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    • Kapitel IV: Go to Hell! [FSK 16]


      Der Jinichiro. Da schwieg er. Was für ein A********. Tja, damit hatte er wohl nicht gerechnet. Als der Professor den Raum betrat, war es an der Zeit, das wilde Affen-Pokémon in seinen Pokéball zurückzubefördern, was zu meiner Überraschung völlig problemlos gelang. Ich war bisher immer dem Glauben erlegen, dass solche ungezügelte Pokémon schwer in den Ball zurückzurufen waren. Ich konnte gar nicht anders als leise mit den Händen vor dem Mund in mich hineinzukichern. Jeder verachtungsvolle Blick, den Jinichiro mir schenkte, heizte das Pulverfass ein bisschen mehr an. Da ich bei dem strengen Sensei Maruyama nicht unbedingt einen Rüffel kassieren wollte, überprüfte ich lieber die Sache mit den achtzehn Höllen. Bisher hatte ich diese Information von Satsuki aus einfach so hingenommen, da ich sie auf dem Gebiet schon für kompetent hielt. Pustekuchen! Satsuki, was kannst du überhaupt?
      "Es sind sechzehn, du Dummschwätzerin!", tuschelte ich leise. Glücklicherweise saßen wir in der letzten Reihe, wie es sich für die coolen Mins nun mal gehörte, sodass meine Spielerei am Smartphone und das Geflüster nicht ganz so auffällig waren, bildete ich mir zumindest stets ein.
      "Wie, sechzehn? Sechzehn was? Bananen?"
      "Höllen! Sechzehn Höllen! Acht kalte und acht heiße Höllen, was ist das für ein Schwachsinn?"
      "Hm? Zeig' mal, ich habe mich jetzt immer auf die chinesische Version bezogen. Die haben den Buddhismus auch nach Japan transportiert."
      Die sechzehn Höllen in der allgemeineren Version waren schlichtweg enttäuschend, da es sich lediglich um unterschiedliche Gradationen von Temperatur und ihre Folgen handelte. Da hätten zwei mit Temperaturregler allemal gelangt.
      "Was bist du denn für 'ne Japanerin", lachte ich: "na ja, bleib' lieber bei den achtzehn, das sieht wirklich viel spannender aus." Ich würde mir das auf der Rückfahrt mal genauer zu Gemüte führen.
      "Was ist denn bitte schön an Wundstarrkrampf so lustig, Frau Seol?", blaffte der Professor, der so ein Lachen in der schweigenden Hörsaal-Seminarraum-Atmosphäre selbstverständlich wie den Abflug eines Flugzeugs wahrnahm.
      "An einer bakteriellen Vergiftung, die zu starken Krämpfen und im späteren Fall zur Erstickung führen kann, ist gar nichts lustig, sorry", sagte ich, als ich schnell das Smartphone unter den Tisch versteckte und meine Hand versehentlich dabei stieß. F***. Das tat weh. So getadelt zu werden und nicht mal richtig kontern zu können, tat mir allerdings mehr weh. Selbst ich musste in manchen Momenten mal die Klappe halten, denn noch war ich keine Ärztin. Das war schlimm, ich litt Qualen. Eine Runde Mitleid für Min! vielleicht konnte ich mir die bei Satsuki erschnorren.

      So einfach wie vor zehn Jahren, als Min-chan wirklich noch eine zuckersüße Min-chan war, lief es zwar doch nicht ab, aber wenigstens hatte sie mir auf den Kopf getätschelt. Es war zwar erst nachmittags, aber trotzdem ließ ich mich im Bussitz versinken, nachdem ich zuvor eine halbe Ewigkeit nach Unterrichtsschluss gewartet hatte, da ein Bus ausgefallen war. Stattdessen las ich mir lieber die Beschaffenheiten der achtzehn Höllen durch; das schien mir ein guter Zeitvertreib zu sein. Je nach Verdiensten in der Welt wurde man als Gott, eifersüchtiger Gott oder Titan, Mensch, Tier, Hungriger Geist oder Höllenwesen wiedergeboren. Vielleicht könnte ich Satsuki dazu überreden, mehr davon zu erzählen, aber momentan klappten mir aufgrund des schwülen Wetters und dem vorlesungsreichen Tag einfach nur die Augen zu. Dunkle Gewitterwolken säumten den Himmel, doch schon bald bekam ich nichts mehr davon mit.


      "Mitkommen."
      "Was?"
      "MITKOMMEN!"
      "How about no, stupid bastard!"
      Ich hätte wirklich erst die Augen öffnen sollen, bevor ich den Kerl mit seiner tiefen, rauchigen Stimme anschrie. Gemeinsam mit einem fahlgrauen Hundemon befand ich mich in einem kleinen Aufzug, dessen Anzeige auf -10 eingestellt war. MINUS ZEHN?
      "Das ist der Spiegel, falsche Richtung!"
      "Shut the f*** up and go to hell. Darf ich nicht kurz meine Haare überprüfen?", schnauzte ich zurück. Ich hasste es, wenn die langen Fransen in meinem Pony total ungeordnet oder verschwitzt da lagen. Ein bisschen Eitelkeit musste sein. Von seiner Farbgebung sah das Hundemon, das mich so niederträchtig anschaute, aus, als hätte es einen Geist gesehen, doch sein Gesicht sagte mir, dass es wohl lieber Spaß daran hätte, mir auf den Keks zu gehen.
      "The name's Mephisto and I understand everything you say. Auch auf Koreanisch. Du, die schwere Sünderin Min-Yeon Seol, sollst schon einmal einen kleinen Einblick in dein zukünftiges Domizil bekommen. Erfreue dich daran, diese Ehre wird nur fünf Personen jährlich vor ihrem offiziellen Ableben zuteil!"
      Was war das denn bitte für eine Pissnelke? Wenn es dieses Wiedergeburts-Reinkarnationszeug wirklich gäbe, würde man mich als Göttin wieder zurückholen, aber doch nicht als Bewohnerin der Naraka.
      "Doch."
      Hör auf, meine Gedanken zu lesen, du gottverdammter Drecksack!
      Ich hätte ihn am liebsten erwürgt!

      "Hier, im Stockwerk -10 siehst du die Kammer von Wind und Donner. In dieser Kammer werden kleinere Sünder bei stetigem Gewitter bestraft. Dies ist die erste Kammer der 18 Höllen.
      Gut, die schwarzen, laublosen Bäume, der peitschende Regen, der violett-schwarze Himmel mit spiralförmigen Wirbeln in der Wolkendecke und die zuckenden Blitze sahen sicher nicht einladend aus, aber solche Situationen gab es ja auch in der echten Welt immer wieder, vor allem im Sommer. Das war eine Hölle? Pah! Plötzlich schlossen sich die Aufzugstüren wieder mit einem lauten Knall und das Personenbeförderungsmittel schoss nach unten. Etage -20.
      "Ich bin ebenfalls der Meinung, dass diese Kammer utopisch für dich erscheint. Übrigens besteht der Aufzug aus Wolfram. Ist wärmeresistenter."
      Jajajaja. Nerv nicht. Blöde Töle. Wenn der mir jetzt wirklich jede der achtzehn Höllen zeigen wollte, würde ich durchdrehen. Das konnte der doch nicht ernst meinen!

      "Kammer Numero 2, die Kammer des Schleifens."
      "Oha, nicht Kammer des Schreckens?"
      "Siehst du, wie diese Geizhälse, die nichts gegeben haben, zu Späne gerieben werden?"
      WHAT. THE. F***.
      "Was ist das denn für ein kranker Kram, den ihr hier treibt?", fragte ich Mephisto mit vor Schreck gerissenen Augen. Das Seltsamste an der ganzen Sache war, dass sich die Leute wieder zusammensetzten, nachdem sie gestorben waren. Ihre Körper wurden unversehrt wiederhergestellt, damit die Prozedur wiederholt werden konnte.
      "Kann ich jetzt gehen? Und wieso sind das nur Chinesen? Sind die Anderen in den acht kalten und acht heißen Höllen?"
      "Erstens nein, zweitens entspricht dies lediglich der zufälligen Verteilung der Menschheit. Jeder fünfte Mensch kommt eben aus China, ein anderes Fünftel aus Indien. Wir sind ja nicht rassistisch."

      Level -30.
      "Die Kammer der Flammen. Das klassische Fegefeuer, das sich Plünderer, Diebe und Betrüger annimmt", erklärte Mephisto, als sei es das Normalste auf der Welt. War es im Vergleich zu der Kammer davor auch. Ganz ehrlich, das fand ich weitaus weniger erschreckend als die Kammer davor.

      Die orangerote Atmosphäre wandelte sich bei unserem nächsten Zwischenstopp komplett. Nicht nur, dass wir in Stockwerk -40 angekommen waren, auch die Temperatur bewegte sich in ähnlichen Gegenden in diesem Polargebiet, das von Eisblöcken und Gletschern übersäht war. Zum ersten Mal sah ich Mephisto am ganzen Körper rötlich glühen, da er durch die eisblaue Umgebung komplett herausstach.
      "Weiter, du musst mir nicht erklären, was das ist, das sehe ich selbst."
      "Die Kammer des Eises ist in erster Linie für Kinder gedacht, die ihre Eltern sehr schlecht behandeln. Vor allem geht es hierbei um Elternmord."
      Sah der Idiot nicht, dass meine Beine gerade zu Eiszapfen erstarrten? Nichts mehr mit 29 Grad und Minirock, fahr endlich weiter, Köter!

      "Hahaha, mit Respekt scheinst du es allgemein nicht so zu haben. Also dann, Level 5: Willkommen in der Kammer der Ölwannen, in der Vergewaltiger, Ehebrecher und Wüstlinge gebraten werden. Wunderbar."
      Die hatten kein System in ihrer merkwürdigen Hölle. So schadenfroh und abgrundtief sadistisch, wie der Hund den blauen, zweifach-gehörnten Dämonenhelfern beim Foltern zuschaute, erinnerte er mich fast an diesen Umbra, von dem ich mal gehört hatte. Leider hatte ich völlig vergessen, in welchem Zusammenhang dies stand.

      "Die sechste Hölle ist die Sägekammer. Hier werden Leute zersägt", konstatierte er ungeheuer trocken und provozierend. YOU DON'T SAY?!
      "Es betrifft Entführer und Zuhälter."
      Okay, wir hatten jetzt gerade sechs von achtzehn Kammern abgeklappert und ich wollte einfach nur hier weg! Wenn ich noch weiter hier bleiben müsste, würde ich mich womöglich noch übergeben - am besten in Mephistos Gesicht!

      "Schau mal hier, ein Gleis aus Leuten! Genauer gesagt handelt es sich um Bestecher, Verderber und gierige Feudalherren, die ihr Volk ausgebeutet haben. Diese dürfen nun Bekanntschaft mit der Kutsche des Todes machen. Die Räder sind mit Klingen ausgestattet, sodass die Körper getrenn-"
      "JAJAJA! Ich will es gar nicht erst sehen!"
      Ich hielt mir die Augen zu, denn so langsam hatte ich genug von Körperverstümmelung, nach der sich die Körper sowieso wieder zusammensetzten. Außerdem gab es gar keine Feudalherren mehr. So viel zu -70.

      "Nummer acht ist der Berg der Schneidmesser, den unlautere Händler besteigen müssen."
      Das würde ich manchen sogar gönnen. Fies, ich weiß. Selbstverständlich, niederträchtig, wie er war, ließ mir Mephisto keine Gelegenheit, dem Spektakel weiterhin beizuwohnen und brachte mich zu -90.

      "Hast du schon einmal gelogen? Oder gelästert? Solchen Leuten wird hier live die Zunge herausgerissen."
      Umbra würde das vielleicht Spaß machen - mir nicht. Ich hatte mir mal in die Zunge gebissen, selbst das tat damals schon ungeheuer weh. Ich war noch klein und Leute hatten noch Mitleid mit mir. Obwohl, so viele waren das auch nicht ...
      "Gibt es keine Halbzeitpause, Mephisto? Ich will dieses 'Spiel' hier nicht mehr sehen?"

      "Nein, das ist kein Fußballspiel, das ist die Hölle, Min. Außerdem könnte die zweite Hälfte für Menschen wie dich womöglich interessanter sein. -100 oder Level 10 ist die Kammer des Fleischwolfs, in dem kaltblütige Mörder landen - immer und immer wieder."
      Ich sah erneut nicht hin.

      "Numero Elf ist die Zweiteilung am Körper. Für undankbare Menschen."
      "Habt ihr Idioten überhaupt irgendein System da drin? Eine Mehrfachteilung ist doch um einiges ekelerregender als eine 'gewöhnliche', horizontale Teilung im Bauchbereich!"
      Langsam kamen mir die Magensäfte den Oesophagus hochgekrochen. Die Speiseröhre, sorry. Wie zu erwarten machte sich das Hundemon nicht die Mühe, mir zu antworten, sondern zeigte mir stattdessen lieber die Zwölf.

      "Betrüger, die zu Unrecht qualitativ schlechte Ware teuer verkaufen, Unschuldige unterdrücken oder ihre Mitmenschen schlecht behandeln, werden an Haken an den Füßen aufgehangen."
      Wie in einer Metzgerei. Schnell weiter. Min, es sind nur noch sechs, das schaffst du. Mephisto, die Augen fest auf die Kammern gerichtet, blickte mich nicht mal mehr an, als wäre er in einer Art Trance.

      "UAAAH!"
      Es war selbst für eine angehende Ärztin nicht alltäglich, dass ein menschliches Auge vor die Füße rollte. Stockwerk -130 zeigte die Dämonen, wie sie Menschen Augen herausrissen und wie Müll wegwarfen.
      "Spione und Schnüffler, selbsterklärend. Ich denke, dass wir Numero Vierzehn überspringen, denn dort passiert das Gleiche, nur mit Herzen. Ironischerweise wird diese Kammer von herzlosen Menschen aufgesucht."
      "Du bist so lustig. Für dich müsste man eine neunzehnte Hölle anbauen... hol' dir aber vorher die Genehmigung beim Bauamt, sonst kommst du in Teufels Küche."
      Wenigstens hatte ich meinen Humor noch nicht ganz verloren. A********, ganz ehrlich, dieser Mephisto. So schlimm war nicht einmal Jinichiro, den ich wie die Pest hasste.

      "-150, 15. Untergeschoss. Grabräuber, Spione und Heuchler warten darauf, dass ihr Bauch aufgeschlitzt wird."
      Man konnte denken, was man wollte, aber je tiefer ich in die Hölle fuhr, desto mehr ähnelten die Foltern den Methoden der Menschen. Man konnte nun darüber philosophieren, ob die Menschenwelt nicht selbst aus mehreren Höllen zusammengesetzt wurde.

      "Sechzehn. Gotteslästerer und Häretiker. Schau selbst."
      "KYAAAAAA!"
      Die wurden bei lebendigem Leibe gehäutet! ich war mir nun wahrlich nicht sicher, ob ich die letzten beiden Kammern durchstehen könnte. Im letzten Moment gelang es mir, den Brechreiz zu unterdrücken. Okay, lass' mich bitte einfach nur hier raus!

      "NEIN! Schau dir lieber Level 17 an. Ist das nicht putzig?"
      Oh mein Gott! Raupy, Hornliu, Waumpel, Purmel und Strawickl säumten Haufen aus grauer Erde, in denen nackte Menschen lagen. Die Menschen waren übrigens alle nackt, in jeder Kammer, falls ich dies noch nicht erwähnt hatte.
      "Hier möchte ich hin. Das ist süß."
      "Kein Problem, wenn du das Gesetz austrickst, wird dieser Raum dein neues Zuhause sein."
      Die Larven, die ich bisher nur von hinten gesehen hatte, blickten sich in unfassbarer Synchronität um - rote Augen voller Zerstörungswut, sodass mir ein eiskalter Schauer über den Rücken lief, ähnlich wie in der Eishalle. Meine Arme zitterten, Gänsehaut zierte meinen Körper. Wann nahm die Geisterfahrt des Grauens endlich ein Ende?
      "Die werden übrigens gefressen. Lebendig. Nun aber möchte ich dir unser Prunkstück präsentieren. Stockwerk 200, der Raum der Avici. Größte und letzte der Höllen"

      An vier großen Ketten war eine runde Plattform aus Fels befestigt, auf der sich einige hundert Sünder befanden. Unter diesen befand sich ein Krater, der wie ein Vulkan flimmerte. Einzelne Flammenzungen stießen nach oben, voller Heißhunger.
      "Die schlimmsten Sünder und die schändlichsten Verbrecher hausen im Avici. Immer wieder wird eine der vier Ketten gelöst, sodass die Plattform umschwenkt. Wer sich nicht halten kann, fällt in das große Fegefeuer des Avici, der glückliche Rest bleibt auf der Plattform."
      "Wo kommen die dann hin?"
      "Keine der Seelen, die ins Avici kommt, wird jemals wieder reinkarniert, im Gegensatz zu den anderen siebzehn. Dort trifft die Wiedergeburt dann ein, sobald das schlechte Karma aufgezehrt wurde. Hier ist dies nicht so. Die, die auf der Plattform verweilen, fallen dann eben beim nächsten Mal."
      "DAS IST DOCH EINFACH NUR KRANK!"
      Nicht mal dieser Umbra würde daran seinen Spaß haben. Oder?


      Ding Dong. Das war kein Aufzug, da war ich mir sicher. "Letzte Station: Kyot- ...-ation, bitte alle aussteigen!", riss die Durchsage mich ins Bewusstsein zurück. KYOTO?! Nein ... nein, nein, NEIN! Shi-... Ich stieg aus und blickte mich um - tatsächlich, ich hatte aufgrund meines Albtraumes verpasst, rechtzeitig auszusteigen und stehe nun tatsächlich mitten im Regen eines Gewitters, das über die Stadt gezogen war. Willkommen in der ersten Kammer der Hölle, irgendein Bahnhof in Kyoto. Vom Regen in die Traufe oder vom Albtraum in den echten Albtraum. Aber sollte ich mein Verhalten auf Grundlage dieses Traumes grundlegend ändern, alles in Frage stellen? Ein braves Mädchen werden? Ich glaub', es hackt. Der Mephisto kann mir mal den Buckel runterrutschen: den Schneidmesserbuckel!


      Für diejenigen, die mehr über die achtzehn Höllen wissen wollen: fr.wikipedia.org/wiki/Diyu
      Unter den Wikipedia-Artikeln ist leider nur der Französische so detailliert.

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • Ich kann gar nicht so einfach sagen, in welche Hölle ich nun kommen würde, da trifft so Vieles zu...und die klingen alle irgendwie lustig...:(

      Wer ist nur dieser mysteriöse Umbra...der Name kommt mir so bekannt vor...nein, es fällt mir einfach nicht mehr ein. Mal Dusk fragen, der weiß bestimmt wer das sein soll. ;)

      Schönes Kapitel, hat mir gestern erheblich den Morgen versüßt! :)
      Weißt du übrigens, an was mich Mins inflationärer Gebrauch von Beleidigungen erinnert? An das hier. <-- Vorsicht, toxisch. :lol:

      Und genau dafür geschieht es ihr vollkommen recht, dass sie jetzt irgendwo in Kyoto gelandet ist. Bin gespannt, was ihr dort noch für kranker Unsinn widerfahren wird! :lol:
    • Zeit für einen Kommentar! c:

      Pustekuchen! Satsuki, was kannst du überhaupt?

      :tlmao:

      [...] schweigende Hörsaal-Seminarraum-Atmosphäre [...]

      Wer kennt das nicht? :( Furchtbar!

      Was war das denn bitte für eine Pissnelke?

      :tlmao: x 2

      Hast du schon einmal gelogen? Oder gelästert? Solchen Leuten wird hier live die Zunge herausgerissen.

      Diese Hölle wird bestimmt randvoll sein. :<

      Langsam kamen mir die Magensäfte den Oesophagus hochgekrochen.

      :tlmao: x 3

      Also, jetzt befinden wir (befanden, wieder live :ups: ) uns in Charlie's Schokoladenfabrik aka Mephistos Höllen? :D Spannend! c: Also das Kapitel ist echt genial! :tlol: Diese herrlichen Bemerkungen, die Min da von sich gibt, sollten echt in irgendeine Ruhmeshalle aufgenommen werden! x'DD Die Höllen im Vergleich dazu sind ja nicht so toll. :< Nur was geschieht, wenn man mehr als nur eine Sünde begangen hat, kann man in mehrere Höllen gleichzeitig? :D Diese Vorstellung mit den Höllen finde ich übrigens sehr interessant, deshalb habe ich mir den Wikipedia-Artikel auch gleich mal durchgelesen (oder eher durchstöbert). Jetzt wissen wir auch endlich, was Min mit ihren Höllen genau meint, ich freue mich auf das nächste Kapitel!~


      Hoc est enim corpus meum. Hermione saltica, regina festorum, saltatrix summa, mimema inclyta, malefica fabulosa, arbitratrix Vesperae Omnis Sanctae.
    • Vielen Dank für Eure Kommentare! :D
      Die Parallelperspektive zu diesem Kapitel findet ihr unter diesem Thread: Yami no Honou - Kapitel XVIII

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      Kapitel V: Lost in Shitty Notstandsgebiet


      "Yoshi? Yoshi! Kannst du mich abholen? Also, wie soll ich das am besten erklären ... ich habe mich im Unterricht so sehr überanstrengt, dass ich im Bus eingeschlafen bin und meine Haltestelle verpasst habe. Ja, gut ... ich glaube nicht, dass da so schnell wieder ein Bus vorbeifährt, aber laufen kann ich auch nicht.", nörgelte ich in mein 08/15-Handy, die andere Hand am Smartphone, besser gesagt auf Google Maps. Wahrscheinlich fuhren schon noch Busse, aber das dauerte Ewigkeiten, daher musste ich Yoshi fragen. Fernando machte nämlich gerade erst seinen Führerschein und Satsuki würde mich wohl aus Prinzip nicht abholen. Es musste wenigstens bei ihm klappen!
      "Wie viele Kilometer sind es denn? Wo genau steckst du?"
      Google Maps ... lädt ... a...ha. Vorzüglich.
      "51."
      "Du meinst 5,1."
      "Nein, 51. Das ist 50 plus 1."
      Ich hörte ein merkwürdiges Grunzen in meinem Telefon, wahrscheinlich hatte er sich gerade verschluckt. Wasser, Kaffee, wer wusste das schon. Oder er hatte ihn ausgespuckt.
      "Wie kann man bitte ... nein, ich werde dich nicht abholen, Min, denn es sind für mich nicht 51, sondern 102 Kilometer! Das ... das kostet zu viel Geld!"
      "Gut, dann lass mich doch alleine in Kyoto zurück. Byebye!"
      Ob er jetzt ein schlechtes Gewissen bekommen würde? Das war ein echt fieser Zug von mir, aber funktionierte so oft!
      "Ja, lasse ich! Bis morgen! Und ... ach ja, Min! Ich erwarte ein Souvenir von dir!"
      Waaaaas?
      Er hatte aufgelegt! Aber ich hatte doch das letzte Wort! Nun war ich tatsächlich dazu gezwungen, mich am Busfahrplan schlau zu machen. Wie nicht anders zu erwarten, handelte es sich dabei um eine Stunde. Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel, nicht Fisch, nicht Fleisch. Damit konnte ich nichts anfangen! Wenn ich wenigstens Kyoto selbst besichtigen könnte, aber nein, wir waren ja am Stadtrand! Das einzige, was es an diesem gottverlassenen, uninteressanten, vom Gewitter durchnässten Stadtrand gab, war ein Krankenhaus und ein kilometerlanger Pfad zu einem Berg! Wer wollte denn bitte so etwas? Vielleicht sollte ich mir einfach mal das Krankenhaus anschauen. Immerhin ließ der Regen nun nach, aber Mann, war mir langweilig ...

      Plötzlich begann es, erneut zu nieseln. Ich war geladen! Ich war so was von geladen, geladener konnte Kenta gar nicht mehr sein! Ich hatte so sehr auf einen gemütlichen Abend auf der Couch gehofft und nun so was! Konnte der Tag noch schlimmer werden? Reichte es nicht langsam?
      "Achtung!"
      Nein? Es reicht nicht? ES REICHT NICHT? NEIN, NATÜRLICH REICHT ES NICHT!
      "F***! Burn in hell, f***ing B****, move yor f***ing ass and shut your eyes open! Kuso! Sh*t!"
      Scharlachrotes Blut floss in die Falten meiner Handinnenflächen, sodass ein mongolischer Schamane sicher hätte mein Lebensende datieren können. Obwohl, Schamanen gab es ja auch in Korea. Nun, dann wollte ich mir mal die Visage der Tussi genauer ansehen, die meine Nase gerade eben ramponiert hatte! Was starrte die die ganze Zeit auf ihr Handy?
      "Welchen Teil von 'Achtung' hast du nicht verstanden, du schei- .... uuuuh, reagier' dich ab, reagier' dich ab! Ich würde dir so gerne jeden Wirbel einzeln brechen, aber das ist anatomisch leider unmöglich, man! Komm her, komm her, ich nehm' dich auseinander wie Lego! Uuurg!", schrie ich in ihr Gesicht, dass ich mir eigentlich anschauen wollte. Nun, Fluchen und Drohen hatte immer Vorrang. Der ekelhafte, eisenhaltige Geschmack meines Blutes auf der Zunge widerte mich an! Was blieb mir anderes übrig, als eine ganze Packung Taschentücher herauszunehmen und alles abzuwischen, beziehungsweise die Blutung zu stoppen?
      "Tu- ... tut mir leid, ich hatte nicht aufgepasst! Kann ich dir behilflich sein?", fragte mich ein Mädchen in einem mintgrün-goldenen Alltagskimono. Ihr zierlicher Körper und ihr elegantes Gesicht ließen sie noch zerbrechlicher als mich wirken. Hervorragend, dann konnte ich sie an ihren bis an den Po reichenden, rabenschwarzen Haaren herunter ziehen und in die Pfützen werfen, die sich auf dem Hof des Krankenhauses gebildet hatten.
      "Glaubst du, ich will hier mein Nachtlager aufschlagen? Fahr zur Hölle und zwar in die Achtzehnte! Geh mir aus den Au- ... nein, du gehst mir nicht aus den Augen, denn du bekommst jetzt auf die Augen! Menki, los! Jetzt zeig mir mal, ob in dir ein B.O.Z.Z. schlummert!", brüllte ich wie eine Irrsinnige über den ganzen Platz, als ich den Pokéball mit Menki aus meiner Tasche nahm. Die Leute mussten glauben, dass ich soeben der psychiatrischen Abteilung entsprungen war, aber wenn die diese informieren würden, konnten sie diese blöde Ziege in ihrem Schicki-Micki-Kimono gleich mitschleppen. Wie diese Gerüchte über diese arroganten Hofdamen aus Kyoto doch alle der Wahrheit entsprachen! Wie die der aggressiven Korean- ... Moment nein, das machte es jetzt nicht besser ... ich war schließlich überhaupt nicht aggressiv, denn ich war lediglich - und zwar zurecht - etwas echauffiert! Ich bin eine ganz normale, coole Lady. Allerdings glaubte ich, dass ich es eben mit dem Beleidigen etwas übertrieben hatte. Eventuell.

      [ame='http://www.youtube.com/watch?v=ukWJHsu8q1I']http://www.youtube.com/watch?v=ukWJHsu8q1I[/ame]

      Das Kimono-Girl schickte ein Picochilla in den Ring; offensichtlich das einzige Pokémon, das sie dabei hatte - glücklicherweise. Während mein Pokémon wild von einem Fuß auf den anderen sprang, angeekelt durch die Nässe an seinen behaarten Füßen, machte das süße, flauschige Normal-Pokémon einen gänzlich unschuldigen Eindruck. Das war doch einfach.
      "Karateschlag, zack, bumm, Ende! Los, Menki!", rief ich entschlossen in den Ring, worauf mein Affen-Pokémon sofort losstürmte. Es gehorchte mir ohne Widerrede, obwohl ich nicht mal einen Orden gewonnen hatte. Lag sicher an meiner Aura. Menki verpasste dem kleinen Flauscheball eine deftige Schelle, sodass dieser aus den Latschen kippte, mitten in die Pfütze. Wumms, haha, und das obwohl sie dem Pokémon ein Ausweichmanöver befohlen hatte.
      Doch schon bald rappelte sich das Wischmopp-Pokémon wieder auf und bekam neue Anweisungen von seiner Trainerin zugerufen: "Sternschauer! Komm schon, Fluffy, wir dürfen das nicht verlieren!" Jajaja, nerv' nicht! Leider war es für Menki nicht möglich, dieser Attacke irgendwie auszuweichen, da sie so breit streute, daher musste ich voll auf Offensive setzen.
      "Fußkick, los! Blutgrätsche! Ellenbogen! Van-Bommel-Style! Wirf' das Plüschtierchen am Betsen dort drüben gegen die Mauer, dann ist es vorbei!", brüllte ich nun regelrecht, damit Menki mich optimal verstand. Doch was machte der Lackaffe? Schaute erstmal fünf Sekunden irritiert zurück, um erst dann anzugreifen, als das Picochilla bereits problemlos ausweichen konnte! Stattdessen verfehlte Menki sein Ziel und rutschte über den nassen Boden - Slapstick pur!
      Doch nun erkannte das gegnerische Pokémon seine Chance. Der kleine, knuddelige Nager mit dem unschuldigen Engelsgesicht verpasste dem am Boden liegenden Primaten ein Trio an Kehrschellen.
      "MENKI! Karateschlag!"
      "Karateschlag!"
      "Fußkick!"
      "Irgendwas!"
      "AAAAAAAAAAAAAARGH! Du ... du bist doch nicht ohnmächtig, oder? Du kannst doch ... du kannst doch nicht gegen diesen ...", keuchte ich fassungslos. Ich rang nach Fassung. Junichiro hatte mir ein völlig untrainiertes Pokémon überlassen, das gegen nichts bestehen konnte, was nicht irgendwie komplett defensiv agieren würde à la Catenaccio.
      "Zurück. Komm' mich doch mal in Osaka besuchen, dann bekommst du aufs Maul. Oder nein, ich habe eine viel bessere Idee. Probier' dich doch mal an Akane und ihrem Miltank. Das ist nicht so einfach aus den Socken zu hauen wie ein Pokémon, dass ich erst vor wenigen Stunden erhalten habe."
      "Kommst du aus Osaka? Was treibt dich denn hierher? Möchtest du gerne Kyotos Kulturschätze besuchen? Übrigens, ich heiße Touka und bin Maiko einer Okiya. Vielen Dank für den Kampf."
      "Nein, ich komme aus Sapporo, aber in Osaka lebt meine grausame Tante, die dir den Kopf abreißen würde, wenn sie könnte! Kyotos Kulturschätze, ja, die würde ich vielleicht gerne sehen, wenn ich nicht die Haltestelle verpasst hätte und heute Abend zu Hause sein muss! Ich habe ein Frizelbliz zu füttern! Wie du heißt, juckt mich nicht die Bohne und dass du eines dieser aufgeblasenen Kimono-Girls bist, hab' ich mir bei deinen Klamotten schon fast gedacht."
      War das Erste Sarkasmus? Neeeeeeeeeeeeein! Nie im Leben. Obwohl ich meine Tante wirklich nie sehr gemocht hatte. Aber es war mit ihr auszuhalten, was man von Akane nicht behaupten konnte. Ich hatte bereits von dem Gerücht gehört, dass sie Siegern den Orden verweigern würde.
      "Das Einzige, was ich jetzt machen kann, ist auf den nächsten Bus zu warten und diesen völlig entsetzlichen Tag hinter mir zu bringen. Glaub mir, du weißt gar nicht, wie furchtbar dieser Tag für mich war. Gib mir deine Handynummer, denn ich lasse diese Niederlage nicht auf mir sitzen. Irgendwann werde ich eine Revanche bekommen und sie nutzen! Hier ist meine", sagte ich seufzend zu Touka, nachdem ich nun genug Ärger fürs Erste ausgelassen hatte. Nun fühlte ich mich nur noch energielos und matt. Wie qualvoll vermochte die Rückfahrt nur zu werden, denn ich war lediglich matt und niedergeschlagen, so wie der Regen über Japan, allerdings nicht müde. Wie denn auch. Das war übrigens ein Wortspiel mit Regen, also Niederschlag und nied-... ach egal.
      Im Gegenzug erhielt ich von dem Kimono-Girl auch ihre Nummer und machte mich zum Schluss ohne große Worte in Richtung Bushaltestelle auf und achtete penibelst darauf, möglichst viel Abstand von den Leuten zu halten, die mir vielleicht noch ihren Ellenbogen in die Schläfe rammen würden. Diese Touka schien körperlich so zerbrechlich wie ein Knofensa zu sein, was würde dann erst passieren, wenn ich von einem 1,85 m langen, schlacksigen Typen über den Haufen gerannt worden wäre? Ich kann mich ja schlecht selbst operieren. Ich würde so gerne mal jemanden zum Einzelkampf fordern, aber durch meine Physis würde ich wohl zu oft den Kürzeren ziehen. Zum Glück gab es Pokémonkämpfe, aber wenn das Menki nicht bei der erstbesten Windböe bis nach Timbuktu geweht wird, würde mir das auch nicht weiterhelfen, dabei bildete ein Kampfpokémon zusammen mit Kenta, der mit seiner Donnerwelle lähmen könnte, ein hervorragendes Match-Up gegen Akane.

      Schon wieder nichts vom Tag gehabt. Seufzend stand ich vor der weiß lackierten Haustür. Irgendwie war ich nicht zufrieden mit meinem Leben. Beziehungsweise mit mir selbst. Ich grübelte und grübelte, doch es vermochte mir einfach nicht einzufallen. Das Schlimmste am Grübeln ist, dass man dadurch noch weniger vom Tag hat! Wie in einer Sanduhr verrieselte die Zeit, während ich Türen und Tapeten anstarrte und selbst die sanften "Zuneigungsbisse" von Kenta um meinen Arm weitestgehend ignorierte. War es die Niederlage, die noch an mir nagte? Der Albtraum? Oder gar die Schmerzen, die wieder aufkamen, als ich meine Nase berührte? Vielleicht womöglich alles zusammen und noch viel mehr.
      Ich setzte das Menki - immer noch platt von dem Kampf gegen Picochilla - auf meinen beigefarbenen, weichen Flokatiteppich ab, sodass es selbst fast nicht mehr von seinem Untergrund zu unterscheiden war und begann, das stöhnende Pokémon zu massieren. Erschöpft schnaubte das Affenpokémon und nur mit Mühe gelang es mir, mein hibbeliges Frizebliz von dem Neuankömmling fernzuhalten. Ich hatte viel zu sehr Angst, dass Kenta sich direkt eine Schelle abholen würde. Mit ein bisschen entspannter Jazz-Lounge-Musik erschien mir das Ganze auch wesentlich angenehmer und ich selbst versuchte, einfach nur abzuschalten. Damit ich mit diesem Pokémon konkurrenzfähig werden konnte, musste ich dem Kerl erst einmal die Basistechniken beibringen. Aber dafür gab es ja Kenta. Leider konnte ich die Beiden nicht zusammen zu Hause lassen, denn dieses Risiko konnte ich nicht eingehen. Schließlich war ich selbst knapp bei Kasse. Wahrscheinlich würde ich heute Nacht wieder bis Viertel nach Eins wach liegen, weil ich zu lange im Bus geschlafen hatte.
      Moment.
      SHI-!
      Das Menki brauchte Essen, es brauchte Nahrung, es brauchte Impfungen!
      Das war also der niederträchtige Plan von Junichiro! Er wollte mich pleite machen, damit ich das Studium aufgeben muss und er mich rausekeln kann! BOAH!
      Vermutlich interpretierte ich nur zu viel in die Sache hinein, aber das waren alles Punkte, um die ich mich noch kümmern musste. Paranoia, Paranoia everywhere! Zum Glück war ich unterwegs keinem Hunduster begegnet, das hätte das Tauboga an diesem Tag sicherlich abgeschossen ...
      Seelenlos und leer wie eine Hülle starrte ich in die Abendsitcoms, ohne nur eine Miene zu verziehen. Ich gefiel mir so selbst nicht, richtig erbärmlich kam ich mir vor. Wieso konnte ich nicht mal lachen, das Publikum tat es doch ständig; wegen - zugegeben - jedem möglichen Mumpitz. Vielleicht ist ja heute einfach nur ein Stück Min gestorben, aber was wäre ich denn für eine Göttin in Weiß, wenn ich das nicht einfach wiederbeleben könnte?
      Fernseher aus.
      Bye, Onkel Charlie.
      Gute Nacht, Min!

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • und bin Maiko einer Okiya


      Ähm...ja...Hauptbahnhof? Mein Name José Jimenez? Ja, irgendsowas muss es sein, denn für mich ergibt das aus dir bereits bekannten Gründen keinerlei Sinn. ;)

      Okay, konfus wie ich bin, habe ich einfach mal mitten in der Mitte angefangen.

      Haha, erstmal finde ich es lustig, dass Min tatsächlich in Kyoto "voll am Ar****" ist! Geschieht ihr recht. :lol:
      Ich weiß ja zumindest selbst als kompletter Japan-Analphabet ungefähr, was eine Geisha ist...und gerade so Eine trifft auf unsere vor $wag nur so triefende Min? Hübscher Kontrast, gefällt mir!

      Bei dem Pokémonkampf hätte ich von ihr erwartet, dass sie nach Menkis Karateschlag sowas wie wie "Bäääm! Auf die Fresse!" sagt, das hätte ich als durchaus passend empfunden! Aber du verwendest das Wort "Schelle". Ich liebe dieses Wort. :ws:

      Komm' mich doch mal in Osaka besuchen, dann bekommst du aufs Maul.


      "Okay Min, mach' ich." :noldja:

      Wenn Min sich weiterhin so aufregt und verrückt macht, dann wird sie aber nicht sehr alt werden. Aber ich schätze doch nicht, dass du ihr auch nur das kleinste Bisschen Frieden gönnen wirst, richtig?

      In dieser Hoffnung bleibe ich weiterhin gespannt und sage:
      le lang angekündigtes Synchronkapitel war voll knorke ey. :)
    • Großartig, dass du nun auch ein Cross-Over zweier deiner Geschichten machst (okay, dass es nicht mit Mischblut sein konnte, war ja traurigerweise klar), das dir auch gut gelungen ist; anders als erwartet nämlich ist es keine große Storyline, die die beiden Geschichten verbindet, sondern viel eher eine kleine Nebensächlichkeit, die dieses Ereignis etwas an die Seite stellt, ohne es dabei untergehen zu lassen. Gut, hätte ich nicht gewusst, dass das ein Cross-Over sein würde, hätte ich es wohl erst mit Nennung des Namens der Maiko bemerkt, wenn ich überhaupt darauf gekommen wäre, aber das liegt eher an meiner (dir wohl zu bekannten) Unkenntnis der anderen Geschichte gegenüber. Irgendwann konnte ich einfach nicht mehr folgen, weil du zu viel in zu kurzer Zeit geschrieben hast. :mad:
      Genial fand ich es, wie Touka nicht aus ihrer edlen Grundhaltung getreten ist, als die stürmisch-unfreundliche Min sie so harsch angefahren hatte. Wenn Min wüsste, was besonders an Touka ist, wäre sie bestimmt netter, nachdem sie von Cerberus, den du ja Mephisto nennen musstest, durch die wunderbaren Höllen geführt wurde. Dort wird sie bestimmt landen, wenn sie nicht netter zu Touka wird! ):
      Der Pokémon-Kampf war ganz gut, war jetzt weder besonders emotional noch lang gezogen, aber das war von Min, der freundlichen Steh-auf-Figur, auch nicht anders zu erwarten. Ihre Sprüche gewohnt lässig-cool, bis sie dann selbst aufs Maul bekommt. Da war sie dann wohl nur noch Min-lastig. Hat also sehr gut gepasst o/

      Schönes Kapitel, großartige Rechtschreibung. Freue mich auf das nächste Kapitel!
    • Vielen Dank für eure Kommentare! :D

      Das mit der Rechtschreibung, Dusk, da muss ich dir recht geben. Die kann niemand übertreffen. Da kann meinem aufopferungsvollen Betaleser mir niemand das Wasser reichen. :noldcool:

      @Curiosity:
      Ja, Min macht sich wohl etwas zu viel Stress aus eigener Hand. :( Wobei in den letzten Tagen auch viel Pech für sie zusammenkam, muss man zugeben. D:
      Ich liebe Schellen auch, insbesondere die Janschallen (._. :ws:
      Wer ist José Jimenez? Ich kenne höchstens einen Lucas Jimenez, den habe ich als Fußballspieler auf Pro Evolution Soccer geschaffen. Momentan spielt er beim 1. FC Gensokyo.
      Der Kontrast zwischen den beiden ist ganz wichtig! :D War es mir zumindest.

      @Dusk:
      Es wird zumindest nicht das letzte Cross-Over sein, da bin ich mir schon zu 90% sicher. :D
      Also mit Yamihonou habe ich eine Zeit lang echt lange gewartet, da hatte es teils echt einen Monat lang gedauert, bis das nächste Kapitel kam. D: Dann kam noch die böse Min dazwischen.
      Touka hat als zukünftige Geisha keine andere Wahl, ihre Fassung gegenüber Min aufrechtzuerhalten, denn das gehört zu ihrer Ausbildung dazu, den Kunden gegenüber nie ausfällig zu werden, bei sexueller Belästigung mal abgesehen (dann schon, verständlicherweise).
      Wenn Min wüsste, was mit Touka passieren kann, dann wäre sie auf jeden Fall netter. o_O"
      Sie ist eben keine gute Verliererin. xD Aber solche Leute muss es ja auch geben. ^^

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • So, hier der Kommentar! :)

      :tlmao: Ja, sorry, dass ich immer diesen Smiley benutzen muss, aber er passt PERFEKT zur Geschichte! Und dieses Kapitel ist meiner Meinung nach - bis jetzt und für mich - das beste! :D Auch wenn es vergleichsweise kurz und schnell gelesen war, hat es unterhalten wie sonst was! °^°

      Hat sich jetzt Min die Nase gebrochen oder was? Ih! :( Und Yoshi ist ja mal ein netter Freund! :tlol: Und das Souvenir? Vergessen! :< Es reicht einfach nicht! Dafür hat sich Min dann seeeeeehr liebevoll mit cooler Jazz-Musik um das Menki gekümmert, auch wenn ich befürchte, dass sie es aussetzt oder sonst was mit ihm tut, wegen Junichiros angeblichem Ultima-Plan des Todes! :/

      Tja, und so vergehen die Tage... Min schafft doch echt nix Anständiges an einem Tag! Wird sich das ändern? I hope so! Und vor allem freue ich mich auf ein Rematch bzw. auf das nächste Crossover mit Yami no Honou, da dieses hier echt genial war! :tlol:


      Hoc est enim corpus meum. Hermione saltica, regina festorum, saltatrix summa, mimema inclyta, malefica fabulosa, arbitratrix Vesperae Omnis Sanctae.
    • Kapitel VI: Retarded Retards are Retarded


      "Miiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin!"
      Bitte nicht. Nicht, dass ich angesprochen wurde, schließlich war das dieses Mal nicht das Problem. Aber ich ahnte, dass es um etwas Schreckliches ging. Kennt ihr das? Wenn man schon in den diabolisch funkelnden Augen des Gegenübers eine wahnwitzige Boshaftigkeit erkennt, um jemanden zu massakrieren? Zu quälen? Zu peinigen? Zu torturo-... nein, das Wort gab es gar nicht. Eigentlich gab es keinen Grund, mich aufzuregen, denn immerhin befand ich mich im Kreis meiner Freunde oder besser gesagt "Noch-Freunde". Irgendwas hatten die doch vor!
      "Saaaaaaaaaaatsuki! Sag, was willst du?", fragte ich sie und versuchte dabei so bedrohlich wie möglich zu wirken. Fernando und Yoshi flankierten sie lächelnd jeweils links und rechts, doch sie grinsten nicht wie berauschte Gallopa, die mich zum Süßigkeitenberg entführen wollten.
      "Oh, oh, Min, du gehst gleich wieder vom Schlimmsten aus! Weißt du, sie hat lediglich eine kleine Idee für die Semesterferien geplant", versuchte Yoshi mich ganz sachte zu beruhigen. Ihm war mein leicht reizbares Gemüt bewusst und hatte nicht nur ein hitziges Wortgefecht zwischen Satsuki und mir erlebt. Ich holte tief Luft. Ich würde ihm endlich sagen, was mich schon seit unzähligen Sekunden bedrückte. Etwas, was tief in meiner Seele schlummerte ... diese Gefühle, sie waren so stark. Sie überwältigten mich und mein Puls stieg rasant auf 180 an. Uh, ich musste ein Ramoth im Bauch haben.
      "Yoshi, ich glaube, ich muss dir etwas gestehen. Seit wir uns kennen ... das ist schon ziemlich lange, nicht wahr? ... uuum ...", stammelte ich verlegen und klemmte meine Finger hinter meinem Rücken nervös in der anderen Hand ein. Hatte ich rote Bäckchen bekommen? Ich musste es ihm beichten und endlich würde ich es ihm beichten, dieses Gefühl, das mich schon seit Jahren ... äh Minuten bedrückte ... ich war so eine begnadete Schauspielerin.
      "Noch vor ein paar Tagen hatte ich einen Albtraum von einem sadistisch veranlagten Drecksköter, woraufhin ich mich im schlimmsten Unwetter später in Kyoto wiederfand, aus dem du mich aufgrund des Spritgelds für lächerliche EINHUNDERTUNDZWEI Kilometer nicht abholen wolltest. Selbstverständlich wurde mir von einem tollpatschigen und scheinheiligen Kimono-Mädchen beinahe die Nase gebrochen, aber das reichte nicht. Nein, es reichte nicht, denn zuvor hatte dieser Volltrottel Junichiro mich mit einem Pokémon vor dem ganzen Kurs humiliert, das dermaßen unfähig und untrainiert war, wie man es sich nur vorstellen konnte. Und jetzt stehen wir hier in der Stadtmitte von Osaka an irgendeinem Shinto-Schrein und ich weiß nicht, was auf mich zukommen wird, aber nichts Gutes! Ich habe Angst, tröste mich, denn die ist wahnsinnig! Schau ihr in die Augen ... schau ... schau ihr in die Augen ... loooos, schau in ihre Augen! Da! Da da da da da! Dieses Funkeln! Na, hast du es gesehen?"
      Es war sehr anstrengend, das alles zu schildern. Ich hatte mich so sehr verausgabt, dass ich meine schwarze Lederjacke nicht mehr an meinem Körper ertragen konnte.
      "Das ist nicht irgendein Schrein ...", versuchte Satsuki sich zu rechtfertigen. Natürlich nicht, es handelte sich hierbei um den Sankou-Schrein, wörtlich übersetzt "Schrein der drei Lichter", der den drei Kindern der shintoistischen Gründergottheit Izanagi gewidmet war. Darunter fiel unter anderem auch die Sonnengöttin Amaterasu, die als Urahnin des Kaiserhauses galt.
      "Also ... Unnie?"
      Fang nicht so ein. Stopp. Nein. Nein, einfach nein. Das ... aaaargh, es war jetzt schon klar, dass ... ich musste es mir anhören, ob ich wollte oder nicht. "Unnie" heißt auf koreanisch so viel wie "große Schwester" aus Sicht von jüngeren Frauen, "Noona" wäre das Pendant, dass jüngere Männer gegen über einer älteren Freundin nutzen würde. Das war im Koreanischen alles ziemlich ... geregelt. Bei Satsuki hieß es oft so was wie "tu' mir einen Gefallen", aber immerhin war es bei ihr aufrichtige Zuneigung. Wenn andere Japaner mir den koreanischen Begriff an den Kopf werfen, dann hatte man eine Fifty-Fifty-Chance, damit veräppelt zu werden.
      "Okay, schieß los. Durchbohre mein Herz mit deinen harschen Forderungen. Los, ich bin bereit, schlag zu."
      "Tu es totalemente loca, chica", äußerte sich Fernando dazu, der das Gespräch die ganze Zeit amüsiert beobachtet hatte und durch seinen Einwurf die Idee weiter hinaus zögerte. Es hatte schon etwas von High Noon im Fernen Osten. Ich lehnte mich an den rechten steinernen Balken des Schreintores, bereit, die imaginäre Pistole an meiner schwarzen Jeans zu greifen ... oder einen Pokéball ... und dann ... hm, alles nur Gedankenspielereien, ich driftete viel zu schnell ab.
      "Ich möchte gerne eine Wallfahrt nach Tibet unternehmen."
      Dieser Satz kam tatsächlich aus Satsukis Munde und ich war zu diesem Zeitpunkt heilfroh, dass sich in meinem kein Kaffee oder Tee befand. Denn ich ahnte absolut Schreckliches. Gewieft, wie ich nun mal war, wusste ich genau, was zu tun war:
      "Nein!"
      "Aber ... hör dir doch erst alles an! Also, in den Semesterferien machen wir beide ein paar Tage, also ungefähr zwischen drei und sieben, Urlaub in Lhasa."
      "Nein, nein, no, non, iie, aniyo! Nimm' Yoshi mit!", bat ich verzweifelt.
      Wie schon zuvor in meiner Notsituation in Kyoto ließ Yoshi mich eiskalt im Stich, während er unschuldig mit den Schultern zuckte: "Tut mir wirklich leid, aber ich bin vollends ausgebucht. Studium, Nebenjob, ich weiß gar nicht, wie ich das alles bewältigen soll."
      So leicht gab ich allerdings nicht auf, ich doch nicht!
      "Dann nimm' Fernando!"
      "Aber ich bin Christ!"
      "Religion ist sowieso alles Opium fürs Volk! Stell dich nicht so an!"
      "Ich muss sagen, dass ich mich das erste Mal von dir gekränkt fühle, Min!"
      Ich musste sagen, dass ich eher mit dem zehnten Mal gerechnet hatte, aber dies tat nichts zur Sache. Schließlich musste ich Satsuki davon überzeugen, dass ihre sogenannte "Idee" nichts weiter als absoluter Humbug war.
      "Pass auf. Erstens: Sind die Tibeter nicht irgendwie ... andere Buddhisten? Zweitens: Verfüttern die nicht ihre Leichen an Grypheldis? Und drittens und das ist die allerwichtigste Frage: Wer zum Teufel soll das bezahlen?", raunzte ich meine sichtlich irritiert dreinschauende Kumpanin an, deren Gesicht sich doch zu meinem Unbehagen schon bald wieder in eine selbstsicher grinsende Miene verwandelte, während sie ihre rechteckige Brille geraderückte.
      "Ja, schon, aber die Grundlagen sind gleich und in Tibet existieren sehr viele direkt aus dem Sanskrit erhaltene Originaltexte. Mein Vater wurde deswegen zu einem kurzen Lehrgang eingeladen und darf zwei weitere Personen mitnehmen. Da meine Mutter abgelehnt hat, darf ich mir jemanden aussuchen. Folglich fiel die Wahl dann auf dich", erklärte sie schmunzelnd. Etwas ratlos kratzte ich mich am Kopf - war sie extra nicht auf die Sache mit den Grypheldis eingegangen? Ich hätte schwören können, dass ich darüber etwas gelesen hätte, aufgrund Mangel an Brennholz sowie gefrorenen und felsigen Untergrund.
      "Okay, stell' dich auf ein 'Nein' ein. Ich überlege es mir, okay? Weißt du, wofür dieses Seil an dem Schrein hängt? Damit ich mich in Momenten wie diesen aufhängen kann!"
      Okay, ich musste zugeben, dass dies ziemlich hart klang.
      "Das klang sehr ablehnend ..."
      "Ich bin eine Ungläubige, was soll ich da? Wenn wir nach Thailand geflogen wären, gerne! Denn dort gibt es Dschungel, Strand, Meer und Sonne! Aber ernsthaft, was soll ich in den kalten Bergen? Das ist nichts für mich!"
      "Du könntest dich dort an den Pokémon-Kämpfen versuchen!"
      "Ich verliere gegen eine ... wie hieß die noch mal ... Touka, ja, gegen eine Touka, und soll mich dann mit einem Mönch messen, der mich mit seinen sechs dreißig Jahre lang trainierten Wie-Shu den Himalaya heruntertritt?"
      "Dann trainiere eben", antwortete sie kalt wie eisiges Gletscherwasser vom Himalaya. Mit dieser Forscherbrille im Gesicht könnte ich sie mir gut als räudige Wissenschaftlerin in irgendeinem bösartigen Team vorstellen, allerdings war sie auch zutiefst begabt darin, Leute in Sachen Moral aufzuklären. Wie mich zum Beispiel. Ich hielt es für angebracht, mich nun wie in Skype zu verhalten: "Min hat die Konversation verlassen."
      Das Edelstahlgeländer, an dem ich mich die Treppe hochhievte, wirkte grotesk angesichts der vierzehn Treppenstufen jenseits des Tores aus hellgrauem Stein, doch bald stand ich ihm gegenüber. Yukimura Sanada. Zwar handelte es sich hierbei nur um eine metallene Statue des im 16. und 17. Jahrhundert aktiven Samurai, aber ich konnte mich immer wieder an dem Kronjuwild-Geweih an seinem Helm ergötzen. Auch wenn es früher Eindruck schinden sollte, passte es meiner Meinung nach überhaupt nicht zu dem entschlossenen Blick des Mannes mit dem Schnäuzer, der Osaka gegen die Tokugawa und die Ostjapaner verteidigt hatte.

      "Du warst fies zu Satsuki. Ich glaube, du hast sie wirklich gekränkt. PS: Loco schreibt: 'Abyecta, chica, abyecta. Du treibst es manchmal echt zu weit, sorry. xD'", las ich als erstes, als ich die Nachrichten meines Handys überprüfte. Yoshi hatte mir eine SMS geschrieben und zeigte sich gegenüber Satsuki besorgt, doch bezogen auf mein Verhalten erschien mir dies wenig sinnhaft. Hatte ich mich wirklich so barsch ausgedrückt? Schulterzuckend setzte ich meinen leidlichen Weg fort, auf den bekanntlich immer wieder mehr Gesteinsmaterial geworfen wurde, als im Himalaya überhaupt zur Verfügung stand.
      Südlich von Osaka, in Sakai, betrieb ein älteres Pärchen anfangs eine Pokémon-Pension. Nun, wie sollte ich das sagen ... ich fand diese Leute absolut okay und hatte direkt am folgenden Tag nach meiner Kyoto-Irrfahrt mein immer noch namenloses Menki zum Training den beiden älteren Herrschaften anvertraut. Viele Trainer in der Region nahmen ihre Dienste in Anspruch, sodass die Beiden die Arbeit schon länger nicht mehr bewerkstelligen konnten und deswegen andere Leute einstellten, relativ unabhängig von deren tatsächlicher Befähigung. Denn davon war nun absolut auszugehen, nachdem das Ehepaar aus meiner Sicht unerwartet in den Urlaub in das subtropische Okinawa aufgebrochen war. Denn nun sah ich mich mit Yamada konfrontiert, der dafür sorgen sollte, dass alle Pokémon an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben werden sollten. So weit, so gut. Nein, keine falschen Hoffnungen, gar nichts war gut!
      "Wie lautet Ihr Name?"
      "Hi, na? Min-Yeon Seol. Ich möchte gerne mein wunderprächtiges Menki wieder mit nach Hause nehmen."
      "Moment ...", entgegnete der Angestellte in seinem dunkelblau-weiß karierten Flanellhemd, als er gemächlich begann, die Akten zu durchsuchen.
      "Nee, hamm' wir hier nich'."
      Hahaha, seriously?
      "Das kann nicht sein, ich habe hier mein Menki abgegeben! Es erkennt mich sicherlich wieder, von daher könnte ich es auch in dem Gelände suchen gehen!"
      "Nein."
      "Wieso nicht?"
      "Wir hamm' hier nur jemanden namens Seh-Yol. Und Soru. Der hat ein Menki abgegeben."
      Für eine kurze Zeit vergrub ich mein Gesicht in meinen Händen und rieb mir ganz langsam meine Augen. Wahrscheinlich hatte ich jetzt den Mascara etwas verrieben, aber diese unfassbare Inkompetenz machte mich einfach nur tieftraurig.
      "Ja, das bin ich. Das wird Seol ausgesprochen. Wie in Sol, also Sonne. Oder wie in Zoll. Nur mit S, eben."
      Unnötig zu erwähnen, dass das Erstere, welches er nannte, die lateinische Umschrift und die Zweite die in Katakana darstellte.
      "Nee, tut mir leid, das glaub' ich Ihnen nicht. Was ist das überhaupt für ein Name?"
      "Koreanisch ..."
      "Aber die heißen doch alle Kim oder Lee!", verbesserte mich der Korea-Experte Yamada Nummer Eins alias Doppelagent 000: "Und Park gibt's auch noch! Aber Soru? Das ist die Hauptstadt von Korea!"
      Ganz vorsichtig, wie ein kleines, unschuldiges Muschas, linste ich mit meinen braunen Äuglein aus meinen immer noch das Gesicht verdeckenden Händen hervor. Es hatte überhaupt keinen Zweck, sich großartig darüber aufzuregen und ehrlich gesagt war ich dem Mann auch nicht böse. Denn dies hatte einen ganz einfachen Grund - er machte dies nicht aus Absicht, sondern er war schlichtweg entweder zu ungebildet oder zu beschränkt. Also ein waschechter Aho, ein Trottel, wie es im Kansai-Dialekt so schön hieß.
      Verzweifelt versuchte ich ihm klarzumachen, dass die südkoreanische Hauptstadt Seoul mit einem langen "O" geschrieben wurde, doch irgendwann erschien ein schlauerer Arbeiter, der das ganze Schlamassel glücklicherweise auflöste. Ich wollte den Ottonormalbürger keineswegs überfordern, doch es erschreckte einen immer wieder, wie häufig grundlegendes Basiswissen Menschen nicht vermittelt wurde oder von Menschen schnellstmöglich aus dem Gehirn ausgeschleust wurde. Zwar begegneten mir immer wieder ein paar unsichere Kantonisten, die nicht wussten, auf welchem Kontinent Irland lag; und nein, die USA kann man auch nicht am St. Patrick's Day als eigenen Kontinent bezeichnen, allerdings über das direkte Nachbarland so wenig zu wissen, erschien mir dann doch reichlich grotesk. Ich dachte, Bildung würde der Menschheit solche Situationen ersparen.

      "Ja, Satsuki, von mir aus können wir auch mal nach Enoshima zu dem Schrein von Ben 10 fahren, vielleicht treffen wir dort ein paar Aliens", scherzte ich durch den Hörer meines wunderschön nostalgischen Wahlscheibentelefons. Ich hatte es mir zur Feier von Menkis erfolgreichem Training in der Fremde im weinroten Bademantel vor dem Fernseher auf der Couch gemütlich gemacht, nachdem ich in heißem Wasser im "Bad Lavastadt"-Style in der Wanne wenigstens etwas entspannen konnte. Bad Lavastadt, so lautete der Kosename der südjapanischen Stadt Beppu, die für ihre durch den Vulkan Aso zahlreichen heißen Quellen bekannt wurde. Zumindest hoffte ich inständigst, dass Menki sich ein paar ausgebuffte Kampftechniken angeeignet hatte.
      "Du nimmst nichts ernst! Es heißt Bénten, nicht Bentén! Eine Göttin und ein Zeichentrickheld sind zwei Paar Schuhe, Min! Aber, na ja, Unnie, ich kann wohl gar nicht anders, als dir zu verzeihen. Vielleicht solltest du aber versuchen, nicht zu schnell ausfallend zu werden. Denn Andere könnten dir das richtig übel nehmen. Und denk' dran, vielleicht beobachtet dich ja doch einer im Himmel!", tadelte sie mich, bevor sie wieder in ihren normalen, lockeren Tonfall wechselte.
      "Mich beobachtet höchstens die NSA, aber danke für den Tipp. Bye Bye!"
      Dabei hatte ich mich noch gar nicht bei ihr entschuldigt. Egal. Mann, war ich ein Monster. I am a monster ...
      ...
      ... coach!

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • Uhm, eine Reise nach Tibet? Soso, jetzt verstehe ich aber nicht ganz, warum Min nicht mitkommen möchte. xD Von einem Freund in den Urlaub eingeladen zu werden, ist doch immer toll, oder? Na, da denkt Min jedenfalls anders. :run2:
      Und dann haben wir noch die ungebildete Angestellte, die das Menki nicht rausrücken will. Endlich erklärt man jemand, wie "Seoul" ausgesprochen wird, vorher war es mir ein völliges Rätsel. oO:v: Wie zum Teufel kann man eigentlich bei "Min-Yeon Seol" "Seh-Yol" verstehen? :tlol: Das hat mal so irgendwie gar nichts miteinander zu tun, oder tauscht man im Koreanischen "Y" mit "S"? Oder ist die Angestellte noch inkompetenter, als sie den Anschein macht? :hihi:
      Übrigens ist dieser Vergleich von Benten und Ben 10 göttlich, im wahrsten Sinne des Wortes! Weiter so, ich bin mal auf das nächste Kapitel gespannt. :tlol:


      Hoc est enim corpus meum. Hermione saltica, regina festorum, saltatrix summa, mimema inclyta, malefica fabulosa, arbitratrix Vesperae Omnis Sanctae.
    • Min will da nicht mit, weil sie glaubt, dass die 24 h am Tag in einem Kloster sitzen würden und beten. xD Außerdem ist es in Tibet relativ karg mit nur zwei ernsthaft großen Städten (Lhasa 450.000, Shigatse 100.000). Da sind Berge, Yaks, Klöster und Tempel und für sie ist das einfach zu langweilig, wenn sie stattdessen in der Zeit etwas in der Großstadt oder zuhause unternehmen könnte.
      Wieso DIE Angestellte? xD
      ...Yamada, DER...
      ...DER Angestellte...
      Das ist doch ein Kerl gewesen.
      Bei dem Namen hatte er nach Akten gesucht, wo in Katakana-Schrift Soru und nach lateinischer Schrift Seol geschrieben war. "Eo" wird im koreanischen wie ein englisches "aw" oder dann wie ein "o" gesprochen, aber nicht "eeo", und aus der Silbentrennung wird dann "See/Seh-Ol/Yol". Wenn du "nein" versuchst, in zwei Silben zu zerlegen, kommt dann auch eher "Nai-Yin/Yen" als "Na-in" heraus. xD
      Ich musste das mit Benten einfach bringen. :'D

      Vielen Dank für dein Kommentar! :D

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • Uäh, solche "Einladungen", bei denen man weder Zeit noch Lust und schon gar nicht das Geld hat um ihnen nachzukommen, die kenne ich zur Genüge. Das bereitet selbst mir Mühe, da betont freundlich abzulehnen.
      Kein Wunder also, dass Min sich prompt an diesem Seil (Seilzug der Glocken? Haben Japaner Glocken an den Schreinen? Ich bin ja so ungebildet...:ups:) aufhängen will, denn sowas ist echt ne fiese Zwickmühle.

      "Religion ist sowieso alles Opium fürs Volk! Stell dich nicht so an!"


      Recht hat sie!
      Alberner Fernando.

      "Min hat die Konversation verlassen."


      Finde ich nicht sehr schlau von ihr, da gibt es doch bedeutend gesichtswahrendere Methoden um so einer Situation trotzdem noch zu entgehen. ;)

      "Nee, hamm' wir hier nich'."


      Diese Satz höre ich in den hiesigen Geschäften so oft. :tlmao:

      Aber interessant, dass du das Konzept der Pensionen also doch übernommen und entsprechend verwurstet hast!

      "Aber die heißen doch alle Kim oder Lee!"


      Recht hat er! Und alle sehen sie gleich aus und essen nur Reis. Wie soll man die Asiaten denn auseinanderhalten können? :(

      "Bad-Lavastadt"-Stlye. :lol:
      Das ist nun so das Einzige, was ich von Japan weiß: ziemlich vulkanisch, die ganzen Inseln. Gerade der Un-sen (oder Unsen?) ist ja da ein ziemlich fettes Knallbonbon gewesen und ist es immer noch.

      Soso, nun will Min also doch noch mit zum Schrein von Ben 10 fahren.
      Nun, ich bin ja mal gespannt, wer ihr auf dem Weg dorthin noch Kurioses über den Weg laufen wird. Irgendwie habe ich da ja so einen Verdacht wer da u.a. dabei sein könnte, mal sehen, ob er sich erhärtet! ;)
    • Kapitel VII: Teufel erschaffen Teufel


      "Und, Minnie? Hast du schon einen Plan, wie du die Arena von Osaka bezwingen kannst?", fragte Yoshi schmunzelnd, als wir uns mit unserer Bestellung an einem Tisch des Fastfood-Restaurants niederließen, genauer gesagt im etwas weniger belebten, größtenteils in Braun gehaltenen Abteil, der sich hauptsächlich auf Kaffee und Kekse spezialisiert hatte. Momentan hatte ich einfach keinen Hunger auf ein prachtvolles Burgermenü mit Chicken Wings, Wrap, Pommes Frites und allem Anderen, was so dazugehörte. Leider Gottes erforderte der Tisch es, noch einmal mit einem Taschentuch vom gröbsten Dreck befreit zu werden.
      "Minnie? Ich bin doch keine dreizehn mehr. Außerdem erinnert mich das jetzt wieder an die Zeit, als ich dreizehn war. Ha! Damals! Da habe ich sogar noch geweint. Das ist wirklich lange her."
      "Findest du es richtig, nicht mehr zu weinen? Beziehungsweise dir einen Zwang aufzuerlegen?"
      "Ich bin doch jetzt eine erwachsene ... verrückte ... junge Frau. Es gibt keine 'Minnie' mehr."
      "Ich weiß nicht, viele würden sich manchmal wünschen, dass du dich ihnen gegenüber nicht so kratzbürstig zeigst."
      "Oh, bitte! Soll ich mir lieber alles gefallen lassen, so wie früher? Ein kleines, zartes Opfervoltilämmchen, das alles wollte, außer jemanden zu 'verletzen'? Nein, nein, nein, niemals!
      "Nein, aber du malst dir die Welt dunkler, als sie ist. Beispielsweise bei dem Mädchen mit dem Picochilla, dass dich angerempelt hatte. Sie schien doch ansonsten ganz höflich zu sein, sagtest du."
      "DAS war Absicht! Die war nur so höflich, weil sie eine Geiko aus Kyoto ist! Die muss höflich sein, sonst gibt's Beef in ihrer Geisha-Hood!"
      "Woher willst du das wissen?"
      "Ich weiß es einfach."
      Plötzlich stockte ich. Dafür hatte ich keinen Beleg, die Einschätzung basierte lediglich auf subjektiver Wahrnehmung.
      "Gut, vielleicht war sie es nicht extra. Aber bestimmt! Vielleicht. Ach, egal, ich hab' sie mir trotzdem mal provisorisch auf meiner Hassliste notiert."
      "Du besitzt eine Hassliste?", fragte Yoshi mit geweiteten Augen, als sei es das Abnormalste auf der ganzen Welt.
      "Natürlich. Jeden Abend suche ich mir per Zufall ein paar Namen aus und artikuliere meinen Hass ihnen gegenüber." Yoshi schaute etwas ungläubig, bevor er sich danach lachend zur Seite wegdrehte.
      "Du nimmst mich doch auf den Arm!", rief er kopfschüttelnd, doch tief in seinem Inneren wusste er genau wie ich, dass ich die Wahrheit und nichts als die Wahrheit sagte.


      Es war einmal eine kleine Min, ganz lieb und freundlich. Diese kleine Min war damals erst dreizehn Jahre alt und war so lieb, wie man es sich nur wünschen konnte. Als Vater zum Beispiel. Doch dann gab es andere Kinder, die ... ich sollte aufhören, von mir in der dritten Person zu reden. Also. Zum einen gab es die Kinder, die mich immer abschätzig betitelten, weil ich erstens keinen Wert auf Markenkleidung legte und meine Eltern mir diese zweitens auch nie gekauft hätten. Das sahen die ganz pragmatisch. Dann gab es selbstverständlich noch die Coolen, bei denen das Ganze dann wirklich kritisch wurde. Die reichen Schnösel würden niemals die Hand an mir anlegen, denn dafür hatten die viel zu viel Bammel vor dem Direx oder beziehungsweise vor allem vor ihren eigenen Eltern. Die "Coolen" scherte das nicht. Aus deren Sicht stellte jeder, der stetig bessere Noten als sie selber einheimste, einen Streber und eine potentielle Zielscheibe dar. Wenn die Person dann auch noch klein und schmächtig war, umso besser. Dann existierten noch diejenigen, die nach den Koreanern unter den Schüler suchten. Selbstverständlich hatten sich auch Koreaner zusammengerottet, die es den Ansässigen heimzahlen mussten. Ganz ehrlich, Beides gehörte zu dem dämlichsten und abscheulichsten Mumpitz, der mir je untergekommen war. Natürlich hätten meine Eltern mich auch in eine koreanische Schule schicken können, aber wieso auch? Schließlich war ich hier zur Welt gekommen und nicht in Gwangju. Sie wollten, dass ich wie fast jedes andere Kind eine ganz gewöhnliche Schule besuchte.
      "Na, da ist ja wieder unsere blöde Streberin!"
      'Blöde Streberin'. Ich wiederhole: 'BLÖDE ... STREBERIN'! Denen fiel überhaupt nicht auf, dass dies keinen Sinn machte. Die Anderen hatten unfassbar fiese Fratzen, doch einem gewöhnlichen Passanten wäre das gar nicht aufgefallen. Erst, als sie mich erblickten und anvisierten, mutierten die Gesichter zu verzerrten Einheiten, als ob sie eine Maske hätten fallen lassen.
      "Wie hieß sie noch gleich? Minako? Minami? Mina?"
      "Kalt ..."
      "Aaah, ich hab's! Min! Ja, das ist keine von uns! Das ist keine von uns!" Man könnte meinen, dass nur halbstarke Muskelprotze auf die Idee kamen, sich mit mir anzulegen, doch die Gruppe von sechs Leuten bestand zur Hälfte aus kichernden und gackernden Weibern, die belustigt zusahen, wie mich einer der Kerle auf den sandigen Boden schubste und zu treten begann. Ich könnte nicht mal heute mit meinen 1,59 m ein Stollunior heben. Irgendwann hatte ich nur noch Sand im Mund, in den Haaren, im ganzen Gesicht, doch ich setzte mich nie zur Wehr. Was wäre, wenn ich ihn übel verletzen würde? Was wäre, wenn ich ihn impotent treten würde? Was wäre, wenn ich Ärger bekommen hätte und mein Vater durchgedreht wäre? Ich kugelte mich ein und flehte sie an, aufzuhören und glaubte für wenige Sekunden sogar tatsächlich an ein Ende dieser unwürdigen Qualen.
      Plötzlich tropfte ein ekelhaftes, schleimiges Sekret auf meinen Kopf, denn das ursprünglich zum Ziel auserkorene Gesicht konnte ich erfolgreich verbergen. Direkt im Anschluss trat der Zweite vor und alle sechs formierten sich in einer Warteschlange.
      "Sei dankbar! Wir versuchen, dich zu reinigen! Ja, richtig, unsere Spucke ist reiner als dein Blut, deine Haut, alles von dir! Du bist so abscheulich!"
      Nun begann ich zu weinen, wobei es schon längst überfällig war. Keines der Schluchzen, dass ich über den Hof sendete, wurde jedoch erhört. Vorsichtig linste ich aus meinen das Gesicht umschlingenden Armen hervor und sah viele Andere. Sehr viele Andere. Zu ihrer Verteidigung sollte ich erwähnen, dass diese Gruppe die Obermacker der Stufe darstellte. Niemand, aber wirklich niemand wollte ihnen in die Quere kommen. Am liebsten hätte ich jeden von ihnen ein Meter großes Loch in den Bauch geschlagen, doch dazu war ich nicht in der Lage. So elendig lag ich da am Boden und weinte in mich hinein. Ich hatte von nun an keine Lust mehr, Minnie zu sein.
      Plötzlich erschien einer der ältesten Schüler. Er war nicht respektiert, weil er besonders stark war, sondern man schätzte ihn eher aufgrund seiner Reife, seines Wissens oder eben einfach, weil er alt war. Man konnte ein Idiot sein, wie man wollte, aber man würde einen wesentlich älteren Schüler in Asien trotzdem nie blöd anmachen, zumindest fast nie. Der Junge marschierte stracks auf den ersten Spucker zu und verpasste ihm einen gehörigen Faustschlag mitten ins Gesicht, sodass er nachher aus dem Mund blutete. Es war das erste und das letzte Mal, dass Yoshi jemanden geschlagen hatte.
      Das letzte Mal, dass ich geweint hatte, war es nicht, aber mit der Zeit stumpfte ich ab wie ein alter Bleistift. Es wurde immer weniger, bis meine Tränenquellen irgendwann vollständig versiegten. Dafür, dass ich während eines Schulausflugs lieber ein Museum für japanische Kultur als die überall gleich scheinenden Klamottenläden besucht habe, wurde ich selbst verständlich auch fertig gemacht. Natürlich kam die Geschichte so herüber, als wären Japaner die größten Bestien aller Zeiten, wie es bei vielen älteren Chinesen und Koreaner aufgrund der Ereignisse des Zweiten Weltkriegs nicht unüblich war, aber das war Humbug. Einigen Japanern ging es in Korea ähnlich und in Europa oder den USA, gerade in den USA waren solche Fälle ebenfalls hinlänglich bekannt. "Ijime", nannte man das. "Quälen". Das kleine, nahe am Wasser gebaute Mädchen gehörte nun der Vergangenheit an. Zehn Jahre danach hatten sie mit ihrem "Hobby" eine wahrhaftiges Monster erschaffen! 2003 muss ein sehr verrücktes Jahr gewesen sein.


      "Übrigens, du solltest dir Satsukis Angebot wirklich überlegen. Es gibt nichts Spannenderes, als neue Orte zu entdecken! Außerdem habe ich mir die Mühe gemacht, extra für dich nach den Temperaturen zu sehen. Im Sommer sind die nämlich genau richtig. Nicht so glühend heiß wie hier in Japan und auch nicht wirklich kalt. Außerdem leben dort nur sehr wenige Menschen, also wie geschaffen für dich!", legte mir Yoshi, so optimistisch und überzeugend er mit seinem Lächeln war, ans Herz. Ich gönnte mir den letzten Schluck meines Kaffees.
      "Ich werd's mir überlegen. Mal schaun", entgegnete ich schulterzuckend. Just in diesem Moment wusste ich wirklich nicht, wie ich mich entscheiden würde.

      Kenta und mein Menki, das immer noch keinen Namen erhalten hatte, staunten nicht schlecht, als ich einen dicken Spiralordner aus meiner Schreibtischschublade nahm und auf meinen Schoß legte. Er war schwarz wie die Pest, schwarz wie der Tod, schwarz wie meine Haare und schwarz wie meine Seele. Zumindest das Frizelbliz zuckte etwas zusammen, als mein zwanzigseitiger Zufallsgeneratorwürfel auf den Boden stürzte. Nun gut, Seite 7 sollte es also sein. Kein Problem. Ich schloss meine Augen und bewegte kreisend meine Finger über den aufgeklappten Block. Übrigens war ich mir sicher, dass die ganzen Horoskop-Leute und Wahrsager ungefähr so zu ihren tödlich präzisen Aussagen kamen, die doch immer ganz speziell fürs Individuum kreiert wurden. Haha, von wegen.
      "Oh", staunte ich, als ich wieder meine Augen öffnete und mein Finger einen der heimtückisch Namen erdolcht hatte: "Masaru Honda. Iiiiiiiiiiiiiich ... haaaasse diiiich!"
      Jetzt ging es erst so richtig los: "Nanami Ueda. Dich hasse ich ... auch. Oh, Hideki Tanaka. ICH HASSE DICH!" Was wohl die anderen Hausbewohner denken mussten? Aber als ob MICH das kümmern würde.
      "Anna Sasaki. Oooooh, abgrundtiefer Ekel-Hass! Michio Kameyama ... Super-Hass! Itsuki Nohara ... mindestens Dreifachhass! Hass, Hass, Hass, noch mehr Hass. Ich hasse euch ALLE!"
      Meine Pokémon mussten mich für verrückt halten, aber es tat mir unglaublich gut, meine angestaute Wut und Unzufriedenheit loszuwerden.

      "Ich kann es gar nicht glauben, dass du schon so lange keinen Ärger mehr gemacht hast, Mädchen. Du bist mein Lieblingskind", lobte mich mein Vater schulterklopfend. Er war ungefähr eine Stunde nach seinen vulkanartigen Ausbrüchen ungenießbar, doch ansonsten ganz umgänglich, jetzt mal von dem beißenden Sarkasmus abgesehen. Ob ich den von ihm geerbt hatte? Er teilte jedenfalls nicht diese Ansicht. Mir war aber von vornherein klar, dass er sich solch einen fiesen Seitenkniff nicht verkneifen könnte.
      Auch meine Mutter trottete nun langsam zu mir und begrüßte mich mit einer Umarmung: "Min, schön, dass du uns wieder besuchst! Ich habe uns extra Tteoks zubereitet, so wie früher!"
      "Papa, du bist mein Lieblingspapa. Viele Grüße, das Einzelkind. Klammern wir mal meine beiden älteren "Genomteilhaber" aus. Und hallo, Mama. Schön euch wiederzusehen", entgegnete ich, während ich auf die Platte mit kunterbunten, süßen Reiskuchen in allerlei Farben blickte. Es gab grüne, gelbe, orangefarbene, rote und braune Tteoks, die an sich ungefähr den japanischen Mochi ähnelten, nämlich kleinen Kuchen aus Klebreis.
      Nun begab sich endlich auch das träge Haustier meiner Eltern zu mir, um mich in Empfang zu nehmen. Als ich noch ein kleines Mädchen war, schien Fat Nam oder Sung Fat fast magersüchtig und zerbrechlich wie eine Bohnenstange zu sein, doch mittlerweile bekam das Shnurgarst seinen Körper kaum vom Sofa gehievt. Ob meine Eltern ihn jeden Tag mit Tteoks, Keksen und Bacon fütterten? Eigentlich lautete der Name des Normal-Pokémon Sung-Nam, das so viel wie "ein Mann werden" bedeutete. Genauso entsprach der Name des ersten nordkoreanischen Führers, Kim Il-Sung, in etwa "Der zur Sonne gewordene aus dem Gold-Clan". Koreanische Namen waren sowieso verrückt. Jeder fünfte Koreaner hieß mit Nachnamen Kim, weitere 15% nannten sich Lee und zusammen mit den Namen Park, Choi und Chung machten sie bereits stolze 54% der Gesamtbevölkerung aus.
      "Könnt ihr nicht mal mit Sung-Nam kämpfen? Der muss abnehmen, denn das ist einfach nur gesundheitsgefährdend! Ihr sagtet doch, dass ihr mit ihm Sport machen wolltet!"
      "Er hat doch abgenommen!"
      "Nein! Kein bisschen! Schaut ihn euch doch mal an!"
      "Er hat 600 Gramm abgenommen! Ich kann doch auch nichts dafür, dass er so verfressen ist!"
      "Papa, das geht an sein Herz!"
      Mein Vater fuhr sich stöhnend durch seine bereits teilweise licht gewordenen Haare, dabei zählte er erst 51 Lenzen. Er wusste ganz genau, dass ich dieses eine Mal recht hatte.
      "Keine Sorge, irgendetwas werden wir uns schon einfallen lassen. Hier in Osaka gibt es sicher zur Genüge Möglichkeiten. Vielleicht finden wir ja eine Arbeit für ihn, da verliert man schnell Pfunde", antwortete mein Vater, der sich mittlerweile sogar umgedreht hatte und aus dem großen Fenster in den Garten blickte. Die Erdgeschosswohnung meiner Eltern war ziemlich groß und hell, während sich das Mobiliar mit modernen Sachen und traditionell asiatische Dekorationsartikeln abwechselte. Ich hoffte jedenfalls nur, dass meine Eltern nicht auf blöde Gedanken kamen und unser Shnurgarst irgendwo anmeldeten, wo es schlichtweg überfordert wäre, selbst wenn sie es nur ein- oder zweimal die Woche dafür ausleihen würden.


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      @Curiosity: Sorry, diesmal kein Contra-Kommentar, aber wir haben ja bereits alles geklärt xD
      @Raikachu: Contra-Kommentar zu #05: Erstmal vielen Dank und nein, Min wurde nicht die Nase gebrochen. ;D

      Team Scowzy - Shitposting is my kink

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    • Nun endlich, mit gehörig Verspätung, dein verdienter Kommentar von mir. Für die Verspätung bedanke dich bitte beim Jarmo...:shifty:

      sonst gibt's Beef in ihrer Geisha-Hood


      Klar, als ob es den sonst nicht geben würde...*hust* Satori *hust*

      Min war mal eine Streberin? Wat. Hat Museen für Kultur besucht? Auch noch für japanische Kultur? Wat^2.
      Okay, ja, das war ja mal ganz interessant, herauszukriegen, warum unsere "Minnie" denn heutzutage so ätzend wie Flussäure ist. War also früher eine graumäusige Streberin und obendrein verhasste Ausländerin (Japaner sind solche Rassisten? Dafaq.) Ich hatte ja gedacht, sie wäre schon derartig ungenießbar zur Welt gekommen. :lol:

      "Ich werd's mir überlegen. Mal schaun", entgegnete ich schulterzuckend. Just in diesem Moment wusste ich wirklich nicht, wie ich mich entscheiden würde.


      Sag zu! Sag zu!

      Übrigens war ich mir sicher, dass die ganzen Horoskop-Leute und Wahrsager ungefähr so zu ihren tödlich präzisen Aussagen kamen


      Sie sollte Lehrerin für irgend ein Nonsense-Fach wie Kunst oder Ethik werden, denn da wurden die Noten anscheinend ganz genau so ermittelt. Da kann sie also schon Qualifikationen vorweisen!

      Der darauf folgende Absatz ist ja wieder typisch Min. Herumschreien! Toben! Wahnsinnig sein! Volle Bude aushaken! :lol:

      Jeder fünfte Koreaner hieß mit Nachnamen Kim
      Und dann sehen sie dort in der Ecke obendrein alle noch gleich aus... :run2:

      Nun, ich finde es ja seltsam, dass sie von sich aus ihre Eltern besuchen geht. Braucht sie etwa Geld? ;)


      In der Hoffnung auf noch mehr Irrsinn,

      das Zentralkomitee.
    • Der Jarmo :tlmao:



      Min war mal eine Streberin? Wat. Hat Museen für Kultur besucht? Auch noch für japanische Kultur? Wat^2.

      Min ist keine Streberin, sie ist von Natur aus begabt und interessiert. Sie studiert immerhin auch Medizin, vergiss das nicht. Dafür braucht man so oder so gute >Noten, in Japan erst recht,da die Konkurrenz noch größer ist. *:O

      War also früher eine graumäusige Streberin und obendrein verhasste Ausländerin (Japaner sind solche Rassisten? Dafaq.) Ich hatte ja gedacht, sie wäre schon derartig ungenießbar zur Welt gekommen. :lol:

      1. Sie war nicht graumäusig und keine Streberin, sondern einfach nur interessiert, begabt und lieb. Nicht schüchtern oder so, aber sie hat sich mit niemandem angelegt.
      2. "Japaner" nicht, aber manche Japaner. Länder wie Japan oder Korea haben sehr niedrige Ausländerquoten und tun sich oftmals schwerer. Das sind keine Einzelfälle, aber verallgemeinern darf man das nicht, wie Min auch in diesem Kapitel erwähnt hat. Es ist weder selten, noch häufig.
      3. Wäre langweilig, wenn sie berichtet, dass der und die lieb zu ihr waren. Außerdem hat sie in der Beziehung große Scheuklappen auf den Augen und sieht eher das Böse als das Gute. Daher berichtet sie von so viel Ärger und Streits. xD
      4. Die wenigsten kommen als Fiesling auf die Welt. :( Außerdem braucht jeder Protagonist eine Hintergrundgeschichte.
      5. Ausländerin nicht wirklich, sie ist in Japan geboren und beherrscht perfekt japanisch. Das hält aber einige Vögel nicht davon ab, auf ihr herumzuhacken, diese Beispiele gibt es in Deutschland ja genauso mit Einwanderern 2. Generation.

      Das mit den Namen ist wirklich so. D:

      Eigentlich hat sie kein schlechtes Verhältnis zu ihren Eltern, von daher ganz normal. Außer wenn ihr Vater ausflippt. xD
      Mir war es auch wichtig, sie nicht permanent am toben und am hassen zu zeigen, denn das ist ja letztendlich auch unrealistisch. Zudem ihr Blutdruck 24 h Randale gar nicht aushalten würde. :(

      Danke für das Kommentar! :)

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • So, hier mein Kommentar! :D

      Hast du schon einen Plan, wie du die Arena von Osaka bezwingen kannst?

      Arena-Kampf! °^° Mit Menki und Frizelbliz? Ui, ui, ui, Spannung! :uhh:

      Momentan hatte ich einfach keinen Hunger auf ein prachtvolles Burgermenü mit Chicken Wings, Wrap, Pommes Frites und allem Anderen, was so dazugehörte

      Oha, darauf hätte ich jetzt aber Hunger... :o Ne, generell, wie kann man auf Burger-Fraß verzichten? x'D

      "Gut, vielleicht war sie es nicht extra. Aber bestimmt! Vielleicht. Ach, egal, ich hab' sie mir trotzdem mal provisorisch auf meiner Hassliste notiert."

      Hm... eine "ansonsten ganz höflich"e Person rempelt jemanden an. Wie soll man reagieren? :rofl: Ich glaube, hier muss ich Min leider zustimmen, in ihrer grummeligen und miesepetrigen Art. xD

      Natürlich. Jeden Abend suche ich mir per Zufall ein paar Namen aus und artikuliere meinen Hass ihnen gegenüber.

      Etwa so ganz à la Arya Stark? Hm, lass mich raten... Yamada, Touka, vielleicht Yoshi... xD

      Ich kugelte mich ein und flehte sie an, aufzuhören und glaubte für wenige Sekunden sogar tatsächlich an ein Ende dieser unwürdigen Qualen.

      Puh, also Min muss ja echt Bammel haben, dass sie DA nicht reagiert. Warum?! :run2: So ein bisschen Gegenwehr ist doch nichts schlechtes! :( Klar, jemanden krankenhausreif zu schlagen und zu treten, ist jetzt auch keine Lösung, aber... waruuuuum?! :(:v:

      Zehn Jahre danach hatten sie mit ihrem "Hobby" eine wahrhaftiges Monster erschaffen! 2003 muss ein sehr verrücktes Jahr gewesen sein.

      Ein ganz schön amüsantes Monster, würde ich sagen. :hihi:

      Nicht so glühend heiß wie hier in Japan und auch nicht wirklich kalt.

      "Nicht wirklich kalt"? :( Das ist doch unverschämt sowas! xD Also wenn man schon Urlaub im Ausland macht, dann weg aus dem Kalten und rein ins Warme, würde ich sagen! Min hat da recht, im heißen Japan zu bleiben. :o

      ...

      Jetzt haben wir Mins "Hass-Ausdruck" mal kennengelernt. WTF?! :tlol: Sie muss ziemlich mit den Nerven am Ende sein, dass sie so mit ihrer Wut umgeht. Und wann bekommt das Menki endlich einmal seinen Namen? :( Wird es noch lange dauern? Nun gut, dann freue ich mich jedenfalls auf das nächste Kapitel! :D


      Hoc est enim corpus meum. Hermione saltica, regina festorum, saltatrix summa, mimema inclyta, malefica fabulosa, arbitratrix Vesperae Omnis Sanctae.
    • Danke Schön!*^*


      Arena-Kampf! °^° Mit Menki und Frizelbliz? Ui, ui, ui, Spannung! :uhh:

      Nicht vor Part 10. :( Es sind noch andere Sachen geplant ^^


      Oha, darauf hätte ich jetzt aber Hunger... :o Ne, generell, wie kann man auf Burger-Fraß verzichten? x'D

      Sie hatte Hunger auf gar nichts. :c Nur einen Kaffee.


      Etwa so ganz à la Arya Stark? Hm, lass mich raten... Yamada, Touka, vielleicht Yoshi... xD

      Siehe dein Profil. :tlmao:


      Puh, also Min muss ja echt Bammel haben, dass sie DA nicht reagiert. Warum?! :run2: So ein bisschen Gegenwehr ist doch nichts schlechtes! :( Klar, jemanden krankenhausreif zu schlagen und zu treten, ist jetzt auch keine Lösung, aber... waruuuuum?! :(:v:

      Damals war Min Touka ähnlicher, als sie glaubt. ;-;


      "Nicht wirklich kalt"? :( Das ist doch unverschämt sowas! xD Also wenn man schon Urlaub im Ausland macht, dann weg aus dem Kalten und rein ins Warme, würde ich sagen! Min hat da recht, im heißen Japan zu bleiben. :o

      Jedes japanische Haus verfügt über eine Klimaanlage. 33-36 Grad sind im Sommer keine Seltenheit und sind an Orten mit vielen Menschen nicht sooo erträglich. xD In Tibet wären es so zwischen 20 und 28 Grad, das ist ja auch "okay".


      Und wann bekommt das Menki endlich einmal seinen Namen? :(


      Wenn ihr bzw. mir ein passender einfällt! D: Und das mit "Menki" und "Frizebliz" als Arenapokemon steht ja auch nicht fest, aber die Arena sollte schon in der Geschichte vorkommen, nur sind 8 und 9 vergeben und dauern sogar noch etwas. Für etwas Besonderes. :P

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • Intermezzo I: Die Sechs Daseinsbereiche


      Min: Ja, fang an.
      Satsuki: Okay? Soll ich? Gut.
      Min: Fang an, mann.
      Satsuki: Guuuut. Okay. Heute erzählen wir euch etwas über die Wiedergeburt. Denn im Buddhismus, der sich seit dem fünften vorchristlichen Jahrhundert von Indien aus in ganz Ostasien ausgebreitet hat, die da wären: China, Tibet, Thailand, Burma, Japan, Mong-...
      Min: NORDKOREA SÜDKOREA OSTKOREA WESTKOREA LAOS FANG AN!
      Satsuki: Du bist unausstehlich ... also ... es geht darum, sein Leben so zu leben, dass man den Anderen so viel hilft, wie nur möglich. Schafft man das nicht, sollte man ihnen zumindest nicht schaden. Tiere und Pflanzen als Lebewesen sind in diese Regelung miteingeschlossen. Stirbt man und kann kein ausgeglichenes Karmaverhältnis aufweisen, wird man wiedergeboren. Ansonsten kommt man ins Paradies des westlichen Lotus, das leere Nirvana oder in andere Zustände, doch das ist eine andere Sache, genau wie die genauen Voraussetzungen, wie man das schafft.
      Min: Gar nicht, die Erdbevölkerung steigt doch ins Unermessliche, weil jeder Dödel wiedergeboren wird.
      Satsuki: Das weißt du doch gar nicht!
      Min: Ich weiß, wie viele niederträchtige Leute es gibt.
      Satsuki: Dich, dich und nochmal dich.
      Min: Du wirfst mir also vor, bei den Sims-Spielen mit Geldcheats gearbeitet zu haben? Ich bekenne mich schuldig, möge ich in der Hölle schmoren! Fang an oder du fängst dir eine!
      Satsuki: Der erste und höchste Bereich in den man nach einem zwischen 7 und allerhöchstens 49 Tagen anhaltenden Zwischenzustand wiedergeboren werden kann, ist der der Götter, auf Sanskrit auch Deva genannt.
      Min: DAS ist meiner, ha!
      Satsuki: Im Gegensatz zu den monotheisitschen Religionen ...
      Min: ... in denen jeder jeden hasst und immer der rassistisch ist, der dem Zweiten sagt, dass er nicht so rassistisch zu dem Dritten sein soll.
      Satsuki: Es gibt auch gute Beispiele!
      Min: Ja, in Nathan der Weise. Ein idealistisches Buch. Ich fand's ganz schön.
      Satsuki: Also, im Gegensatz zu den monotheistischen Religionen erinnern die Devas ehe an jene aus den antiken Mythologien des Abendlandes, da es erstens viele und zweitens keine unsterblichen Götter gibt. Sie leben in einem Paradies, einer Welt der Schönheit, des Reichtums, des Wohlstands, ohne Schmerzen, Hunger und Angst. Neigt sich ihre Uhr jedoch dem Ende, da das angehäufte Karma zerronnen ist, erfüllt sie der furchterregende Gedanken an die erneute Wiedergeburt. Denn zu einer überaus wahrscheinlichen Chance wird die nächste Welt schlechter sein, eben kein Land mit Flüssen aus Milch und Honig. Da die Devas immer von Glück erfüllt sind, haben sie keinen Anreiz, über das Leben zu meditieren und die Lehre des Erleuchteten zu erkennen.
      Min: Ich könnte das bestimmt. Ich kann alles, wie eine Weltmacht.
      Satsuki: Welche genau?
      Min: Alle. Alle Fädenzieher, die eine bestimmte Anzahl von Marionetten in der Hand halten. Außer Luxembourg. Luxembourg ist cool. Die haben 40% Bewohner aus aller Herren Welt und nicht einmal eine rechtsradikale Partei. Fast die Hälfte von diesen 40% sind allerdings Portugiesen.
      Satsuki: Werde nicht kindisch ...
      Min: Willst du etwa rassistisch gegen Luxembourg werden? Minus 5000 Karmapunkte!

      Satsuki: Okay ... sollte man - wie ich scheinbar eben - mit 5000 Karmapunkten weniger sein Leben aushauchen, dürfte man sich immerhin auf die Welt der Titanen, Halbgötter oder Asura freuen. Diese werden nicht umsonst eifersüchtige Götter genannt. Auch sie führen im Grunde ein glückliches Leben in dieser Welt, doch sie müssen beobachten, dass es den Devas noch besser ergeht - oder zumindest glauben sie das. Angetrieben von der Eifersucht, fordern sie diese heraus, müssen sich allerdings jedes Mal mit einer Niederlage abfinden. Dieses schlechte Gefühl verdirbt den Genuss ihrer Welt immerhin teilweise.
      Min: Aber ich bin auch oft neidisch ...

      Satsuki: Ja, das sind viele, aber gut ist es trotzdem nicht. Beschäftigt mit diesen Gedanken, sind auch sie nicht in der Lage zur Erleuchtung. Nummer drei wäre dann die Menschenwelt, auch Manusha genannt. Das Glück des Menschen ist es, sein Karma stets anpassen zu können, während er trotzdem genug Leid in seinem Leben erfährt, um darüber nachzudenken. Dadurch kann er als Einziger Buddhaschaft erlangen und aus dem Kreislauf der Wiedergeburt ausbrechen. Andere zu dieser Denkweise anzuregen, ist hierzu sehr förderlich.
      Min: Also Salafisten, nur im Buddhismus. Oder Inquisitoren. Oder diktatorische Parteien. Oder die demokratischen Massenmedien. Und sei es nur in einem Internetforum.
      Satsuki: Sei nicht lächerlich, die machen das zu ihrer eigenen Zufriedenheit, nicht zu der Anderen. Es geht immer nur um Blockbildung. Deren Meinung und alle anderen Meinungen.
      Min: Na doch, die sammeln extra Karma an. Für deren eigene Erlösung.
      Satsuki: Hinterfrag es nicht! Ich weiß, was ich gelernt habe und kenne mich besser aus als du.
      Min: Ui. Bist du auch ein Massenmedium?

      Satsuki: Die Vier ... das wären wohl die Tiere. Dass es mehr tierische Wiedergeburten als menschliche gibt, ist wohl offensichtlich.
      Min: Vor allem die primitiven Tiere. Es gibt viel mehr schlechte Menschen als gute, DAS ist der ultimative Beweis!
      Satsuki: Hör auf, ständig schwarz zu malen! Ich gebe mir Mühe, ernst zu bleiben, und du machst alles kaputt! Die kleineren und schwächeren Tiere müssen immer zu einem Zehnfachen exisiteren, damit der Energiesatz der Biologie erhalten bleibt! Zehnmal mehr Raubtiere als Beutetiere, ist das nicht logisch? Gut. Haupteigenschaft der Tiere oder Tiryagyoni ist Ignoranz. Einem Tier widerfahren wie beim Menschen sowohl Glück als auch Leid, womit es ebenfalls zur mittleren Sparte der sechs Wiedergeburten zählt. Doch es handelt nach Instinkt und ist nicht in der Lage, Glück oder Leid zu erkennen und somit darüber zu philosophieren.
      Min: Wie ein satter König. Dem geht es nicht schlecht, aber er weiß auch nicht zu schätzen, was er besitzt. First-World-Problems.
      Satsuki: Ist das so?
      Min: Maaaaaamaaaaaa! Ich will aber zwei Ballerspiele und nicht nur eins! Paaaaaaaapaaaaaaa, der hat sechzehn Lutscher und ich nur fünfzehneinhalb! Oh, warte, das waren die Asura.
      Satsuki: Fünfzehneinhalb Lutscher ... du ziehst wirklich alles ins Lächerliche.
      Min: Du häldsch jetz dein Schnauze. Du weißt genau, wie das gemeint war.
      Satsuki: Aber wissen es auch die Leser?
      Min: Nee, vermutlich nicht, deswegen zählst du am besten mal auf, welche Länder sich zur ersten Welt zählen. Oder welche Länder nicht zur ersten Welt zählen und wie es denen so ergeht.
      Satsuki: ich würde sagen, wir springen zu den Preta. Der fünfte Sektor ist der erste der beiden unteren Daseinsbereich, denn er bezeichnet die hungrigen Geister.
      Min: Caaaasper, the friendly ghost~
      Satsuki: MIIIIIIN!
      Min: Was? Freu dich doch, dass ich Phantasie habe, denn sie ist das Elixier des Lebens! Was meinst du, was die Hoffnungen der Menschen nährt? Der Glaube an Kimlaxo, den Grökfaz? Oder der Glaube an die Arbeit, wie in Japan oder Deutschland? Oder der Glaube daran, dass man andere Menschen nach Belieben ausnutzen kann und sich ungerechterweise Sachen erschnorren kann? Nein, es sind die Träume, die einen freien Menschen ausmachen!
      Satsuki: Sehr schön gesagt. Wenn ich fortfahren dürfte ... Moment, was ist ein Grökfaz?
      Min: Größter Koreanischster Führer aller Zeiten.

      Satsuki: Die Preta ... leiden an der Anhaftung und dem Ergreifen, heißt, sie leiden an dem Mangel von Bedürfnissen, die niemals befriedigt werden können. Ständig hungern und dursten sie, ohne dass sie dazu in der Lage sind, Nahrung oder Wasser aufzunehmen. Oftmals werden sie mit großen, leeren, aufgeblähten Bäuchen, einer knochigen Brust und zu dünnen Hälsen, durch die nie genug Nahrung passt, dargestellt. Selbst der ruhige Schlaf bleibt ihnen durch erhitzte Bodenflächen und andere Dämonen verwehrt. Nur Buddha besitzt einen Nektar, der den Hunger und den Durst dieser bemitleidenswerten Wesen stillen kann.
      Min: Die religiösen Organisationen behaupten auch immer, dass sie das einzige Heilmittel für die Menschen bieten. Und die weltlichen auch. Genau dieses Elektronikprodukt verhilft zur Erlösung, genau dieses von genau diesem Hersteller! Bis ein Jahr später der richtige Messias erschaffen wird. Ein Jahr später der Mega-Messias! Und dann ... wie soll man das noch steigern?
      Satsuki: Das ist die freie Wirtschaft.
      Min: Ya, Konsumsucht. Es gibt genügend Leute, die sich daran mit anderen messen. Es gibt sogar genügend Leute, die sich nur etwas kaufen, weil da ein dreistelliges Preisschild dranklebt. Eigentlich kaufen die sich nur das Preisschild.
      Satsuki: Ist das so?
      Min: Nein, gelogen, du Esel. Natürlich gibt es das, denn wie könnten sonst Leute auf die Idee kommen, Lebensmittel mit Blattgold zu verzehren, das nach - ich betone es: NICHTS - oder in deinen Worten, nach Nirvana schmeckt?

      Satsuki: Okay, du hast recht. Manche Sachen sind verrückt. Kommen wir nun zur Naraka, der Hölle oder den Höllen. Mal sind es sechzehn, mal achtzehn und mal einhundertvierdunddreißig. Niemand kann das genau sagen. Wie bei den Preta endet diese Wiedergeburt erst dann, wenn das negative Karma aufgezehrt wurde. Hier gibt es nur Leiden und keine einzige Freude.
      Min: Oh Gott, Mephisto ... wie ich den hasse ...
      Satsuki: Vor allem Taten des Hasses führen zu dieser Wiedergeburt, ganz gleich, welche genau. Hass, Verachtung, Mord, Verrat, es gibt viele Facetten.
      Min: Uff.
      Satsuki: Du bist so bleich, stimmt etwas nicht, Min?
      Min: Nein, alles in Ordnung, mir geht es prächtig!
      Satsuki: Die schlimmste Hölle dauert übrigens nach chinesischer Überlieferung 39京7386兆2400億年 ... das sind wie viel menschliche Jahre? Ah, ungefähr 397 Quatrillionen.
      Min: Und wer hat das ausgetestet, dieses looooogische Ergebnis? Sicher einer, der live aus der Avici berichtet. Der weiß ganz genau, dass da nur Homosexuelle, Bisexuelle, Abtreiber, Kondombenutzer, Unverheiratete und Menschen sitzen, die sich vor der Ehe etwas zu Nahe gekommen sind. Und natürlich Ketzer, Häretiker, Andersgläubige sowie Frauen, die sich "für Männer provozierend" gekleidet haben. Wenn die NSA alles über die Erde weiß, wieso weiß dann irgendein Toter nicht alles über die Hölle? Das wissen wir doch alles gar nicht!
      Satsuki: Du hast recht, wir wissen es wirklich nicht. Das Positivste an der Naraka ist die Endlichkeit und die Gewissheit, kein weiteres, negatives Karma anzuhäufen, da man aufgrund der Qualen nicht der Niedertracht verfallen kann.
      Min: Ach deshalb wurden die Leute früher gefoltert! Damit die kein Chaos anrichten. Beziehungsweise heute noch ...
      Satsuki: Hör auf, so provokant zu sein.
      Min: Okay.
      Satsuki: Okay?
      Min: Ya okay, mann! Wir sind fertig, mehr als sechs Wiedergeburten gibt es nicht: zwei Gute, also die Götter und Eifersüchtigen Götter; zwei Beidseitige, also Mensch und Tier und zuletzt zwei Schlechte, nämlich die hungrigen Geister und die Gequälten der Hölle. Was lernen wir daraus, liebe Kinder?
      Satsuki: Unsere Leser sind reif, erwachsen und intelligent genug, du musst sie nicht so verspotten! Denn wenn du das weiter machst und der Niedertracht frönst, machst du dir nur das Leben selbst schwer.
      Min: Viele fiese Leute hatten früher ein großartiges Leben!
      Satsuki: Und wenn es eben halt das nächste ist ... das Samsara, Rad des Lebens, dreht fast immer weiter.
      Min: #blamesatsuki2014 und danke für eure Aufmerksamkeit!

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      Hintergrundinfo: viewonbuddhism.org/buddhismus-…/g-tod-wiedergeburt.htm#7
      Zur Form des Intermezzos: de.wikipedia.org/wiki/Manzai
      Auch wenn Takeshi Kitano aus Tokyo kommt und einer der Vorreiter des sozialkritischen Manzais war, kommt diese Comedy-Art immer noch ursprünglich aus Osaka, genau wie unsere allseits geliebte und gehasste Min.

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    • Och, Miaustock :( Hör mal auf so tolle Geschichten hinzuklatschen, das ist ja mal mega unfair :l

      Also, ich fand das Kapitel wieder ziemlich unterhaltsam, ich liebe einfach Mins unruhige Art. Min ist so wunderbar taff :ws: Ich musste sogar lachen am Anfang ewe Wie ich, diese Herzensdame!
      Irgendwie ging das Kapitel aber schnell rum, entweder, weil ich so Spaß dranhatte oder weil es gerusht war oder beides *:o Es ging irgendwie ziemlich schnell.

      #blamedipsatsuki2014 :sebi:
    • Dope wrote:

      Och, Miaustock :( Hör mal auf so tolle Geschichten hinzuklatschen, das ist ja mal mega unfair :l

      Also, ich fand das Kapitel wieder ziemlich unterhaltsam, ich liebe einfach Mins unruhige Art. Min ist so wunderbar taff :ws: Ich musste sogar lachen am Anfang ewe Wie ich, diese Herzensdame!
      Irgendwie ging das Kapitel aber schnell rum, entweder, weil ich so Spaß dranhatte oder weil es gerusht war oder beides *:o Es ging irgendwie ziemlich schnell.

      #blamedipsatsuki2014 :sebi:



      Danke für dein Kommentar, Dope! :D

      Das Kapitel ging wahrscheinlich deswegen so schnell rum, da es a) in Dialogform geschrieben ist und b) statt den üblichen 2000-2200 nur 1700 Wörter enthält, da es nicht zur Storyline dazugehört.

      Ich wollte endlich mal wieder so etwas bringen, da das nächste Kapitel noch etwas auf sich warten lässt. Hierbei handelt es sich nämlich erneut um eine Kolaboration, aber nicht mit mir selbst, sondern einer Geschichte eines anderen Users. Und du erfährst jetzt selbst am eigenen Leibe, wie aufwendig Studium sein kann. :(

      Mal sehen, ob Min einen Volkswagen bekommt, denn dann kann sie im Volkswagen im Volk swagen (Grüße an Kelen)! :tlol:
      Es wird wahrscheinlich noch weitere dieser Zwischenspiele geben, mal sehen, welche frohe Botschaft ich dann übermittle. xD

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