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Nein, ich bereue nichts

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    • Nein, ich bereue nichts

      Lieber Leser, liebe Leserin,

      ausnahmsweise möchte ich mich einmal selbst der "Kreativität" hingeben.
      Anlass hierfür gab eine Reihe von Bildern, die mich thematisch sehr getroffen haben. Hier nur eines zur Verdeutlichung, ich besitze daran keine Rechte und übernehmen auch keine Haftung für den Inhalt externer Verlinkungen. img12.deviantart.net/bf45/i/20…st_by_szydlak-d7cjmj7.jpg

      Der Prolog soll nicht schön sein, er soll nicht flüssig lesbar sein, ich will, dass er in ebenso miserabler Verfassung ist wie die Heimat des Protagonisten. Ich will auch generell nichts schönes und lesenswertes schaffen, sondern Ideen zu Papier kotzen und schauen, wohin es mich bringt.
      Aus diesem Grunde ist der Prolog auch sehr kurz, er ist nur eine erste Fingerübung der Schreibtechnik. Die Kapitel werden voraussichtlich länger und weniger unangenehm zu lesen. Vieles, das im Prolog sauer aufstößt, ist Absicht und hat schon beim Schreiben Mühe gekostet, ich hoffe, dass ihr dem ersten Kapitel dennoch eine Chance gebt. Dann weht hier wieder ein anderer Wind.

      Herzlichst
      ~~



      Prolog.

      Die Trümmer in meinem Herzen gleichen den Trümmern auf dem Boden. Nichts ist um mich herum, das Halt bietet. Die Tapete hängt in Fetzen von den Wänden, der nackte Backstein dahinter grinst mich an, ein zahnloses Grinsen, rot wie Zahnfleisch grinst er mich an, und ein Schaudern erfasst mich, als ich mir unwillkürlich vorstelle, dass einer dieser zahnlosen Münder herabstürzen und mich küssen könnte. Die Scherben auf dem Boden stammen von den Fliesen, die den Boden ohnehin schon bedeckt hatten, zuvor jedoch im Ganzen. Jetzt sind viele gesprungen, zu Staub zermahlen, und im Staub der Fliesen glänzen Scherben von Glas, ich weiß nicht, ob es bei einem Bombeneinschlag von der Decke kam, oder von einer der gläsernen Türen in die angrenzenden Wohnräume. Vermutlich beides, eigentlich ist das egal, denn ein Fuß kümmert sich nicht darum, ob er von einem Fenster oder von einem Glasdach geschnitten wird, bluten würde er so oder so.
      Vorsichtig schleiche ich also durch die Trümmer des Atriums, viel ist nicht mehr zu sehen, im ganzen Haus nicht, sie haben praktisch alles mitgenommen oder zerstört. Ein einfacher Stuhl aus Holz steht noch hier, so hässliche Sachen hatten wir gar nicht im Haus, vielleicht gehörten sie den Bediensteten.
      Das Klavier haben sie auch nicht mitgenommen, wie ich mit einer Art irrer Erleichterung feststelle, was hilft es auch, es hat sich ein Bein gebrochen. Beim Anblick des eingeknickten Giganten begreife ich, dass ich nicht mehr auf meine Eltern warten muss. Mit dem Fuß stupse ich einige der Tasten an. Obwohl der alte Herr sein Haupt geneigt hatte, ist sein Ton voll und schön. Hier und da fehlt das Elfenbein von den Tasten, es liegt aber nicht herum. Scheinbar haben die Diebe, die Brandschatzer, die Gewinner des Krieges, begonnen, es abzureißen, dann aber festgestellt, dass größere Mengen schwer zu transportieren sind. Wer kümmert sich zu dieser Zeit auch um Elfenbein?

      Wer kümmert sich zu dieser Zeit überhaupt um Schönheit? Um Luxus? In einer vom Krieg erschütterten Welt sind diese Dinge nicht von Belang. Und es wäre falsch, zu sagen, dass diese Welt nicht vom Krieg erschüttert ist. Die alte Weltordnung ist zerbrochen, die wenigen intakten Dörfer werden nur noch von Alten und Kindern bevölkert, Frauen natürlich, aber die Männer mittleren Alters sind fast komplett verschwunden.
      Eine besonders grausame Trainergilde hat sich entschlossen, die aristokratische Ordnung zu stürzen und das Recht des Stärkeren geltend zu machen. Unterstützt von einer ausländischen Regierung, die die immer größere wirtschaftliche Macht der Kanto-Region fürchtete, konnte sich die selbsternannte Pokémon-Liga zu den Herrschern des Landes aufschwingen.
      Major Bob, der im Auftrag der ausländischen Regierung an vorderster Front gekämpft hatte, nutzte die Gunst der Stunde und nahm selbst einen Platz innerhalb der neuen Regierung ein, als Arenaleiter obliegt ihm schließlich auch die Verwaltung und Verteidigung seiner Stadt.
      Und ich? Ich stehe im verwüsteten Zentrum meines alten Herrenhauses, von dem aus meine Familie über die Zinnoberinsel geherrscht hatte und sehe in den Trümmern nicht das, was sie sind. Ich sehe keine untergegangene Ordnung, keine vergangene Dynastie. Ich sehe meine Heimat, meine Kindheit. In Scherben.
    • Leider muss ich dir sagen, dass dein Prolog gelungen ist :sorry:
      Scherz, scherz. Er ist natürlich nicht gelungen. :]
      Okay, Spaß beiseite. Im ersten Teil beschreibst du den Raum ziemlich gut, und scheust nicht vor Personifikation zurück. Als der Backstein gegrinst hat, war es doch ziemlich unheimlich. Und auch die Gedanken des Ich-Erzählers sind wohl die typischen Gedanken eines geschockten Mannes, der gerade im Krieg seine Familie verloren hat und ihm ziemlich alles egal ist. Es scheint der Pokemon-Krieg zu sein, der ja so eine Art Mythos in den Spielen ist. Natürlich hat der abgehärtete Major Bob auch gekämpft, und es ist ganz offensichtlich Pyro, der da gerade auf all seine Verluste blickt. Tut mir schon fast Leid, dass er in meiner Geschichte böse ist - aber nur fast.
      Ich habe eigentlich nur einen Kritikpunkt, nämlich ist dein Prolog ein wenig kurz. Aber es ist ja nur der Prolog. Ich hoffe aber mal, dass die späteren Kapitel länger werden. Weiterschreiben! :noldbew1:
    • Ich denke Prologe dürfen gerne mal kürzer sein. Aufjedenfall schon gelungen, wie ich dir ja schonmal gesagt habe.
      Ich habe ja nun doch eine Lieblingsstelle in dem Prolog, aber ich denke, dass konntest du gestern heraushören.
      Display Spoiler
      Obwohl der alte Herr sein Haupt geneigt hatte, ist sein Ton voll und schön.

      Die gruselige Atmosphäre zu anfang ist dir gut gelungen, auch wenn es gegen Ende etwas nachließ. Aber da gings ja auch eher um das Familiäre, die Kriegsgeschichte etc.
      Bin gespannt wie es weiter geht. Ich denke nicht, dass es Pyro ist, wenn man mal die Zeitrechnung in Betracht zieht. Major Bob schon im Kampf, hm.
      Bin mir nichtmal sicher ob Pyro dann überhaupt noch Eltern gehabt hätte.
      Lass Dir von niemanden je einreden, dass Du was nicht kannst. Auch nicht von mir. Ok? Wenn Du einen Traum hast, musst du ihn beschützen. Wenn andere was nicht können, wollen sie dir immer einreden dass du es auch nicht kannst. Wenn Du was willst, dann mach es. Basta
    • Ich kommentiere ungern Prologe, weil es wie ein Gericht ist, das man auf der Verpackung sieht. Und weil man nicht viel dazu schreiben kann.

      Die Umsetzung und Atmosphäre ist dir gelungen, mit welchen Stellen du unzufrieden warst, kann ich meinerseits nicht erkennen und es ist fehlerfrei. :ka: Die Ausgangssituation ist sehr interessant, ein spannender Pokemythos, den es schon seit längerem gibt.

      Und ich kommentiere ungern Prologe, weil ich nicht viel dazu schreiben kann. xD

      Chunichi Dragons Ultras Kuwana & Yokkaichi
    • Liebe Leser,

      zunächst wünsche ich euch allen ein angenehmes neues Jahr.
      Anbei erhaltet ihr das erste Kapitel meiner neuen FF. Zur Entstehung ist diesmal zu sagen, dass ich über den Inhalt des Mangas keine Kenntnis hatte, darum stehen einzelne Aspekte meines langfristigen Plots in gewissem Widerspruch zu eben diesem. Es empfiehlt sich also, diese FF einzig vor dem Hintergrund der Spiele zu betrachten, um unnötigen Ärger zu vermeiden.

      @Turtacos: Er darf ruhig gelungen sein, nur schön (i.S.v. ästhetisch, wohlklingend) sollte er nicht sein.
      @Nicki: Ich finde es nach wie vor schade, dass die Bedeutung des Satzes "Beim Anblick des eingeknickten Giganten begreife ich, dass ich nicht mehr auf meine Eltern warten muss." kurz davor so übergangen wird :P was deine Spekulationen zu Pyro betrifft, liegst du völlig richtig, ich siedle die FF irgendwo zwischen 5 und 10 Jahren vor der Handlung von R/G/B an.
      @Meowstic: Nichts ist fehlerfrei! Um genau zu sein bin ich nicht zufrieden mit den Sätzen in ihrer Länge. Ich beginne mit Sätzen, die in ihrer Länge die manische Umtriebigkeit des Protagonisten wiedergeben und komme dann immer wieder zu dem Schluss, dass man aus jedem einzelnen Satz mindestens 3 machen muss, damit es für Leser zugänglich ist. Noch unzufriedener bin ich mit dem Umstand, dass ich grade bei dem nun folgenden Kapitel vieles wieder streichen musste, das mir stilistisch sehr gelungen schien, aber diesem Forum nicht angemessen wäre.

      Zu guter Letzt möchte ich noch Nicki und Dusk meinen herzlichsten Dank für die Geduld und die vielen fachbezogenen Antworten aussprechen.

      Mit besten Grüßen
      ~~


      Erstes Kapitel.
      Mit dem Fuß schob ich die Scherben, die Glassplitter, den Staub, die Spuren des Krieges vor dem Flügel beiseite, die Fliesen darunter waren eben und glatt. Zwar nicht grade besenrein, aber meine Hose war ohnehin dreckig, also setzte ich mich mühevoll hin, lehnte mich zur Seite, bis mein Oberkörper ebenso dem Boden zugeneigt war wie das Klavier und legte die Finger auf die Tasten. Wieder überkam mich ein Schauer, diesmal war es aber freudige Erregung, die meinen Körper erfasste. Ich vergaß die Angst, als der erste Ton die verträumte, unglaubwürdige Stille des Ortes sprengte, ich vergaß den Hunger, als die Melodie erkennbar wurde. Ich vergaß die Trümmer um mich herum, und ich spürte nicht, wie das gesplitterte Holz der Tasten und die scharfen Kanten der zerbrochenen Elfenbeinplättchen meine Finger aufrissen.
      Aus der leidenschaftlichen Trance wurde ich jäh gerissen, als hinter mir eine Männerstimme erklang. Benommen wandte ich mich dem Eindringling zu. Was er gesagt hatte, hatte ich nicht verstanden, darum blickte ich ihn entgeistert an und fragte: „Was tun Sie in meinem Haus?“
      Freundlich lächelnd blickte der Mann mich an. Er war stattlich gebaut, trug eine Sonnenbrille und einen weißen Anzug. Ein verspielt wirkendes Fukano stand neben ihm. „Dieses Haus gehört nicht mehr deiner Familie. Es ist jetzt Eigentum der Pokémon-Liga, und im Namen derselben wird es zu einer Forschungseinrichtung. Ich bin beauftragt, das alles zu veranlassen, und ich denke, auf dieser Insel gibt es keinen geeigneteren Platz. Ich bin übrigens Pyro, der neue Verwalter der Zinnoberinsel.“ Er hielt mir eine schwielige Hand hin, direkt vor mein Gesicht, sodass ich nicht aufstehen musste. Ich wischte meine Hand an der Hose ab, ehe ich die seine ergriff und mich ebenfalls vorstellte.
      „Ich heiße Motar.“, antwortete ich schlicht. „Ich wohne hier seit ich geboren bin, und jetzt gehört das Haus Ihnen?“, fragte ich dann noch einmal nach. In den vergangenen Wochen hatte ich viel von Enteignungen gehört und gelernt, dass es keine gute Idee war, sich den Anhängern der Liga in den Weg zu stellen. Außer der Ninja-Familie, die über Fuchsania City herrschte, hatten sich fast alle Clans gegen die Liga aufgelehnt, und dennoch saßen heute die Top4 an der Spitze der Regierung und lenkten alles nach ihrem Gutdünken.
      Pyro lächelte mich weiterhin freundlich an. Ob es ein ehrliches Lächeln war, konnte ich aufgrund der Sonnenbrille nicht erkennen. Da sein Fukano entspannt neben ihm auf dem Boden lag, nahm ich aber nicht an, dass mir Gefahr drohte. Ich hätte mich ohnehin kaum wehren können. Ich führte keine Pokèmon mit mir, und auch körperlich war ich dem kräftig wirkenden Feuertrainer unterlegen. So mühevoll wie ich mich gesetzt hatte, stand ich nun auch wieder auf, schwer auf einen hölzernen Stock gestützt und ebenso schwer atmend. Pyro blickte mich verwundert an, die Stütze war ihm zuvor nicht aufgefallen.
      „Bist du verletzt?“, wollte er wissen. Seine Stimme klang fürsorglich, er nahm die Sonnenbrille ab und musterte mich ausführlich von oben bis unten. Ich antwortete nicht, sondern deutete auf den Flügel hinter mir.
      „Gebrochene Beine sind eine Verletzung. Gebrochene Beine sind aber auch heilbar. Mein Leiden war mir zugleich ein Segen, denn aufgrund meiner Krankheit wurde ich nicht für die Verteidigung unseres Landes einberufen. Unabhängig davon möchte ich wissen, was Sie jetzt mit mir vorhaben.“ Ich versuchte seinem Blick mit Stärke zu begegnen, eben der Stärke, die Versehrte brauchen, um sich jeden Tag aufs Neue den Mühen des Lebens zu stellen. Pyro jedoch setzte seine Sonnenbrille wieder auf, ebenso sein festgefrorenes Showmaster-Lächeln, und wandte sich mit einem Schulterzucken ab. In mir zerbrach oder vielmehr starb etwas. Die Geringschätzigkeit, mit der dieser hartherzige Mensch meinen stummen Protest abtat, verletzte mich zutiefst. Als wäre ich nichts weiter als ein Spielzeug, führte er mich aus dem Haus, über die verwüstete Straße und zu einer freien Fläche am Hang des Vulkans, die ehedem ein Festplatz gewesen war, an dem heilige Riten abgehalten wurden. Emsige Arbeiter hatten begonnen, Gruben auszuheben. Steine und andere Baumaterialien waren an den Seiten des Platzes aufgeschichtet. Schlimm war die Erkenntnis, dass unter den Arbeitern auch Bewohner der Stadt waren. So schnell hatte man sich also seinem Schicksal ergeben und die Seite gewechselt.
      „Hier entsteht meine Arena.“, erklärte mir Pyro. Der Begriff der Arena war mir natürlich geläufig, darum fragte ich nicht weiter nach, sondern folgte ihm schweigend weiter die beinahe menschenleere Straße entlang. Scheinbar hatte die Bevölkerung nicht allzu viel Widerstand geleistet, denn die anderen Häuser der Stadt waren weniger schwer mitgenommen als… ich warf einen kurzen Blick zurück. Nur nichts anmerken lassen, auch wenn die Wehmut mein Herz schier übermannte.
      Es war unverkennbar, wo der Kampf um die Stadt am heftigsten getobt hatte, denn dort, wo einmal ein Gemeindehaus gewesen war, prangte ein Loch im Boden, auf dessen Grund die Lava allmählich erstarrte und nur noch gemächlich vor sich hin blubberte, gleichwohl die Hitze noch immer weithin fühlbar war und kleine Rauchfäden davon aufstiegen.
      „Ich habe darüber nachgedacht, was ich mit dir tun soll, aber ich komme zu keinem Schluss. Ich werde dich an eine höhere Person weitergeben.“, sagte der Feuertrainer irgendwann, als wir eben das Krankenhaus passierten. Wie durch ein Wunder hatte es keinen Schaden genommen, möglicherweise lag das aber auch nur am Kalkül der Angreifer. Es war mir nicht möglich, auf die Entfernung einen Blick in Innere zu werfen, aber ich nahm an, dass dort reges Treiben herrschte, so kurz nach den Kampfhandlungen.

      Die Zinnoberinsel war nicht sonderlich groß, und so erreichten wir bald das östliche Ufer, in weiter Ferne konnte man bei gutem Wetter einen anderen Inselkomplex erkennen, der größtenteils unerforscht war. Pyro setzte sich in den Sand, grade so, dass die Brandung ihn nicht erreichte. Das Hundepokémon, das ihm die ganze Zeit stumm gefolgt war, machte sich einen Spaß daraus, immer wieder hinaus zu laufen, und dann vor der Brandung zu flüchten. Dieses Spiel trieb es so lang, bis das feindliche Element es irgendwann doch erwischte und es sich leise jaulend mit angezogenem Schwanz an seinen Herrn kuschelte, der versonnen mit den Fingern durch das dichte Fell fuhr, um es zu beruhigen.
      „Willst du gar nicht wissen, warum ich dich hierher geführt habe?“, wandte sich Pyro an mich, nachdem sicher schon eine halbe Stunde vergangen war und ich noch immer in stoischer Ruhe neben ihm stand.
      „ich habe gelernt, dass es keinen Nutzen hat, den Mächtigen Fragen zu stellen, denn die Antworten sind entweder Lügen oder Ausflüchte.“, antwortete ich und versuchte in seinem Gesicht eine Reaktion zu erkennen.
      Er antwortete jedoch, ohne eine Miene zu verziehen: „Du bist ein kluger Junge, und das könnte dir das Leben retten.“ Sein falsches Lächeln wurde dabei noch etwas breiter, so als heckte er in seinem fast schon kahlen Kopf einen gemeinen Plan aus.

      Wenig später wurde offensichtlich, warum wir so lang am Strand ausgeharrt hatten: Aus der Richtung der unerforschten Inseln näherte sich ein blaues Wesen, das zuerst wie ein Dragonir aussah, nach einer kleinen Weile wurde jedoch ein breiter Hinterleib sichtbar, der von einem grauen Panzer gekrönt war, auf dem zwei Personen saßen, die ich auf diese Entfernung nicht einordnen konnte.
      „Damit du gleich nicht überrumpelt bist – die jüngere Frau ist Lorelei von den Top4. Und das hinter ihr wird Agathe sein, ihre Mentorin. Ihre Anwesenheit war nicht abgesprochen und könnte sehr schlecht für dich sein.“, erläuterte mir der Feuertrainer und tiefe Furchen durchzogen seine Stirn. Außerdem nahm er seine Sonnenbrille ab und steckte sie in die Brusttasche seiner Jacke.
      Von dem Moment der ersten Sichtung an dauerte es nicht mehr allzu lange, bis das blaue Transporterpokémon seichtes Gewässer erreichte, in dem es nicht mehr schwimmen konnte.
      Auf Geheiß seiner Trainerin öffnete es das Maul und spie seinen kalten Atem auf das Wasser, das daraufhin leise knackend zu Eis erstarrte. Innerhalb kürzester Zeit hatte es einen eisigen Pfad gelegt, der die beiden Trainerinnen an Land führte, ohne nass zu werden. Dort angekommen zückte Lorelei, die eine hübsche Person mit grazilen Gliedmaßen und zierlichen Gesichtszügen war, einen einfachen Pokéball und ließ das Lapras in einem roten Blitz verschwinden. Agathe ging ihr voran, eine hagere kleine Frau mit eingefallenen Wangen, deren Haar eine unwirkliche Färbung zwischen grau und violett hatte. Wie ich stützte sie sich auf einen knorrigen Stock, dennoch waren ihre Schritte auf dem Eis fest und sicher. Sie trug eine weiße Bluse und einen langen Faltenrock, dessen Farbe der ihrer Haare glich. Etwas Unheimliches ging von ihr aus, und das Pochen ihres Stocks auf dem leise knirschenden Eis klang wie der Herzschlag eines sterbenden Drachen, urtümlich und unaufhaltsam, aber von einer Unregelmäßigkeit, die ihren inneren Verfall erahnen ließ.

      Als sie schließlich vor uns standen, verbeugte sich Pyro tief und ehrerbietig vor den beiden, ich tat es ihm unbeholfen nach. Die Alte ignorierte uns und machte sich direkt auf den Weg in die Stadt. Lorelei hingegen erwiderte seine Begrüßung etwas weniger tief und reichte ihm dann eine Hand, die er mit spitzen Lippen küsste.
      „Wir sind spät.“, stellte sie dann fest. Ihre Stimme war sanft und ebenmäßig, ein kleines Lächeln umspielte ihre roten Lippen. Pyro, der den Anblick ihrer Reize scheinbar schon gewohnt war, deutete auf mich und stellte mich vor. Lorelei bedachte mich mit einem interessierten Blick, schenkte mir ein herzallerliebstes Lächeln und erkundigte sich nach meinem Befinden. Der Feuertrainer antwortete, ich nahm gar nicht mehr wahr, was. Noch immer blickte sie mich an, aus ihren eisblauen Augen, die wie Sterne leuchteten. Hätte ich mich nicht schon auf meinen Stock gestützt, wäre ich sicher ohnmächtig zusammengesunken, so weich wurden meine Knie. Mir war, als blickten diese Augen durch die meinen in die geheimsten Tiefen meiner Seele. Wie konnte ich nur all die Jahre leben und zufrieden sein, ohne diese Schönheit gekannt zu haben? Nichts existierte mehr um mich herum als das Verlangen diese Lippen zu küssen...
      Ein Stoß in die Hüfte riss mich aus der Verzauberung, Pyro zischte mir zu: „Steh nicht da wie ein Trottel mit offenem Mund…“ und sofort wandte ich den Blick zu Boden. Lorelei kicherte, nicht spöttisch, nicht herablassend, nur amüsiert, und zwinkerte mir noch schelmisch zu, wie ich aus dem Augenwinkel erkannte. Zum zweiten Mal an diesem Tag starb etwas in mir, diesmal jedoch erwuchs daraus der Wille, ihr Herz zu erobern, so wie sie das meine erobert hatte.

      Gemeinsam mit der Eistrainerin machten wir uns wieder auf den Weg in die Stadt, dem Gespräch der beiden konnte ich nicht folgen. Einerseits sprachen sie von Dingen, die sich meiner Kenntnis entzogen, andererseits war ich abgelenkt von dem Klang Loreleis marineblauer Hochgeschlossener, der rhythmische Ton ihrer Schritte passte perfekt zu ihren langen, makellosen Beinen, die aus dem ebenso blauen Etuikleid ragten.
      Pyro führte uns zu einem Haus, das die Gefechte beinahe unbeschadet überstanden hatte. Scheinbar hatte man hier eine vorläufige Kommandozentrale eingerichtet. Agathe erwartete die beiden bereits, mich würdigte sie keines Blickes, bis Pyro das Thema direkt ansprach.
      „Herrin Agathe, dieser junge Mann ist ein Nachkomme des Zinnoberclans. Es schien mir nicht angebracht, ihn…“, doch die Angesprochene ließ ihn nicht einmal ausreden.
      „Ich nahm an, die Anweisung sei unmissverständlich. Wir wünschen keine Überlebenden, die unsere Ansprüche streitig machen können!“, erklärte sie kalt, nach wie vor sah sie mich nicht an. „Grade dann nicht, wenn sie so hässlich und schwach sind.“
      Pyro zuckte mit den Schultern, er, der vorher so großspurig gewesen war, wirkte nun wie ein Schüler vor seiner Lehrerin, der seine Standpauke abwartete. „Er hat bisher keine Schwierigkeiten gemacht und es ist schwierig, in dieser Gegend gutes Personal zu finden…“, versuchte er sich herauszureden, doch diesmal fuhr Lorelei dazwischen.
      „Er gefällt mir, Agathe.“, sagte sie und mein Herz wollte meine Brust sprengen. „Vielleicht kann er von Nutzen sein für unser neues Projekt. Immerhin bringt er die optimalen Bedingungen mit – Alter und Verfassung passen.“ Agathe schien viel Wert auf ihre Meinung zu legen, denn sie verzog zwar widerwillig den Mund, dennoch fixierte sie mich jetzt, und aus ihren violetten Augen schien Gift zu quellen, das mich lähmte. Es gelang mir nicht, mich ihrem Blick zu entziehen, gnadenlos musterte sie mich von oben bis unten.
      „Er ist zu schwach.“, konstatierte sie dann und winkte verächtlich ab. „Unser Ziel ist Stärke. Der Trainer, der uns vorschwebt, ist mächtig. Pokémon wollen kämpfen, und sie brauchen eine harte Hand, die sie führt. Dieser Junge hat kein Potenzial.“ Darüber hinaus zückte sie einen Pokéball und ließ ein Gengar erscheinen.
      „Annabell“, sagte sie, „zeig mir die Geschichte dieses Knaben.“
      Der Geist schwebte auf mich zu, ein seltsamer Nebel ging von ihm aus, der mich einhüllte. Tiefe Kälte überkam mich, kälter als jedes Eis, ich konnte mich nicht rühren, und wie eine dämonische Gestalt näherte sich das Wesen mir. Ich erkannte nun seine wahre Gestalt, ein Pixi, das auf groteske Weise entstellt war, die gebrochenen Glieder in absurden Winkeln vom Körper abgespreizt, die Augen gelblich wie faulende Zähne und ohne Pupillen. Es richtete einen Finger auf meine Stirn, der Nagel war eitergelb und rissig, und eben diesen führte es in meinen Kopf ein. Ich machte mich bereit, bewegungsunfähig wie ich war, furchtbare Schmerzen zu erleiden, doch tatsächlich fühlte ich nichts als noch gnadenlosere Kälte, und meine Gedanken verschwammen. Wieder wurden meine Knie weich, mein Magen, nein, mein ganzer Körper rebellierte gegen den Eindringling, doch ich war wehrlos. Irgendwann, ich weiß nicht, ob die Prozedur nur wenige Momente oder einen ganzen Tag gedauert hatte, zog der Teufel seine Hand aus meinem Kopf und wandte sich der Alten zu, die in riesiger Entfernung zu stehen schien. Mit dem Geist wich auch der Nebel von mir, und befreit sank ich in eine gnädige Ohnmacht, aus der ich nie wieder erwachen wollte.

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    • Soo...
      Also zuersteinmal.... warte warte ein heterosexueller Charakter...? VON DIR?! Sie waren soeben live dabei, wie das achte Weltwunder geschah.

      Nein. Ernsthaft. Gutes Kapitel, vorallem eine sehr schöne Umschreibung der Stadt. Ich mochte, dieses Wissen was Motar hat. Wie er sich einfach dem hingibt, also seinem Schicksal. Genau weiß, dass ihm nichts gutes wiederfährt.
      Agathe.... die fand ich persönlich schon immer sehr schrecklich. Bei Lorelei musste ich unweigerlich an 'DAS' eine Bild denken. Ich habe es dir schon geschickt.
      Schön, dass du auch auf die Sache mit dem toten Pixie als Gengar eingehst. Ekelhaft habe ich es mir vorgestellt.... sogar ziemlich ekelig.
      Ich freue mich auf das fortführende Kapitel.
      Lass Dir von niemanden je einreden, dass Du was nicht kannst. Auch nicht von mir. Ok? Wenn Du einen Traum hast, musst du ihn beschützen. Wenn andere was nicht können, wollen sie dir immer einreden dass du es auch nicht kannst. Wenn Du was willst, dann mach es. Basta
    • Fukano ist doch gar kein Hund :mad: :xheul:

      Okay, hab verstanden, dass das nicht Pyro sein kann. In deiner Story sind wohl alle Mitglieder der Pokemon-Liga böse, wenn ich das richtig verstanden habe. Motar ist trotzdem ein schöner Name, und ein interessanter Charakter, der sich auch noch in die schöne Lorelei verliebt hat. Unsere beiden Fanfictions haben da etwas gemeinsam, aber ich will nicht zu viel verraten, und wahrscheinlich stimmt das eh nicht. Egal, ich will dich nicht mit meinen wirren Gedanken stören. Ich fand das mit dem Gengar ziemlich gruselig, ich frage mich sowieso, wie viel Leid ein Pixi ertragen müsste, um zu einem Gengar zu werden. Schön wie du die Kälte beschrieben hast. Bin gespannt wie es weitergeht.
    • Okay, dann lasse ich auch mal einen Kommentar da.

      Das Setting gefällt mir schon mal sehr gut. Ein Überlebender eines Krieges, auf der unterlegenen Seite und sogar irgendein Verhältnis zu den Herrschen, ist schon mal interessant. Auch die detailvollen Beschreibungen sind gut, damit habe ich immer die meisten Probleme.
      Was aber noch kaum beschrieben wurde, ist der Protagonist, und das ist dann doch etwas zweifelhaft. Wie Obscurite einmal unter meine FF geschrieben hat, der Protagonist ist eine schwarze Shilouette mit einem großen Fragezeichen über dem Kopf. Man hat seinen Namen zwar schon erfahren, aber sonst... ein Junge/Mann, unbekannten Alters, mit einem unbekannten Verhältnis zu den vorherigen Herrschern, da könnte man noch mal drauf eingehen. Es könnte auch sein, dass dieser Motar achtzig Jahre alt, Vater des alten Herrschers etc ist (wobei, nach den letzten Szenen, eher nicht mehr, aber du verstehst, worauf ich hinauswill).
      Lass ihn in den Spiegel sehen, lass ihn durch seine ... Haare fahren, bemerken, wie dreckig seine ... Kleidung ist, da gibt es schon einige Möglichkeiten, aber so kann ich mich nicht auf die zweifellos interressante Story konzentrieren, wenn diese Fragen ungeklärt bleiben.

      $x_{1,2} = \frac{-b\pm\sqrt{b^2 - 4\cdot a\cdot c}}{2a}$
    • Ok

      Nur kurz was Formales, bei dem kurzen Prolog ging es noch, aber ansonsten müssen zwischen den Kapiteln min. 7 Tage liegen, damit wir gut hinterherkommen und jeden kommentieren können! Für die Zukunft!


      Wieder überkam mich ein Schauer, diesmal war es aber freudige Erregung, die meinen Körper erfasste. Ich vergaß die Angst, als der erste Ton die verträumte, unglaubwürdige Stille des Ortes sprengte, ich vergaß den Hunger, als die Melodie erkennbar wurde.

      Faszinierend, mir ergeht es genauso, dass ich mit Hunger viel ausdauernder bin, wenn ich etwas anstrengendes mache, das ich aber trotzdessen liebe. Vielleicht ist das ja einfach so. #LogischeDingeInPokemon

      Freundlich lächelnd blickte der Mann mich an. Er war stattlich gebaut, trug eine Sonnenbrille und einen weißen Anzug. Ein verspielt wirkendes Fukano stand neben ihm. „Dieses Haus gehört nicht mehr deiner Familie. Es ist jetzt Eigentum der Pokémon-Liga, und im Namen derselben wird es zu einer Forschungseinrichtung.

      Professor Eich? *:O Wuuunderbar! Mr NSA mit krasser Sonnenbrille! Aber dann nimmt er ihm einfach so das Haus ab. :tlol:

      Ich bin beauftragt, das alles zu veranlassen, und ich denke, auf dieser Insel gibt es keinen geeigneteren Platz. Ich bin übrigens Pyro, der neue Verwalter der Zinnoberinsel.“

      Aso, na dann, ok ... hätte ich an Fukano erkennen können, aber naja. Ob das später das Arkani wieder?

      Er hielt mir eine schwielige Hand hin, direkt vor mein Gesicht, sodass ich nicht aufstehen musste. Ich wischte meine Hand an der Hose ab, ehe ich die seine ergriff und mich ebenfalls vorstellte.

      Mr. Monk würde sich die Hand eher danach abwischen. Und ich auch. >.<"

      Außer der Ninja-Familie, die über Fuchsania City herrschte, hatten sich fast alle Clans gegen die Liga aufgelehnt, und dennoch saßen heute die Top4 an der Spitze der Regierung und lenkten alles nach ihrem Gutdünken.

      Dabei ist Siegfried doch der megaepisch coolkrasse Dude! *:O Mal sehen, wie du ihre Schattenseiten darstellen wirst!

      „Gebrochene Beine sind eine Verletzung. Gebrochene Beine sind aber auch heilbar. Mein Leiden war mir zugleich ein Segen, denn aufgrund meiner Krankheit wurde ich nicht für die Verteidigung unseres Landes einberufen.

      Da gibt es ein japanisches Sprichwort, das da wäre: Sai no uma. Glaube ich. Einem Typ namens Sai ist ein Pferd weggerannt, wodurch er ein neues gekauft hat. Sein Sohn ritt darauf, stürzte und brach sich das Bein. So wurde er aber nicht in den Krieg einberufen. Glück jagt Unglück und Unglück jagt Glück.

      Showmaster-Lächeln,

      "Soooooooo meine Damen und Herrn ..." :tlmao: Raabs Vorbild. xD Aber schöner Vergleich.

      Als wäre ich nichts weiter als ein Spielzeug, führte er mich aus dem Haus, über die verwüstete Straße und zu einer freien Fläche am Hang des Vulkans, die ehedem ein Festplatz gewesen war, an dem heilige Riten abgehalten wurden.

      Jetzt wohl nicht mehr. Viele moderne Regimes unterdrücken Religionen und "unfortschrittliche" Volksglauben ja.

      „Ich habe darüber nachgedacht, was ich mit dir tun soll, aber ich komme zu keinem Schluss. Ich werde dich an eine höhere Person weitergeben.“, sagte der Feuertrainer irgendwann, als wir eben das Krankenhaus passierten.

      Wieso, was wollen die mit dem? Ich dachte, die brauchen nur das Haus.

      Das Hundepokémon, das ihm die ganze Zeit stumm gefolgt war, machte sich einen Spaß daraus, immer wieder hinaus zu laufen, und dann vor der Brandung zu flüchten. Dieses Spiel trieb es so lang, bis das feindliche Element es irgendwann doch erwischte und es sich leise jaulend mit angezogenem Schwanz an seinen Herrn kuschelte, der versonnen mit den Fingern durch das dichte Fell fuhr, um es zu beruhigen.

      Das ist süß;v; und eine sehr lebhafte Szene!

      Innerhalb kürzester Zeit hatte es einen eisigen Pfad gelegt, der die beiden Trainerinnen an Land führte, ohne nass zu werden.

      Ja, ein Steg mit Glatteis ist natürlich die beste Variante, unbeschadet an Land zu kommen. :tlmao: Was zur Hölle? Gerade für Agathe ist das doch nicht gerade ungefährlich, oder? xD

      Etwas Unheimliches ging von ihr aus, und das Pochen ihres Stocks auf dem leise knirschenden Eis klang wie der Herzschlag eines sterbenden Drachen, urtümlich und unaufhaltsam, aber von einer Unregelmäßigkeit, die ihren inneren Verfall erahnen ließ.

      Ok. o_O Darauf wäre ich wohl nie gekommen!

      Hätte ich mich nicht schon auf meinen Stock gestützt, wäre ich sicher ohnmächtig zusammengesunken, so weich wurden meine Knie. Mir war, als blickten diese Augen durch die meinen in die geheimsten Tiefen meiner Seele. Wie konnte ich nur all die Jahre leben und zufrieden sein, ohne diese Schönheit gekannt zu haben? Nichts existierte mehr um mich herum als das Verlangen diese Lippen zu küssen...

      Oh, Rot, du kleiner Schlingel. :^) Aber halt, es ist ja gar nicht Rot!

      „Ich nahm an, die Anweisung sei unmissverständlich. Wir wünschen keine Überlebenden, die unsere Ansprüche streitig machen können!“, erklärte sie kalt, nach wie vor sah sie mich nicht an. „Grade dann nicht, wenn sie so hässlich und schwach sind.“

      Ok. Sympathieträger Nummer 1. Und dann auch noch physikalisch absolut unlogisch das Glatteis überquert. :tlol:

      „Er ist zu schwach.“, konstatierte sie dann und winkte verächtlich ab. „Unser Ziel ist Stärke. Der Trainer, der uns vorschwebt, ist mächtig. Pokémon wollen kämpfen, und sie brauchen eine harte Hand, die sie führt.

      An wen muss ich da nur denken? :tlmao:

      Ich erkannte nun seine wahre Gestalt, ein Pixi, das auf groteske Weise entstellt war, die gebrochenen Glieder in absurden Winkeln vom Körper abgespreizt, die Augen gelblich wie faulende Zähne und ohne Pupillen. Es richtete einen Finger auf meine Stirn, der Nagel war eitergelb und rissig, und eben diesen führte es in meinen Kopf ein.

      Puh, die Beschreibung hier war so gut, dass sie echt ekelerregend sind. DX Und ein Pokemythos. *:O

      Mit dem Geist wich auch der Nebel von mir, und befreit sank ich in eine gnädige Ohnmacht, aus der ich nie wieder erwachen wollte.

      Plopp tot. Ich hatte erst "sollte" gelesen, passiert. Aber irgendwie haben die Pokemontrainer es ja immer mit "Ich falle ... ihn Oooohnmacht" xD

      Chunichi Dragons Ultras Kuwana & Yokkaichi
    • Soo, lang hats gedauert, hier bin ich.
      Da du ein hohes Niveau hast beim Schreiben, schraub ich meine Mecker-Stufe nach oben :'D Zumal du dir ja auch Kritik wünschst.

      Prolog: interessantes Setting. Nachkriegssetting der Pokémonwelt, gefällt mir. Das war eine Thematik, über die ich tatsächlich vor ein paar Wochen auch nachgedacht habe. Die ersten beiden Sätze waren sehr typisch für dich, fand ich :')
      Auch das Klavier durfte natürlich nicht fehlen - ich mag Klaviere auch.

      Stilistisch ist allgemein sehr gut, du hast viel Wortabwechslung drin, auch wenn ein paar Sätze unnötig lang und dadurch unverständlich sind.
      Z.B.
      Die Tapete hängt in Fetzen von den Wänden, der nackte Backstein dahinter grinst mich an, ein zahnloses Grinsen, rot wie Zahnfleisch grinst er mich an, und ein Schaudern erfasst mich, als ich mir unwillkürlich vorstelle, dass einer dieser zahnlosen Münder herabstürzen und mich küssen könnte.
      Schöne Matapher, keine Frage, aber ich musste es zwei Mal lesen, um das Gewirr aus grinst mich an - zahnloses Grinsen - grinst er mich an so schnell hintereinander zu einem funktionierenden Satz zusammenzufügen.
      Die Tapete hängt in Fetzen von den Wänden, der nackte Backstein dahinter grinst mich an. Ein zahnloses Grinsen. Rot wie Zahnfleisch grinst er mich an, und ein Schaudern erfasst mich, als ich mir unwillkürlich vorstelle, dass einer dieser zahnlosen Münder herabstürzen und mich küssen könnte.
      Ein kurzer Satz erfasst manchmal die Atmosphäre besser als eine Kommata-Anreihung '':O

      Major Bob, der im Auftrag der ausländischen Regierung an vorderster Front gekämpft hatte, nutzte die Gunst der Stunde und nahm selbst einen Platz innerhalb der neuen Regierung ein, als Arenaleiter obliegt ihm schließlich auch die Verwaltung und Verteidigung seiner Stadt.
      <<< Sehr interessant, das ist auch das wohl sinnvollste... um ihm das Amt zu geben. :D

      Und ich? Ich stehe im verwüsteten Zentrum meines alten Herrenhauses, von dem aus meine Familie über die Zinnoberinsel geherrscht hatte und sehe in den Trümmern nicht das, was sie sind. Ich sehe keine untergegangene Ordnung, keine vergangene Dynastie. Ich sehe meine Heimat, meine Kindheit. In Scherben.
      << Man könnte Pyro vermuten, wobei ich nicht weiß, ob er in dem Alter, in dem er sein muss, wenn Major Bob schon Arenaleiter ist, noch so theatralisch denkt :/


      Kapitel 1:

      Es ist nicht Pyro! Sondern Motar.
      Apropos, was mir in der Wörtlichen Rede auffällt:

      „Ich heiße Motar.“, antwortete ich schlicht.
      << der Punkt nach Motar ist falsch. Satzzeichen am ende einer Wörtlichen Rede werden nur bei Ausrufezeichen und Fragezeichen gemacht, wenn anschließend eine Erklärung (also sagte, antwortete, frage, was auch immer in der Richtung) oder ein Satzeinschub folgt.
      Richtig:
      Ich heiße Motar", antwortete ich schlicht.

      Meine Antwort war schlicht: "Ich heiße Motar."

      :)

      „Ich heiße Motar.“, antwortete ich schlicht. „Ich wohne hier seit ich geboren bin, und jetzt gehört das Haus Ihnen?“, fragte ich dann noch einmal nach.
      <<< gleiche wörtliche rede, zwei mal bei der "gleichen" wörtlichen rede hintereinander eine Erklärung (, antwortete .... , fragte) finde ich etwas unschön gewählt, da gibt es sicher elegantere Möglichkeiten, damit es schöner klingt :)

      Böse Top4 - i like! Manga-Style!


      Was mir aufgefallen ist:
      Pyro lächelte mich weiterhin freundlich an. Ob es ein ehrliches Lächeln war, konnte ich aufgrund der Sonnenbrille nicht erkennen.

      [...]
      Pyro blickte mich verwundert an,
      << Das ist zwar ne kleinigkeit, aber da das mit der sonnenbrille so expilizit erwähnt wurde ist es mir aufgefallen: Die Sonnebrille wurde erwähnt, weil sie die Augen verbirgt, die zusätzlich zu dem Lächeln durch den Mund aufschluss darauf geben könnten, wie ehrlich das ist. Woher weiß er, dass Pyro ihn verwundert anblickt? :shifty: Ja, das ist wirklich kleinkarriert, aber mir ist es gerade aufgefallen. Darauf wollte ich ursprünglich aber gar nicht hinaus. Sondern darauf:

      [...]
      „Bist du verletzt?“, wollte er wissen. Seine Stimme klang fürsorglich, er nahm die Sonnenbrille ab und musterte mich ausführlich von oben bis unten.
      <<< Hier hätte ich es nämlich schon gefunden, wenn seine Augen beschrieben werden, wenn hier das aufgegriffen wird, dass Motar zuerst nicht erschließen konnte, ob das Lächeln ehrlich ist, weil er die Augen nicht sehen konnte. Das hätte sich hier angeboten :)


      Dann haben wir eine sehr interessante und sehr schön beschriebene Führung über die Zinnoberinsel, das ist einfach gut geworden :D

      „ich habe gelernt, dass es keinen Nutzen hat, den Mächtigen Fragen zu stellen, denn die Antworten sind entweder Lügen oder Ausflüchte.“, antwortete ich und versuchte in seinem Gesicht eine Reaktion zu erkennen.
      <<< Sehr interessante Aussage.
      Manyu: Wirklich interessant, wobei das interessantere doch ist, herauszufinden, worin die Wahrheit einer Lüge besteht ... oder was die Wahrheit hinter einer Lüge ist. Es wäre klüger zu sagen, dass es keinen Nutzen hat, den Antworten der Mächten zu vertrauen, denn überhaupt Fragen zu stellen ^^
      ... Danke für deinen Teilnahme.. o.O
      Manyu: gerne ^^

      And suddenly Top4!

      Wie konnte ich nur all die Jahre leben und zufrieden sein, ohne diese Schönheit gekannt zu haben? Nichts existierte mehr um mich herum als das Verlangen diese Lippen zu küssen...
      <<< o__o ... uh... mir zu kitschig, aber schön geschrieben! :'D

      „Ich nahm an, die Anweisung sei unmissverständlich. Wir wünschen keine Überlebenden, die unsere Ansprüche streitig machen können!“, erklärte sie kalt, nach wie vor sah sie mich nicht an. „Grade dann nicht, wenn sie so hässlich und schwach sind.“
      << Harte Worte, aber passend, denke ich! °__° Nur das Argument "hässlich" verstehe ich nicht. Dass sie auf Stärke achtet is klar, aber auf Schönheit? Finde ich nicht SO passend für Agathe Dx

      Das Ende ist natürlich interessant und ein perfekt gesetzter Cliffhänger :'D
      Da stellen sich viele Fragen: Was ist seine genaue Vergangenheit? Was ist Agathes Antwort darauf?
      Ich würde jetzt mal annehmen, dass es dort irgendwas gibt, was sie von Mr. Protagonist überzeugt .. sonst könnte die Geschichte vorschnell beendet sein °3°
      Also... bin ich gespannt, wie es weiter geht und hoffe, du nimmst mir meine Kritik nicht übel... :'D


      Fangeschichten #f-sandan# Lesecke #f-sandan# Redaktion
      Echte Bücher, mit denen du mich unterstützen kannst, indem du sie liest:
    • Liebe Leserin, lieber Leser,

      anbei das zweite Kapitel. Mein Dank gilt den üblichen Personen aus den üblichen Gründen. Darüber hinaus auch den freundlichen Kommentatoren, mögen sie fruchtbar sein und sich mehren.
      In Word ist der Text viel übersichtlicher... über Anregungen, wie ich den Text weniger kastig gestalten kann, ohne noch öfter die Eingabetaste zu drücken, wäre ich sehr erfreut!

      @Nicki: Noch könnte er bi sein!
      @Turtacos: Ein paar Ähnlichkeiten unserer Geschichten lassen sich nicht bestreiten und das muss auch nichts schlechtes sein ;) Wenn dir Motar und das Gengar gefallen, kannst du mal nach meiner alten FF suchen, „Unlösbare Bande“. Ich glaube, ich war in deinem Alter, als ich sie angefangen habe.
      @Heiteira: Ich musste tatsächlich sehr schmunzeln beim Lesen deines Kommentars, denn einige deiner Ansätze hab ich sogar schon beantwortet ;) hin und wieder ist es nötig, Informationen aufzusaugen und miteinander zu verknüpfen. Und dann ist es hin und wieder sogar so, dass Informationen absichtlich zurückgehalten werden. Vielleicht arbeitet Motar ja für die NSA! Ich hoffe, du fühlst dich geehrt und nicht beleidigt ;)
      @Meowstic: Im Einzelnen kann ich hier nicht auf deine Anmerkungen eingehen, darum nur so viel: Ich persönlich kann auch im Winter die Straße überqueren, ohne zu stürzen, und in meiner Gegend wird selten gestreut ;) worauf genau du niemals kommen würdest, würde mich sehr interessieren :D falls auch du den Tod Motars erleben willst, verweise ich noch einmal auf die alte FF! Er stirbt, soviel sei verraten, weder bei Glatteis noch wird er vergast.
      @San: Ich bin sehr dankbar für eine so ausführliche und gekonnte Kritik! Sie beruhigt mich sogar. Ohne Fehler keine Verbesserung, und es schiene mir sehr traurig, wenn das hier schon das Maximum meiner Leistungen darstellte^^ im Detail hast du meine Anmerkungen im Gegenzug ja schon erhalten. Diese Sache mit dem Punkt habe ich versucht, umzusetzen, aber wow, irgendwie läuft‘s mit der Zeichensetzung zurzeit einfach nicht. Ich habe schon zu viel formlos gechattet und zu lang nicht mehr kreativ geschrieben. Bei Texten ans Gericht kommen so verwirrende Strukturen zum Glück nicht vor ;‘D bezüglich des Klaviers… ab dem nächsten Kapitel werde ich eine andere Möglichkeit suchen, meinen Musikgeschmack in die Netzhaut der Leser einzubrennen ;P
      Achja, auch hier ist eine Stelle, von der ich erwarte, dass du sie mir fett rot einkreist!
      @Manyu: Man kann nicht voraussetzen, dass alle Teenies die Weisheit mit Löffeln gefressen haben! Immerhin einen Anfang hat er schonmal gemacht. Dennoch auch dir meinen herzlichen Dank für die Anmerkung!

      Mit den besten Grüßen
      ~~


      Kapitel 2
      Eine Stimme weckte mich. Ihr milder Wohlklang schien nicht von dieser Welt zu sein, süß und zäh wie Honig drang sie in mein Bewusstsein ein, durchbrach die Barriere der Ohnmacht, die meinen Körper und meinen Verstand vor weiteren Qualen schützen sollte.
      Ich verstand nicht, was sie sagte. Triebe von so ursprünglicher Natur, dass die Zivilisation sie schon längst hatte ersterben lassen, wurden gejagt von Angst und Verwirrung, alles drehte sich in mir. Kurzum, es herrschten Chaos und Leere zugleich, bis die Stimme wieder erklang und ich mich daran zu orientieren versuchte. Wie ein süßliches Parfüm in einer überfüllten Straßenbahn an einem heißen Sommertag führte sie mich durch die Wirrungen meiner Gedanken, passierte die Angst, die Verwirrung, die animalische Lust, die Todessehnsucht, die Freude, die Sehnsucht. Ich hatte Angst, die Stimme zu verlieren, ich wusste nicht, was sie von mir wollte, ich wollte sie mir zu eigen machen, ich wollte eher sterben, als sie zu verlieren, ihre Anwesenheit erfüllte mich mit Glückseligkeit, es verlangte mich nach ihr. Ich folgte der Stimme, bis ich die Augen aufschlug und die Stimme sich vor meinen verklebten Augen manifestierte. Ich blickte in Loreleis Gesicht, sie sprach langsam auf mich ein, scheinbar wiederholte sie die Worte immer wieder, doch noch ergaben sie keinen Sinn für mich.
      „Er ist scheinbar wieder da“, stellten die roten Lippen irgendwann fest. Als ich nicht antwortete, zog sie sich aus meinem Blickfeld zurück.
      Es gelang mir nicht, mich aufzusetzen, weshalb ich nach unten blickte und feststellte, dass ich an einen hölzernen Tisch gefesselt war. Meine Arme und Beine waren fixiert, auch an den mittleren Gelenken, offensichtlich war dies Loreleis Werk, denn ich war wortwörtlich festgefroren, und die Extremitäten darunter waren schon bläulich verfärbt.
      Lorelei, die meinen Blick bemerkt hatte, erklärte das sofort: „Nachdem Gengar deine Gedanken gelesen hatte, bist du ohnmächtig geworden und hattest schwere Albträume. Ich wollte so verhindern, dass du dich selbst verletzt.“ Sie winkte Pyro, der sein Fukano anwies, die eisigen Fesseln auf kleiner Flamme langsam zu öffnen, eine Prozedur, die ebenso langwierig wie nervenaufreibend war. Ich wollte weder an Erfrierungen noch an Verbrennungen meine Arme verlieren. Pfeif auf die Beine, aber meine Hände waren mir heilig.
      Nachdem ich frei war, half mir Lorelei, mich aufzusetzen, legte mir eine Decke um die Schultern und reichte mir eine Tasse dampfenden Tees. Jasmin, was mir gar nicht schmeckte, aber immer noch besser, als einen Eisheiler gespritzt zu bekommen.
      „Die Sichtung deiner Gedanken hat Agathe einige Erkenntnisse gebracht, die sie mit uns geteilt hat.“, erklärte Lorelei mir dann, während sie in dem Labor herumlief. Mir war noch gar nicht aufgefallen, dass wir uns in einem improvisierten Labor befanden. Jetzt sah ich mich unauffällig um, Pyro hatte uns scheinbar allein gelassen und sie wandte mir den Rücken zu. Ihr Rock war ziemlich kurz, und da sie sich auf die Zehenspitzen stellte und die Arme nach oben streckte, um in ein hohes Regalfach zu greifen…
      „Sie hat erwähnt, dass du in mich verschossen bist.“, fügte sie hinzu und ich war dankbar, dass sie meine Schamesröte nicht sehen konnte. „Und dass du ahnst, dass Pyro deine Eltern getötet hat, was ihm sehr unangenehm ist. Sie war ehrlich gesagt überrascht, wie viele Schlüsse du in dieser kurzen Zeit gezogen hast. Dass unser Putsch international sein muss, da es sonst Hilfe von außen gegeben hätte – in der Hoenn-Region hat die Liga übrigens nichts im Griff, dort wüten zwei Verbrecherbanden … auch hier werden unsere Anstrengungen vom sogenannten Team Rocket untergraben, und irgendwo haben wir wohl einen Maulwurf. Aber das sollte ich dir eigentlich nicht erzählen“, sie seufzte leise. Ich folgte ihr mit dem Blick, antwortete aber nicht auf ihre Ausführungen.
      „Weißt du“, fing sie nach einer kleinen Pause wieder an, „ich möchte dich mit auf eine Reise nehmen. Aber eigentlich bist du zu schwach dafür. Pyro hat da so eine Idee, mit einem jungen Techniker namens Bill… würdest du gerne mit mir reisen?“
      Ich überlegte kurz. Jedenfalls wollte ich es so wirken lassen, ehe ich bedächtig zustimmte, mein Inneres schrie „Ja, unbedingt!“, aber ich war schon bloß gestellt genug.
      „Zuvor müssen wir deine Personalakte ausfüllen… für die Versicherung, weißt du?“, sie lächelte und zeigte mir einen kleinen Steckbrief. „Name: Motar. Klar soweit. Alter: 19, richtig?“ Ich nickte wieder nur, was sie mit einem süßlichen Lächeln quittierte und dann fortfuhr: „Geboren in: Zinnober Manor, Zinnoberinsel. Familienstand: ledig. Soweit richtig?“ Wieder stimmte ich zu, und verkniff mir die Frage, wie es um ihren Familienstand beschaffen war.
      „Dann fehlt nur noch dein Aussehen und Gesundheitszustand.“ Sie kam auf mich zu, hielt mein Gesicht zwischen beiden Händen, leuchtete mir kurz in die Augen und meinte dann: „Was für eine Farbe ist das? Mehr braun oder grün? Blau? Deine Augen sind noch ganz milchig…“
      „Ich … habe nicht darauf geachtet…“, stammelte ich, sie war mir so nah, ich wusste gar nicht, wie mir geschah. Sie klingelte kurz und ein Heiteira betrat den Raum. In mir kam der Verdacht auf, dass wir uns im Krankenhaus befanden. Sie bat um einen Spiegel und das Pokémon verschwand für einen Moment. Es kam wieder und trug einen runden Spiegel bei sich, der verdächtige Ähnlichkeit mit dem Pokémon selbst hatte. Es stellte es auf eine nahe Kommode und verschwand wieder, nachdem die Eistrainerin ihm gedankt hatte. Dann half sie mir auf und führte mich vor den Spiegel.
      „Also… was sagst du?“, wollte sie wissen. Ich betrachtete mein Spiegelbild, fuhr mit einer Hand durch mein Haar und versuchte einzuschätzen, ob ich attraktiv wirkte. Vermutlich nicht.
      „Es ist echt schwer, das bei diesem Licht festzustellen… ist das denn so wichtig?“, fragte ich dann. „Den Rest können wir ja ausfüllen und das nachtragen, wenn ich wieder voll genesen bin… oder?“
      Sie nickte. „Da müssen sich diese detailversessenen Versicherungsleute eben etwas gedulden, es kommt alles zu seiner Zeit.“, murmelte sie schob mich in die eine oder andere Ecke des Raumes zu Vermessungen meiner Größe, meines Gewichts, des Körperfettanteils und vielem anderen, notierte die Ergebnisse und sprach dabei nicht weiter. „Besitzt du Pokémon?“, fragte sie letztlich.
      „Nein, aber ich hätte gerne ein Sichlor.“ Sofort danach hätte ich mich ohrfeigen können für diese kindische Antwort. Als ob das irgendwen hier interessierte.
      „Es ist immer wichtig, Ziele zu haben“, stellte Lorelei freundlich fest, tätschelte zu allem Überfluss meinen Kopf und steckte den Fragebogen in einen Aktenordner.
      „Ich muss ehrlich sein. Agathe ist nicht von dir überzeugt. Sie glaubt, dass du nicht geeignet bist für unsere Pläne. Pyro und ich haben einen anderen Eindruck, was sie uns von deiner Vergangenheit erzählt hat, bestätigt uns darin. Ich frage besser noch einmal: Möchtest du, Motar vom Zinnoberclan…“ …Mein Mann werden? Teufel, ja! „…mich auf einer Forschungsreise begleiten?“ Alles was recht ist, Ma’am. Zur Not auch das.
      Ich nickte unbeholfen, egal was diese Frage mit sich bringen würde, wie könnte ich es verneinen?
      „Dir muss bewusst sein, dass du in deiner aktuellen Verfassung nicht in der Lage bist, zu reisen, und dass wir Maßnahmen ergreifen müssen, deinen Körper in Form zu bringen.“, fügte die schönste Frau der Welt hinzu und zwinkerte freundlich. Ich nickte brav, jetzt nur nichts Falsches sagen. Wenn sie meinte, man könnte mich mit Drogen oder Sport heilen… Hauptsache, sie blieb bei mir.
      „Wir brauchen dafür aber Agathes Hilfe, sie verfügt über Mittel und Wege, die für deine Genesung unerlässlich sind.“ Sie zögerte kurz vor dem Wort „Genesung“, als zweifle sie daran. Da ich keine Einwände erhob, hakte sie sich bei mir ein und führte mich aus dem Raum. Es war schön, ihr so nah zu sein, und gleichzeitig beschämend, mich auf diese zierliche Frau zu stützen. Ich stellte jedoch direkt fest, dass wir uns nicht im Krankenhaus befanden, sondern nach wie vor im provisorischen Hauptquartier.
      „Wo ist mein Stock?“, wollte ich von Lorelei wissen, und sie antwortete mit einem reizenden Lächeln: „Es war schon zu sehen, dass du daran hängst. Es mag Zufall sein, aber als dein Geist gebrochen wurde und du ohnmächtig wurdest, ist er auch zerbrochen. Als bestünde da eine Verbindung.“ Ich schauderte innerlich, sagte aber nichts weiter. Es gibt Dinge, die nicht jeder wissen musste. Nicht einmal sie.
      „Ich denke, das Beste wird sein, dass sie dich etwas besser kennenlernt“, erklärte die Eistrainerin, ehe sie mich in einen großen Saal schob. Die Decke war hoch, ich fragte mich, wer zuvor in diesem Gebäude gelebt hatte. Es handelte sich hier offenbar um eine Art Wohnzimmer, eine Sitzgruppe stand um einen schweren Eichentisch, ein marmorner Kamin mit allerhand Trophäen auf dem Sims und ein großes weißes Klavier verliehen ihm eine würdevolle Ausstrahlung. Hier hatte Wohlstand geherrscht, nun jedoch waren die Möbel von Staub bedeckt, der Teppich wies Brandspuren auf und die Tapete war zerfetzt. Scheinbar waren die Bewohner dieses Hauses nicht freiwillig ausgezogen. Im Geiste dankte ich den Unbekannten für ihren Widerstand und hoffte, dass ihr Ende nicht allzu schrecklich war. Lorelei wandte sich zum Gehen.
      „Was soll ich ihr denn sagen? Ich weiß doch selbst kaum, worum es geht!“, versuchte ich sie zum Bleiben zu bewegen.
      „Es gibt nichts, das du sagen kannst. Sie kennt deine Gedanken und deine Talente. Was sie nicht kennt, ist dein Charakter. Zeige ihr, dass du eine starke Persönlichkeit bist.“ Damit wandte sie sich ab und zog die schwere Eichentür hinter sich zu. Dunkelheit umfing mich, bis sich meine Augen an das matte Dämmerlicht gewöhnt hatten. Da ich nicht wusste, wann die Alte auftauchen würde, setzte ich mich in einen Sessel. Auf dem Tisch stand ein Teeservice aus Porzellan. Es war von sehr feiner Machart, nichts, was ich außerhalb meines eigenen Hauses erwartet hätte. Ich hatte angenommen, wir waren reich und mächtig. Scheinbar gab es andere, die mächtiger waren … und andere, die ebenso reich waren. Ich wagte es nicht, diesen Gedankengang zu Ende zu denken.

      Der Mond war schon aufgegangen und warf ein fahles Licht durch die kleinen Glaskacheln der Fenster. Der Raum wirkte gespenstisch, doch das elektrische Licht funktionierte nicht. Ich konnte auch kein Feuer machen, also tat ich das einzige, was ich auch ohne Licht konnte: Ich setzte mich ans Klavier und begann eine kleine Melodie zu klimpern. Da niemand auf den Lärm reagierte, versuchte ich wieder in meine geliebte Trance zu verfallen, was mir auch irgendwann gelang. Es hatte etwas Meditatives, etwas Ekstatisches, etwas Unfassbares, nur da zu sitzen und durch das Krümmen der Finger mächtige Melodien, farbenfrohe Lieder, wechselnde Stimmungen und zum Teil andere Zeitalter heraufzubeschwören. Der Zauber hielt eine Weile, bis mir nichts mehr einfallen wollte. Auf dem Klavier lagen einige Bücher, eines nichtssagender als das andere, altes Zeug, das seit Jahrzehnten aus der Mode war. Wahllos griff ich eines heraus, wie der Zufall es wollte, war es ein vierhändiges Stück und ich versuchte mich an der Oberstimme. Es gelang mir nicht recht, der Satz war zwar rhythmisch einfach, aber scheinbar willkürlich zuckte meine rechte Hand über die Tasten, eine Melodie konnte ich darin nicht erkennen. Frustriert setzte ich von vorne an, ein wenig langsamer, variierte das Tempo während des Spielens in der Hoffnung, dass etwas Sinnvolles hörbar würde.
      Die Tür öffnete sich leise hinter mir, ich bemerkte es erst, als ein Streifen gelben Kerzenlichts das Klavier erreichte. Agathe stand schon fast neben mir, die Kerze in ihrer Hand beleuchtete ihr Gesicht von unten und warf tiefe Schatten in ihre vielen Falten.
      „So wird das nichts“, grummelte sie und bedeutete mir, Platz zu machen. Dann setzte sie sich selbst ans Klavier. „Ich zeige dir, wie das geht, Jüngelchen.“ Sie stellte die Kerze aufs Klavier, sodass die Tasten und das Pult erleuchtet waren, schloss die Augen, atmete tief durch, klopfte mit dem Absatz ihrer altrosafarbenen Ballerinas einen Rhythmus vor, setzte irgendwann ein und zauberte aus denselben Tönen, die mir zuvor willkürlich schienen, ein mehrstimmiges Klangmuster, das in seiner Farbenvielfalt und Tonvariation problemlos ein ganzes Orchester ersetzte. Ich hatte dabei Gelegenheit, Agathe zu beobachten. Ihre altersweichen Finger wirkten stark und zielsicher. Da sie die Augen geschlossen hatte, wirkten ihre Gesichtszüge entspannter, irgendwie auch weniger faltig. Sie saß stolz und aufrecht, nicht wie eine verhutzelte Greisin am Stock, sondern wie eine betagte Dame, es war zu sehen, dass sie einmal sehr attraktiv gewesen war. Viel zu früh brach sie mit einem schrillen Misston ab und forderte mich auf, es noch einmal selbst zu versuchen. Nun stand sie wieder, stampfte mit ihrem Stock den Takt auf dem Boden und auch meine Finger vermochten die Noten zum Leben zu erwecken. Irgendwann setzte sie sich neben mich auf die breite Bank und begann die zweite Stimme zu spielen.
      „Das letzte Mal, dass ich nicht allein am Klavier saß“, fing sie an, „war gemeinsam mit einem jungen Pokémon-Professor. Das ist Jahrzehnte her. Seitdem hat er sich verändert und ich habe mich verändert. Aber die Musik in unseren Herzen ist geblieben.“ Sie schloss noch einmal die Augen und schien einen Moment in Erinnerungen zu schwelgen.
      „Das reicht für heute“, konstatierte sie dann zufrieden und deutete auf die Sitzgruppe. Gemeinsam setzten wir uns, sie goss Milch in zwei der Tassen und schenkte den längst kalten Tee ein.
      Da sie das Gespräch nicht eröffnete, machte ich den Anfang: „Ich wusste nicht, dass Sie Klavier spielen.“
      Sie nickte. „Das wissen nicht viele, es gibt ja nun auch wirklich Wichtigeres. Ich wusste zwar, dass du spielst, aber ich bin überrascht von deinem Talent. Ich hätte angenommen, dass deine Schädigung dich daran hindert. Ich bin überrascht. Du hast bewiesen, dass du mehr Potenzial besitzt, als ich dir zugeschrieben hätte, und dass du lernfähig bist. Aber“, und ihr milder Plauderton verhärtete sich, „gilt das auch für den Umgang mit Pokémon? Bist du ein Siegertyp? Hast du die Kraft und den Willen, dir einen Platz an der Sonne zu erkämpfen?“
      Ich antwortete nicht sofort, sondern legte mir die Worte zurecht. „Mein Leben ist ein Kampf. Ich stehe vor einem Abgrund, und hinter mir bricht der Boden weg. Ich möchte nicht fallen. Ich will leben.“
      „Du sprichst wie ein Narr. Du weißt doch, dass das Leben kein Geschenk ist, sondern eine Last, die wir bis in unsere höchsten Tage schultern müssen. Es kostet viel, in meinem Alter noch so fit zu sein, viele geben sich vorher auf. Warum trachtest du nach dem Leben? Wieso hast du nicht aufgegeben? Ich habe gesehen, dass du ein normaler Junge warst, bis dein Körper zu dem gemacht wurde, was er heute ist.“ Sie zauberte die beiden Hälften meines Stocks scheinbar aus dem Nichts hervor. „Damit.“
      Ich schwieg. Obwohl meine Teetasse schon halb leer war, fühlte sich mein Mund trocken an. „Darüber möchte ich nicht reden“, erklärte ich leise. „Es bringt nichts, die Vergangenheit zu verdammen, wenn die Zukunft so viel mehr zu bieten hat. Lorelei sagte, dass es eine Möglichkeit gibt, mich zu heilen, und diese Möglichkeit will ich nicht ungenutzt lassen.“
      Agathe lachte, wie ein Rabe, ein krächzendes Lachen, ohne jede Freude. „Ich begrüße diese Entscheidung nicht. Du bist ein dummer Junge und ein dummer Junge wirst du bleiben. Aber wenn das dein Wunsch ist, werde ich euch helfen. Du erinnerst mich an meinen alten Kollegen. Genau wie er wirfst du dein Potenzial weg, um einem wirren Traum nachzujagen. Aus dir wird nie einer von den ganz Großen. Du hast keine Ahnung, worauf du dich einlässt.“ Sie leerte ihre Tasse, stellte sie ab und ging, ohne sich zu verabschieden.

      Während ich versuchte, am Klavier meine innere Ruhe wiederzufinden, löste eine blutrote Sonne den mattsilbernen Mond ab und tauchte den Raum in geisterhafte Flammen. Die Erschöpfung der vergangenen Tage wich von mir, darum legte ich die Arme auf den geschlossenen Deckel des Klaviers, bettete den Kopf darauf und sank in einen tiefen, traumlosen Schlaf.
      Du wolltest dich schon immer für meine Gemeinheiten revanchieren? Feel free to comment.

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    • Uhh, es geht weiter mit dem schwer von Liebe infizierten Motar. Lorelei scheint ihn zu mögen, aber wer weiß. Agathe muss erst mal von Motar überzeugt werden. Durch das Klavierspielen hat sie ein wenig mehr Charakter gewonnen und ist mir symphatischer, wenn auch nur ein bisschen. Und mit diesem alten Kollegen, den sie erwähnt, meint sie vielleicht Professor Eich, denn die beiden haben im Manga eine rivalisierende Beziehung - ach halt, du hast ja den Manga nicht gelesen. Aber vielleicht hast du davon gehört und möchtest das hier einbauen? So ist das nämlich bei mir. Andererseits könnte sie auch Siegfried meinen... oder Giovanni... Du merkst, das gibt mir zu denken, aber wahrscheinlich sollte ich einfach abwarten, so wie das nächste Kapitel. Hoffentlich bekommt Motar sein Sichlor, bei dir war irgendwie klar, dass er das will. ;) Und deine alte Fanfiction interessiert mich auch. :]

    • Eine Stimme weckte mich. Ihr milder Wohlklang schien nicht von dieser Welt zu sein, süß und zäh wie Honig drang sie in mein Bewusstsein ein, durchbrach die Barriere der Ohnmacht, die meinen Körper und meinen Verstand vor weiteren Qualen schützen sollte.

      Ach herrje. xD

      ich wollte sie mir zu eigen machen, ich wollte eher sterben, als sie zu verlieren,

      Das kann unter Umständen aber ziemlich gefährlich werden.;v; Steigert er sich nicht etwas zu extrem da rein? xD

      Pfeif auf die Beine, aber meine Hände waren mir heilig.

      Wegen des Klavierspielens? Sicher, oder? Außer er ist nicht nur Musiker, sondern auch noch Maler. *:O

      „Sie hat erwähnt, dass du in mich verschossen bist.“,

      Oje, wie ärgerlich;v;

      Dass unser Putsch international sein muss, da es sonst Hilfe von außen gegeben hätte – in der Hoenn-Region hat die Liga übrigens nichts im Griff, dort wüten zwei Verbrecherbanden …

      Gut so, denn ich mag Team Aqua und Team Magma. Und viel schlechter können die doch gar nicht sein. :hüpf:

      „Ich … habe nicht darauf geachtet…“,

      Er kennt seine eigene Augenfarbe nicht? o________O Gabs da etwa keine Spiegel?

      „Es ist echt schwer, das bei diesem Licht festzustellen… ist das denn so wichtig?“, fragte ich dann. „Den Rest können wir ja ausfüllen und das nachtragen, wenn ich wieder voll genesen bin… oder?“

      Meine Güte, das weiß man doch, Junge! :@ Man weiß ja auch, wie groß man ist, wie man heißt und dass die Erde eine Scheib- ... halt ...

      …Mein Mann werden? Teufel, ja!

      :tlmao: close enough

      Agathe;v; ist so unsympathisch

      Da sie die Augen geschlossen hatte, wirkten ihre Gesichtszüge entspannter, irgendwie auch weniger faltig. Sie saß stolz und aufrecht, nicht wie eine verhutzelte Greisin am Stock, sondern wie eine betagte Dame, es war zu sehen, dass sie einmal sehr attraktiv gewesen war.

      Hier dann plötzlich weniger *:O Wie sehr man die anderen Charas doch durch den Protagonisten wahrnimmt ...

      Seitdem hat er sich verändert

      Er hat sich zu Mr. NSA und Doctor Doppelmoral verändert <3!

      und dass du lernfähig bist.

      Weil er VORHER bereits Klavier spielen konnte. Ok Agathe ok.

      Obwohl meine Teetasse schon halb leer war, fühlte sich mein Mund trocken an.

      Ich empfand Tee nie wirklich als Durstlöcher und kann ihn da gut nachvollziehen. Und eine halbe Tasse ist so gut wie nichts. Dx

      Während ich versuchte, am Klavier meine innere Ruhe wiederzufinden, löste eine blutrote Sonne den mattsilbernen Mond ab und tauchte den Raum in geisterhafte Flammen.

      Sowas ist doch schön. (: Und schön beschrieben! Ob Professor Eich auch noch kommen wird?

      Chunichi Dragons Ultras Kuwana & Yokkaichi
    • So... Besser spät als nie.

      Schönes Kapitel, wenn auch eher etwas Filler lastig. Dennoch nett, dass Agathe seine Geheimnisse ausplaudert. Aber ein schöner... intimer Moment wie die beiden am Klavier sitzen... Eine wirklich schöne Vorstellung.
      Der Kerl liebt seine Klaviere aber auch so sehr, dass er darauf schlafen kann. Fände ich perse etwas hart und kalt. Deine Beschreibungen sind mal wieder grandios. Ich fühl mich immer schlecht, weil ic jedes Mal das gleiche bei dir sage... Vielleicht beim nächsten Kapitel inhaltlich etwas mehr...?
      Ansonsten freue ich mich auf deine Kapitel :$
      Lass Dir von niemanden je einreden, dass Du was nicht kannst. Auch nicht von mir. Ok? Wenn Du einen Traum hast, musst du ihn beschützen. Wenn andere was nicht können, wollen sie dir immer einreden dass du es auch nicht kannst. Wenn Du was willst, dann mach es. Basta
    • So, hiermit schenke ich dir diesen Kommentar, den ich dir noch schulde ;).

      Ich halte mich etwas kürzer, da ich die komplette Geschichte kommentieren muss ;). In den nächsten Kapiteln werde ich für dich mehr ins Detaill gehen, falls du das wünscht.

      Der Prolog gefällt mir an sich sehr gut, du schaffst es auf jeden Fall die Stimmung richtig rüberzubringen und uns die Gedankenwelt des Protagonisten zu verdeutlichen. Ich finde ihn jedoch nach wie vor nicht unbedingt einfach zu lesen und habe immer noch das Gefühl, nicht ganz in diese Welt eintauchen zu können.
      Vorallem die zweite Hälfte des Prologes gefällt mir nicht, da mir diese, besonders im Gegensatz zu der ersten Hälfte, ein wenig mühelos erscheint, um den Leser auch nur eine ungefähre Ahnung davon zu geben, was passiert ist. Ich finde, dass es stilistisch nicht wirklich zum Prolog passt und ich hätte mir eine schönere und eventuell einfallsreichere Lösung gewünscht.
      Um es natürlich extra für dich nicht unerwähnt zu lassen, finde ich es jedoch toll, wie raffiniert du Metaphern und Bezüge versteckt hast. Der Flügel, der eingeknickte Gigant, ein Sinnbild für den Verlust seiner Eltern - ein so verstecktes und doch offensichtliches Detaill, dass es sich jedem so logisch erschließt, dass es nahezu selbstverständlich ist.

      Das erste Kapitel
      Deine Beschreibungen finde ich weiterhin einwandfrei, flüssig und wohlgeschrieben, nur definitiv für meinen Geschmack zu verharmlost. Es weckt ein surreales Bild in mir. Diese tragische Atmosphäre, diese vom Krieg erschütterte Zinnoberinsel und trotzdem werden in mir Bilder vom Anime wach. Du kannst von noch so großen Kratern schreiben, sie passen durch deine Verweichung des Bildes zugunsten deiner FSK Einstufung irgendwie nicht rein.
      Ich finde es gut, dass du versuchst möglichst originalgetreu diese Geschichte an tatsächliche Bezüge der Pokemonwelt anzulehnen, dich wirklich auf den Manga, die Spiele und den Anime orientierst. Du machst das sogar so gut, dass ich, wie oben bereits gesagt, dieses Kapitel, wie eine Episode des Animes vor mich laufen sehe. Und je weiter das Kapitel fortschreitet, desto mehr wurden diese Assoziationen in mir geweckt. Zunächst hat es noch nicht ganz perfekt ins Bild gepasst. Dieser vereinsamte junge Mann in dieser verwarlosten Villa.
      Aber mit dem Einführen von Pyro, den Rundgang auf der Zinnoberinsel und als schließlich Lorelei auf einem Lapras angeschwommen kam, hatte ich wirklich eine detaillierte Animeepisode vor meinen Augen.

      Das zweite Kapitel gefällt mir stilistisch deutlich besser und es gipfelt in dieser großartigen Szene mit Agathe am Klavier. Einfach traumhaft!
      Und wie du mit den Charakteren spielst. Du gibst ihnen eine Persönlichkeit, du hauchst ihnen Leben ein. Sie sind nicht planar - sie sind dreidimensional und wenn auch nicht viel passiert ist, bemerkt man schon eine facettenreichheit. Davon können sich die 50 Facetten von Christian Grey eine Scheibe abschneiden.
      Man lernt jeden deiner Charaktere und ihre Eigenarten irgendwie schon Lieben. Sie besitzen eine Tiefe und Logik, die mir in deinen anfänglichen Beschreibungen gefehlt haben. Sie sind nicht einfach, was du aus ihnen machst, sie sind existentiell und man hat nie das Gefühl, dass jemand plötzlich Out-of-character agiert. Ihre Charaktere sind alle scharfe, zweischneidige Schwerte, doch immer noch konstant und glaubwürdig.
      Allein die Tatsache, dass der Protagonist für meinen Geschmack viel zu schnell in Lorelei verliebt ist, und diese es wiederrum viel zu schnell erfährt, stört mich dahingehend. Da hätte ich mir eine ebenso ausführliche Tiefe, Ehrlichkeit und Verspieltheit gewünscht, wie bei den Charakterdesigns.

      Und dann ist da natürlich noch die Metapher mit dem Gehstock, die ich noch hervorheben möchte, nur hab ich glaub ich vergessen, wofür die nochmal steht... war es sein Geist, der wie der Stock gebrochen wurde? Oder doch sein Körper? Vielleicht war es auch etwas völlig anderes... vielleicht fällt es mir wieder ein, wenn ich weiterlese.

      Noch ein kurzes Wort zu Handlung... Ich finde die Thematik sehr gut gewählt und sehr interessant, aus einem leicht zu übersehenden Detaill in den Spielen diese Geschichte aufzuziehen, die sich so nahtlos an die Spiele anschließen lassen könnte. Nur steht der Inhalt momentan offensichtlich noch im Hintergrund, wir werden erst einmal langsam an die Charaktere und das Setting gewöhnt. Ich freue mich darauf, wenn es spannender wird.

      So, ich habe wahrscheinlich viel vergessen, entschuldige mich dafür, aber ich bin momentan nicht in der Lage einen ausgeklügelten Kommentar, der auf jedes Detaill jeden einzelnen Satzes der zwei Kapitel eingeht, zu formulieren.
      Ich freue mich darauf, deine nächsten Kapitel zu lesen und mich diesen dann hoffentlich etwas durchdachter und ausführlicher widmen zu können.

      The post was edited 2 times, last by Charizard2016 ().

    • Liebe Leser,

      anbei erhaltet ihr das dritte Kapitel meiner Fanfiction. Zuvor habe ich in Antwort zu euren Kommentaren noch das Folgende zu sagen:

      @Turtacos: auch in den Spielen R/B/G hebt Agathe ihre Rivalität zu Eich hervor^^
      @meowstic: Nur weil man grundsätzlich befähigt ist, Klavier zu spielen, ist man nicht automatisch in der Lage, jedes Stück richtig zu interpretieren und die angedachte Stimmung passend zu treffen.
      Jeder kann auch auf der Tastatur rumdappen, ein anständiger Text entsteht dabei nicht immer.
      Unter Bezugnahme auf deine generellen Beschwerden über mangelndes Interesse an deinen Geschichten fordere ich dich hiermit freundlich auf, meine Geschichte nicht weiter zu kommentieren. Ich kann deine Haltung und Ansicht weder verstehen noch gutheißen. Ich möchte nicht in deiner irrationalen fiktiven Schuld stehen.
      @Nicki: Dieses Kapitel bleibt noch einmal inhaltsarm, das wird sich ab dem nächsten erheblich ändern. Du kennst ja den Plan ein bisschen ;)
      @Charizard2016: Herzlichen Dank für den ausführlichen Kommentar :) Deine Kritik über das verharmloste Setting haben wir ja schon im Privaten besprochen. Insbesondere danken möchte ich dir für die sehr harten Worte über das Ende des Prologs, Worte, die mir sehr gefehlt haben bei den anderen Kommentaren. Mensch, wenn etwas scheiße ist, darf man das auch mal sagen, macht euch nicht immer ins Hemd und tut nicht so, als wären wir alle zarte Pflänzchen. Danke!

      Ich bin auch weiterhin auf der Suche nach einem guten Korrekturleser, der mir meine Müdigkeits-, Schlampigkeits- und Unwissenheitsfehler aufzeigt!
      Des Weiteren wünsche ich auch den stummen Lesern viel Vergnügen im weiteren Verlauf der Geschichte.

      Herzlichst
      ~~



      Drittes Kapitel
      „Das ist absolut unverantwortlich! Ich kann das nicht tun. Die Folgen sind nicht absehbar!“, beharrte der Brillenträger mit den wuscheligen Haaren auf seine ablehnende Haltung. Er sah nicht sonderlich gepflegt aus, grundsätzlich nicht. Dazu kam, dass er gewaltsam verschleppt und bereits seit einigen Tagen auf der Zinnoberinsel festgehalten wurde. Seine technischen Errungenschaften hatten die Entführer ebenso mitgenommen und wieder aufgebaut, wie man sie vorgefunden hatte.
      Der Umbau der Zinnobervilla in ein Forschungszentrum lief auf Hochtouren, und mit Bills Technik wurde das erste Labor eingerichtet und in Betrieb genommen. Er selbst war über das unerwartete Interesse nicht erfreut und kaum kooperationswillig.
      Agathe hatte jedoch keine Geduld. „Ich mache keine Scherze. Er hat die Risiken erwägt und zugestimmt. Noch heute wird es stattfinden, wenn du diese Insel lebend verlassen möchtest.“ Sie pochte zweimal mit dem Stock auf den Boden, um ihre Worte zu unterstreichen und kehrte ihm den Rücken zu. „Als kleinen Anreiz lasse ich dir eine Freundin da.“ Einen Moment später schwebte ein Gengar hinter Bill, kaum mehr als ein böser Schatten, der mit dem seinen verschmolz und ein leises Kichern ertönen ließ. „Dieses Gengar“, wandte sich die Ältere wieder an den Techniker, „muss mit dem jungen Mann… wie auch immer das funktionieren soll, Pyro versteht mehr davon. Du hast dafür Zeit bis zum Sonnenuntergang.“
      Bill seufzte. „Das heißt, ich verbinde den Körper des Jungen mit dem des Geistes, um mein eigenes Leben zu retten? Diese Entscheidung ist psychische Folter!“ Er stellte das nur leise fest, ohne wirklich zu protestieren. Agathe lachte darüber, ebenso leise.
      „Du hast keine Entscheidung zu treffen. Nach dem Ablauf deiner Frist tun wir es ohne dich. Die richtige Bedienung des Geräts beherrschst zwar nur du, aber das lässt sich dann wohl nicht ändern.“ Sie lachte noch einmal und ging.
      „Als ob ich da eine Wahl hätte…“ Fast schon entschuldigend wandte sich Bill an den Unbekannten in der ersten Kapsel seines Transporters. Er hatte die Augen geschlossen, keine Regung zeichnete sich auf seinem Gesicht ab. Er schien einen tiefen, traumlosen Schlaf zu schlafen. „Ich will das nicht tun, aber es ist besser, wenn ich den Vorgang richtig durchführe, als dass du zum Kollateralschaden unerfahrener Forscher wirst.“ Er warf einen unglücklichen Blick auf seinen eigenen Schatten, der ihn mit roten Augen anstarrte. „Von mir aus können wir anfangen!“, sagte Bill dann laut. Die Augen zwinkerten ihm zu und verschwanden. Einen Moment später erlosch das Licht in der zweiten Kapsel.
      Die Metalltür, durch die Agathe den Raum verlassen hatte, wurde aufgestoßen und ein Mann in militärischer Uniform mit kurzen blonden Haaren trat ein. Ein Raichu begleitete ihn. Seine Hundemarke wies ihn als Major aus. Unsanft stieß er Bill zu den Steuerkonsolen des Transporters und wies sein Elektropokémon an, die Maschine mit Energie zu versorgen.
      „Sie müssen nicht so grob zu mir sein!“, maulte Bill und legte ein paar Schalter um. Das Gerät fuhr mit lautem Summen hoch, die von der Elektromaus abgegebene Energie ließ einige Warnleuchten rot blinken. „Wir brauchen mehr Strom, sonst gelingt die Fusion nicht.“, stellte Bill fest, seine Stimme war nun erfüllt von professioneller Konzentration. Der amerikanische Soldat entließ einige Voltobal aus ihren Pokébällen, die ebenfalls begannen, die Maschine mit Strom zu speisen. Anscheinend waren alle seine Begleiter darin geübt.

      „Meinst du, er übersteht den Vorgang?“, fragte Agathe, ohne von ihrem Strickzeug aufzublicken. Ihr Gegenüber schüttelte nur den Kopf, ebenfalls ohne von ihrem Buch aufzublicken. Eine eigentlich sinnlose Geste, da sie niemand wahrnahm.
      „Die Chancen stehen nicht schlecht, denke ich. Wieso interessiert er dich mittlerweile so sehr? Vor wenigen Tagen hättest du ihn doch noch ohne Zögern in den Tod geschickt.“
      „Ich bin alt, Lorelei, und auch wenn du es noch nicht siehst, sitzt mir das Alter in den Knochen“, seufzte die Ältere. „Meine Forschung an den Geistern führt zu keinen weiteren Erkenntnissen mehr. Wenn diese Versuche scheitern, werde ich mich bald zur Ruhe setzen müssen. Jetzt, da die Lösung vielleicht zum Greifen nahe ist, weiß ich aber gar nicht mehr, ob ich…“ Sie sprach den Satz nicht zu Ende.
      „Bin ich dir eine würdige Nachfolgerin?“, wollte Lorelei wissen, diesmal schaute sie Agathe an, mit ehrlichem Interesse in den Augen. „Du hast viel geleistet und ich habe viel gelernt von dir. Meine Forschungen auf dem Gebiet der Eispokémon haben schon jetzt mehr Erkenntnisse geliefert, als ich angenommen habe. Wieviel ich wohl noch herausfinden kann, wenn ich…“, sie stockte. Von der eigenen Unsterblichkeit zu träumen, war das eine, davon zu reden schien ihr anmaßend.
      „Ja, das bist du.“ Das war alles, was Agathe noch sagte. Sie erhob sich von dem Sofa, auf dem sie einige Tage zuvor mit Motar gesessen hatte.

      Als ich erwachte, fiel mir als erstes das Licht auf. Es war helles Tageslicht, wie ich es seit Beginn des Krieges nicht mehr gesehen hatte. Ein Blick aus dem Fenster offenbarte einen Streifen blauen Himmels, der Rauch am Horizont hatte sich gelichtet, keine unheilschwangeren Wolken bedeckten mehr das Firmament. Ich zog die Decke enger um mich, drehte mich auf die Seite und vergrub das Gesicht in meinem Kissen, das wie immer süßlich nach Reinigungsmittel duftete. Es gab doch nichts Schöneres als den Geruch frisch gewaschener Bettwäsche. Ein kleines Lächeln der Zufriedenheit schlich über mein Gesicht und ich schloss meine Augen wieder. Das Tageslicht durch die hohen Fenster, das wohlriechende Bett, jetzt fehlte nur noch, dass mein Vater für seine tägliche Stunde am Flügel saß. Wie spät war es eigentlich? Wieso hatte mich niemand geweckt?
      Ich öffnete die Augen wieder, schaute auf meinen Nachttisch, auf dem ein altmodischer Wecker stand. Mit filigranen goldenen Ziffern auf anthrazitgrauem Blatt. Es war nicht weiter verwunderlich, dass er mich heute nicht geweckt hatte, denn er war nicht da. Auch der Nachttisch fehlte. War es… etwa kein Traum gewesen? Irritiert warf ich noch einen Blick in mein Zimmer. Ungewohntes zeigte sich, allerhand technische Gerätschaft. Jetzt vernahm ich auch das regelmäßige Piepsen der Anlagen, eine zeichnete wohl meine Herzleistung auf. Es dauerte einen Moment, bis ich das verstand, so regelmäßig waren die Werte sonst nicht. In mir rasten die Gedanken. Hatte ich einen Unfall gehabt? War alles doch nur eine wirre Fieberfantasie? Aus Gewohnheit tastete ich nach der kleinen Klingel, die ein Dienstmädchen rief, konnte sie jedoch nicht finden.
      Ich schlug die Decke zurück und blickte an mir herunter: zahlreiche Kabel verbanden meine nackte Haut mit den medizinischen Geräten um mich herum. Langsam setzte ich mich auf, zupfte die Haftscheiben von meinen Körper, eine Nadel versorgte mich mit einer Nährflüssigkeit, ich hasste das Gefühl, sie herauszuziehen. Neben dem Bett lag ein Nachthemd, das unzweifelhaft aus den Beständen des Krankenhauses stammte. Damit bedeckte ich meine Blöße und erhob mich dann endgültig. Zu meiner Überraschung trugen mich meine Beine, obwohl ich scheinbar länger gelegen hatte und keine Stütze verwendete. Erst vorsichtig, dann genüsslich streckte ich mich, eine Bewegung, die früher einen Schwindelanfall oder Schlimmeres verursacht hätte. Die Vorstellung ließ mich frösteln. Außerdem stand eines der Fenster weit offen. Ein Blick durch dasselbe zeigte mir, dass ich nicht geträumt hatte: die Straße vor dem Haus glich einem Schweizer Käse, der Zaun war löchrig, der Rasen großflächig verbrannt. Das Hochgefühl meiner neugewonnenen Körperkraft schlug um in die altvertraute Müdigkeit, ich stieß das Fenster lustlos zu und zog die Vorhänge vor.
      Ein unkoordiniertes Flügelschlagen ließ mich aufschrecken, ein winziges Zubat versuchte sich benommen in der Luft zu halten, was jedoch misslang, sodass die Fledermaus wie ein nasser Sack vor mir zu Boden fiel.
      „Ich glaube nicht, dass du hier hingehörst“ stellte ich trocken fest und hob das zitternde Wesen sanft auf. Es wehrte sich verzweifelt und erbämrlich, versuchte mit seinen kleinen Krallen meine Finger aufzustemmen, grub sogar seine spitzen Zähne in meine Haut, ich ließ aber nicht los. Einer Eingebung folgend trug ich es zum Bett, bettete das Wesen auf mein Kopfkissen, ließ es aber noch nicht los. Einer weiteren Eingebung folgend griff ich mir die Flasche mit den Nährstoffen, rollte einen Zipfel der Decke fest zusammen und tränkte ihn in der durchsichtigen Flüssigkeit und hielt das Ganze vor das Maul der Fledermaus. Sie gab das Zappeln auf, schnüffelte kritisch daran und vergrub letztlich die Zähne im feinen Stoff. Fast konnte ich sehen, wie die Flüssigkeit verschwand, darum entzog ich die Decke den erbarmungslosen Zähnchen, was mit lautem Protest quittiert wurde.
      „Wie verzweifelt musst du sein, dass du dich von Fremden füttern lässt?“, fragte ich das Zubat leise, das meine Worte ignorierte und wieder versuchte, unter meiner Hand hervorzukriechen. Ich wiederholte den Fütterungsvorgang einige Male, bis mein Gast sich mit einem leisen Rülpsen aus der Welt der Wachenden verabschiedete. Es klammerte sich mittlerweile mit seinen kleinen Füßen an meine linke Hand, sodass ich es herum tragen konnte wie einen seltsamen Modeschmuck.
      Ich ging noch ein wenig auf und ab, summte eine beruhigende Melodie und freute mich, dass ich nicht allein war in dieser furchtbaren Welt. Was war es doch für ein schönes Gefühl, einmal selbst gebraucht zu werden, statt auf Hilfe angewiesen zu sein. Mit dem Zeigefinger der rechten Hand versuchte ich, das Zubat hinter den Ohren zu kraulen, wie Pyro es bei seinem Fukano getan hatte, davon wachte es aber mit einem gemütlichen Schmatzen auf und schaute mich aus riesigen Augen und mit offenem Mund an. Ich lächelte unbeholfen, vielleicht auch ein klein wenig amüsiert über den dämlichen Ausdruck, was es mit einem neuerlichen Rülpsen entgegnete und die Augen wieder schloss.
      Ich besaß keine Pokébälle. Ich hatte noch nie mit Pokémon so nahen Kontakt gehabt. Ehrlich gesagt fragte ich mich, was mich geritten hatte, das Wesen zu füttern.
      Sehr viel Zeit zum Überlegen blieb mir aber nicht, denn schon bald klopfte es an der Tür. „Bist du endlich wach?“, fragte eine ältliche Stimme, gedämpft durch das dicke Holz. Statt zu antworten, schritt ich zur Tür und öffnete sie leise. Sofort bedeutete ich der Person, leise zu sein und wies auf das schlafende Zubat an meiner Linken. Die Person, natürlich Agathe, nickte anerkennend und zückte einen schlichten Pokéball, den sie mir hinhielt. Etwas zögerlich nahm ich ihn entgegen, konnte mich aber nicht entscheiden, meinem neuen Freund die Freiheit zu nehmen. Agathe schaute mich fragend an, schüttelte dann missbilligend den Kopf und führte mich durch mein eigenes Haus nach unten. An der linken Hand hing noch immer das Zubat, in der rechten hielt ich einen Pokéball, dieser Tag war wahrlich seltsam.

      Ich passierte Türen, die mir sehr bekannt vorkamen, die Räume dahinter waren jedoch fremd. In einigen waren Geräte eingelagert, die nach fortschrittlicher Technologie aussahen, andere waren noch immer übersät mit Trümmern. Ich erinnerte mich daran, dass Pyro angekündigt hatte, das Haus würde in eine Forschungsanlage umfunktioniert. Wieso grade mein Schlafzimmer verschont blieb, gleichwohl wenig mehr als das Bett noch vorhanden war, erschloss sich mir nicht.
      „Warum…“, setzte ich an, doch Agathe zischte mich bloß an und brachte mich damit zum Schweigen, bis wir im Atrium standen. Der Flügel lag noch immer darnieder, abgesehen davon waren die Trümmer der Fliesen, die Scherben, der Dreck und die Vergangenheit einer recht altmodischen Sitzgruppe gewichen. Ich erkannte, dass sie aus dem anderen Herrenhaus stammte und war verwirrt.
      „Dein Blick sagt alles“, stellte Agathe fest und wieder nahmen wir Platz auf dem Sofa. Durch ihre Position verdeckte sie mir die Sicht auf das Klavier. „Du warst einige Tage bewusstlos. Wir hielten es für gut, wenn du in einer vertrauten Umgebung aufwachst“ erklärte sie mir, wobei ihr Blick prüfend auf mir lag, als wollte sie keine Bewegung verpassen. „Fühlst du dich desorientiert, schwach oder verwirrt?“
      Ich zögerte einen Augenblick. War das eine Fangfrage? Dann verneinte ich mittels eines Kopfschüttelns. „Im Gegenteil. Ich habe mich schon lange nicht mehr so gut gefühlt. Ein wenig überrascht bin ich schon. Ich habe dieses Zubat… gefunden und irgendwie wusste ich, was ich zu…“
      „Danach habe ich nicht gefragt“, unterbrach mich Agathe grob und zog einige Nadeln und ein Wollknäul aus einer Tasche ihres faltigen Rocks. „Wie bist du an dieses Zubat gekommen?“, wollte sie dann wissen, während sie einige Maschen aufknüpfte.
      Ich blickte sie irritiert an, ohne zu antworten.
      „Wenn du mit uns arbeiten möchtest, musst du lernen, präzise zu antworten und effizient zu sein. Ich bin zu alt, um mir jedes Mal deine Lebensgeschichte anzuhören, wenn ich nach dem Wetter frage.“ Sie fixierte mich aus ihren tiefliegenden Augen, wobei ihre Finger die Strickarbeit wie von allein fortsetzten. Sie griff nicht einmal daneben. Präzise und effizient legte sie Masche für Masche.
      „Das Zubat habe ich in meinem Zimmer gefunden, ein Fenster stand offen. Es war entkräftet, darum habe ich es gefüttert, indem ich…“
      Wieder unterbrach mich Agathe. „Das genügt. Wieso fängst du es nicht mit einem Pokéball? Du kannst nicht den Rest deines Lebens mit einem Zubat am Arm herumlaufen.“ Sie hatte leider Recht, der Arm begann schon zu schmerzen. Normal ruhte meine linke Hand auf meinem Stock, der mir noch immer sehr fehlte, gleichwohl ich ihn scheinbar nicht mehr benötigte.
      „Es vertraut mir. Es scheint mir nicht richtig, dieses Vertrauen auszunutzen, um ihm seinen Willen zu nehmen.“ Eine bessere Antwort hatte ich nicht. Wie erwartet, lachte Agathe wieder auf.
      „Die Pokémon sollen uns Menschen dienen. Sie sind nicht unseresgleichen, wir können sie beherrschen und für uns Nutzen. Glaube nicht, dass ein Pokémon jemals so empfindet, wie ein Mensch. Wenn die Zeit kommt, wird es seinen Vorteil nutzen und dich im Stich lassen. Nimm den Ball und mach es zu deinem Eigentum!“ Ihre Stimme war bitter. Ich ahnte, dass sie nicht immer so gedacht hatte. Auch sie musste eine dunkle Vergangenheit haben, die sie so hart werden ließ.
      „Das kann ich nicht. Es gibt nicht immer nur den einen richtigen Weg!“, entgegnete ich dennoch, überzeugt, das Richtige zu tun. Agathes verächtliches Kopfschütteln interessierte mich nicht. Es folgt ein langer Moment des Schweigens, der damit endete, dass sich die winzige Fledermaus an meiner Hand rührte. In diesem Moment wurde mir erst bewusst, wie erschöpft das Wesen gewesen sein musste, um trotz des Gesprächs zu schlafen. Und wie einfach es gewesen wäre, Macht über es auszuüben. War es das, was es bedeutete, ein Trainer zu sein? Stets den eigenen Vorteil im Blick die Schwächen anderer auszunutzen? Zubat blickte mich aus vertrauensseligen Augen an. Ich griff nach dem Pokéball und hielt ihn meinem blauen Gefährten fragend hin. Dieser antwortete lediglich mit einem trägen Flügelschlagen und einem undefinierten Kopfwackeln, das ich als Nicken auffasste. Ich betätigte den Schalter im Zentrum der weiß-roten Kugel, woraufhin sich ein roter Blitz manifestierte und Zubat aus einem Sichtbereich verschwand.
      „Wie funktioniert das?“, wollte ich von Agathe wissen.
      Sie legte einige weitere Maschen, ehe sie antwortete. „Du scheinst keinerlei Neugier zu besitzen. Ich hätte erwartet, dass du wissen willst, was wir mit dir getan haben.“
      „Ich sehe die Dinge in einer mir völlig neuen Klarheit. Ich weiß, was mit mir geschehen ist, wie es geschehen ist, und was geschehen wird.“, entgegnete ich mit einem winzigen Lächeln. „Stück für Stück überkommt mich die Erkenntnis. Ich denke, der Eingriff war ein Erfolg, der Geist hat sich mir offenbart und unsere Verbindung gewährt mir Zugriff auf ihre Erfahrungen. Während wir hier sitzen, spricht sie mit mir. Es ist, als hätte ich aufgehört zu leben und wäre neugeboren. Jetzt, da ich genesen bin, bin ich endlich bereit, mit Lorelei zu reisen. Noch kontrolliert der Geist die Verbindung, aber ich hoffe, dass ich einen Weg finden werde, auf unseren Gedankenaustausch Einfluss zu nehmen. Diese Chance ist größer, als alles, was ich mir erträumt hatte.“
      Mein Gegenüber blickte nicht auf, als sie das hörte, sondern strickte ruhig weiter. Irgendwie bewunderte ich ihre Ruhe, obwohl mir eine Stimme verriet, dass sie nur in Gedanken versunken war. Tief in mir spürte ich eine Verbundenheit zu dieser Frau, sie glich der Verbundenheit mit dem Geist.
      „Du sprichst viel zu sicher. Das kaufe ich dir nicht ab!“, entgegnete sie dann streng. „Ich kenne diesen Geist sehr lange, du kannst mich nicht so einfach täuschen. Dir ist gar nichts klar. Dir ist nicht einmal aufgefallen, dass dieses Zubat Augen hat, was bedeutet, dass es in der Evolution sehr weit fortgeschritten ist. Ich frage noch einmal, und diesmal erwarte ich eine ehrliche Antwort: Wie fühlst du dich?“
      Dass sie mein falsches Spiel so einfach durchschaut hatte, überraschte mich kaum, darum hob ich abwehrend die Hände und seufzte ergeben. „Na gut. Ich fühle mich einfach elend! In meinem Kopf herrscht Chaos, sie redet auf mich ein, sodass ich kaum Realität von Trugbild unterscheiden kann! Bitte, ich möchte einfach nur Lorelei sehen.“
      „Sie ist schon gestern abgereist“, erklärte Agathe. „Sobald ich mich davon überzeugt habe, dass du bei bester Gesundheit bist, haben wir beide ein anderes Ziel. Es gab einen Vorfall beim Kraftwerk. Ich muss mich dort umsehen, da eine Invasion von Geistern alle Arbeiter vertrieben hat. Auch aus diesem Grund fehlt der Region Kanto der Strom, wie dir unzweifelhaft bereits in den vergangenen Wochen aufgefallen ist. Ich gebe zu, dass das ein Teil unseres Plans war, der aufgrund meiner Abwesenheit allerdings scheinbar schiefgelaufen ist. Heda, hörst du zu?“, fuhr sie mich an und stach mit ihrem Stock auf meinen nackten Fuß.
      In mir rasten die Gedanken. Sie war schon fort? Ohne mich? Wieso? „V-verzeih... was genau ist schiefgelaufen?“, hakte ich fahrig nach und unterdrückte den Impuls, meinen Fuß zu halten.
      Agathe schüttelte genervt den Kopf. „Ich hatte schon erwartet, dass dich diese Nachricht durcheinander bringen würde. Es war nicht sicher, ob und wann du aufwachst, und ihre Forschungen setzen ihr häufig ein enges Zeitfenster, entsprechend der Position des Mondes, der Gezeiten, Witterung… Gleichwohl, ich bin kein Papagei und du wirst mich zum Kraftwerk begleiten, auch wenn du nicht weißt, worum es geht.“, stellte sie dann streng fest. Der Geist in mir kicherte. „Da du jetzt einen meiner Geister beherbergst, werde ich dich selbst ausbilden.“ Ob ich damit einverstanden war, wollte sie gar nicht wissen, sondern instruierte mich, wo ich passende Kleidung fand, dass ich noch am selben Abend von einem Arzt untersucht würde. Und wenn das Ergebnis positiv war, würden wir am nächsten Tag aufbrechen.

      Es war nicht mehr lang hin, aber das Warten schien endlos zu sein.
      Du wolltest dich schon immer für meine Gemeinheiten revanchieren? Feel free to comment.
    • So, dann mal der versprochene "ausführliche" Kommentar...

      Alles in allem finde ich, dass es ein sehr schönes Kapitel war. Angenehm zu lesen, es liest sich leicht runter und ist spannend genug, einen zu motivieren, weiterzulesen. Die Handlung setzt endlich ein, und ich bin gespannt darauf, wie es weitergeht.
      Das Kapitel war darüber hinaus sehr aufschlussreich. Motar wurde mit einem Gengar verbunden, er erhält sein erstes Pokemon und man erfährt, dass er seine erste Mission mit Agathe antreten wird.
      Agathe scheint ihn wirklich zu mögen. Das freut mich für die beiden. Sie sind sich sehr ähnlich.
      Ebenfalls schön finde ich, wie du die Pokemonentwicklung wie einen tatsächlich langwierigen Prozess darstellst, der vielleicht tatsächlich realitätsgetreuer ist, sich dann aber wieder von der Originalvorlage abwendet.
      Allgemein finde ich positiv, dass es für mich dieses Mal nicht wie eine Animeepisode wirkte. Es ist deine FF, mit ihren eigenen Charakteren und ihrem eigenen Setting, und das ist gut so.

      Allgemein fehlte mir in diesem Kapitel ein wenig Tiefe. Ich nehme an, dass du an einigen Stellen bewusst nicht in die Tiefe gegangen bist, um sie noch offen zu lassen, an anderen Stellen wirkte es doch ein wenig komisch...

      Bill, Bill, Bill, Bill, Bill
      Der erste Absatz dreht sich nicht nur inhaltlich um Bill, man wird auch auf unangenehme Art und Weise alle 2-3 Sätze daran erinnert.

      „Sie müssen nicht so grob zu mir sein!“, maulte Bill und legte ein paar Schalter um. Das Gerät fuhr mit lautem Summen hoch, die von der Elektromaus abgegebene Energie ließ einige Warnleuchten rot blinken. „Wir brauchen mehr Strom, sonst gelingt die Fusion nicht.“, stellte Bill fest, seine Stimme war nun erfüllt von professioneller Konzentration.

      Vorallem im letzten Teil dieses Absatzes fehlt mir die Tiefe und die Interaktion mit Major Bob. Ich weiß, es ist gewollt von dir, dass die beiden wortlos interagieren, immerhin ist Major Bob auch ziemlich grob zu Bill, aber so wie die beiden aneinander vorbei agieren, fühlt es sich für mich eher unreal an. Natürlich ist es Major Bob gewohnt, Befehle auszuführen und Befehle zu erkennen, wenn sie nicht explizit verlangt sind, doch in dieser Szene fehlte mir einfach ein wenig Kommunikation, wenn auch nur durch Mimik und Gestik, Blicke, was weiß ich.

      Die Szene zwischen Agathe und Lorelei finde ich sehr schön beschrieben und überaus aufschlussreich. Die doch etwas (sehr) arrogante Lorelei, die einfach nicht ihre Klappe halten kann. Das Setting, dort, wo Agathe Motar mögen gelernt hat. Und sie steht zum Schluss auf, und lässt Lorelei sitzen. Ich finde, das sagt viel aus.

      Aus medizinischer Sicht frage ich mich natürlich, ob Motar nicht blutet, wenn er sich einen Zugang zieht, ohne die Blutung zu stillen.

      Sehr viel Zeit zum Überlegen blieb mir aber nicht, denn schon bald klopfte es an der Tür. „Bist du endlich wach?“, fragte eine ältliche Stimme, gedämpft durch das dicke Holz. Statt zu antworten, schritt ich zur Tür und öffnete sie leise.

      Das hat mich sehr irritiert, wie einige Stellen im Kapitel, die Agathe allwissend wirken lassen. Jeder normale Mensch hätte sich gewundert, warum Motar nicht mehr im Bett liegt, denn es ist ja nun nicht wirklich normal, dass sich Leute selbst einen Zugang ziehen.
      Sie könnte ihre Überraschung auch überspielen, aber dann hätte sie nicht geklopft, denn sie hätte nicht damit gerechnet, jemand könnte ihr die Tür aufmachen.
      Andererseits könnte sie auf eine Antwort gehofft haben, das Zimmer betreten zu dürfen, aber auch das ist für die doch so effiziente Agathe nicht üblich. Außer, sie respektiert Motar mehr, als sie zugeben will.
      Aber woher ahnt sie, dass er ausgerechnet jetzt wach ist? Immerhin ist er schon mehrere Tage bewusstlos. Sie wird ja nicht stündlich vor seiner Tür stehen, klopfen, und fragen, ob er wach ist.
      Vielleicht hat es ihr eines ihrer Geistpokemon gesagt, oder sie hat es anhand der Überwachung festgestellt... man wird es nie erfahren.

      Ebenfalls komisch lies es sich dann, dass Agathe Motar erst nach einer gefühlten halben Ewigkeit bezüglich des Zubats befragt.
      Allgemein finde ich die Szene mit Agathe sehr surreal und irgendwie komisch. Ich meine, du betonst es in dem Absatz sogar, dass die Situation komisch ist, aber da fehlt mir vielleicht wieder einfach eine gewisse Tiefe unter anderem der nonverbalen Kommunikation und oder eine Erklärung.

      Ich zögerte einen Augenblick. War das eine Fangfrage?
      Es wirkt so, als ob Motar die Frage so lächerlich findet, dass er vermutet, dass sie eine Fangfrage sei, da es ihm so gut geht. Das steht aber im Widerspruch mit dem Ende des Kapitel, wo Motar zugibt, dass es ihm doch schlecht geht.
      Eine alternative und passendere, jedoch unwahrscheinlichere Interpretation wäre natürlich, dass es seine Skepsis zeigt, aus der heraus er auch sagt, dass es ihm gut geht.

      „Wenn du mit uns arbeiten möchtest, musst du lernen, präzise zu antworten und effizient zu sein. Ich bin zu alt, um mir jedes Mal deine Lebensgeschichte anzuhören, wenn ich nach dem Wetter frage.“ Sie fixierte mich aus ihren tiefliegenden Augen, wobei ihre Finger die Strickarbeit wie von allein fortsetzten. Sie griff nicht einmal daneben. Präzise und effizient legte sie Masche für Masche.
      Da versinnbildlichst du natürlich gleich darauf die Effizienz mit einem Bild, ein wenig offensichtlich, da du sogar dasselbe Adjektiv benutzt.

      Allgemein finde ich noch etwas verwunderlich im Nachhinein, wie gelassen sich Motar über das komplette Kapitel gibt, dafür, dass es ihm innerlich doch so schlecht geht und dieses große Chaos in seinem Kopf herrscht. Also entweder hat er eine unglaublich gute Körperkontrolle, was er selbst zumindest revidiert, oder all zu schlimm kann Gengar ihm gar nicht zusetzen.

      Ich finde natürlich, dass du wieder sehr schöne Sinnbilder und Gesten gefunden hast, um Aussagen zu bekräftigen und zu unterstreichen, und natürlich viele schöne, teilweise dezente Beschreibungen, die das Bild angenehm komplettieren.

      Ich freue mich auf das nächste Kapitel.

      The post was edited 3 times, last by Charizard2016 ().

    • Hui, da bin ich :o Ich werde aber nicht so ausführlich kommentieren wie Chari...

      Das Kapitel fängt erst ziemlich verwirrend an, mit dem armen Bill, der wohl gezwungen wird, Major Bob bei einer Maschine zu helfen, für böse Schandtaten wahrscheinlich.

      Dann etwas entspannter mit Agathe und Lorelei, aber für mich war besonders der Teil mit der Nachfolgerin sehr intressant. Agathe rechnet wohl damit, dass sie nicht mehr so lange zu leben hat - wobei sie zehn Jahre später ja auch noch lebt, also hat es vielleicht auch mit einer halsbrecherischen Akrion zu tun.

      Und Motar verhält sich etwas komisch, wieso gibt er sich wohl als energievoll aus... Du finde es gut, dass er jetzt ein Pokemon hat, auch wenn es kein Sichlor ist, sondern ein Zubat... mit Augen, und dass Motar das nicht auffällt o.o Aber wahrscheinlich sieht er Zubat nicht so oft wie die Protagonisten in den Spielen. Hoffentlich kämpft er damit oft und entwickelt es zu Iksbat, bei seinen Missionen! :run2:

      Damals wusste ich wirklich nicht, dass Agathe auch in R/B/G ihre Beziehung zu Professor Eich hat, aber nun bin ich schlauer. :lol: Bin gespannt auf das zweite Kapitel!
    • Da ich nun ja doch so lange zum kommentieren gebraucht habe... :ups:

      Sorry


      Ich war ehrlichgesagt irgendwie überrascht, dass du Bill mit reingearbeitet hast. Wir gehen mal davon aus, dass das ganze zur Vergangenen Zeit spielt. Also vor den Pkmn spielen. Darauf lässt mich die Story ja irgendwie immer wieder schließen. Also, wenn wir das mal annehmen... Und er erachtet das ganze in deiner Geschichte als psyschiche Folter.... Warum also möchte er 'heutzutage' Meschen in Pokemon verwandeln können und andersrum? Ist da skeine psyschiche Folter, wenn sich z.B ein Flugpokemon in einem Körper befindet, der nicht fliegen kann? Warum dieser Umschwung? Wahnsinn? Macht über andere Lebewesen? Vielleicht erfahren wir das ja noch, aber ich bezweifle es irgendwie.

      Interessant war natürlich auch das Gespräch zwischen Lorelei und Agatha. Nachfolgerin. Warum erarbeitet sich die alte Hexe das alles wenn sie eh stirbt und keine Nachfolger hat. Sieht sie also vielleicht in Lorlei etwas wie eine Tochter?

      Schön finde ich, dass du Agathe etwas wie eine Politikerin darstellst. Bzw alle 3, also Pyro, Agathe, Lorelei. Der Aufbau eines neuen Imperiums... eienr Diktatur?
      Lass Dir von niemanden je einreden, dass Du was nicht kannst. Auch nicht von mir. Ok? Wenn Du einen Traum hast, musst du ihn beschützen. Wenn andere was nicht können, wollen sie dir immer einreden dass du es auch nicht kannst. Wenn Du was willst, dann mach es. Basta
    • Liebe nichtexistente Leserinnen und Leser,

      anbei das vierte Kapitel dieser FF. Die lange "Wartezeit" bitte ich freundlich zu entschuldigen, schieben wir das auf Recherchezwecke. Sowas lohnt sich nebenbei. Dennoch wird dieses Kapitel keine Erleuchtungen bringen und dient mehr dem Zweck, überhaupt mal wieder etwas zu schreiben. Der Inhalt bricht also aus dem geplanten Ablauf aus, auf Sachebene wollte ich nur mal wieder schauen, ob ich neben Gesprächen auch Handlungsabläufe beschreiben kann, weil ein gewisser Mangel daran ja immer kritisiert wurde... und nunja, ich kann es nicht. Darum wünsche ich euch mehr Geduld als Freude mit diesem Kapitel. In Ermangelung an Betaleser und Brille bitte ich gegebene Fehler nachsichtig zu übersehen unnachgiebig herauszusuchen und dem Kapitel den Rest seiner schmächlichen Würde zu nehmen. Immerhin habe ich es vor 2 Monaten begonnen und erst jetzt fertig gestellt, und dazwischen den eigentlichen Handlungsstrang auch weitergeschrieben -.-

      Herzlichst,
      ~~

      Viertes Kapitel
      Mir war, als brächte die Nacht den Zorn des Krieges zurück. Regen peitschte auf die zerstörten Straßen, Blitz um Blitz erhellte die Stadt und das Land ringsum. Das aufgewühlte Meer versuchte in gewaltigen Wellen die Klippen der Insel zu überwinden, doch diese waren zu hoch. Zu allem Überfluss spie der Vulkan gewaltige Aschewolken in die Luft und brennendes Gestein regnete in die ohnehin schon tobende See, nur um unter lautem Zischen und Fontänen verspritzten Wassers zu versinken.
      Agathe ging unruhig auf und ab. Das Unwetter hatte sich von den Seeschauminseln her genähert, Lorelei befand sich also wohlmöglich in Gefahr.
      „Der Kapitän bittet um Unterstützung. Die Fähre ist diesem Unwetter nicht gewachsen. Wenn wir nichts unternehmen, wird sie Schaden nehmen.“, erklärte ein livrierter Butler in aller Eile. Er war ungeheuerlicher Weise eingetreten, ohne anzuklopfen.
      „Was können wir tun?“, herrschte ihn die Alte an, ohne seinen Blick zu suchen.
      „Das kann ich Ihnen nicht sagen, Ma‘am.“, entgegnete der Livrierte ohne Umschweife. „Es scheint sicher, dass die Fähre nur zu retten wäre, wenn sie sofort ins Trockendock verlegt wird, der Wasserpegel vor Ort ist aber schon zu weit gestiegen, als dass die nötigen Geräte zum Transport an Land aufgebracht werden könnten.“
      „Ich verstehe.“, sagte Agathe nur und sandte den Butler aus, regenfeste Kleidung für sie aufzutreiben und ihren neuen Schüler zu wecken.

      Sie erwartete mich schon im Atrium. Wie zuvor hatte ich passende Kleidung schon neben dem Bett aufgefunden, trug also einen langen gelben Mantel über meiner Kleidung, der eine ausladende Kapuze hatte, dazu schlichte, aber massive Stiefel. Es schien mir ungerecht, aber Agathe war weitaus geschmackvoller gekleidet, streng genommen trug sie lediglich einen durchsichtigen Poncho aus wasserundurchlässigem Kunststoff und dazu einen farblich zu ihrem Rock passenden Regenschirm. Ihren Stock hatte sie an den bedauernswerten Flügel gelehnt.
      „Motar, es ist Zeit für deine erste Lektion. Wenn Menschen machtlos sind, können Pokémon oft unschätzbare Dienste leisten. Folge mir und gib gut Acht, dass du in dem Unwetter nicht verloren gehst.“ Ich nickte folgsam, unterdrückte ein Gähnen und folgte ihr zur Eingangstür. „Ich habe noch kein Auge zugetan, also lass uns das schnell hinter uns bringen. Unser Ziel ist das Dock, die Fähre muss gesichert werden.“ Ich nickte erneut folgsam und hielt ihr die Tür auf. Der Wind, der uns entgegenpfiff, war schneidend kalt. Was jemand wie ich, oder auch eine Greisin wie sie hier ausrichten sollte, wagte ich nicht zu fragen.
      Die alte Dame ging mir voraus, verzog nur kurz die Miene, ehe sie den Schirm aufgeklappt hatte. Das klapprige Metallding vermochte den mächtigen Böen kaum standzuhalten und schon bald waren ihre Haare völlig aufgeweicht, dennoch ging sie zielstrebig über die schlammige Auffahrt ins Stadtinnere und wandte sich erst nach Osten und dann nach Norden, ignorierte die Pfützen, die allenthalben die Straße knöcheltief bedeckten.
      „Gib Acht, dass du nicht in eins der Schlaglöcher trittst.“, rief sie mir zu, als hätte man das noch erwähnen müssen. Ein brennendes Geschoss schlug nur wenige hundert Meter vor uns in das immer näher kommende Meer und Agathe blieb kurz stehen. „Dieses Unwetter kann nicht natürlichen Ursprungs sein. Es ist ein zu großer Zufall, dass die Stadt keinen Schaden durch den Vulkanausbruch nimmt.“, kommentierte sie kurz, ich konnte ihre Stimme kaum vernehmen, so laut waren das Heulen des Windes und das Krachen der Donnerschläge. Ich meinte, am Ende des Blickfelds einen Wirbelsturm zu sehen, der bald von Ost nach West, bald entgegengesetzt tobte und immer wieder ruckartig die Richtung zu ändern schien.
      „Was ist das für ein Sturm?“, rief ich der kleinen Frau zu, sie winkte jedoch wortlos ab und marschierte weiter durch den Sturm, bis wir beide eine unpassierbar tiefe Stelle erreichten. Das Dock lag nur wenige Meter vor uns, eine Treppe führte hinab, das Wasser reichte jedoch bis auf die Hälfte der Stufen. Das Problem war auch nicht zu übersehen, die Fähre war noch auf einer Seite fest vertäut, durch den steigenden Wasserpegel wurde es an den stählernen Tauen an tief im Boden verwurzelten Pollern aber in eine gefährliche Schräglage gezwungen. Die Rettungsboote an der Seite des Schiffs hingen wie Christbaumschmuck herunter, Teile des Interieurs wirbelten in der unerbittlichen See umher. Durch einige beschädigte Fenster drang Wasser ins Schiffsinnere, bald würde es kentern.
      „Verrate mir, was wir hier tun können. Bedenke die Fähigkeiten unserer Pokémon.“, forderte Agathe mich auf, als wir gemeinsam die Stufen hinab gingen. Sie waren glatt vom Wasser, der Wind zerrte an unserer weiten Kleidung, den Schirm hatte die rüstige Rentnerin schon weggeworfen. Ich war überfordert und wusste keine Antwort, was meiner Lehrmeisterin nicht entging. „Mit Mutlosigkeit wirst du uns nicht viel nützen. Umdenken ist gefragt.“ Sie griff einen ihrer Pokébälle und entließ den darin gefangenen Geist.
      „Alpollo, setz deine Psychokinese ein!“, forderte sie unwirsch und deutete auf einen Stuhl, der im Wasser trieb. Der Geist runzelte die Stirn, schnippte dann mit seiner rechten Klaue, als hätte er einen genialen Einfall, murmelte etwas bald schon ereignete sich etwas absonderliches, wie es mir noch nie begegnet war: erhellt von den Blitzen der Nacht schwebte der Stuhl mit dem unverwechselbaren Schriftzug der Fähre, MS. Sunrise, auf uns zu. Der Gegenstand war von der unheimlichen Aura des Geistpokémons umgeben.
      „Aber würde es nicht eine immense Menge an Geistern verlangen, um das ganze Schiff zu heben…?“, fragte ich vorsichtig.
      „Meine Geister sind mächtig. Du hast Annabell, die ebenfalls einen Teil beitragen kann. Du wirst jetzt lernen müssen, ihre Fähigkeiten zu kontrollieren. Möglichst schnell, viel Zeit bleibt uns nicht.“ Das Schiff neigte sich immer weiter zur Seite, schon leckten erste Wellen über die Reling auf das Sonnendeck.
      Ich schloss die Augen und versuchte mit dem Geist Kontakt aufzunehmen. „Kannst du… mich hören?“ – „Nein, aber ich kann deine Gedanken lesen.“ Ich schauderte, allerdings nicht wegen der Kälte. „Kannst du mithelfen, das Schiff zu stabilisieren?“, wollte ich also wissen. „Solang ich an deinen Körper gefesselt bin, kann ich das nicht ohne weiteres. Du musst es selbst tun.“, antwortete Annabell. Wie das gehen sollte, konnte sie mir auch nicht verraten.
      Agathe hatte unterdessen einige Geister herbeigerufen, die gemeinsam mit Alpollo begannen, das Schiff wieder in Position zu schieben. „Ihr müsst die Ketten durchtrennen!“, gebot Agathe ihnen herrisch, ihre Stimme drang durch den Sturm wie ein Nebelhorn. Der fallende Regen war mittlerweile so dicht, dass ich kaum etwas sehen konnte, darum schloss ich die Augen und versuchte Annabells mystische Kraft in mir zu spüren.
      „Tut sich schon etwas?“, fragte ich den Geist zaghaft. Ich fühlte ihre Ablehnung. Ich konnte mich aber auch kaum konzentrieren. „Ich weiß ja nicht einmal, was ich suche, oder wie ich diese Kräfte aktiviere. Oder OB es überhaupt geht…“, murrte ich stumm.
      Vor mir gab es ein dröhnendes Geräusch, als scheinbar die Taue unter den beständigen Angriffen der Geister nachgaben und rissen. Agathe fluchte derb, wie ich es nicht für möglich gehalten hatte, der Grund erschloss sich mir aber nicht.
      „Motar! Das Schiff ist nicht mehr zu halten! Wir brauchen Annabell, sonst wird es weggetrieben!“, dröhnte die dämonisch tiefe Stimme meiner Mentorin zu mir.
      „Ich kann nichts tun…“, rief ich verzweifelt. Meine Beine fühlten sich schrecklich an, ungewohnt, mein Gewicht längere Zeit zu tragen, der Wind zerrte an mir, ich war nass bis auf die Knochen und fror. Es war hoffnungslos.
      Agathe ging aber nicht weiter darauf ein „Das ist jetzt nicht der Zeitpunkt für Diskussionen. Bring dich in Sicherheit!“, gebot sie über den Sturm hinweg.
      Ohne ihr zu widersprechen wandte ich mich langsam zum Gehen, obwohl ich keine Hoffnung hatte, in diesem Unwetter den Weg finden zu können. Jeder Schritt durch die heulenden Böen kostete Überwindung. Bald erspähte ich nahebei eine alte Lagerhalle, deren Fenster eingeschlagen waren. Das würde vorerst genügen.

      Agathe rief ihre Geister zurück. „Hier könnt ihr nichts mehr ausrichten. Jetzt kommt es auf mich an.“, seufzte sie, breitete die Arme aus, wobei sie den Regenmantel abwarf, und schloss die Augen.
      Der Regen peitschte mir ins Gesicht und der Sturm riss an meinen Haaren, als ich aus dem Fenster blickte. Es war kaum zu erkennen, wie Agathe den Gehstock zu Boden fallen ließ, er schlug neben ihr matt auf, ohne noch einmal abgestoßen zu werden oder dass der Wind an ihm zerrte. Sie selbst stand aufrecht, ihr langer Rock flatterte hektisch wie die Flagge eines Reiters im vollen Galopp, der auf feindliche Reihen zustürmt. Während ich das Bild noch im Kopf verglich, schien die Bewegung des Stoffs schwächer zu werden. Bald lag er glatt und eng an ihrem Körper an, auch ihre altrosa Bluse hing nicht mehr in nassen Falten von ihrem Körper, sondern schmiegte sich eng wie eine ledrige Haut um sie. Kurz kauerte meine Mentorin sich auf dem Boden zusammen, sprang dann kraftvoll ab und breitete die furchteinflößenden Schwingen zu voller Breite aus und erhob sich in die Luft, wobei sie mit gewaltigen Flügelschlägen dem tobenden Unwetter trotzte.

      Hoch über der Wolkendecke, höher als jede andere Fledermaus geflogen wäre, stürzte sich die mutierte Agathe ins Kampfgeschehen. Zwischen Hagelgeschossen, Nebel und Feuer versuchte sie sich einen Überblick über den Konflikt zu verschaffen. Ein gelber und ein hellblauer Vogel umkreisten sich in bedenklichem Tempo.
      Kurz erstarrte das falsche Golbat in ehrfürchtigem Staunen, als sie die Boten von Frühling und Winter erkannte, die sich vor ihren Augen ein Duell lieferten, das mehr wie ein anmutiger Tanz wirkte. Lavados zog einen feurigen Schweif hinter sich her, der den von Arktos ausgehenden tödlich kalten Nebel schmolz und als Regen zur Erde stürzen ließ. Unmittelbar um die Kontrahenten herum war die Luft ruhig und mild wie am ersten Frühjahrstag. Lediglich die Flügelschläge der drei Anwesenden wühlten sie auf. Kurz hielten die legendären Kontrahenten inne, fixierten einander, dann schraubte sich Lavados weiter in die Höhe und hinterließ dabei einen Orkan aus Feuer, der sich rasend auf Arktos zubewegte. Der Eisvogel antwortete, indem er sein silberblaues Gefieder schüttelte. Eine eisige Böe trieb die Flammen auseinander. Der Phönix schrie empört auf und setzte zum Sturzflug an, um seinen Gegner von oben mit den scharfen Krallen zu packen und ihm den spitzen Schnabel ins Rückenmark zu treiben.

      Unfähig, auf das Geschehen einzuwirken, ließ sich Agathe wieder zu Boden sinken. Es fiel ihr schwer, die Flugbahn zu halten, sobald sie die Wolkendecke durchbrochen hatte und wieder Blitz, Wind und Regen auf sie einwirkten. Es war mehr Glück als Erfahrung, die sie wieder sicher zur Erde brachte.

      In Motars Kopf herrschte Chaos. Wie in einer Vision erahnte der junge Trainer, was sich hinter den Wolken abspielte und, war er schon vorher in atemlosen Staunen versunken, schnappte er nun noch einmal nach Luft, denn nachdem Agathe verschwunden war, tauchte unvermittelt ein weiteres Wesen auf.. Ein noch gewaltigerer Vogel, der mehr einem mythischen Drachen glich. Silbern glitzerte er, seine Augen funkelten violett und die Weisheit und das Alter des Meeres schienen daraus zu sprechen. Seine Schwingen waren ein Vielfaches breiter als die der Kontrahenten, und gleich einem Priester bei der Trauung hob er diese über die Köpfe der beiden und stimmte einen besänftigenden Gesang an.

      Es dauerte nicht lang, bis die Nacht wieder still und dunkel war. Agathe hatte Motar in der Lagerhalle am Boden liegend gefunden und ihn unsanft geweckt.
      „Was hast du gesehen?“, zischte sie ihn an und setzte ihm drohend die Spitze ihres Stocks auf die Brust. Da die Straßen wieder passierbar waren, hatte Pyro sich zu ihnen gesellt.
      „Vögel… drei Große, der Größte kam erst nachdem… ich weiß es nicht“, versuchte Motar sich aus der Situation zu winden. Ihr Verhalten vermittelte ihm den Eindruck, dass er nicht hätte sehen dürfen, was er erblickte.
      „Drei Vögel?“, entfuhr es Pyro. „Etwa die legendären Vögel Arktos, Zapdos und Lavados?“ Er wünschte sich sehr, mindestens einen davon einmal zu erblicken.
      Agathe kam ihm zuvor: „Zapdos war nicht anwesend. Unser Glück, sonst wäre keiner von uns mehr hier. Es waren nur ZWEI Vögel. Ich war sehr nah dran und bin auch als Fledermaus nicht blind.“ Da Motar keine Anstalten machte, noch einmal zu widersprechen, stampfte sie wütend von dannen, um nach der Fähre zu sehen.
      „Der Dritte war ganz anders als die anderen“, wandte sich Motar an den Feuertrainer, der ihr grinsend nachblickte. Scheinbar waren sich die beiden nicht sonderlich sympathisch.
      „Inwiefern anders. Neben der Größe. War es die … Farbe?“, fragte Pyro plötzlich mit lauerndem Blick.
      „Das auch, er wirkte einfach…“, Motar zögerte, denn es klang so lächerlich, „Er wirkte mythischer. Irgendwie bedeutsamer, so als käme er aus einer anderen Zeit.“
      Pyro packte ihn an den Schultern, zog ihn näher und blickte ihm forschend in die Augen. „Sag die Wahrheit. Dieser Vogel, war er bunt wie ein Regenbogen? War es… Ho-Oh, der Schutzpatron des Himmels?“ In seiner Stimme lagen Ehrfurcht, Gier und ein Schimmer Hoffnung. In dem Bewusstsein, dass die Ankunft und die Offenbarung des mythischen Vogels Motar ewiges Glück bescherte, würde ihre Organisation sehr davon profitieren. Er verzog aber enttäuscht und verwirrt das Gesicht, als Motar den Kopf schüttelte.
      „Er war silbern. Vielleicht auch weiß. Und seine Augen waren violett. Es war, als hätte er mich angesehen und…“
      „Wie auch immer“, fuhr Pyro dazwischen und wandte sich zum Gehen. „Jetzt ist es ja vorbei. Von so einem Vogel hab ich noch nie gehört, vermutlich hast du dich einfach nur verguckt. War ja auch ziemlich… windig.“ Er wandte sich ab und ging, gefolgt von Motar, zurück ins Zentrum der Insel. Auf dem Weg sprachen sie nicht, und der Jüngere wunderte sich, wieso der Feuertrainer auf seine Beobachtung so desinteressiert reagiert hatte.
      Du wolltest dich schon immer für meine Gemeinheiten revanchieren? Feel free to comment.

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