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Ankündigung Schreibworkshop II

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    • Umgebung --> Grds. immer noch ja, nur am 22. September halt nicht
      (Nicht-)Schlüsselszenen --> Nach wie vor nein
      World-Building --> Bleibt beim Nein
      Dialoge (Wdh) --> Ja
      Charakterbuilding (Wdh) --> Unentschlossen, eher nein
      Psychologe in Geschichten (Wdh) --> Nein
      RPG II: Steckbriefe --> Auf gar keinen Fall
      RPG III: Story --> Auf gar keinen Fall
      Kurzgeschichten --> Eher nein
      Unser Bäumche - O Tannenbaum
      Unser Bäumche, dat wor ne Draum
      Unser Bäumsche verjess ich nie
      Nä su ne schöne Baum wie dä krieje mer niemols mieh
    • Umgebung - Ja
      (Nicht-)Schlüsselszenen - Ja
      World-Building - Ja
      Dialoge (Wdh) - Ja
      Charakterbuilding (Wdh) - Nein
      Psychologe in Geschichten (Wdh) - Nein
      RPG II: Steckbriefe - Ja
      RPG III: Story - Ja
      Kurzgeschichten - Ja


      Hoc est enim corpus meum. Hermione saltica, regina festorum, saltatrix summa, mimema inclyta, malefica fabulosa, arbitratrix Vesperae Omnis Sanctae.
    • Isanya schrieb:

      ²Diese Antwortmöglichkeit wirklich nur bei starker Unsicherheit nehmen nicht bei "Ja ich bin da, aber wenn spontan ne Party steigt, bin ich nicht da." - Ich brauche möglichst viele Verlässliche Zusagen.
      Wäre gern dabei, aber ich muss bis dahin meine Hausarbeit fertig haben. Wenn sie nicht fertig ist, bin ich nicht dabei und ich komm nicht vorran .-.



      Umgebung - nein
      (Nicht-)Schlüsselszenen - ja
      World-Building - nein
      Dialoge (Wdh) - nein
      Charakterbuilding (Wdh) - jaor
      Psychologe in Geschichten (Wdh) - jaor
      RPG II: Steckbriefe - ne sry
      RPG III: Story - ne sry
      Kurzgeschichten - ja

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    • Man sollte nicht nur abstimmen sondern auch lesen, was geschrieben wird. :3

      Umgebung - ja
      (Nicht-)Schlüsselszenen - ja
      World-Building - ja
      Dialoge (Wdh) - nein. ja. nein. ach komm, wenn das an einem Samstag statt findet, wo ich Zeit habe, bin ich eh da. Ja.
      Charakterbuilding (Wdh) - ja
      Psychologe in Geschichten (Wdh) - ja
      RPG II: Steckbriefe - ja
      RPG III: Story - ja
      Kurzgeschichten - ja
    • Umgebung : Ja
      (Nicht-)Schlüsselszenen Ja
      World-Building Ja
      Dialoge (Wdh) Ja
      Charakterbuilding (Wdh) Ja
      Psychologe in Geschichten (Wdh) Ja
      RPG II: Steckbriefe - Keine Ahnung
      RPG III: Story - Keine Ahnung
      Kurzgeschichten Ehm gehört das andere nicht auch zu Kurzgeschichten !?, sonst Ja

      Ich habe keine Ahnung ob mein Freund mich am Samstag lässt, denn er kommt da ausm Urlaub und somit wollen wir halt mal wieder unsere Gemeinsamkeit genießen. Deswegen habe ich diese unschlüssige ja angegeben.
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      Miros Welt
    • Ich glaube, bei alldem gehört wenig weniger in eine Kurzgeschichte als die detaillierte Umgebungsbeschreibung.. :D dieses Thema behandelt (soweit es mein Vorschlag war) die inhaltliche Form, also das kurze knackige und bedeutsame am Text einer Kurzgeschichte, die selten wertvolle Worte an Schnörkel verliert, nicht die Gestaltung einer kurzen Geschichte, bei der durchaus Platz sein kann für... Berge, Täler, weite Felder, perlenverzierte Glasfronten an Hochhäusern...

      Ich fürchte, dass ich mich heute Abend verspäten werde. Wenn diese Verspätung das Maß des höflich verträglichen überschreitet, verzichte ich auf meine Teilnahme.

      Umgebung - ja
      (Nicht-)Schlüsselszenen - nein
      World-Building - ja
      Dialoge (Wdh) - nein
      Charakterbuilding (Wdh) - ja
      Psychologe in Geschichten (Wdh) - nein
      RPG II: Steckbriefe - nein
      RPG III: Story - nein
      Kurzgeschichten - ja
      Du wolltest dich schon immer für meine Gemeinheiten revanchieren? Feel free to comment.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Annatar ()

    • Hier ist für alle nochmal das Protokoll zum Nachlesen, Rechtschreibfehler (wegen der direkten Zitate) können gegen Striche umgetauscht werden. Tüdelü~

      Villmols merci! @Annatar , @Rai @YnevaWolf , @Tonja @Taiyou , @Isanya



      Protokoll zum Workshop für Umgebungsbeschreiungen

      Teilnehmer:
      San/Miao (Leiter)
      Tonja, Yneva, Rai, Taiyou, Annatar


      Einstiegsbeispiele

      Text1
      Seufzend beobachtete er die vorbeiziehenden Landmassen, bis sich am Horizont des klaren, blauen Himmels endlich die Konturen Gidmhas zeigten. Die Eisfelder, das südöstlichste Land des großen Kontinents aus Schnee und Eis, war in Sichtweite. Es kam ihm quälend lang vor, bis Izusa endlich nah genug war, um den festen Boden zu erreichen.
      Während auf Shang Iyuha die Bäume langsam begannen, ihre bunte Blätterpracht abzuwerfen, hatte sich der erste Schnee auf den Eisfeldern niedergelassen. Als sie hier das letzte Mal gewesen waren, hatte Kaeto das Gras noch unter seinen Füßen deutlich gespürt. Nun grub er grinsend seine Zehen in den Schnee, der ihm bereits über den Knöchel ging, bis er den Boden sah.



      Text2

      Maries vor Staunen geweiteten, großen blauen Augen verharrten relativ lange am einzigartigen Interieur, das die Königsfamilie um Jérôme I. als ihr Mobiliar erkoren hatte. Neben den Büsten waren es im ersten Raum, einem ins Obergeschoss führendes Treppenhaus, erst einmal nur zwei die Treppe flankierende, in warmem Kerzenlicht scheinende Goldkandelaber und einem marmorierten Schachbrettboden, doch schon bald führte ihre Neugier Marie in einen an den Eingängen weiß und ansonsten weinrot ausgekleideten Raum, auf dessen in einem quadratischen Muster angelegten, hölzernen Parkett in all ihrem Erkundungsdrang beinahe ausrutschte! Bilder von Gardisten und Edelleuten, ein Marmorkamin und ein aufwendig dekorierter Wandtisch ließen erahnen, welcher Luxus sie noch erwarten würde. Ein in rotem Lilienmuster tapezierter Raum wartete mit diamantbestückten Kronleuchtern auf, einem roten Marmorkamin, zahlreichen Gemälden, darunter auch ein goldener mit Kunst bestickter Paravent und sogar ein kleiner Tisch, wo Silberbesteck angerichtet war. Die neugierige Provinzgöre riskierte selbstverständlich einen Blick unter die Silberhauben, doch wie sich am aufsässigen Parfümgeruch bereits erahnen ließ, wurde hier noch kein Mahl serviert. Enttäuscht sprintete Marie ins nächste Räumchen, das im krassen Gegensatz zu dem Vorzimmer zwar das gleiche Tapetenmuster aufwies, jedoch in tannengrün! Dunkles Parkett statt Hellem, drei verschiedene Arten von Stühlen, ein einziger gigantischer Kristallkronleuchter und enorme Gemälde noch würdevoller posierender Edelleute ließen sie die Kunstwerke des nur kurz zuvor erkundeten Raumes schnell in Vergessenheit geraten. Zwar hatten einige verwunderte Blicke an der sommerlich bekleideten Blondine gehaftet, doch das auf dem champagnerfarbenen Bettüberzug liegende Kleid würde sie ihrer Meinung nach schnell zu einer von ihnen machen! Marie hatte wirklich besseres im Sinn als, wie zuvor behauptet, im Gemüsegarten Rüben zu ernten, denn damit hatte sie sich in ihrer Kindheit bis zum Erbrechen beschäftigen müssen. Zwei unter dem Bett befindliche Pumps komplettierten das anmutige Bild, das das eng geschnürte, weitärmlige weiß-goldene Seidenkleid à la Francaise mit seinem charakteristischen Glockenrock der jungen Frau verlieh. Würde sie ihre leicht gewellten, langen Haare nicht offen, sondern in einer damals als äußerst modischen Turmfrisur getragen, hätte man sie glatt für die Königin halten können! Marie-Noelle als Reine de France, Königin von Hexalos. Dieser Gedanke entzückte sie so sehr, dass er sie für einige Momente in ihren Träumen gefangen hielt, bevor sie den Raum betrat, den sie zuvor für den Haupteingang hielt. Rote Marmorsäulen stützten diesen hohen Schachbrettraum, der ihr einen Blick auf den Hof erlaubte.


      Text3

      Wow, ich habe keine Worte um diesen Moment zu beschreiben. Nun stehen wir hier, auf dem Eifelturm und haben einen Überblick über die Stadt der Liebe. Nebenbei bemerkt sind hier sehr viele Pärchen. Ich sagte ja: in die Stadt der Liebe möchte man mit dem Menschen den man liebt und nicht der Klasse ! Etwas eifersüchtig bin ich schon wenn ich mich so umschaue, überall flirten,tuscheln oder küssen sie sich. Als mein Blick auf Yoongi fällt bemerke ich mal wieder wie gut er aussieht. Momentan sind seine Haare blond gefärbt, doch er hat schon viele Haarfarben durch wie zum Beispiel Mintgrün. Eines meiner Favoriten, mal ganz ehrlich: Yoongi steht alles. Leider gibt es auch Singles hier, besonders eine Gruppe Mädchen scheint ja sehr angetan von ihm zu sein... ,,Ist was?" SHIT ! Ich hab ihn zu lange angestarrt ! Unschuldig, als wüsste ich nicht was ist schüttle ich den Kopf. Misstrauisch begutachtet er mich, lässt seinen Blick durch den Raum gleiten und grinst.



      Text4

      Die ebene Fläche zeigte sich in einem sehr tristen Zustand. Der nördliche Bereich war komplett niedergebrannt. Trümmer der Grundmauern, nur noch ein ein einer Ecke hängendes Dach, glaslose Fenster. Keine Tür hinderte am Betreten des Gebäudes, dessen Innenleben ebenso ausgebrannt schien wie sein Äußeres. Weiter im Süden nahmen die Schäden stark ab, sodass noch ein Gebäude mit den Ausmaßen einer simplen Hütte und ein Stahlhaus, das sehr stark an einen Lagerraum erinnerte, gut erhalten im Freien standen. Die Überreste eines Zauns deuteten an, dass es hier womöglich einmal Tiere gegeben hatte. Doch mit Sicherheit konnte man nicht sagen, was genau hier einmal gelebt hatte. Die Behörden hatten ihre Arbeit auch bereits gut erledigt, so leer und verlassen das Gelände nun wirkte. Beinahe etwas gruselig.
      Hier vor Ort war das Ausmaß der Zerstörung noch sehr viel deutlicher als auf den Bildern, die zwar ihrerseits aufschlussreich gewesen
      waren, jedoch nicht die bedrückende, totenstille Atmosphäre übermitteln konnten.
      “Huh, ist ja echt kaum was stehen geblieben”, durchbrach der Junge
      schließlich das Schweigen.
      “Mhm. Nicht wirklich”, stimmte Chris ihm zu
      und klopfte mit einem kurzen Pfeifen an sein Bein, was Noah wieder zu ihm
      brachte, der sich hektisch schnüffelnd bereits weitläufiger umgesehen hatte.
      Sein Herrchen trat über die Überreste des verbrannten Mülls, der noch nicht
      fortgeschafft worden war, von dem man aber auch nicht mehr sagen konnte, was er
      ursprünglich einmal war. Der sandige Boden zeigte deutliche Reifenspuren. Sehr viele
      von wohl unterschiedlichen Gefährten. Aber das war ja auch kein Wunder, wo es
      genug Gutachter und Interessenten gab, die dem Grundstück in den letzten Tagen
      einen Besuch abgestattet hatten.
      Sie näherten sich gerade der Tür zum intakten Gebäude, als Matt den Schritt beschleunigte und als erster die Räumlichkeiten betrat. Das Licht von draußen behellte das Lager nur spärlich. Der hallenden Geräuschkulisse nach zu urteilen handelte es sich um einen relativ großen Raum mit hohen Decken, auf den ersten Blick konnte man zu beiden Seiten Regale erahnen.
      […] Ein Lichtkegel tauchte neben Matt auf und beschien erst den
      Boden, dann die Wände und die Decke. Chris hatte seine Taschenlampe hervorgeholt.
      Mit Lagerhalle hatte er gar nicht falsch gelegen. Zumindest muteten die
      Regale an zwei der Wände eine solche Verwendung an. Sie waren halb gefüllt mit
      Ordnern, Kisten und Papierstapeln, der sich wohl noch keiner angenommen hatte
      oder sie waren noch nicht abgeholt worden. […] Der Raum war nicht verschlossen,
      obwohl die Leuchtdioden für das Chip-Schloss am Türgriff sichtbar gewesen
      waren. Warum sollte man also einen Haufen Papiere ungesichert zurücklassen?
      Gleich, wie abgeschieden der Ort hier war.
      […]
      Seine Nase juckte etwas, hier lag ein merkwürdiger, befremdlicher Geruch in der Luft. Nur schwach, als sei er bereits seit einiger Zeit am Abklingen. Doch es war der Geruch von Blut und Fleisch.
      “Ein altes Schlachthaus”, murmelte er mit einem Blick an die
      Decke, die die Furchen und Schienen noch aufwies, in denen die Haken für das
      abhängende Rohfleisch befestigt gewesen sein mussten. Auch wenn der Boden, zu
      dem seine Augen nun sahen, gut geschrubbt worden war, waren vereinzelte dunkle
      Flecken auf der Stahlfläche sichtbar, wo sich das Blut der Tiere gesammelt
      hatte.
      “Sieht jetzt mehr wie ein kleines Archiv aus”, sprach Chris nun
      deutlicher seine Gedanken aus und deutete mit dem Lichtkegel auf die Regale,
      auf die Matt bereits neugierig zugesteuert war. Er hatte sein dünnes Smartphone
      als Lichtquelle zweckentfremdet.
      Der Detektiv dagegen klopfte mit den Fingerknöcheln an eine der
      Wände, die den Raum früher wohl kühl gehalten hatte. “Ob das hier überhaupt
      noch funktioniert?”
      Aktuell hatte sich die Kammer relativ aufgewärmt.





      Theorieteil

      Was sind denn so für Euch Sachen, die in eine Umgebungsbeschreibung dazu gehören und unter welchen Bedingungen, anhand dieser Beispiele?
      • Freiraum zur Vorstellung lassen
      • in eine Naturbeschreibung gehören Wetter, Begrünung, Gewässer etc in einem anderen Ausmaß als in der Innenstadt... ein Wald kann die Nennung diverser Pflanzenarten vertragen, aber ob Pappeln, Ulmen oder Bonsais in der Frankfurter Innenstadt stehen, hat kaum Bedeutung für mich.
      • hängt für mich persönlich damit zusammen, wo die Geschichte spielt und wie bekannt/vertraut der Handlungsort für den Leser ist. Also wenn ich mich an ein deutsches Publikum richte und über einen thailändischen Tempel schreibe, dann versuche ich das natürlich besser zu erläutern als wenn ich irgendein Kuhdorf in Bayern (sorry, San xD) erwähne
      • Umschreibungen sollten möglichst unauffällig in die Handlung eingeflochten werden, im optimal Fall fällt sie nicht auf - oder sie wird bewusst hervorgehoben um Spannung aufzubauen (Wenn jemand in ein Haus geht und in einer Tropfsteinhöhle steht, dann wird das nicht in die Handlung eingebaut, dann setzt das Hirn erst malaus… zumindest beim ersten Mal)
      • Die Umgebungsbeschreibung sollte immer die Intention des Textes erfüllen. Das wird denke ich auch gern mal unterschätzt


      Für wie wichtig haltet ihr die Sinnesorgane bei der Umgebungsbeschreibung? Und damit meine ich ... alle Sinne

      • Das sicht- und hörbare ist meistens ausreichend. Mehr Sinne einzusetzen, macht die Beschreibung viel eindrücklicher und schlägt intensiver eine Stimmung an, denke ich. Wenn man eine Bäckerei mit Schaufenster und Auslage beschreibt, ist es eine Bäckerei. Wenn man den frischen Duft beschreibt, ist es eine tolle Bäckerei, und alle kriegen Hunger.Wenn man eine bunte Wiese beschreibt, hat man eine bunte Wiese. Wenn man den Hundehaufen riechen lässt, zerstört es das Bild wieder
      • Würde ich persönlich auch unterschiedlich handeln, je nachdem, wie wichtig es für den Plot ist oder wie wichtig mir die Beschreibung persönlich ist. Wenn der Geruch relevant oder im wahrsten Sinne des Wortes bemerkenswert ist, dann ja, die anderen Sinnesorgane können auch wichtig sein

      • Kommt drauf an: Sehen ist natürlich wichtig, weil wir Menschen vorrangig sehende Tiere sind. Geht es um einen Blinden werden natürliche andere Details wichtiger - aber egal. Hörende Beschreibungen sind wichtig, wenn damit ein bestimmtes Orchester erreicht werden soll. "Die Vögel sind lötzlich still", "die Blätrter rauschten sacht im Wind" oder "der Straßenlärm war unterträglich" ist zum Beispiel durchaus im Kontext wichtig. Aber jede neue Umgebung mit Geräuschen umschreiben wäre... würg. Geruch vor allem dann, wenn etwas besonders gut oder schlimm riecht. Oder anders. Das selbe für essen. Und im Prinzip auch fürs Tasten


      In wieweit wirken sich Charaktere und Perspektive der Geschichte auf die Umgebung auf?

      • Ich würde dabei vielleicht auch die Erzählperspektive unterscheiden. In einer Ich-Perspektive wirkt sowas vllt nochmal stärker, als in einer Er-sie-perspektive
      • Je nach Erzählperspektive. Aus der Sicht eines Eroberers wirkt die Stadt klein und schwach, aus der Sicht des flüchtenden Bauern, der Schutz sucht, hoffentlich nicht so sehr. Auch ein allwissender Erzähler gibt eine bestimmte Denkweise über das wahrgenommene wieder…
      • Zumal die Beschreibung bei einer Ich-Perspektive auch beschränkter sein können, weil man nur das beschreiben kann was der Charakter sieht ect., Während man bei einem Er-sie Erzähler darüber hinausgehen kann.
      • Evtl auch die Ängste des Chars miteinbeziehen. Zum beispeil Klaustrophobie kann auch eine Rolle spielen; das würde ich nicht nur auf Ängste beziehen, jede Regung. Freude, Angst, Erinnerungen, Hoffnungen…


      Zusammenfassung:
      • Die Erzählperspektive ist relevant für Länge und Details einer Beschreibung? In einer ruhigen Szene können mehr Details ins Auge fallen, als in einer energiegeladenen, hektischen etc ?
      • Die Beschreibung ist von vielen Faktoren abhängig. Vor allem Intention des Autors, Situation (zum Fluchtszene oder Hochzeitsantrag) und von der Erzählperspektive (damit in begriffen ist auch der Charakter mit allen seinen Emotionen)
      • Allew Sinne sind wichtig - aber nicht zu jeder Zeit
      • Man sollte die Beschreibungen am besten in die Handlung einfließen lassen und auch entscheiden welche Sinneseindrücke genutzt werden.
      • Die Beschreibungen sollten dem Leser Freiheiten geben, aber ihn auch nicht allein lassen, weil sie ihm nichts vorgeben.
      • Länge und Ausführlichkeit der Beschreibungen auch an die Geschichte und den Ort anpassen. Dabei auch nicht den Rezipienten mit seinem evtl. nicht vorhanden Vorwissen vergessen.


      Das fast schon banalste in einer Umgebung sind klimatische Zustände, Wetter, Wetterphänomene. So banal, dass man sie fast schon in den meisten Geschichten vergisst, aber geschieht das zurecht? Wann würdet ihr dem Wetter etwas anrechnen können?
      • das wetter ist ein 100% Stimmungsmacher. Regnet es stark, ist es immer scheiße. Scheint die Sonne mild, ist es immer gut. Extreme drücken auch extreme Situationen und umstände aus. Da reicht meistens ein Wort, um alles ins Gegenteil zu kehren
      • Ich glaube das Wetter ist ein wichtiger Bestandteil um eine Geschichte auf Dauer auch "real" wirken zu lassen. In keiner Welt scheint 24/7 die Sonne und es ist immer gleich warm.
      • Besonders wenn die Geschichte über einen längeren Zeitraum geht sollte es also Wetteränderungen geben. Evtl auch mit Jahreszeiten, wenn man in der realen Welt schreibt.
      • Und Wetteränderungen können auch als Metaphern benutzt werden: Sonnenaufgang für Beginn etwas neues zum Beispiel
      • Oder man kann mit Metaphern das ganze brechen.
      • Eine Beerdigung bei strahlendem Sonnenschein. Wirkt auf den Charakter unter Umständen höhnisch.
      • Wetter transportiert Gefühle und Atmosphäre, ja - aber man sollte es mehrschichtig sehen. Und Wetter besteht ja aus mehr als nur aus Sonne und Regen. Wind, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck, etc - sogar das fehlen von Wetter (z.b. auf einer Raumstation) kann immens wichtig sein
      • wenn der Charakter das Wetter nicht gewöhnt ist, sollte das Beschrieben werden.
      Beispiel

      Es war dunkel, mittlerweile hatte sie sich etwas an das doch deutlich kühlere Klima Shang Iyuhas gewöhnt. Sie war es nicht gewohnt, dass Regenschauer mal kurz niederprasselten und nach einer kurzen Zeit wieder weg waren. Sie kannte lange Regenzeiten mit ein paar wenigen trockenen Tagen, wie jene, in denen ihr Rudel angegriffen worden war, und sie kannte lange Sonnenzeiten, die nur sehr spärlich mal ein Sommergewitter über eine Nacht durch die Canyons schickte. Sie kannte freie, weite Ebenen, sandigen Boden und Hitze, die das pure Atmen anstrengend erscheinen ließen. Nicht das, was sie hier hatte. Zwar war es nicht unangenehm, sie musste zugeben, dass das bunte, goldleuchtende Laub, das sie die Bäume hier angenommen hatten, um den Herbst zu feiern, hellauf beeindruckten und begeisterten. Sie hatte noch nie gesehen, dass grüne Bäume ihre Farbe wechselten. Aber sie vermisste ihre Heimat.


      Atmosphäre und Feeling können solche Sachen ja bereits erfolgreich vermitteln. Aber eine gute Umgebungsbeschreibung kann nicht nur eine Umgebung beschreiben, sondern man kann auch Rückschlüsse auf die Figuren machen.
      Fotos in Haushalten, zerrissen oder eingerahmt? Rückschlüsse auf Beziehungen.
      Magazine, Fernsehsendungen, die zufällig laufen? Mögliche Interessen.
      Häufige Aufenthaltsorte von Figuren wie Treffpunkte ebenfalls. Natur- oder Stadtmenschen?
      Man kann immer einen Einblick in die Architektur, Epoche und Kultur geben, die man in seiner Geschichte vermitteln möchte. Man kann so auch immer wieder etwas Wissen unterstreuen und den Leser mit einer fremden Zeit/Kultur vertraut machen.




      Fragerunde

      Fragerunde: Was sind eure Probleme beim Schreiben von Umgebungen?

      • Ich finde es am schwierigsten, Dinge zu beschreiben, die mir persönlich gar nicht gefallen. Also Orte, in die ich mich nicht geistig reinversetzen kann. Ich war schon in tristen Lagerhallen, aber wenn ich dann versuche, detailliert darüber zu schreiben, kommt doch nur "äh... regal... mmh... boden… deckenventilator?"
        • Wie wäre es mit Fotos?
        • Manche Orte benötigen nicht so viele Details, da ist es völlig legitim, wenn es nicht besonders ausführlich oder begeisternd ist. Das liegt dann oft auch an den Gegebenheiten.
        • Sich wirklich bewusst damit auseinander setzen, wie es aussieht und sich dann entscheiden, was macht man daraus und was übernimmt man in seine Szene? Was ändert man ab? Manchmal machen kleine Details den Reiz aus. Damit meine ich nicht, dass man den Raum in jedem Detail beschreiben muss, aber inmitten der groben Beschreibung ein kleines Details.
        • was mir hilft, ist den ort grob aufzuskzzieren. muss keine schöne skizze sein.
        • es ist schwierig, etwas wie imagination zu beschreiben oder jemandem "beizubringen" ich denke, dass man sich dabei aber selbst trainieren kann. nimm dir zb. vor, Prompts zu schreiben. also kurze, spontane texte. die können auch nur 200 oder 500 Worte lang sein. z.b. Pausiere einen Film und beschreibe die Umgebung. Such dir ein Fotos und beschreibe es als wäre das die Umgebung/Situation, die dein Charakter sieht. Ein schritt weiter: Versetze deinen Charakter in die angehaltene Szene oder das Bild und lass ihn darin handeln.
        • Den "Zauber" von manchen Orten zu vermitteln ist sehr schwer, da es meistens eine sehr individuelle emotionale Verbindung als Basis hat. Ich finde die Siegesstraße aus Generation Johto interessant, die aus Kanto habe ich immer gehasst. Einfach, weil es in Johto wilde Bären und Nashörner gab. Es ist schwer, DIE Antwort dafür zu finden. Vielleicht ist es nur ein Büschel goldenes Hobbithaar, das den Ausschlag gibt.
        • Yneva, was ich meine ist: du musst dir nicht unbedingt visuelle details merken und sie aus deiner Erinnerung widergeben. Vergleiche sie im moment, wenn du es brauchst.


      • ich glaube ich habe probleme damit ausführlich genug zu sein. Ich liebe Freiheiten und möchte mir immer selbst viel vorstellen können und hasse es wenn mir alles vorgegeben wird. Aber ich glaube dadurch beschreibe ich vielleicht zu wenig XD
        • "was würde ich wissen wollen, wenn ich es lesen muss" - das reinversetzen in einen anderen als sich selbst
        • Freiheiten sind okay, aber alles hat so seine essentiellen Punkte, die man nicht der Freiheit überlassen darf: sonst erhält der Leser eine zu freie Vorstellung, die eine ganz andere Atmosphäre übermittelt. In Versailles gibt es viel Gold. Erwähnt man es nicht, wird der Charakter als Prunkschloss wesentlich schwächer übermittelt. Man kann sowas nicht der freien Phantasie überlassen, die Gartengestaltung oder Brunnen vielleicht schon teilweise.
        • So zumindest bei gegebenen Orten, die so real exisiteren.
        • In einer Fantasiewelt ist man da weniger gebunden.
        • Aber jeder Autor hat eine bestimmte Grundvorstellung seines Handlungsortes. Bsp: Wäre Hogwarts Hogwarts, wenn man keine Details liefern würde? Es wäre eine stinknormale, große Burg.
        • man kann hier sagen, dass die Grundstimmung hauptsächlich übertragen werden muss durch die Beschreibungen. In einem unordentlichen Zimmer reicht es, wenn man sagt, dass KLamotten auf dem boden oder quer und unsauber über einen stuhl geworfen wurden und papier auf dem boden verteilt ist. auch hier können weitere details noch die Stimmung verstärken oder verbessern. schmutzige socken verbreiten eher ein ekelgefühl als saubere blütenweiße Hemden. ob man das brauch oder möchte, sollte der Autor entscheiden
        • Dann hast du auch noch deine kulturelle Prägung der Leser. Wenn ein Japaner Schloss ließt, denkt er vielleicht erst an eine japanische Burg, ein französisches Château, eine schottische Hogwartsritterburg oder an eine Rheinburg in Deutschland, Je nachdem, was er damit verbindet. Solche Missverständnisse muss man dann klären.


      • ich glaube, mein Problem ist, dass ich schwer einschätzen kann, wie lange ich eine Beschreibung halten darf, ohne dass sie an Relevanz oder der Zuschauer Interesse verliert
        • wenn man Beschreibung und Handlung gleichermaßen kürzt, sollte der text nicht an Qualität verlieren
        • Es ist auch eine Erfahrungssache irgendwo, je nachdem, welche Leser du hast und welche Rückmeldungen du bekommst. Manche wollen auch gerade das lesen, um über eine neue Kultur zu lernen. Zum Beispiel diese ganze Themenliteratur wie Historische Romane.Wenn es nicht Historisch genug ist, trifft es den Geschmack nicht. Oder das Genre.
        • Oder... was bei solchen Unsicherheiten am meisten hilft: frag mehere unabhängige leute gezielt zu der szene oder Beschreibung. nimm die Feedbacks auf. Man muss ein gefühl dafür entwickeln.


      • Dinge so zu beschreiben, dass es leute, die nicht dabei sind/waren, auch nachvollziehen zu können.
        • Versuche auch gezielt in deiner Umgebung auf Details zu achten. auch welche, die dir nicht gefallen. Erweitere deine Vorstellung und deine Sinneseindrücke, indem du es dir ein wenig antrainierst. Oder wenn du texte liest, achte darauf, wo und wie dort beschrieben wird. findest du das gut? willst du dir davon was abgucken und davon lernen? oder liest du da eher etwas, dass du ganz und gar nicht so machen willst?
        • du musst dir nicht unbedingt visuelle details merken und sie aus deiner Erinnerung widergeben. Vergleiche sie im moment, wenn du es brauchst.
        • nimm dir zwei oder drei bilder von Wäldern oder von Städten oder von Gassen oder von Seen zur Hand, vergleiche sie und überlege, welche Elemente unterscheiden die bilder und welche passen gut in die Geschichte?
        • hast du mal versucht, dir vorzustellen, was du fragen würdest, wenn du den ort selbst nicht kennst?




      Praxisteil

      Schreibübung: Beschreibt aus der Perspektive einer eurer Charaktere einen Ort, wobei ein zufälliger Sinn blockiert ist!

      Annatar

      Filb Schreibworkshop 18/09
      Umgebung - mit elektronischem Wellen-Leiter Meowstic!
      Schreibübung: Wenn ein Sinn blockiert ist ...




      Ort: Fushimi Inari Taisha (Großschrein)
      Sinn: Sehen
      Charakter: Motar

      Achtung - Der angegebene Sinn deines Charakters ist BLOCKIERT. Das heißt, er kann nicht darauf zugreifen. Schreibe eine Szene, in der deinem Charakter das bewusst wird/ist und beschreibe die Umgebung, in der er sich befindet.





      Text:

      Fushimi… Inari… Taisha… Kami... Drachenkopf…
      Motar schüttelte beim Lesen der Schilder den Kopf. Seiner war gänzlich undrachenhaft, das graue Haar hing ihm in kraftlosen Strähnen vom Kopf. Er stützte sich schwer auf seinen Gehstock, eben jenen, mit dem ihn Agathe einst als Schüler aufgenommen hatte. Fluch und Segen, dieser Stock.
      “Was tun wir hier? Diese Kultur, dieses… schwurbelige Drumherum… das ist mir doch alles völlig egal. Ich dachte, heute soll ich etwas lernen. Unterrichten die hier Teekunde?”, fragte er seine Mentorin, die heute jünger und kraftvoller wirkte als er selbst. Ein zufälliger Beobachter mochte nicht ahnen, dass sie mehr als doppelt so viele Jahre zählte wie er.
      “Deine Widerspenstigkeit hat mich seit jeher verärgert. Du tappst blind durch die Welt und glaubst doch, alles zu sehen und zu wissen, Narr der du bist, Junge.” Sie deutete mit ihrem Stock, der weit eleganter und kunstfertiger schien als der seine, auf das Gesicht ihres Schülers.
      “Außerdem vertraust du zu sehr auf deine törichten Eitelkeiten. Lerne, dass auch deine Pokémon selbstständig und vertrauenswürdig sein. Gelegentlich wirst du sogar auf sie angewiesen sein!” Und mit diesen Worten tippte sie mit der Spitze ihres Gehstocks gegen seine Stirn. Grade fest genug, um ihn ein wenig ins Wanken zu bringen, schmerzhaft war es nicht.
      Motar schnaubte genervt auf und wollte wissen, was das zu bedeuten habe. Dann rieb er sich die Nasenwurzel und die Augen, denn ein seltsames Brennen machte sich darin breit.
      “Blind gehst du durch die Welt. Lerne, dass du geleitet werden kannst”, zischte sie nun, und das letzte, was Motar sah, war ihre Verwandlung, ehe der brennende Schmerz ihn in die Knie zwang. Verzweifelt drückte er die Hände auf die Augen.
      Wein doch nicht, Junge. Ich bin auch blind in dir. Ich ahne die Welt um uns herum auf andere Weise. Annabell, das Gengar, das mehr Teil von ihm war, als er Teil dieser Welt, flüsterte in ihm, wie sie es immer tat.
      Lausche auf den Wind. Er geht hier so sanft und würdevoll. Er respektiert diese heilige Stätte, die du mit Verachtung bedenkst.
      Mühselig versuchte Motar ihrer Aufforderung Folge zu leisten, noch wagte er nicht, die Hände von den Augen zu nehmen. Zu groß war die Angst, dass er sie richtig verstand: dass er geblendet war.
      Sieh, was sie dir angetan hat, die alte Hexe! zischte der gestaltlose Teufel in ihm nun und zwang ihn, die Arme von sich zu strecken. Es mag ein schrecklicher Anblick gewesen sein, wie er da stand, die Arme unnatürlich abgewinkelt mit kalten trüben Augen, in denen kein Glanz mehr war.
      “Ich bin blind!”, flüsterte er entsetzt. Aber er hörte es. Nein, er fühlte es. Der Wind strich mild um sein Gesicht, die kühle Luft linderte das Brennen ein wenig. Er kam von vorne, Motar stolperte auf das besänftigende Gefühl zu, als könnte es ihm seine Sehkraft zurück geben. Erst als er mit einem Mönch zusammenstieß, besann er sich eines besseren.
      Woher weißt du, dass es ein Mönch ist? spottete der Geist in ihm.
      “Der grobe Stoff seine Gewands. Und er hat nichts gesagt. Kein Mensch schweigt, wenn er so angerempelt wird. Es sei denn, er hat ein Gelübde abgelegt.”
      In ihm kicherte der Dämon. Siehst du, so einfach kann es sein. Nur immer weiter, niemand ist mehr vor dir.
      Zögerlich tat Motar ein paar weitere Schritte. Nur leise knirschte hier und da ein Stein unter seinen Füßen. Seine Hand streifte die Säulen zu seiner rechten. Welche Farbe hatten sie? Er erinnerte sich nicht. Nicht an das Blau des Himmels, an das helle Orange der Säulen, das blasse Weißgrau seiner Haut.
      “Ich will hier raus… den Säulen kann ich folgen, sie führen zum Ausgang”, erinnerte er sich dann. Er erinnerte sich aber nicht an die Stufen, die den Gang tückisch unterbrachen.
      Immer weiter, kein Mensch ist vor dir.
      Er wurde schmerzhaft daran erinnert. Angestachelt von Annabells Versuchung, trat er ins Leere. Der Schmerz in den Schultern. Die Stufen waren lang und fest, keine ausgetretenen Holzstufen wie in anderen Schreinen, sondern behauener Stein. Er hörte einen erschrockenen Ausruf, er konnte nicht sagen, ob die Person über oder unter ihm stand. Würde sie ihn auffangen, wenn er unten ankam? Würde er sie mit in die Tiefe reißen? Oder würde sie von oben auf den Tölpel herablachen? Es war eine Frauenstimme, das erkannte er. Mehr noch, er ahnte ihre europäische Herkunft, denn die Worte, die sie rief, waren fremd und grobklingend. Endlich schien er das Ende der Stufen erreicht zu haben, denn mit einem letzten Aufprall brach er sich Handgelenk und Nase. Noch im Schock rappelte er sich halb auf, kroch an den Rand. Er schlang den unverletzten Arm um eine der stützenden Säulen, hörte nur das rasende Pochen seines Herzens und das Rauschen des Blutes in seinen Ohren. Und Annabells Kichern.
      “Warum..”, keuchte er, doch er wusste, sie würde nicht antworten. Es gefiel ihr, ihn zu quälen. Wie sie ihm Kraft schenkte, zehrte sie von seinem Leben. Und er fühlte sich allein, wie er da kniete, oder lag, er wusste es nicht, denn seine Glieder waren taub. Sein eigenes Blut, vermischt mit Tränen, lief ihm über die Wangen und in den Mund. Es schmeckte bitter, metallisch, und als er es mit der Hand wegwischte, schmeckte er den Staub des Bodens. Die Stufen schienen immer sauber, wurden von den Mönchen gepflegt und gefegt, doch die Touristen und Heilssuchenden schleppten doch immer wieder den Schmutz aller entlegenen Orte ein.
      “Das war klar…”, spottete Agathe. “Von allen deinen Begleitern lässt du dich ausgerechnet von Annabell anleiten. Wann lernst du, dass sie nicht dein Freund ist. Hättest du Skythe gerufen, hätte er dich sicher hinausgeleitet oder Hilfe geholt. Du aber stolperst wie ein Narr durch ein Heiligtum, unwissend, blind.” Motar wusste genau, wo sie stand. Er roch sie, das Puder, den Veilchenduft. Den Geruch einer alten Frau, wie er feststellte. Sonst nahm er nur das Parfüm war, das sie so großzügig auftrug.
      “Hexe”, zischte er nun. “Dir soll ich vertrauen, obwohl wir nicht als Freunde zueinander fanden. Ich bin dir und deiner Willkür ausgeliefert, wie ich ihr ausgeliefert bin. Vom Regen in die Traufe. Da kann ich auch schwimmen gehen.” Mit diesen Worten machte er einen kleinen Satz hinter die Säule, wo der gähnende Abgrund auf ihn wartete. Blind tastete er in seiner Tasche, die Sekunden schienen ewig zu sein. Dann zog er einen Ball hervor. Wenn es der falsche war, würde er sterben. Ruhig drückte er den kleinen Knopf in der Mitte der Kapsel. Hätte er Zeit gehabt, hätte er überlegt, ob ein Ball überhaupt außen eine Mitte hatte. Stattdessen hob er die Arme über den Kopf und spürte erleichtert, wie die kräftigen Krallen des Iksbat ihn packten und kurz vor dem Boden abbremsten.
      “Und wie ich meinen Pokémon vertraue…”, seufzte er, wohlbehalten unten angekommen. Agathe landete mit einem leisen Flügelschlag neben ihm.
      “Woher wusstest du, in welchem Ball Iksbat ist? Du hast nur Standard-Pokébälle zum Fangen verwendet”, fragte sie neugierig.
      “Ich bin Pianist”, entgegnete Motar nach kurzem Zögern. “Meine Hände lassen mich nie im Stich. Und Iksbat habe ich, seit er ein Zubat war.”
      Agathe nickte, tippte ihm erneut mit dem Stock gegen die Stirn und reichte ihm, sobald er offensichtlich wieder sehen konnte, die Hand. Sie überlegte noch, wählte ihre Worte weise, schließlich hatte sie mit einem großen Vorwurf angefangen und erlebt, wie entschlossen er war, sie eines besseren zu belehren. “Heute hast du mir eine Lektion erteilt.”
      Indem er ihren respektvollen Händedruck erwiderte, nahm Motar ihre Entschuldigung an.

      Yneva

      Filb Schreibworkshop 18/09
      Umgebung - mit elektronischem Wellen-Leiter Meowstic!
      Schreibübung: Wenn ein Sinn blockiert ist ...




      Ort: Konzertsaal, Bühne, am Flügel
      Sinn: Sehen
      Charakter: Ro

      Achtung - Der angegebene Sinn deines Charakters ist BLOCKIERT. Das heißt, er kann nicht darauf zugreifen. Schreibe eine Szene, in der deinem Charakter das bewusst wird/ist und beschreibe die Umgebung, in der er sich befindet.





      Sie hatten ihn verschleppt! Überwältigt, gefangen genommen, gefesselt, geknebelt und dann auch noch einen stinkenden, widerlichen Sack über seinen Kopf gestülpt. Und es war ein scheiß guter Sack! Nicht ein Schimmer von Licht schien durch die Maschen. Er hatte keine Ahnung woraus das Ding bestand und er verfluchte alles und jeden, der an der Fertigung dieses Teils beschäftigt war. Wie sollte er ohne zu sehen an einem Fluchtplan arbeiten?!
      Wieder einmal versuchte er seine Hände zu befreien, doch auch das dort verwendete Material war… unwillig. Es war kalt und härter als jeder Stein, machte seltsame, klirrende Geräusche, wenn er versuchte die Hände hinter seinem Rücken zu bewegen. Aber es gab nicht nach.
      Drecksäcke!
      Aber er wäre nicht er, wenn er sich davon aufhalten ließe. Sie hatten den dummen Fehler gemacht und ihm weder die Beine gezähmt noch an einem Baum gebunden. Mit der Eleganz eines verdammt wütenden Kriegers hievte er sich auf die Füße und ging einfach los.
      Und das war das seltsamste Gefühl das er jemals hatte. Nicht weil er nichts sah und seine Arme nicht zur Hilfe nehmen konnte - sondern weil der Boden seltsam knarrte und eben schien. Dies war nicht der Waldboden, den er so gut kannte, nicht die Felsen der Berge, die Wiesen oder der Sand der benachbarten Regionen. Er hatte keine Ahnung was das war, aber unter seinen nackten Füßen fühlte er Holz. Ein Baum war aber nicht eben. Oder glatt. Wo war er nur gelandet?
      Egal. Keine Zeit zu rätseln, er musste irgendwie weg hier. Also nutzte er seine angeborene Arroganz: alles, was ihm im Weg stand, würde schon zur Seite weichen oder sterben. Fürchtet diesen gefesselten, geknebelten, blinden, wütenden Krieger!
      Weit kam er nicht. Nach wenigen Schritten stieß er mit dem Schienbein gegen etwas massives - um sein Gleichgewicht zu bewahren, wollte er sich mit den Knien auf dieses Etwas fallen lassen, doch dummerweise war das dumme Ding beweglich - und so stürzte er nach vorn. Sein Oberkörper landete auf etwas sehr Kalten, Glatten und plötzlich durchbrachen seltsamste Geräusche die Totenstille um ihn herum, die nach kurzer Zeit langsam leiser wurden und schließlich aufhörten..
      Ro erstarrte. Was waren das für fürchterliche Laute? Sie schienen aus dem Ding gekommen zu sein, auf dem er lag. Vorsichtig richtet er sich auf - und durch die Bewegung wurden erneut diese fürchterlichen Laute erzeugt.
      Als er endlich wieder stand wartet er. Angespannt. Lauschend. Würden seine Peiniger wiederkommen, angelockt von diesem was-auch-immer-es-war? Nein - alles blieb ruhig. Ro wusste, dass er weitergehen musste. Aber seine Neugier war geweckt. Vorsichtig tastete er mit den Beinen nach dem Mistding, dass ihn fast zu Fall gebracht hatte und schob es zur Seite - erst dann drehte er sich mit dem Rücken zu dem ominösen Lauteding und versuchte mit den gefesselten Händen irgendwas zu ertasten. Nur war er zu groß - also ging er in die Knie. Das gefiel ihm nicht - so war er einen Angriff schutzlos ausgeliefert aber San und Miao schrieben ja AM Flügel diese Irren!. Endlich erreichte er mit den Fingern die… ja was? Wieder Kälte, wieder diese unnatürliche, faszinierende Glätte - nur dieses mal fühlte er auch Risse darin. Sie waren gleichmäßig, gerade. Jeder markierte eine Glatte Fläche von exakt derselben Breite. Was war das nur für ein Material? Wütend darüber, dass er es nicht identifizieren konnte, schlug er auf die Fläche ein - und wieder dieser Krach.Ro wartete ab, bis er sich legte. Und versuchte nun mit einem Finger eine dieser Flächen zu bewegen - was nicht nur funktionierte, sondern auch den Krach zu einem einzelnen, angenehmen, tiefen Ton verwandelte. Fast wie das Röhren eines Hirsches während der Brunft. Er versuchte die Breite der gesamten glatten Flächen zu erfassen und drückte immer mal wieder auf einem herum. Einige der Töne waren tiefer als der erste, andere höher, fast wie der Schrei eines sterbenden Hasens.
      Schließlich stand er auf und dachte nach. Seine Peiniger würden schon zurück kommen. Er würde ihnen erst die Knochen brechen, sich dann befreien und dann das Ding mal mit den Augen begutachten. Ja, das war ein guter Plan!

      Nachwort by Autor:
      Wie ich bereits zu San schrieb:
      Ro einem Flügel vor zusetzen würde normalerweise dazu führen, dass er es zerstört und dann damit Leute tötet. Für den gefesselten Ro ist das nicht allzu einfach. Und versucht mal das Ding aus einer Sicht zu beschreiben, die Pfeil und Bogen für die größte Errungenschaft seiner Kultur ist! *grml*

      Anmerkung von San:
      Also eigentlich hast du das Flügel Annatar zu verdanken :D

      Anmerkung by Autor:
      Ihr hättet aber besser auslosen können!

      Anmerkung von San:
      Das hatte alles seine Ordnung!


      Tonja

      Filb Schreibworkshop 18/09
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      Schreibübung: Wenn ein Sinn blockiert ist ...




      Ort: Feldsteinkirche
      Sinn: Hören
      Charakter: Nia (in Begleitung von Gabriel)

      Achtung - Der angegebene Sinn deines Charakters ist BLOCKIERT. Das heißt, er kann nicht darauf zugreifen. Schreibe eine Szene, in der deinem Charakter das bewusst wird/ist und beschreibe die Umgebung, in der er sich befindet.





      userpage.fu-berlin.de/engeser/…rk/klepzig/uebersicht.jpg

      Text:
      Es war kalt. Nia spürte die Kälte, die in ihren Körper kroch und sie frösteln ließ. Ihr ganzer Körper fühlte sich steif an vor Kälte, ihre Finger waren taub. Sie zitterte leicht. Es roch nach feuchter Erde und Laub. Langsam öffnete sie ihre Augen. Das erste was sie sah, waren die leeren Baumkronen über ihr. Das zweite war das besorgte Gesicht von Gabriel, der sich über sie beugte. Seine grauen Augen waren geweitet und als er sah, dass sie ihn ansah, schien sich der Junge zu beruhigen. Er redete auf sie ein, doch sie spürte keinen Ton. Sie sah nur wie sich seine Lippen bewegten und Worte formten, doch sie konnte sie nicht verstehen. Warum vergaßen eigentlich immer, dass sie nur Zeichen und Gedanken verstand?
      Vorsicht, aber entschlossen hob sie ihre zierliche Hand berührte seine Schläfe, um ihm einen Gedanken zu schicken. “Alles ist gut” Gabriel hörte auf seine Lippen zu bewegen und lächelte schuldbewusst.
      “Es tut mir leid” , verstand sie. Sie nickte langsam. Für eine lange Erklärung hatten sie sicherlich keine Zeit, denn sie mussten ihre Aufgabe erfüllen. Sie setzte sich langsam auf und ließ ihren Blick schweifen. Scheinbar waren sie angekommen, denn vor ihnen erhob sich ein riesiges Gebäude aus Steinen. Die unteren Steine waren größer, schwarz und unregelmäßig. Darüber befanden sich rote fein gemauerte Steine. Das Dach des Gebäudes, das wie ein großer Turm aussah, war ebenfalls schwarz. Durch das Kreuz auf dem Turm erkannte sie, dass es sich um eine Kirche handelte. Hoffentlich war es auch die richtige Kirche…
      Gabriel reichte ihr eine Hand und zog sie hoch. Einen Moment schwankte sie leicht, ehe sie ihr Gleichgewicht fand. Nia spürte seinen Blick. Er machte sich immer noch Sorgen. Wieder hob sie ihre Hand und legte zwei Finger an seinen Kopf. “Es geht mir wirklich gut” sandte sie ihm mit Nachdruck. Sie sah, dass er tief Luft holte. “Du warst ohnmächtig. Ich hätte dich nicht mitnehmen sollen” Als Antwort verschränkte sie nur ihre Arme und funkelte ihn wütend an.
      Auf einmal zuckte Gabriel erschrocken zusammen. Sie spürte eine Vibration im Boden und in der Luft. Die Vibration kehrte wieder und wieder. Gabriel sah zu der Kirche hinauf. Es mussten die Glocken sein. Sie läuteten wahrscheinlich. Ihr ganzer Körper spürte es, als würde sie beben. Sie zählte sechs Schläge. Bald war es dann soweit. Sie wollte schon auf die Kirche zugehen, als Gabriel sie ruckartig zurück riss. Sie stolperte leicht und sah ihn böse an. Er deutete nur hinter sie auf einige kahle Büsche. Sie verdrehte genervt die Augen folgte ihm aber gehorsam und duckte sich hinter die Pflanzen. Vorsichtig bog sie einen Ast zur Seite, um die Kirche besser im Blick zu haben. Unnötigerweise legte Gabriel den Finger auf die Lippen und bedeutete ihr still zu sein. Sie zog eine Grimasse. Für sie existierte nur das, was er Stille nannte.
      Sie sah wieder zu der Kirche und bemerkte dass die schwere Holztür des Turmes geöffnet wurde. Eine Gestalt in schwarzem Umhang trat hinaus und sah sich nach allen Seiten um. Dann lief die Gestalt ins Freie. Den Bewegungen nach zu urteilen war es ein Mann, denn seine Schritte waren fest und seine Bewegungen kräftig. Ihm folgte etwas zögerlich eine andere Gestalt. Nia konzentrierte sich auf die Bewegungen, konnte aber nicht sicher sagen, ob es ein Mann oder eine Frau war. Sie spürte wie Gabriel sie antippte. Verwundert sah sie zu ihm. Was war denn los?
      In seinem Blick lag Furcht. Sie verstand nichts mehr. Er hatte hier doch Informationen erhalten wollen, warum versteckten sie sich also überhaupt? Gabriel wandte seinen Blick so schnell den beiden Gestalten zu, dass etwas passiert sein musste.
      Nia bemerkt, dass die beiden Menschen sich gegenüberstanden. Der Mann hob seine beiden Arme und stieß den anderen von sich weg. Dieser stolperte und fiel rücklings hin. Dabei verrutschte die schwarze Kapuze und sie konnten das Gesicht des Mannes sehen. Es war ein Mann, den sie beide nur allzu gut kannten. Sie spürte wie Gabriel neben ihr erstarrte. Was machte denn Tobias hier? Der Schwarzhaarige rappelte sich auf und schien sich wehren zu wollen. Seine Lippen bewegten sich energisch. Frustriert sah sie zu Gabriel, der bei jedem Wort das er hörte, blasser wurde. Sie legte ihm ihre Finger an die Stirn, doch er schob sie weg. Wütend sah sie wieder zu den beiden Männern. Der fremde Mann zog unter seinem Gewand ein Buch mit einem braunen Einband hervor. Im nächsten Moment sahen die beiden Männer in die Richtung der Büsche hinter denen sich Nia und Gabriel versteckten. Verwirrt und leicht panisch sah sie zu Gabriel, der sich scheinbar bewegt hatte. Panik lag in seinem Blick.
      Dann kniete er sich hin, legte seine Hand auf den Boden, bewegte seine Lippen und um sie herum begann es zu glühen. Ehe sie sich versah oder Gabriel fragen konnte, nahm er ihre Hand und riss sie mit durch Zeit und Raum.


      Rai

      Filb Schreibworkshop 18/09
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      Ort: Marktplatz
      Sinn: Tasten
      Charakter: Miu

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      Text:

      Es kam Miu höchst ungelegen, einen Ort bei helllichtem Tage zu betreten, der so voller Menschen war. Sie bevorzugte es, ihre Arbeit bei Nacht zu verrichten -- wenn sich die Schatten legten und nur ihre Ohren ein klares Bild darüber schufen, welche heimlichen Machenschaften in der Dunkelheit ihren Lauf nahmen.
      Doch nun war sie hier und spürte eine Überflutung an reizen, die sie sonst nicht gewohnt war. Es gefiel ihr nicht, dass sich ihr Auftragsziel in einer überdachten Markthalle befand. Sie liebte es, den Nachthimmel über sich zu spüren, der die ein oder andere warme oder kalte Böe zu ihr herabsandte, je nachdem, ob Sommer oder Winter Einzug hielten.
      Hier war jedoch nichts dergleichen zu spüren oder zu fühlen. Das einzige, was Miu kaum entgehen konnte, war der Geruch von Fisch -- wenn auch frisch --, der ihre feine Nase so sehr penetrierte, dass sie sie ihren Gang beschleunigte und in ihrer panischen Flucht so einen alten Herrn am gegenüberliegenden Stand völlig ignorierte, der ihr mit freundlichem Grinsen eine Kostprobe seines Mochi anbot.
      Sie hielt geradewegs auf das Ende der kahlen Markthalle zu, wo zwei träge Glastüren einen weiteren Eingang bildeten. In Mius Augen war dies lediglich ein weiterer Fluchtweg für ihr Ziel -- oder für sie selbst, wenn alles schiefging. Trotz ihrer Flucht vor dem Fischgeruch, der nun dem angenehmen und deutlich weniger aufdringlichen von traditionellen Süßigkeiten gewichen war, hatte sie ihr Opfer keine Sekunde aus den Augen gelassen. Sie würde nur ein paar Meter weitergehen müssen, einmal knapp um die Ecke, wo sich weniger Leute versammelt hatten, und dort würde sie ihren Auftrag ein für alle mal beenden.
      Sie zückte bereits das Utensil, welches sie von ihrem Mentor erhalten hatte, und hielt auf den Mann zu. Die Händler, die ihre kunterbunten Waren anpriesen oder Käufer nickend berieten, zogen an ihr vorbei. Die Markthalle und ihre kalten Stahlträger verschwanden. Miu sah nur den Mann, ihr Opfer, der fröhlich in seinen Reiskuchen biss, aus dem blutrote Bohnenpaste quoll. Das würde seine Henkersmahlzeit sein, sein letzter Bissen, bevor …
      “Guten Tag, der Herr, ich hätte gerne fünf von ihren Daifuku.”
      Nickend nahm der Verkäufer die Bestellung auf und ließ seine grobe Hand über die Auswahl von köstlichen Süßspeisen fahren: Reiskuchen aller Art, Dorayaki, die zwei runden Pfannkuchen mit Bohnenpastenfüllung, Taiyaki, die fischförmigen Kuchen, und auch einige westliche Süßigkeiten.
      “Ah, sei gegrüßt, Miu! Zwei für deine Eltern, eins für dich, und zwei für deine Brüder?”
      “Jep.”
      Der Anblick der pastellfarbenen Reiskuchen ließ Miu das Wasser im Mund zusammenlaufen. Nachdem der Verkäufer die fünf Daifuku gesammelt hatte, nahm sie die Jugendliche mit dem rabenschwarzen Haar entgegen und steckte sie behutsam in die Plastiktüte, die ihr ihre Mutter mitgegeben hatte. Doch kaum hatte sie die Süßigkeiten berührt, musste sie sich mit ihren eigenen Augen vergewissern, dass sie sie tatsächlich in die Hand genommen hatte. Dort war nichts. Kein Gefühl. Sie spürte nichts, nichts von der weichen Oberfläche des Kuchens, den sie so sehr liebte.
      “Wie du siehst, habe ich eben auch mal welche probiert”, flötete der Verkäufer und bedankte sich verbeugend, nachdem ihm Miu das Geld mit zittrigen Händen überreicht hatte. “Einen guten Appetit wünsche ich. Ich fand sie jedenfalls sehr lecker, wenn ich das so sagen darf!”
      Dem mittelaltrigen Mann entfuhr ein tiefes Lachen, das Miu an das Wenige erinnerte, das sie über die klassisch amerikanische Darstellung des Weihnachtsmanns wusste. Ihre Gedanken waren jedoch an die Tüte in ihrer Hand gebunden, von der sie nun auch nichts mehr spürte.
      “Da bin ich mir sicher.”
      Sie verabschiedete sich lächelnd und machte sich auf dem Rückweg. Sie hatte keine Zeit für solche Nettigkeiten, denn das fehlende Gefühl in ihren Händen trieb sie allmählich von der Nervosität in die Panik. Wieder eine panische Flucht, diesmal hinaus aus der Markthalle und schnellstens zu irgendwem, der die plötzliche Taubheit von Mius Händen erklären konnte.



      Isanya

      Filb Schreibworkshop 18/09
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      Ort: Meer
      Sinn: Riechen
      Charakter: Yahto

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      Text:
      Der harte Aufschlag brannte in seinen Lungen. Die Meeresoberfläche war so hart wie die Gesteine der Felswand, die sich links und rechts in den Himmel schälten. Yahtos Ruf nach Huyana erstickte jäh, als sein Rücken die rauschenden Wellen durchbrach und unmittelbar darauf sein ganzer Körper von der salzigen, kalten Masse umgeben wurde. Reflexartig hielt er die Luft an, schloss die Augen. Das Wasser schwappte ihm grob in die empfindliche Nase. Er fühlte sich, als flutete das Meer seinen Körper, den er anspannte und erst jetzt, als er tief eingetaucht war, lockerte er ihn wieder. Ignorierte das Brennen seines Rückens und seiner Wunden, das ekelhaft nasse Gefühl in seinen pelzigen Wolfsohren und den Drang seiner Lunge, Luft einzusaugen. Seine Beine stießen ihn wieder nach oben, eine Hand löste er von dem kindlichen Körper, das er schützend umklammert hatte.
      Er brauchte Luft, musste atmen.
      Die Strömung war stark, die See wild und riss ihn auch unter Wasser hin und her, erschwerte ihm den aufstieg. Durch die Nase stieß er Luft aus, spürte die Bläschen, die sich ihren Weg nach oben suchten, und ihnen folgte er. Kaum verließ sein Kopf das Meer, schnappte er hustend nach Luft, spürte das unangenehme Kribbeln seiner vom Salzwasser gelähmten Nase, nur, um von einer Welle erneut hinabgedrückt zu werden. Erneut kämpfte er mit den Mächten der ungezähmten See, deren Brandung gegen die Schluchtwände schnalzte und ihre eigene Kraft zurück ins Meer warf.
      Erneut ein knappes, aber tiefes Lufschnappen, der Faol zwang sich, die Augen zu öffnen und sich zu orientieren während die ekelhafte Lähmung seine Nase weiter durchzog. Mit viel Mühe schaffte er es, einen kleinen Vorsprung an der Wand zu fassen zu kriegen, hielt sich dadurch einen Moment über Wasser, ehe er von der nächsten Welle weiter gespült wurde. Die Felswand entlang. Seine Augen erfassten ein Ufer in dieser düsteren Schlucht. Der Sog des Meeres zog ihn zurück, ehe die nächste Gicht ihn wieder voranspülte.
      Es kam ihm wie ein Kampf vor, den er nicht gewinnen konnte. Er war dieser Macht ausgeliefert, bis er sich endlich in den sandigen Boden krallte. Hustend und keuchend kroche er voran, floh vor der rauschenden, ohrenbetäubend lauten Brandung. Seine Nase juckte, er schüttelte den Kopf, schnaubte und schnaufte, doch wurde das betäubende Gefühl nicht los. Bemüht, sich auf das Mädchen in seinem rechten Arm zu konzentrieren, legte er es ab. Hier ging es nicht mehr weiter. Aber das war zweitrangig. Huyana musste überleben. Hastig und zitternd, noch immer selbst hustend und schwach, neigte er sich hinab und lauschte an ihrem Mund.
      Wasser im Ohr.
      Ein genervtes Knurren entwich ihm und er schüttelte rasch den Kopf, legte ihn schief und klopfte gegen das linke Ohr. Noch ehe er sich erneut der Atmung Huyanas widmen konnte, zuckte sein Kopf unter dem Kribbeln seiner Nase und er rieb sie. Dass er die Gerüche um sich nicht wahrnahm, machte ihn kirre.
      Huyana!
      Wieder legte er seinen Kopf an das Gesicht, schloss die Augen, konzentrierte sich.
      Hörte keine Atmung.
      Er riss seine Augen auf und drückte seine Hand auf den schmalen Brustkorb. Nichts geschah. Überfordert drehte er das Mädchen kurzerhand auf die Seite und klopfte ihr heftig auf den Rücken.
      “Atme, verdammt!”, schrie er sie an und klopfte noch heftiger.
      Das kindliche Husten ließ Yahtos Bewegung erstarren.
      Wieder schüttelte er seinen Kopf und knubbelte sich die Nase, ehe er Huyana enthusiastisch und überglücklich in eine Umarmung zwang und ihr zuhauchte, wie froh er war, dass sie lebte. Helakus Tochter war schwach. Bereits vor dem Absturz in eine der tiefen Schluchten der Himmelsadern Khang Iyuhas war sie kaum bei Bewusstsein gewesen. Er musste sie hier weg schaffen, zurück zu Helaku.
      Vorsichtig legte er das Mädchen wieder ab. Wie er war sie vollständig durchnässt. Er musste ein Feuer machen, sie trocknen und wärmen. Sie brauchten Futter.
      Seine Nase rümpfte sich. Er roch noch immer nichts.
      Als seine Augen sich hoben, blickte er die finstere Felswand in eine ernüchternde Höhe hinauf. Einige Meter über ihm verschwand ein Seeadler über einem Vorsprung, ob da sein Nest war? Etwas ratlos musterte Yahto das Gestein, das ihn umgab. Er kam dort aktuell nicht hoch, doch wie überlebte er hier unten, bis er wieder bei Kräften war? Die junge Halbfaolin neben ihm musste versorgt werden. Und er konnte keine Witterung aufnehmen. von Nichts. Nicht das salzige Meer, nicht die Algen in dem Sand unter ihm, nicht das Geäst der Vogelnester über seinem Kopf, nicht der Vogel dort oben und auch nicht die Fische in der See, deren allgegenwärtiger Geruch sich in solch einer Schluchtenbucht ebenso türmte wie der der Ausscheidungen jener Flugkreaturen. Der Faol starrte auf den frischen, weißen Kleks direkt neben ihn, der dort gerade platschend gelandet war. Knapp verfehlt hatte ihn der Adlerkot. Aber riechen konnte er ihn nicht. Wenngleich das widerum eher Segen als Flug war, bedeutete das auch, dass er keinen Feind und keine Beute wittern konnte. Während das tosende Brausen und Rauschen des Meeres seine Ohren vollends einnahm, würde er durch diese Geräusche wohl kaum etwas anderes wahrnehmen.
      Er musste wachsam bleiben.


      Miao

      Filb Schreibworkshop 18/09
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      Ort: Sandstrand
      Sinn: Sehen
      Charakter: Setsuna

      Achtung - Der angegebene Sinn deines Charakters ist BLOCKIERT. Das heißt, er kann nicht darauf zugreifen. Schreibe eine Szene, in der deinem Charakter das bewusst wird/ist und beschreibe die Umgebung, in der er sich befindet.





      Text: Die unheilbringenden Medusa-Augen der Sphinxenkönigin waren komplett geschlossen; sowohl das Goldene als auch das Smaragdgrüne waren von ihren Augenlidern bedeckt, aber so sahen die rastlos kreischenden und kreisenden Möwen am Himmel keine funkelnden Edelsteine, auf die sie sich stürzen konnten wie nach verrottendem Fisch stinkender Müll. Wahrscheinlich war es einer dieser Kronkorken, der sich gerade durch ihre weiche, adlige Fußsohle bohrte, doch nach all ihren Erfahrungen war Setsuna hart im nehmen. Der verhältnismäßig kühle Sand an der normannischen Küste von Honfleur ermöglichte einen angenehmen Spaziergang, doch die Existenz der müffelnden Fischernetze war unmöglich zu leugnen. Bereits als Kind liebte sie es, am Strand entlang zu laufen, doch die Zeiten ihrer behüteten Kindheit lagen bereits lange hinter der 26-jährigen. Es waren also nicht nur Städte und Burgen, die einer Renovierung bedurften, sondern auch die Natur wurde vom Menschen wenig respektierlich behandelt. Wo die Flut ein Stückchen mehr Kontinent für sich gewinnen konnte, versanken die Füße der schönheitsbesessenen Monarchin in kühlem Schlick. Sogar ein paar hauchzarte Tangfäden, so leicht wie der zarte Stoff auf ihren Schultern, wickelten sich um ihre kalten Füße. Mit geschlossenen Augen, so stellte Setsuna fest, sah jede aufgebrochene Muschel und jeder schmierige Wattwurm gleich schön oder gleich hässlich aus. Auch ihre eigene, nur allzu gerne gepflegte und kultivierte Schönheit war so nicht zu erahnen.

      Nach ihrer Machtergreifung als Kaiserin setzte sie alles daran, ihr neues Reich in das Schönste der Welt zu verwandeln, doch es lag mehr Arbeit vor ihr, als einfach ein neues Prachtschloss zu errichten. Den salzigen Geschmack, der sich als klitzekleine Wassertröpfchen auf ihren die köstlichsten Speisen gewohnten Lippen kondensierte, hatte sie lange nicht mehr schmecken können. Doch auch als Herrscherin bestand ihr Leben nicht aus zahllosen Urlaubstagen am Meer, sodass sie immer seltener einen Abstecher an die erfrischende Küste wagen konnte.
      Baupläne. Gärten. Märkte. Kanalisation. Neue Friedhöfe. Gefängnisse. Wachstationen. Aufforstung, neue Techniken der Landwirtschaft - auch mit Beratern wusste die junge Monarchin nicht, wie sie jemals der Lage Herr werden konnte, geschweige denn, ihrem Volk zu Glück und Wohlstand zu verhelfen! Der sanfte Wellengang und das samtige Rieseln der durch die eleganten Schritte aufgewirbelten Sand versprühten eine Ruhe, die Setsuna nur zu oft fehlte, trotz ihrer müßiggängerischen und hedonistischen Natur, durch die sie sich kaum vom hiesigen Adel unterschied. Es schien fast schon paradox, dass das junge Mädchen von damals ihre Liebe zum Ozean aufrecht erhalten konnte, obwohl dieser ihre Tausende Kilometer entfernte Heimat einst verschlang. Was aus der Entfernung wie das seufzende Jaulen einer Robbe klang, konnte genauso gut aus Setsunas Magen stammen. Viel zu sehr war sie in Gedanken bezüglich der jüngsten Demonstrationen gegen den Getreidepreis versunken, um die Ursache des nur unterbewusst vernommenen Grollgeräusches eindeutig zuordnen zu können.

      Deutlicher spürte sie allerdings die spitze Muschel, die sich soeben blitzartig in ihrem Knöchel versenkt hatte und schreckte quiekend auf! Womöglich war es auch ein Schneckenhaus, ein Krabbenpanzer oder ein Schalenstück von Nautilus, aber lohnte es sich überhaupt, nun die Augen zu öffnen und einen Blick auf die Wunde zu riskieren? Frisch pulsierte das warme Blut und sickerte in den trockenen Sand, um sich zu einer eigenartig sämigen Mischung zusammenzuziehen. Gedankenverloren am Strand zu flanieren ist das eine, aber mit geschlossenen Augen ist es fast schon kindlich-naiver Wahnsinn, ging ihr durch den Kopf. Doch die eitle Setsuna war letztlich Opfer ihrer eigenen Selbstüberschätzung - wer mit entzündeten Augen die Ruhe im sicheren Haus nicht einhielt, musste zwangsläufig fühlen. Die Eisennote der sauber geleckten Wunde schmeckte nicht so entsetzlich, wie sich die junge Adlige dies gerne ausmalte - ohne einen Blick auf etwas zu werfen, kam man schnell zu ganz neuen und sonst unvorstellbaren Urteilen.




      {Fraaaank! Oh my gaaawd!} {Have you eaten someone's hands again, Frank?}

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Miao ()

    • So. Nun auch von mir ein großes Dankeschön an Miao für die Mit-Moderation und natürlich an euch Teilnehmer fürs mitmachen :D

      Es hat Spaß gemacht, ich hatte das Gefühl, dass jeder etwas Neues mitgenommen hat und dass ihr auch bei der Schreibübung aufgegangen seid. Eure Texte sind alle toll geworden, Rai brauchte zwei Anläufe :P und Yneva hat 2052 Striche gesammelt. XD

      Und hier sind eure Urkündchen, bis zum nächsten Mal :D
      @Miao @Annatar @Rai @Taiyou @Tonja @YnevaWolf



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