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Block 11 - Wir haben nichts gesehen [FSK 16]

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    • Block 11 - Wir haben nichts gesehen [FSK 16]

      Kategorie: Drama, Non-Pokemon

      FSK: 16 Enthält Darstellungen von Gewalt

      Veröffentlichungstag neuer Kapitel: Sonntag, einmal wöchentlich




      Block 11 - Wir haben nichts gesehen



      Dritter Stock: Nathan Dubois




      Es war die schönste Zeit des Tages und doch die schlechteste Zeit im Leben des Mädchens mit dem braunen mittellangen Haar, das mit geballten Fäusten vor dem Mann stand, der mindestens zwei Köpfe größer als sie war.

      „Verdammte Schlampe!“, und dann schlug er zu, noch ehe das Mädchen die Arme schützend vor ihr Gesicht halten konnte. Das kleine Ding knickte dabei um und stürzte gegen die Wand neben ihr, versuchte sich zu halten, senkte den Blick.


      Mehr konnte er nicht erkennen als er aus dem Türspion sah, stattdessen schüttelte er nur den Kopf, wendete sich ab von dem Szenario, denn wegsehen war leichter. Wie oft hatte er dieses Spektakel vor der Tür seiner Nachbarn schon beobachten müssen. Was hieß müssen… er hatte es getan, wenn die Geräuschkulisse wieder durch die Wände seiner Wohnung gedrungen war.

      Auch wusste er, wie es weiterging: Das Mädchen wurde zurück in die Wohnung gezogen, weiter geschunden und wenn der Kerl fertig war, setzte er sie wieder vor die Tür. Sie würde sich auf die Treppen hocken und leise schluchzen… so wie jeden Tag. Und jeder der Nachbarn, wenn sie denn anwesend waren, ignorierte es. Und warum? Weil der zwei Meter große Kerl der Vermieter dieser Bruchbude hier war, weil er sofort die Mieten erhöhen würde und die Leute hier froh waren überhaupt ein Dach über dem Kopf gefunden zu haben. Niemand wollte sich in die Sache einmischen, seine Bleibe aufs Spiel setzen… Schließlich war das einfacher.

      Der Beobachter goss Wasser in eine metallene Teekanne und setzte diese auf den Gas-Herd, dann schob er seinen Küchenstuhl zur Seite an dem noch ein ungewaschenes Handtuch hing und pflanzte sich auf den Stuhl. Vor ihm lag ein dickes Buch, welches er auf die Seite mit dem Lesezeichen aufschlug. Vergilbte Seiten präsentierten sich vor ihm. „Fast vergessen…“, murmelte er, griff nach dem losen Tabak, den er in einer Dose aufbewahrte und drehte sich dann eine fast perfekte Zigarette. „Na wo ist denn…“, er blickte mit der Kippe im Mund über den unordentlichen Küchentisch, schien verwundert zu sein, stand dann auf und… stellte fest, dass er sich auf sein Feuerzeug gesetzt hatte. „Ah…“, erleichtert setzte er sich wieder, während er seine Zigarette anzündete, einen Zug von ihr nahm und den ersten Zug mit einem deutlichen Husten und Röcheln vertonte. So wie immer, wenn er den ersten Atemzug nahm. Fast schon eine Angewohnheit.

      Der Rauch der teureren Marke füllte seine Lunge… auch wenn er für sonst kein Geld hatte, es musste immer diese Marke sein. Er gönnte sich schließlich sonst nichts. Während er immer wieder an der Zigarette zog, Absatz für Absatz das Buch mit seinen Augen pflügte und die Zeilen des Sci-Fi-Romans verschlang, fing der Tee an zu köcheln bis das schrille Pfeifen aus dem Kessel drang.

      Als hätte er auf diesen Moment gewartet, ließ er das Lesezeichen zwischen die Seiten fallen, klappte das Buch zu und drückte den Rest seiner Zigarette in einem gläsernen Aschenbecher aus. Während er zur Küchentheke lief, hatte er das Handtuch das hinter ihm gehangen hatte schon gegriffen mit dem er dann den Kessel von der Platte nahm und das Gas schlussendlich abstellte. Ein weiteres Husten entfuhr ihm. „Verdammte Kippen“, knurrte er, strich sich über die Lippen, übers Kinn, fühlte die Stoppeln des schwarzen Drei-Tage-Bartes überlegte kurz und griff kurzerhand in eine Schublade in der endlos viele Teebeutel unordentlich herumlagen. „Was haben wir heute…? Kamillentee.“


      Der Ablauf schien schon seit geraumer Zeit in seinen Tag geplant zu sein, denn routiniert, schenkte er das heiße Wasser in eine Tasse mit dem Teebeutel. Dann lauschte er… Und kaum drei Sekunden später öffnete sich quietschend die Tür der Nachbarwohnung.

      „GUCK WO DU BIS HEUTE ABEND BLEIBST!“, brüllte der Vater des Mädchens quer durch den Flur. Dann knallte die Tür wieder in die Angeln.

      Nathan seufzte, schüttelte den Kopf und griff nach der Tasse mit dem Tee. Er wusste nicht wie lange das schon so ging, aber der Ablauf gehörte fest in seinen Tagesablauf.

      Die alte Tür seiner Wohnung quietschte glücklicherweise nicht, als er diese öffnete. „Shhh“, zischte Nathan dem Mädchen zu, „Noelia… dein Tee.“ Der Mann mit den kurzen schwarzen Haaren stellte das Getränk auf den Fußabtretter vor seiner Tür, auf dem Unterteller befand sich ein Keks. Dann schloss er die Tür wieder, als das Mädchen zu ihm rüber geschaut hatte.


      Noelia rieb sich ihre Wange, als wenn es das einzige wäre was an ihrem Körper schmerzte. Doch dem war nicht so, nur war die Wange mit dem drüber liegenden blauen Auge das einzig sichtbare verletzte an dem 10 Jahre alten Mädchen. Der weite dicke Rollkragen-Pullover, der wahrscheinlich auch schon bessere Tage gesehen hatte, versteckte die blauen Flecken auf den Armen und die Würgemahle an ihrem Hals. Wenn Noelia nackt in den Spiegel sah, dann spürte sie die Hände wieder… wie sie nach ihr griffen, sich zuzogen und sie nach Luft ringen ließen. Es waren die Hände ihres Vaters Ignacé.

      Rasch schüttelte das Mädchen den Kopf, so dass die Haare um ihr Gesicht peitschten. Sie sollte lieber an etwas Schönes denken… zumindest bis heute Abend. Der Nachbar hatte ihr schließlich einen Tee herausgestellt. Das tat er jeden Tag. Und jeden Tag legte er auch einen Keks daneben. In ihren Augen war er ein sehr netter Nachbar und sie war froh, dass es ihn gab. Denn dadurch konnte sie einen Moment lang alles um sich herum vergessen. Dann, wenn sie auf seiner Fußmatte hockte um den Tee zu schlürfen und den Keks zu genießen. Jeden Tag war es ein anderer Tee. Heute war es ein Kamillentee. Noelia schloss die Augen, stellte sich vor, wie es in der Wohnung des Mannes aussah, der immer nach Rauch roch. Rauchen kostete viel Geld, bestimmt war seine Wohnung gut eingerichtet. Und bestimmt saß er oft in einem gemütlichen grünen Ohrensessel schaute fern und rauchte dabei eine Pfeife. Ja bestimmt tat er das.

      Langsam neigte sich der Tee dem Ende und somit auch Noelias Zeit, die sie auf dem Fußabtreter träumend verbrachte. Eigentlich war es Zeit für die Schule. Auch die Schule war ein schöner Ort.

      Das Mädchen stellte die Tasse auf den Unterteller und setzte sie zurück vor die Tür. Wenn sie wiederkam, war die Tasse dann wieder verschwunden.
      Lass Dir von niemanden je einreden, dass Du was nicht kannst. Auch nicht von mir. Ok? Wenn Du einen Traum hast, musst du ihn beschützen. Wenn andere was nicht können, wollen sie dir immer einreden dass du es auch nicht kannst. Wenn Du was willst, dann mach es. Basta
    • Hm normalerweise kommentiere ich mittlerweile in character aber für dieses Kapitel greife ich besser zu einer Mischform.

      Also stilistisch/grammatikalisch etc. finde ich nichts zu mäkeln und ich habe auch besseres zu tun, als mit einer Lupe nach dem Haar in der Suppe zu suchen.

      Das Szenario ist natürlich erstmal ein ziemlich heftiger Einstieg, den du sehr gut beschrieben und rübergebracht hast. Wie der Typ mit seiner Tochter umgeht, ist affenkacke, da kann es keine andere Meinung geben, aber was noch fast mehr zum Nachdenken anregt ist ja dieser Konflikt, in dem die Mieter stehen. Man muss das melden, was da geschieht, aber heutzutage ist der Wohnungsmarkt vor allem in den Ballungsräumen so angespannt, dass man seine eiegene Existenz tatsächlich ruinieren kann, vor allem, wenn man selbst kleine Kinder oder Haustiere hat und dafür am besten noch kaum Geld hat, die für nicht wenige Vermieter ja in etwa so beliebt wie bestimmte exotische Nachnamen oder Menschen ohne regelmäßiges Einkommen sind. Oder wenn man einen solchen Nachnamen besitzt, je nach Gebiet gibts ja ständig mitunter die Vorurteile.
      Ist dann ja lieb, dass der Nathan dem Mädchen den Tee hinstellt, aber die Wurzel des Problems löst es nicht. Dass das Kind sich zum Beispiel der Schule anvertraut und diese dann das Jugendamt informieren, darauf kann man auch nicht spekulieren. Zum Weglaufen/freiwlligen Auszug viel zu jung, und wer weiß, was der ihr alles angedroht hat - da schweigen viele aus Angst vor den Konsequenzen, geholfen wird ihnen damit leider nicht, wenn es niemand weiß.

      Naja, alles in allem eine sehr tragische Situation ... mal sehen, wies weitergeht.

      Oh Yomüüüüü-chaaaan hat noch was zu sagen qwq
      Yomi: Nyüüü ... ;w; Ich wurde auch geschlagen und gequält, deswegen geht mir das besonders nahe, was dem armen Mädchen dort widerfährt, aber am Ende die Szene mit dem Fußabtreter fand ich sehr symbolisch. qwq Nicht nur, dass sie wie ein von Sturmregen übergossener Straßenhund darauf ruhen muss, sondern auch, weil sie sinnbildlich wie so ein Fußabtreter benutzt wird. Ich frage mich nur, aus welchem Grund. Was veranlasst den dazu? ;w; Das wirst du sicher im Verlauf er Geschichte noch aufklären, nicht wahr? Myuuun~ ;w;

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • Huhu, naaa? .3. Bevor das nächste Kapitel am Sonntag rauskommt, möchte ich vorher noch einen Kommentar hinterlassen!

      Also, was gibt es zu sagen? Ich möchte hier auch kein Nitpicking an Grammatik oder Rechtschreibung betreiben, also bleibt noch der Stil und der Inhalt! Es gibt da eine Formulierung, die mich sehr angesprochen hat: "[...] stattdessen schüttelte er nur den Kopf, wendete sich ab von dem Szenario, denn wegsehen war leichter." -> Ich liebe es, wenn Gefühle oder Gedanken einer Person wie bei dem "denn Wegsehen war leichter" in einer solchen Nebensächlichkeit erwähnt werden. Für mich zeugt das irgendwie von Professionalität und vermittelt das Gefühl, dass man hier eine hochwertige Geschichte lesen wird. Das beweist auch die Tatsache, wie man in die Geschichte einsteigt. Durch die Beobachtung eines Nachbarn, der evtl nie wieder eine Rolle spielen wird (bis er sich als möglicher Deuteragonist herausstellt, lol). Es ist keine Exposition in Form einer lahmen Beschreibung, sondern eine kreative Art, das Geschehen einzuleiten. Simpel und effektiv. Und insgesamt ist dein Stil schön und flüssig zu lesen, da kann man sich in keinster Weise beschweren.

      Im Ganzen ist dieses erste Kapitel auch so ziemlich perfekt in seiner Funktion. Ohne große Erklärung durch den Erzähler wissen wir alles, was wir wissen müssen, weil die Charaktere sich durch ihre Aktionen und Gedanken selbst erklären. Und dennoch fragt man sich, was als nächstes passiert. Was die große Rahmenhandlung ist. Da bin ich mal gespannt, wie lange die Geschichte wird, ob es wohl noch einen tiefgreifenden Plot geben wird? :p Man sei gespannt!

      Ansonsten ein kleiner Tipp: Bei wörtlicher Rede immer einen neuen Absatz setzen, zwei Absätze sind nach meinem Ermessen eigentlich nur nötig, wenn ein drastischer Wechsel im Geschehen stattfindet, z.B. durch einen Ort- oder Zeitwechsel.

      Super und weiter so! :D


      Hoc est enim corpus meum. Hermione saltica, regina festorum, saltatrix summa, mimema inclyta, malefica fabulosa, arbitratrix Vesperae Omnis Sanctae.

      The post was edited 1 time, last by Rai ().




    • Erster Stock: Inés Bernard


      Als Noelia die Treppe hinunterging, fuhr ihre Hand das glatte Treppengeländer entlang. Glatt… bis ihre Hand in etwas klebrigem förmlich Stecken blieb. Ein Kaugummi. Mit Sicherheit hatte eines der Kinder von Frau Bernard sich diesem entledigt. Zu oft schon hatte Noelia mitbekommen wie deren Mutter sie ermahnte das klebrige Kaubonbon bloß nicht herunter zu schlucken. Heimlich schluckte Noelia ihres dann herunter, ein bisschen provokativ, so dass man das Schlucken deutlich hörte. Manchmal tat sie das auch ohne Kaugummi, nur um die kleinen Kinder zu ärgern. „Das darf man nicht!“, schallte es ihr dann aus drei Kindermündern entgegen.
      Das 10-Jährige Mädchen rieb sich den Kaugummi von ihrer Hand und dann die restliche Klebrigkeit in die Hose, als ihr ein Mann entgegen kam und bei Frau Bernards Tür stehen blieb. Noelia ging weiter.

      Der Mann klingelte an der Tür, wartete einen Moment, dann nahm er einen Schlüssel aus der Jackentasche und schloss auf. Ein merkwürdiger Geruch aus Bonbons, vollen Windeln, stickiger Luft und Zigarreten-Qualm kam ihm entgegen. Der Boden des Flurs war bedeckt mit Spielzeugautos, die scheinbar mitten im Spiel liegen gelassen wurden. Als der Mann geradeaus sah, sah er Inés Bernard in der Küche vor dem Fenster sitzen, Qualm ausatmend: „Ich wusste doch, dass du noch einen Schlüssel hast.“
      „Du hättest mir die Tür trotzdem aufmachen können.“
      „Das kannst du doch gut alleine, du hast es ja auch geschafft die Scheidungspapiere einzureichen. Reicht dir das noch nicht? Willst du jetzt noch die Kinder?“, Inés drückte ihre Zigarette aus.
      „Hauptsache du schwängerst mich drei Mal und machst dich dann vom Acker“, der Küchenstuhl wurde nach hinten geschoben und Inés stand auf. „Jeden Tag stehe ich früh auf, wecke die Kinder, mache ihnen essen, wasche ihre Kleidung und bringe sie in den Kindergarten.“ Das Gesicht der blonden Frau war gerötet, das fahle Licht des Fensters erzeugte kleine Lichtreflexionen auf den Tränen. Dann rieb sie sich eben diese mit dem Ärmel aus dem Gesicht. „Und du willst mir die Kinder wegnehmen!“
      „Ja Inés, dass hier ist kein Zustand. Die Kinder leben hier im Chaos, seit der Scheidung hast du dich nicht mehr im Griff. Die ganze Wohnung stinkt nach Rauch, die Kinder müssen hier zu dritt in einem kleinen Zimmer leben. Der Kindergarten hat mich angerufen, weil du die Kinder immer zu spät abholst und dann nach Alkohol riechst“, der Mann blickte seiner Ex-Frau anklagend ins Gesicht. „Wenn das so weiter geht werden die Kinder Probleme bekommen. Und sie werden, wenn sie in der Schule sind ausgelacht, weil ihre Mutter sich nicht im Griff hat. Ich sage es dir zum letzten Mal im Guten: Lass uns eine Übereinkunft über die Kinder treffen, dass sie bei mir Leben und ich mich um sie kümmere und du kannst sie so oft sehen wie du möchtest. Wenn du das ablehnst, werde ich gerichtlich vorgehen und du kannst sie erst sehen, wenn du vom Alkohol runter bist.“
      „Das kriegst du doch gar nicht durch!“
      „Wir werden sehen… Hier sind die Papiere. Morgen möchte ich eine Antwort.“ Die Tür knallte zu und der Mann verließ die Wohnung wieder.
      Inés hingegen öffnete die Tür unterm Waschbecken und entkorkte eine Flasche roten Wein, füllte damit ihr Glas. Wie konnte die Person die sie geliebt hatte und immer noch liebte ihr nur so etwas antun? Aber das würde sie nicht zulassen.
      Inés leerte das Glas mit einem Zug und warf es dann gegen den Küchenschrank, wo es klirrend zerbrach und eine Spur aus Scherben und roten Tropfen hinterließ.

      Noélia hatte sich derweile aus der Haustür begeben, leise summend und mit dem wärmenden Tee im Magen. Sie blieb einen Moment vor dem kleinen Trödel-Laden stehen, der noch nicht geöffnet hatte und blickte in das Schaufenster. Das Geschäft gehörte Madamé Petit, die im Erdgeschoss von Block 11 mit ihren beiden kleinen Pudeln lebte.
      Die Dame war noch ziemlich fit für ihr Alter, auch wenn Noelia immer mit dem Rollator sah. Trotzdem war Madamé Petit jeden Tag draußen. Allein schon wegen den Hunden. Und jeden Tag schaute Noelia auch in das Schaufenster, weil die ältere Geschäftsinhaberin sich jeden Tag die Mühe machte umzudekorieren. Doch nur kurz blieb sie stehen, entdeckte ein paar neue… oder alte Trödelgegenstände und machte sich dann auf den Weg zur Schule.

      Die Schule war viel schneller vorbei, als Noelia sich gewünscht hatte, und wieder trat sie den Heimweg an. Doch als sie an dem Laden vorbei ging, war etwas anders als sonst. Vor Block 11 befand sich ein Krankenwagen und eine Traube aus Menschen, einige der Gesichter kamen ihr bekannt vor, hatte sich um den Eingang des Gebäudes gebildet. Noelia hob die Augenbrauen, die kindliche Neugier war geweckt und mit ihrer Größe huschte sie schnell durch die Masse durch.
      "Wir verlieren sie. Adrenalin spritzen und gebt mir den Defibrillator", der Mann mit der roten Jacke, hockte über der blonden Frau aus deren sporadisch verbundenen Arm ein schmaler Blutrinnsaal lief. Ein plötzlicher hoher Ton ließ Noelia sich die Ohren zuhalten, als die beiden Quadrate, die der Mann der Frau auf den Oberkörper drückte, ihren Körper einen kurzen Moment anhob.
      "Na komm schon...", der Mann beatmete die leblose Frau, drückte mit den Händen wieder auf ihre Brust.
      "Wir haben sie!", er schien erleichtert, doch nicht zufrieden, räumte die liege mit Inés Bernard und seinem Team in den Krankenwagen und fuhr fort. Die Menschentraube löste sich auf, Noelia jedoch blieb auf dem Bordstein stehen und schaute nur die Straße herunter.
      Lass Dir von niemanden je einreden, dass Du was nicht kannst. Auch nicht von mir. Ok? Wenn Du einen Traum hast, musst du ihn beschützen. Wenn andere was nicht können, wollen sie dir immer einreden dass du es auch nicht kannst. Wenn Du was willst, dann mach es. Basta
    • Gutes, kurzes, knackiges Kapitel. Angenehme Länge :'D

      Ich finde es gut, wie auf die unterschiedlichen Leute und ihre Lebensumstände eingegangen wird.
      Chris: Es ist realistisch. Man kriegt viel mit in solchen Blöcken. Familien sind unterschiedlich. Menschen sind unterschiedlich. Reaktionen und Umstände formen oder deformieren den Verstand und die Moral.

      Formal gibt es ein paar Grammatikfehlerchen in der Kommasetzung hauptsächlich - lässt du die Geschichte von jemandem korrekturlesen? :3

      achja, der Alkohol, darüber sage ich nichts. Das Thema kennen wir beide!

      Uff... das sieht fast nach einem Suizid versuch aus. Die Scherben des Weinglases, der Verbundene Arm.
      Chris: Da weiß man kaum, ob es für sie besser oder schlechter ist. *murmel * Aber Suizid ist keine Lösung. Gerade wenn sie Kinder hat, um die sie eigentlich kämpfen sollte statt vor dem Kampf zu fliehen. *atmet durch * aber die Konsequenz von Depressionen sind nunmal eine verklärte Sicht, eingeschränkte allgemeine Vernunft.

      Fangeschichten #f-sandan# Lesecke #f-sandan# RedaktionSchreibworkshop #f-icognito-!# Lesezirkel
      Zzt krank und nicht verfügbar - Hand OP am 4.3.2019
    • [IMG:https://78.media.tumblr.com/da4407b858eb458c8fe22241a257e8f1/tumblr_p0jz4x6IHj1u2uf9fo3_400.gif]
      Yomi: Okay! Warum denken alle, dass man alles französischer machen kann, wenn man ein Accent egal wie sinnfrei und egal an welche Stelle setzt? ò_ó MADAMÉ? MADAMÉÉÉÉ? Madame Mei? Wir sind hier doch nicht bei Overwatch! =_= ... Zut ... *Kaffee schlürf*

      Yomi: Jetzt höre ich aber auf, dich zu ärgern, mehr Gründe zum Jammern gibt es auch nicht. :3 Bis auf die Stelle, dass ich mich beinahe übergeben hätte bei der Stelle mit dem ausgespuckten Chewing-gum. Wie, du kannst kein Französisch? Pardon. uwu Aber das war ... EEEEEEW! ò_Ó

      Yomi: Oh, noch mehr Französisch. Während du die Accent-Taste drückst, halte bitte Shift gedrückt, um das è für Inès zu bekommen. Sie heißt sonst INEHS und nicht INESS. Niemand heißt INEHS. NIIKI.
      Marie: Stell dir vor ich hieße Maari. .-.
      Yomi: In Finnland heißt sicher jemand so. o.o

      Yomi: Ich erinnere mich in ein Spiel, wo man als Kleinkind in Albträumen seine Wohnung erkunden muss - am Ende kommt heraus, dass die Mutter Trinkerin war und das Kind große Angst vor ihr hatte. Auch Gronkh hat das mal gespielt. Es hatte einen Bär von Papa bei sich, den es als seinen besten Freund gesehen hat. Natürlich ist es komplett richtig, dass die Kinder nicht unter diesen grässlichen Umständen aufwachsen. Das haben sie nicht verdient.
      Marie: Oh aber was die Perspektive der Mutter angeht ... klares logisches Denken kommt bei diesem extensiven Konsum immer mehr vorhanden und man wähnt sich Recht. Je nachdem, wie die Scheidung und unter welchen Umständen sie verlaufen ist, kann man da schnell subjektiv werden und auf die Idee kommen, dass der Vater die Kinder stehlen will. Tunnelblick.
      Yomi: Aber er sagte ja, dass sie die Kinder so oft sehen kann, wie sie möchte, sofern sie vom Alkohol abschwört. Das erinnert mich an die Situation von James ...
      Marie: Abseits dessen gefallen mir aber die unschuldigen Einschübe aus der Sicht des kleinen Mädchens und die selbstgemachten Artworks mit den Silhouetten super gut. :D Da sieht man, wie viel Detailliebe einfach da drin steckt, das liebe ich immer. ^w^

      Yomi: Und dann am Ende der angedeutete versuchte Selbstmord ... ich würde lügen, wenn ich nicht auch darüber nachgedacht hatte, als ich im Verlies war. Im Gegensatz zu ihr besaß ich allerdings tatsächlich nichts, wofür es sich zu leben lohnte. Sie hat ... Kinder und einen Ex-Mann, der sich immer noch um sie sorgt. Aber wenn diese einen mehr bedrücken und erdrücken ... vergisst man das manchmal, dazu muss sie nicht mal eine Schuld treffen. Es IST einfach unglaublich energieraubend, eine Mutter zu sein. ;w;
      Marie: o_o Aber sie überlebt offenbar. Ich frage mich ja, ob immer eine Situation erzählt und nie wieder aufgegriffen wird, oder ob die Figuren im großen Ganzen nochmal wichtig werden für Noélia. Werden wir ja nächste Woche sehen, à bientôt! .3.

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • Oooooh, jetzt verstehe ich! Wir lernen also eine weitere Nachbarin kennen! Hervorragend! Das erinnert mich an eine sehr ausgefallene Kurzgeschichtensammlung, die am Ende ein zusammenhängendes Werk ergibt. Für jeden Stock eine Geschichte. Oder es ist einfach ein literarischer Adventskalender! 8D

      Also, die gute Inès Bernard ist es also. Ich mag den Namen Inès ja sehr, seitdem wir im Franz-Unterricht Huis clos von Sartre gelesen haben. Seitdem verbinde ich den Namen immer mit einer sehr intelligenten Frau. Tja, kommt davon. xD Irgendwo habe ich auch einen Charakter mit dem Vornamen herumfliegen ... Also habe ich jetzt schon eine Grundsympathie für diese gute Frau Bernard, auch wenn sie sich vielleicht als genauso untätig wie der gute Herr aus dem ersten Kapitel herausstellt. <_>"

      Oh, oh, oh. So eine Art von Mensch ist Inès also. xD Was für ein Drama. Ich weiß nicht, ob es wirklich nur am Namen liegt, aber ich kriege gerade echte Sartre-Vibes. Wieder bekommt man durch wenige Worte und Aktionen sehr viel über die Charaktere mitgeteilt, sehr cool. ^^ Aber apropos Vibes, ich stelle mir das ganze gerade in einem Großstadthaus mit Historismus-Fassade aus dem späten 19. oder frühen 20. Jahrhundert vor, mit passendem Treppenhaus eben, und das ganze in so einem rustikalen 1940er-Style. Oder 50er. Liegt wohl am Namen und der Zigarette! welp xD

      Sooo. Madame Petit also. xD Jaa, Paris in den 50ern? Stelle ich mir gerade so vor. Würde jedenfalls mit den Namen passen, hue hue. 8D Ob wir noch Genaueres zu dem Ort erfahren werden? Es wäre gleichzeitig wünschenswert als auch nicht wünschenswert, wenn du verstehst. ^^ xD Einerseits möchte man wissen, ob der Ort Relevanz hat, aber dann kümmert es einen doch nicht, weil der Ort eben bis jetzt keine Relevanz hatte. Verzwickt! Ob das geplant war? ;3

      Bis zum nächsten Mal!~


      Hoc est enim corpus meum. Hermione saltica, regina festorum, saltatrix summa, mimema inclyta, malefica fabulosa, arbitratrix Vesperae Omnis Sanctae.


    • Erdgeschoss: Roseline Petit



      Während Noelia so dort stand, den Blick auf die Straße gerichtet, spürte sie, wie sich eine Hand vorsichtig, ja geradezu sanft auf ihre Schulter legte.
      „Das war nicht für Kinderaugen bestimmt“, murmelte die ältere Stimme ihr von hinten zu und zog vorsichtig an ihrer Schulter.
      „Komm, mein Kind. Du kommst mit mir rein und ich setze uns einen schönen Tee an und wir essen ein Stück Kuchen. Und dann erzählst du mir was du gesehen hast und was du darüber denkst.“ Jetzt griff die faltige Hand mit der weichen Haut nach der ihrer und drehte die Zehnjährige zu sich. Noelia merkte direkt, dass die alte Dame keine Widerworte zulassen würde. Trotzdem konnte sie ihrem Mund keine Worte abringen, sondern nur ein langsames Kopfnicken. Ihre Füße drehten sich fast automatisch zu der alten Frau. Madame Petit, die Inhaberin des Ladens neben dem großen Block, in dem sie wohnte. Eigentlich hatte sie immer einen Gehwagen und ihre beiden Pudel dabei, wenn sie die Verkäuferin denn mal sah. Doch jetzt war sie ohne ihre Gehhilfe und die Hunde hier. Als Noelia ihr folgte, sah sie, dass Madame Petit einen langsamen und sehr schlurfenden Gang hatte. Sie hob die Füße kaum, so als würde es ihr Schmerzen bereiten, eine leicht gebeugte Haltung unterstützte diese Vermutung.
      Der typische Geruch nach alten Menschen kam Noelia entgegen, als sie die Tür aufschloss, und zwei rote Pudel sprangen ihr auch direkt an die Knie, fröhlich mit den Ruten wedelnd.
      „Das sind Buffy und Chipie. Na los, ab in euer Körbchen, ihr verrückten Viecher.“ Sofort bewegten sich die Kleinhunde in ein Körbchen aus Weide, dass an einer Wand im Flur stand.
      Noelia fiel direkt auf, dass die Wohnung viel größer zu sein schien, als die Wohnung in der sie mit ihrem Vater oben wohnte. Sogar einen kleinen umzäunten Garten gab es hier unten.
      „Ich hoffe dein Vater ist mir nicht böse, wenn du etwas später heim kommst“, ließ Madame Petit verlauten, während sie eine Kanne Tee mit Wasser füllte: „Aber ich hätte es ein schlechtes Gefühl gehabt, wenn ich dich einfach draußen stehen gelassen hätte.“ Noelia schüttelte nur lautlos den Kopf, nicht daran denkend, dass ihre Nachbarin dass gar nicht sehen konnte.
      „Sie… haben es hier genauso eingerichtet wie man es sich vorstellt… voll mit alten Sachen, wie in Ihrem Laden“, staunte Noelia, bewunderte die Antiquitäten.
      „Hm… ja. Eine Vorliebe von mir, Dinge die mir gefallen, behalte ich selber, oder aber auch Sachen die sich nicht verkaufen“, nun schnitt sie zwei Stücke Kuchen und hob diese auf einen Teller, stellte beide zusammen mit den Tassen auf den Tisch und setzte sich.
      „Der Tee braucht noch. Erzähl mir doch so lange was du gesehen hast.“
      Noelias Augen wurden groß und unwillkürzlich klammerte sie sich mit der Hand an die Tischkante.
      „I-ich…“, stotterte sie und ihre Augen füllten sich kurzerhand mit Tränen, als hätte dieser Wunsch einen Schalter umgelegt, „Da war so viel Blut… Und dieser Mann… E- er hat immer wieder auf sie drauf gedrückt… Und dann haben diese Quadrate ihren K-körper hochgehoben.“
      Vor ihrem inneren Augen wiederholte sich die Szene. Wieder und wieder die einzelnen Passagen über die sie erzählte.
      Das Blut. Eine Blutpfütze. Eine Blutpfütze die aus dem Arm von Inès Bernard kam.
      Rot. Eine rote Jacke. Die rote Jacke des Sanitäters, der mit aller Kraft auf ihren Oberkörper drückte.
      Quadrate. Die Quadrate die er auf ihre Brust drückte. Die Quadrate die ihren Körper wie aus dem nichts anhoben und fallen ließen.
      All das war zu viel um es als Zehnjährige zu verstehen.

      Roseline erhob sich von ihrem Stuhl, ging auf Noelia zu und nahm sie ohne Worte in den Arm. Sie brauchte nichts sagen, all das zu erklären wäre viel zu viel gewesen. Und die Situation hätte es ohnehin nicht verbessert. Als das Schluchzen in ihren Armen nach ein paar Minuten nachließ, lies sie Noelia los, kniete sich vor sie hin, auch wenn das ihren Knochen ziemliche Schmerzen brachte. „Weißt du Noelia, manchmal machen Menschen große Fehler. Und dann wissen sie nicht mehr, was sie machen sollen, wenn sie dadurch Schwierigkeiten bekommen. Inès hat so einen Fehler gemacht und versucht vor ihm wegzulaufen.“ Roseline befand, dass das als kindgerechte Antwort reichen sollte. Sie selber hatte Inès schon oft zu Besuch gehabt oder war bei ihr um ihr ins Gewissen zu reden. Doch nichts hatte geholfen. Noch viel schlimmer war es allerdings für die Kinder, die mit Sicherheit nicht verstanden was nun passiert war.
      „Die Kinder wurden von ihrem Vater abgeholt, nachdem ihre Mutter sie nicht abgeholt hatte. Ihnen geht es also gut.“ Nunja, was man eben als gut befand, denn Herr Bernard hatte sie schließlich zu ihrer Mutter bringen wollen und den Körper mit den aufgeschnittenen Pulsadern gefunden. Die Kinder hatten ihre eigene Mutter beim Sterben gesehen.
      „Iss doch deinen Kuchen, der vertreibt die schlechten Gedanken und ich schenke uns einen Tee ein“. Mühselig richtete sie sich auf und goss den Tee in die Tassen, um sich dann wieder hinzusetzen. Die Beine lang ausgestreckt, um dem Schmerz des Hockens entgehen zu können.
      Dann beobachtete sie das Kind, wie es den Kuchen aß, scheinbar schmeckte er ihr, was Roseline mit Stolz erfüllte. Sie selber hatte keine Kinder und war ihr ganzes Leben allein geblieben, nachdem ihr Ehemann kurz nach der Hochzeit verstorben war.
      Noelia durchbrach ihren Gedankengang urplötzlich, als der Blick des Mädchens auf eine Uhr gefallen war. „Uh… Ich muss los, Madame Petit. I-ich hätte schon vor einer Stunde zuhause sein sollen“, hüpfte das dünne Mädchen rasch auf und flitzte schneller zur Tür, als Roseline gucken konnte.
      „Nenn mich ruhig Roseline“, antwortete diese, hob verabschiedend den Arm, im stillen hoffend, dass der Vater des Mädchens sie nicht wieder grün und blau prügeln würde. Die Tür öffnete und schloss sich, die Schritte rannten die Treppe hinauf, bis auch Roselines alte Ohren sie nicht mehr vernehmen konnten. Auch ihr Blick fiel auf die alte Uhr, bemerkend, dass sie die Zeit vergessen hatte. Seufzend erhob sie sich, stellte die Teetassen zur Seite, Noelias war noch voll, und packte das Stück Kuchen auf ihrem eigenen Teller, wieder zum restlichen Kuchen. Eigentlich hatte sie nie ein Stück davon haben wollen, denn die Geschichte mit Inès hatte ihr gründlich den Appetit verdorben. Allerdings öffnete sie stattdessen eine Dose, nahm zwei kleine Teller, auf denen jeweils ein Pudel abgebildet war und klatschte das Hundefutter dort hinauf, den Hunden hinstellend, die sich gierig darüber hermachten.
      Lass Dir von niemanden je einreden, dass Du was nicht kannst. Auch nicht von mir. Ok? Wenn Du einen Traum hast, musst du ihn beschützen. Wenn andere was nicht können, wollen sie dir immer einreden dass du es auch nicht kannst. Wenn Du was willst, dann mach es. Basta
    • Weiter geht es mit den Frönchies! Diesmal also das gute alte Mütterchen, das ironischerweise die Inhaberin eines Tante-Emma-Ladens ist? Wie der Zufall es eben will! Find ich gut, dass das Bild schon mal einen Hinweis darauf gibt, dass das eventuell kein gutes Ende für die arme Frau nehmen wird. Das ist so, wie wenn man bereits weiß, dass Charakter XY in dem Film stirbt, aber man trotzdem wissen will, wie es dazu kommt. Ehrlich gesagt kann das manchmal sogar mehr Spaß machen, wie ich mehrmals erfahren durfte. ^^

      Oooh, also das ist Frau Petit also. Sie fühlt in Noelia hinein und soll eine Bindung zu ihr aufbauen, nur um dann tragisch zu sterben? Dx Ich frage mich, ob alle Charaktere, die mit Noelia in Kontakt treten, ein schlimmes Schicksal erleiden. Ein bisschen wie mit Harry Potter, hihi. Hm, vielleicht bilde ich mir das nur ein. Aber es wäre am Ende eine interessante Entwicklung! Und ich finde es gut, dass Noelia auch wirklich wie eine Zehnjährige denkt. Sie ist immer noch ein Kind und keine edgy Intelligenzbestie.

      Und Madame Petit ist ja auch ganz knuffig. Vielleicht kommt am Ende ja ein krasser Plottwist oder sie ist einfach nur ein netter Nebencharakter. Was niemals schadet. Niemals! Die wenigsten sollten eine Special Snowflake sein! ;D Also tut diese gewöhnliche alte Dame mit ihren bescheuerten Pudeln gut. Und trotzdem ... was hat es mit ihr auf sich? ò.o Und vor allem: Wird endlich mal jemand für Noelia einschreiten? Ich glaube nicht. orz


      Hoc est enim corpus meum. Hermione saltica, regina festorum, saltatrix summa, mimema inclyta, malefica fabulosa, arbitratrix Vesperae Omnis Sanctae.
    • Hören wir mal ein bisschen griechische Musik, während wir uns dem neuen Kapitel widmen, das offensichtlich weniger Leuten gefällt als das Erste. Komisch, dass die Kapitel in jeder Filbgeschichte immer weniger Leuten gefallen.



      Mal ein ruhigeres Kapitel, wo Noelia mit nichts Schrecklichem konfrontiert. Das ist aber auch mal ganz schön und vor allem auch glaubwürdig, denn sind wir mal ehrlich, alle Kapitel spielen an dem gleichen Tag. Nur in Life is Strange darf an einem Tag so viel Außergewöhnliches passieren. Was aber auch heißt, dass der Tag irgendwann enden muss und das arme Mädchen zu dem Schläger zurückkehren muss. Dessen Hintergrundgeschichte wird sicher auch noch zur genüge beleuchtet, aber das ist natürlich keine Entschuldigung, so mit ihr umzugehen.

      Yomi: Es ist richtig ernüchternd, wenn man jemandem ständig einen Rat ins Ohr setzt, aber alles für die Katz ist. Ich weiß, ich kann meine größeren Ziehschwestern nicht erziehen und bin auch gar nicht in der Position dazu, aber es zaubert mir immer ein kleines Lächeln auf die Lippen, wenn sie ihr grenzenloses Temperament mal zügeln und stattdessen mehr nachdenken. Rückfälle gibt es ja immer wieder ... und das macht mich immer etwas niedergeschlagen. Aber wenn rein GAR nichts ankommt, wie wohl bei Madame Inès ... dann ... dann hat alles keinen Sinn mehr, egal, wie sehr man an jemandem hängt. Schätze wohl, Noelias Vater ist ein ähnlicher Fall. Wo ist ihre Mutter eigentlich? Darauf kommst du doch sicher auch noch zu sprechen, oder? ;w; Traurig, traurig.

      Aber ja, ich teile die Auffassung, dass mit der alten Dame noch was passieren wird. Vielleicht sowas wie ein Sturz oder ein Einbruch, wenn man sich das Zerbrochene in der Ecke des Artworks da mal anschaut ...

      Yomi: Ummm ummm ich muss noch was sagen! ò_ó Was mir sehr gefällt, sind die Beschreibungen von Gegenständen wie dem Geschirr, dem Körbchen, generell der Einrichtung, wie sie sich unterscheidet, wie die Menschen leben, wo sie den größten Teil ihres Tages verbringen. ^w^ Ich sitze natürlich oft in meinem Labörchen, aber meine Wohnbereiche sind ganz edel und lebhaft, yay! :D
      Min: Heh ... bei Inès Bernard wurde ja auch viel dort beschrieben, aber edel und lebhaft sah anders aus.
      Yomi: YA MIN-CHAN ICH WEIß DOCH o_>w<_o Frankreich ist das Land der Ästhetik und der Schönheit, aber es ist natürlich unrealistisch, wenn alle Wohnungen so aussehen wie aus den Filmen, vor allem in den armen Hochhäusern im Nordosten von Paris zum Beispiel ... :o Hübsches Kapitelchen, à bientôt, meine Liebste Nikki-chaaaaan~ *knuff* Myuu!

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • Block 11 – Wir haben nichts gesehen

      Ich fange dann einfach mal mit der Überschrift an. Die gefällt mir wirklich gut. Es wird deutlich worum es in dieser Geschichte gehen wird ohne das zu viel vorweggenommen wird. Aber die Überschrift regt auch Nachfragen an. Was genau wurde nicht gesehen? Wenn man das als Buch in einer Buchhandlung sehen würde, würde man mindestens den Klappentext lesen, wenn nicht gar anfangen das Buch selbst zu lesen. Wirklich gut gemacht.
      Ich bin also gespannt was mich erwartet.

      Ich werde immer ein ganzes Kapitel lesen und es dann beim erneuten Lesen kommentieren.


      Kapitel 1? Dritter Stock: Nathan Dubois

      Ich denke mal statt der Kapitel verwendest du die Angabe des Stocks im Haus und den Namen des Charakters, um den es im Kapitel geht. Finde ich eine gute Idee, die dem Leser gleich weitere Informationen gibt über die Szene.

      Deine Geschichte wirkt interessant, aber ich finde den Einstieg etwas schwer. Das liegt vor allem mit am ersten Satz: „Es war die schönste Zeit des Tages und doch die schlechteste Zeit im Leben des Mädchens mit dem braunen mittellangen Haar, das mit geballten Fäusten vor dem Mann stand, der mindestens zwei Köpfe größer als sie war.“ Das sind mal eben 37 Wörter die auf einen Leser einprasseln. Kurz gesagt ich finde den Satz deutlich zu lang. Lange Sätze sind ja okay, aber aus dem Satz kannst du recht gut zwei Sätze bauen und diese sind dann von der Länge her in Ordnung.
      Wie wäre es mit: „Es war die schönste Zeit des Tages und doch die schlechteste Zeit im Leben des Mädchens (mit dem braunen mittellangen Haar).“ So hätte es meiner Meinung nach einen weiteren Vorteil. Der Kontrast, den du ansetzt, kommt viel besser zur Geltung. Die schönste Zeit ist es für andere, doch für den speziellen Charakter ist es die schlechteste. Es regt zum Nachdenken an und enthält dem Leser die Information warum diese Zeit schlecht ist noch kurz vor.
      Dann kannst du weitermachen und diese Frage beantworten: „Das Mädchen (mit dem braunen mittellangen Haar) / Sie stand mit geballten Fäusten vor dem[einem] Mann, der mindestens zwei Köpfe größer als sie war.“ Jetzt kann sich jeder vorstellen, dass die Situation nicht besonders angenehm ist. Ihr Trotz und auch ein wenig ihre Angst zeigen sich in den geballten Fäusten und dass die Situation ausweglos ist die Größe des Mannes, der sie förmlich überragt.
      Ich denke mit zwei kurzen Sätzen wird es etwas angenehmer zu lesen, zumal parataktischer Satzbau auch eigentlich die Spannung erhöht.

      Hier verwendest du sogar kürzere Sätze. Sie wird beleidigt und geschlagen und jeder Leser möchte wissen was der Grund dafür ist. Das einzige was mich in dem Satz minimal stört ist das „und“ . Ich persönlich finde ja, dass es dann etwas flüssiger klingt. „ „Verdammte Schlampe!“, dann schlug er zu, noch ehe das Mädchen die Arme schützend vor ihr Gesicht halten konnte.“
      Aber das ist wohl Geschmackssache.
      Mit dem nächsten Satz habe ich etwas mehr Probleme. Gut ich mag es eigentlich auch nicht Menschen als Dinge zu bezeichnen, aber ich finde „umknicken“ ist vielleicht das falsche Wort, wenn sie geschlagen wird. Passt zusammenbrechen oder einknicken oder so nicht etwas besser? Umknicken klingt für mich immer so nach Unfall beim Joggen oder Sport und nicht nach einer Folge eines Schlags. Vor allem, weil du dann schreibst, dass sie gegen die Wand neben sich stürzt.

      Und da kommt der Perspektivenwechsel XD. Damit ärgerst du den Leser gewaltig, ich hoffe das ist beabsichtigt ^^
      Eigentlich ist mir dieser Satz auch schon fast zu lang, aber ich möchte noch anmerken, dass vor dem als ein Komma stehen müsste. Gefühlt würde ich mit dem „stattdessen“ einen neuen Satz beginnen, aber es ist okay, weil man nicht ganz so viele Informationen hat wie im ersten Satz.
      Man erfährt wer der geheimnisvolle er ist, der sich selbst die rhetorische Frage stellt.
      Ich würde „müssen“ hier in „“ setzen, um zu verdeutlichen das es um das Wort geht.
      Schöner Absatz der nun auch ein wenig Auskunft über die Überschrift deines Werkes gibt. Er bekommt etwas ungewollt mit und beobachtet es, scheint aber nicht einzugreifen.

      Warum er nicht eingreift erfährt man im nächsten Absatz. Aber zunächst geht es darum, wie es mit dem Mädchen weitergeht. Du beschreibst die Handlung und gerade durch das „so wie jeden Tag“ wird die Dramatik deutlich.
      Vor allem wenn man den nächsten Satz hinzunimmt. Keiner der Nachbarn tut es, aber zumindest einer scheint Bescheid zu wissen. Der geheimnisvolle „er“ . Vermutlich ist es Nathan Dubois, dessen Namen du auch verwenden könntest, wenn er schon im Kapitelnamen steht :$
      Und warum? Diese Frage wird sich auch jeder Leser stellen. Du kommunizierst also damit quasi mit dem Leser und beziehst ihn mit in die Geschichte ein.
      Die Antwort folgt auch so gleich und ich weiß nicht, ob die Wirkung beabsichtigt ist, aber ich finde der Satz schlägt ein wie ein Blitz. Und zwar aus dem Grund, dass es so nüchtern geschrieben ist, dass jeder, der vorher gedacht hat warum greift, denn keiner ein, ich würde das sofort tun! Sich die Frage stellen muss, ob er das wirklich tun würde. Das moralische Dilemma ist damit offenbart: etwas tun und riskieren die Wohnung zu verlieren oder schweigen und die Wohnung behalten?
      Dennoch kommt von dir danach auch direkt die Wertung. Es ist immer einfach nichts zu tun und Dinge „zu akzeptieren“ , statt sich dagegen zu wehren und für seine Überzeugungen einzustehen. Den Absatz mag ich sehr gern.

      „Der Beobachter“ hier könntest du, falls das nicht gewollt ist, den Namen einsetzen. Denn es ist klar, dass es keinen Perspektivenwechsel gibt an dieser Stelle.
      Und wieder so ein langer Satz XD. Mich stört in diesem Satz aber vor allem das Wort „sich auf den Stuhl pflanzen“ . Meinst du nicht, dass er sich er darauf fallen lässt? Er scheint immerhin mit seinem Gewissen zu kämpfen und eigentlich über die Situation nachzudenken, während er den Tee macht, sodass sich auf den Stuhl fallen lassen vielleicht auch noch seine Hoffnungslosigkeit ausdrückt?
      Man kann ihm und seinen Handlungen gut folgen. Ich würde vielleicht die Stelle mit dem „und…“ ändern und daraus wieder einen neuen Satz machen. Aber das ist nur ein Schönheitsfehler meiner Meinung nach.
      Tja und wenn man so sehr husten muss beim Rauchen sollte man vielleicht aufhören xD

      Wieder … aber dieses Mal verstehe ich den Zweck nicht, tut mir leid. Da tut ein normaler Punkt wirklich dasselbe, während du oben noch sagen kannst, dass du die Überraschung mit dem Feuerzeug bewusst haben möchtest. Ich finde … stört den Lesefluss bei Geschichten einfach deutlich mehr als ein normaler Punkt und würde es wirklich nur an Stellen einsetzen, wo du damit eine besondere Wirkung erzielen kannst.
      Gut das Denken des Charakters sollte nachvollziehbar sein. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier.
      Es folgt allerdings wieder ein kleines Wort, dass ich unschön finde. „Seine Augen pflügten“ möchtest du nicht lieber hasteten oder rannten oder so nehmen? Pflügen ist doch eigentlich eine eher langsame, aber kraftaufwendene Handlung bei der man zum Beispiel Getreide erntet. Das Bild kann ich nicht ganz in Einklang mit der Tätigkeit lesen bringen, wenn ich ehrlich bin.

      Wieder nur eine kleine Formulierungsfrage. Aber er hat doch darauf gewartet, dass das Wasser kocht oder nicht? Zumindest hätte er sonst den Tee ja nicht aufgesetzt oder? Wenn ich darüber nachdenke, finde es das etwas verwirrend.
      Immerhin flucht er selbst über das Rauchen, das ihn krank macht. :$
      Hier zum Beispiel finde ich … okay. Er redet ja laut vor sich hin, während er etwas sucht. Die zeitliche Spanne kann man durchaus mit … darstellen.
      Kamillentee na dann guten Appetit XD (und das auch noch ungesüßt, also mein Geschmack wäre es ja nicht).


      Irgendwie ist es traurig, dass sich die Routine bereits gebildet hat. Denn das heißt es geht dem Mädchen länger schon so schlecht. :/
      Die … würde ich wieder weglassen :$

      Netter Zeitgenosse ihr Vater… Aber wenn der auch noch der Vermieter ist, kann man irgendwie verstehen, dass sich keiner mit ihm anlegen möchte.

      Jetzt hat dein Beobachtet auf einmal seinen Namen? Dann könntest du ihn auch vorher schon verwenden denke ich. Die lange Zeit wo du ihn nur er nennst macht es zwar geheimnisvoller, aber dann müsste man das auch durchziehen denke ich.
      Auf jeden Fall könnte man Nathan sagen, dass es bereits zu lange so geht. :/

      Woher nimmt er den Keks? :$ Ich weiß es ist pingelig, aber du beschreibst den Rest so detailliert inklusive eines Handtuchs, das für mich keinen sichtbaren Zweck erfüllt, aber der Keks taucht dann plötzlich auf? Ich denke es wäre schöner, wenn das auch kurz beschrieben werden würde oder du an sich etwas grober beschreibst. So kommt es zu einem Kontrast, der an dieser Stelle aber nicht beabsichtig ist.
      Das arme Mädchen hat nun auch einen Namen. Noelia. Ich finde ein Adjektiv könnte den letzten Satz noch etwas aufbessern. Wie schaut das Mädchen zu ihm rüber? Sie wurde gerade von ihrem Vater verprügelt und misshandelt und vor die Tür gesetzt. Hat sie nicht vielleicht Angst, Schmerzen, Wut? Weint sie vielleicht?
      „… als das Mädchen [mit tränenden Augen/ mit verheultem Gesicht] zu ihm rüber geschaut hatte.“
      Nathan hat Mitleid mit dem Mädchen, warum nicht das Mädchen dann auch noch als etwas mitleiderregendes darstellen? Ich denke die Situation wird nicht spurlos an ihr vorüber gehen, auch wenn sie das tag täglich erleiden muss. Dann weint sie vielleicht beim xten Mal nicht mehr aber Angst oder Panik hat sie doch vielleicht?


      Oh jetzt kommen wir zu dem Mädchen zurück. Sie ist 10 also noch ein Kind während sie das alles erleiden muss. Oh man. Es ist aber nicht nur der körperliche Schaden, den sie davon trägt.
      Sie traut sich überhaupt sich im Spiegel zu betrachten?
      Ihr Vater ist echt kein angenehmer Zeitgenosse und ich glaube jeder hasst ihn direkt. Wer könnte sein eigenes Kind halb erwürgen? Aber ich denke Noelia wird Angst haben vor ihm. Und vielleicht nicht nur vor ihm, sondern das auf weitere Situationen übertragen.

      Und dann kommt die Wende, bei der ich etwas schlucken muss. Sie schafft es nachdem sie so etwas grausam erlebt über etwas schönes nachzudenken und zwingt sich dazu? Nach allem was sie erlebt hat, hat sie noch so viel Selbstdisziplin? Und sie ist wirklich nicht verärgert oder fragt sich warum der Nachbar nichts tut mit ihren 10 Jahren? Wünscht sie sich nicht einmal, dass er ihr mehr hilft als ihr nur einen Tee zu bringen? Natürlich ist es nett, dass er ihr überhaupt etwas gutes tut und es ist auch nachvollziehbar, dass sie es mag (vor allem den Keks XD), aber ich kann mir irgendwie nicht so ganz vorstellen, dass sie ruhig vor der Tür sitzt, den Tee trinkt und sich ausmalt wie die Wohnung des Nachbarn aussieht, wenn sie vorher fast erwürgt wurde :x
      Oder kann sie vielleicht nicht mehr weinen, weil sie es inzwischen gewohnt ist und deshalb abgestumpft ist?
      Ansonsten ist der Absatz gut geschrieben.

      Ich weiß nicht aber „träumend“ finde ich irgendwie unpassend. Okay sie möchte sich ablenken, damit kann ich leben, aber träumen finde ich schon etwas krass.
      Ich würde mir hier auch etwas mehr Erklärung wünschen. Warum ist die Schule für sie ein schöner Ort? Weil sie dort ihrem Vater entfliehen kann? Vielleicht weil sie dort als gute Schülerin geschätzt wird oder weil sich dort jemand um sie kümmert?
      Für gewöhnlich würden Kinder in dem Alter vielleicht eher sagen, dass die Schule nicht schön ist. Wenn man keine Unterstützung beim lernen erhält, wie ich mal stark annehme, könnte die Schule auch immerhin ein Ort sein, wo sie auch Ärger bekommt, weil sie nicht die Leistung bringt, die man von ihr erwartet.

      Der letzte Satz ist aber nochmal ein schöner Abschluss für das Kapitel.

      Es leitet gut ein, stellt drei wichtige Personen vor, erläutert die Überschrift in Teilen bzw. stellt den moralischen Konflikt da von dem die ganze Geschichte wohl erzählen wird.
      Mich stören hier nur einige Formulierungen hin und wieder mal, aber es ist alles in allem wirklich gut gemacht.
      Nur Noelias Verhalten kann ich derzeit noch nicht einordnen. Aber vielleicht wird das ja im nächsten Kapitel mehr erklärt.



      Kapitel 2: Erster Stock: Inés Bernard

      Also gut es geht weiter mit einem weiteren Charakter und einer neuen Geschichte.


      Vielleicht sollte diese Frau ihren Kindern dann auch erklären, dass es keine Lösung ist Kaugummis einfach irgendwohin zu kleben, damit andere reingreifen.
      Jedoch auch hier wieder. Gegenüber anderen Erwachsenen kann Noelia stur und ungehorsam sein und provoziert sie sogar. Ich weiß nicht, ob das so gut zu ihrer Situation passt. Oder ist das ihre Flucht nach vorn quasi?
      Mich verwirrt ihr Verhalten an sich jedenfalls ein wenig, weil der Kontrast extrem stark ist.

      Aber ich finde es schön zu sehen, dass du sie als roten Faden benutzt. Die Handlung wird neben ihr erzählt. Dort wo sie ist findet die Handlung statt, betrifft sie aber nicht immer. Die Idee finde ich ziemlich gut und habe das auch in der Art noch nie gelesen. Nur dadurch erfährt man natürlich auch nicht so viel über Noelia selbst, auch wenn du bisher am Anfang jedes Kapitels etwas über sie erzählst.

      Nun aber zu dem Mann. Ich kann schon verstehen, dass man der Höflichkeit halber klingelt, besonders wenn man in der Wohnung nicht mehr wohnt und nicht erwartet wird.
      Ja Kinder lassen ihre Sachen überall liegen xD. Die Mutter sollte sich darum kümmern, dass die Kinder es wegräumen, auch wenn das jüngste vermutlich noch zu klein ist.

      Das Gespräch ist gut geschrieben. Was mir vielleicht von der Frau noch fehlt ist der Gegensatz zu ihrem Mann. Sie sagt, was sie alles für die Kinder tut. Wie wäre es, wenn du danach noch einfügen würdest, was er alles nicht tut? Dass er sich zum Beispiel nicht um die Kinder kümmert/früher gekümmert hat? Sondern eben dass die Arbeit mit den Kindern komplett an ihr hängen blieb/bleibt und er damit aus ihrer Sicht noch weniger ein Recht darauf hat Forderungen zu stellen?
      Okay also sind alle Kinder noch zu klein für die Schule. Dann sollten sie dennoch bereits ihr Spielzeug wegräumen können ^^ Nein ich weiß das soll ja ausdrücken, wie egal der Mutter das scheint.
      Vielleicht könnte der Vater als Argument noch nehmen, dass Kinder in der Schule unterstützt und gefördert werden müssen. Also nicht nur der soziale Aspekt, dass die Kinder sonst gemobbt werden, sondern auch noch der Leistungsaspekt.
      Ganz schön direkt der Vater. Kommt scheinbar aus dem Nichts (hat sich vorher nicht um die Kinder gekümmert?) und setzt jetzt ein Ultimatum. Ich möchte glaube ich nicht wissen wie die Ehe zwischen ihnen vorher war.
      Mir tun die Kinder ziemlich leid.
      Ja und sie trinkt weiter. Alkohol ist schon eine schlimme Sache. Und so bekommt man die Kinder garantiert nicht… So lässt sie es nicht nur zu, sondern spielt ihrem Mann in die Hände.
      Auch noch gewalttätig. Oder eben die bewusste Vorbereitung fürs Ende des Kapitels.

      Es geht wieder zurück zu Noelia, die uns einen weiteren Charakter dieser Geschichte vorstellt. Jetzt wo ich Madame Petit lese… Es ist nicht in Deutschland oder? Es spielt in Frankreich xD.
      „Die Dame war noch ziemlich fit für ihr Alter, auch wenn Noelia sie immer mit dem Rollator sah.“ In dem Satz fehlt ein sie. Tut mir leid :$
      Okay diese Beschreibung finde ich etwas witzig. Sie ist fit für ihr Alter, braucht aber im Rollator. Wie alt ist sie denn? 80-90? :$ Wie wäre es mit aktiv? Fit bezieht sich einfach sehr oft auch auf körperliche Fitness, die ja bei der Dame nicht gegeben ist.

      Schade hier hätte ich mir jetzt etwas mehr Erklärungen zur Schule gewünscht. Ja die Geschichte spielt in Block 11 und nicht in der Schule, aber zumindest warum sie die Schule mag oder dass sie leistungsmäßig gut mitkommt oder irgendeine solche Ergänzung wäre wünschenswert. Es muss ja nicht viel geschildert werden, aber hier oder in Kapitel 1, wo man sich schon fragt, warum sie gern in der Schule ist. Vielleicht auch ob sie da Freunde hat. Oder auch warum sie nicht zum Beispiel in der Schule bleibt, um dort ein wenig zu spielen, wenn es zu Hause doch so schlimm ist.
      Oh es ist etwas passiert. Und natürlich stehen dort massenweise Menschen, wenn es etwas zu sehen gibt. Okay eine Reanimation findet schon nicht jeden Tag statt. Ich finde es schön, dass du daran gedacht hast aus Noelias Perspektive zu erzählen, die natürlich weder einen Defi noch das Wiederbeleben an sich versteht und bei einer Sprache bleibst die eine 10-Jährige verwenden könnte.
      Damit hat Frau Bernard aber dann definitiv ihre Kinder verloren. Kein Gericht würde ihr nach einem Suizid die Kinder noch geben. Wollte sie nicht eigentlich das nicht zulassen? Irgendwie enttäuscht sie mich und das obwohl ich dachte, das könnte sie nicht, weil ich Menschen wie sie eigentlich ohnehin nicht mag. Aber sich auch im entscheidenden Moment nicht zusammenreißen zu können ist schon heftig. Übrigens Liege müsstest du noch großschreiben. :$

      Das Kapitel war auch wieder heftig und für mich zumindest kam das Ende unerwartet. Ich hatte eher gehofft, dass sie die Kurve kriegt, auch wenn sie direkt wieder angefangen hat zu trinken.
      Der Dialog hat mir auch gut gefallen und meine Vorschläge sind ja nur Ideen und kein Muss.
      Ich würde mir nur mehr über Noelia wünschen, aber da muss ich wohl weiterlesen XD



      Kapitel 3: Roseline Petit

      Dieser Name lässt mich ja schon schmunzeln. Also lernen wir die alte Dame doch jetzt richtig kennen.

      Awww es ist schon nett von ihr, dass sie sich jetzt um Noelia kümmert. Nach der Situation muss sie fix und fertig sein und überfordert. Es ist eine gute Idee, dass sie mit ihr Kuchen essen möchte.
      Auch wenn Sanitäter eigentlich auch darauf achten, dass Kinder nicht anwesend sind. :/
      Das einzige was ich mir überlegt habe ist, ob sich ein Kind wirklich Gedanken machen würde, warum die Frau schlurft oder ihre Haltung nicht mehr die beste ist. Bzw. da das Wort Vermutung finde ich schon fast zu viel. Besonders dann, wenn sie von der Szene aus dem letzten Kapitel noch etwas traumatisiert ist.
      „Der typische Geruch nach alten Menschen kam Noelia entgegen“ Das schreibt man gern so. Die Frage ist nur, kann Noelia das so beschreiben? Kennt sie viele alte Leute mit denen sie den Geruch in Verbindung bringen könnte? Denn wenn du wie im letzten Kapitel aus ihren Augen beschreibst und nicht über ihren Wissenstand hinausgehst, dürftest du das hier auch nicht tun.
      „Noelia schüttelte nur lautlos den Kopf, nicht daran denkend, dass ihre Nachbarin dass gar nicht sehen konnte.“ Den Satz habe ich nicht verstanden. Genauer gesagt den letzten Teil. Warum kann ihre Nachbarin das Kopfschütteln nicht sehen? Sie hat sich nur weggedreht um den Tee zu kochen, vermute ich mal, da du bisher nichts von einer Sehschwäche erzählt hast. Da vielleicht zwei-drei Worte mehr, damit es klarer ist?
      Die Einrichtung der Wohnung hingegen ist wieder sehr kindlich geschrieben, was zu Noelia passt. Das sollte nur einheitlich bleiben.
      „Sachen, die sich nicht verkaufen…“ :$
      Ja jetzt lässt sie das Kind erzählen und die Situation verarbeiten. Gute alte Dame ^^
      Sie erklärt es auch kindgerecht. Auch wenn ich das mit dem Fehler entfliehen schon fast zu heftig finde, weil es dem Kind ja nicht erklärt, warum die Frau verletzt ist. Vielleicht hätte da eine Notlüge besser geholfen.
      Und die Kinder von dieser Ines tun mir immer mehr leid. Hat sie darüber überhaupt nicht nachgedacht?
      Okay Madame Petit ist also so etwas wie die gute Seele des Blocks, bei der man sich auch ausheulen kann oder bei Problemen um Rat fragen kann. Aber wenn sie sich bei Ines eingemischt hat, warum dann nicht bei Noelia? Und man erfährt ja, dass sie es weiß. Hat sie auch so viel Angst vor dem Vater? Oder tut ihr Noelia einfach weniger leid, als die anderen Kinder? :/
      Scheinbar kümmert sie sich ja auch sehr gern um Kinder und auch um Noelia, sonst hätte sie ihr ja nicht den Kuchen und Tee angeboten. Oder überhaupt mit ihr geredet. :/

      Wieso muss Noelia denn jetzt schon los? Ich dachte ihr Vater wollte sie bis abends nicht sehen? Schade eigentlich ich hätte gern mehr von dem Gespräch gelesen.

      Mich enttäuscht die alte Dame nur etwas in dem Punkt, dass sie für gewöhnlich nichts für das Mädchen zu tun scheint, obwohl sie sich um die andere Familie kümmert. Das finde ich etwas schade von ihr.

      Ansonsten macht sie eigentlich den besten Eindruck auf mich. Neben der chaotischen Familie Benard und Herrn Dubois, der irgendwie auch etwas mysteriös wirkt.
      Wenn der Hauptaspekt das Dilemma der Leute sein soll, die sich zwischen moralisch richtigem Handeln (dem Mädchen helfen) und eigenem Vorteil (Der Wohnung) entscheiden müssen, solltest du das bei Madame Petit in künftigen Kapiteln auf jeden Fall auch noch deutlicher einbringen. Gerade weil sie Ines helfen möchte.

      Ansonsten gefällt mir die Geschichte wirklich gut und ich möchte gern weitere Kapitel lesen! Selbst schuld, wenn ich dich damit in Zukunft nerve :$

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