Willkommen bei Filb.de! Registrieren Passwort vergessen?

Fiasco en Flandre (Kurzgeschichte à la Julienne)

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Fiasco en Flandre (Kurzgeschichte à la Julienne)

      Diese Geschichte wird, anders als üblich, erst nach ihrer Beendigung in meinen üblichen Kurzgeschichtenordner "Stammbäume" kopiert und in diesem Thread seperat und häppchenweise präsentiert. Das bringt einige Besonderheiten und Vorteile mit sich.

      - Eigentlich meinem Zeitplan geschuldet, der mir weder heute, noch morgen, das Beenden der Geschichte erlaubt, werde ich, wenn es machbar ist, täglich ein Stück der Geschichte posten, geplant sind drei Teile, die sich rasch zu einer Kurzgeschichte zusammenfügen, die eigentlich mit knapp 3.000 Wörter auch in einem Rutsch geschrieben sein könnte. Stattdessen eröffnet es euch die Möglichkeit, jeden Morgen oder Abend kleine Abschnitte von unter 1000 Wörtern zu genießen, die am Ende ein nicht besonders großes Ganzes ergeben. "À la Julienne", ein Begriff aus der Französischen Küchenfachsprache, steht für dieses Schneiden in kleine Streifen, nur eben Text und kein Gemüse.
      - Diese Veröffentlichungsform lässt auf mehr Resonanz erhoffen, als es bei "Stammbäume" der Fall ist.
      - Die Geschichte spielt neun Jahre nach Mischblut in einem postrevolutionären, nun napoléonisch geprägten Alternativ-Kalos und wird sich mit der Kaiserin Setsuna beschäftigen, die ihr im Style-Adventskalender bereits kennengelernt habt. Das ist das gleiche Universum, dem Yomi-chan entstammt, sie wird auch nicht unerwähnt bleiben, man muss die Vorgeschichte aber keineswegs zum Verständnis kennen.
      - Es sind Ähnlichkeiten, aber auch Unterschiede zur tatsächlichen Geschichte vorhanden, beides absolut bewusst. Lasst euch von den Namen nicht abschrecken, sie sind nur mäßig wichtig und dienen der atmosphärischen Untermalung.



      Fiasco en Flandre (1/3)


      Es war bereits ein riskantes Unterfangen gewesen, die von den Herrschern des Westens gutgehießene Übergangslösung anzufechten, die den König Jérôme von Hexalos wieder auf den alleinigen Thron führte. Doch nachdem die Kaiserin Kagayaku nach ihrer Expedition in den fernen Osten als verschollen galt, sah es die ehemalige Empératrice, ihre große Schwester Setsuna, als Ehrensache an, das Fortbestehen des Kaiserreichs zu sichern. 33-jährig machte sie den royalen Allianzen den Garaus und erlangte auch dank ihrer großen Beliebtheit während der Grande Révolution und ihrer Amtszeit schnell die Herzen ihrer Bürger zurück. Doch Verwürfnisse mit den Nachbarstaaten des Empire Hexalos blieben nicht aus. Die Nachbarn östlich des großen Drachenflusses hatten genau wie Angiterra und Ispanya einige Zweifel an der neuen Regierung im Land der Schönheit, sodass Scharmützel und Eroberungszüge einer großartigen Feldherrin bald wieder ihren gewohnten Lauf nahmen, einen, den man seinen Kindern und Enkeln detailliert schildern würde. Der Schlussakt dieser Saga war soeben geschrieben, doch der 6-jährige Alexandre würde noch einige Nächte darauf warten müssen, seine Mutter war nicht einmal im Palais de Servalbourg zu Lumyaon angekommen. Der marineblaue Offiziersrock der gescheiterten Setsuna Konagata, mit seinen atemberaubend schönen Goldknöpfen und -nähten eine modische Augenweide, war gerade vor dem Kaminfeuer der kleinen Herberge getrocknet, doch die edelsteinartigen Katzenaugen wirkten matt und versprühten ein unheimlich desillusionierten Ausdruck. Die prächtigen Schwingen der Sphinx hingen auf Halbmast, die pechschwarzen Haarsträhnen klebten der 37-jährigen sonnengegerbten Monarchin nahezu in der Stirn. Ihr letzter militärischer Kredit war endgültig verspielt, ihre Zukunft in Hexalos stand unter keinem guten Stern.

      Ortsnamen I

      Hexalos - Frankreich
      Angiterra - England
      Ispanya - Spanien
      Palais de Servalbourg - Palais de Luxembourg, Paris
      Lumyaon - Paris


      Um sich im Norden endlich Luft zu verschaffen, leitete Setsuna ihre besten und treusten Truppen durch das Flachland der ehemals annektierten Region Grande-Flandre. Im besten Juniwetter marschierten über 100.000 Mann und Pokémon jedweder Couleur entlang üppiger Weiden, glitzernder Flussauen und pittoresker Dörfer mit einer aus Sicht der Empératrice äußerst eigenwilligen Bauweise, die sicher nicht auf der elegant-würdevollen Architektur ihrer Ziehschwester und Lieblingsstadtplanerin Yomi-Léonie Chouraqui fußte. Bäuerliches Leben bestimmte pragmatisch errichtete Gehöfte und vereinigte nördlichen Backsteineinfluss mit der aschgrauen Tristesse, die die Steinbrüche des katholischen Flachlandes hergaben. Selbst ihren einstigen Nomadenadjutanten Subatai hatte Setsuna für eine letzte große Schlacht gewinnen können, denn die berittenen Langbogen auß den östlichen Steppen hatten ihr bereits in vielen Gefechten einen großen Vorteil gegen überraschte Feindesscharen erbringen können. Dem Inselkönigreich Angiterra gefiel es nicht, dass die Kaiserin die Hegemonie des Festlandes erneut zum Einsturz bringen wollte, aber auch andere Monarchen empfanden den erneuten Vorstoß in das hart umkämpfte Gebiet inmitten der Großmächte als absolut untragbar.
      Ihre neue Hauptadjutantin Calypso Karyusuna würde mit ihrer Division von Westen kommen, über Lys, den Stern des Nordens, hinein in die flandrischen Lande bis Portevel, um sich dann durch das dünn besiedelte Niemandsland abseits der großen Straßen zu Bahnen. Subatai führte neben seinen Normadenkavalleristen ein Infanterieregiment an, das von Valviana ausgehend über Bêtial den gen Nordosten gerichteten Kurs auf die großflandrische Hauptstadt Bassilaune nehmen würde, nachdem es sich mit einer weiteren Truppe vereinigt hatte. Eine Kavallerie- und Artillerieeinheit unter Régis Devaux hatte die Aufgabe, seine Mannen von Laurion aus in den Norden zu führen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Adligen wie der Duchesse Cécile de Normaine, die im jetzigen Moment wahrscheinlich unbekümmert ihre Gliedmaßen ausstreckte und sich köstlichste Weintrauben in den Mund führte, war sich die stolze Herrscherin natürlich nicht zu schade, selbst einen Teil ihrer Armee in Charbonville zu sammeln, mit einem leichten Nordwestknick in Richtung Charioton zu führen und sie mit Devaux' Armee zu vereinigen. Jacques, ein Panzaeron sowie Yatagarasu, ein altes Kramshef, wichen ihrer Kaiserin dabei nur von der Seite, um als Vorhut ein Bild von der unmittelbaren Umgebung zu gewinnen. Bereits nordöstlich bei Namara mussten sich Berechnungen zufolge die ersten Feinde bereits niedergelassen haben.

      Ortsnamen II

      Grande-Flandre - Belgien
      Lys - Lille (F)
      Portevel - Tournai (B)
      Valviana - Valenciennes (F)
      Bêtial - Mons (B)
      Bassilaune - Bruxelles (B)
      Laurion - Laon (F)
      Charbonville - Charleville (F)
      Charioton - Charleroi (B)
      Namara - Namur (B)



      Das tapfere Federvieh versuchte mit eher mäßigem Erfolg sein blut- und schlammverkrustetes Gefieder zu reinigen. Setsuna, die dem Prinzip der Schönheit seit jeher die höchste Beachtung schenkte, zeigte kein großes Interesse daran, im Angesicht der Niederlage ihre Zeit der Körperpflege zu widmen. Ihre Erhabenheit und ihr prächtiges Aussehen hatte sie keineswegs eingebüßt, lediglich der Kummer einer mächtigen Frau in ihren Mittdreißigern vermischt mit den Eindrücken eines militärischen Desasters ließen sie eine beängistigend sonderbare Aura ausstrahlen. Sie würden weiterziehen müssen, noch über die Grenze hinweg, um den ausschwärmenden Truppen der Allierten zu entgehen. In der nächtlichen Dunkelheit stand alles still, doch sobald die Morgendämmerung einen machtpolitisch völlig umgeordneten Kontinent erwecken würde, würde der Aufbruch nach Nordost-Hexalos unweigerlich stattfinden. Beinahe kraftlos und schwerfällig hob sie ihren Bierkrug aus crèmefarbenen, gesprenkelten Ton und ließ den Blick über die jenigen schweifen, die den Rückzug rechtzeitig geschafft hatten. Es gab nichts zum Anstoßen, sodass sie, ohne ein weiteres überflüssiges Wort zu verlieren, den kühlen Goldtrunk zu schlürfen begann. Kälter als erwartet, verursachte das alkoholische Getränk einen unangenehmen Schauder entlang der kaiserlichen Wirbelsäule, die trotz ihrer schmächtigen Anatomie aufrecht und würdevoll auf dem prächtigsten der Holzstühle die Stange hielt. Was die Auberge du Colimaçon ihren hochrangigen Gästen Mobiliar zu bieten hatte, war jedoch allenfalls überschaubar. Seit jeher war die einstige Thronfolgerin des versunkenen Kontinent Mu, damals noch als Kronprinzessin Sezzuna, mit einem ganz anderen Standard an Inneneinrichtung umgeben gewesen, doch in Anbetracht einer kurzen Nachtrast gab es selbst für sie keinen Grund, zu klagen. Zumindest über die Unterkunft oder die halbpürierte Kartoffelspeise in Muschelsud, die ihr von den Inhabern der rustikalen Herberge stolz dargeboten wurde.

      {Fraaaank! Oh my gaaawd!} {Have you eaten someone's hands again, Frank?}

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Miao ()

    • Was höre ich da? Das Theme des großen LeBelle LeBeau? LeRebelle! Rebelle? RAVE! RAVE! RAAAAAVE!! `0´ Und jetzt kommentiert hier endlich mal, liebe Filber, das sind nicht einmal tausend Wörter! Rave on!

      [IMG:https://vignette.wikia.nocookie.net/adventuretimewithfinnandjake/images/e/ea/RAVE.gif/revision/latest?cb=20130309174803]

      die ehemalige Empératrice
      Die ehemalige Empératrice Béatrice! kewwwwt ;w;

      [...] doch die edelsteinartigen Katzenaugen wirkten matt und versprühten ein unheimlich desillusionierten Ausdruck.
      Haben sie ihn nicht immer, diesen desillusionierten Ausdruck? Zumindest hat er sonst noch den Schein von vollkommener Selbstüberzeugheit. <_>

      Um sich im Norden endlich Luft zu verschaffen, leitete Setsuna ihre besten und treusten Truppen durch das Flachland der ehemals annektierten Region Grande-Flandre.
      Aaah, es geht also weiter mit der Empératrice Béatrice und ihrem Kaiserreich Grand(r)e-Flandre! 8D

      Martinien: Grand... <______> Dérangement?! REEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEE
      Thatch: Uff... Das klingt nach einem Trauma, das ein Leben lang hält. Memetinien, warummmmm? qwq

      Bäuerliches Leben bestimmte pragmatisch errichtete Gehöfte und vereinigte nördlichen Backsteineinfluss mit der aschgrauen Tristesse, die die Steinbrüche des katholischen Flachlandes hergaben.
      So kann man das auch sehen ... orz Denn nur was protestantische Traditionen hat und neu ist, ist gut! 'MURICA katholische Traditionen hat und yominesk ist, ist gut. 'TSUNA

      Subatai führte neben seinen Normadenkavalleristen ein Infanterieregiment an, das von Valviana ausgehend über Bêtial den gen Nordosten gerichteten Kurs auf die großflandrische Hauptstadt Bassilaune nehmen würde, nachdem es sich mit einer weiteren Truppe vereinigt hatte.
      Tja ... So tief kann man sinken. Zuerst führt man Kavalleristen an, dann ist man Koch. Dieser Mann muss viel durchgemacht haben. ;w;

      Im Gegensatz zu den meisten anderen Adligen wie der Duchesse Cécile de Normaine, die im jetzigen Moment wahrscheinlich unbekümmert ihre Gliedmaßen ausstreckte und sich köstlichste Weintrauben in den Mund führte, war sich die stolze Herrscherin natürlich nicht zu schade [...]
      xDD Ich denke mir nur, wie seltsam das ist ... Wenn Leute das hier lesen, dann wird das deren erster Eindruck von Sheila sein. Nicht Sheila die Blinde und Diebin, sondern Cécile die faule Herzogin. Irgendwie süß, irgendwie niederschlagend traurig. x_x

      Ihre Erhabenheit und ihr prächtiges Aussehen hatte sie keineswegs eingebüßt, lediglich der Kummer einer mächtigen Frau in ihren Mittdreißigern vermischt mit den Eindrücken eines militärischen Desasters ließen sie eine beängistigend sonderbare Aura ausstrahlen.
      Welches militärische Desaster denn? :( Sind wir hier post-Russlandfeldzug?

      Beinahe kraftlos und schwerfällig hob sie ihren Bierkrug aus crèmefarbenen, gesprenkelten Ton und ließ den Blick über die jenigen schweifen, die den Rückzug rechtzeitig geschafft hatten.
      Ist das wirklich Setsuna? o__O Eine Setsuna, die sich auf das Niveau von Biiiiiiieeeeer begibt? <__>" Setsuna und Rin haben getauscht, ich verstehe!

      Roar. ;w; Niedergeschlagene Setsuna. Vielleicht braucht sich noch mehr von diesem Bier, um ich besser zu fühlen. .3. Und jetzt erwarte ich, dass hier für Sezzouna noch mehr Kommentare einrollen. Ragazza Sezzouna! o/


      Hoc est enim corpus meum. Hermione saltica, regina festorum, saltatrix summa, mimema inclyta, malefica fabulosa, arbitratrix Vesperae Omnis Sanctae.
    • @Rai Yaaaaaaay danke! 3. Contrakommi heute! xD

      Es ist Belgien, da gibt es von Natur aus keinen Wein, aber wie in Nordfrankreich viel Bier. Natürlich können die auch Wein lagern, aber vielleicht hat Setsuna den Wein ja auf dem Hinweg schon ausgetrunken, hahaha.

      Und ja, es ist ein Waterloo-Szenario. Setsuna hatte allerdings keinen Russlandfeldzug, weil sie so etwas Kaltes nicht erobern möchte, dafür gab es dann eben andere Niederlagen. Kann man halt nichts machen.

      Subatai war allerdings vor der Reaktivierung bereits Koch, wurde von ihr aber um die Teilnahme an dieser Schlacht nochmal gebeten. Ansonsten, hast du Jacques das Panzaeron wiedererkannt? Den haben Sheila und Kagy in Mischblut Kapitel 3 oder 4 bekämpft damals. :D

      Sheila ... jaaa, so faul ist sie nicht - das ist nur der Eindruck, den Setsuna von ihrer Absage an der Kampagne erhalten hat. In Wirklichkeit möchte sie aber einfach kein unnützes Risiko mehr eingehen, sie hat ein prächtiges Domizil, ist Mutter und verheiratete Mieze ... nur für Tsoony? Für Kagy vielleicht, aber nicht für Setsuna. xD

      Merci! °o° 2. Teil wahrscheinlich gegen 1 Uhr nachts dann ...
      2. Teil wahrscheinlich Mittwoch Abend. Drei Stunden Freizeit nach der Uni sind selbst dafür zu wenig, orz.

      {Fraaaank! Oh my gaaawd!} {Have you eaten someone's hands again, Frank?}

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Miao ()

    • So viel zu Mittwoch Abend. Wenn man um 1 einschläft passiert das halt. x_x Und das richtige Waterloo kommt dann ... naja, sind wir realistisch. Freitag oder Samstag.


      Fiasco en Flandre (2/3)



      General Francis Monk hatte Bassilaune vermutlich schon längst durchquert und auch die Adlerträger aus dem Osten müssten auch schon bei Gaufry eingetroffen sein. Der Himmel zog sich langsam zu, als ob die dunklen Wolken einen Omen hätten ankündigen wollen, doch auf Aberglaube konnte eine Feldherrin wie Setsuna nicht bauen. Diese Situation erforderte einzig und allein rationale Entscheidungen - die Gegner in einer Stadt einzukesseln und zu belagern hätte ein verheerendes Ende genommen, da sie die benötigte dreifache Heerstärke einfach nicht hatte organisieren können. Auch militärische Stärke hatte ihre Grenzen, doch auch das kriegerische Ablegen der Moral. Als fliegende Halbgöttin und Nutzerin des Erd- und Luftelements hätte Setsuna problemlos ohne Rücksicht auf Verluste wüten können, doch die Leiden der unschuldigen Zivilbevölkerung wären unsäglich gewesen. So war es besser, sagte sie sich und entschied sich, in einer großen Gemüsefarm einzuquartieren. Das Inn Auberge du Colimaçon hatte sie und ihre Truppen bereits mit all dem guten Wein versorgt, den man für eine gute Kampfesmoral benötigte, doch nun hieß es Stellung nehmen und abwarten. Der kaiserliche Rabenvogel landete auf den Schultern seiner Herrin, um sie mit all dem zu versorgen, was sie wissen musste. Es war in der Tat nützlich, Löwengene in sich zu tragen und der Sprache der Pokémon mächtig zu sein, doch was nützte eine schlagkräftige Pokémon-Armee neben ihren menschlichen Soldaten, wenn in den Reihen des Feindes die gleiche Konstellation zu erwarten war? Setsuna ließ ihren Blick über die tapferen Mannen schweifen - einige hielten die großen Flaggen und Banner des wundervollen Empire Hexalois empor, andere umarmten ein kleines Andenken an die Familie. Was, wenn sie nie wieder zurückkehren würde? Ihre kleinen Schwestern hatte ihr das Schicksal bereits entrissen, doch sie hatte eine neue liebende Familie, die sie nicht hätte missen wollen. Auch die kleine Mademoiselle Léonie, die sie als kränkliches Mädchen einst aus dem Verlies gerettet und sorgsam durch ihre Jugend gebracht hatte, war zwar nun eine vollwertige Dame, doch ihr sensibles Herz war immer noch so fragil wie eh und je. Es nicht zerbrechen zu lassen war vielleicht sogar die größte Leistung, die die Sphinxenkaiserin sich zuschrieb.

      Definitiv würde sie lebendig zurückkehren, das stand außer Frage, doch wie ging es weiter? Das Bier war schnell geleert, diese Geschichte würde sie jedoch mit ihrer eigenen Feder weiterschreiben können. Mit einer hektischen Armbewegung forderte sie einen neuen Krug gefüllt mit dem goldenen Gerstentrunk ein, bevor sie wieder in die die bedrückende Apathie der Niederlage verfiel. Die Trikoloren lagen auf den kalten Holzdielen, versehentlich von der Wirtin ein weiteres Mal platt getreten. Die geflügelte Dame mit den spitzen Löwenzähnen ließ diese kurz aufblitzen, als sie ihren Kopf leicht anhob, doch das fast aggressive, provokante Funkeln ihres berüchtigten zweifarbigen Blick schien erloschen.
      "Voilà, Madame L'Emperatrice", nuschelte die aschblonde Flamanderin verlegen und stellte den Krug mit einer Verbeugung vor der Lady mit dem hüftlangen rabenschwarzen Haar ab. Setsuna musterte die Frau ausgiebig und kam zu dem Schluss, dass sie jünger als sie selbst sein musste, doch ihre Hände machten einen grässlichen Eindruck. Hornschlieren und rote Prellungen, umhüllt von einer feinen Schicht von Asche oder Staub zeichneten die proletarischen Griffel aus. Dieser Anblick erfüllte die bildschöne Aristokratin, die sich nie bei körperlicher Arbeit ertüchtigen musste, mit Wehmut.


      "Hé, du da! Gottverdaulicher, nimm' eenmal diese komische Haube da ab! Und den Dutt, wat is damit? Sag Widdersehen dazu! Und danach wünsche ich mir etwas Neues zu eeßen!", befahl die Monarchin mit den Stückchen flandrischen Dialekts, die sie in all den Jahren voller waghalsiger Expeditionen aufschnappen konnte. Die in einem gerundeten weißen Kleid mit langer blauen Küchenschürze gekleidete Frau gehorchte der kleingewachsenen Kriegsherrin aus dem Fernen Osten bis aufs letzte Wort, obwohl sie doch soeben von den Allierten vernichten geschlagen worden war. Vielleicht war es diese natürliche Autorität, die die charismatische Setsuna seit jeher ausstrahlte.
      "Sehr wohl, Madame. Sind Euch Fritten recht? Ihr sprecht sehr gut Flandrisch, wenn ich das so sagen darf ..."
      "Ach wat. Erklär mir lieber, was Fritten sind", knurrte Setsuna gleichgültig, ihren Kopf mit einer ihrer butterzarten Blaublüterhände abstützend.
      "Sie kommen aus Namara, meiner Heimat! Seit fast 150 Jahren fangen wir Fische aus dem Fluss und fritieren sie, aber wenn dieser im Winter zufriert, nehmen wir stattdessen längliche Kartoffelstücke."
      "Très bien. Aber bitte gesalzen ... ich verachte fades Ess- ... umm ... Eeßen. Dein Name, meine Hübsche?"
      "Julie", erwiderte die groß gewachsene, blasse junge Frau verlegen und ihr Schneegesicht färbte sich plötzlich Rot wie ein winterliches Schlachtfeld.
      Die offenen Haare schmeichelten ihr in der Tat viel mehr, empfand Setsuna, die sie mit geneigtem Kopf betrachtete: "Julie ... fast wie jolie, also hübsch ... weißt du, du könntest eine herausragende Hexaloise sein, wenn man dich mit schicken Textilien belohnen würde ... die Ästhetik besitzt du definitiv."
      "Pardon, Madame. Ich bin eine Flamanderin und habe nicht vor, eine Hexaloise zu werden. Aber ich hätte nichts dagegen, mich in Eleganz zu hüllen."
      "Eine Flamanderin, ja, aber wir sprechen die gleiche Sprache, ma chère!", wunderte sich Setsuna, die Schönheit aus dem fernen Osten und weitere ihre mandelförmigen Edelsteinaugen voller Verwunderung.
      Doch Julie von einem größeren, mächtigeren Hexalos zu überzeugen, war ein genauso aussichtsloses Unterfangen wie die Schlacht wenige Stunden zuvor: "Ach wat. Wir eeßen vielleicht eenmal im Monat Hummer und Coq au vin, aber sonst eeßen wir Fritten und vielleicht auch ein paar Waafeln aus Lâge." Mit einem kleinen Augenzwinkern und einem koketten Lächeln verabschiedete sich die junge Wirtin schlurfend in die altehrwürdige Cuisine, um deren morschen Zustand es von weitem kaum besser bestellt schien.
      "Ach wat, ach wat ...", murmelte Setsuna gedankenverloren und schaute dem ausgefransten Saum von Julies Glockenrock hinterher, der Holzsplitter, Staub und andere Unannehmlichkeiten förmlich in sich aufsog. So war das Leben des Dritten Standes also trotz all der Errungenschaften der Révolution. Besser, aber immer noch nicht gut.
      Als die Flamanderin mit einem großen Teller duftender frittierter Kartoffelstäbchen anrückte und sie dem gefallenen Engel servierte, blickte sie mit ihren hellbraunen Haselnussaugen erwartungsvoll auf die Kaiserin, die ihren felinen Trieben kurzzeitig komplett erlag und die gesalzene Speise ausgiebig beschnupperte, sogar kurz mit der Zungenspitze ihre Lippen ableckte.
      "Und was gibt es als Dessert bei Euch Flamandern? Nur Waafeln? Ich finde, dass jedes Dessert Chocolat benötigt", warf Setsuna mit gehobenen Augenbrauen ein, als sie eines der goldgelben Knusperstäbchen anhob und näher betrachtete.
      Julie kam nicht drum herum, der Herrscherin in diesem Punkt Recht zu geben: "Ich habe Chocolat einmal in Gantvoort probiert ... es war umwerfend köstlich. Aber ... es ist kaum verbreitet, die Menschen sind nicht reich genug dafür, weißt du?"
      Setsuna nickte verständnisvoll und biss ein Stück der knusprigen "Pomme frite" ab, um das fluffige Innere auf ihrer Zunge zergehen zu lassen ... nach dieser Mahlzeit würde sie ruhen und danach zurück in die Heimat aufbrechen, ihre Zweite nach Mu.

      Orte

      Gaufry = Wavre (B)
      Lâge = Liège (B)
      Gantvoort = Gent (B)

      {Fraaaank! Oh my gaaawd!} {Have you eaten someone's hands again, Frank?}

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Miao ()

    • RAVE! RAVE! RAVE! RAVE BIS ZUR GLÜCKLICHKEEEEEIT!! ò__Ó :d:



      *reelle Repräsentation von Tsoonys Hof*

      Der Himmel zog sich langsam zu, als ob die dunklen Wolken einen Omen hätten ankündigen wollen, doch auf Aberglaube konnte eine Feldherrin wie Setsuna nicht bauen.
      Was ist Aberglaube in der Pokémon-Welt eigentlich? xD Feuerspeiende Füchse, lebendige Sonnenblumen, eine Gewitterwolke mit Körper ... Ja, so ziemlich alles, was irgendwo Folklore sein könnte, ist bei denen real. :was:

      Was, wenn sie nie wieder zurückkehren würde?
      Ich würde ja sagen: "Oh, die armen. ;w;", aber dann ist mir wieder eingefallen, dass Tsoony sich um das Wohl anderer wenig schert. Zumindest hat sie das in der Vergangenheit. WAS HAST DU ZU DEINER VERTEIDIGUNG ZU SAGEN, TEUFLIN?! ò_Ó

      Jetzt muss ich leider EVIL KRITIK äußern, weil du im ersten Absatz ziemlich ziemlich ziiiemlich oft "doch" benutzt hast. <_> Ich weiß, es ist so verlockend, aber in gefühlt jedem zweitem Satz sollte man es dann trotzdem nicht lesen. Dx

      Die Trikoloren lagen auf den kalten Holzdielen, versehentlich von der Wirtin ein weiteres Mal platt getreten.
      Martinien: Wundervolle Détails ... ;w;
      Thatch: Du weißt nicht mal, was eine Tricolore ist, also tu mal nicht so. ò.o
      Martinien: Ich verstehe sehr wohl das Sinnbild für Niedergeschlagenheit!! Q_Q"

      "Voilà, Madame L'Emperatrice", nuschelte die aschblonde Flamanderin verlegen [...]
      Wahrscheinlich würde sie für diese Beleidigung SEINER MAJESTÄT im Kerker landen, aber dann wiederum ... sie ist eine Flämin und Setsuna hat sowieso keine Zeit oder Lust, Ausländer wegen ihrer Fehler zu korrigieren. Immerhin kann sie Französisch, nicht so wie 50% der Bevölkerung von effing Frankreich! QwQ (Na gut, 20 Jahre nach der Révolution waren es bestimmt mehr, aber trotzdem)

      "Hé, du da! Gottverdaulicher, nimm' eenmal diese komische Haube da ab! Und den Dutt, wat is damit? Sag Widdersehen dazu! Und danach wünsche ich mir etwas Neues zu eeßen!"
      Oy. Wer hätte das gedacht. Hier, meine Kinder, sehen wir, wie sich Setsuna selbst aufgibt. Marie, notier dir das. ò.o

      "Julie", erwiderte die groß gewachsene, blasse junge Frau verlegen und ihr Schneegesicht färbte sich plötzlich Rot wie ein winterliches Schlachtfeld.
      Martinien: Ooooh, eine wahre Schönheit. ;w; In der Acadie war das ein häufiger Anblick ... Nun, wenn man überhaupt jemanden erblicken durfte. Ich vermisse es.
      Héloise: Da kann selbst der Trubel von La Nouvelle-Orléans nichts anrichten ... Heimweh bleibt Heimweh. qwq
      Thatch: Pah, Trubel? Ihr wart noch nie in echten Städten! 8D

      "Eine Flamanderin, ja, aber wir sprechen die gleiche Sprache, ma chère!"
      RIP, doch keine Flämin <__> Hmm... Ja, um das von eben aufzugreifen: Es ist wirklich eine Seltenheit, dass eine so Niedriggeborene zu der Zeit Französisch beherrscht. Aber du hast ja auch nicht behauptet, dass die Geschichte historische Begebenheiten reell darstellt. Oui oui! ^^

      Oooooy. So, also Setsuna mit diesem Dialekt ist wirklich eine andere Person. xD Generell, dass sie mit diesem Mädchen redet. Zu Marie war sie nie so nett! :( Vielleicht muss sie einfach noch vom Thron gestoßen werden, dann bringt ihr die Welt vielleicht Demut bei.
      Aber das kann für den Moment ruhen, ich habe die perfekte Stadt für Tsoony gefunden! Yeah! 8D


      Hoc est enim corpus meum. Hermione saltica, regina festorum, saltatrix summa, mimema inclyta, malefica fabulosa, arbitratrix Vesperae Omnis Sanctae.
    • Mal sehen wann ich zum 3. Kapitel gelange, vielleicht heute noch? Keine Ahnung. Dx Aber eine Woche war offenbar viel zu wenig, um 1.000 Worte zu lesen, es war ja fast zu erwarten.

      Erstmal Contra geben:

      Was ist Aberglaube in der Pokémon-Welt eigentlich? xD Feuerspeiende Füchse, lebendige Sonnenblumen, eine Gewitterwolke mit Körper ... Ja, so ziemlich alles, was irgendwo Folklore sein könnte, ist bei denen real.
      Yomi: Diese ganz krassen Légendaire-Mythen eben ... auch wenn die sich am Ende doch als wahr herauskristallisieren. xD

      Ich würde ja sagen: "Oh, die armen. ;w;", aber dann ist mir wieder eingefallen, dass Tsoony sich um das Wohl anderer wenig schert. Zumindest hat sie das in der Vergangenheit. WAS HAST DU ZU DEINER VERTEIDIGUNG ZU SAGEN, TEUFLIN?! ò_Ó
      Setsuna: Ach, ich persönlich profitierte von dieser Ignoranz. ^w^ Aber ja, mit fortschreitendem Alter wurde ich weicher ... urg. q_q


      Jetzt muss ich leider EVIL KRITIK äußern, weil du im ersten Absatz ziemlich ziemlich ziiiemlich oft "doch" benutzt hast. <_> Ich weiß, es ist so verlockend, aber in gefühlt jedem zweitem Satz sollte man es dann trotzdem nicht lesen. Dx
      Marie: Doch .3.
      Yomi: Manon, bedank dich doch mal für diesen netten Hinweis! Oh doch, du machst das! Sei doch nicht so! ò_ó


      Martinien: Wundervolle Détails ... ;w;
      Thatch: Du weißt nicht mal, was eine Tricolore ist, also tu mal nicht so. ò.o
      Martinien: Ich verstehe sehr wohl das Sinnbild für Niedergeschlagenheit!! Q_Q"
      Marie: Das können auch bestimmte Menschen sein, zum Beispiel ...
      Yomi: H-hey, hör auf, unsere Freunde so darzustellen!
      Marie: Ich wollte eigentlich jemanden aus dem Forum nennen, so ein richtiger Schlaffi, aber ... sonst werde ich noch gebannt! Dx
      Yomi: Hmmm hmmm ... ò_ó

      Marie: *Yomi an sich zieh und sie auf die Wange küss* Kawaii qwq
      Yomi: o////o"

      Wahrscheinlich würde sie für diese Beleidigung SEINER MAJESTÄT im Kerker landen, aber dann wiederum ... sie ist eine Flämin und Setsuna hat sowieso keine Zeit oder Lust, Ausländer wegen ihrer Fehler zu korrigieren. Immerhin kann sie Französisch, nicht so wie 50% der Bevölkerung von effing Frankreich! QwQ (Na gut, 20 Jahre nach der Révolution waren es bestimmt mehr, aber trotzdem)
      Setsuna: Tatsächlich habe ich keine Zeit für sowas~ Aber gut, meine Truppen haben die in den letzten Jahren oft ein paar Besuche gemacht, da lernt man ein bisschen Sprache im Vorbeigehen, zumal Wallon sowieso ein französischsprachiger Dialekt ist.


      Oy. Wer hätte das gedacht. Hier, meine Kinder, sehen wir, wie sich Setsuna selbst aufgibt. Marie, notier dir das. ò.o
      Setsuna: Ich möchte Volksnähe suggerieren und andere Kulturen kennen lernen, ist das falsch? ô.o

      Martinien: Ooooh, eine wahre Schönheit. ;w; In der Acadie war das ein häufiger Anblick ... Nun, wenn man überhaupt jemanden erblicken durfte. Ich vermisse es.
      Héloise: Da kann selbst der Trubel von La Nouvelle-Orléans nichts anrichten ... Heimweh bleibt Heimweh. qwq
      Thatch: Pah, Trubel? Ihr wart noch nie in echten Städten! 8D
      Kagayaku: In welchen Städten warst du denn schon? Madrid? Paris? London? New York? Eure kleinen Siedlungen in der Karibik zählen nicht. Nach Sharyaanu auf Mu hättest du mal kommen müssen. ;D
      Yomi: Vielleicht war er das sogar schon, wer weiß ... o_o"


      RIP, doch keine Flämin <__> Hmm... Ja, um das von eben aufzugreifen: Es ist wirklich eine Seltenheit, dass eine so Niedriggeborene zu der Zeit Französisch beherrscht. Aber du hast ja auch nicht behauptet, dass die Geschichte historische Begebenheiten reell darstellt. Oui oui! ^^
      Yomi: Das ist das Gute daran. .3. Wie die Tou Eiffel, yaaaaay! °3°

      Oooooy. So, also Setsuna mit diesem Dialekt ist wirklich eine andere Person. xD Generell, dass sie mit diesem Mädchen redet. Zu Marie war sie nie so nett! Vielleicht muss sie einfach noch vom Thron gestoßen werden, dann bringt ihr die Welt vielleicht Demut bei.
      Aber das kann für den Moment ruhen, ich habe die perfekte Stadt für Tsoony gefunden! Yeah! 8D
      Setsuna: Zu Marie war ich noch viel früher nett als zu ihr, vergiss nicht, da war ich 37. ;D Ich hatte viel Zeit, nachzudenken ... mittlerweile habe ich die kleine Manon-chan sogar irgendwie in mein kleines Herzchen geschlossen, ob du glaubst oder nicht. ;* Ich weiß ja, wie unausstehlich ich sein kann, deswegen bedanke ich mich jetzt für den süßen Kommentar~ :knuddel: *Ohr ableck*

      {Fraaaank! Oh my gaaawd!} {Have you eaten someone's hands again, Frank?}
    • Fiasco en Flandre (3/3)

      Auf den selben schlammverkrusteten Feldern hatte die geflügelte Kaiserin vor einigen Jahren ihre Herrschaft über Flandre erkämpft, doch an diesem Tag stellte sich das Schicksal gegen sie. Mit ihren Stiefeln stapfte sie durch die matschigen Wiesen vor dem kleinen Bauernhof La Cygne, die Hände hinter dem eigentlich so schmächtigen, aber stolz gespannten Rücken verschränkt. Die Blauröcke ihrer Offiziere wehten sanft in der feuchten Nieselbrise, die kleine Tröpfchen Kondenswasser am Ebenholzhaar der Monarchin in schillernde Perlen verwandelte. Mit zusammengekniffenen Augen betrachtete sie den Lageplan in ihren Händen, der die Fronten der aus zwei Richtungen heranrückenden Feinden lediglich in den oberen Ecken der Karte verbildlicht hatte. Doch der Eindruck täuschte, denn in Wirklichkeit trennten das Gehöft und die letzten Posten der feindlichen Linien nur noch lediglich einige Kilometer. Es konnte sich nur um einige Minuten handeln, bis die Reitersilhouetten am Horizont des flachen Graslandes sichtbar werden würden. Setsunas Mannen waren bereit, doch wie würde es ein Heer mit zweien aufnehmen können? Als die Fiaro über die backsteinernen Mauern segelten und durch den inneren Teil des bäuerlichen Unterschlupfs für die imperiale Schönheit gleiteten, begriff die Truppe das Signal. Der Feind befand sich in Sichtweite.



      Leicht mehlig, irgendwie etwas fluffig, ummantelt von einer knackigen Kruste aus gebackenem Kartoffelpurée ... am royalen Hof von Vassouis wäre eine solch unadlige Speise sicher nie serviert worden. Langsam nahm die geschlagene Kaiserin ihre Mahlzeit fast genussvoll im Kreise ihrer Caesurio ein, als sich ein langhalsiges Reptil über ihren Teller beugte.
      "Michel! Arrête!", brachte ein brünetter Mann mittleren Alters sein Pokémon dazu, zurückzuweichen und stattdessen sich und sein Xatu vor die speisende Sphinx stellen: "Kaiserin. Ich hätte nicht gedacht, dass wir uns an diesem einfachen Ort hier begegnen. Auf den Geschmack gekommen? Welche Zukunft ... wird unser Land haben?"
      "Myuum ... ", schlang Setsuna die Fritte mit verlegen zur Seite gedrehten Kopf fast schon verschämt runter, denn sie wusste genau, dass dieses Mahl aus einer Notsituation des dritten Standes geboren wurde: "Welche Zukunft unser Land haben werde, pflegte ich dich stets zu fragen, Étienne. Sag du es mir. Dein Poule-au-pot mit Schnittlauchfrisur weiß sicher mehr.
      Étienne ließ sich in eine der hölzernen Bänke gegenüber der Monarchin sacken, die beiden Hände seelenruhig ineinander gefaltet: "Also ist der Krieg vorbei. Hexalos wird vielleicht wieder eine Republik ..."
      "Wusstest du um den Ausgang der Schlacht?"
      Schweigen. Auch wenn Setsuna immer noch den Respekt ihres Volkes genoss, galt es nun nicht mehr als tollkühn, der geschlagenen Feldherrin eine Antwort zu verweigern.
      Ernüchternd biss die dunkle Schönheit sich auf die Lippen, ihre Mandelaugen auf ihre verbliebenen Recken gerichtet: "Hätte ich meine Mega-Entwicklung aktiviert, wäre uns der Sieg sicher gewesen. Aber ... ist nicht so, dass, unser Volk, unsere Kultur, unsere Zivilisation in ihren Grundfesten gefährdet waren. Hexalos als ein starkes und schönes Land von vielen, aber nicht eben das eine, dominante, dem Sonnenkönig gleich alles überstrahlende ... man kann sich damit arrangieren."
      "Und jetzt muss man sich damit arrangieren. Darf ich?", fragte ihr alter Bekannter aus Kindheitstagen in Mu und deutete auf die gelben Knusperstängel.
      "Greif' ruhig zu."
      "Merci, Madame. Nun, Inti sieht die großen Hafenstädte dieses Kontinents immer noch in Rauch und Nebel gehüllt. Daran hat sich bis heute nichts geändert, weißt du?"
      "Ist Yomi schuld daran? Sie ... sie bastelt doch gerne an solchen seltsamen Apparaten herum."
      "Ich ... ich weiß nicht. Würde Léonie denn Kinder in einer Manufacture arbeiten lassen?"
      "W-was?", reagierte Setsuna fast schon geschockt ob dieser ahnungslosen Frage: "Nein nein, sie würde sie in die Schulen schicken!"
      Étienne schluckte erst das Essen herunter und ließ die Antwort ein paar Augenblicke offen stehen, bevor er zu dem einzigen folgerichtigen Schluss kam: "Ach so, alors, dann wohl nicht. Es handelt sich eher um das Gegenteil. Kinder, die in Manufactures schuften, statt zu lernen - nur so können sie ihre Familien über Wasser halten."
      "Wie eine 8-jährige Setsuna? ... Das ist ... bedrückend."
      "Nein, keine Adligen. Aber so ziemlich alle anderen Kinder."
      Setsuna hatte in ihrem eigenen Leben schon immer eine große Rolle gespielt, wenn nicht sogar die größte. Nun allerdings ging es um so ziemlich alle außer ihr, doch die neue Kaiserin verspürte keinen geringeren Schmerz in ihrem Rumpf, sondern eher noch einen größeren. Aus dem tiefschwarzen Blick des ausdruckslos starrenden Xatu vermochte sie nichts herauszulesen ...

      Blut- und Schmauchspuren klebten an den Mauern, Kugeln steckten im knöchelhohen Schlamm, vermischt mit einigen verschmorten Grashalmen und ertranken in den zehntausenden kleinen Kratern, die sich nach und nach mit Regenwasser füllten. Mehrere Zehntausende Väter würden nie wieder zu ihren Kindern zurückkehren. Die noch anwesenden Lebenden gehörten alle der Allianz an, während die Verlierer bereits den Exodus in Richtung Laurion angetreten waren. Die Kinder der Kaiserin würden ihre Mutter wiedersehen, so viel stand fest. Doch die Kinder des großen hexalösischen Reiches würden nun genau wie die Kinder der Gefallenen bald auf eigenen Beinen stehen müssen, auch die große Schwester, das kleine urhexalösische Reich vor Setsunas Übernahme. Auch eine große Schwester oder ein großer Bruder konnten nicht immer Stärke beweisen. Inmitten der zerschossenen Bauernhofmauern und der dunklen Nachtwolken beglückwünschten sich die Sieger, während die durchnässten Körper der Gefallenen wie gestürzte Mehlsäcke noch tagelang den unheilvollen Ort der Niederlage markierten. Nicht nur Menschen, sondern auch Pokémon ließen ihr Leben in der entscheidenden Schlacht für die Neuordnung eines gesamten Kontinents. Für die Kaiserin und ihr Reich würde eben jenes Leben weitergehen, doch ganz anders als zuvor. Das letzte Abendmahl vor dem Anbruch in einer neuen Ära, ausgerechnet in einer kleinen Herberge, die der Monarchin mit den gestutzten Flügeln das servierte, das man nur über die Nähe zu seinen Beherrschten kosten konnte. Ein kulinarischer Fauxpas für die wählerische Herrscherin? Nicht unbedingt. Denn mit dem bald schon in weiten Teilen des Kontinents gültigen Rechtskodex aus der Feder des hexalösischen dritten Standes hatte das gemeine Volk bereits eine erstaunliche Leistung vollbracht, die es auch für Setsuna anerkennen zu galt ...

      {Fraaaank! Oh my gaaawd!} {Have you eaten someone's hands again, Frank?}
    • Die wunderhübsche Setsuna, hnnng qwq Im Anbetracht dieses potthässlichen Bahnhofs in Trier ist sie selbst innerlich die Göttin der Schönheit persönlich, urghs. x_x Aber allein des Memes wegen wollen wir sie trotzdem weiter dissen! ;D Hehe~

      Auf den selben schlammverkrusteten Feldern hatte die geflügelte Kaiserin vor einigen Jahren ihre Herrschaft über Flandre erkämpft, doch an diesem Tag stellte sich das Schicksal gegen sie.
      Schlammverkrustet? Das halte ich für ein Gerücht! Wahrscheinlich gehört das zu der Propaganda, die Setsuna in Hexalos verbreitet, um volksnah und menschlich zu erscheinen, obwohl das vorher nie ihr Verlangen war. <_<" Natürlich ist sie blitzeblank nach Lumyaon zurückgekehrt, sie kann schließlich fliegen! 8D

      Mit ihren Stiefeln stapfte sie durch die matschigen Wiesen vor dem kleinen Bauernhof La Cygne, die Hände hinter dem eigentlich so schmächtigen, aber stolz gespannten Rücken verschränkt.
      Dass sie sich dazu hinablässt ... Sie muss wirklich am Ende ihrer Kräfte sein. Aber wer weiß, vielleicht ich diese Kraftlosigkeit auch ein Teil ihrer Propaganda! Wer kann den schon sagen, ob der Erzähler nicht ihr persönlicher ... Nja, du weißt, wen ich meine. xD

      Die Blauröcke ihrer Offiziere wehten sanft in der feuchten Nieselbrise, die kleine Tröpfchen Kondenswasser am Ebenholzhaar der Monarchin in schillernde Perlen verwandelte.
      Urghs, so wunderschön bildlich beschrieben ... :')

      Setsunas Mannen waren bereit, doch wie würde es ein Heer mit zweien aufnehmen können?
      hnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnng ACKCHYUALLY .... MÄNNLICHE SPARTANER HABEN VOLL HISTORISCH KORREKT MIT NUR 300 MANN GEGEN EINE MILLION PERSER GEKÄMPFT hnnnnnnnnng

      :)

      (lol)

      Als die Fiaro über die backsteinernen Mauern segelten und durch den inneren Teil des bäuerlichen Unterschlupfs für die imperiale Schönheit gleiteten, begriff die Truppe das Signal. Der Feind befand sich in Sichtweite.
      Also wenn Setsuna wirklich so verzweifelt ist und sie sich vorstellt, dass sie aus dieser Schlacht eventuell nicht lebend zurückkehrt ... Sie muss sich in diesem Moment wohl dumm und dämlich geärgert haben, dass ein paar Bauernhäuser ihre letzte Ruhestätte sein könnten.

      Auf den Geschmack gekommen? Welche Zukunft ... wird unser Land haben?
      Stimmt, ziemlich gute Frage. xD Ob Setsuna der sich entwickelten Leistungsgesellschaft wohlgesinnt gegenüberstand? Anhand ihrer Verachtung von Marie und ihresgleichen wohl eher nicht ... qwq Aber wer weiß, vielleicht war Napoléon ja auch ein insgeheimer Bauernverachter. Solche Einstellungen sterben einfach langsam, siehe das desillusionierte Denken vieler älterer Briten, die glauben, dass ihr Land immer noch die Weltmacht Nummer Eins ist oder es nach dem Brexit wieder sein wird.

      "Welche Zukunft unser Land haben werde, pflegte ich dich stets zu fragen, Étienne. Sag du es mir. Dein Poule-au-pot mit Schnittlauchfrisur weiß sicher mehr."
      Étieeeeeeeenne, es ist lange her! qwq Aber wow, selbst in der größten Not bleibt Setsuna giftig. Und dann soll man jemand behaupten, sie sei keine Schlange!

      "Also ist der Krieg vorbei. Hexalos wird vielleicht wieder eine Republik ..."
      "Wusstest du um den Ausgang der Schlacht?"

      Die Schlacht ist schon vorbei? xD Ups, da habe ich was verpasst.

      "Wie eine 8-jährige Setsuna? ... Das ist ... bedrückend."
      Selbst jetzt denkt sie wieder nur an sich! Dx Gibt es irgendetwas, das sie NICHT auf sich bezieht? >_> "Oh, Bauern sind niedere Wesen" IM VERGLEICH IHRER EINBILDUNG! @.@

      Blut- und Schmauchspuren klebten an den Mauern, Kugeln steckten im knöchelhohen Schlamm, vermischt mit einigen verschmorten Grashalmen und ertranken in den zehntausenden kleinen Kratern, die sich nach und nach mit Regenwasser füllten.
      Brrrr, das kalte Schlachtfeld. ;-; Man kann sich kaum vorstellen, wie das gewesen sein muss, nach den sterblichen Überresten seiner Kameraden zu suchen. In einem gigantischen Schlachtfeld voller Leichen. Nein, selbst zur Zeit der Kabinettskriege war Krieg immer noch keine schöne Angelegenheit.

      Die Kinder der Kaiserin würden ihre Mutter wiedersehen, so viel stand fest.
      Wer sind siiiie? :grin:

      Inmitten der zerschossenen Bauernhofmauern und der dunklen Nachtwolken beglückwünschten sich die Sieger, während die durchnässten Körper der Gefallenen wie gestürzte Mehlsäcke noch tagelang den unheilvollen Ort der Niederlage markierten. Nicht nur Menschen, sondern auch Pokémon ließen ihr Leben in der entscheidenden Schlacht für die Neuordnung eines gesamten Kontinents.
      ;_; Neuordnung des Kontinents, in der Tat. Schade, dass nie beleuchtet wird, was nach der Völkerschlacht bei Leipzig passiert ist. Ja, ich weiß, dass sich hier auf Waterloo bezogen wird, aber trotzdem. xD Zum Beispiel wissen die wenigsten, dass Napoléon beim Rückzug nach Frankreich noch mehrere Schlachten gewonnen hat, bevor er bei der wirklich letzten Schlacht bei Paris verloren und abdanken musste. Aber gut, im Gesamtbild tut das nun auch wieder wenig zur Sache, die Gründe für die Abdankung bleiben gleich. :ka:

      Denn mit dem bald schon in weiten Teilen des Kontinents gültigen Rechtskodex aus der Feder des hexalösischen dritten Standes hatte das gemeine Volk bereits eine erstaunliche Leistung vollbracht, die es auch für Setsuna anerkennen zu galt ...
      Ha! 8D Das gibt dem Ganzen einen coolen Twist, das muss man zugeben! Es war nicht Setsuna, die so viel für die Menschheit errungen hat, sie hat es nur durch Gewalt in die Welt hinausgetragen, was aber eher eine logische Konsequenz als ihr persönliches Anliegen war. Da sieht man mal wieder, wie sehr sich gewisse Dinge verändern, wenn man die Details betrachtet. :p

      Und schon ist es zuende mit Kaiserin Setsuna. Na ja, nicht für alle Zeit, eher fürs Erste. Aber sie kommt ja wieder. Sie kommt immer wieder! Also, bis dahin! :D War cool!~ Trotzdem natürlich schade, dass wieder niemand sonst mitgelesen hat, obwohl die Thematik für jeden begreiflich ist und interessant genug sein dürfte, mal wenigstens reinzuschnuppern. Verdammt, so viel ist es nun wirklich nicht! q_q


      Hoc est enim corpus meum. Hermione saltica, regina festorum, saltatrix summa, mimema inclyta, malefica fabulosa, arbitratrix Vesperae Omnis Sanctae.
    • @Rai Und weiter gehts mit Contrakommi #4 für heute! .3.

      Die wunderhübsche Setsuna, hnnng qwq Im Anbetracht dieses potthässlichen Bahnhofs in Trier ist sie selbst innerlich die Göttin der Schönheit persönlich, urghs. x_x
      Setsuna: Ach das ist aber lieb, dass du so etwas sagst! Ich bin entzückt, hnnnng! x3

      Schlammverkrustet? Das halte ich für ein Gerücht! Wahrscheinlich gehört das zu der Propaganda, die Setsuna in Hexalos verbreitet, um volksnah und menschlich zu erscheinen, obwohl das vorher nie ihr Verlangen war. <_<" Natürlich ist sie blitzeblank nach Lumyaon zurückgekehrt, sie kann schließlich fliegen! 8D
      Setsuna: Tja. Wer weiß? ;3 Auch Hofbiografen sind niemals so ganz unvoreingenommen~


      Also wenn Setsuna wirklich so verzweifelt ist und sie sich vorstellt, dass sie aus dieser Schlacht eventuell nicht lebend zurückkehrt ... Sie muss sich in diesem Moment wohl dumm und dämlich geärgert haben, dass ein paar Bauernhäuser ihre letzte Ruhestätte sein könnten.
      Setsuna: Das wäre in der Tat unschön gewesen. Umso entschlossener war ich, mich nicht tödlich verwunden zu lassen! ;D
      Yomi: So hast du also den kalten Osten überlebt ... xD


      Stimmt, ziemlich gute Frage. xD Ob Setsuna der sich entwickelten Leistungsgesellschaft wohlgesinnt gegenüberstand? Anhand ihrer Verachtung von Marie und ihresgleichen wohl eher nicht ... qwq
      Setsuna: Ich habe nie über Leistung nachgedacht, schließlich bin ich ein Mitglied der Noblesse! u_u"
      Sheila: Good game.
      Marie: Ach Tsoony, was hätte man mit dir nur während der Oktoberrevolution gemacht? xD
      Setsuna: Keine Ahnung, kommunistische Revolutionen gab es nur in kalten Ländern, in denen ich nie leben würde.
      Marie: Und Nordvietnam? :P
      Setsuna: Hätte Mordvietnam werden können, tatsächlich vielleicht, aber ich kann ja fliegen. 8)


      Étieeeeeeeenne, es ist lange her! qwq Aber wow, selbst in der größten Not bleibt Setsuna giftig. Und dann soll man jemand behaupten, sie sei keine Schlange!
      Étienne: Zwischen Setsuna und mir ist eben ein ganz besonderer Bund geschnürt. (:
      Setsuna: Ich bin eine echte Medutsuna eben. Eine wehrhafte Raubkatze, selbst wenn ich in das Antlitz des Todes starre! ò_ó
      Min: Hast du Izanami auch schon mal versteinert? Frage für 1 Freundin! .3.


      Die Schlacht ist schon vorbei? xD Ups, da habe ich was verpasst.
      (Wurde übersprungen für die tiefgründigeren Aspekte .3.)

      Selbst jetzt denkt sie wieder nur an sich! Dx Gibt es irgendetwas, das sie NICHT auf sich bezieht? >_> "Oh, Bauern sind niedere Wesen" IM VERGLEICH IHRER EINBILDUNG! @.@
      Setsuna: Nyaaaa ... ummm ... myaaa ... o_o"

      Wer sind siiiie?
      Setsuna: Wer weiß, vielleicht erfährst du irgendwann noch etwas über sie. ;*

      Und schon ist es zuende mit Kaiserin Setsuna. Na ja, nicht für alle Zeit, eher fürs Erste. Aber sie kommt ja wieder. Sie kommt immer wieder! Also, bis dahin! :D War cool!~ Trotzdem natürlich schade, dass wieder niemand sonst mitgelesen hat, obwohl die Thematik für jeden begreiflich ist und interessant genug sein dürfte, mal wenigstens reinzuschnuppern. Verdammt, so viel ist es nun wirklich nicht! q_q
      Setsuna: Um zu begreifen, dass es um Waterloo geht, muss man sich ja erstmal einlesen. Aber selbst das ist schon utopisch, von daher kann sowas das Interesse auch nicht steigern. Schade, 1000 Wörter pro Kapitel sind doch wirklich zuvorkommend gegenüber dem frisch alphabetisierten 3. Stand. u_u" Wenigstens danke ich dir für deine Mühen! ;*

      {Fraaaank! Oh my gaaawd!} {Have you eaten someone's hands again, Frank?}
    Impressum · Datenschutz

    © 1999–2018 Filb.de

    Pokémon © 2018 Pokémon. © 1995–2018 Nintendo, Creatures Inc., GAME FREAK inc.