so viel mehr als um dein Leben oder um das von Tokunara. Erinnere dich nochmal an all die Dinge, die ich dir im Ozeanmuseum mitgeteilt habe. Seit Anbeginn der Zeit wandelt sich die Natur. Lebensfeindliche Gebiete erblühen plötzlich, während fruchtbare Gebiete verdorren. Nie wird etwas zerstört, ohne dass etwas anderes zum Ausgleich dargeboten wird. Die Natur konnte sich bislang stets erholen, Eiszeiten und Hitzeperioden gehörten einfach dazu und eröffneten bestimmten Tieren langfristig andere Möglichkeiten, während andere darunter litten. Nun aber gibt es sieben Milliarden Menschen, die sich an der Natur bereichern, sie zerstören und ausbeuten. Und es werden immer mehr, doch es gibt gar nicht so viele natürliche Ressourcen! Nicht mal die erneuerbaren können so schnell nachwachsen, wie sie in Beschlag genommen werden. Es kommen immer Menschen, von denen eine zehnstellige Zahl nicht genug zu Essen hat. So viele Leute erträgt die Welt nicht! Zum Wohl der Erde muss das gleichgewichtsstörende Element Mensch reguliert werden. Waldrodung, Zerstörung von Lebensräumen, Umweltverschmutzung, Müllstrudel, Tote Zonen in den Meeren, Erhitzung der Ozeane, Absterben der Riffe, Umweltkatastrophen! All das wird die Menschheit heimsuchen!", rechtfertigte sie ihr Handeln und bezog sich auf die großen Unglücke der Moderne.
      Min war ein kluges Mädchen und konnte genauso wie ich den meisten Punkten der Argumentation folgen, doch eine Frage stellte sie sich trotzdem: "Wenn du die Todesgöttin bist - bist du dann nicht die, wahllos Menschenleben nach Bränden, Tsunamis, Erdbeben, Vulkanausbrüchen und Erdrutschen einfordert? Und was ist mit Kriegen? Mit Hiroshima? Mit Nagasaki?" Ehrlich gesagt, wollte ich gar nicht mehr wissen, für wen mein Vulnona sich hielt. Ich wollte diesen Hexenkessel einfach nur lebend verlassen, doch die Hunderte Sicherheitskräfte ließen mich am ganzen Leibe zittern. Ich wollte selbstbewusst wirken und mühte mich, dass es nicht allzu stark auffiel, doch ich konnte nicht mit Gewissheit sagen, wie ich in diesem Moment auf die Anderen wirkte. Ich musste diesen Kampf einfach gewinnen! Das Irrlicht, das Mins dunklen Drachen peinigte, war bereits erloschen, obwohl es uns im letzten Kampf doch noch von Nutzen hätte sein können ... ärgerlich! Doch der beigen Fähe mit den glühend roten Auge war eher nach einer Runde Plaudern zu Mute.
      Fast schon getroffen schrie sie auf und machte ihrem Ärger auf die Welt Luft: "Wenn es doch nur so einfach wäre! Die Betroffenen sind biologisch Tote, die mir durch unerwartete Ereignisse aufgezwungen werden, Spielraum habe ich lediglich bei Altersschwäche, Krankheiten oder Unfällen. Außerdem beschränkt sich mein Handlungsgebiet ausschließlich auf die japanischen Inseln. Ich kann nicht abstreiten, dass mich 1945 damals die Wehmut gepackt hatte, als die Bombe so vielen unschuldigen Leuten einen qualvollen und ästhetisch grausamen Tod beschert hat." Es war nicht nur ich, die von Menschen gequält wurde. Dieses Phänomen zog sich durch die ganze Menschheitsgeschichte. Doch was verleitete mich nun zu dem Glauben, dies aus eigener Kraft ändern zu können? Weil ich Hörner besaß? Da ich einen Schweif besaß, der unwirsch umherpeitschte und durch die Zusammenstöße mit dem Boden sogar schon schmerzte? Ich konnte das den Schweif nicht unter Kontrolle halten, so sehr aufgeregt war ich. Früher hätte ich mich in einer solchen Situation am liebsten in einem traditionellen Wandschrank versteckt, wie mein großes Vorbild, die erhabene Geiko Mineko Iwasaki als dreijähriges Mädchen, doch nun musste ich auf der Kampffläche meine Frau stehen. Das Kämpfen machte mir nichts, selbst gegen Siegfried hatte ich stets positive Aufregung durch Adrenalin verspürt, jedoch nie richtige Angst. Im Angesicht hunderter Gewehrläufe war die Situation jedoch eine völlig andere.
      "Oooooooooh, Mrs. Fluffelschweif digitiert zu Dr. Doppelmoral!", fauchte Min erbost zurück und kreuzte ihre Arme wie ein Italiener, der auf einem Kreisel seiner Vorfahrt beraubt wurde. Doch Ran hatte noch nicht alles gesagt, was aus ihrer Sicht gesagt werden musste.
      "Halt, lass mich erstmal ausreden. Die Toten von Hiroshima sind einen absolut unwürdigen Tod gestorben. Ich töte nur, aber ich entstelle nicht. Ich bin wie die Natur und tue nur das, was ich tun muss. Es ist nicht so, dass ich irgendeine Wahl hätte, denn wenn die Menschen bis zur Ewigkeit leben würden, wäre der Planet schon längst untergegangen", stellte die Füchsin klar, bevor sie ihre Gegnerin in die Diskussion miteinbezog: "Die Menschen haben seit Urzeiten geglaubt, dass Kriege von den Göttern verursacht werden. Hahaha, wie naiv! Wer war es denn immer, der andere überfallen hat, vergewaltigt, ausgeraubt und massakriert? Auf wessen Ideen war der Mist immer gewachsen, jetzt mal ganz realistisch betrachtet? Sag es, Min, sag es mir. Du bist doch ein kluges Mädchen." Ich persönlich hatte mir nie darüber Gedanken gemacht, dass Götter Kriege auslösen würden, denn wer wollte schon an bösartige transzendente Entitäten glauben und sein Schicksal in deren Hände legen? Ich nicht. Ich glaubte allerdings an die Sonnenkraft der großen erlauchten Sonnengöttin Amaterasu und den barmherzigen Buddha, doch allmächtig waren nicht mal sie.
      Min musste sich notgedrungen eine Antwort zusammenbasteln, die ihrer Meinung nach genug von diesem ... "Swag" ... enthielt: "Puuuh ... die Deutschen und heute die Amerikaner. Oh, und die Japaner auch mal für fünfzig Jahre."
      "Jaaaa ... damit liegst du gar nicht so falsch", gab ihr die Vulnona-Lady zu verstehen und fixierte mit ihrem arroganten, stechenden Blick die Augen der angehenden Ärztin: "Die Einzigen, die für Krieg und ihre Missstände verantwortlich sind, die für Ausgrenzung, Depression, Krankheit, Stress, Leid, Schmerz und Suizid sind die Menschen selbst! Sie machen sich selbst das Leben zur Hölle, aber das reicht ja bekanntlich noch nicht aus! Nein, alle anderen Tiere müssen unter ihren herrischen und selbstsüchtigen Taten leiden!" Min kratzte sich am Kopf und senkte etwas ihre müden Augenlider, schien wohl nach dem harten Kampf nicht mehr zu hundert Prozent bei der Sache zu sein, sodass Rans gut gemeinte Worte womöglich vergebens waren. Der Mensch erschuf das Übel und nur er würde es ändern können, doch er wollte nicht. Es nützte ihm viel zu sehr. Mir war zwar schon länger bekannt, dass sie sich selbst gerne reden hörte, doch hier hatte sie leider einen folgenschweren Fehler begangen.
      Blitzschnell erwachte Min aus ihrer Passivität und visierte ihr Ziel mit dem Finger an, als sie ihrem Drachenden entscheidenden Befehl dieses Kampfes gab: "Drachenpuls, A-Un!"
      "Ran! Zur Seite! Sie will nicht mehr zuhören, der Kampf geht weiter!", schrie ich hellwach und war der festen Überzeugung, dass ein Tier mit einem so starken Gehör dies unmöglich überhören konnte, doch da hatte ich mich gewaltig geschnitten. Die Distanz zwischen Ran und ihrem Gegner hatte sie auf unter die Hälfte reduziert, sodass sie, die erst viel zu spät realisierte, was geschah, keine Zeit mehr zum Ausweichen hatte.
      Blau. Violett. Rot. Wie konnte etwas so Wunderschönes wie dieser Energiestrahl, der auf etwas so Wunderschönes wie das Vulnona traf, nur so viel Unheil anrichten? Wie ein Bettvorleger erschlaffte Rans über den Boden gefegter Körper vor meinen Füßen, regungslos und atemlos.
      "Das wars, Toku. Ihr habt euch gut geschlagen, aber jetzt verzieht euch."
      Kraftlos sank ich auf die Knie. Mein sechstes und letztes Pokémon war nicht mehr in der Lage, weiterzukämpfen. Panisch wie ein junges Sesokitz huschten meine Augen von der linken zur rechten Seite und wieder zurück. Sie alle luden nun ihre Gewehre, doch meine Flammenschattenaurakuppel würde die Geschosse so lange schmelzen, wie ich bei Bewusstsein verblieb ... doch irgendwann, wenn meine Energie erlöschen würde, müsste ich mich zu Schlafe betten - diesen einen Moment erwarteten die menschlichen Grypheldis sehnsüchtig.
      Salzige Tropfen Wasser bildeten sich in meinen Augen, doch ich weigerte mich, sie als Tränen anzuerkennen: "Nein, nein, NEIN, NEEEEEEIN! Ich werfe mein Leben nicht weg! Aus dieser Aura gibt es kein Entrinnen, Min, und wer sie berührt, wird in Flammen aufgehen!" Auch Min kam aus dieser Woche nicht so einfach heraus. Was wollte sie nun machen? Den Drachen auf mich hetzen? Ich konnte noch ganz gut alleine kämpfen, auch gegen ein solch bedrohliches Pokémon! Wo ich mein Leben dann verlieren würde, würde keine Rolle spielen, aber so müsste ich mir nicht vorwerfen lassen, aufgegeben zu haben. Eine Geiko gab niemals auf! Auch Min wollte nicht klein beigeben. Sorgsam kümmerte sie sich um ihre schwerverletzten Pokemon, vor denen sie niedergekniet war. Sie weinte große Ganovilstränen, aus Angst, sie würden ihren Verletzungen erliegen. Arme, arme ... Min ... ich wünschte, wir könnten beide aus dieser Situation herauskommen, doch wie? Wie nur? Wir mussten die Scharfschützen loswerden!

      Plötzlich jedoch begann sich Rans Körper wieder zu regen. Ich hatte eine Ran bereits gesehen, die sich in Lebensgefahr befand und diese sah definitiv nicht so aus. Es handelte sich um kleinere Wunden, doch sie hatte eben ihr Bewusstsein verloren gehabt. Nun schien sie wieder zu Sinnen zu kommen, doch das Vulnona stieß merkwürdige Schreie aus, die großes Unbehagen in meinem Körper verursachten. Wie ein Raubtier, das bereit war, seiner Beute den Todesstoß zu verpassen, jaulte die Füchsin. Ein kalter Schauer lief meinen Rücken herunter, als ich beobachtete, wie der wie von Marionettenfäden bewegte Körper wieder in sich zusammenfiel und eine milchig weiße, teils durchsichtige Entität aus ihrem Maul zu Tage trat. Zweifellos ... das war ein Geist! Eine elegante Frau, deren Beine von dem unendlichen Totengewand verschlungen wurden, erhob sich aus ihrer Hülle, die Haare lang und düster, die Augen zusammengekniffen doch trotzdem hell wie das Licht einer Explosion und rot wie frisch geflossenes Blut. Die feinen Gesichtszüge gehörten einer schönen Frau um die Dreißig, doch ich konnte nur einen kurzen Blick auf sie erhaschen. Der Geist wandte seine ganze Aufmerksamkeit Min zu und bewegte sich geschwind von mir weg. Überraschenderweise täuschte er die Richtung jedoch nur an, um flink zur Seite hin auszuweichen und einige von Mins Bekanntschaften, wahrscheinlich sogar Eltern ins Visier zu nehmen! Das ... das MUSSTEN ihre Eltern sein! Im selben Moment wurde ich von dem Schmerz der Vergangenheit durchbohrt, als ich an den Tod meiner Mutter dachte und zu gleich peinigte mich der Schmerz der ungewissen Zukunft, in der ich mit dem unvermeidlichen Ableben meines Vaters zurechtkommen müsste.
      "Ran!? Ran, bist du das? W-w-w-was machst du da? H-halt, mach' das nicht! RAN!"
      Welcher Tor wohnte in mir, dass ich glaubte, sie würde auf meine Worte hören? Ich war nicht nur Tokunara, sondern auch noch die alte, naive Touka. Ernüchternd. Ich dachte, ich hätte mich weiterentwickelt, sei auf meiner Reise gereift, hätte so etwas wie Durchsetzungsvermögen entwickelt! War DAS nicht mein Ziel gewesen?
      Und nun tat Min alles dafür, um das Unheil, das sie bedrohte, abzuwenden: "NIEMALS! Krümm' ihnen ein Haar und ich werde dich höchstpersönlich erwürgen, du Mistvieh!" Im Gegensatz zu mir war sie nicht am Boden festgewurzelt und sprintete auf die menschliche Geister-Ran, die nun - vielleicht die wahrhaftige - Izanamis Form in der irdischen Welt war, zu, bereit, ihr eigenes Leben zu geben, um Andere zu retten.
      Es ging alles so schnell.
      Das Trikephalo bombardierte Izanami zwar mit Drachenpuls, doch die Attacke zeigte keinerlei Wirkung, obwohl es sie genau getroffen hätte!
      Die geisterhafte Frau zog blitzschnell ein Messer aus ihrem weißen Kimono und tränkte mit einem Stich Mins gesamten Oberkörper mit deren eigenen Blut.
      "Tu, was du nicht lassen kannst. Auch wir Götter sind an die Regeln der Wiedergeburt gebunden. Der Tod mag für manche ein Übel sein, doch für das Gleichgewicht des Lebens ist er so zwingend notwendig wie die Geburt selbst. Tötest du mich, werde ich in einem anderen irdischen Körper wiedergeboren. Ich gehöre zu den wenigen Entitäten, die nie ganz erlöschen werden. Das ist der Fluch, der mich seit Tausenden von Jahren begleitet, seit ich damals an den Verbrennungen während der Geburt meines Sohnes starb. 1000 Menschen darf ich frei täglich töten, den Rest übernimmt die Menschheit selbst, nur auf viel, viel grausamere und lebensverachtendere Art und Weise", brüllte eine aufgebrachte Todesgöttin über das ganze Kampffeld, sodass selbst ich in einem Dutzend Meter Entfernung jedes Wort optimal verstand. Der Tod gehörte zum Leben genauso dazu, wie die Geburt. Nur wie das Leben und der Tod gestaltet waren, bestimmten nicht die Götter, sondern in den meisten Fällen die Menschen. Man sah sofort, wer in der Menschenmenge zu Mins Familie gehörte. Man erkanntes es aber auch an den qualvollen Schreien, die sie von sich gaben. Ob die Scharfschützen auch so schockiert waren? Sie zeigten es nicht. Sie konnten nicht, sie durften nicht, oder sie fühlten nicht. Ihre Konzentration galt weiter allein mir ... ich fühlte mich so eingeengt, sowohl physisch durch meinen stramm gebundenen Obi-Gürtel, andererseits geistig durch diese Drucksituation ... würde die Aura fallen, wäre es um mich geschehen. Ich musste die Einheiten vorher auslöschen.

      "Nun zu dir", bewegte sich Izanami nun auf mich zu. Ihre Gesichtszüge entsprachen wohl kaum jemandes Vorstellung einer Todesgöttin: "Tokunara, mein Schatz, es tut mir leid, dass du dies mitansehen musstest. Es ist schade, um das Mädchen, doch ich bin eine schlechte Verliererin. Die Feder ist aufgeladen, löse endlich deine Fesseln." Fast schon warm und geduldig, so wie ich es aus den Gesichtern meiner Mama und von Yukisango kannte, blinzelte sie mich an.
      "W-w-wie soll das gehen?"
      "Mit Schatten ... und Flammen ... die eine Attacke heißt Fegefeuer und die andere Weltenbrand. Sie entstehen nur, wenn du die Kraft des Todes in dir trägst. Sie vergrößert deinen Radius und deine Weichreite, sodass wir die drei Laboratorien trotz ihrer Entfernung hier auslöschen können."
      Plötzlich hatte sich das Wesen, das ich zuvor stets als gewiefte, freche, aber flauschige Füchsin im Gedächtnis hatte, ganz nahe an mich ran gewagt und flüsterte mir ins Ohr. Der Geist atmete die gleiche warme Luft aus, die auch aus Rans Rachen emporstieg, während sie an heißen Sommertagen wild hechelte. Gab mir hier ein Tier Ratschläge ... ein Mensch ... eine Mutter ... oder eine Göttin?
      Das erste Mal überhaupt hörte ich aus Rans Stimme so etwas wie Schwäche und Angst heraus: "Bitte, Tokunara. Bitte lass' es uns schnell hinter uns bringen. Du musst deine Feinde vernichten! Du bist ... meine Tochter! Ich ertrage es nicht, dich zu verlieren!"
      WAS? Ihre Tochter? Meine Mutter war tot und sie war gewiss keine Füchsin oder Göttin! Außerdem sah sie anders aus, aber Ran sprach schließlich auch nicht von Touka, sondern von Tokunara, sodass ich ... ach, was sollte ich denn noch glauben? Das Einzige, an das ich in jenem Moment glaubte, war die dringende Notwendigkeit, meine Haut zu retten.
      Also formte ich mit meinen Händen einen dunklen Ring aus Flammen, drehte ihn, vergrößerte ihn, bis ich ihn schließlich in die Luft gleiten ließ.
      Er stieg weiter hoch, zog sich auseinander.
      Bis auf den gewünschten Radius, den ich mit der Psikraft eingrenzte, nachdem ich mich wirklich vergewissert habe, dass die Menschen, die ich mochte, außerhalb der Reichweite standen. Und dann ... und dann ... regneten Flammen, unzählige dunkle Flammen, die in das Holzplateau einschlugen und die Bewaffneten in Brand setzten. Ich wusste nicht, ob die Zivilisten noch drunter waren, doch ich hoffte nicht. Ich wollte nicht töten, jedenfalls nicht mehr, egal, wie oft ich es in Gedanken wollte! Nur leben, mehr wollte ich doch nicht! Die gefallenen Flammen entzündeten sich und entwickelten sich wie ein Rengoku, wie ein Fegefeuer, zu einem Hexenkreis aus Stichflammen, genährt von den qualvollen Hilfeschreien der Gepeinigten.
      Die erste Fessel war gesprengt.

      "Guuuut, guuut und jetzt den Weltenbrand! Schieße einen Kometen steil nach oben und visiere das erste Labor an. Das ganze danach dreimal."
      Ich gehorchte blind, denn es war mein einziger Weg zur Befreiung. Eine Mörderin sein, ein letztes Mal. Nur dank Tokunara konnte ich das. Sie hatte mich davon überzeugt, dass alle anderen Wege ins Nichts führen würden.
      Doch plötzlich unterbrach ein giftiger Schrei unser Vorhaben, so giftig, wie ich ihn eins bei einer jungen Frau in der Unterschlupf-Okiya in Osaka gehört hatte, als sie und ihr Frizelbliz von einem alten Mann gerügt wurde: "A-Un, du Nichtsnutz, wieso hast du die nicht angegriffen? Schau, was die angerichtet haben! Wo ist meine Familie? Wo sind meine Freunde!?" Min bedeckte mit einer Hand ihre Wunden, während die andere versuchte, ihren Körper in eine Sitzposition zu hieven. Sie lebte noch, raffte sich wieder hoch und nahm erschrocken Kenntnis von dem Chaos, das meine Attacke verursacht hatte. Weder sie noch ich wussten, wo ihre Leute steckten.
      Auch Ran kam aus dem Staunen anfangs kaum heraus, bevor sie sich dann jedoch wieder auf ihr ursprüngliches Vorhaben besann: "Die Geistform ist immun gegen Angriffe. Nur mein irdischer Körper ist verwundbar, aber dein kleiner, dummer Drachenfreund stieg leider nicht dahinter, Min. Nun, Tokunara, meine Liebste! JETZT! ZERSTÖRE - DIE - LABORE! VERBRENNE DEINE FESSELN!"
      Die Zeit für die zweite Fessel war gekommen.
      Ich bildete also einen Feuerball mit meinen zusammengefalteten Händen, pumpte ihn mit dunkler Energie auf und ließ ihn im 45°-Winkel emporsteigen, um sein Ziel auszulöschen mit all diesen schrecklichen Gestalten, die mich und mein kleines Schwesterchen quälten. Weltenbrand.
      Doch der Komet blutete.
      Er blutete Feuer, dunkles Feuer. Unzählige dicke, heiße Feuertropfen wie flüssiges Lava stürzten in einer geraden Linie zu Boden und setzten die ehemalige Vertikale zwischen Min und mir mithilfe baumstammdicker Feuersäulen in Brand, nur wenige Bereiche verblieben als Lücken unversehrt. Ich erschrak angesichts der Wucht dieser Attacke und eilte nach vorn, um mir ein besseres Bild von dem nun über das Meer fliegenden Angriff zu machen, doch der Komet, den mein Blick verfolgte, verlor weiterhin regelmäßig unentwegt Blut! Wie groß war ihre Macht wirklich? Wie groß war MEINE Macht wirklich?

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • Nach 2 Jahren und knapp anderthalb Monaten ist nun auch Toukas Geschichte abgeschlossen. Yamihonou geht mit seinem 50. Kapitel zu ende, was bleibt sind die Erinnerungen und der Epilog. Viel Spaß mit dem letzten Kapitel und Toukas letztem Gefecht! ^^



      Kapitel L (50) - Shukyoku




      Ich bildete also einen Feuerball mit meinen zusammengefalteten Händen, pumpte ihn mit dunkler Energie auf und ließ ihn im 45°-Winkel emporsteigen, um sein Ziel auszulöschen mit all diesen schrecklichen Gestalten, die mich und mein kleines Schwesterchen quälten. Weltenbrand. Das große Finale - Shukyoku.
      Doch der Komet blutete.
      Er blutete Feuer, dunkles Feuer. Dicke, heiße Feuertropfen wie flüssiges Lava stürzten in einer geraden Linie zu Boden und setzten die ehemalige Vertikale zwischen Min und mir mithilfe baumstammdicker Feuersäulen in Brand, nur wenige Bereiche verblieben als Lücken unversehrt. Ich erschrak angesichts der Wucht dieser Attacke und eilte nach vorn, um mir ein besseres Bild von dem nun über das Meer fliegenden Angriff zu machen, doch der Komet, den mein Blick verfolgte, verlor weiterhin regelmäßig unentwegt Blut!
      "Ran! Er trifft sein Ziel, oder?"
      "Ja, mit Gewissheit. Wir können ihn nicht mehr bremsen, aber lenken. Überlasse dies meiner Psikraft.
      Der Kapitän der Titanic musste einst mitansehen, wie 1.500 Menschen in den Tod gerissen wurden. Und nun sah es so aus, als ob der Kapitän dieses Weltenbrands noch viel Menschen in den Tod reißen würde. Und jener Kapitän war ich.
      "Wieso fallen ständig Flammenzungen herab?", verfestigte sich meine Stimme nun zu einem vorwurfsvollen Tonfall.
      "Das, meine Liebe, ist die Kraft von Yveltal, des Besitzers dieser schmucken Feder hier. Ich bin extra nach Nantes geflogen, um eine für dich aufzutreiben. Sie steht dir ausgezeichnet, mein Schatz!"
      Instinktiv riss ich das nun blass aschgrau gefärbte Ornament aus meinen Haaren. Yveltal, das Todes-Pokémon ... neben der Todesgöttin war mir dies nun eine Spur zu gruselig.
      Statt erbost aufzuschreien, nahm die Geister-Ran meine Aktion fast schon desinteressiert zur Kenntnis: "Mach' das ruhig, die Kraft ist vollständig in dich übergegangen. Es ist nicht mehr nötig, die Feder zu behalten ..."
      "Der Komet fliegt genau über die Brücke und dann direkt durch dicht besiedelte Wohngebiete! Dadurch wird er zahlreiche Menschen verbrennen, die genauso leiden wie die auf den Rängen! Keiner unserer einstigen Feinde stand noch. Das Feuer hatte sie in die Knie gezwungen und zusammenklappen gelassen, als ob meine geliebte Fluffy einen Kleiderschrank hätte stemmen müssen.



      Es ärgerte Ran massiv, dass ich nicht ohne Nachzudenken gehorchte, wie mir ihr Knurren unmissverständlich mitteilte: "Das war doch unser Ziel ..."
      "Nein? Die Labore sind unser Ziel! Dazwischen lebten Unschuldige!", setzte ich mich zu Wehr und verteidigte meine Entscheidung, die ich für die Richtige hielt.
      "Jaaa, Anlaufschwierigkeiten. Richte nun das zweite Labor. Es befindet sich im Nordwesten. In dieser Richtung, wenn du das nicht weißt. Außerdem, die Leute 'dazwischen' würden dich wie Dreck behandeln, wie alle, das ist dir schon klar, oder?"
      "ABER!"
      "KEIN ABER, Tokunara! Du tust, was ich dir sage! Von Mutter - zu Tochter!"
      NANI? Was? Von ... Mutter ... zu Tochter? Mit leicht o-förmig geöffnetem Mund staunte ich über ihren Satz. Die wollte mich doch veralbern, aber nicht mit mir! Meine Mutter war erstens tot und zweitens kein Tier, den Hörnern und dem Schweif zum Trotz!
      Also versuchte ich abermals, die neunschwänzige Kitsune davon zu überzeugen, dass es niemandem weiterhalf, sinnlos eine ganze Metropolregion niederzubrennen: "Ich werde keinen zweiten Angriff aufladen, bis du das alles aufgeklärt hast! Wie kannst du es überhaupt wagen, zu behaupten, meine Mutter zu sein, wo ich sie doch in jungen Jahren verloren hatte! Ihre Wiedergeburt hätte nie das Leben dieser Leute aufs Spiel gesetzt! Ich wollte leben, ja, aber wieso die Flammenzungen auf die Unschuldigen? Das ist unnötig!"
      "Nun gut, ... dann ...", seufzte Ran entnervt und verdrehte ihre grellroten Augen, die so viel heller leuchteten als meine nun rubinroten: "... dann sollst du deine Geschichte haben. Also ... vielleicht erinnert ihr euch an eine Reihe von Kindern, die ab 1985 in der Kanto-Region geboren wurden. Die Diclonii. Die mit den zwei Hörnern, für die Blöderen unter euch, wo ich es aber vermeide, jemanden explizit anzusprechen, Min ..."
      "WIR SEHEN UNS IN DER HÖLLE!", reagierte die impulsive Trainerin erbost auf diesen niederträchtigen Kommentar der Füchsin und ballte wütend die Fäuste. Ran allerdings hatte keine Lust mehr auf irgendwelche Spielchen und hetzte einen lichterlohen Feuersturm auf sie! Entsetzt verfolgte ich das Geschehen - zwar gelang es Min gerade rechtzeitig, trotz ihrer tiefen Wunde in der Brust dem Angriff auszuweichen, doch dafür riss sie jemand anderes zu Boden. Offenbar war es ihr Freund, dessen schwarzen Lederjackenkragen die auf dem Rücken befindliche Min ausspuckte, um mal wieder lautstark einen Streit anzuzetteln.
      "ALTER!"
      "Gehts noch etwas undankbarer, Mina-Kätzchen?"
      "Nein, nein, nein! Spiel hier jetzt nicht den großen Helden, nachdem ich dich doch unter den Lebenden weiß, damit die Irre dich umbringt! Wo sind die Anderen?"
      "Da hinten, sieh doch nur, alle am Leben!"
      "Geh weg! Spar' dir das, das dir jetzt im Sinn schwebt, für heute Abend auf! Ich bin die Letzte, die es ablehnen würde, aber jetzt müssen wir F*CKING ÜBERLEBEN!"
      Ich war so fasziniert von dieser lautstark vorgetragenen Diskussion, dass ich schon gebannt auf den Kuss wartete, bevor ich Rans Geschichte weiter lauschen würde, doch es kam zu keinem. Stattdessen pumpte Min noch einmal all ihre Energie in ihre Glieder, warf den jungen Mann ab und stieß ihn so weit von sich, wie es ihr nur möglich war, sodass der Feuersturm sämtliche im Zwischenraum befindliche Kleinstlebewesen in Aschepartikel verwandelte. Der pechschwarze Rauch hüllte die junge Ärztin komplett aus und löste einen starken Hustenanfall in ihr aus. Wie lange würde sie das noch durchhalten?



      "Die Diclonii sind Menschen mit einem höher entwickelten Genom", setzte Ran ihre Erzählung ohrenzuckend weiter fort, ohne sich weiter für ihre niedergestreckte Gegnerin zu interessieren: "Ihr Instinkt leitet sich aus dieser DNS her. Der oberste Code jener DNS ist die Ersetzung des alten Modells Mensch durch den neuen Menschen, den Homo sapiens diclonius. Für dieses Ziel haben sich ungeheure Kräfte entwickelt, die binnen eines Jahrzehnts den Lauf der Geschichte komplett ändern könnte. Und vom alten Griechenland bis hin zu den Nordmännern hatte es allein schon 1300 Jahre gedauert, verstehst du, wie sehr alles beschleunigt wird? Der Diclonius zerstört die Natur nicht so, wie der Mensch es tut. Ich als Todesgöttin, die das Ableben der gestörten Spezies Mensch ohnehin beschleunigen wollte, tat gut daran, mir ebenfalls einen Diclonius für meine Zwecke zu züchten. Nach dem Vorbild der Natur schuf ich also einen Dämon, dessen Zerstörungskräfte mit meinen Elementen geformt wurde, doch mit der Macht der Diclonii mithalten konnte. Mein eigener Diclonius, der sich sogar äußerlich von den anderen Unterschied. Meine eigene Tochter. Schwarze Hörner, ein Dämonenschweif ... einfach perfekt. Doch dieser Plan brauchte einen Körper und eine Seele. Diesen fand ich in einem Embryo der Familie Fujiwara, dessen Seele außergewöhnlich mitfühlend und rein war, wie es nur bei wenigen Menschen zutraf. Der Körper für meine Tokunara ist gleich deinem, Touka. Doch ihr Charakter war noch nicht geboren. Jemand, der anders aussah und zu gutmütig ist, um sich zu wehren, bildete das perfekte Opfer in der Tätergesellschaft der Menschen. Sie würden alles tun, um andere zu erniedrigen, egal wie erbärmlich sie selbst waren. Aus den Gefühlen, die du nie freigesetzt hattest, entwickelte sich deine dunkle Seite, der Charakter, den meine Tokunara annahm. Doch auch du entstandest durch Tokunara, in dem du stets das Gute aus ihren Erinnerungen gewinnen wolltest. Sie teilt deine Erlebnisse, deine Ängste, deine Zweifel, doch sie wandelt sie in Energie um statt Depression. Und diese Energie ist zerstörerisch, unfassbar zerstörerisch und unbarmherzig. Tokunara bist genau genommen du selbst, Touka ... bloß eure Mütter sind nicht die gleichen. Als du 18 wurdest hatte sich auch in Tokunara genug Macht manifestiert, um zu erwachen und Kontrolle über den Körper zu verlangen. Bis du sie als deine dunkle Seite und Verfechterin deiner innersten Interessen und Ängste anerkannt hast, wart ihr unkontrollierbar für euch, für mich, für das Schicksal. Doch als die beiden Hälften ein Ganzes wurden, war der einzige Diclonius, der nicht damals getötet oder in Sicherheit verwahrt wurde, perfekt. Ich habe dein Leben verfolgt und es tat mir in der Seele weh, als ich die Seele deiner Mutter aus dem Diesseits geleiten musste, doch auch dieses Unglück basierte auf einem Produkt der menschlichen Gesellschaft, nicht der Götter, nicht wahr? Deswegen liebe ich dich wie eine Tochter, weil du meine Tochter bist. Nun. Ihr könnt mich töten. Mich als Ran, als Vulnona. Doch als Todesgöttin werde ich immer wieder neugeboren, da die Welt ohne Tod nicht existieren kann. Es ist der Kreislauf des Lebens. Den Tod kann man nicht vernichten."
      Eigentlich war es nicht zu beschreiben, wie man sich nach so etwas fühlte. Dieser kleine Vortrag krempelte mein ganzes Weltbild um, alles, woran ich bisher glaubte. Obwohl, oder vielleicht gerade weil, er so viele Fragen beantwortete, die ich mir schon immer bezüglich meiner dämonischen Körperteile gefragt hatte, erschütterte er mich zutiefst. Zusammengefasst ... ich war von vornherein dazu vorbestimmt, Menschen zu töten, die Konsequenzen dieser Taten zu tragen, weil ich von vornherein ein hervorragendes Ziel für ungerechte Behandlung und Mobbing abgab? Dies war so sehr verletzend ... und dann ... hatte man mich gezüchtet und wachsen erlassen, meine dunklen Gefühle, Tokunara, durch Hass genährt. Riesige Tropfen kullerten meine Wangen herunter und zierten sie mit fahlen Rinnsalen aus schwarzem Mascara. Dass Ran Izanami war, wurde nun endgültig bestätigt, doch dafür interessierte ich mich kein Stück. Das Einzige, was mich nun beschäftigte, war die Tatsache, dass alles Leid meines Lebens vorherbestimmt wurde, ohne dass ich auch nur eine Chance bekam, es zu umgehen. Ich wurde ausgenutzt. All meine Ängste, all mein Schmerz, war mutwillig ausgelöst oder in Kauf genommen. Als Tokunara konnte ich den Hass in Flammen umwandeln, die selbst die Erde schmelzen würden. Irgendetwas zerbrach in mir, wenn es denn nicht vorher bereits zerbrochen war. Der Drang zu töten war es. Die in mir entfachten Wut und Trauer, die sich sonst direkt in zerstörerische Energie umwandelten, lähmten nun meinen Körper. Wenn Ran wollte, dass meine negativen Gefühle Zerstörung anrichteten, dann würde ich ihr am meisten schaden, wenn ich genau dies nicht zulassen würde. Nie wieder unnötig zerstören und töten. Denn das war nicht Touka.
      "Das heißt ... du nutzt Tokunara, um täglich mehr als tausend zu töten und sie dann, wenn dein Werk hier abgeschlossen ist, nach Indien oder China zu schicken, um für dich stellvertretend zu wüten? Weißt du, nach all der Zeit, in der ich dich nun kenne, nach all den Malen, in denen ich dich als eindimensional und als gehässiges, blödes Miltank gebrandmarkt habe, muss ich dir sagen: kluger Schachzug, meine Liebe, kluger Schachzug. Ich teile deine Bedenken bezüglich der Menschheit, deren Eigenschaften mich vielleicht noch mehr anwidern als dich, aber ich bin nicht davon überzeugt, dass der Tod die richtige Lösung ist", amüsierte sich Min über diese Sachen, ohne zu verstehen, welche Bedeutung diese für mich hatten. Hämisch klatschte sie und veralberte die immer genervter dreinschauende Füchsin. Ich jedoch schien die Kontrolle über meinen Körper zu verlieren. Die Wut, die ich Izanami verweigerte, wandelte sich in ein Vakuum, das meinen Körper erschlaffen ließ. Ich fühlte mich voller Schwindel und ohne Knochen, als ob ich jederzeit zusammenbrechen könnte. Mit meinen Händen versuchte ich, mein Gesucht zu ertasten und zu entdecken, sodass mir nicht jedermann beim Weinen zuschauen konnte. Trotzdem konnte ich noch wie ein Austos durch meine Finger linsen, sodass nicht alles in dieser Welt spurlos an mir vorbeiging. Min, die sich offenbar ein weiteres Mal aufgerichtet hatte, starrte mich bemitleidend an. Wenn ich mich nicht täuschte, erkannte ich in ihren Augen sogar Tränen. Tränen, die nicht einmal ihren eigenen Verletzungen galten. Man konnte wohl sagen, dass ich beeindruckt, fast schon gerührt war, dass sich meine Feindin und Rivalin, die die Tokunara in mir mehrmals töten wollte, um mich sorgte.



      Doch ein mechanisches Surren riss mich jäh aus meiner Gedankenwelt. Es handelte sich nicht um einen, sondern gleich um einen ganzen Haufen Helikopter, die ich über mir gar nicht zuordnen konnte. Von allen Richtungen bohrten sich die Geräusche in mein Trommelfell, die schon bald von lauten, stakkatoartigen Tönen unterstützt wurden.
      Man schoss auf mich.
      Was konnte ich nun tun, außer mir so viele Kugeln wie nur möglich mit Psychokinese vom Leib zu halten? Ran unterstützte mich dabei, doch so viele aus allen Richtungen? Das konnte ich unmöglich durchhalten! Wen ... wenn sollte ich denn zuerst vom Himmel holen? Hektisch drehte ich meinen Kopf hin und her, um die Feinde auszumachen, doch bevor ich mich versah, warf sich wie aus dem Nichts eine mäßig starke Kraft auf mich, die mich zu Boden drückte. Auf mir saß Min, die mich aus der Schusslinie geschubst hatte!
      "Tokine, mach die einfach kaputt, so wie du die schon immer kaputt gemacht hast. Feuerball, BAM, TOT! Es geht doch um dein Überleben, wofür du die ganze Zeit gekämpft hast!", sprach sie mir, auf dem unteren Teil meines weichen Kimonos kniend, Mut zu. Zum ersten Mal lächelte sie mich ganz ehrlich und ohne jeden gehässigen Farbton in den dunklen und entschlossenen Augen an. Trotzdem spürte ich nicht nur meinen eigenen Körper zittern wie Espenlaub. Mein kleines Herz hüpfte auf und ab, doch der sonst so selbstsicheren Min erging es nicht anders. Das war wohl unser Ende. Sie würde sich für mich mitopfern, obwohl sie gar nicht als Ziel anvisiert worden war. Mir lag ein großes "Warum" auf der Zunge, doch ich sparte mir dies. Unsere Prioritäten galten erstmal unseres Überleben. Irgendwie glaubte sie doch noch an mich, sonst hätte sie dieses Risiko kaum in Kauf genommen, wenn ich ohne Hoffnung zum Sterben verurteilt waren! Mein Leben war gespickt mit Tiefen, Schmerz und Unglück, doch was sagte mir, dass es nicht endlich wieder aufwärts gehen konnte? Ich hasste mein bisheriges Leben, ja, abgrundtief, aber war es denn nicht so, dass ich immer noch wachsen und alles Alte hinter uns lassen konnte? Auch Ran kämpfte bis zum bitteren Ende weiter und holte einen Hubschrauber nach dem anderen mit ihren Feuerstürmen vom Himmel - also tat ich es ihr gleich!
      Min war zwar nur eine gewöhnliche junge Frau ohne magische Angriffskraft war, war sie trotzdem im Vergleich zu vielen anderen einzigartig und versuchte mich trotz allem noch zu unterstützen, wo es nur ging. Sie schnappte sich zu beiden Seiten die Enden meiner Haare, klemmte den untersten Teil wie eine Art Pompom ab und wuschelte mir erst durchs Gesicht, um danach mit ausgestreckter Zunge damit durch die Luft zu wedeln: "Toku-Toku-Nara, Schoko-Schoko-Nara, yaaaaaaaaay! Mach' sie alle platt und dann ... äh ... yaaaaay?!" Ihr Text war vielleicht nicht so ausgereift, wie sie sich ds erhofft hatte, doch damit konnte sie mir für einen kurzen Moment ein Kichern entlocken, ein Augenblick jenseits der Welt von Gut und Böse, jenseits des Todes, dem man ins Gesicht blickte. Dieser Tod war nicht Izanami, die Todesgöttin, sondern ironischerweise die menschliche Gesellschaft, die so viele Verbrechen an ihren Mitgliedern begangen hatte, dass man es gar nicht mehr aufzählen konnte. Ich erfreute mich an Mins munteren Bewegungen, doch gleichzeitig wurde mir bewusst, dass ich mich nicht darauf konzentrieren durfte. Ich musste meine Haut retten. Ich musste IHRE Haut retten.
      Flammenwurf.
      Flammensturm.
      Feuersturm.
      Psychokinese.
      Finsteraura.
      Inferno.
      Alles, aber wirklich alles, was Tokunara mir beigebracht hatte, prasselte auf die Feinde ein, doch wie ein Millionenheer an Schädlingen rückten ständig neue Mitglieder nach. Selbst Min seufzte resigniert, als sie merkte, dass wir diesen Kampf unmöglich gewinnen konnten. Das war's dann also. Der letzte Tanz war zuende. Mins Körper verkrampfte mit jeder Kugel, die sie für mich abfing, immer mehr. Ich hingegen hatte nur einen Treffer im Bein zu beklagen. Die großen Schmerzen würden mir erst bevorstehen, wenn der kleine Körper auf mir leblos zusammenbrechen würde und mein eigenes, verwundbares Fleisch freigab. Namu Amida Butsu. Großer Buddha, bitte steh mir in dieser schweren Phase bei und geleite mich ins Paradies ...



      "KIIIIIIIIIIGIYEEEEEEE!"
      Dieser schrille Schrei? Was war das, das aus meiner Rechten ertönte?
      "KIIIIIIIIIIIIGIYEEEEEEEEEE!"
      Egal, was es war. Schlimmer als das, das mir bevorstand? Das erschien mir dann doch wahrlich unwahrscheinlich. So begrüßte ich innerlich das Wesen, das so laut und durchdringend kreischte, auch schon bevor ich seine wahre Gestalt erkannte. Es handelte sich um einen Vogel, der in den Mythen dieses Landes, dieser Region eine zentrale Rolle einnahm. Kein Geringerer als Ho-Oh, der Regenbogenphönix, Hoffnungsschimmer der Menschen bis zu eben jenem Zeitpunkt, als er ihnen den Rücken zudrehte. Doch nun war er uns wieder erschienen mit all seiner Wärme, mit all seinem Licht, das mich sanft einhüllte. Auch die Helikopter-Armee schloss Bekanntschaft mit der Wärme und dem mit ihr verknüpftem Element Feuer, jedoch erblickte sie das Antlitz der anderen Seite des Januskopfes. Wie die Fliegen stürzten sie vom Himmel und lösten sich in metallenen Staub auf.
      Ich war ... gerettet! Ich hatte überlebt, und das nach all den auswegslosen Situationen, denen ich entfliehen musste. War es ... war es echt? Negative Erlebnisse nahm ich mittlerweile als real und selbstverständlich hin, doch hier musste mich jemand kneifen! Als der letzte Hubschrauber gefallen war, erfüllte Stille die Insel Enoshima. Niemand schoss, niemand spuckte Feuer. Ran und Inari, wieder bei Bewusstsein, betrachteten angestrengt hechelnd zusammen das Schauspiel am Himmel. Ich saß auf dem Boden und beobachtete, bevor Mins Familie und Freunde sie umarmten und sich darüber freuten, dass sie trotz ihrer schweren Verletzungen überlebt hatte. Sie sollte jetzt aber ziemlich schnell ins Krankenhaus gebracht werden! Jedoch auch ich musste nich besonders lange warten, bis sie alle da waren ... Papa, Kyoko, Urara, Satori, Eiko, Raazu ... und meine kleine, süße Fluffy!


      "Ho-Oh, der erhabene Phoenix ... sobald er den Glauben an einen Menschen mit reinem Herzen gefunden hat,
      würde er zurückkehren. Es gibt überall solche Menschen ... doch wie viele von ihnen hätten die Stärke und Kraft, sich allen Widrigkeiten zur Wehr zu setzen und Gedanken auch in Aktion umzuwandeln?", begann Eiko zu und allen, aber insbesondere zu Min zu sprechen, als sich der Lärmpegel etwas beruhigt hatte: "Min, du sagst, es hätte eine Prophezeiung gegeben, die den Umgang mit Drachen vorausgesetzt hatte. Ich war immer der Überzeugung gewesen, dass es etwas mit legendären Drachen-Pokémon wie Rayquaza zu tun gehabt hätte ... aber dieses Mal hat es wohl nicht gestimmt. Es war Ho-Oh. Du hast es zurückgeholt, ist das nicht unglaublich?!" Die junge Ärztin zeigte äußerlich keine große Reaktion, außer dass sie dem physischen Zusammenbruch noch näher war als dem geistigen. Blut, Schweiß, Asche, Sand ... selten verspürte ich einen so großen Drang, mein Gesicht zu waschen, und da erging es ihr sicher nicht anders!
      Der mächtige Vogel, der vor wenigen Momenten noch über unseren Köpfen schwebte, war bereits gelandet. Funkelnde Partikel wehte er mit seinen Flügeln zu uns rüber, die in der anbrechenden Morgendämmerung traumhaft glitzerten.
      Wenn sich jemand mit diesem Phänomen auskannte, dann Eiko: "Zauberasche."
      Zauberasche. Heilendes Puder, das über die schwer verletzten Körper der niedergeschlagenen Noivern und Guardevoir geweht wurde, während diese von Mins Freunden, ebenfalls angehende Ärzte, gepflegt wurden. Wie von den Toten auferstanden reckten sie die Köpfe nach oben und lauschten den für unsere Ohren unverständlichen Schreien, die aus Ho-Ohs Kehle entflohen.
      Bereits nach einer halben Minute waren die beiden Pokémon bereits wieder kräftig genug, um per Telekinese zu uns allen sprechen zu können, begonnen mit Tony, der Fledermaus: "Ho-Oh ist chuffed up to bits. Er ist sehr ergriffen und glücklich darüber. Nicht über die zahlreichen Menschen, die starben. But ... also, er bittet mich, mit euch zu kommunizieren, da er dies nicht kann. Er war ziemlich cheesed off, also verärgert über den Umgang der Menschen mit ihrer Umwelt, auch auf andere Lebewesen bezogen. Er hat dieselben Erfahrungen wie Touka, Izanami oder Min gemacht. Raikou, Entei und Suicune sollten diese Gits, diese Sods, diese bloody ... sorry ... Dummköpfe der Spezies Mensch im Auge behalten, doch sie hatten kaum Gutes zu berichten. Als er von Tokunara erfuhr, befürchtete er erneut einen großen Krieg, dem nicht nur die Menschen, sondern auch die Pokémon zum Opfer fallen würden. Deswegen hatten diese Touka auch bedroht."
      "Ho-Oh hat sich, als er hoch im Himmel Toukas Befreiung und die Eskalation auf Enoshima beobachtet hatte, dazu entschlossen, der Menschheit trotz ihrer Ekel und Laster noch eine Chance zu geben", ergänzte Kaoru, die tapfere Guardevoir-Lady:"Aber eins solltet ihr Menschen euch alle merken: geht bedacht mit dieser letzten Chance um. Wir wissen, dass diese Worte vielleicht zwei Dutzend Menschen auf der ganzen Welt hören, doch dafür gibt es doch Medien und Religionen, die bisher nur begrenzt erfolgreich waren. Aber eins hatten Tokunara und die verbrannten Pokémon in dem Tempel gemeinsam. Sie beide wurden als mit dem Menschen verglichen minderwertige Kreaturen gesehen. Wenn allein solche Gedanken schon verschwinden würden, wäre ein großer Schritt getan. Er glaubt daran, sagt Ho-Oh. Und er braucht noch mehr Leute, die daran glauben. Vielleicht wird er sich nun wieder öfter in der Nähe des goldenen Pavillons blicken lassen, jedoch nur unter einer Bedingung, die das Land Japan erfüllen muss. Dass Tokunara für Izanamis Ränkespiel nicht bestraft wird, denn es ist nun unmöglich, Tokunara aus Touka zu entfernen, ohne sie beide zu töten. Auch ein 'Dämon' hat, wenn er sich fortan zusammenreißt, das Recht auf Leben verdient."
      Die bildschönen Schwingen des legendären Vogels hoben das Tier in die Lüfte und trugen es gen Westen, gen Kyoto. Ho-Oh war wirklich nicht lange bei uns geblieben, doch hatte es alles wichtige gesagt. Niemand konnte sich nun in Zaum halten, als es darum ging, mit seiner Digitalkamera DAS Naturerlebnis seines Lebens zu fotografieren ... bis auf Min und ich. Wer um sein Leben kämpfte, brauchte keine Kamera ... sondern nur verdammt viel Glück und eine hohe Verteidigung.
      Nun war es wohl Zeit zu gehen, doch vorher galt meine Aufmerksamkeit meiner Gegnerin, die ich nicht einfach so ohne letzte Worte von dannen ziehen ließ: "MIIIIIIIIIIIIIIIIIN! Warte! Hey, ich bin noch nicht ganz fertig mit dir! Da du uns zweimal regulär besiegt hast, musst du dir jetzt keine Sorgen mehr machen, dass ich dich töte, hihi. Danke, Min. Danke für alles. Mir sind viele Dinge klar geworden, aber nicht nur durch dich. Auch durch Inari und ebenso durch Ran und einige andere Leute, die ich kennen lernen durfte. Ich werde nie vergessen, dass du dich für mein Leben eingesetzt hast!" Es war in Japan, selbst unter Freunden, nicht unbedingt üblich, jemanden zu drücken. Zumal ich auch noch eine Geiko war, aber das alles war mir in diesem Moment, in dem ich meine einstige Erzfeindin fest an mich drückte und meinen prächtigen Kimono in ihre Wunde tauchte, reichlich egal. Der war sowieso hinüber!
      "Es gibt nicht mehr viel, dass ich dir beibringen kann, Touka. Allerdings habe ich auch eingesehen, dass es keinen Sinn ergibt, Ran auszulöschen. Es wird nicht funktionieren. So würde sie nur ihren Körper verlieren und sind wir mal ehrlich, Vulnona steht ihr doch wirklich gut. Gewissermaßen bin ich nun arbeitslos. Aber eine Frage habe ich an dich, Ran. Woran wirst du nun arbeiten, da du deine Ziele nicht erreichen konntest? An einem Genozid?", schaltete sich mein bepelzter Meister Inari in das Gespräch ein und strich mit seinen neun weißen Schweifen sanft meine Beine entlang. Wie sehr dieses Kitzeln gut tat ...
      Selbstverständlich hatte auch Ran ihr letztes Wort noch nicht gesprochen: "Scharfzüngig wie eh und je, Dreckskerl. Ehrlich gesagt brauche ich Zeit, um über alles nachzudenken. Ich würde gerne eine effektive Methode entwickeln, die schlechte Menschen von guten trennt. Erst dann kann ich mich auf einen neuen Plan konzentrieren. Ihr werdet jedoch von mir hören, wenn es so weit ist. Adiós! Und du, Touka ..." Sanft packte die Füchsin meinen Arm und umklammerte ihn mit ihren spitzen Zähnchen. Die sonst so herrischen, grellroten Augen hatten eine sanftere Form angenommen und blickten glitzernd nach oben. Inari tat das gleiche mit dem anderen Arm, wo ich sie doch beide so gerne flauschen und streicheln würde! Unnötig zu sagen, dass ich bei dieser Szene Tränen in den Augen hatte.
      "Ich wünsche dir, dass du endlich ein besseres Leben erfahren darfst als es bis jetzt der Fall war. Ein viel besseres. Ich werde immer bei dir sein, wenn du mich brauchst. Aber bis dahin, leb' Wohl, mein Kind", wünschte mir Ran alles Beste, bevor sie Enoshima endgültig verließ. Nach all den bösartigen Sachen brauchte sie vielleicht etwas Zeit, um wieder mit sich ins Reine zu kommen. Oder um neues Unheil auszuhecken, immerhin sprachen wir von Izanami, der Todesgöttin. Es wäre nicht richtig zu sagen, dass der Tod "doch gar nicht so schlimm" wäre. Aber er war unausweichlich und somit fester Bestandteil unserer Welt, so gerne man ihn auch loswerden wollte.



      Der letzte Tanz war für mich jedoch keineswegs abgeschlossen. In ungefähr zwei Jahren würde ich, wenn ich denn weiter an meinem Traum hart arbeiten würde, die Erikae, die Kragenwendenzeremonie besuchen dürfen. Man würde mir den roten Kragen des Kimonos umstülpen, sodass man nur noch die weiße Seite sah. Mit diesem Akt wäre die Entwicklung von jugendlicher Maiko zu erwachsener Geiko vollzogen. Dass ich überhaupt noch Interesse an diesem Ziel hatte, verwunderte mich schon. Schließlich war ich Champion der Pokémon-Liga, davon träumte doch jedes 10-jährige Mädchen auf der ganzen Welt! Aber ich hatte so viel mehr erreicht. Endlich konnte ich Leuten zeigen, dass ich nicht schwach, schüchtern und feige war. Zumindest nicht mehr in dem Maße, dass ich mich selbst dafür schämen müsste. Es wäre gelogen, wenn ich ein komplett neuer Mensch wäre ... aber die Änderungen zu leugnen, wäre noch viel falscher. Ich war bereit, ein besseres Leben zu führen!

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    • Epilog I



      2018. In diesem Jahr findet die Weltmeisterschaft in Russland statt. Wie zu jeder Weltmeisterschaft erinnert man sich an die Geschehnisse, die genau vier Jahre zurückliegen. Es ist nicht mehr drückend heiß, aber immer noch warm, nachdem ein Sommergewitter sein Unwesen getrieben hatte, als wäre Raikou über die weite Flur gedonnert. Am Todai-ji, einem der ältesten Tempelkomplexe Japans, grasen die Damhirplex, die die letzten Regentropfen von ihrem Geweih abschütteln. Auf einem kleinen Plateau befindet sich der Shoro, ein Konstrukt, das mit einem eindrucksvoll gebogenen Dach nicht nur eine viereckige Fläche überspannt, sondern auch eine gewaltige Bronzeglocke. Zwei junge Frauen haben vor dem Platzregen einen trockenen Fleck gesucht und auf den Holzstufen einer kleinen Treppe Platz genommen. Min trägt einen eleganten, saphirblauen Kimono mit größeren goldenen und weißen Anteilen. Der Höhepunkt des meisterlichen Gewands ist die ehrfurchterweckende Stickerei eines Garados, das sich den gesamten Kimono entlang schlängelt. Die schulterlangen Haare konnte Min nicht zu einer Geishafrisur zusammenbinden, aber dafür fächelt sie sich nun mit einem prächtigen Fächer Wind zu, das ihr Haar sanft wehen lässt. An ihrer linken Seite angelehnt ist eine junge Frau in nicht ganz so traditionellem Gewand. Touka hat, an einem Eis am Stiel leckend, ihren Kopf an Min gelehnt, während ihr weißer Fedorahut auf den Boden fällt. Die linke Hand der jungen Geisha ruht auf dem Saum ihres hellblauen Jeansminirocks, während ihr weinrotes Top glücklicherweise noch ohne Eisflecken auskam. Während Min sich mit Geta, den traditionellen Holzsandalen zu dem Tempel gequält hat, lässt Touka ruhig ihre Füße in den schwarzen, bequemen Sneakers wippen. Ihr Schweif schmiegt sich an ihre blassen Beine.

      Min: Tolle Idee, dieser Partnerlook! Du bist so eine Lügnerin!
      Touka: Ist doch halb so wild! Immerhin haben wir uns nicht noch darauf geeinigt, mit einem Charinko hier hinzufahren. Und woher sollte ich ahnen, dass du so einen Kimono hast? In unserem zweiten Gefecht hatte ja offenbar Tokunara die Kontrolle ...
      Min: Sag das noch einmal!
      Touka: Cha~rin~ko? Uuuh ...
      Min: Okay, das war's, ich blase das ab! Ich hab dir gesagt, "Mach' noch einmal osaka-koreanischen Dialekt nach und es knallt!" Jaringo, Jaringo, nein, du hast mich nicht verarscht, sonst hättest du Rad gesagt!
      Touka: Ha- ... hab ich doch gar nicht!
      Min: Neeeeeeeeeeeeein!
      Touka: Nein! Wenn ich dich verarschen wollte, hätte ich folgendes gesagt: "Anyeong, ich bin die Mina und ich koche gerne Kimchi, aber eens mag ich noch lieber, un' zwa' Galbi!"
      Min: Du kleine verdammte Bitch!

      Min geht Touka an die Gurgel, mit dem Eis noch im Mund und die roten Augen vor Angst geweitet. Nach einem kräftigen Ausschnauben der Wut lässt die leicht reizbare Min die 23-jährige Junggeisha zwinkernd los.

      Min: Ich ... ich meinte natürlich Beppin! Schönheit! Hihi ...
      Touka: Is' klar ...
      Min: Touky! Du weißt doch, wie sehr ich dich mittlerweile liebe! Touky! Touky - Touky - Touky - Touky-chaaaaaaan!

      Min umarmt Touka, der das in diesem Moment sichtlich unangenehm ist. Sie stößt einen tiefen Seufzer aus.

      Min: Ich finde es faszinierend, wie lange Sazzy-chan sich hier beschäftigen kann. Sie ist schon Stunden unterwegs.
      Touka: Ich findest es faszinierend, dass du bei dieser Gelegenheit nicht permanent hinter dir klebst!
      Min: Halt's Maul! Der Grund dafür ist, dass ich mit dir vier Jahre zurückblicken wollte und dir von all den Leuten erzählen wollte, die mir in diesem Jahr besonders im Gedächtnis geblieben sind. Fangen wir an, Aho!
      Touka: Auaaaa!

      Min schlägt Touka mit ihrem Fächer auf den Hinterkopf, meidet jedoch die zwei schwarzen Hörnchen. Sicher ist sicher. Nun kann der Epilog beginnen.

      Min: Also ich erinnere mich noch an diesen Schleimer, mit dem Yoshi und ich mal zusammenarbeiten musste. Und ich habe keine Ahnung, was aus dem wurde. Ein Ar*chloch, schätze ich mal [M2]. Seit Junichiros Abschluss habe ich sogar die wissenschaftliche Bestätigung erhalten, dass auch Ärzte Ar*chlöcher sein können. Nicht, dass ich es nicht gewusst hätte, aber ... na du weißt, der unausstehliche Kerl, der mir Hideyoshi "geschenkt" hat [M3]. Dann gab es noch Jin-ri [M1], die mit mir studiert hat, wahrscheinlich jetzt auch irgendwo im Krankenhaus arbeitend. Naja, ich bin halt nicht gut im Sozialkontaktpflegen.
      Touky: Bei "Touky-chan" warst du aber Feuer und Flamme, den Kontakt zu halten! Mein Kalligraphielehrer, Mitsunari Kanda [YH1], er ... er macht immer noch das Gleiche mit dem selben Enthusiasmus, mit dem er mich unterrichtete! Dan gab es noch diesen Arzt, Shigetaro Ishida, der mich einst in seiner obskuren Praxis gefangen hielt. Später starb er im Gefängnis ... alles deutete auf Selbstmord hin, aber ich weiß ja nicht.

      [Ran #i-vulnona# : Also ich schon. Niemand geht so mit meinem Mädchen um. Er wurde als Nasgnet wiedergeboren. Wer seine Nase zu sehr in meine Angelegenheiten einmischt, soll dazu verdammt sein, für immer nach Norden zu schauen. Und wenn er sich entwickelt, ist die Strafe veredelt.]

      Touka: Meinem Brudi Yasuhito [YH4] geht es dagegen gut~. Er hat auf Takamatsu sein Glück gefunden, zumindest menschlich! Ich weiß ja nicht, ob sein Beruf etwas für mich wäre. Co-Trainer bei einem Verein, der nur Aufstieg und Abstieg kennt und nicht im Stande ist, mal etwas für die Herzleidenden zu tun. Jens [YH7] ist immer noch Arenaleiter bei uns in Kyoto. Ich frage mich, wie er als alter Mann aussieht, wenn er seine Geister-Pokémon in den Ring schickt? Raazus Bruder Hideaki [YH13] wechselte übrigens später nach Kyoto, wenn wir schon beim Fußball sind.
      Min: Yeah und ich gehe immer öfter ins Stadion! Wen ich zum Glück nicht mehr wiedergesehen habe, war dieser Blödbommel Mephisto, das aschgraue Hundemon [M4] aus der Hölle. Ha! Haha! Alles nur Einbildung.

      [Ran #i-vulnona# : Hättest du wohl gerne. Hätte ich auch manchmal gerne. Wenn ich in der Unterwelt auch meine Fuchsform besäße, hätten wir uns sicher blutig gebissen, so wie mit Inari.]

      Min: Eine andere Person, die mir nie wieder unter die Augen treten soll, ist Adine [M8]. Trotzdem wüsste ich sehr gerne, was mit ihr los ist. Nie wieder was von dem ollen Redhead gehört. Welp. [@Curiosity ] Das Guardevoir Odette mochte ich irgendwie, aber so cool wie Kaoru war sie nicht, ha! Gyatso und Sangmu [M9-12], das tibetische Rentnerpärchen, halten sich wacker am Leben. Na zum Glück sind die so alt! Da die Prophezeiung erfüllt ist, wären die ja sonst arbeitslos, aber so? Fei-schätzchen hält die müden Knochen der Alten ordentlich auf Trab.
      Touka: Wenn ich an unangenehme Personen denke ... dann denke ich an diesen Grabscher aus dem Zug, der von Tokunara aus diesem Leben gerissen wurde [YH14].

      [Ran #i-vulnona# : Ach, der. Der ist jetzt ein Dummisel. Nicht nur, dass es lächerlich aussieht, wenn er mit seinem Schweif durch die Erde bohren will, nein, er kann auch nicht grabschen. Moment. Halt. Nee, das war der Falsche. Ich glaube, der kam direkt in die Avici. Aber es wäre eine verführerische Alternative gewesen!]

      Touka: Weißt du noch, Min? Das Arkani, von dem ich dir erzählt hatte. Khan [YH17] ... er hatte mich gejagt, dabei wollte er eigentlich nur Rans Werk stoppen, so wie du. Ironisch, dass ausgerechnet dieser kräftige Koloss tot ist. Ich kann ihn verstehen, als mir das gesamte Ausmaß von Tokunara klar wurde, aber damals ... war ich ein verängstigtes Mädchen.

      [Ran #i-vulnona# : Der Typ war voller Aggression und Übereifer. Ich hätte ihm ja eine schlimmere Wiedergeburt gegönnt, aber das habe ich ja nicht allein zu entscheiden. Das ewig mies gelaunte, feurige Tier wurde zu einem Tier, das nie aus negativen Gefühlen in die Luft gehen würde. Ein ... Loturzel, mittlerweile sogar ein Lombrero, der gute Khan.]

      Touka: So viele Geschöpfe sind während dieser Zeit gestorben. Aber am meisten, am allermeisten vermisse ich Yukisango [YH19]. Die Frau, die in mir immer etwas Besonderes sah, während ich bei einer anderen vielleicht wie eine Kurtisane vor 200 Jahren nichts zu lachen gehabt hätte. Ach Yukisango. Bist du als wunderschönes Kinoso wiedergeboren worden, du elegante Kirschblüte?

      [Ran #i-vulnona# : Ew, wenns nur so gekommen wäre. Aber nein, der Gutmensch muss ja direkt ins Paradies durchgelotst werden! Naja, trotz aller Schadenfreude und Spaß am Wiedergeburtenroulette ... sie war meiner Tokunara einer hervorragende Ersatzmutter. Dann geht das wohl klar ...]

      Min: Ey.
      Touka: Ja?
      Min: Halt's Maul.
      Touka: ...
      Min: Genau so! Das ist hier kein Monolog! Ich bin wieder dran. Chong-bo, unser charmanter Chauvinist, ist ja bei unserem zweiten Kampf ums Leben gekommen [M13]. Interessant, dass wir mehr über die Toten als die Lebenden reden.

      [Ran #i-vulnona# : Der wurde ein Pandir. Absolut unnütz im Kampf und da jedes Pandir unterschiedliche Flecken besaß, konnte der keine Gruppen mehr über einen Kamm scheren. Brilliant, oder?]

      Min: Kengo und Shizuka Aoki [M14]. Unsere beiden Mentalartisten. Die kamen sogar ins Fernsehen, hast du das gesehen? Ich hab gesagt, dass du die Schnauze halten sollst. Die sind mit Kozue, ihrem Psiana, jetzt sogar bekannter als meine Schwester! Ich glaube, Kengo hat aufgegeben, in mich verknallt zu sein und von Eun-ju hält er nicht mehr so viel wie vorher. Aber wir telefonieren noch öfters. Vielleicht ruft er mich ja zusätzlich noch telepathisch an und ich gehe einfach nicht dran, wer weiß. Dann gab es ja noch die selbsternannte Mondprinzessin Runa [M15], die mir noch desöfteren über den Weg gelaufen ist. Sie führt jetzt "ein normales Leben, solange, bis ihre Verbannung auf die Erde vom Mondvolk aufgehoben wird, studiert Romanistik und war sogar mal in Europa gewesen. Denen hat sie ja viel beigebracht, wie das so auf dem Mond abläuft, der Japan offenbar gar nicht so unähnlich sein soll. Tja, Runa bedankt sich bei dir, Touka, denn sie ist jetzt meine Nummer-1-Rivalin!

      Min holt tief Luft. Touka, ihr Eis längst fertig gegessen, gönnt sich einen Schluck aus ihrer Wasserflasche.

      Min: Meine Peiniger aus der Jugend ... also Masaru und Nanami arbeiten in einem Supermarkt bzw. in einem Kombini. Michio und die zwei Weiber, von den drei Deppen habe ich nichts mehr gehört. Und Hideki, mein ganz persönlicher Hitler? Naja, der ist der Uyoku Dantai, also den Rechtsextremen beigetreten. Wundert mich nicht. Aber offenbar scheint er sich noch nicht straffällig gemacht zu haben [M16].
      Touka: Du hattest ja auch nicht gerate mit zuckersüßen Persönlichkeiten zu tun ...
      Min: Dafür hab ich meinen Yoshi, meine Sazzy, ... und die liebenswerte Touky-chan! Als Jüngste wünscht man sich oft, so ein kleines Geschwisterchen zu haben ... oh nein, wieso denke ich jetzt an ... ROAR!
      Touka: Alles gut, reg' dich nicht auf. Ich denke gerade an meine Zeit auf den Inseln. Da gab es so einen ausländischen Rocket Vorstand namens Estebán [YH21] ... es ist ruhig geworden um Team Rocket. Aber man darf sie nie unterschätzen ... bis auf einige ihrer dümmlichen Rüpel! Das alte Ehepaar Maeda [YH22], die mich mit all ihrer Lebensfreude aufgenommen hatten, als ich dort versteckt wurde, ist leider verstorben. Ich konnte die beiden jedoch noch vorher treffen! Ach, es ist zu traurig. Wenigstens weiß ich, dass es Tadayado, dem Laschoking, gut ist. Ob er immer noch gestrandeten Personen hilft, sich zurecht zufinden? Oder liegt er einfach nur faul im Sand rum und isst leckere Früchte? Kein schlechtes Leben, jedenfalls! Akane, die Arenaleiterin von Osaka [YH23], könnte mal etwas von seiner Lockerheit vertragen. Sie und ihr Miltank treten so unverschämt und hämisch auf! Sie ist mit einer anderen emotional instabilen Jugendlichen gehörig aneinandergeraten, weil sie dieser den Orden nicht geben wollte. Die Polizei war sogar da ...

      Touka schüttelt den Kopf. Dieses Miltank war wirklich ein Gegner, der zahlreichen angehenden Trainern die Stimmung gehörig vermiesen konnte. Das lange Sitzen schmerzte ihr, sodass sie aufstand und Min zu sich heranwinkte, um etwas auf dem Tempelgelände spazieren zu gehen.

      Touka: Na komm, suchen wir Satsuki und die Anderen!

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    • Epilog II:




      Eigentlich war geplant, dass Min und Touka gemeinsam am Tempel über ihre Erlebnisse zusammen sinnierten und sich Gedanken über all die schrulligen Charaktere machten, denen sie auf ihren Wegen begegnet waren. Doch nach der ersten Hälfte wurde nichts mehr aus der Zweiten. Abgebrochen. Nichts. Vorbei. Und warum? Nachdem die beiden Satsuki gefunden hatten, verspürte Min unglaublichen Hunger und zog ihre Freunde sofort ins nächste Restaurant. Und dann? Dann war sie nicht mehr wirklich in der Lage und Stimmung gewesen, wenigstens so ernst zu bleiben, wie es für den ursprünglichen Plan erforderlich gewesen war.

      An dem prunkvollen, rot-weißen Haupttor des mitternächtlichen Fushimi Inari Schreins hat sich Min an einer die Innenseite einer der Säulen gelehnt, das linke Bein angewinkelt und den Fuß ebenfalls dagegen gepresst, ihre Hände tief in den Taschen ihres zerschlissenen Jeansminirocks in Hellblau versunken. Hier war sie sicher vor dem Blick der beiden Vulnonastatuen, die nach vorne in Richtung derjenigen schauten, die an diesem Ort ankamen. Der Fuchsrüde hatte das Maul geöffnet, die Fähe geschlossen. Unter dem Schein der Laternen tapselte nun eine ebenso zierliche junge Lady wie Min die Steinstufen hinauf. Sie schien sich angesichts ihrer nicht immer praktischen Geta, der Holzsandalen, etwas zu quälen, doch man erkannte, dass sie Übung darin hatte. Immerhin hatte Touka, in einen prächtigen, rubinroten Kimono mit der goldenen Zeichnung eines Ho-Ohs verziert, als voll ausgebildete Geisha genug Übung darin. Min war selbst so tief in Gedanken gesunken, die Augenlider fest verschlossen, dass sie ihre einstige Rivalin gar nicht bemerkte.

      Touka: Miiiiiiiin~ ... Min, ich bin hier!
      Min: Und zu spät.
      Touka: Was?! Jetzt halt mal die Luft an! Ich weiß ja nicht, wie es dir geht, aber ICH warte schon seit Monaten darauf, dass wir das beenden, was wir gemeinsam begonnen haben! Und @Raikachu wartet genauso lange, das weißt du!
      Min: Hmpf ... "Monate" ... also jetzt übertreib' mal nicht, wie steh' ich denn dann da?
      Touka: So, wie eine dasteht, die mich ständig wegen irgendeinem Blödsinn versetzt! Okay, sagen wir "Wochen"? Dann weiß niemand, wie viel es ist.
      Min: "Tage" wäre meine Wahl.
      Touka: Aha, und wer soll dir das glauben? Außer Baka-Fei?
      Min: Baka-Fei reicht, sie ist mein Lieblings Ba-Kaffee.

      Touka peitscht aufgewühlt mit ihrem Schweif umher. Sie wusste, dass Min noch fauler und lethargischer war als sie manchmal selbst, aber das machte sie wirklich wütend. Ihre launische Freundin hatte sich nicht einen Zentimeter bewegt, sie war sogar faul, sie zu umarmen! Also fuhr die junge Geisha ihren Schweif auf und verpasste Mins rechtem Bein einen schmerzvollen Peitschenhieb!

      Min: GYAO! Aua! Bist du verrückt?
      Touka: Heul' nicht rum, du bist eine Ärztin ... Übrigens, wie gefällt dir mein neuer Kimono? Einmal drehe ich mich um die Achse uuuund ... tada~ Schick, oder?
      Min: Cool.

      Touka atmete tief durch. Es fiel ihr wirklich nicht leicht, in diesem Moment ruhig zu bleiben und Mins Bein nicht weiter zu verletzen. Nun kam ihr großer Tanzfächer zum Einsatz, mit dem sie leicht auf Mins Kopf trommelte.

      Touka: Nur "cool"? Das ist alles? Na warte!
      Min: Ey, sowas darf nur Nobunaga, du kleine Bi- ... äh ... Beppin!
      Touka: Das hast du vor Monat- ... entschuldige, gnädigste Dämonin Mina;v;, TAGEN schon gebracht ... jeder weiß, dass du B**** meinst.
      Min: Ja und? Lass uns anfangen, deswegen bist du doch hier, oder? Ich hatte nie Eile dafür ... denn wenn wir das hintergebracht haben, ist alles aus, Ende, finito, als ob ein neuer Lebensabschnitt beginnt ... und ... ich fühle mich nicht bereit dafür.
      Touka: Du hast diesen neuen Lebensabschnitt längst betreten, Min ... aber ... irgendwie kann ich dich verstehen. Ich glaube, wir alle haben Angst, etwas abzuschließen, das man gerne hat, nicht wahr? Jedenfalls ... lass' uns loslegen! Ich habe dir mal von diesem Typen im Anzug, Mr Pling-Pling, erzählt [YH27], den Kyoko mit ihrem Eis bekleckert hat ... tjaaa ... der hatte ja seinen Kopf verloren. Was Buddha aus ihm gemacht hat?

      [Ran #i-vulnona# : Och das kann ich euch sagen. Der wurde ein Lithomith, das aber keine edlen Anzüge, sondern nur Lumpen fand. Im übertragenen Sinne. Die hässlichsten Einsiedlerkrebsschalen, die man sich vorstellen konnte. Ich finde das richtig lustig. Aber ich bin ja auch Sadistin.]

      Touka: Kiyoha und Toyomatsu [YH30], meine beiden Ersatzpeinigerinnen, nachdem sich Satori etwas zusammengerissen hatte, haben mich mittlerweile akzeptiert und benehmen sich nun desöfteren, wie es sich einer Geiko eben ziemt, mittlerweile wohl sogar besser als ich. Min, das ist alles dein Einfluss! Sie vertragen sich nun auch besser mit ihren Familien. Haruo und Miyabi [YH32], die beiden Trainer in Eikos Arena ... machen immer noch das selbe. Ein Leben als Arena-Vortrainerin wäre wirklich überhaupt nichts für mich, das muss doch schrecklich eintönig und langweilig sein!
      Min: Vor allem darfst du die Pokémon nicht zu stark trainieren, sonst dürfen sie nicht mehr eingesetzt werden. Wie grenzdebil. Apropos grenzdebil. Als ich Eiko das erste Mal traf, hatte ich mir einer Reihe skurriler Gestalten am Pokertisch gesessen. Au mann! Der Flambirex-Glatzkopf, der kleine Buddha mit der runden Sonnenbrille und der Guy Fawkes-Kerl, daneben noch Doof und Doofer, mit denen du ja auch Bekanntschaft gemacht hast [M20]. Ich hab' mal gefragt, was aus denen geworden ist. Mittlerweile besuchen zumindest die ersten drei das Casino wieder öfters, aaaaber ... für die erste Weile haben die sich ferngehalten. Ich muss ja eine unglaublich einschüchternde Spielerin sein, ahaha! Dann war ich ja noch damals auf dem Friedhof von Wakayama gewesen. Dort lag dieses arme Ding namens Mayu Kasugano begraben [M26]. Jemand mit einem so süßen Namen kann doch nur als Miezekätzchen wiedergeboren werden ... später war ich nochmal da und fand ein Foto von ihr. Später, als ich mit Sazzy nach Kyushu gefahren bin, habe ich sogar ein flauschiges Flamara namens Mayu getroffen! Sie - war - so - fluuuuufffiiiiiig!

      Mit einem Male war all die Müdigkeit aus Mins Körper gewischen. Instinktiv presste sie ihre Hände an die Brust und dann vor den Mund, um nicht allzu laut angesichts der Revue passierten Kawaiiness zu schreien. Touka legte ihren Kopf schief und freute sich, dass die junge Ärztin ihre Griesgrämigkeit abgelegt hatte und strich belustigt mit ihrem Schweif an die rote Holzsäule.

      Touka: Wie meine Fluffy! Das hätte ich ja auch sehr gerne richtig durchgekuschelt! Also ich erinnere mich gerade an Väterchen Ho [YH34], den buddhistischen Abt aus Vietnam, der zwar kein Japanisch, aber sehr verrücktes Englisch gesprochen hat! Noch immer schafft er es, die groteskesten Rätsel aller Zeiten zu stellen! Da kann wohl jede Sphinx einpacken! Champ Wataru [YH39] ist immer noch Champ, obwohl er verloren hat, denn ich habe ihm meinen Platz letztlich überlassen. Alleine auf Herausforderer wartend, kann ich ja keine besonders gute Geisha werden. Professor Okido, der mich da empfangen hatte, arbeitete in Kanto weiter an seine Radiosendung über Pokémon, aber er redet immer über die Gleichen, als ob er nur 151 Pokémon kennen würde. Shion, die stinkfaule Miko [YH41], die mich ... unglaublich auch an DICH erinnert, arbeitet immer noch nebenberuflich an dem Schrein. Ich bin nicht die erste geblieben, die mit ihr aneinander geraten ist! Und ich dachte schon, es läge an mir~ ...
      Min: Also ich fand diese Französin, Noémie, ziemlich nett [M27], sie und ihren Vater, den Professor Antoine Flammarion. Ich bin mir sicher, dass dieser Mann viel mehr Pokémonarten kennt als unser Freund Okido! Und Noémie studiert mittlerweile Biologie der Pokémon, um später mehr sagen zu können als "Halt! Du darfst in deinem Gebäude das Fahrrad nicht benutzen!" Ich fliege jedes Jahr wieder nach Frankreich und treffe mich mit den beiden. Bald bin ich eine richtige Oui Oui-Japanerin! Erinnerst du dich noch an die zwei Idioten aus dem Diclonius-Labor?
      Touka: Ja, aber ich habe vergessen, wie die hießen. Sie sind zwar entkommen, aber mehr weiß ich auch nicht. Wer auch entkommen ist, sind Raikou, Entei und Suicune (YH42), die weiterhin frei durch Japan rennen und sich nur den Aufrichtigen zeigen. Einen Namen den ich jedoch nie vergessen habe ... der Typ namens Mamoru (YH46), der ältere Bruder von Kyokos Freund Yosuke. Die beiden sind übrigens immer noch zusammen, ist das nicht süß?
      Min: NEIN!
      Touka: W-wieso denn nicht? Ich finde das totaaaal romantisch~.
      Min: Mir sind solche Sachen ziemlich egal. Nimm's nicht persönlich, das ist nicht mal böse gemeint. Tja, den hast du zu Asche verbrannt. Und Kang hast du am Ende in die Luft gejagt. Ich kann nicht sagen, dass das besonders traurig war. Grausam schon, aber nicht traurig.

      [Ran #i-vulnona# : Rattfratz und Nagelotz, falls jemand fragt, was aus den hinterhältigen Typen geworden ist~]

      Min entfernt sich von der Säule und blickt die Treppen herunter, die zu den zehntausend orangeroten Toren des Fushimi Inari, dem eigentlichen Ausgang, führen. Nur gemächlich trippelt Touka ihr hinterher. Als die junge Geisha direkt hinter ihrer Freundin ist, dreht diese sich um und packt sie an den Schultern.

      Min: Touky! Jetzt kommen die wichtigsten Charaktere, das beste zum Schluss! Wir haben ja schon von diesen Rocket Rüpel geredet, Takeshi und Takashi. Ich muss sagen, dass ich die mal am Flughafen Osaka getroffen habe, mit ziemlich dicken Koffern. Als Ziel konnte ich lediglich USA ausmachen. Vielleicht New York? Vielleicht Hawai'i? Team Rocket ist ja momentan wieder ziemlich am Boden. Ob sie ausgewandert sind?
      Touka: Das würde mich auch mal interessieren. Urara jedenfalls leitet die Okiya großartig und Fukumomo wird im nächsten Jahr auch endlich eine richtige Geiko! Ich bin so stolz auf die Kleine! Yukisango wäre so unglaublich stolz auf uns alle. Nun ist sie vielleicht in einem Paradies wiedergeboren worden, dort, wo Engel hingehören~.
      Min: Mama und Papa haben alleine noch einmal Urlaub gemacht, und zwar wirklich auf Hawai'i! Dort muss es super schön gewesen sein. Sung-Nam war auch dabei, unser Shnurgarst, doch das Training in der Arena hat sich bezahlt gemacht. Am Ende war der wieder richtig schlank ... aber ... man sieht deutlich, dass dieser Trend sich bald wieder wenden wird.
      Touka: Papa, also ... Hidenari, den kennst du ja, oder? Ihr habt euch vor dem Aquarium getroffen. Er hat eine neue Frau gefunden. Ich freue mich so für ihn und sie scheint auch wirklich ganz nett zu sein. Sie bemüht sich sehr für Kyoko und mich, aber sie "Mama" nennen? Das kann ich nicht, so sehr sie sich das auch wünscht. Kyoko-chan ist ja nun übrigens an der Uni und studiert Tiermedizin. Sie wünscht sich, eines Tages im Pokémon-Center zu arbeiten! Solange sie Spaß daran hat, ist es toll. Nur wenn sie merkt, dass das irgendwann nicht mehr ihr Ding ist, muss sie sich etwas Neues überlegen. Aber du weißt ja selbst, wie demotivierend ein Studium an einigen Stellen sein kann, nicht war, Mina-neesan?
      Min: "Mina-neesan?" Haha, so hast du mich ja noch nie genannt~. Dabei hast du doch Urara.
      Touka: Tja, man kann doch so viele Geschwisterchen haben, wie man will!

      Touka umarmt Min und presst sie dicht an sich. Min schaut etwas verlegen, denn so viel Zuneigung ist sie nicht so sehr gewöhnt, vor allem nicht von "Geschwistern". Am Ende entspannt sie sich jedoch auch und lässt sich in den Kimono reinflauschen. Plötzlich schiebt Min die kleine Tänzerin jedoch sanft von sich weg und greift an ihren Gürtel, an dem Pokébälle befestigt sind. Kenta das Voltenso springt heraus und legt sein Maul zart um den Arm seiner Trainerin, die sich für ihn in die Hocke begeben hatte.

      Kenta: *hechel*
      Min: Ach mann, ich liebe es so sehr, deine Zunge auf meiner Haut zu spüren, mein kleiner Flauschwolf! ... Wait ... das klingt extrem strange ... hab ich das eben echt gesagt?
      Touka: Jaaaaaa~ ... hast du!
      Min: Okay ... naja ... wenigstens geht es Kenta und meinen anderen Pokémon super gut. Am coolsten fand ich es, als so eine Familie um ihn als Deckrüden gebeten hat, da er ja sowas wie ein Held ist. Wenn die nicht so weit weg wohnen würden, könnte er seine kleinen Fukano-Welpen vielleicht mal öfter sehen. Ich war sehr erstaunt, dass er ihnen damals nicht das ganze Futter weggefressen hat, sondern wartete wie ein echter Gentleman. So wie Tony eben! Er wollte mehr von der Welt sehen, weswegen er einen anderen Trainer nach England begleitet hat. Ich hoffe nur, dass der Typ sich ihm gegenüber anständig benimmt, er hat wirklich etwas Besseres verdient als vorher. Und in ein paar Monaten kommt er ja auch wieder zurück hierhin. Ob er auch dieses britische Essen dann mitbringt, was ich Sazzy zu Weihnachten schenken wollte?
      Touka: Äh ... wieso machst du das? Ich dachte, du und Satsuki, ihr seid ... Big Neesans ...
      Min: Big Sisses heißt das, learn extreme-speed English, gal! Boaaaah ... Kannste wenigstens das L?
      Touka: REL.
      Min: W-was?
      Touka: Naja das was du immer sagst, wenn du etwas so doof findest, dass du innerlich darüber lachst. LEL! Ja, genau das!
      Min: Rel ...sei nicht so toukyhaft! Ich beneide die Europäer oder die von ihnen abstammen, die können beides, so wie Fernando! Der ist ein mexikanischer Arzt in Japan, wie krass ist das bitte? Und weil es kaum andere Mexikaner hier gibt, rennen die Leute seinen Eltern das Restaurant ein. Ich war mit dir ja auch dort, es ist echt unglaublich gut. Aber es gibt irgendwelche Leute, die meinen, dass er das japanische R falsch ausspricht. Man kann es mit der Klugscheißerei auch übertreiben, mann, mann, mann.
      Touka: Du rügst mich für meine L-R-Schwäche ...
      Min: Ich ärgere dich ja auch, meine süße Flauschegeisha!

      Min schnappt sich Touka, presst sie sanft an eine Säule und schaut sie mit einem fast schon manisch-wahnsinnig an. Doch bevor die Geisha etwas sagen kann, zwinkert sie ihr zu und lässt von ihr ab. Nun befreit auch Touka ihr Haupt-Pokémon, Fluffy das Chillabell, aus ihrem Pokéball und knuddelt den grau-weißen Fellball.

      Touka: Fluffy ist das beste Pokémon, das sich eine Geisha nur wünschen kann ... bis auf eine Sache ... so jemand wie meine süße Fluffy stiehlt mir ständig die Show. Ich glaube sogar, dass ihre Körperbeherrschung sogar besser ist als meine! Also manchmal bin ich schon etwas eifersüchtig, aber ich liebe mein Schätzchen einfach viel zu sehr. Sie könnte Problemlos an diesen Pokémon-Musicals teilnehmen, in Amerika. Einmal nehme ich mir einfach Urlaub und fahre ihr zuliebe dort hin, aber mich persönlich reizt New York auch sehr.
      Min: Aber vorsicht vor rasenden Kukmarda und jähzornigen Stalobor! Davon hat mir Sazzys Cousine Mi-SHA-to erzählt, dem Mädchen, dem die Mayunaise gehört.
      Touka: Mayunaise?
      Min: Na das süße Flamara! Aber sag mal, liebst du auch mal jemanden Anderes außer ... Fluffy-chan?
      Touka: *seufz* ... Also ... ähm ... eigentlich ist das so gar nicht meine Sache ... ich habe mich mal in einen jungen Mann verknallt, aber ... der war vergeben ... und i-ich ...
      Min: Naja ... das wird vielleicht dann nichts, aber wenn du die ganze Zeit an ihn denkst, wirst du nicht mehr schlafen können.
      Touka: Habe ich gemerkt, ich bin eigentlich größtenteils darüber hinweg. Es ist eben nur noch nicht so lange her, weißt du? Vielleicht brauche ich ein bisschen.
      Min: Das wird schon. Hyun-woo, mein Bruder, hat Jahre dafür gebraucht, um zu verstehen, dass Sazzy ihre Ruhe vor ihm haben will. Sie hat ihn abgelehnt, weil er mit mir und anderen Leuten so respektlos umgesprungen war und ihre Ablehnung übertrug er dann noch stärker auf mich, wie in einem Teufelskreis. Das war echt uncool für mich, da war deine Satori bestimmt harmlos dagegen! Naja, der ist jetzt eben Anwalt und tingelt ab und zu auch durch die Gegend, um mit seinem Despotar Arenen zu zerstören. Motohiro hat er aber noch nicht bezwingen können, aber er meint, er hätte keinen Bock, sich noch um ein zweites Pokémon kümmern zu müssen. Immerhin benimmt er sich mir gegenüber mittlerweile anständig, wir vertragen uns nun größtenteils alle.
      Touka: Ob der schlimmer war als Lästergöttin Satori? Das war eine üble Zeit für mich. Aber gestritten haben wir nur noch über Bagliatellen~. Sie hatte sich vor kurzem wegen einer unglücklichen Romanze eine Auszeit genommen, aber seit ein paar Wochen ist sie wieder zurück. Sie sagt, dass sie nicht ewig am Boden liegen kann und wieder aufstehen muss! Ich hoffe so sehr, dass sie für ihre positive Wandlung bald endlich belohnt wird!
      Min: Ja, es ist unglaublich. Auch Eun-ju-Schätzchen aka Eun-Julia hat ihr Verhalten mir gegenüber gebessert. Sie ist nachts mit hochhackigen Schuhen den Bahnsteig abgerutscht und hat sich das Bein aufgerissen, nachdem sie mich zuvor noch eine "dumme H***" genannt hat. Nach allem, was sie mir angetan hatte, hätte ich sie auch einfach liegen lassen können, doch ... *seufz* ... ich habe echt keinen hohen IQ im wirklichen Bösesein. Unter Tränen hatte sie mich nachher umarmt und für alles entschuldigt, irgendwie war es schon rührend. Allerdings weiß sie nicht, wie es bei ihr weitergeht. Ihre Modelkarriere hat nun ihren Zenit erreicht, sie ist super beliebt und auch öfter im Fernsehen zu sehen. Ich hab das Gefühl, dass der Typ an ihrer Seite irgendwie etwas famegeil ist und sich mitschleppen lassen will. Arme Ching-Ching~ ... Kaoru sagt ihr das schon seit Wochen! Sie lebt eigentlich überall, mal bei meinen Eltern, mal bei mir, mal bei Sazzy und mal in den Tempeln und hilft ein bisschen dort mit, da sie nicht mehr so oft kämpft und auch keine Schoko-Nara mehr verhindern muss, nicht wahr, Touky-chan? Und das war so megasüß, als sie sich in ein Galagladi verliebt hatte und ausgerechnet von MIR Tipps eingefordert hatte. Du weißt, dass ich in sowas so unsicher und unbeholfen wie du bin ... immerhin konnte ich ihr Tipps für sexy und cooles Styling geben, dem Galagladi muss die Zunge doch bis auf dem Boden gehangen haben!

      Min setzt sich auf die steinernen Stufen und blickt hinauf in den sternenklaren Himmel, als sie plötzlich ein lautes Wirrwarr von Stimmen wahrnahm. Endlich waren auch einige der engsten Freunde der beiden aufgetroffen, mit den sehnlich erwarteten Getränken in den Armen: Umeshu, Sake, Rotwein, Bier, Cola, Wasser und bretonischer Cidre. Neben Mins Geschwistern kamen auch Yoshi, Satsuki, Fei-Fei, Eiko, Motohiro und Raazu die Treppen hinaufspaziert. Das laute Lachen bekam unsere impulsive Dämonin Mina;v; wenig überraschend in den falschen Hals und instinktiv überschlug sie ihre Beine.

      Min: WAS?! Wehe einer von euch hat mir unter den Rock geschaut, den töte ich auf der Stelle!
      Hyun-woo: Mit ... was?
      Min: Meinem megakrassen Sphinxenblick! Ich bin eine scharfe Miezekatze, rawr~!
      Yoshi: Endlich akzeptiert sie es, ein Mina-Kätzchen zu sein!
      Touka: Weißt du, Min, Raazu ist extra angeflogen, um dich kennenzulernen. Ihre Phobien sind vielleicht ein kleines bisschen besser geworden, aber sei vorsichtig. Ich würde mir wirklich wünschen, dass ihr beiden euch mögt! Nach ihrem Gastjahr ist sie wieder nach Takamura zurückgegangen und hilft in der Kronjuwild-Farm mit, bis sie ihr Studium abgeschlossen hat. Irgendetwas in Richtung Tiere, frag mich nicht genau was. Aber deine Fei ist ja auch nicht ganz pflegeleicht.
      Min: Nicht ganz pflegeleicht, die ist völlig meschugge in der Birne! Aber es ist eine ganz Liebe, bei der man einfach so sicher kann, dass sie einem nichts Böses will. Aber stell dich drauf ein, dass sie wie ein Wasserfall redet. Ich denke mal, dass die Tempelfreunde in Tibet ganz froh sind, wenn Fei-chan mal wieder ihre "Miyu" besucht. Fei mag zwar die Oberschule abgeschlossen haben, aber ... zum Studium reicht es nicht, aber dafür ist sie eine überragende Kampfsportlerin mit ihrem Wie-Shu. Ich habe Null Chance!
      Touka: DU eh nicht ... du faule Socke ...

      Die Gruppe trifft sich und stellt kleine Snacks mit den Getränken auf einer ausgebreiteten Decke auf. Es dauert nicht wirklich lange, bis nichts mehr da ist, bis auf etwas Sake und Cola. Min hat Satsuki, die im Cheerleader-Kostüm erschienen ist, die flauschigen Pompoms abgenommen und allen durchs Gesicht geflauscht.

      Min: Tooooouky, du süße Fluffgeisha, möchtest du beim Flauschroulette mitspielen? Eiko und Sazzy spielen auch mit! Schade, dass Miss Rana nicht hier ist! Ich habe Yoshi gesagt, dass er die Wackelpuddingkanone mitbringen soll, die ich aus Kangs Labor habe mitgehen lassen. Das hat das letzte Mal so viel Spaß gemacht!
      Touka: Hmmm ...ja, gerne, denn ich bin doch total fluffig!
      Eiko: Yay! Aber vorher möchte ich euch noch etwas erzählen. Ich habe das Angebot bekommen, für Melanie die Stelle der Unlicht-Top-Vier einzunehmen, doch sie ist sich selbst noch nicht schlüssig, ob sie woanders hin wechselt. Zum einen wäre ich dann die Letzte der Top Vier! Und ich dürfte fünf statt vier Pokémon in den Kampf schicken. Andererseits kann man in einer Arena viel mehr designen als in einem einigen Raum. Ich fühle mich echt wohl, zumal ich im Indigo Plateau noch viel weiter von Motohiro weg wäre, immerhin pendeln wir beide gemeinsam von der Mitte aus. Außerdem muss ich in meine Überlegungen einbeziehen, wie wir das mit unserem Schätzchen machen ...du weißt ja selbst, wie ein Kind die Lebensplanung auf den Kopfstellen kann, gerade jetzt im Kindergartenalter.
      Motohiro: Wenn sie da hingeht, ist sie ja bald näher am Casino Prismania! Allerdings ... sollte sich auch Bruno dafür entscheiden, seinen Top Vier-Posten an den Nagel zu hängen ... dann wäre das natürlich großartig. Kennst du den großen Radweg in Kanto? Dann könnte ich mit Eiko öfter da runterfahren, mit einer Bombenaufsicht aus Meer. Aber ich fahre vorsichtiger, noch vorsichtiger, als ich die damalige Miss Saionji noch kennengelernt habe!
      Eiko: Dass du diese Lebensphase vor mir ohne Hirntrauma überstanden hast ... alter Überlebenskünstler.
      Satsuki: Buddha sei Dank. Ich habe ja seit einiger Zeit nebenher wieder etwas mit Cheerleading angefangen, wie in der Schulzeit, aaaaaber ... das werde ich jetzt auch nicht mehr so lange machen können. Mein Krankenhaus hat ziemlich gestaunt, als ich mit verstauchtem Fuß eingeliefert wurde. Ich war eben völlig aus dem Tritt~
      Min: Sazzy wird alt, aber für mich ist sie immer noch die Allerbeste! Sie hat mir ja angeboten, dass ich mit ihr zusammen cheerleade. Aber ... da wars schon zu spät. Da war Yoshis und mein Schätzchen schon im Anmarsch. Man sagt ja, dass so ein Kind verändert, aber nach ein paar Monaten ... fühle ich mich immer noch so dämonisch wie vorher! Okay, vielleicht ein bisschen sozial verträglicher!
      Hyun-woo: Wo ist eure Kleine eigentlich?
      Yoshi: Na zuhause im Gitterbettchen, dort, wo ein Baby um Ein Uhr Nachts auch hingehört, zusammen mit zwei glücklichen Großeltern. Und von allen Pokémon liebt sie ausgerechnet A-Un am meisten! Ein riesiger, bedrohlicher Drache. Das ist einfach so sehr Mina ...
      Min: Hehe, sei doch froh, denn ich bin echt megacute! Ich bin so megacute und viel zu cool, dass ich ganz sicher nicht irgendwelche Elternseminare mit meinem Kind besuche! Mal im Ernst, wir haben genug Leute, von denen wir lernen können. Zum Beispiel Patentante Sazzy, yay~!
      Satsuki: Naja, ich habe ein bisschen weniger Erfahrung als ihr beide.
      Min: Du baust aber seit jeher viel weniger Scheiße als ich, das ist extrem wertvoll für mich! Genauso wie Mutterschatfsurlaub ... haha, so viel Freizeit! Und langweilig würde mir selbst ohne meine Schätzchen nicht werden, da man jetzt eine lebendige Heldin live herausfordern kann! Stell dir mal vor, wenn ich meine Herausforderungen auf dem Fuji-san empfangen würde, wie genial wäre das denn!
      Touka: Ich könnte das als ... "Champ" ... auch machen, aber ohne Ran und Inari ... mein Team fühlt sich so unkomplett an, ich würde mir erst noch ein, zwei andere Pokémon fangen. Aber ich bin ganz froh, seit geraumer Zeit ungestört tanzen zu dürfen, ohne irgendwelche sonstigen Zwischenfälle. Das werde ich auch sicher noch einige Jahre lang machen, schließlich habe ich noch keine so alten und zerbrechlichen Knochen wie Min!
      Min: EY! Du kleines, durchtriebenes Luder!
      Touka: Wir haben Frieden in der Okiya und hin und wieder treffe ich mich mit meinen beiden Füchsen~ Es könnte nicht besser laufen! Und vor kurzem war ich mit Fluffy in Kyushu und habe mit ihr Anmutigkeits-Wettbewerbe gewonnen. Ich hätte gerne meine beiden Füchse für einen Schönheits-Wettbewerb angemeldet, aber ich habe nie mit ihnen darüber gesprochen. Ich glaube nicht, dass die beiden sich dafür begeistern können. Wer weiß? Aber bevor ihr noch alle einschlaft, wie funktioniert das Flauschroulette denn?
      Eiko: Nun~ ... eigentlich müsste es ja Flauschpoker heißen. Wir spielen gegeneinander Poker und jede Verliererin wird eingefroren und dann freigeflauscht~ ...
      Touka: Aber ich kann kein Poker ...
      Min: Höhö, ist doch cool! Keine Sorge, Sazzy und du, ihr habt ja mich zum Flauschen, yaaay!
      Satsuki: Wow ... dieses Pun ... MIIIIIIIN!

      Natürlich erwies sich Eiko mit ihrer jahrelangen Erfahrung als die stärkste Pokerspielerin, sodass sie ihre drei Gegnerinnen so lange die Jetons abknöpfte, bis die drei zu einem All-In zwang, das jedoch Touka und Satsuki beide mit ihren Karten überstanden. Stattdessen hatte Min sich verzockt, wenn man das so nenne konnte. Doch anstatt frustriert ihr Blatt wegzuwerfen, drehte sie sich zu Yoshi, der inmitten der anderen, eher gelangweilt und müde dreinschauenden Gruppe saß und warf Satsuki die Pompoms zu, die sie ihr abgenommen hatten.

      Eiko: Ach Min, weißt du, ich beneide dich. Ich hätte extra verlieren sollen~
      Min: Sazzy-chan, Yoshi, ihr dürft mich zerflauschen~! Yumi-chan hat die süße und leckerste Mami aller Zeiten! Nya~!
      Yoshi: Wenn du nicht so unwiderstehlich lecker wärst, würde ich dich am liebsten einen ganzen Tag lang gefroren lassen, denn gerade angetrunken kannst du leicht nervig sein, Minnie ...
      Min: Pfff! Ich bin immer nervig, du Dummkopf! Na los, Ching-Ching, drück' ab, jemand hat Hunger auf Wackelpudding mit flauschigem Mina-Miezchen!

      Min steht wie eine Katze auf allen Vieren und leckt sich auch genauso die Hände ab, während Eun-ju mit dem Gewehr um sie herum geht und ihre kleine Schwester von vorne, von hinten und von der Seite mit der Gelatine beschießt. Als Min-yeon komplett umschlossen ist, lässt Eun-jus Milotic sie mit Blizzard komplett zu einem festen Block aus Wackelpudding erstarren, sodass ihr Freiflauschprozess möglichst lange dauert. Der schwarzhaarigen Schönheit mit den bunten Strähnchen scheint das nicht wehzutun, im Gegenteil, es scheint ihr zu gefallen. Doch das Fluffen ist so leidenschaftlich, dass Mins freigelegtes, aber immer noch starres Gesicht bereits nach nicht langer Zeit durch einen Kuss aufgetaut wird und sie diesen verlegen erwidert. Sobald sie aus ihrem wabbeligen Gefängnis vollständig befreit war, stürzte sich bereits Touka auf sie und presste sie auf den Boden.

      Touka: Übrigens, wie wäre es denn, wenn wir beide uns nach vier Jahren mal wieder richtig messen würden? Wer die Stärkste von uns beiden ist? Wir sind beide Heldinnen mit tollen Geschichten, aber nur eine kann die Stärkste sein! Na, was sagst du? Ich muss mir nur noch ein paar Vulnona-Ersätze fangen.
      Min: Klingt gut, Touky~. Also für mich. Für dich nicht, weil du sowas von verlieren willst! Die erste Kampflektion, die ich Yumi-chan beibringe ist, wie man gegen dich gewinnt, du Bleichgesicht!
      Touka: Na dann? Ich freue mich schon drauf. Also ich bin jedenfalls die Flauschigste!
      Min: WAS? War das eben nicht Beweis genug? Los, sagt ihr, dass ich total fluffig bin, obwohl sie längere Haare hat! Sagt es! MIN IST FLUFFIG!

      Inari und Ran liegen auf dem Dach des Schreins, die Pfötchen unter den Pelz gekuschelt und die Schweife um den Körper gerollt, um das Treiben von oben zu beobachten.

      Inari: Ach ist das nicht süß? Unsere kleine Touka. Auch wenn wir sie erst vor vier Jahren kennengelernt haben, kann man sagen, dass wir sie gemeinsam erzogen hätten. Und nun wache ich über alle, bis ein neuer Schüler oder eine neue Schülerin meine Hilfe braucht. Aus jedem Sprössling wird irgendwann eine wunderschöne Reispflanze, die die Früchte der monatelangen Arbeit hervorbringt. Wie unsere Touka.
      Ran: Ja. Halt's Maul. ... Ähm ... ich wollte nur gemein sein. Ich bin auch stolz auf Touka ... mein Mädchen ... sie glücklich zu sehen lässt mich für einen kurzen Moment vergessen, wie ekelhaft die Menschheit sein kann. Wie dem auch sei ... irgendwann werde ich wohl auch die Seelen dieser Geschöpfe gen Yomi geleiten. Das interessanteste an meinem immer währenden Auftrag ist das Erraten der Wiedergeburt. Was denkst du, mal den Himmel ausgenommen, als was Touka und Min wiedergeboren werden?
      Inari: Hmmm ... Touka und Fluffy passen so gut zusammen ... aber neben einem Picochilla würde ich in ihr auch ein Eneco sehen. Ein süßes, kleines, verspieltes Kätzchen. Oder aber - ein Vulpix! Findest du das nicht passend?
      Ran: Das wäre gar nicht mal so schlecht. Vor allem Vulpix ... dieser Gedanke macht mich glücklich ... Aber unsere Min wäre auf jeden Fall ein Sniebelchen~ . Ich frage mal die anderen Füchse, wen sie als welches Pokémon sehen würden, jeden Einzelnen. Gongoro, Konkon, Nono, Tamamo und @Raikachu , all die Füchse, bei denen ich in meiner wachen, tierischen Form aufgewachsen bin. Nono ist von allen die Flauschigste! Sie hat mich so ordentlich durchgeflauscht, dass sie das kälteste Eis zum Schmelzen bringen konnte~


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