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Ahoi! - Der Ozean-Fanclub

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    • Infotafel #61: Artenvielfalt in der Pokémonwelt


      • Hier wird die maximale Artenvielfalt einer Region (Edition) in verschiedenen Stämmen berechnet - alle Werte sind Maximalwerte, editionsspezifische Pokémon beider Editionen werden zusammengezählt.
      • Zahlen in Klammern sind abweichende Werte der Ursprungseditionen*, das heißt, für jede Region wurde die aktuellste Edition hauptsächlich betrachtet, und das sind für Kanto UND Johto HGSS, für Hoenn logischerweise ORAS. Der Klammerwert in Kanto bezieht sich auf das biologisch korrektere Feuerrot/Blattgrün. Bei Einall steht der SW-Wert in Klammern, der in SW2 ist der Hauptmaßstab.
      • Pokémonfamilien zählen als eine "Art", also beträgt der Wert bei Tentacha und Tentoxa 1, nicht 2, eine Ausnahme bilden Remoraid und Octillery, da ein Fisch zu einem Mollusken wird, sowie Perlu und seine Entwicklungen, wo das Gegenteil der Fall ist. Garados zählt zusammen mit Karpador als eine Fischart, bei Milotic genauso.



      *Bei keinen Abweichungen steht dort nur eine einzige Zahl.



      KantoSeviiJohtoHoennSinnohEinallKalosAlola
      Säuger1 (2)114 (3)33 (2)22
      Vögel- (1)1111211
      Reptilien------11
      Fische3 (2)559 (6)1010118
      Krebstiere1112 (-)1132
      Mollusken2 (1)1113232
      Stachelhäuter11111113
      Nesseltiere2 (1)123 (2)2222
      Insgesamt10 (9)111221 (14)2121 (20)2421


      Wie man sieht, ist die Vielfalt von Edition zu Edition rasant angestiegen, bis das marine Leben in seiner Artenvielfalt letztlich in den relativ wenigen Regionen der Kalos-Region seine Blüte erreichte.

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    • Ozeanmuseum Kaiyûkan Osaka


      Ist es eine Ankündigung? Ist es die Ankündigung einer Ankündigung? Nein! Es ist eine umgesetzte Ankündigung!
      Am Donnerstag habe ich es endlich geschafft, das Ozeanmuseum von Osaka, Kaiyûkan 海遊館, zu besuchen, eines der größten und atemberaubendsten der Welt.
      Täglich zwischen 10 und 20 Uhr geöffnet, beherbergt das 1990 eröffnete Riesenaquarium über 580 Arten (auch Süßwasserspezies wie Piranhas), 30.000 Individuen, 11.000 Tonnen Wasser und 16 Becken, die sich thematisch mit verschiedenen Arealen des Pazifik und des pazifischen Feuerrings (Vulkanring) befassen.
      Die Bilder werden werden nicht beschriftet sein und als sieben Zehnerpacks in den Spoilers liegen. In der Regel erkennt man ja, was darauf zu erkennen ist. Don't point out the obvious. Bei der Menge von 70 feinen Fotos die einzig richtige Maßnahme, die ich ergreifen kann ...
      Die einzigen Tiere, die ich übrigens nicht gesehen habe, waren Wasservögel (außer Enten und einem Ibis), Seegurken, größere Wale, Eisbären und Walrösser. Aber sonst? Am Ende konnte man sogar Rochen und Haie streicheln! Während sich die Haie wie Sandpapier anfühlen, erinnert der Rücken der Rochen an Wackelpudding. Nun aber viel Spaß mit den Bildern! Lasst euch vom größten Nagetier der Welt (Wasserschwein, danke Sheldon) und dem größten Fisch der Welt (planktonfressender Walhai) überraschen!









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    • Krass schon 22.000 Klicks!

      Gibt endlich mal was Neues zu berichten, denn in 4.000 Meter Tiefe wurde in einer australischen Tiefseeexpedition ein gesichtsloser Fisch entdeckt. Klingt erstmal gruselig, sieht auch gruselig aus. Ich hätte da Skrupel, die Kreatur einfach ohne Handschuhe anzufassen ... ich weiß nicht. Das Maul des Tieres soll sich an der Unterseite befinden. Die Tiefsee ist eben immer noch das Ökosysytem, das bislang als am wenigsten erforscht gilt, noch weniger als die artenreichen Regenwälder, sodass solche Entdeckungen auch in Zukunft immer wieder zu erwarten sein werden!

      Zum Artikel: t-online.de/nachrichten/wissen…hne-gesicht-entdeckt.html

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    • Majikku wrote:

      Der Mensch ist schon ein seltsames Wesen. Selbst der größte Räuber der Meere, aber das Ganze auf eine ganz andere Gattung schieben: die Gattung Hai. Dabei sind Haie gar nicht die brutalen Mörder, für die sie oft gehalten werden, im Gegenteil. Selbst die Riesen unter ihnen sind weitestgehend friedliebend und greifen Menschen nur an, sofern sie sich bedroht fühlen - oder keine Nahrung vorhanden ist. Und selbst dann fressen Haie keine Menschen. Die tödlichen Haiunfälle entstehen eigentlich nur, weil das Opfer verblutet und sind ganz nebenbei bemerkt auch die Ausnahme.

      Haie gelten als menschenfressende Killer - dabei sind sie eigentlich intelligente und friedliebende Tiere, die sich eben schnell bedroht fühlen und in diesem Fall auch einmal zubeißen können. Unter anderem mögen sie es nicht, wenn man nach ihrer Rückenflosse greift oder versucht, sich auf sie drauf zu setzen, dann schnappen sie schon mal zu. Normalerweise haben sie jedoch mehr Angst vor Menschen (besonders, wenn diese dann auch noch senkrecht im Wasser stehen und sich dabei bewegen - ein für Haie unbekanntes und somit potentiell gefährliches Verhalten) als der Mensch vor ihnen und flüchten eher, alsdass sie angreifen. Ist ihnen ein Mensch bekannt, so werden sie auch mal neugieriger und beobachten aus sicherem Abstand. Manche Haiarten schwimmen sogar gerne mit Menschen, sobald sie merken, dass dieser ihnen nicht gefährlich wird, oder lassen sich sogar anfassen. Ich durfte beispielsweise mal einen Grauen Glatthai berühren, anscheinend noch ein Jungtier. Das war in freier Wildbahn und der Kleine war anscheinend sehr neugierig, da er nahe an der Oberfläche unterwegs war, was für diese Art eher unüblich ist. Das ist aber die Ausnahme, allgemein sind Haie eher scheu und vorsichtig.

      Pro Jahr sterben etwa 5 bis 10 Menschen bei Unfällen mit Haien. Pro Tag sterben 500.000 Haie durch Menschenhand.

      Was haltet ihr von Haien und dem ganzen Mythos des menschenfressenden Killers? Habt ihr einen Lieblingshai? Seid ihr schon mal einem Hai begegnet? Wenn ja, einem großen oder einem kleinen?
    • Das Problem, das die meisten Haie eigentlich haben, ist die Silhouette des Menschen, einer Robbe aus bestimmten Blickwinkeln gar nicht so unähnlich, vor allem mit Flossen. Das ist einer der Gründe, weshalb es Haiattacken gibt, vielleicht sogar einer der Wichtigsten.
      Erst einmal sind es Raubtiere, die da gewissermaßen nach Instinkt handeln. Wie oft kommt es vor, dass Bello-kun und Miezy-chan eine Maus auf dem Feld erjagen? Oft genug. Nur können die dem Menschen nicht gefährlich werden, Haie, Löwen, Tiger oder iBlaligatoren hingegen schon.
      In manchen Ländern werden Haie übrigens selbst gegessen, und zwar vom Menschen.

      In dem Ozeanmuseum von Osaka konnte man Haie streicheln, kleine graue, aber keine Ahnung, welche Art das genau war. Sie haben sich total schön angefühlt, angenehm-rau und trocken, während die Rochen wie Wackelpudding waren. Aber in freier Wildbahn bin ich Haien noch nicht begegnet, wahrscheinlich würde ich da aber auch relativ schnell umkehren - ein bisschen Angst kann da schon vernünftig sein, bei den so unscheinbaren, aber trotzdem brandgefährlichen Quallen ergehts mir da nicht anders.

      Am blutrünstigen Killer Hai ist nichts dran - außer PR für Jaws und Co.
      [IMG:https://pbs.twimg.com/media/BmZPa_gIYAERm4r.jpg]

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • Dann ergibt sich nur ein Problem: Studien belegen, dass Haiangriffe auch dort stattfinden, wo es keine Robben gibt, sodass die Verwechslungstheorie mittlerweile als überholt gilt.

      Das stimmt. Mal sollte sie halt nicht provozieren. Wobei ich glaube, die sind echt froh, wenn mal nicht jemand kreischend kehrt macht. Ruhig bleiben. Ich hatte damals auch erst mal ein bisschen Angst, aber man ist echt am besten beraten, wenn man sich senkrecht stellt. Dann suchen Haie meist das Weite. Der kleine Glatthai damals war auch erst mal verschreckt und hat sich in sicheren Abstand begeben, merkte dann aber wohl, dass ich gar nicht so gefährlich bin und kam vorsichtig wieder näher, das war dann schon sehr faszinierend.
    • Infotafel LXII [62]: Guadeloupe und Martinique

      Ein koloniales Erbe Frankreichs findet sich in der Karibik mit ihren weißen Stränden und glasklarem Meer – in den Kleinen Antillen, um genau zu sein. Oder, wenn man es noch genauer haben will, in den Inseln über dem Winde. Im 17. Jahrhundert waren nämlich auch die Franzosen stark an der lukrativen Karibik interessiert und etablierten dort an einigen Stellen Kolonien, um Zuckerrohr und andere begehrenswerte Ressourcen selbst abbauen zu können. Noch heute gehören einige Inseln und Gebiete in der Karibik zu Frankreich – und der EU –, darunter Saint-Martin (geteilt mit den Niederlanden), Saint-Barthélemy, Martinique und Guadeloupe. Und um die letzteren beiden soll sich diese Infotafel heute drehen.

      [IMG:https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b0/Caribbean_-_French_West_Indies.PNG]
      Lage von Saint-Martin (ganz oben), Saint-Barthélemy (darunter), Guadeloupe (Mitte) und Martinique (unten) in der Karibik.

      Steckbrief MARTINIQUE
      Name: Martinique (offiziell), Matinik/Matnik (Kreolisch), Jouanacaëra (Karibisch)
      Status: DROM (département et région d'outre-mer; "Departement und Überseeregion")
      Einwohner: ~384.000 (2014)
      Hauptstadt: Fort-de-France
      Sprachen: Französisch (offiziell), Martinique-Kreolisch
      Währung: Euro
      Geschichte: 1493 erstmals von Columbus kartiert; 1635 von französischen Kolonisten besiedelt; 1685 "Code Noir" -> Import afrikanische Sklaven; 1815 Sklaverei offiziell abgeschafft, 1831 effektiv; 1946 Aufhebung des Kolonialstatus und Erhebung zum DOM (département d'outre-mer; "Überseedepartement")

      Steckbrief GUADELOUPE
      Name: Guadeloupe (offiziell), Gwadloup (Kreolisch), Karukera (Arawak)
      Status: DROM (département et région d'outre-mer; "Departement und Überseeregion")
      Einwohner: ~400.000 (2014)
      Hauptstadt: Basse-Terre
      Sprachen: Französisch (offiziell), Guadeloupe-Kreolisch
      Währung: Euro
      Geschichte: 1493 Landung von Columbus auf der Insel und Benennung nach Guadalupe, Spanien; 1635 von französischen Kolonisten besiedelt; 1674 offizielle Annexion durch Frankreich; 1794 Aufhebung der Sklaverei im Namen der Französischen Revolution, 1848 effektiv abgeschafft; 1946 Aufhebung des Kolonialstatus und Erhebung zum DOM (département d'outre-mer; "Überseedepartement")

      Noch wichtig zu wissen ist, dass "Guadeloupe" nicht eine einzige Insel beschreibt: Das Gebiet besteht aus den zwei Hauptinseln Grande-Terre und Basse-Terre, sowie den kleineren Inseln Marie-Galante, Les Saintes und La Désirade.


      Geografie und Klima:

      Guadeloupe und Martinique sind beide vulkanische Inseln, die sich durch ihre bergige Landschaft auszeichnen. Durch die Reibungen der Südamerikanischen und Karibischen Platten, zwischen denen die beiden Inseln platziert sind, gibt es in beiden Regionen vulkanische Aktivitäten – so ist der aktive Vulkan La Soufrière ("die Schwefelmine") auf Basse-Terre das letzte Mal 1974 ausgebrochen, was die Evakuierung von mehr als 70.000 Menschen zur Folge hatte. Auf Martinique brach 1904 der auch heute aktive Vulkan Montagne Pelée aus, zerstörte die damalige Hauptstadt Saint-Pierre komplett und tötete 30.000 Menschen. Diese Vulkanausbrüche entstehen durch die Reibung der Karibischen und Südamerikanischen Platte, genau dazwischen sind die Inseln platziert.
      Darüber hinaus werden Guadeloupe und Martinique als karibische Inseln häufig von Wirbelstürmen heimgesucht. Die Hurrikans Irma und Maria in diesem Jahr sorgten für eine weitreichende Zerstörung von Häusern und andere Schäden wie Stromausfälle und Fluten auf Guadeloupe.
      Klimatisch sind Martinique und Guadeloupe als tropisch zu klassifizieren und fallen durch zwei Perioden auf: Januar bis Juni/Juli herrscht Trockenzeit (la carême; "die Fastenzeit"), Juli bis Oktober/November/Dezember Regenzeit (l'hivernage; "die Überwinteurng"), in denen genannte Wirbelstürme auftreten.

      Flora und Fauna:

      Nun aber zum Hauptpunkt dieser Infotafel, der karibischen Flora und Fauna von Guadeloupe und Martinique! Beide Inseln sind Heim von tropischer Flora wie Bambus, Mangroven, Kakaobäume, Mahagoni, Weißgummibäume, Ananas und Dalbergien, die sich in den weitreichenden Regenwäldern und Küsten der Inseln finden lassen. Im trockeneren Süden von Martinique wachsen auch Kakteen und Agaven. Eingeführte Arten sind beispielsweise die Kokospalme (natürliche Verbreitung über das Meer).
      Was die Fauna angeht, gibt es auf den beiden Antilleninseln ebenfalls eine reiche Ansammlung an exotischen heimischen Arten. Besonders verbreitet ist jedoch die um 1800 eingeführte #i-mangunior# Manguste, die einheimische Arten an den Rande des Aussterben bringt, beispielsweise die Grauzitterdrossel (nur auf St. Lucia und Martinique zu finden), Weißbrust-Spottdrossel (ebenfalls nur auf St. Lucia und Martinique heimisch). Andere Vögel auf Martinique und Guadeloupe sind Papageien, Kolibris, Zuckervögel, Pelikane und Wildenten. Weiterhin lassen sich auch zahlreiche Schlagen, Spinnen, Frösche, Leguane wie der Grüne Inselleguan und der Grüne Leguan, Krabben und Säugetiere wie das Südopossum finden. Dazu gehören die Martinique-Lanzenotter (abgebildet auf dem Wappen von Martinique) oder die Caribena versicolor. Für Echsenliebhaberin @draconira halten die Karibikinseln auch Anolis bereit.

      #1755AcadianExpulsionNeverFogetti


      Hoc est enim corpus meum. Hermione saltica, regina festorum, saltatrix summa, mimema inclyta, malefica fabulosa, arbitratrix Vesperae Omnis Sanctae.

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    • Surprise - na, wer hat noch ernsthaft mit dem "Brojeggd Föniggs" gerechnet? Mal wieder keiner - gut, dass ich es nicht vorher angekündigt habe, um mich doch nicht dran zu halten, lel.


      Ozeanmuseum Kagoshima


      Im August 2017 ist es mir gelungen, mir Zutritt in ein weiteres Ozeanmuseum Zutritt zu verschaffen, und zwar das zu diesem Zeitpunkt zwanzjährige in Kagoshima im Süden Kyushus, der südlichsten der japanischen Hauptinseln (Hoenn). Ich werde nur zu den wenigsten Bildern etwas schreiben, und zwar denen, die vielleicht wirklich einer Beschriftung bedürfen, aber ansonsten ist es nur ein bisschen Showcasing. Auf die Pokémonwelt übertragen entspricht die Stadt wirklich nur ganz grob von der Lage her Seegrasulb City, befindet sich geographisch gesehen aber eigentlich am östlichen Ende der Route 123 - den Pyroberg seht ihr hier, etwas Küste ist da übrigens auch dabei. Gegen Ende ist mir der Akku ausgegangen, aber gut, da steckt man nicht drin. Es ist aber nicht so, dass ich davor zu wenig Fotomaterial aufgenommen hatte ... zum Beispiel gab es da noch ein leeres Becken nur mit Meerwasser vor einem blau erleuchteten Hintergrund - so würden unsere Meere aussehen, wenn wir sie weiter als billige Mülldeponie behandeln würden und langsam aber sicher alles Leben verschwinden würde. Kein großer Aufwand, aber ein Exponat, das zum Nachdenken angeregt hat. Dann gab es noch Tiefseeschaukästen mit Riesenasseln und leuchtenden Rippenquallen, was man auch nicht überall zu sehen bekommen hat. Aber im Grunde genommen waren regionale pazifische Tierarten Kernstück des Museums, zum Schluss gab es auch noch Karettschildkröten. :3

      Das Hoenner Ozeanmuseum steht übrigens in Graphitport, doch im Äquivalent Nagasaki gibt es lediglich ein Pinguinmuseum - somit hat dieses große Aquarium wesentlich mehr Eigenschaften von dem wichtigen Handlungsort im Spiel als das "Pinguinmuseum". Kosten betragen 1500 Yen, etwa 12 Euro und sind damit geringer als in Osaka.

      Noch mehr Infos auf Japanisch, Koreanisch, Chinesisch, Taiwan-Chinesisch und zum Glück auch Englisch gibt es unter ioworld.jp/english


      1-10 Delfinarium


      Zu bestimmten Tageszeiten mittags und nachmittags dürfen die Delfine ins Außenbecken und können sich dort mit Bällen oder untereinander vergnügen - das ist vor dem Museum und damit absolut kostenlos, die Zeiten sind auch regelmäßíg und überprüfbar. Mehrmals am Tag gibt es aber auch Delfinshows, in denen die Tiere Kunststückchen aufführen, springen, um Futter betteln und was da sonst so üblich ist. Man sollte mindestens eine halbe Stunde vorher einen der freien Plätze besetzen, um sich das Ganze so umstandslos wie möglich ansehen zu können. Inwiefern das alles für die Tiere schön ist oder nicht, ist je nach Betreuung und Aquarium unterschiedlich, manche machen es sicher besser als andere, in denen Tiere keine schöne Existenz fristen können.






      Arjen Robben (34) zieht es in der Sommerpause gerne mal ins Ausland!












      11-20 Delfinarium - Pazifische Becken


      Von größeren Knorpelfischen wie Haien und Rochen bis hinzu den Protagonisten von "Findet Nemo" und verschiedenen Wirbellosen war hier auch alles vertreten. Die Bilder sind leider etwas unscharf, weil meine Kamera nicht gut mit dunklen Umgebungen zurechtkommt. Den Sägefisch zum Beispiel habe ich gerade noch draufbekommen, danach ging nichts mehr.


















      21-30 Riesenbecken und Umgebung Kagoshima










      In der letzten Stunde bevor das Aquarium schließt, also zwischen 17 und 18 Uhr, sind selbst die Haupteingangshallen völlig entvölkert, die meisten Menschen befinden sich entweder im Endteil oder haben den Ort längst wieder verlassen - auch während der Delfinshows kommt es zu solchen spannenden Migrationsbewegungen! Dann hat man den kompletten Ort ganz für sich allein, einen gigantischen Raum mit einem gigantischen Becken, während die erste Taucher diese von innen bereits am säubern sind, umgeben von Rochen und anderem Meeresgetier. Das ist schon krass.


      Der kleine Leuchtturm von Kagoshima (ähnelt dem in Graphitport, ähnlich wie das Ozeanmuseum!), die Vulkanfähre zum Sakurajima (Pyroberg), und der schwarze Felsstrand auf dieser (seit der Eruption von 1914) Halbinsel sind kleine Randanekdoten außerhalb des Museums, die ich euch aber trotzdem nicht vorenthalten möchte, denn die gehören zur Atmosphäre einfach dazu, denn so etwas sieht man in dieser bestimmten Form selten genug. Japanische Häfen sind vermutlich die sichersten der Welt - eine handvoll Obdachlose gibt es, doch diese halten sich vornehm versteckt, auch die in etwa ähnlicher Anzahl umherstreunenden Miezekatzen sind alles andere als aufdringlich oder gefährlich. Man kann im Sommer die ganze Nacht die viertelstündlich, in den Nachtstunden stündlich aus- und einfahrende Autofähre zwischen Großstadt und Metropolregion beobachten, ein 24/7-McDonalds ist etwa 10 Fußminuten entfernt.










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    • Infotafel #63: US-Amerikanische Westküste


      Der nördlichste der drei Pazifikanrainer, die Sonderfälle Alaska und Hawai'i ausgeklammert, ist Washington (Hauptstadt: Olympia; Größte Stadt: Seattle). Vulkane wie Mount Rainier sind international bekannt und dienen oft auch für Markenzwecke, die relativ kleine Küste westlich der Cascade Mountain Range um jene Vulkane ist oft weniger bekannt. Das Klima (Köppen Cfb) entspricht dem ozeainischen Nordseeklima, das auch in Westdänemark, Nordseedeutschland, Atlantisch-Frankreich, Nordspanien und Großbritannien herrscht. Das heißt, dass zwischen Oktober und Mai viel Niederschlag fällt und es entsprechend bewölkt ist. Schneefall ist selten, aber regelmäßig möglich, Durchschnittstemperaturen in den kältesten Monaten liegen in der Regel über 0.
      Maritimes Leben im bucht- und inselreichen Washington spiegelt sich durch Wale, unzählige Muscheln, und ganze Schwärme von Küstenvögeln wider, berühmter sind jedoch seine Süßwasserhabitate, die Heimat für verschiedene Lachs- und Forellenarten sind.


      Südlich von Washington befindet sich das milde Oregon (Hauptstadt: Salem; Größte Stadt: Portland), dessen Küsten immergrüne Mischwälder vorlagern (küstennahes Westdrittel zu 80% bewaldet). In Europa kennt man unter mediterranen Gebieten eher karge Macchia-Areale wie California, aber auch Oregon (Köppen Csb) zählt durch seine außergewöhnlich heißen und trockenen Sommer bereits zum "mediterran-ähnlichen" Einzugsgebiet, je nachdem, welche klimatische Einteilung man nimmt - manche sehen es noch als gemäßigt. Der Osten ist steppen- und wüstenähnlich, ansonsten sind die nördliche und südliche Küste vielleicht eher Schauplatz der klimatischen Trennlinie. Das atlantische Portugal ist schließlich auch nicht so ungrün.
      Orcas, Delfine, Wale sowie Seehunde und der Kalifornische Seelöwe, die an der gesamten Westküste heimisch sind, sorgen für einen großen Reichtum an Meeressäugern, sodass es kein Wunder ist, dass das Diner in Life is Strange den Namen "Two Whales" trägt. Die Küstenregion ist aber dünn besiedelt, die meisten Menschen (60%) leben im Willamette-Flusstal zwischen Portland und Eugene. 16 Haiarten kann man in Oregon antreffen.

      Aufgrund seiner großen Erstreckung ist es sinnvoll, California in den Norden und den Süden zu unterteilen. Der Norden besitzt nicht nur die Hauptstadt Sacramento, Oakland und den regionalen Flaggenträger San Francisco, sondern ist auch Ursprung des Ausdruck "hella", was in etwa so viel wie ... "viel" oder "sehr" bedeutet. Als Schauplatz von Serien wie Charmed oder Monk macht die warme Region aber immer noch einen recht grünen Eindruck - die letzten beiden Schneefälle von 2011 und 1976 sprechen aber Bände für ein mediterranes Gebiet.
      Wale, Seehunde, Robben und Haie sind genauso heimisch wie Pelikane, Gänse, Kormorane, Austernfischer, Möwen und andere Seevögel. Zwischen dem Norden und dem Süden schließt sich die dünn besiedelte Central Coast um Oxnard nördlich von LA an. Ein kennzeichnendes Ökosystem an der kalifornischen Küste sind die Kelpwälder (Infotafel #25).


      Südlich des 37. Breitengrads beginnt Californias Süden um die Städte Los Angeles und San Diego. Die Entertainmenthauptregion der Welt gilt als ausgewiesenes Surferparadies und Ursprung des lässigen kalifornischen Surferstyles für Cali Boys und Cali Girls, denen jedoch oftmals eine gewisse Empfindlichkeit für immer noch gemäßigte Temperaturen um 15°C herum und niedriger angelastet wird, der letzte Schneefall in Downtown Los Angeles liegt bereits im Jahr 1962.
      Orcas und der große weiße Hai stellen für die größten Meeresräuber dieser Region, ansonsten sind Pelikane, Adler, Rochen und sogar der gigantische Blauwal anzutreffen. In ganz California leben 11 Delfinarten, ein Dutzend Wale, 34 Haispezies und sechs Robbenarten, zum Beispiel 150.000 Nördliche See-Elefanten, die wie die meisten anderen Robben (Infotafel #24) die gesamte Westküste besiedeln.


      Ein Sonderfall stellen die nur noch punktuell verbreiteten Seeotter dar, die vom Menschen schwer bejagt wurden. "Go Otters!", wie es in Life is Strange heißt. In Washington lebt lediglich eine 1970 ausgewilderte Population bei der geschützten Olympic Halbinsel, in Oregon verfuhr man exakt gleich, nachdem der letzte einheimische Otter 1906 erschossen wurde. Im Gegensatz zum nördlichen Nachbarn scheiterte die Ansiedlung hier aber krachend, nur noch vereinzelt werden Exemplare aus Washington oder California gesichtet. Bis auf eine kleine Kolonie wurde der gesamte Bestand von 16.000 Tieren durch den Pelzhandel bis 1938 ausgerottet, diese jedoch konnte nachhaltig gesichert werden. 50 Tiere begründeten um die Jahrtausendwende 3.000 Individuen, doch durch Haiangriffe und von Cyanobakterien abgesonderte Gifte ist die Population in Mittelkalifornien wieder sinkend (2.600), der Süden wird nur versehentlich angesteuert.


      Leuchttürme wie in Life is Strange gibt es übrigens auch einige Dutzend, viele von ihnen mittlerweile inaktiv oder in Museen umgewandelt. Aktiv sind noch 22 in WA, 8 in OR und 29 in CA. Im Ocean Health Index kommen die einzelnen Regionen zu folgenden Bewertungen (http://www.oceanhealthindex.org/ohi-plus/us-west-coast-s):

      Biodiversität/Spezies - Biodiversität/Habitat - Saubere Gewässer:
      West Coast Average: 69 - 69 - 87
      Washington: 73 - 65 - 86
      Oregon: 66 - 64 - 89
      Northern California: 66 - 65 - 89
      Central California: 69 - 74 - 85
      Southern California: 72 - 73 - 85

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    • Infotafel #64: Hawai'i allgemein und Kaua'i



      Hawai'i, eine tropische Inselkette im Pazifik, ist seit 1899 von den Vereinigten Staaten annektiert und ist seit 1959 ein eigenständiger Staat der USA, gehörte allerdings vorher zu einem eigenen Königreich. Unter König Kamehameha, der zwischen 1795 und 1810 die verschiedenen Inseln vereinigte, genoss Hawai'i eine gewisse Autonomie in der Südsee. Besonders an Hawai'i ist neben einer Sprache mit nicht mehr als 13 Buchstaben und trotz des beschränkten Areals eine unglaubliche Fülle an Naturräumen, die euch in den folgenden Infotafeln nähergebracht werden. Die Kapus (=Tabu) an den Spielen sind angelegt an den einheimischen Glauben der hawai'ianischen Urbevölkerung, wo Ahnen, verschiedene Naturgeister und -götter verehrt werden. Sowohl in Sprache als auch traditionellen Gebräuchen, Mythen und Religion sind zahlreiche Ähnlichkeiten zu in der pazifischen Südsee weit verbreiteten, anderen polynesischen Völkern vorhanden, so stellt Hawai'i nur den nördlichen Grenzposten dieses Kulturraumes. Das moderne Hawai'i nahm vor allem im frühen 20. Jahrhundert zahlreiche Einwanderer aus Japan und anderen asiatischen Staaten auf und vereinigt somit ost- und südasiatische Einflüsse mit den nordamerikanischen, denn weiße Amerikaner stellen etwa ein Viertel der 1,5 Mio. Hawai'ianer dar, die hinter knapp 40% Asiaten anstehen, 10% Polynesier (davon die meisten ursprüngliche Hawai'ianer) und 2,5% Afroamerikaner. Der Rest verteilt sich auf unterschiedliche Arten von Mischlingsbevölkerung.


      Der traditionell demokratisch wählende Bundesstaat kommt in aufgrund seiner Tropenlage jeden Monat auf eine Durchschnittstemperatur von mindestens 21°C und liegt zwei (Winter) oder drei (Sommer) Stunden hinter der Pazifischen Zeitzone (Seattle, Los Angeles), neunzehn Stunden hinter der japanischen, da die Datumsgrenze im Pazifik liegt - da rechnet man lieber fünf Stunden auf Japan drauf und geht einen Tag zurück. Hawai'i, in Europa vor allem durch die Kriminalserie Hawai'i Five O' und die Alola-Region aus Pokémon bekannt, ist außer für Amerikaner vor allem für Japaner ein Kultfernreiseziel und äußerst häufig in der japanischen Gesellschaft aufgegriffen (v.a Hulatanzschulen, Restaurants und Malasada-Cafés wie die Kette Eggs&Things und Honeymoon-Reisen).
      Von den insgesamt 137 Inseln, zahlreichen Riffen und Atollen werden aber nur die vier größten vorgestellt. Vor Ankunft der ersten Polynesier gab es mit der Hawai'i-Mönchsrobbe ('Ilio-holo-i-ka-uaua) und der hawai'anischen Fledermaus Ope'ape'a nur zwei einheimische Säugetiere, doch neben Pflanzen kam vor allem viel Nutzvieh mit verschiedenen Siedlern auf die Inseln und änderte die Fauna entscheidend, zum Beispiel den kleinen (verrückten) Mungo aus Südasien zur Rattenjagd (Mangunior).


      [IMG:https://footage.framepool.com/shotimg/953774776-kleiner-mungo-lecken-schlecken-grau-kauen.jpg]
      Kawaii in Hawai'i aber nicht auf Kaua'i - der kleine Mungo/Mangunior

      Kaua'i ist die Nummer Vier der Hauptinseln Hawai'is und wird in den Pokémonspielen von der Insel Poni verkörpert, die gleichbedeutend mit der Symbolfarbe Lila (poni) ist. Kawaikini ist mit 1598 m der höchste Berg der in etwa herzförmigen Vulkaninsel, die vergleichsweise wenig touristisch erschlossen ist - trotzdem ist der Tourismus wichtigste Branche für die 67.000 Einwohner. Die Insel gilt als äußerst fruchtbar und wird für tropische Agrarwirtschaft häufig genutzt, einen Flughafen besitzt die Hauptstadt Lihu'e (6.400 EW) an der Ostküste, aber auch die anderen Himmelsrichtungen bieten tolle Strände und Highlights. Dazu gehören auch die Moa, wilde Hühner, die in Tausendschaften ungefährdet ihres Weges auf der Insel gehen. Hier wurden die Mungos als potentielle Predatoren nie eingeführt, dafür aber das hawai'anische Original Shave Ice, das dem japanischen Kakigori stark ähnelt - Wassereis mit buntem Sirup. Die Hawai'ianische Küche wird später noch ausführlicher Erwähnung finden.

      [IMG:https://hawaiistateparks.org/wp-content/uploads/2016/07/kauai-waimea-canyon-tour-in-lihue.jpg]
      Waimea Canyon, der Grand Canyon des Pazifiks - und kein Meer in Sichtweite!

      Zu den interessantesten Plätzen zählen Honopu Beach, ein Strand an einer grünbraunen Steilküste, der im Inselinneren gelegene Waimea Canyon (Poni Canyon im Spiel) im Westen von Kaua'i, das nordwestliche Ende eben jenes an der Küste namens Kalalau Valley, die keilförmige und dicht bewachsene Gebirgskette Nounou Mountains oder das Puhi, auch Spouting Horn genannt, im Süden. Blowholes sind ein Phänomen an Stränden, die Meereshählen beherbergen. Treffen heftige Brandungswellen auf die Verengungen, werden die Wassermassen durch die trichterförmigen Tunnel nach außen gespült und erzeugen gigantische Wasserfontänen, sofern sich eben jene Ausgänge an den Stränden selbst befinden. Hanalei Bay im Norden bietet einen großartigen Strand, dessen Umland, gespeist durch den Hanalei-Fluss, viel Ackerland bietet. Im Osten gibt es eine Höhle aus dunklem Lavastein zu entdecken, die nahezu vollständig mit Farnen bewachsen ist (Fern Grotto). Es ist nur eine Höhle von vielen, die Kaua'i zu bieten hat.

      [IMG:http://www.hawaiitopten.com/wp/wp-content/uploads/2014/08/Spouting-Horn8.jpg][IMG:https://odis.homeaway.com/odis/listing/8848ff5c-f31a-464a-8c18-2eed30009e17.c10.jpg]
      Die Höhe eines Blowholes wie Kaua'is Puhi unterschätzt man gerne, das nördliche Gegenstück, die Hanalei Bay, hat ihre ganz eigenen Vorzüge

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    • Infotafel #65: Hawai'ianische Cuisine und O'ahu


      Traditionell vereinigt Hawai'i asiatische, einheimische polynesische und amerikanische Küche und greift heutzutage auf zahllose eingeführte Zutaten zurück, die typische Restaurants oder Restaurantketten wie Eggs&Things vereinigen und servieren. Dazu zählt der von Japanern eingeführte Reis als wichtigste Hauptkomponente einer jeden großen Mahlzeit, genauso wie die in den ostasiatischen Küche unerlässlichen Meeresfrüchte, Seetangarten und Fische, die aber auch von den Einheimischen schon früher in die Gerichte eingebunden wurden. Tropische Pflanzen wie Taro als Ackerpflanze oder Kukui, eine nussartige Frucht des gleichnamigen Baumes, fanden bereits unter den frühen Hawai'ianern ihren Weg in die lokale Küche. Eierspeisen in allen Varianten wie Omelettes oder Egg Benedict sind vor allem zum Frühstück beliebt. Amerikanische GIs popularisierten SPAM, eine Art Konservenfleisch, das in verschiedene Gerichte der modernen Küche eingebunden werden kann, doch als traditionelle Klassiker gelten Ahi/Aku (verschiedene Tunfischarten) oder He'e (Tintenfisch) poke, ein Fischsalat mit Gemüse und Algen auf Reis, das aus einer Kombination von Reis, Fleisch/Fisch, Bratensoße und Spiegelei bestehende Gericht Loco moco, der Räucherlachs Lomi salmon, eine Art zartes Pulled pork namens Kalua Pig und diverse ausländische Speisen, die durch Einwanderer populär wurden. Dazu zählen neben japanischen Mochi und Sushi in verschiedenen Variationen auch die von Tali so sehr geliebten Malasadas, die bereits im späten 19. Jahrhundert von Portugiesen eingeführt wurden. Dieses zuckrige und oft gefüllte Gebäck erinnert sehr stark an Berliner.


      Kalua Pig und Ahi Poke werden heute normalerweise auf Reis serviert

      O'ahu ist mit 900.000 die einwohnerreichste Insel, die Hawai'i zu bieten hat. Es beherbergt zweifellos die bekanntesten Attraktionen des Inselstaates und ist neben Kaua'i die einzige der vier Hauptinseln, in der Asiaten, insbesondere Filipinos und Japaner, die Bervölkerungsmehrheit im Gegensatz zu europäischstämmigen Amerikanern stellen. Die Inselfarbe Gelb (mele-mele) inspirierte die Umsetzung der Insel Mele-Mele basierend auf O'ahu, während Hauptstadt Honolulu von Hauholi City repräsentiert wird. Touristisch gesehen ist eben vor allem Honolulu (360.000 EW) mit seinen US-amerikanisch geprägten modernen Wolkenkratzer im Shoppingdistrict Waikiki nicht nur für Amerikaner, sondern auch für die Japaner äußerst attraktiv und wird gerne beworben. Neben Waikiki im Süden befindet sich auf O'ahu auch das militärische Zentrum der Inselkette, Pearl Harbor als Opfer der japanischen Luftangriffe 1941 und Schauplatz des Beginn des Pazifikkrieges, etwas westlich von der Hauptstadt in einer Lagune gelegen. Wo Touristen sind, sind neben Hotels natürlich auch die Stadtstrände nicht weit, gerade Waikiki Beach gilt als Surferparadies, das insbesondere durch die Medien gerne als das "klassische Hawai'ianische Urlaubsgefühl" vermittelt wird. Wellen sind zwar schön und gut, aber das ungeschützte Hawai'i ist bei Pazifikbeben gegen Tsunamis sehr anfällig. Nahe der Stadt Kane'ohe im Osten befindet sich ein weiteres spannendes Bauwerk, nämlich der auf dem Byodo-in Tempel in Uji/Kyoto basierende Nachbau von 1968 im Valley of the Temples Memorial Park, der nicht nur als beliebtes Naherholungsziel, sondern auch als letzte Ruhestätte Menschen aller möglichen Konfessionen dient, auch wenn buddhistische Einflüsse hier dominieren.


      Der Hawai'ianische Byodo-in und Waikiki Beach mit seinen modernen Hochhauskomplexen stehen für O'ahu

      Doch auch die reine Natur lässt auf O'ahu nichts zu wünschen übrig. Zu den berühmtesten Plätzen zählen der nach seiner Stadt benannte Kailua Beach im Südosten, das Surferparadies North Shore bei Hale'iwa, der im Spiel als Ten-Karat-Hügel umgesetzte, langgestreckte erloschene Vulkan Diamond Head (Le'ahi, benannt nach der Rückenflosse eines Tunfischs, vgl. Ahi poke) südlich von Kailua oder auch Hanauma Bay im Osten, das ein großes Naturschutzgebiet bildet. Dort siedeln seit jeher die Honu, Suppenschildkröten in der hawai'ianischen Sprache oder 400 Arten von Fischen wie den kunterbunten Papageifischen. Nachdem O'ahu vor 3,9 Mio. Jahren infolge einer Vulkaneruption entstanden ist, kam es auch weiter immer wieder zu heftigen Ausbrüchen, da die Region in einer vulkanisch äußerst aktiven Gegend liegt. Einer dieser Ausbrüche vor 32.000 Jahren ließ einen riesigen Krater an der Küste entstehen, dessen östlicher Tuffwall durch die Wellenerosion immer weiter abgefressen wurde. So entstand letztlich das Naturparadies Hanauma Bay, in dem Korallen siedelten und somit unzähligen Tieren einen einzigartigen Lebensraum boten. Auch wenn das Gebiet besonders geschützt ist und Besucher ausdrücklich auf seinen Status hingewiesen werden, hat die globale Erwärmung ihren Anteil an der Korallenbleiche, die zum langsamen Absterben der ortsgebundenen Nesseltiere führt. Selbst die hawai'anischen Royals um Kamehameha und seine Frau Ka'ahumanu nutzten diese Bucht bereits für Erholung und Unterhaltung.


      Ruhige Hanauma Bay oder stürmische North Shore - O'ahu bietet für jeden Küstenfreund etwas Unvergessliches

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    • Infotafel #66: Hula und Maui


      Der Hula ist ein hawaiianisches Kulturgut, das in ähnlichen Formen auch in den anderen polynesischen Kullturen existiert, doch führt die Distanz Hawai'is wie so oft zu einer einzigartigen Ausprägung. Bereits die Hula kahiko vor der Modernisierung mit Ukulelen nach 1894 ließen sich in die mit religiösem Charakter und die weltlichen zur Unterhaltung von Stammeschefs oder gemeiner Spaß auf Familienfesten einteilen. Ein Tanz vor einem Heiau (Tempel) konnte seinen Wert bereits durch einen einzigen Fehler verlieren, die es in der Ausbildung zu minimieren galt. Ohne ein Schriftsystem bis zum Kontakt mit dem Westen war das Liedgut auf mündliche Verbreitung durch die Vorfahren angewiesen. Auch wenn heute Frauen die Überzahl der Tanzenden stellen, waren früher nicht nur beide Geschlechter gleichermaßen am Hula beteiligt, sondern auch komplett oberkörperfrei. Für Männer gab es um die Hüfte den Lendenschurz Malo, für Frauen den traditionellen Alltags- und Hularock Pa'u, früher aus Bast, heute auch aus Textil, wie er zum Beispiel in Japan oft verkauft wird. Heute gibt es verschiedene Varianten an Tanzkleidung, weswegen jede Gruppe anders aussieht und sich für jeden Auftritt anders aufstellen kann. Der Tanz passte sich in seinen Bewegungen der "moderneren" Begleitmusik der gitarrenartigen Instrumente an und unterscheidet sich so von der Urform.

      [IMG:https://i.pinimg.com/736x/13/19/51/131951e5e09c13d2a30cf1ad1cc83ac7--hula-dancers-hula-girls.jpg][IMG:http://virtualhawaii.weebly.com/uploads/2/0/9/8/20984208/2745084_orig.jpg]
      Traditionelle und moderne Pa'u-Röcke, aber auch ähnlich geschnittene Kleider sind heute nicht unüblich

      Heute gibt es von einem Kumu (Lehrer) geleitete Hulaschulen (Halau) mit einer strengen Hierarchie, auch das wurde in Japan mit offenen Armen empfangen. Man dachte, dass Laka, die Göttin des Hula, den Tanz einst einführte, doch seine Geschichte endet vorerst 1820 - protestantische Missionare bekehrten die Herrscherdynastie zum Christentum und überzeugten sie vom "heidnischen Charakter des Tanzes", was zu einem Verbot 1830 führte, doch je nach Ort und Frömmigkeit bestand der Tanz weiterhin, 1851 wurde er wieder legalisiert (mit schweren Auflagen), 1874 wurden die Einschränkungen unter König David Kalakaua komplett aufgehoben, ein König, der sich wieder auf typisch hawaiianische Brauchtümer besann. Zwischen der Annexion 1898 und 1970 wurde der Hula erneut zurückgedrängt, kehrte danach jedoch in der zweiten, andauernden Renaissance zurück. Zu den traditionellen Instrumenten zählen verschiedene Rasseln, Flaschenkürbisse und Trommeln wie die kleine Handtrommel Pahu. Hawaii-Gitarre und Ukulele entwickelten sich erst aus Vorläufern, die von Westlern eingeführt wurde, so kommt die Ukulele wie die Malasadas von um 1880 eintreffenden Portugiesen, bis Hawaiianer sie weiterentwickeln.


      Maui, mit 145.000 Einwohnern minimalen weißen Übergewichts gegenüber Asiaten trotz seines Status als zweitgrößte Insel nur Nummer Drei in der Einwohnerzahl, wird in Pokémon von Akala repräsentiert - der Farbe Rosa. Dabei denkt man bei dem Namen Maui eher an die hawai'ianische Sagengestalt Maui, den Halbgott. Nicht nur, dass er als Besitzer eines magischen Hakens den Riesenaal Tuna mit einer Steinaxt erschlug und aus dem vergrabenen Leichnam die erste Kokospalme wuchs - er fesselte auch die Sonne mit seinen Lassoseilen und brachte sie so dazu, dass sie nicht mehr so schnell die Erde umkreiste und die Tage ihre heutige Länge erhielten. Erwischt hatte er sie auf dem "Haus der Sonne" - die wörtliche Bedeutung für einen der größten Krater der Erde, nämlich den Haleakala im Osten der Insel, der als Vorbild für den Wela-Vulkanpark dient. Hauptstadt Kahului im Westen bietet einen Flughafen, ansonsten dominiert neben Tourismus auch die Landwirtschaft, wie am Farmgelände im Spiel ersichtlich wird, vor allem für Zuckerrohr und Ananas. Besonders an Maui ist die hohe Varietät verschiedener Klimaphänomene, denn der Gipfel des West Maui Volcano zählt zu einem der niederschlagreichsten Orten der Welt, was man von der Südküste nicht behaupten kann.


      Surfer und Windsurfer kommen vor allem an der nördlichen Küste um Pa'ia auf ihre Kosten, müssen aber erst bis 11 Uhr warten, um auch Anglern, Tauchern und Schwimmern ihren Raum zu überlassen. Die bewaldete Tallandschaft Iao Valley im Westen beeindruckt mit einem 370 Meter hohem Monolithen, der Iao Needle. Im Süden besitzt die Region um Kihei sonnige und trockene Küsten, die häufig von Buckelwalen und anderen großen Meeressäugern besucht werden. Plantagen und Museen zur mauischen Landwirtschaft zählen ebenfalls zu den Attraktionen, doch die wichtigste Anlaufstelle ist Lahaina im Nordwesten, der zentralen Anlaufstelle für chinesische Immigranten, in der der Walfang eine große Rolle spielte. Ähnlich wie Edo/Tokyo wurde der kleine Fischerort 1820 von Kamehameha II. zur neuen Haupt- und Residenzstadt ernannt, bis sein Nachfolger (III.) 1845 und über zwanzig Jahren eigener Herrschaft vor Ort Honolulu zum Regierungssitz auserkor. Auch Strände wie der Fleming Park sind nicht fern. Der Norden und der Osten können dagegen mit der Road to Hana aufwarten, 100 km Dschungelwanderwege entlang 54 Brücken und zahlreicher Wasserfälle.


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    • Infotafel LXII [67]: Maritime Provinces – Die Seeprovinzen Kanadas

      Von Hawaii geht es vorbei an der amerikanischen Westküste, entlang 49. Breitenkreises bis zum Lake Superior, dann über den Lake Huron vorbei bis zum rechten Ufer der Mündung des Sankt-Lorenz-Stroms – nach dieser Reise haben wir beinahe die gesamte Grenze zwischen den USA und Kanada bereist und sind von Vancouver Island bis zum östlichsten Punkt von Kanada gereist. Jetzt befinden wir uns nicht mehr an den recht milden Küsten des nördlichen Pazifiks mit seinen einzigartigen Regenwäldern, sondern an der frischen Atlantikküste Kanadas. Und mit einem gewissen Teil davon, den Seeprovinzen Kanadas, beschäftigt sich diese Infotafel.

      Doch bevor wir uns fragen, was diese Provinzen besonders und einzigartig in Kanada macht, sollten wir sie erst einmal beim Namen nennen. Und die wären die Folgenden: New Brunswick, Nova Scotia und die Prince-Edward-Insel werden auch unter diesem Namen – „Maritimes“ bzw. „Maritime provinces“ oder eben Seeprovinzen – zusammengefasst.


      Die drei Provinzen, aus denen sich die Seeprovinzen Kanadas zusammensetzen: New Brunswick (grün), Nova Scotia (blau) und die Prince-Edward-Insel (rot).

      Steckbrief NEW BRUNSWICK
      Name: New-Brunswick (Englisch), Nouveau-Brunswick (Französisch), Neubraunschweig (deutsche Übersetzung)
      Einwohner: ~760.000 (2018 | 11. Platz in Kanada)
      Hauptstadt: Fredericton
      Sprachen: Englisch und Französisch (offiziell)*
      Währung: Kanadischer Dollar
      BIP: ~32 Milliarden $ (9. Platz in Kanada)
      Geschichte: ~8.000–6.000 v. Chr. von paläoindianischen Stämmen besiedelt (spätere M’ikmaq, Maliseet und Massamaquoddy); 1543 vom französischen Entdecker Jacques Cartier besegelt und für Frankreich in Besitz genommen; 1604 Beginn der französischen Besiedlung; 1543–1763 französische Kolonie; 1755–1764 Vertreibung der französischsprachigen (akadischen) Bevölkerung; 1763–1867 englische Kolonie; 1867 Beitritt zur Kanadischen Konföderation als Teil der Dominion of Canada; 1867–heute kanadische Provinz

      * Verteilung: 65.6% Englisch, 32% Französisch, 2.4% andere (2011)

      Steckbrief NOVA SCOTIA
      Name: Nova Scotia (Englisch via Latein), Nouvelle-Écosse (Französisch), Alba Nuadh (Schottisch-Gälisch), Neuschottland (deutsche Übersetzung)
      Einwohner: ~957.000 (2018 | 7. Platz in Kanada)
      Hauptstadt: Halifax
      Sprachen: Englisch (de facto), Französisch*
      Währung: Kanadischer Dollar
      BIP: ~41 Milliarden $ (7. Platz in Kanada)
      Geschichte: ~10.000 v. Chr. von paläoindianischen Stämmen besiedelt (spätere Mi’kmaq); 1496–1498 vom venezianischen Entdecker Giovanni Caboto/John Cabot entdeckt und für England in Besitz genommen; 1605 erste französische Besiedlung; 1604–1629 französische Kolonie; 1629–1632 kurzweilige schottische Kolonie; 1632–1654 französische Kolonie; 1654–1668/1670 englische Kolonie; 1668/1670–1710 französische Kolonie; 1710/1713–1867 englische Kolonie; 1755 Vertreibung der französischsprachigen (akadischen) Bevölkerung; 1867 Beitritt zur Kanadischen Konföderation als Teil der Dominion of Canada; 1867–heute kanadische Provinz

      * Verteilung: 92.5% Englisch, 3.4% Französisch, 4.1% andere (darunter 1% indianische Sprachen) (2011)

      Steckbrief PRINCE EDWARD ISLAND
      Name: Prince Edward Island (Englisch), Îsle-du-Prince-Édouard (Französisch), Îsle Saint-Jean (Französisch, vor 1763), Epekwitk oder Minegoo (Mi’kmaq), Prinz-Eduard-Insel (deutsche Übersetzung)
      Einwohner: ~153.000 (2018 | 10. Platz in Kanada)
      Hauptstadt: Charlottetown
      Sprachen: Englisch (de facto), Französisch*
      Währung: Kanadischer Dollar
      BIP: ~5 Milliarden $ (10. Platz in Kanada)
      Geschichte: 9.000–7.000 v. Chr. von paläoindianischen Stämmen besiedelt (spätere Mi’kmaq); 1534 durch den französischen Entdecker Jacques Cartier entdeckt; 1604–1763 französische Kolonie; 1755/1758 Vertreibung der französischsprachigen (akadischen) Bevölkerung; 1763–1867 englische Kolonie; 1867 Beitritt zur Kanadischen Konföderation als Teil der Dominion of Canada; 1867–heute kanadische Provinz

      * Verteilung: 94.9% Englisch, 3.5% Französisch, 1.6% andere (2016)


      Hafen von Halifax, Nova Scotia (rechts) und Ansicht von Fredericton, New Brunswick (rechts).

      Akadien – historisches und linguistisches Erbe:

      Vielen ist bewusst, dass Kanada nicht einfach nur der „kleine Nachbar“ der USA ist, der zumindest nominell den Monarchen von Großbritannien immer noch sein Staatsoberhaupt nennt, sondern auch, dass mit der Provinz Québec ein nicht unbedeutender Anteil der Kanadier einer einzigartigen französischsprachigen Kultur in Nordamerika angehört. Doch auch wenn in Kanada nur eben Québec seine linguistische und religiöse Integrität nach dem Untergang der Kolonie Neufrankreich, die sich von der Mündung des Lankt-Lorenz-Stroms bis ins tief südliche Louisiana erstreckte, halten konnte, war es nicht der einzige Flecken Land, der Teil des oft in Vergessenheit geratenen kolonialen Erbe Frankreichs in Nordamerika ist – auch wenn das Staatsmotto „Je me souviens“, „Ich erinnere mich“, lautet.
      Québec war nämlich nicht immer schon Québec, sondern ein weites Gebiet um den Sankt-Lorenz, das damals „le Canada“ hieß, während die drei heutige Seeprovinzen einer anderen Kolonie angehörten, die man „Akadien“ getauft hatte. Diese wurde ursprünglich nach der peloponnesischen Region Arkadien in Griechenland benannt, aber im 17. Jahrhundert durch den regen Austausch mit den indianischen Mi’kmaq in Akadien – „Ort des Überflusses“ – umgewandelt.
      Die Besiedlung Akadiens erfolgte ab 1604 durch eine Handvoll abenteuerlicher Siedler aus Frankreich. Nordamerika war zu diesem Zeitpunkt noch ein wilder und unbegehrlicher Ort voller Gefahren. Es sollte also weitere 30 Jahre dauern, bis die ersten Schiffe aus Frankreich – vorzüglich die französischen Atlantikprovinzen, die noch heute ihre Spuren in dem akadischen Dialekt hinterlassen haben – auch Frauen und Kinder nach Akadien brachten. Durch diese schleppende Besiedelung wuchs Neufrankreich, und damit Akadien, anders als die englischen Dreizehn Kolonien mit ihren religiösen und sozialen Freiheiten, nur sehr langsam, sodass 1754 bei Ausbruch des Siebenjährigen Krieges in Nordamerika gerade einmal 55.000 Menschen Neufrankreich ihr Heim nannten – gegen 1.000.000 Siedler in den englischen Kolonien – und viele von diesen französischen Kolonisten verbrachten lediglich ihre Amtszeit als Seigneur oder Gouverneur in dem kalten und unfreundlichen Land.
      Dieser Siebenjährige Krieg, in den USA auch als „Franzosen-und-Indianer-Krieg“ bekannt (während ihn die französischsprachigen Kanadier als „La guerre de la Conquête“ – „der Eroberungskrieg“ – kennen) war nicht nur mit dem Aufstieg Preußens zur Großmacht für Europa bedeutend, sondern auch der letzte der unzähligen Kriege, die Frankreich und England um ihre Besitzungen in Nordamerika ausfochten. Sieger war auch diesmal England, das bereits 1710/13 das heutige Nova Scotia annektiert hatte. Und die Engländer waren es, das während dieser unaufhörlichen Kriege um Akadien ständig unter brutalen Überfällen von akadischen und indianischen Milizen zu leiden hatten, sodass man sich bei der vollständingen Einnahme der Gebiete 1755 für die drastische Maßnahme entschied, die aufrührerischen und illoyalen Akadier ein für alle Mal loszuwerden: Es begann das „Grand Dérangement“, die Deportation von etwa 11.500 Akadiern (also 81,5% der gesamten akadischen Bevölkerung) in die englischen Kolonien oder ganz zurück nach Frankreich. Auf diesen beschwerlichen Wegen kam es zu zahlreichen Schiffsuntergängen, bei denen mehrere hunderte Deportierte ertranken, wenn sie nicht vorher schon von Krankheiten dahingerafft wurden. Und selbst die Akadier, die Frankreich letztlich erreichten, fanden ein fremdes Land vor, das sie nach Ende des Krieges im Jahr 1763 unweigerlich verließen und sich 1764 in Louisiana ansiedelten und der heutigen Region Acadiana und ihren Nachkommen, den Cajuns, ihren Namen gaben.

      Doch trotz dieser geschichtlichen Entwicklung, die weniger im modernen Sinne einer ethnischen Säuberung zu verstehen ist (man bedenke, dass es im 18. Jahrhundert noch kein oder ein ganz anderes Verständnis eines Volks oder einer Nation gab), sondern mehr als militärisch motivierte Maßnahme, verblieben noch etwa 2.600 Akadier in ihrer Heimat, die zwar zahlenmäßig schnell von den neu angesiedelten englischen Kolonisten überwältigt wurden, jedoch durch eigene Abschirmung die eigene Kultur und Sprache bewahren konnten. Viele der französischsprachigen Kanadier in den heutigen Seeprovinzen sind also Nachfahren dieser verbliebenen und in geringem Maße zurückgekehrten Akadier – in New Brunswick ist ihre Muttersprache neben dem Englischen sogar zur offiziellen Sprache der Provinz ernannt worden, was die einzig offiziell zweisprachige kanadische Provinz ergibt. Doch trotz dieser Fortschritte steigt die Anzahl der bilingualen Einwohner von New Brunswick durch eine schleichende Assimilation, und das bedeutet im Gegenzug, dass die Anzahl der französischen Muttersprachler in New Brunswick sinkt.



      Linguistische Verteilung in den Maritimes (links): Mehrheitlich englischsprachige (rot), mehrheitlich französischprachige (blau), mehrheitlich mit bedeutender französischsprachigen Minderheit englischsprachige (orange) und mit bedeutender englischsprachigen Minderheit französischsprachige Territorien. Rechts ein Tintamarre (Straßenumzug) während des Akadischen Nationalfeiertags mit akadischen Flaggen (und einer bretonischen, lel) in Caraquet, New Brunswick.

      Geografie und Klima:

      Im Gegensatz zu einem großen Teil von Kanada und anders als die Lage am Atlantik vermuten lässt, ist in den Seeprovinzen die Schwankung zwischen Sommer- und Wintertemperaturen vergleichsweise schmal. Die drei Provinzen sind vom feuchten Kontinentalklimas geprägt und teilen sich somit ein klimatische Zone mit Regionen wie Ostdeutschland, Südschweden, Osteuropa, dem südwestlichen Russland oder Neuengland, und Städten wie Warschau, Moskau oder Helsinki.
      Nur ein kleiner Teil des nördlichen New Brunswick gehört dem kaltgemäßigten/subarktischen Klima wie in dem nördlichen Skandinavien an, während die südliche Spitze von Nova Scotia Einflüsse von Ozeanischem Klima wie in Westdeutschland, Frankreich oder Großbritannien aufweist.

      Geografisch zieht sich das Einflussgebiet der Appalachen bis über die gesamten Seeprovinzen und sorgt dort für ein teils bergiges, aber auch stellenweise flaches und hügeliges Land, dessen säurehaltigen Böden die Besiedelung erschwert hat und riesige Waldflächen bietet, die in New Brunswick bis zu 80% der gesamten Fläche ausmachen. Nova Scotia zeichnet sich durch sein Grundgestein, weite Hügellandschaften und meeresarmreiche Küste aus, während sich die Prince-Edward-Insel größtenteils aus Sandstein zusammensetzt.


      Das unergründliche Waldland von New Brunswick (links) und der typische Sandstein der Prince-Edward-Insel (rechts).

      Flora und Fauna:

      Kanada ist bekannt für seine weitläufigen, wenn nicht sogar schier endlosen Wälder, womit auch die Seeprovinzen und zumindest New Brunswick des Landes keine Ausnahme machen. Sie beheimaten Bäume wie den Zucker- und Rot-Ahorn, die Amerikanische Zitterpappel, die Gelb- und die Amerikanische Weiß-Birke, Buschpflanzen wie den Kriech-Wacholder, die Abendländische Thuja oder den Gemeinen Wacholder, und Nadelbäume wie die Weymouth-Kiefer, die Balsam-Tanne (Wahrzeichen von New Brunswick) oder die Amerikanische Lärche. Nicht zu vergessen ist auch der Straußenfarn.

      Was die Fauna betrifft, bieten die weitreichenden Wälder der Seeprovinzen, vor allem in New Brunswick und Nova Scotia, ebenso reichlich Lebensraum für bekannte und stereotypische kanadische bzw. nordamerikanische Tiere. Darunter befinden sich der in Nordamerika einzigartige Rotluchs, der Amerikanische Schwarzbär, der Kanadische Luchs, natürlich der Elch, der #i-bidifas# Bieber und das Streifenbackenhörnchen, oder das #i-emolga# Gleithörnchen, der Weißwedelhirsch, der #i-vulnona# Rotfuchs und der Waschbär.


      Männlicher Elch in Nova Scotia (links) und Weißwedelhirsche in New Brunswick (rechts)

      Wirtschaft:

      Und wie gehört das jetzt beides zusammen, maritim und kanadischer Wald? Die Antwort liegt in der Wirtschaft! Vor den Küsten der Seeprovinzen liegen reiche Fischvorkommen, die im 16. Jahrhundert noch vor den Reisen von Jacques Cartier von baskischen Fischern besegelt wurden und bis heute einen wichtigen Teil Wirtschaft der Seeprovinzen ausmachen und die Küstenstädte charakterisieren, auch wenn die Fischerei in Nova Scotia dank der Überfischung im 19. Jahrhundert heutzutage nicht mehr dieselbe Bedeutung wie ehemals hat. Die weiten Wälder machen es auch naheliegend, dass viel Forstwirtschaft betrieben wird, die vor allem in New Brunswick einen wichtigen Teil der Wirtschaft ausmacht. Auch Landwirtschaft sind eine traditionell bis heute verbreitete Wirtschaftsbranche in New Brunswick und Nova Scotia, aus der unter anderem das berühmte kanadische Ahornsirup stammt. Doch auch der Tourismus generiert einen nicht unbedeutenden Teil der Wirtschaft in Maritimes, vor allem auf der Prince-Edward-Insel und in Nova Scotia, wo der Tourismus jährlich etwa 1.3 Milliarden Dollar generiert. Letztere Provinz ist überdies der größte Exporteur von Gips, Weihnachtsbäumen und Hummern auf der gesamten Welt. Etwa 90% aller Länder weltweit werden von Fischprodukten aus Nova Scotia beliefert. Die Prince-Edward-Insel ist außerdem ein kanadischer Pionier in dem Sektor der nachhaltigen Energiegewinnung, Luftfahrt und Biowissenschaften.


      Badestrand auf der Prince-Edward-Insel (links) und Fischerboote in Nova Scotia (rechts)


      Hoc est enim corpus meum. Hermione saltica, regina festorum, saltatrix summa, mimema inclyta, malefica fabulosa, arbitratrix Vesperae Omnis Sanctae.

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    • Hawai'i ist nun um eine Insel ärmer. Hurricane Walaka hat die kleine Insel komplett überschwemmt und es ist unklar, ob sie je wieder über den Meeresspiegel treten wird. Besorgniserregend ist allerdings, wie die Mönchsrobben und Schildkröten auf das Verschwinden ihrer Brutplätze reagieren werden ... die werden sich etwas Anderes einfallen lassen müssen, aber normalerweise bevorzugen Schildkröten immer den gleichen Strand.

      20min.ch/wissen/news/story/Stu…hawaiische-Insel-19360629

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    • Wow, das schockiert mich gerade mehr, als ich es erwartet hätte. Wie groß wohl der Aufschrei sein wird, wenn das mal in für unsere Politiker relevanten Gebieten der Welt auftritt? Jedenfalls bin ich mir sicher, dass wir solche Nachrichten in den nächsten Jahren öfter hören werden. Vielleicht hilft dieses Opfer ja etwas, auf das größere Problem aufmerksamer zu machen.

      Sinnbild


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