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Düsterwald Bibliothek - Der Geschichten Thread

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    • Düsterwald Bibliothek - Der Geschichten Thread


      © by Hao


      Düsterwalds Bibliothek: Kurzgeschichten und Gedichte über "Die Werwölfe von Düsterwald"


      Der Wind heult durch die dunklen Gassen von Düsterwald und lässt dich frösteln. Mit schnellen Schritten eilst du durch das Dorf. Dein Ziel ist ein altes kleines Haus am Dorfplatz. Die Holztür ist schwer und knarrt, als du sie hinter dir schließt. Der Raum wird von einer kleinen Kerze erhellt. Hinter einem alten, verzierten Holztisch steht ein alter Mann, der dich verwundert musstert. Du ziehst deine Kapütze ab und gibst dich dem Alten zu erkennen. "Willkommen in Düsterwalds Bibliothek", begrüßt er dich und nickt dir zu. "Wir sammeln hier die Legenden und Sagen aus der Gegend. Du wirst hier sehr wertvolle Schriftrollen und Aufzeichnung finden!"
      Ein zufriedenes Lächeln umspielt deine Lippen. "Dann bin ich hier genau richtig!"



      Herzlich willkommen liebe Autoren, Bürger, Werwölfe, Serienmörder und alle, die sich sonst noch hier hin verirrt haben!

      In diesem Thread findet ihr literarische Kunstwerke, die mit dem Werwolfspiel zu tun haben. Geschichten über tapfere Bürger, die sich todesmutig grausamen Bestien stellten, Sagen über Wölfe, die missverstanden werden und Hintergründe zu verschiedenen Runden werden hier gesammelt. Wenn ihr also Lust habt ein bisschen zu lesen oder eure Werke veröffentlichen wollt seid ihr hier genau richtig.

      Worum geht es bei diesem Thread?
      In diesem Thread werden die Geschichten und Gedichte aufbewahrt die sich um das Thema "Die Werwölfe von Düsterwald" drehen. @ShadowArcanine und @YunTakeo werden diesen Thread verwalten und sind eure Ansprechpartner für Fragen.

      Wie wird das hier ablaufen? Unten findet ihr eine Tabelle, in der jedes Werk verlinkt wird und ihr sämtliche Information über die Geschichten findet. Falls ihr also nach einer speziellen Geschichte sucht, guckt in den Startpost, der regelmäßig aktualisiert wird.
      Wenn ihr Feedback schreiben möchtet, so tut ihr das bitte, indem ihr Spoiler verwendet und diesen den Titel des Werkes gebt, sodass wir eine gute Übersicht gewährleisten können.





      Regeln:
      - Jeder, der möchte, darf in diesem Thread seine Werke veröffentlichen, die das Thema "Die Werwölfe von Düsterwald" behandeln. Andere Werke gehören in den Fanwork-Bereich und sind dort gern gesehen.
      - Wichtig: ! Werke die sich auf eine spezielle Runde beziehen, dürfen erst nach dem offiziellen Ende gepostet werden, sodass es nicht zu der Verbreitung von Zusatzwissen kommen kann !
      - Ihr müsst die Recht an euren Werken besitzen, d.h. sie müssen von euch stammen und dürfen nicht aus dem Internet kopiert werden.
      - Die Werke dürfen keine beleigenden Kommentare erhalten und dürfen nicht gegen die allgemeinen Forenregeln verstoßen
      - Werke die Gewalt enthalten, sind vorher mit FSK 12 / FSK 16 zu kenntzeichnen, Werke mit FSK 18 sind nicht erlaubt, es soll bitte nur in Maßen verwendet werden, ebenso darf die Gewalt nicht verherrlicht werden.
      - Jedes Werk muss einen Titel erhalten, der zu Beginn des Posts stehen muss (das dient der Übersicht)
      - Wir behalten uns das Recht vor unangebrachte Werke oder solche, die gegen die Regeln verstoßen, zu löschen.




      Nr.TitelAutorThemaRundenbezug
      1Nebelschleier@CyranoGedichtRunde 51
      2Wolfsschatten@CyranoGedichtRunde 51
      3Liebe macht blind@CosmoLiebeRunde 51



      viel Spaß beim Lesen und Schreiben,
      wünscht euch das Werwolfkomitee


      The post was edited 3 times, last by YunTakeo: Aktualisierung ().

    • Nebelschleier

      Wolkenstreifen ziehen durch das Land.
      Morgenrot erhellt das Firmament,
      flammend zieht es sich wie ein Band
      über das Himmelsregiment.

      Fröstelnd blühen die Pflanzen - bunt.
      Nebelschwaden ziehen langsam auf.
      Leises Geflüster in der Morgenstund,
      der Sommer endet, der Herbst nimmt seinen Lauf.

      Zur Mittagsstund die Sonne scheint,
      schmeichelt der bunten Blätterkleider.
      Eine kühle Brise, die den Sommer verneint,
      lässt die Blätter sinken - leider!

      Ein rostrotes Blatt strauchelt im Wind
      Richtung Mutter Erde - und doch vergeblich.
      Es wird erfasst, weggerissen - so beginnt
      der Herbst sein Spiel - erneut wird es neblig.

      Vereinzelte Tropfen suchen ihr Ziel,
      ein kleiner Schauer geht auf die Erde nieder.
      Es dauert nicht lange, es ist nicht mal viel,
      die Wolken lichten sich wieder!


      Die Sonne beginnt, ihre Strahlen im Abendrot
      durch die Äste der Bäume zu senden.
      Die Anzeichen des Sommers sterben - tot,
      wie die Blätter, die sich der Erde zuwenden.

      Dunkle Schatten entstehen, Licht wird verdrängt.
      Eine Jahreszeit, in der sich mit mysteriöser Macht
      ein nebelhafter Schleier übers Land hängt.
      Stille - und dann der Schlag zur Mitternacht!

      Aus Runde #51 - einleitendes Startgedicht, ursprünglich von mir selbst geschrieben und unter dem Namen "Herbstimpressionen" veröffentlicht. Passte es aber doch auch gut als Einleitung zu meiner WW-Runde.

      The post was edited 1 time, last by Cyrano ().

    • Wolfsschatten

      Sich tief in seinen Gedanken verirren,
      der Vollmond lässt neue Schatten entstehen.
      Durch dunkle, verlassene Gassen irren,
      durch des Raben Flügelschlag - leichte Winde wehen.

      Sich nach ein wenig Licht nur sehnen.
      Nebel ziehen langsam auf.
      Das Krähen eines Vogels vernehmen,
      das Schicksal nimmt wohl seinen Lauf.

      Dunkle Schatten ziehen über das Land,
      der Vollmond verfinstert sich schnell.
      Flammende Pfeile treffen auf Bäume - verbrannt.
      Das Lichterspiel des Feuers erscheint nun hell.

      In einem erbitterten Krieg zu kämpfen - zu bestehen,
      der einem nicht gebührt, jedoch wohl berührt.
      Den Grund des Kampfes nicht mal verstehen,
      welcher einen zum Verhängnis führt.

      Die Schwingen des Raben ziehen über das Feld,
      das Schlachtenglück auf seiner Seite.
      Das Schicksal läuft - eine Stadt - sie fällt,
      bringend die Erkenntnis der ganzen Tragweite.

      Rufe nach Freiheit erklingen hell.
      Ein Funke der Rebellion dringt in die Gedanken.
      Der Aufbau beginnt - der Herbst verrinnt - alles geht schnell.
      Der aufkommende Frost weist jeden in seine Schranken.

      Tage vergehen, die Bewohner - geschwächt.
      Die Zeichen des Kampfes entschwinden.
      Die Stadt besetzt, die Wölfe - bereit zu neuem Gefecht.
      Keiner kann sich aus seinem Schicksal winden.

      Der Vollmond erstrahlt in neuem Licht.
      Ein Gespräch lässt neue Wahrheiten entstehen.
      Das Feindbild verschwimmt - wer einst war böse, ist es nicht?
      Der Wind der Veränderung wird wehen.

      und dieses Gedicht beendete die Runde #51. Es wurde ebenfalls unter einem anderen Namen von mir veröffentlicht ("Rabenfedern") und nun für diese Runde auch leicht angepasst (vorletzte Strophe, im Original waren die Elben (es wurde für ein anderes RPG von mir geschrieben) bereit zu neuem Gefecht). Dadurch hatte auch dieses Gedicht sich schön in die Runde eingefügt. =)
    • Ich weiß nicht, ob diese Art auch hier reingehört, ( @YunTakeo ) oder ob es nur rein taktisch sein soll. Ist aus meiner Runde 51 als Verliebter.

      Liebe macht blind. Das sagt man so oft ohne es ernst zu meinen. Jedoch trifft es damit ziemlich gut den Kern vieler Probleme. Wie die von mir. Es war Spätsommer. Das Wetter hielt zwar vergleichsweise lang, doch am Morgen wurde es immer kühler und kühler. Bald würden die Nächte wieder länger werden. Dies machte nicht nur mir sondern auch den anderen Bürgern des beschaulichen Ortes Düsterwald sorgen. Aus reiner Vorsicht bauten wir einen Galgen, sollten sie, unsere größten Albträume zurückkehren. Sie waren ganz normale Bürger. Zumindest am Tag. Doch in der Nacht verwandelten sie sich zu Bestien, die unser aller Tod sein würden. Aber diese Tage hatten auch ihre guten Seiten. Ich traf ein Mädchen, dass ich sehr gerne mochte und verliebte mich in sie. Sie hieß @Tonja. Trotz der drohenden Gefahr war ich sehr glücklich. Doch dann gab es den ersten Toten. Wer seine Waffen aus Angst vor den Wölfen noch reparieren wollte, hatte Pech gehabt. Denn @Rheinfeuer, unser Schmied war in der Nacht getötet worden. Im Dorf breitete sich Panik aus. Ganz plötzlich war die Stimmung gekippt und wir entschlossen uns schweren Herzen, wieder wie früher, Bürger zu hängen um die Werwölfe zu finden. Viele waren Bekannte, ja Freunde. Vermeintliche Freunde jedoch, die einem jederzeit in den Rücken fallen würden. Im Laufe des Tages kam es zu vielen Verdächtigungen. Auch ich wurde von @Majikku verdächtigt, Wolf zu sein. Weil ich etwas nicht mitbekommen hatte. Dabei sind die Wölfe doch die Informiertesten oder? Doch es gab noch eine Überraschung. Ein neuer Bewohner, namens @Simsa, welcher einen sehr interessanten Argumentierstil hatte, der mir durchaus gefiel. Wir diskutierten lange, Nachmittags jedoch konnte ich nicht dabei sein, da ich meiner Geliebten ein Geschenk im Nachbardorf kaufte. Am Abend jedoch entschlossen wir uns schließlich Apfel den Folterknecht zu hängen. Er war Wolf und wir Bürger waren überglücklich. Doch am nächsten Tag wurde dieses glückliche Ereignis von einem weniger schönem überschattet. Es starb nicht eine Person. Es starben zwei. Tayros Tod war undramatisch. Er war ein Mörder, eine Person die wir fast so fürchteten wie die Werwölfe. Doch er hatte auch eine Geliebte, die den Schmerz des Verlustes nicht verkraften konnte: Majikku hatte ebenfalls das zeitliche gesegnet. Sie hatte sich vor lauter Trauer und Verzweiflung die Kehle durchgeschnitten. Doch etwas anderes machte mir noch viel größere Sorgen. Meine Geliebte Tonja war schwer krank. Sie konnte den ganzen Tag nicht aus dem Bett, weil sie zu schwach war. Ich machte mir sehr große Sorgen um sie, weswegen auch ich mich zurückzog. Doch dann kam alles noch schlimmer: Da ich nicht da war, konnte ich nicht verhindern, dass ein großer Mob Leute immer mehr der Meinung waren meine große Liebe töten zu wollen. Ich wusste nicht warum, aber am Abend entschloss sich die Mehrheit meine arme Tonja hinzurichten. Ich versuchte alles um dies zu verhindern, doch es half nichts mehr. Der durch ihre Krankheit eh schon geschwächte Tonja wurde nun wortwörtlich die Schlinge um den Hals gelegt. Dann ging alles ganz schnell. Sie wurde vom Podest gestoßen, versuchte sich zu retten, was aber aufgrund ihrer vorrausgegangen Schwächung eh unmöglich war und bald war sie tot. Ich ging näher an sie heran, doch da fing sie an sich zu verwandeln. In ein... Schwein. Sie war ein Trüffelschwein, jedoch nicht das von den Bürgern sehr gemochte, sondern sein wölfischer Bruder beziehungsweise Schwester. Nun brach großer Jubel aus und mir endgültig das Herz. Während die anderen aus Furcht vor der Rache der Wölfe in ihre Häuser zurückkehrten entschloss ich bei meiner Tonja zu bleiben. Ich wurde zwar nicht von den Werwölfen getötet, doch war ich am nächsten Morgen auch tot. Von der in der Nacht bereits schon eingesetzten Kälte und weil Tonja mich vielleicht schon angesteckt hatte. Oder ich wollte einfach nicht mehr. Wer weiß?

      The post was edited 1 time, last by YnevaWoIf ().

    • Ich dachte ich schreibe hier auch mal. Bin schließlich mit daran Schuld, das es hier diesen Thread gibt XP
      Ich habe hier mal meine Lieblingsgeschichte von den Runden rausgesucht, die ich den Spielleitern geschickt hatte. Ist von Runde 43, also der Inkarunde, ich schaue mal welche ich noch hochlade, aber es werden auf jeden Fall noch mehr von mir kommen, tut mir leid das von mir erst so spät was kommt.
      PS: das hier ist die längste Geschichte, also wenn nochmal eine Geschichte von mir kommt, dann ist die nicht so lang XP
      also, viel Spaß am lesen, falls ihr euch das überhaupt antun wollt.


      Verliebt in einen Inkageist

      Verliebt in einen Inkageist

      Teil 1

      Nun waren schon zwei Tage vergangen und nur ein Bürger war gestorben. Es schien ein gutes Omen zu sein, dass mich daran glauben ließ es überleben zu können. Diesen schrecklichen Fluch, dem niemand zu entkommen schien. Schon oft und vor allem zu oft hatte ich in dieser Zeit daran gedacht mir mein Leben zu nehmen, einfach um nicht mit ansehen zu müssen, wie wir uns alle fertig machten und umbrachten. Doch ich konnte nicht. Ich hatte die Kontrolle über meinen Körper verloren. Eine Stimme trieb mich an bei dem Gemetzel mitzumachen und obwohl ich versuchte mich ihr zu wiedersetzen tat mein Körper, was sie verlangte. Er sprach Beschuldigungen aus, die ich niemals sagen wollte. Mein kompletter Verstand sträubte sich gegen alles, was gerade passierte, was diese verdammte Stimme mir befahl - meine Bemühen waren vergebens. Doch ich würde noch nicht aufgeben, ich würde weiter kämpfen und mich wehren. Der Tag neigte sich dem Ende und ich konnte die Sonne beobachten, die langsam hinter den Bergen am Horizont verschwand. Der Himmel war in ein schönes rot-orange bis hin zu einem dunklen Blau getaucht und vereinzelt sah man schon ein paar Sterne aufblitzen. Dieser atemberaubende Anblick ließ mich für einen Moment aus dieser Umgebung fliehen. Weg von all dem, was gerade passierte. „Es ist wunderschön, nicht?“, hauchte die Stimme in meinem Inneren. „Wenn du möchtest können wir noch ein bisschen hier draußen bleiben. Den Abend genießen und ein bisschen reden? Ich kenne einen echt schönen Platz wo Inti oder Randomorg uns nicht finden sollten.“ Verwirrt wartete ich darauf, dass sich mein Körper einfach dort hin bewegte, doch er blieb sitzen. Wartete die Stimme jetzt wirklich darauf, dass ich ihr antwortete? Hatte sie mich gerade nach meiner Meinung gefragt? „Ähm“, kam es aus meinem Mund: „G…Gerne.“ „Na, dann. Gehe erst mal ganz normal zu unserem Schlafplatz. Wollen ja keinen Verdacht erregen.“ Ich überlegte, was das nette Geplauder nun zu Bedeuten hatte, bis mich mein neuer Begleiter wieder unsanft aus einen Gedanken rief: „Willst du nicht so langsam mal aufstehen und dich bewegen? Es erregt nur aufsehen, wenn du hier einfach sitzen bleibst!“ Was hatte sie gerade gesagt? Ich solle aufstehen? „Aber…“, kam es über meine Lippen. Es kam über meine Lippen. „Warte, ich… ich habe.“ Ruckartig stand ich auf. Ich stand. Ungläubig meine Hände anstarrend bewegte ich meine Finger. „Was dachtest du denn, warum ich dich darum gebeten habe?“ „Vielen Dank.“,hauchte ich. Meine Arme fielen an meinen Seiten nieder und ich begab mich zu meinem Schlafplatz. „Ok, jetzt geh bitte einfach ein Stück in Richtung Wald.“ Ich tat was mir die Stimme sagte, aber aus freiem Willen. Ich konnte meinen Körper kontrollieren und mir war immer noch nicht bewusst, wieso mir mein Gast dies ermöglicht hatte. Es dauerte nicht lange und wir waren an einer Klippe angekommen. Der Ausblick war atemberaubend und man hätte nie erwartet, dass hier so etwas schlimmes passierte könnte. Traurig blickte ich über den Wald, der unter mir lag. Über das Meer, dass sich zu meiner Rechten hin erstreckte und immer wieder gegen die steinige Klippe schlug.Zu den Bergen, die am Horizont zu sehen waren. Ein Fluss schlängelte sich durch den Wald und man konnte ein paar Tiergeräusche hören, die aus allen Richtungen zu kommen schienen. Das Rauschen des Meeres, welches ich bisher nie wahrgenommen hatte, wirkte irgendwie beruhigend auf mich. Vorsichtig ließ ich mich auf einem Felsen nieder. „Was ist hier eigentlich passiert, dass eure Götter dieses Spiel mit uns treiben? Warum nehmt ihr nicht einfach unsere Körper ein und lebt weiter, wenn ihr es doch könntet?“ Mein Blick war stur geradeaus gerichtet, auf das immer mehr abschwächende rot der untergehenden Sonne. „Wäre dir das lieber?“, fragte die Stimme traurig. „Ich denke schon…“, kurz überlegte ich, wie ich es am besten erklären könnte. Woher sollte ich schon wissen, wie ein Alter Inka-Geist dachte. Dann sprach ich weiter: „Naja, ich hasse es mit anzusehen, wie wir uns alle umbringen. Ich will nicht, dass meine Freunde und Kollegen sterben.“ Kurzes schweigen, als ob mein Besucher sich nicht sicher war, was er zu mir sagen sollte: „Ich kann dich gut verstehen, aber wir können auch nichts dagegen tun.“ Wir? Das bedeutete, dass meine Theorie richtig war. Die anderen waren also auch besessen! „Achso, ich bin nicht alt. Bin gerade mal 16, ok?“ kommentierte sie. „Und nenn mich nicht immer die Stimme oder mein Besucher. Klingt ja furchtbar!“ „Ähm, tut mir leid… ich wollte dich nicht beleidigen. Aber wie soll ich dich dann nennen?“ „Ich heiße Aris.“ Kam es aus meinem Inneren zurück. Aris? Ein schöner Name. „Und ich bin ein Junge, bevor du etwas falsches denkst oder geschweige denn sagst!“, fügte er noch angenervt hinzu. Ein Grinsen schlich sich auf mein Gesicht und ich ließ den Blick in den Nachthimmel wandern. Inzwischen war kein kleines bisschen Rot mehr zu sehen. Die Nacht war klar und man konnte tausende, wenn nicht sogar Millionen Sterne am Himmel sehen. Mit einer Hand vor meinem Mund Gähnte ich laut auf. „Wir sollten schlafen gehen. Die Wölfe werden bald auftauchen und dann wäre es besser, wenn wir uns nicht mehr hier aufhalten würden.“, empfiehl mir Aris. So machte ich mich auf den Weg zu dem Schlafplatz und kuschelte mich in meinen Schlafsack. „Meinst du nicht ein Haus wäre besser? Das schützt zumindest auch noch vor Wind und Regen.“, rüttelte er mich nochmal aus dem Halbschlaf. „Ja, können ja morgen eines bauen. Glurak hat doch auch schon angefangen.“ Gab ich verschlafen zurück. Ein zufriedenes Gefühl breitete sich in meinem Körper aus und ich schlief ein.


      Teil 2

      Als ich am nächsten Tag erwachte konnte ich wieder meinen Körper nicht kontrollieren. Doch bevor ich mich auch nur wehren konnte fing Aris an mit mir zu sprechen: „Tut mir leid, aber das muss sein. Inti und Randomorg dürfen nicht erfahren, dass du zeitweise die Kontrolle hast oder geschweige denn, dass ich mit dir rede. Das dürfen nur die beiden. Ich weiß nicht, was passiert, wenn sie herausfinden, dass ich die Regeln gebrochen habe. Außerdem ist unsere Lebenschance eh größer, wenn du mir das Reden und Handeln überlässt, da du die letzten beiden Tage nicht wirklich darauf geachtet hast, was passiert ist. Warst wohl zu sehr damit beschäftigt dich gegen mich zu wehren.“ Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich in diesem Moment gegrinst und natürlich war ihm das klar. Aus meinem “Ich werde nie aufhören mich zu wehren“ war wohl auch nichts geworden. Doch als wir erfuhren wer diese Nacht gestorben war, war meine gute Laune sofort im Keller. Zwei Mitglieder meines Teams und darunter eine sehr gute Freundin von mir waren ermordet worden. Aris versuchte mich zum Teil mit ein paar Witzen wieder aufzumuntern, aber ich wollte an diesem Tag einfach nur noch weinen. Bis abends hatte sich meine Laune nicht gebessert und als wir wieder auf der Klippe saßen hatte ich meine Arme um meine Beine geschlungen und sofort waren mir die ersten Tränen die Wange herunter gerollt. Aris schwieg und ließ mich in Ruhe trauern, wofür ich ihm auch sehr dankbar war

      Teil 3

      Verschlafen kniff ich meine Augen zusammen und stöhnte genervt auf, als ein paar Sonnenstrahlen durch einen kleinen Spalt in der Zeltöffnung fielen. Laut gähnend rappelte ich mich auf und versuchte verzweifelt die Müdigkeit von mir abzustreifen. Viel Erfolg hatte ich jedoch nicht und so trapste ich zur Zeltöffnung und lugte nach draußen. Noch nichts los. Nachdem die frische Morgenluft eingesaugt hatte zog ich meinen Kopf wieder zurück und begann mich fertig zu machen. Dann schlüpfte ich nach draußen in die frische Morgenluft, doch bevor ich weiter gehen konnte fiel mir auf, dass meine Haare noch zu Berge standen. Also trat ich wieder ins Innere und begann damit, meine störrischen Haare zu richten. Es stellte sich als komplizierter als erwartet heraus, doch letztendlich hatte ich es geschafft. Vorsichtig schob ich den Stoff des Zeltes zur Seite und trat erneut ins Kühle. Ein Schauer ging mir über den Rücken, als ein Tautropfen plötzlich auf meinen Arm landete und dann herunter rollte. Der Himmel war hellblau und die Sonne warf ihr gleißendes Licht auf das kleine Inka Dorf hinab. Es schien verlassen, da noch niemand draußen war und auch Pk-fan noch nicht wach zu sein schien. Schlief er etwa auf seinem Thron? YunTakeo konnte ich nirgends entdecken. Wo er wohl war? „Was zur Hölle machst du hier draußen?!?“ Ich schreckte hoch. „Bei Inti, was wäre, wenn sie dich finden würden?“, und prompt marschierte mein Körper wieder zu unserem Zelt, „Du hättest doch keine Ahnung wie du dich zu verhalten hast!“ Im Inneren angekommen setzte Aris ihn auf dem Schlafsack ab und gab mir die Kontrolle wieder. Ich fuhr mit meiner Hand über den kühlen Stoff. Bedrückt sah ich auf die Plane, die als Boden für dieses Zelt diente. „Und selbst wenn du das richtige machen würdest hätte ich keine Ahnung ob sie erkennen könnten wer von uns die Kontrolle hat und dieses Risiko will ich nicht eingehen. Da verschlafe ich einmal und du machst so einen Blödsinn! Wer weiß, was sie mit uns anstellen würden!“ Meine Hände verkrampften sich in dem Stoff des Schlafsacks und ich murmelte eine leise Entschuldigung. Danach schwieg er und auch ich wusste nicht, was ich noch sagen sollte. Nach einer gefühlten Stunde konnte man draußen Stimmen vernehmen und so übernahm Aris wieder meinen Körper und marschierte nach draußen. Einige der anderen Bewohner standen schon in einer Gruppe nahe am Thron. Auch mein Körper gesellte sich dazu. Alle Anwesenden warteten auf die restlichen Expeditionsmitglieder, damit Pk-fan, alias Inti, verkündete, wer diese Nacht gestorben war. Als anscheinend alle angekommen waren, da Pk-fan das Opfer kundgab, durchfuhr mich die Angst. Galas Tod konnten wir eigentlich nicht verkraften. Er war der Lehrling von Hasenprinzessin gewesen und damit waren nun schon Hexe, Seher und dessen Lehrling gestorben. Wie sollten wir das bitte noch überleben? „Gib einfach nicht auf. Irgendwie schaffen wir das schon.“, versuchte Aris mich zu beruhigen. Doch ich war schon wieder in einer Abwärtsspirale gelandet. Wir würden uns weiter umbringen und hier würde nie jemand lebend herausfinden. Uns allen würde es so ergehen wie denen, die bis jetzt schon gestorben waren. So wie … Tonja. Trauer erfüllte mich, als mir das schreckliche Bild, wie sie dort voller Blut am Boden gelegen hatte, wieder in Erinnerung gerufen wurde. Gerade in diesem Moment war ich glücklich darüber, dass mich so niemand sehen konnte. „Naja, zwar nicht sehen, aber hören und fühlen“, es klang nicht so, als ob er sich über mich lustig machte. Es klang verständnisvoll und irgendwie traurig. Wieder etwas entschlossener beobachtete ich aufmerksam die anderen dabei, wie sie sich Beschuldigungen an den Kopf warfen.Sie verhielten sich anders als sonst und ich fühlte mich ihnen auf einer gewissen weise fremd. „Könnte daran liegen, dass das nicht se sind. Alle Mitglieder deines Forscherteams werden von früheren Bewohnern dieses Dorfes kontrolliert. Genau wie du ja auch“, kam es von Aris, der gerade das letzte Stück Brot in meinen Mund schob und sich danach wieder auf die Debatte konzentrierte. Aber er lag falsch. Ich wurde nicht kontrolliert. Zumindest nicht so wie sie. Mein Blick schweifte erneut über die Anwesenden. Dann widmeten wir uns beide wieder dem, was die anderen sagten. Es wurde gerade entschieden, dass Majikku hängen sollte. Die Argumente und Begründungen, die sie dabei verwendeten kamen mir irgendwie bekannt vor. So,als ob ich sie schon mal gehört hatte. Die ganze Situation kam mit vertraut vor. „Also bin ich nicht alleine. Ich dachte schon ich bilde mir das ein“, kam es von Aris. Majikku tat mir leid. Ich wollte nicht, dass sie starb, doch meine Hand glitt ohne, dass ich hätte etwas dagegen tun können, nach oben, als gefragt wurde wer dafür sei, dass sie an diesem Tag Majikku sterben sollten. „Oder bist du eher für Pkmnranger?“ Am liebsten wollte ich, dass niemand starb, doch ich wusste, dass es nicht anders ging. Also vertraute ich darauf, dass Aris das richtige tat. Doch er bestand darauf es mir zu erklären: „Wir wählen Majikku. Auf Pkmnranger liegen schon genug Stimmen, sodass der Vollstrecker keine freie Hand hat. Tut mir leid, aber niemanden zu wählen würde uns verdächtig machen und dann bringen die anderen letztendlich in der nächsten Tagphase noch uns um.“ Wieso taten sie uns das eigentlich an? Es ergab doch gar keinen Sinn und zudem war es für die Geister der Bewohner des früheren Inka Dorfes doch genauso schrecklich. Sie brachten sich doch bestimmt auch nicht gerne um, oder? Damals waren sie doch auch ein Dorf und sie waren es noch immer. Doch ich bekam keine Antwort von Aris. Das war nun schon das zweite Mal, dass er mich ignorierte, wenn ich eine Frage zu den Hintergründen von des ganzen stellte. Was da wohl passiert war? Doch viel Zeit um darüber nachzudenken hatte ich nicht, da Raikachu plötzlich etwas von einem mysteriösen Buchstaben erzählte, den er anscheinend in der Nacht erhalten hatte. Ich wusste nicht, was er zu bedeuten hatte, doch lange blieb es nicht so, da Aris mir fast sofort erklärte, was es damit auf sich hatte. Und nicht sonderlich lange danach begann Heiteira auf einmal mit einem Blutritual. Geschockt sah ich auf den toten Körper, der nun am Boden lag. Sein But versickerte in den Steinen und Intis Stimme verkündete in meinem Kopf das Ergebnis, nachdem Heiteira gefragt hatte. Ein schreckliches Schauspiel, das sich vor uns ergab und als der Tag endlich zu Ende war versuchten einige Maj zu fesseln. Doch diese wehrte sich und letztendlich schlugen sie sie bewusstlos. Ich kam wohl heute aus meiner Schockstarre gar nicht mehr heraus. Danach wurde sie zu Pk-fan gebracht. Als aus seinen Händen gleißendes Licht kam kniff ich meine Augen zusammen und hielt meine Hand schützend vor mein Gesicht. Beziehungsweise, mein Körper tat es unter Aris Kontrolle, der wohl zufällig dasselbe tun wollte wie ich. Als das Licht erlosch sah ich auf die verkohlten Knochen, die noch zurückgeblieben waren. Es waren nicht die Knochen eines Menschen, es waren die eines Wolfes. Der beißende Geruch des verbrannten Körpers vertrieb die meisten anderen meiner Teammitglieder und auch mein Körper schlenderte wieder zu dem Zelt. Als wir außer Reichweite der anderen waren überließ Aris mir wieder die Führung. „Wohin gehst du?“, fragte Aris neugierig, als ich nicht wie erwartet in das Zelt schlüpfte. „Zur Klippe“, beantwortete ich knapp. „Aber die Sonne ist doch schon längst untergegangen.“ „Und? Ich finde den Nachthimmel hier auch richtig schön. Du etwa nicht? Oder hast du etwa Angst?“ grinsend balancierte ich über einen Baumstamm, um über den Fluss zu gelangen. „Natürlich nicht! Aber wir können nicht lange bleiben. Die Wölfe werden bald heraus kommen.“ Kurz nickend schob ich einen Ast zur Seite und sprang dann den kleinen Absatz zu der Klippe herunter. Der Himmel war in ein wunderschönes dunkelblau getaucht und die Sterne funkelten uns entgegen. Vorsichtig setzte ich mich an den Rand der Klippe und schaute auf den Wald unter uns hinab. „Es ist echt schön hier“, gab ich von mir. „Wie willst du das sagen? Man kann doch nichts erkennen“, kam es zurück. „Nichts ist falsch. Aber recht wenig. Ich konnte es mir aber an den letzten beiden Abenden schon anschauen.“ Keine Antwort. „Sag mal, was ist hier eigentlich früher passiert?“ Immer noch Stille, doch dann sagte er: „Ich will nicht darüber reden.“ Es musste etwas Schlimmes gewesen sein, wenn er nicht darüber reden wollte. Traurig blickte ich auf den Horizont. Die Steine, auf denen ich saß, fühlten sich kalt an und ein paar spitze Kiesel bohrten sich in meine Haut, doch es war mir egal. Nach einer Weile stand ich wieder auf und machte mich auf den Weg wieder zurück zu dem Zelt. Wir sprachen nicht mehr wirklich und ich beschloss dieses Thema lieber nicht nochmal anzusprechen. Ein unangenehmes Gefühl machte sich in mir breit. Hatte ich ihn damit etwa irgendwie verletzt?

      Teil 4

      Am nächsten Tag war Aris wieder gesprächiger und plapperte sofort los als ich meine Augen aufschlug. Genervt verdrehte ich meine Augen. „Was denn? Darf ich etwa nicht fragen ob du gut geschlafen hast?“, fragte er sarkastisch. Doch ich war zu verschlafen um in diesem Moment zu lachen. Ich richtete mich auf und rieb mir kurz den Schlaf aus den Augen. Dann rappelte ich mich auf und trapste verschlafen zu meinem Rucksack. „Was machst du da?“, fragte er neugierig, als ich ihn aufzog und darin rumwühlte. Als ich dann eine Flasche mit Wasser herauszog erklärte ich knapp: „Ich hab Durst.“ Danach begann ich mich fertig zu machen und vergaß dieses Mal auch nicht, dass ich meine Haare machen sollte. Als ich fertig war übernahm Aris wieder meinen Körper und wollte gerade nach draußen laufen als er noch sagte: „Oder willst du noch was machen?“ Doch ich war fertig gewesen und so gingen wir auf den Dorfplatz. Schock durchflutete meinen Körper als ich die vier Leichen auf dem Boden liegen sah. Vorsichtig näherten wir uns dem Kreis aus Toten und man konnte erkennen wer dort lag. Ich wäre jetzt in eine Schockstarre gefallen, doch Aris leitete meinen Körper etwas abseits des Spektakelsund setzte ihn auf dem Boden ab. Dann schnappte er sich einen herumliegenden Ast und begann irgendwas in die Erde zu kritzeln. „Zeitvertreib“, erklärte er, woraufhin ich beleidig war. „Nur damit die Götter nichts merken“, fügte er hinzu. „Also, was hältst du davon, wenn wir uns heute ein kleines Haus bauen?“ Wäre eigentlich echt cool. Es war heute Nacht ziemlich windig gewesen und ich war ständig wegen irgendwelcher Geräusche aufgewacht. „Dann ist es beschlossene Sache! Irgendwelche Wünsche?“ Fragte seine Stimme in meinem Kopf. Ich überlegte, was man machen könnte und kam zum Schluss, dass eine kleine Holzhütte in kurzer Zeit machbar wäre. Eine Terrasse wäre doch auch schön. „Ok, wird gemacht. Du willst heute anfangen?“ Wer weiß, wann die Wölfe es auf uns abgesehen haben könnten? Wenn wir heute anfangen würden, könnten wir vielleicht zumindest eine Nacht darin verbringen. Naja, auch nur, wenn wir heute damit fertig werden würden. Aber woher sollten wir die Materialien bekommen? „Wir haben früher immer etwas in dem Lagerhaus gehabt. Vielleicht finden wir ja in der Ruine noch was. Und so planten wir noch etwas länger, wie wir unser Haus aufbauen wollten, bis endlich alle eingetroffen waren. Dann begann die Diskussion. Heute hörte ich nicht wirklich zu. Ich hatte keinen gefallen, daran, den anderen zuzusehen, wie sie sich fertigmachten. Es rief nur ein krankes Gefühl in mir hervor auf das ich keine Lust mehr hatte. Und so versank ich in einem Roman, den ich gerade am Schreiben war. Ich hatte den Laptop, auf dem ich den Roman schrieb, immer überall mithin genommen und hatte ständig darüber gehangen und wie wild die Sätze eingetippt, die mir gerade in den Sinn kamen. Doch seit wir in dieses verkorkste Dorf gekommen waren hatte ich nicht mehr daran weiter gearbeitet. Und so nahm ich mir den heutigen Tag dafür, um nochmal durchzuplanen was in welchem Kapitel vorkommen sollte und was ich noch einbauen könnte. Uns so verbrachte ich den Tag bis zum die Sonne unterging. Danach machten Aris und ich uns auf den Weg durch die Ruinen seiner alten Heimatstadt. Alles war eingestürzt und es war kompliziert bis zum Lagerhaus zu kommen. Morsche Deckenbalken und Teile der Steinwände lagen auf dem Weg und wir mussten irgendwie schauen an ihnen vorbei zu kommen. Als wir aber endlich dort angekommen waren fanden wir einen Haufen von Materialien, die wir für unser Projekt gut verwenden konnten. Wobei es ziemlich lange dauerte, bis wir sie alle zu unserem Schlafplatz transportiert hatten und als wir es letztendlich geschafft hatten und anfangen konnten waren wir zu kaputt und müde um endlich mit der Hütte anzufangen. Also ließen wir es liegen und gingen schlafen.

      Teil 5

      Müde wachte ich auf und sah verschlafen in Dipsets Gesicht. Schreck durchfuhr mich und meine Müdigkeit war wie weggeblasen. „Na, auch endlich wach?“, kam es spöttisch von Aris. Gestern war es ziemlich spät geworden und ich war auch sofort eingeschlafen, als wir uns endlich hingelegt hatten. Keinen Gedanken mehr hatte ich an die Wölfe verschwendet.Ich musste wohl verschlafen haben. Ein schneller Blick auf den Sonnenstand verriet mir, dass es irgendetwas um Vormittag sein musste. Kurz wanderte mein Blick durch die Reihen. „Foenix ist gestorben. Er war das Wolfsjunge“, verkündete Aris. Besonders glücklich klang er nicht, obwohl doch ein Wolf gestorben war. „Die Wölfe sind sauer. Das ist gar nicht gut.“ Glaube ich gerne. Sauer war ich deshalb auch. Nur nicht auf die anderen Expeditionsmitglieder. Ich war sauer auf Inti, Randomorg und die anderen Geister, die uns im Moment kontrollierten. „Tut mir leid…“, murmelte er bedrückt, „Wenn ich könnte würde ich das alles ungeschehen machen, doch das liegt leider nicht in meiner Macht. Jedoch werde ich nicht zulassen, dass jemand dir ein Haar krümmt. Du wirst dieses Horrorspiel überleben. Das verspreche ich dir.“ Kaum zu verstehen flüsterte seine Stimme diese Worte und meinem Kopf und ich horchte leise auf das, was er sagte. Eine Wärme, die ich schon lange nicht mehr gespürt hatte, schlich sich in mein Herz. Ich war ihm Dankbar für alles was er tat, denn ich wusste, dass er es für mich tat. Doch ich wusste auch, dass ich das eigentlich nicht wollte. Tonja und ein Großteil der anderen war nun schon tot und es würden noch mehr werden. Dazu wusste doch niemand, was die Götter mit Pk und Yun vorhatten. Was wäre, wenn sie sie nicht mehr freigäben und sie für immer die Körper für diese Götter sein sollten? Ich wollte nicht ohne sie leben. Doch ich unterdrückte diese Gedanken in der Hoffnung, dass Aris sie nicht mitbekam. Soschob ich auch das ungute Gefühl schnell beiseite, das gerade in mir aufkam und konzentrierte mich, in der Hoffnung, dass Aris es dann auch tun würde, wieder auf das Geschehen. Ein leichter Wind wehte mir eine Strähne ins Gesicht und ich schob sie beiläufig wieder hinter mein Ohr. „Was sagst du dazu, Ciyta?“, fragte Vaylinor plötzlich. Ich hatte schon seit ein paar Tagen aufgehört auf meinen Namen zu reagieren, da ja doch immer Aris antwortete. Doch als er auch nicht reagierte entkam mir ein: „Ähm.“ Was war jetzt los? Warum hatte ich wieder Kontrolle über meinen Körper? Ich dachte, dass es ein Risiko sei. „Ähm, tut mir leid. Ich war wohl etwas in Gedanken. Wenn du …“, übernahm Aris plötzlich wieder das Gespräch. Nachdem er auf die Frage geantwortet hatte wendete er sich in meinem Kopf wieder an mich: „Tut mir Leid. Ich war in Gedanken und habe wohl nicht aufgepasst.“ Er schien immer noch abwesend zu sein, aber die anderen stritten sich untereinander und ignorierten uns wieder. „Ich überlege nur, wie wir das überleben können. Wenn ich irgendwann falsch liege…“ Wenn er irgendwann falsch liegen würde müssten wir einfach weiter machen und das Beste hoffen. Wer weiß, was in einem dieser mysteriösen Tempel war. Ich wünschte, wir könnten den betreten, für den wir den Schlüssel von Pk bekommen haben. Aber nein, wir dürfen nur darauf aufpassen, dass ihn niemand betritt. Etwas optimistischer machte Aris sich dann daran, etwas mehr der Diskussion beizusteuern. Ich passte diesen Tag lieber auf, da wir immer weniger wurden und ich etwas in Sorge um Aris war. Er schien sich echt Gedanken zu machen, obwohl er doch gar nicht sterben konnte. Wenn dann würde nur ich sterben. „Und genau davor habe ich ja Angst.“, schaltete er sich wieder in meine Gedanken ein. Ich hätte dankbar gelächelt, wenn ich gekonnt hätte, aber ihm musste jetzt das dankbare Gefühl, das ich versuchte ihm zu vermitteln, genügen. Und so verging der Tag und am Ende wurde entschieden RoterMaskenTyp zu opfern. Doch Randomorg entschied sich kurzfristig um und es klang eine wütende Antwort von Inti darauf in meinem Kopf, sodass ich vor Schreck zusammenzuckte. „Was sollte das denn jetzt?“, fragte Aris verwundert. Doch auch ich hatte keine Ahnung, warum wir alle das hören sollten. Ich spürte, wie Angst in mir aufstieg, doch sie gehörte nicht mir. Es war Aris, der Angst hatte. „Sie hat sich für uns entschieden! Ich war richtig! Sie wissen, dass ich die Regeln gebrochen haben! Sie wissen, dass ich mit dir rede und… Sie werden dich umbringen! Es tut mir so leid.“, gab er traurig, bedrückt und gleichzeitig irgendwie hysterisch von sich. Doch dann sprach Yun einen komplett anderen Namen aus, der nicht von Randomorg, sondern vom Vollstrecker ausgewählt wurde. Erleichtert Atmete Aris auf. Doch als Pk-fan schnipste und plötzlich ein riesiger Steinbrocken vom Himmel herab fiel zuckte er erneut zusammen. Er hatte wirklich Angst um mich. Irgendwie ja süß. „Verdammt. Damit haben wir einen weiteren Bürger verloren. Das ist gar nicht gut.“, kam es wieder von Aris. Gut, dass er anscheinend nicht mitbekommen hatte, was mir gerade durch den Kopf gegangen war. Das wäre peinlich geworden. Aber er hatte Recht. Wir hatten schon wieder einen Bürger verloren und das war echt nicht gut. Doch Pk forderte auch RoterMaskenTyp als Opfer und als er sich in einen großen Wolf verwandelte atmete Aris erleichtert auf. „Zumindest sind wir auch noch einen Wolf losgeworden“, kommentierte er. Das Wort “losgeworden“ schmerzte, doch ich wusste, dass es nicht anders ging und so schob ich diesen Gedanken sofort beiseite. Nachdem wir uns außer Sichtweite begeben und er mir meinen Körper wiedergegeben hatte fragte ich sofort, ob wir mit dem Bau unseres Hauses beginnen wollten und er bejahte. Also machten wir uns an die Arbeit.

      Der Bau an sich dauerte gefühlt nicht sonderlich lange aber wir waren uns nicht sicher, wie viele Stunden in der Zwischenzeit vergangen waren. Doch es war endlich fertig. Überglücklich betrachtete ich die kleine Holzhütte, die Aris und ich zusammen aufgebaut hatten. Sie war vielleicht etwas schräg… „Nicht nur etwas. Die ist total schräg!“, platzte er heraus. Naja, ok, sie war wirklich ziemlich schräg, aber mir gefiel sie. Und so räumten wir letztendlich unsere Sachen aus dem Zelt in die kleine Hütte und bauten noch schnell Besagtes ab bevor wir uns im Inneren in ein selbstgebautes Bett legten und den Schlafsack als Decke verwendeten. Mein letzter Blick fiel auf das offene Fenster und ich dachte daran, dass wir am nächsten Tag nochmal nach Glas suchen sollten, bevor ich einschlief.

      Teil 6

      Am nächsten Morgen erwachten wir in etwa zeitgleich und machten uns schnell fertig. Als wir nach draußen traten kam uns eine angenehme Brise entgegen und fast wäre er mit meinem Körper in Yun hinein gelaufen. In Gedanken versunken murmelte er etwas, was wahrscheinlich der Göttlichkeit in seinem Inneren galt. Dann begrüßte er mich und wir gingen zusammen zum Dorfplatz. Ich war glücklich zu sehen, dass er noch Kontrolle über seinen Körper hatte und von dem was er da sagte anscheinend auch versuchte uns zu befreien. Pk schien das alles hier ja einfach über sich ergehen zu lassen. Oder er wurde von Inti kontrolliert? „Ne, er hat freien Willen. Unsere Götter sind der Meinung, dass man ihnen gehorcht und wenn nicht helfen sie eben etwas nach. Muss nicht unbedingt sein, dass sie dafür den Körper übernehmen, aber irgendwie schaffen sie es immer.“ Und die “einfachen“ Dorfbewohner durften das wahrscheinlich nicht, weil sie die Person, die sie kontrollieren nicht dazu kriegen würden, dass zu tun, was sie wollen? „Nicht ganz. Zum Teil ist es auch, dass wir nicht so viel können wie sie. Als wir bei den anderen ankamen versuchte ich verzweifelt durchzuzählen, doch versagte kläglich, da ich mich ständig verzählte. Wir waren gestern doch nur neun gewesen, also warum bekam ich es nicht auf die Reihe zu zählen wie viele fehlten? „Tippe mal zu wenig Schlaf? Ich denke es ist gestern dann doch noch etwas spät geworden.“, kommentierte Aris wieder. Dann begann die Diskussion und wieder entbrannte ein Streit zwischen Dipset und Vaylinor. Doch dieses Mal outete dich Dipset als Prinz, aber auch Vay sagte, dass er der Prinz sei. Als Aris dann auch noch mit irgendwelchen Theorien kam war meine Verwirrung komplett. „Du weißt aber was ein Prinz ist?“ Natürlich wusste ich was ein Prinz war, aber was sollte das in diesem Kontext? „Oh, er war ein höhergestellter unseres alten Dorfes. Wenn wir ihn opfern wollen würden könnte er sich damit noch einmal retten. (Sry, mir ist keine vernünftige Ausrede eingefallen)Einer der beiden muss die Wahrheit sagen und der andere lügt und ist somit Wolf. Nur wer es ist weiß ich leider nicht.“ Ok, das erklärte vieles. Und so verging der Tag im Versuch, den Wolf unter den beiden zu finden. Letztendlich stimmte Aris für Dipset. Er nannte mehrere Gründe, doch dieser wehrte sich heftig. Ich wollte nicht, dass Dip ein Wolf war. Er war echt schlau und nett gewesen. Trauer stieg bei dem Gedanken, dass er mit Schuld daran sein könnte, dass so viele von uns tot waren auf. Doch eigentlich nicht wirklich er. Es war der Geist in ihm, der ihn kontrollierte. Als er letztendlich gehängt werden sollte, offenbarte sich, dass er der wirkliche Prinz war und so starb er nicht. Er war also doch einer der Bürger gewesen. „Oh, nein. Damit haben wir so ziemlich verloren. Das ist alles meine Schuld. Ich hätte ihn nicht wählen dürfen. Wenn ich für Vaylinor gestimmt hätte wäre ein Wolf gestorben und wir hätten noch gewinnen können. Doch jetzt…“ Irgendwie werden wir es schon noch schaffen. Ich versuchte ihn irgendwie zu beruhigen, doch vergeblich. Ich selbst war ja auch nicht davon überzeugt, dass ich das Ganze noch überleben würde. Als die meisten sich schon längst in ihre Zelte verzogen hatten und Pk eingeschlafen war standen wir immer noch am selben Fleck. Vorsichtig versuchte ich mich aufzurichten und es funktionierte. Aris übergab mir einfach die Kontrolle und ich machte mich auf den Weg zu der Klippe, an die wir in den ersten Tagen immer gegangen waren. Dort angekommen setzt ich mich wieder an den Rand der Klippe und schaute über den Abgrund. Wir müssen darauf hoffen, dass wir das Ganze noch irgendwie schaffen und wir dürfen jetzt auf keinen Fall einfach aufgeben. Und so saßen wir unter dem blauen Sternenhimmel und sahen in die Ferne.

      Teil 7

      Aris und ich konnten schon die Sonne hinter den Bergen aufgehen sehen, als wir der Klippe den Rücken zuwandten und endlich wieder zurück zu den anderen Expeditionsmitgliedern gingen. Er war so daneben gewesen, dass er nicht mal rumgemeckert hatte, dass es nachts gefährlich war hier draußen zu sein. Er war in einer Abwärtsspierale gelandet, aus der ich ihn einfach nicht mehr heraus bekam. Doch der Ort beruhigte ihn zumindest etwas, denn als wir immer mehr in Richtung Dorf liefen wurde es wieder schlimmer. Der Weg kam mir dieses Mal unendlich lang vor, da Aris jammernd in meinen Ohren hing. „Ach ne. Ich will halt nicht, dass du stirbst. Warum sollte ich auch? Was machen wir jetzt bloß.“, seufzte er. Er tat mir wirklich leid. Ich wünschte er wüsste, dass ich nicht überleben wollte, doch auch dieses Mal unterdrückte ich den Gedanken und überspielte ihn mit Möglichkeiten, wie wir vielleicht noch überleben könnten. Unsere Chancen waren minimal, aber es gab immer noch Wege, vor allem, da wir nicht wussten, was die Tempel jetzt bewirkten und welche Kräfte in ihnen schlummerten. Kurz bevor wir dann endlich bei Intis Thron angekommen waren übernahm Aris bedrück meinen Körper. „Ich will nicht. Kannst du ihn nicht weiterhin kontrollieren und ich sage dir, was du sagen sollst?“, jammerte er. Mir war es eigentlich egal, doch es gab immer noch die Möglichkeit, dass Inti oder Randomorg mitbekommen würden, dass ich den Körper kontrollierte. Es war wirklich zu riskant, vor allem, da wir nicht mehr viele waren. Als Inti dann sagte, wen sich die Wölfe diese Nacht geholt hatten, ging Erleichterung und zugleich Erschütterung durch meinen Körper. Schon wieder hatte eine weitere Person ihr Leben lassen müssen. Obwohl es unlogisch war hatte ich gehofft, dass die Wölfe irgendwie ihr Opfer verfehlten, doch sie hatten MasterGarados, Tonjas Doppelgänger, erwischt. Zumindest lebte Dip noch und Aris entschuldigte sich sofort bei ihm. „Wobei, was ist, wenn das irgendeine Fähigkeit eines Tempels war? Dann würde Dip immer noch nicht zu den Bürgern gehören.“, spekulierte Aris Stimme in meinem Kopf. Das konnte auch noch sein, aber es war halt nicht sicher. „Ja, ich wähle dann Muma. Sie ist meiner Meinung nach der sicherste Wolf.“ Da hatte er auch wieder Recht. Doch als mein Mund diese Entscheidung verkündete bat Dip darum, die erste Stimme auf sie legen zu dürfen, was Aris gar nicht gefiel. Er beharrte darauf, dass wir als erstes wählen sollten. Letztendlich nannte er sogar seinen Verdacht, dass Dip doch nicht zu den Bürgern gehören könnte und Dip willigte ein, dass wir den Tempel betreten durften. Als Muma am Abend zu Pk und Yun gebracht wurde murmelte sie unverständliches Zeug und ich zuckte vor Schreck und Entsetzen zusammen, als ihr Körper plötzlich auf dem Boden aufschlug. Betrübt wollte ich mich abwenden, doch Aris blieb mit meinem Körper mitten in der Umdrehung stehen, als wir von Pk gerufen wurden. Alle anderen waren schon verschwunden, als er uns einen kleinen Schlüssel überreichte, der oben wie eine Flamme aussah. Bei genauerem betrachten konnte man erkennen, dass die einzelnen Zungen wie ein Herz geformt waren. „Was sagst du, sollen wir jetzt schon los und ihn erkunden, oder willst du vorher noch was machen?“, fragteAris neugierig. Doch es gab noch etwas, dass ich holen sollte, bevor wir uns ins Innere dieses Tempels begaben. Und so marschierte ich, als Aris mir die Kontrolle wieder gegeben hatte, ins Innere unserer kleinen und total schiefen Holzhütte und begann wieder in meiner Tasche zu wühlen. „Was suchst du?“ Ich konnte seinen Blick auf meinen Händen spüren als ich die kleine Box herauszog. Vorsichtig stellte ich sie vor mir ab und öffnete sie. Als er erkannte, was sich im Inneren befand, war er sichtlich verwirrt: „Was soll das denn bitte sein?“ Es waren ein paar Werkzeuge, die man für das entschlüsseln von irgendwelchen antiken Schriften brauchte, oder das präzise ausgraben von irgendwelchen antiken Fundstücken und noch allerlei mehr. Doch alle einzeln zu erklären würde zu lange dauern und ich beschloss es einfach zusammen zu fassen: „Nützliche Werkzeuge die hilfreich sein könnten. Bin schließlich nicht ohne Vorbereitung hierhergekommen.“ Und so nahm ich eine etwas kleinere Umhängetasche und stopfte alles hinein. Schnell schnappte ich mir noch ein Lederseil und band den Schlüssel miteinem einfachen Knoten daran, damit ich ihn nicht ausversehen verlor. Aris gab sich mit der knappen Beschreibung zufrieden, begutachtete nochmal misstrauisch die Halterung und gab dazu noch seine Bemerkung dazu ab. Dann machten wir uns gespannt auf den Weg zu den Ruinen. Als wir fast angekommen waren brach Aris wieder die Stille: „Warum hattest du sie eigentlich in dieser Holzkiste? Sie sieht zwar mit ihren Verzierungen echt schön aus, aber ist das nicht etwas umständlich sie jedes Mal wieder so zu sortieren?“ „Mein Vater hat sie mir vererbt. Er war totaler Ordnungsfanatiker und sie sind deshalb so geordnet. Außerdem merkt man so ob etwas fehlt.“, gab ich zurück.„Wenn du sagst war, bedeutet das dann, dass dein Vater gestorben ist? Ich kann deutlich fühlen, dass du traurig bist.“ Inzwischen hingen meine Arme schlaff neben meinem Körper. Vor meinem Auge blitzte das Bild auf, wie er total verdreht und voller Blut am Boden lag. Mitten in diesem alten Saal, der einem alten Maori Schloss angehörte. Bedrückt nickte ich. Das war nun schon 9 Jahre her und ich war damals gerade mal 6 gewesen. Er hatte mich mit auf eine Expedition genommen und als wir uns in den zweiten Stock des alten Gebäudes begeben hatten war unter ihm auf einmal der Boden eingebrochen und er war in sein Verderben gestürzt. „Das tut mir leid…“, gab Aris bedrückt zurück. Ich wusste selbst nicht mal, warum ich diese Reise angetreten hatte. Vielleicht, weil der frühere Partner von meinem Vater dabei gewesen war oder weil mein Vater immer versucht hatte mich dafür zu begeistern. Ich wusste es wirklich nicht. Und nun standen wir vor diesem Tempel, und ich steckte den Schlüsseln in den Spalt des riesigen Tores. Knarrend schwang die Tür auf und wir traten in den Gang. An den Wänden hingen Fackeln auf dessen oberen Ende sich blaues Feuer züngelte. Vorsichtig und vor allem darauf bedacht keine Fallen auszulösen lief ich durch den Gang bis zu einem kleinen Raum, von dem aus es anscheinend nicht weiterzugehen schien. Die Wände waren vollgeschrieben mit einer mir unbekannten Schrift und inmitten dieses Kunstwerkes stand ein großer Altar. „Ich kenne diese Zeichen. Das ist die Schrift der alten Inka. Nur die Ältesten des Dorfes wussten was sie heißen und als diese starben geriet sie immer mehr in Vergessenheit. Ich habe auch nur durch Zufall davon erfahren.“, erzählte Aris begeistert. Auch meine Trauer war wie weggeblasen. Dieser Fund war von Pädagogischer Wichtigkeit und meine Neugierde, was dort wohl stand, war geweckt. Also zog ich meinen Block aus meiner Tasche und begann zu entziffern, was diese mysteriöse Schrift nun sagte. Mehrere Stunden vergingen bis Aris und ich letztendlich unseren ersten Erfolg zu verbuchen hatten. Nach und nach ergab es sich immer mehr, doch es war auch schon ziemlich viel Zeit vergangen und wir sollten schauen, dass wir zu Beginn des Tages wieder zurück waren. Es dauerte auch nicht mehr lange und sie hatten endlich den Code herausgefunden. „Ich wusste gar nicht, dass man das so hinbekommt. Das macht ja richtig Spaß!“, sagte Aris begeistert. Ich stimmte ihm zu und las danach vor, was auf der Wand geschrieben stand: „Der, der du Eintritt in den Tempel des Feuers verlangt, begebe dich zu dem Altar. Vor dir siehst du drei Reihen an Symbolen, entscheide dich für eine der Reihen. Die erste Reihe zeigt das Symbol der Flucht. Die zweite Reihe zeigt die Symbole der Wahrheit, des Reichtums, der Stärke, der Magie und der Tarnung. Die dritte Reihe zeigt das Symbol der Zerstörung.

      Wählst du die erste Reihe, das Symbol der Flucht, dann verlässt du diesen Tempel auf der Stelle und bleibst am Leben.

      Wählst du die dritte Reihe, das Symbol der Zerstörung, so zerstörst du diesen Tempel, doch kommst dabei selbst um das Leben.

      Wählst du die zweite Reihe, so kannst du beliebig viele der fünf Symbole auswählen. Jedes aktivierte Symbol öffnet eine Tür zu einem geheimen Gang und einem geheimen Raum. Jeder dieser Räume bietet ein anderes Geheimnis. Doch sei gewarnt, Gier tut nicht gut. Je mehr der fünf Symbole du aktivierst, desto wahrscheinlicher ist es, dass du diesen Tempel nicht lebend verlässt.

      Wählst du die zweite Reihe, so musst du außerdem eine der zehn Zeichnungen aktivieren, die Wesen darstellen, die wir Pokémon tauften.

      Hast du ein Symbol der zweiten Reihe aktiviert, so bedeutet eines der Pokémon deinen Tod und neun dein Leben.

      Hast du zwei Symbole der zweiten Reihe aktiviert, so bedeuten drei der Pokémon deinen Tod und sieben dein Leben.

      Hast du drei Symbole der zweiten Reihe aktiviert, so bedeuten fünf der Pokémon deinen Tod und fünf dein Leben.

      Hast du vier Symbole der zweiten Reihe aktiviert, so bedeuten sieben der Pokémon deinen Tod und drei dein Leben.

      Hast du alle fünf Symbole der zweiten Reihe aktiviert, so bedeuten neun der Pokémon deinen Tod und eines dein Leben.

      Welches der Pokémon für Leben und welches für Tod steht, hat Düsterwalds übernatürliche Herrscherin Randomorg bestimmt.

      Nun aktiviere deine Symbole mit der Handfläche und falls du die zweite Reihe gewählt hast, auch ein Pokémon.

      Das dürfte es zumindest heißen. Aber ganz sicher bin ich mir nicht.“ „Wird schon richtig sein“, kam es von Aris zurück. Dann rätselten wir rum, was wir nun wählen sollten und als wir uns entschieden hatten ging ich zu dem Altar und drückte die zwei Symbole und die Zeichnung, für die wir uns entschieden hatten herunter. Die Spannung lag förmlich in der Luft und als die Zeichen plötzlich anfingen zu leuchten wich ich ein paar Schritte zurück. Ein Schauer lief mir über den Rücken als ein kühler Windstoß durch den Raum pfiff. Doch dann öffneten sich zwei Türen. Ich begab mich langsam zu einer der beiden und betrat den hell erleuchteten Raum. "Sei gegrüßt Suchender!", sagte eine helle, klare Stimme, die mir irgendwie bekannt vorkam. "Willkommen im Tempel des Feuers!", sagte eine zweite, deutlich tiefere Stimme. Perplex stolperte ich einige Schritte rückwärts. „Was passiert hier?“, fragte Aris plötzlich. "Es sei dir gestattet die Kammer der Stärke zu betreten und unsere Gabe anzunehmen. Sie wird dir helfen den Sieg zu erringen.", sagte eine der Stimmen. „Wie genau meint ihr das?“, stellte ich die Frage in den Raum und die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: „Du darfst dich jede Nacht bei einem anderen der Expeditionsmitglieder verstecken. So können dich die Wölfe in der Nacht nicht direkt umbringen.“ Dann verstummten die Stimmen. „Das ist wirklich hilfreich.“, kam es wieder von Aris. Zustimmend nickte ich kurz und begab mich dann in den andren Raum, der sich geöffnet hatte. Wieder erklang eine Stimme: „Nun bist du in der Kammer der Magie. Ich kann die Liebe zwischen euch beiden deutlich spüren.“, mein ganzer Kopf wurde glühend heiß und auch Aris schien das ziemlich peinlich zu sein, „Ihr werdet nur noch alleine gewinnen können, also seid auf der Hut.“ Schnell drehte ich mich um und wollte gerade wieder den langen Gang betreten, aus dem wir gekommen waren, als eine der Stimmen erneut erhalte: „Aber ihr müsst das Geheimnis bewahren!“ „Wenn ihr es verratet werden schreckliche Dinge geschehen!“, sagte die andere noch. Natürlich würden wir es niemandem erzählen. Ich war mir nicht mal sicher, ob wir uns untereinander darüber unterhalten würden. Und so verließen wir den Tempel und ich schnappte nach frischer Luft, als ich ins Freie trat. Schnell schloss ich den Tempel ab und mein Blick fiel erneut auf den kleinen Schlüssel. Mir war es schon vorher aufgefallen aber ich hatte mir nichts dabei gedacht, dass die Flammen ein Herz formten. Wie blöd ich doch sein konnte. „Du bist nicht blöd… Du bist echt cool… Außerdem bin ich doch auch so versessen darauf gewesen diesen Tempel zu betreten…“, verteidigte er mich gegen mich selbst. Ja, er war versessen darauf, aber ich doch auch. Langsam schlenderte ich wieder zurück zu der Holzhütte. Meine Gedanken schweiften in einem durch um die Sachen, die im Tempel passiert waren und ich schaffte es einfach nicht, an etwas anderes zu denken. Mir war irgendwie unwohl und doch schien es, als hätte ich Schmetterlinge im Bauch. Eine üble Mischung. „Ich denke wir…“, dann brach Aris mitten im Satz wieder ab. „Wir sollten darüber reden.“, sagte ich schließlich. Wieder stieg Hitze in meinen Kopf und ich wäre gerne im Erdboden versunken, was logischerweise nicht funktionierte. Und obwohl wir gesagt hatten, dass wir reden wollten schwiegen wir bis ich die Tür hinter uns schloss und mich dann auf das Bett fallen ließ. „Es stimmt.“, hallte Aris Stimme in meinem Kopf. Wieder Stille und auch ich schwieg. Ich würde keinen vernünftigen Satz zustande bringen können. Dann brach Aris erneut die Stille: „Also… Ich, …, Ich, …. Verdammt.“ Wieder Stille. „Ich liebe dich!“, platzte er schließlich heraus. Obwohl es mir schon klar gewesen war machte mein Herz bei diesem Satz einen Sprung und undefinierbare Freude stieg in mir auf. „Ich dich auch“, flüsterte ich in dem Wissen, dass Aris es auf jeden Fall hörte. Auch bei ihm schien sich etwas bei dem Satz gelockert zu haben. „Naja, diese Beziehung könnte dann aber etwas schwierig werden.“ „Ist doch egal“, antwortete ich glücklich. Als mir dann plötzlich ein lautes Gähnen entfuhr, fingen wir beide an zu lachen und beschlossen uns hinzulegen. „Gute Nacht, süße!“, waren die letzten Worte, die ich an diesem Abend hörte.

      Teil 8

      Der nächste Tag verlief nicht wirklich gut für uns, denn es gab keine Möglichkeit mehr, wie wir überleben konnten. Wir überlegten viel, wer letztendlich gewinnen sollte und konnten uns nicht entscheiden. „Es tut mir echt so leid. Ich kann dich nicht beschützen. Das war so nicht geplant. Daran habe gestern gar nicht mehr gedacht. Tut mir leid“, kam es erneut von Aris, der mir, seit wir heute bemerkt hatten, dass wir keine Überlebenschance mehr hatten, jammernd in den Ohren hing. Ich hatte mich inzwischen damit abgefunden, dass ich sterben würde, aber ich konnte verstehen, dass er da mehr Probleme mit hatte. Er würde das überleben und mit ansehen müssen, wie mich der letzte Wolf, egal auf welcher Seite, letztendlich zerfleischte. Ein Schauer ging mir über den Rücken als ich mir diese Szene vorstellte. Schnell wandte ich mich wieder der „Diskussion“ zu, die Aris und ich anscheinend inzwischen alleine führten. Vay hatte am Anfang noch für Nicki abgestimmt und Besagte hielt sich komplett raus, was mich doch sehr verwunderte. „Wenn wir für Vay stimmen wir Randomorg letztendlich entscheiden, wer der beiden sterben muss“, sagteAris bedrückte Stimme in meinem Kopf. Ich wünschte, wir würden einfach niemanden mehr umbringen müssen, doch es ging nicht. Entscheiden, wer an diesem Tag sterben sollte, wollte ich auch nicht und so wählten wir um auf Vay und ließen Randomorg die Wahl treffen. Sie entschied sich für die Wölfin, die entschieden hatte auf ewig den Bürgern zu helfen. Plötzlich verwandelte sich Nicki in einen Wolf und ging auf mich los. Aus Refleks wich ich aus und rannte Instinktiv in den Wald. Mir hätte auffallen müssen, dass ich den Weg kannte, doch aus Panik merkte ich nicht wohin ich lief. Ich dachte, dass ich mich mit dem Tod abgefunden hatte, doch dem war wohl nicht so. Adrenalin pur pumpte durch meinen Körper und ich stolperte immer wieder über einige Wurzeln und schlug letztendlich hart auf dem Boden auf. In meinem Kopf drehte sich alles und meine Sicht begann schwarz zu werden. „Bitte, bleib bei mir!“, konnte ich Aris noch schreien hören bevor ich das Bewusstsein verlor.

      Teil 9

      Schweißgebadet schreckte ich hoch und riss die Augen auf. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass wir gerade mal 4 Uhr hatten und ich noch eine Stunde hatte, bevor ich eigentlich aufstehen müsste. Doch ich beschloss mich fertig zu machen und nochmal zu überprüfen, ob ich auch alles eingepackt hatte. Verwundert zog ich ein Lederband von meinem Kopf und begutachtete das kleineSchmuckstück, dass mit einem dürftigen Knoten daran festgebunden war. Eindeutig von mir, aber ich konnte mich nicht an diesen Schlüssel erinnern und wusste auch nicht, woher er kam. Das Ende des Schlüssels hatte die Form eines Feuers, dessen Flamme sich wie ein Herz wandt. Verwundert legte ich ihn auf der Kommode ab. Ich könnte mir meinen Kopf noch auf dem Weg darüber zerbrechen, was dies zu bedeuten hatte. Die Zeit verging schnell und ich machte mich etwas zu früh auf den Weg zu dem Flughafen, weshalb ich auch die erste war, die dort ankam. Mein Blick ruhte heute viel zu oft auf dem kleinen Schmuckstück und ich hatte immer noch keine Idee, woher er kommen könnte. Als die nächste Person unserer kleinen Gruppe eintraf zog ich das Band wieder über meinen Kopf und steckte den Schlüssel unter die Jacke. Dann lehnte ich mich gegen einen Pfosten und wartete die kurze Zeit noch ab, bis letztendlich alle eingetroffen waren und es endlich losgehen konnte.

      Als wir dann in Lima ankamen schnappte ich mir meine Tasche und lief an die frische Luft. Von dort aus fuhren wir mit einem Bus zu dem Wald, indem sich das alte Inkadorf befinden sollte. Als ich ausstieg und mir meine Tasche auf den Rücken zog schaute ich mich um. Pk verkündete wie lange wir in etwa brauchten, bis wir dort ankommen sollten und so machten wir uns auf den Weg durch das dicke Gestrüpp. Zwei Stunden Fußmarsch waren wir durch den Urwald nun schon unterwegs und es sollte nicht mehr lange dauern, bis wir ankamen. Es war mir nun schon vorher aufgefallen, doch nun nur noch mehr, mir fehlte etwas. Und zwar gewaltig. Doch ich wusste einfach nicht was es war. Dazu kam noch dieser komische Schlüssel, den ich im Moment um den Hals trug. Wobei ich da nicht die einzige zu sein schien. Drei weitere Teilnehmer hatten einen ähnlichen bei sich gefunden, als sie heute Morgen aufgewacht waren. Auch diese beiden wussten nicht, was es damit auf sich hatte. Doch als wir endlich im Dorf ankamen gab es wichtigeres, als ein paar unbedeutsame und irgendwie auch unlogische Sachen wie diese. „Ok Leute, hört mal alle her!“, rief Yun laut und ich blieb in seiner Nähe irgendwo stehen, „Bevor wir das Dorf betreten, möchte ich euch alle auffordern möglichst behutsam zu sein. Die Ruinen sind uralt und es wäre schade, wenn wir das Vermächtnis der Inkas zerstören würden!“ Und so machten wir uns auf und bauten nach Anweisung von Pk die Zelte auf. Ich schlenderte durch das Dorf und sah mir alles haargenau an und musste noch ein zweites Mal hinsehen, als ich eine kleine und total schiefe Holzhütte am Rande des Dorfes fand. Ob sich hier jemand niedergelassen hatte? Und so ging ich zu der Tür und klopfte vorsichtig an, doch nichts geschah. Also drückte ich vorsichtig die Tür auf und betrat das kleine Gehäuse. Kurz sah ich mich darin um und ging dann gelangweilt wieder heraus, als ich nichts finden konnte, dass mir hätte Anhaltspunkte geben können. Schnell lief ich zu Yun und Pk und sagte ihnen, dass es sein könnte, dass hier wer lebte, bevor ich mich zu den Tempeln begab um diese genauer ins Visier zu nehmen. Ich konnte genau fünf Tempel finden und zwei von ihnen schienen schon eingestürzt zu sein, sodass man sie nicht mehr betreten konnte. Die anderen drei waren, zu meinem Bedauern, zugeschlossen. Für die Größe der Torbögen war das Schloss extrem klein und ich probierte den kleinen Schlüssel bei einem der drei Tempel aus. Mir war die Ähnlichkeit der Verzierungen aufgefallen und ich hatte eigentlich nicht erwartet, dass das Tor auf einmal aufschwingen würde. Verdutzt wanderte mein Blick immer wieder zwischen dem Gang, der vor mir lag, und dem Schlüssel in meiner Hand hin und her. Der Gang wurde an den Seiten von Fackeln mit blauen Flammen erleuchtet und ich beschloss letztendlich mich hinein zu begeben und im Moment nicht darüber nach zu denken, wie ich hier herein gekommen war. Der Gang führte in eine kleine Kammer, an dessen Wänden überall Schriftzeichen zu sehen waren. In der Mitte stand ein Steinerner Altar, doch das weiße Blatt Papier, das auf dem Boden lag, erregte mehr meine Aufmerksamkeit. Behutsam hob ich es auf und schaute es mir an. Darauf stand geschrieben, was die Zeichen dieser Wand bedeuteten und ich wusste, dass das Stundenlange Arbeit gewesen sein musste. Verdutzt darüber, dass jemand so viel Arbeit einfach so hatte liegen lassen sah ich mir die Schrift genauer an. Sie kam mir so vertraut vor. Schnell zückte ich einen Block und kritzelte einige Buchstaben und Symbole darauf. Dann hielt ich den Block neben das Blatt Papier. Verdutzt schüttelte ich den Kopf. Das konnte nicht sein. Die Entschlüsselung dieser alten Schriftart hatte ich geschrieben. Doch ich war doch noch nie hier gewesen. Heute ergab für mich gar nichts mehr Sinn, doch ich musste feststellen, dass dies wohl kein Traum war, da ich nicht, wie erhofft, bei einem in den Arm Kneifen aufgewacht war. Verkorkste Welt, in der ich da lebte. Schnell überflog ich den Text bei herausgehen und wäre beinahe in Yun und Tonja hinein gelaufen. „Ähm, tschuldige“, sagte ich schnell, „Ach, ich habe da was gefunden. Ich war in einem der Tempel und habe dort an der Wand Schriftzeichen gefunden. Hier das lag auf dem Boden.“ Ich überreichte Yun den Zettel und überlegte noch, ob ich lieber nicht sagen sollte, dass dies meine Schrift war, doch ich entschied mich dafür, dass die beiden es ruhig wissen konnten: „Ich verstehe das nicht ganz. Das ist meine Schrift, aber ich war nie hier und kann mich auch nicht daran erinnern, dies je geschrieben zu haben.“ Kurz zuckte ich mit den Schultern, entschied dann aber, dass das nicht sein konnte. „Ich gehe mal lieber schlafen… Ich halluziniere ja schon.“ Halb lachend entfernte ich mich wider von den beiden und ging zu dem Zelt, dass ich mir aufgebaut hatte. Doch bevor ich es betrat, um mich schlafen zu legen, sah ich in den Wald und lief darauf zu. Ich wusste nicht, wohin ich wollte und doch schien mein Verstand ganz genau zu wissen, wo es lang ging. Es Balancierte über einen Holzstamm, der mir als Brücke über einen kleinen Fluss diente und duckte mich unter Ästen hinweg bis ich schließlich auf einer kleinen Klippe ankam. Vorsichtig näherte ich mich der Kante und sah auf den Wald, der unter mir lag. Ich hörte auf das Rauschen des Meeres zu meiner Rechten und das singen der Vögel, das von überall herzukommen schien. Staunend ließ ich mich nieder und blickte auf die Sonne, die gerade hinter den Bergen am Horizont verschwand und dabei den Himmel in ein wunderschönes orange-rotes Licht tauchte. „Es tut mir so leid. Ich wünschte, es wäre anders gelaufen.“, hauchte eine Stimme in meinen Nacken. Ich drehte mich ruckartig um, doch dort war niemand. Wahrscheinlich nur der Wind. Ich wandte mich wieder der Sonne zu, die fast nicht mehr zu sehen war und zog vorsichtig den Schlüssel unter meinem Top hervor. Er war schon echt schön, mit der Flamme, die ein Herz formte und der filigranen Musterung überall. Eine Träne rollte über mein Gesicht. Verdutzt wischte ich sie weg, doch schon landete die nächste auf meiner Hand. Eine Träne nach der anderen verließ meine Augen, ohne, dass ich den Grund dafür wusste. Und so saß ich an dieser Klippe und weinte.


      Edit: Habs mal in nen Spoiler gepackt, war so lang :x
      Lg Ciyta

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    • So, hier ist einmal eine Geschichte aus Runde 37. Ich war in der Runde Verliebte und habe die Geschichte also nicht alleine geschrieben. Ich glaube das ar das zweite mal das ich eine geschichte geschrieben habe bei den WW Spielen und eigentlich hatte ich gar nicht vor eine zu schreiben, aber da Yun bei der davor mitbekommen hatte, dass ich eine geschrieben hatte, hatte er mich darauf angesprochen und wir haben letztendlich halt zusammen eine geschrieben. Habe ihn vorhin mal gefragt ob es in Ordnung ist wenn wir die hier hochladen. Also viel Spaß und sry, wenn es etwas verwirrend ist wer gerade spricht, wenn ich mehr Zeit habe werde ich es ergänzen. ^^

      Gibst du dem einen Namen Yun?

      Teil 1

      Adrenalin schoss durch meine Adern. Leise huschte ich an den Häusern vorbei. Sollte ich es wirklich tuen. Das nächste Gespräch mit ihm würde ziemlich komisch werden. Außerdem kannte er mich doch noch gar nicht so lange. Würde es ihn vielleicht abschrecken? Ein leises knacken an meinen Füßen ließ mich zusammen zucken. Hecktisch sah ich mich um. Wenn die Werwölfe das gehört hätten. Doch alles blieb ruhig. Langsam lief ich, im Schatten versteckt, weiter zum nächsten Haus. Hier wohnte er. Hier war mein Ziel. Vor der Tür angekommen nahm ich den Brief aus meiner Tasche und legte ihn behutsam auf dem Boden ab. War es die richtige Entscheidung? Plötzlich erklang ein lautes heulen. Ängstlich sah ich mich um. Immer noch nichts zu sehen. Ich sollte schleunigst versuchen wieder nach hause zu kommen. Was tat ich hier überhaupt? Was wäre wenn die Werwölfe den Brief finden würden? Oder wenn er ein Werwolf war? Meine Hand glitt in Richtung Brief. Ein knarzen ertönte. Erschrocken richtete ich mich wieder auf und starrte auf die Tür. Das war gar nicht gut. Langsam fing mein Kopf an zu glühen. Was sollte ich tun? Obwohl mein Verstand noch keine Lösung gefunden hatte fing mein Körper an sich zu bewegen. Ich drehte mich um und lief so leise es ging den weg den ich gekommen war wieder zurück. Das war schlecht. Nicht nur schlecht, sonder auch das schlimmste was ich in dieser Situation hätte tuen können. Was zur Hölle war nur in mich gefahren? Ich spürte wie Wasser in meine Augen stieg und versuchte es verzweifelt weg zu blinzeln. Der Boden verschwamm vor meinen Augen sodass ich anhalten musste. Etwas nasses rollte meine Wange herunter. Ich hatte versagt. Schnell wischte ich mir die Tränen weg und rannte weiter. Zuhause angekommen ließ ich mich auf mein Bett fallen. Ich war so ein Idiot.


      Als ich das Heulen der Wölfe hörte, lief mir ein kalter Schauer über den Rücken. Ich kannte es nur aus Erzählungen der Dorfältesten, aber wir glaubten fest an die Gefahr die von Werwölfen ausging. Sie waren Gestaltwandler und tagsüber kaum von uns Bürgern zu unterscheiden waren. Nun würde ich den Kampf also miterleben. Ich hörte an der Tür ein leises Geräusch. Die Werwölfe? Außer meiner Kristallkugel hatte ich nichts um mich zu verteidigen im Haus und ich konnte schlecht mit einer Kristallkugel, die nicht mal auf meine Fähigkeiten reagierte, nach den Wölfe werden, oder? Bereit mich meinem Schicksal zu ergeben, lief ich langsam zu Tür. Doch ich hörte weder das Kratzen, noch das Heulen eines Wolfes.
      Vorsichtig öffnete ich die Tür. In der Dunkelheit konnte ich nur noch erkennen, dass eine Gestalt die Straße entlang huschte. „Immerhin kein Werwolf“,dachte ich erleichtert und wollte die Tür schon schließen, als mir ein Stück Pergament auf dem Boden auffiel. Ich hob es hoch und staunte nicht schlecht, als ich meinen Namen, der in einer feinen Schrift geschrieben war, las. Ein Brief für mich? Stirnrunzelnd lies ich die Tür ins Schloss fallen und widmete mich dem Brief.
      Es war ein Liebesbrief. Ciyta, ein hübsches, zierliches Mädchen, etwa in meinem Alter, hatte mir ihre Liebe gestanden.

      Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und klopfte.


      Teil 2

      Der heutige Tag hatte komisch begonnen. Irgendwas stimmte mit Yun nicht. Ich versuchte herauszufinden, was los war, doch er winkte nur ab und signalisierte mir, dass er es mir später erklären würde. Also wartete ich geduldig auf die Nacht und hielt mich auch erstmal aus der Wahl des Lynchopfers raus. Als er dann Abends an meine Tür klopfte sah er mir mit seinen Smaragdgrünen Augen direkt in meine und sein zerzaustes schwarzes Haar wehte leicht im Wind. Ein trauriges lächeln spielte um seinen Mund. Er kam ins Haus und erzählte mir was los war. Danach ging er wieder und ich ging in mein Zimmer. Das war ungut. Yun war zum Günstling gewählt worden. Er hatte mir noch alle Werwölfe offenbart und mir erzählt, dass er eigentlich einen Plan hatte. Doch durch den Tod von Pk-fan musste er sich einen anderen überlegen. Was sollten wir nur tun? Die Bürger würden Yun umbringen wollen und ich könnte nicht ohne ihn leben. Die Werwölfe würden ebenfalls nicht damit einverstanden sein. Es scheint als gäbe es keine andere Lösung, als zu zweit zu überleben und alle anderen umzubringen. Es wäre eine grausame und brutale Art, aber leider die einzige die wir hatten. Ich wollte einfach nicht ohne ihn leben. Selbst wenn das hieß, dass wir meine Schwester und alle Bewohner des Dorfes umbringen müssten. Nun lag ich hier im Bett und wartete darauf, dass Yun wieder nach hause kam.

      In dieser Nacht hatte ich erfahren wie groß der Zorn der Wölfe über den Verlust von unserem Welpen Pk-fan wirklich war. Zwei Bürger hatten ihr Leben geben müssen, bis die anderen sich beruhigt hatten. Ich hatte Pk-fan noch nicht so lange gekannt. Aber ich hatte mich gefreut ihm vertrauen zu können und nun war er tot, gestorben durch die Hand meines Meisters, den ich ihn Majikku erkannt hatte. Mit dem Wissen hatten wir sie getötet. Ich hatte ihr dabei nicht in die Augen sehen können. Sie hatte mich nicht erkannt. Wie denn auch? Ich war nicht der stille Junge, den sie gelehrt hatte seine magischen Fähigkeiten ebenso gut zu nutzen, wie sie es vermochte. Nein, ich war ein Wolf mit goldenen Augen und pechschwarzem, verstrubbelten Fell.
      Als ich sie tot vor mir liegen sah, fühlte ich mich schuldig. Ich hatte die Wölfe auf ihre Spur gebracht. Doch ich wollte nicht, dass die anderen misstrauisch wurden und so folgte ich ihnen zu Taubiolas Haus…
      Ich würde mich an das Töten gewöhnen müssen, denn es lag mir eindeutig nicht. Als ich leise durch die Dunkelheit schlich, fühlte ich mich unwohl. Immer wieder hielt ich inne und lauschte ob mir keine Rudelmitglied folgte. Die Anderen schienen mir nicht zu trauen, aber das war verständlich. Ich traute ihnen schließlich auch nicht. Besonders ein großer Werwolf mit weißem Fell hatte mich böse angeknurrt. Er schien wesentlich stärker als wir und es würde mich nicht überraschen, wenn er uns angreifen würde. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass er nicht allen Rudelmitgliedern wohlgesonnen war. Wenn ich doch bloß wüsste wer er ist…
      Es gab nur eines was mir im Moment von Bedeutung war… Ich musste Ciyta vor den Wölfen und den Bürger beschützen. Während ich darüber nachdachte wie mir das am besten gelingen würde, fielen mir fast die Augen zu und ich beeilte mich, bei meiner Liebsten anzukommen.
      Leise winselnd legte ich mir vor ihre Tür und wartete darauf, dass sie kommen würde um mich in ihr warmes Haus zu lassen.

      Ein leises Geräusch ließ mich hoch schrecken. Waren das die Werwölfe? Yun sagte zwar, dass er mich soweit es geht beschützen würde, aber eben nur soweit es geht. Langsam schlich ich zur Haustür und lauschte. Ein winseln drang durch das Holz der Tür und ich öffnete sie. Ein pechschwarzer, wunderschöner Wolf lag davor. Freude stieg in mir auf und ich streckte die Hand nach ihm aus. Sein Fell war seidig und warm, obwohl die Nacht eiskalt war. Schnell holte ich ihn ins Haus.

      Ciyta strich mir sanft übers fell und schloss dir Tür leise hinter mir. "Du bist irgendwie niedlich als Wolf", lächelte sie.
      Viel zu schnell schlief sie neben mir ein. Ich lag noch lange wach und starrte den großen Vollmond an der sein kaltes helles Licht durch das Fenster warf.
      Als ich im morgengrauen erwachte hatte ich wieder meine gewöhnliche gestalt angenommen. Leise stand ich auf. Ciyta sollte ruhig noch eine weile schlafen können. Ich setze mich an den Küchentisch und holte meine kristallkugel hervor. Es dauerte einen Moment bis ich mich genug konzentriert hatte und ich sah, was mein meister gesehen hatte. Pinturicchio, mit einer komischen Mütze auf dem kopf, der sich unter seine Bayernmünchen-Decke kuschelte und genüsslich vor sich hin schnarchte. Ich wollte die kugel schon wegräumen, den pintus schnarchen klang nicht gerade wie musik in meinen Ohren, als das bild verschwamm und mir kurz darauf das Bild einer Wölfin zeigte die in einem haus stand und sich gerade wieder in einen menschen verwandelte. Ich erstarrte als ich Dargos erkannte.
      Wie konnte das sein?

      Teil3

      Unruhig lief ich in ciytas haus hin und her. Der tag war nervenaufreibend gewesen. Der Gelehrte hatte sich geopfert und dann war nicht ein werwolf gestorben, wie alle es erwartet hatten, sondern ein Dorfbewohner. Ich brauchte einen Plan wie ich ciyta und mich schützen konnte und gleichzeitig das vertrauen der Werwölfe gewinnen konnte.

      Langsam aber sicher machte mich das hin und her getiegere selbst nervös. Was sollten wir tun? Meine Finger trommelten in einem gleichmäßigen Rhythmus auf den Tisch. Das brachte einfach nichts. Wir bräuchten eine gute Taktik und mein Gefühl sagte mir, dass Yun schon eine Idee hatte. Langsam richtete ich mich auf und lief zu ihm hinüber. Sein schlanker Körper bewegte sich schnell von einem zum anderen Ort und dann wieder zurück. Er dachte nach. Wahrscheilich machte er sich, genau wie ich auch, Gedanken über die momentane Situation. Sie war schwierig und doch konnten wir noch überleben. Das wusste ich. Als er das gefühlte tausendste mal an mir vorbei lief hielt ich ihn endlich am Arm fest und umarmte ihn dann. "Wir schaffen das schon irgendwie", sagte ich mit einem leichten lächeln auf den Lippen.

      "Wir schaffen das schon irgendwie", hauchte ciyta und umarmte mich. "Ich hoffe es!", meinte ich sanft und erklärte ihr, dass ich versuchen wollte den geheimen rat zu finden. "Wir brauchen den seher um die Wölfe zu finden. Die Bürger müssen uns helfen sie zu töten!" Als die uhr 12 schlug, ließ ich sie los. "Ich muss gehen...", flüsterte ich und versuchte mir nicht anmerken zu lassen, dass ich mir wirklich sorgen machte. Ein letztes Mal lächelte ich sie an. Dann wurde mir heiß und kalt und ich verwandelte mich in den kleinen schwarzen Wolf.

      Yun hatte sich wieder in den kleinen, zerstrubelten Wolf mit schwarz glänzendem Fell verwandelt. Noch ein letztes mal strich ich über sein weiches Fell bevor er wieder zu den Wölfen gehen musste. Als Yun weg war schloss ich vorsichtig die Tür. Dann ließ ich mich mit einer heißen Tasse Kakao auf dem Sofa nieder. Yuns letztes lächeln war getränkt von sorgen, obwohl er versucht hatte es zu verstecken. Vorsichtig nippte ich an dem heißen Getränk und stellte es dann wieder vor mir ab. Es konnte immer irgendetwas schieflaufen. Es konnte immer sein, dass einer von uns starb. Doch daran wollte ich gar nicht erst denken. Auch daran, dass wir alleine überleben könnten wollte ich nicht denken. Alleine in einem riesigen Dorf? Und dazu ohne meine Schwester? Doch ich war mir einfach nicht sicher ob sie eine Beziehung zwischen Wolf und Mensch tolerieren würde. Die anderen würden das auf keinen Fall, doch sie? Doch was, wenn nicht? Dann würde ich damit Yun in Gefahr bringen und dieses Risiko konnte ich nicht eingehen. Vorerst sollte ich es aber nicht Yun erzählen, da er sich darüber nur auch noch Gedanken machen würde. Später, wenn es besser für uns steht, könnte ich es ihm immer noch erzählen. Aber er hat schon genug, was ihn momentan belastet.

      Teil 4

      Wieder war ich einen Teil der Nach alleine. Doch dieses mal saß ich nicht in meinem Haus rum. Nein, dieses mal war ich bei Yun. Er hatte sich zu viele Sorgen darüber gemacht, dass die Wölfe mich diese Nacht umbringen könnten und so hatten wir uns dazu entschieden zu Yun zu gehen. So wäre ich zumindest nicht zuhause wenn sie kommen würden um mich als Nachtsneak zu fressen. Trotzdem war mir ziemlich langweilig. Die Nächte immer alleine zu verbringen war etwas nervig, aber wir hatten es fast geschafft. Wobei es für uns auch immer gefährlicher wurde. Die Bürger hatten mich schon letzten Tag verdächtigt und Yun wollte sich nun deswegen outen. Damit würden wir nur leider den Zorn der Wölfe auf uns lenken. Ich weiß nicht genau was ich schlimmer finden würde. Ein Teil der Bürger sah in mir eh schon einen Wolf und dann würden die Wölfe auch noch wissen, dass Yun nicht auf ihrer Seite war. Nun mussten wir so gut es geht versuchen aus allem was wir bekamen etwas für uns rauszuschlagen. Was Yun auch echt versuchte, nur das ich seinen Plan nicht ganz nachvollziehen konnte. Er wollte mich irgendwann als weißen Werwolf hinstellen und somit den wirklichen weißen Werwolf als den Günstling. Doch ob wir bis dahin überhaupt noch lebten war dann eine andere Frage.

      Teil 5

      Der Tag war für mich sehr schwierig gewesen. Die Werwölfe hatten Firefly, meine Schwester, getötet. Yun hatte noch versucht sie umzustimmen aber zu auffällig dagegen arbeiten durfte auch er nicht. Ich hatte versucht mir nichts anmerken zu lassen, doch die Trauer zog mich immer weiter hinunter und es hatte sich so angefühlt, als ob ich sie nie überwinden könnte. Trotzdem hatte ich versucht Yuns Plan durchzuführen, doch wirklich gut fühlte ich mich nicht dabei ihn anschuldigen zu müssen. Ich tat so viel wie es mir meine Lage erlaubte um ihn glücklich zu machen. Doch viel lieber wäre ich in seinen Armen zusammen gesunken und hätte um den Tod meiner Schwester getrauert. Viel hatte es eh nicht gebracht, da die anderen kaum auf mich eingingen. Vielleicht lag es daran, dass sie dachten, dass ich in so einem Zustand nicht vernünftig denken konnte und einen Schuldigen suchen würde.
      Der Tag hatte sich immer mehr dem Ende geneigt und letztendlich hatten wir wirklich Wert007 gehängt. Yuns Vermutung war richtig gewesen. Er war der Entführer. Zumindest eine gute Nachricht an diesem Tag. Doch seit heute Morgen erschien mir alles nicht mehr real. So, als ob ich träumen würde. Und das wollte ich auch.
      Als ich spät abends bei Yun ankam sank ich weinend in seinen Armen zusammen. Erst nach ca. einer Stunde hatte ich mich wieder etwas beruhigt und wir unterhielten uns noch etwas über Yuns Plan. Eigentlich erklärte er ihn mir nur und ich hörte zu. Wir hatten uns auf die Couch im Wohnzimmer gesetzt und ich war letztendlich in seinem Schoß eingeschlafen. Als ich wieder aufwachte lag eine weiche Decke über mir. Es war noch dunkel aber ich konnte fühlen, dass etwas Weiches neben mir lag. Und dieses Etwas atmete. Yun hatte sich noch nicht wieder zurück in einen Menschen verwandelt und nun lag ein schwarzer Wolf neben mir. Langsam ließ ich meinen Kopf wieder auf die Lehne der Couch sinken. Im Fenster sah man die ersten Sonnenstrahlen über dem Wald aufgehen und Yun verwandelte sich wieder in einen Menschen zurück. Wie lange er wohl hatte schlafen können? Langsam strich ich ihm eine schwarze Strähne aus dem Gesicht. Ich konnte nicht zulassen, dass ihm was passierte. Ich musste so gut es geht versuchen seinen Plan durchzuführen. Die Sonne strahlte uns entgegen und ich hätte am liebsten den nicht vorhandenen Vorhang zugezogen und den Tag mit Yun in seinem Haus verbracht, doch wir mussten da raus gehen. Vorallem aber mussten wir überleben.

      Teil 6

      Unruhig kaute ich auf meiner Unterlippe. Ich hasste mich dafür, dass Ciyta immernoch so traurig war. Ich hätte es verhindern können. Aber ich hatte mich nicht getraut die Wölfe umzustimmen und jetzt spürte ich Ciytas Schmerz. Am liebsten hätte ich alles ungeschehen gemacht. Ich konnte sie einfach nicht so traurig sehen.

      Im Schneidersitz saß ich auf meinem Bett und starrte nach draußen. Nebel war aufgezogen und die Dunkelheit hatte sich immer weiter ausgebreitet. Genau wie in meinem Herz. Es fehlte nur noch das Gewitter, das alles zerstören würde. Plötzlich umarmte mich Yun von hinten und flüsterte mir eine Entschuldigung ins Ohr. Dabei war es doch noch nicht mal seine Schuld. Sanft drückte ich seine Hand und drehte mich zu ihm um. Diese Nacht würde alles entscheiden. Entweder wir starben, oder wir überlebten und führten den Plan weiter durch. „Du kannst nichts dafür. Es wäre nur gefährlicher geworden, wenn du etwas dagegen gesagt hättest.“ Obwohl mir nicht wirklich danach war lächelte ich leicht, um meinem Satz etwas mehr Kraft zu verleihen. Yun sah bedrückt zur Seite, sagte aber nichts. Der Gong der Turmuhr hallte durch die Nacht. Es war also so weit.

      Als die Uhr zwölf schlug, seufzte ich. Jetzt würde sich alles entscheiden. Zusammen mit der weißen Wölfin Vanyar würde ich durch die Straßen ziehen. Mein Herz raste als ich mich bei Ciyta verabschiedete.
      "Nur noch diese Nacht und dann wird alles gut!", versprach ich ihr und hoffte dass ich es auch würde halten können. "Ich sage dir nachher wo wir uns vor Vanyar verstecken", lächelte ich und verwandelte mich in den kleinen schwarzen Wolf.

      Langsam schloss ich die Tür hinter Yun. Für wen sich die beiden wohl entscheiden würden? Wieder lief ich in das Wohnzimmer und setzte mich auf die Couch. Der Blick durch das Fenster wurde mir dank einer dicken Nebelschicht verwehrt und doch konnte ich meinen Blick nicht abwenden. Etwas bewegte sich. Und zwar direkt hier vor dem Haus. Sollte ich nach draußen gehen um nachzuschauen? Vor den Werwölfen hatte ich nicht wirklich Angst. Aber wer konnte es sonst noch sein? Unser Angsthase? Ein Seufzen erklang aus meinem Mund und ich stand wieder auf. Danach lief zur Haustür, doch als ich sie öffnete war niemand zu sehen. Noch einmal überblickte ich das Dorf, soweit es mir möglich war, bevor ich die Tür wieder ins Schloss fallen ließ und mich nachdenklich in mein Zimmer verzog, um auf Yuns Rückkehr zu warten.
      Draußen erklang lautes geknurre, dann war es wieder ruhig. Was das wohl zu bedeuten hatte? Ob es Yun gut ging? Was wäre, wenn ihm was passiert wäre? Sollte ich nach ihm suchen? Die Fragen häuften sich und keine Antworten in Sicht. Leise schlich ich in Richtung Tür und lauschte. Kein Laut war mehr zu hören. Was sollte ich tun? Knarzend ging die Tür auf als ich die Klinke hinunter drückte. Draußen war nichts zu sehen. Langsam schlich ich weiter nach vorne, doch der Nebel versperrte die Sicht. Plötzlich sprang ein Wolf aus der Dunkelheit auf mich zu. Yun! Ihm ging es gut. Voller Freude rannte ich auf ihn zu doch er zog mich nur zu seinem Haus. Im Hintergrund hörte ich noch wie die Tür wieder ins Schloss fiel. Die Kälte umhüllte mich. Yun hatte Glück mit seinem Fell. Ich beeilte mich hinter ihm herzukommen, um schnell wieder in die Wärme zu kommen. Als Yun plötzlich stehen blieb stolperte ich fast in ihn hinein. Hektisch sah er sich um, spitzte die Ohren, doch nichts weiter passierte. Kurz blickte er zu mir, bevor er weiter lief und in seinem Haus verschwand. Auch ich beeilte mich in die warme Wohnung zu kommen. Drinnen gingen wir ins Schlafzimmer und ich setzte mich auf das Bett. Glücklich sah ich ihn an. Er hatte überlebt und das war das einzige, das für mich zählte. Ob Vanyar, die weiße Wölfin, noch erscheinen würde wüsste ich nicht, aber bis hier hin hatten wir es schon mal geschafft.

      Teil 7

      Wütend funkelte mich Vanyar aus ihren roten Augen an und fletschte die Zähne. Doch wir hatten sie gewählt Ciyta, Hasi und ich. Nur Heiteira hatte in letzter Minute begriffen welches Spiel ich gespielt hatte. Vanyars Heulen klang noch in meinen Ohren als wir in meinem Haus saßen. "Ich verspreche dir, dass gleich alles vorbei ist!", flüsterte ich sanft und drückte Ciyta fest an mich.
      In Wahrheit fürchtete ich mich vor dieser Nacht. Heiteira, der Wahrsager war heute mein Gegner und ich war der letzte Wolf. Ich müsste ihn töten und ich möchte es nicht. Aber es war die einzige Chance für Ciyta und mich.


      Langsam lief ich durch den langen Raum. Früher hatten wir hier oft fangen gespielt. Traurig glitt meine Hand über den glatten Marmor der Wände. Einsam und verlassen lag dieses Gebäude etwas abgelegen von dem Rest des Dorfes. Die Hausbesitzern, meine Schwester, war auch tot. Am letzten Tag wurde mir dieses Haus überschrieben, doch ich wusste nicht ganz, was ich damit anfangen sollte. Das Schloss erinnerte mich an meine Familie, vor allem meine Schwester, und die Zeit, die ich mit ihr verbracht hatte. Kein Laut ertönte, als ich die Klinke der großen Tür hinunter drückte. Kein knarren als die Tür aufging. Nur meine Schritte hallten laut, als ich den Ballsaal betrat.


      Ich klopfte an die Holztür und wartete auf eine Reaktion. Ciyta hatte es sich nicht nehmen lassen mich in dieser Nacht zu begleiten und ich war froh darüber. Als ich kein Geräusch mit meinen feinen Ohren wahrnahm stieß ich dir Tür auf. Eine Nebelwolke aus Parfüm schlug mir entgegen. Ich hustete. Wie viele Räucherstäbchen hatte der Wahrsager benutzt? Es stank fürchterlich und das gab mir den Willen es schnell hinter mich zu bringen. Ich hatte heute noch etwas vor und um Mitternacht würde ich mich in einen schwarzen Wolf verwandeln. Aus dem Schloss von Ciytas Schwester hatte ich mir ein Schwert mitgenommen. Ich wollte nicht als Wolf töten.

      Doch ich brauchte das Schwert nicht. Heiteira saß in seinem Sessel. In der einen Hand lag ein Pergament. Er hatte seine Weissagung kurz vor Sonnenuntergang entschlüsselt. Es tat mir leid ihn töten zu müssen, aber er kam uns leider auf die Schliche.
      Als wir den Dorfplatz erreichten blieb ich stehen. Ciyta drehte sich zu mir um. "Alles in Ordnung? ", fragte sie. Ich hörte ein rascheln. Der Angsthase versteckte sich in einem Busch, aber das störte mich nicht. Ich lächelte kurz und kniete mich dann vor Ciyta auf den Boden. "Ciyta, es tut mir leid. Ich habe dir so viel Leid gebracht und ich kann dir nicht viel bieten. Ich bin ein Monster, dass sich jede Nacht in einen Wolf verwandelt und ich habe die Kräfte noch nicht vollständig unter Kontrolle, aber ich verspreche dir meine Treue und meine ewige Liebe. Ciyta, möchtest du meine Frau werden?" Ich hauchte die letzten Worte nur und holte der Ring hervor den ich für Ciyta angefertigt hatte.


      Die Nachtluft war frisch. Ich war heute mit Yun auf Jagd gegangen. Er hatte verzweifelt versucht es mir auszureden, doch ich wollte bei ihm bleiben. So waren wir bei Heiteira eingebrochen und hatten ihn ermordet. Nun lebte nur noch Hasi. Wir hatten es geschafft. Wir hatten geschafft zu überleben. Und das war Yuns Verdienste gewesen. Nun standen wir auf dem Dorfplatz und der Wind wehte um meine Ohren. Yun war vor mir auf die Knie gegangen. Seine letzte Frage hallte laut in meinem Kopf wieder: "Ciyta, möchtest du meine Frau werden?" Yun, meine große Liebe, hatte mir einen Antrag gemacht. Und natürlich wollte ich. Voller Freude umarmte ich ihn und teilt ihm meine Entscheidung mit. Doch plötzlich huschte ein Schatten an uns vorbei und rannte in den Wald. Man konnte die Angst in ihren Augen sehen, als sie sich ein letztes Mal umblickte. Dann verschwand sie in der Dunkelheit.


      Ach und hättest du nicht Lust das ganze aus Runde 43 von dir und pk auch noch hochzuladen? Das war auch echt mega gut also... wär auf jeden Fall cool ^^
      Lg Ciyta
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