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Bürde

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    • Rubinrote Augen



      (Empholene Musik für bessere Atmosphäre während des Lesens, muss aber natürlich nicht sein)



      Dunkelheit. Schwach vernahm sie einen muffigen Geruch. Der erfolglose Versuch, sich zu bewegen oder gar aufzustehen, wurde mit schier unerträglichen Schmerzen bestraft. Die großen und weichen Ohren teilten ihr ein metallisches Klirren mit. Irgendwas scheuerte an ihrem Hals. Aber es fehlte ihr die Kraft, die Augen zu öffnen und nachzusehen. Das einzige Verlangen, das sie gerade verspürte, war ohne jegliche Umschweife zurück ins Traumland zu wandern, in dem sie sich noch bis vor Kurzem befunden hatte.
      Aber ein Gefühl sagte dem Feuer-Pokemon, dass dies nicht zu erlauben wäre. Ein Verbot, das für sie selbst undefiniert war. Ein dröhnender Schmerz, der sich einfach nicht legen wollte, kreiste in ihrem Kopf umher und ließ ihre bereits geschlossenen Lider noch fester zusammenkneifen. Der Schmerz nahm zu und wurde immer beißender.
      Doch gerade als das kleine Wesen sich die Seele aus dem Leib schreien wollte, erklang ein wohltuender Glockenklang. Ein angenehmer Windzug flog über den kleinen Körper und dessen Besitzerin zweifelte in diesem Moment an ihren eigenem Gefühl und ob sie wirklich noch bei Bewusstsein war oder tatsächlich vor Schmerzen wieder ins Traumland abgedriftet ist. Das junge Pokemon wusste nicht was passiert war, aber sie war froh. Wie dankbar das Weibchen doch war, dass diese schlimmen Schmerzen mehr oder weniger, nach und nach, entschwunden sind. Das Füchschen verspürte zwar noch den ein oder anderen Pein, aber es war kein Vergleich zu vorher.
      Trotz Angst und Unsicherheit, vor dem was jetzt kommen würde; was ihr nun ins Blickfeld fallen wird, nahm sie allen Mut zusammen und schlug langsam und mit viel Vorsicht ihre großen, ovalen Augen auf. Zuallererst fiel ihr das offensichtlichste auf: Das Feuer-Pokemon lag nicht irgendwo draußen verwahrlost umher, sondern befand sich in einem Gebäude. Was für ein Gebäude, war dem Fuchs nicht ersichtlich, aber was feststand, war, dass dieser Platz mit hoher Wahrscheinlichkeit verlassen war.
      Die dunkelbraunen Holzbretter, geschöpft aus Eichenholz, hatten tiefe, unschöne Dellen. Eine altjapanische, Lampe hing an der Decke, allerdings war sie verblasst und trist; nicht mehr fähig Licht zu spenden. Zum Teil zerstört und nur noch einige Überreste, befestigt mit 2 dünnen Fäden, baumelten sie gefährlich hin und her. Die Innenseite des Daches selbst war demoliert, an einigen Stellen war das Holz stark verdunkelt und bildete einen garstigen Kontrast zur farblosen, bemitleidenswerten Lampe.
      Das ließ bei der Fuchsdame die Vermutung aufleben, dass es hier mal gebrannt hatte, aber wenn, war es wohl kein großes Feuer gewesen oder jemand hatte mit einer Fackel oder ähnlichem herumgespielt und so wurde die obere Fläche des Raums leicht in Mitleidenschaft gezogen.
      Das Einzige, das es sonst noch in diesem merkwürdigen und unscheinbaren Raum gab, waren einige Ruinen und Trümmer von Statuen. Von der einen waren nur noch die aus Stein gemeißelten Pfoten an ihrem jeweiligen Podest angeleimt, ohne den restlichen Körper, irgendwo in einer Ecke lag ein halbzerstörter steiniger Kopf herum, der einem Katzen-Pokemon ähnlich war. Daneben noch ein Torso, der zwar ganz war, aber undefinierbares Gekritzeltes aufwies.
      Gerade wollte das Feuer-Pokemon aufstehen, da es nun kaum noch von Schmerzen erschüttert wurde, doch genau in dem Moment wurde es stark gewürgt und fiel einige Zentimeter zurück. Die Augen des Fuchses wurden noch größer, als sie sowieso schon waren. Eine dicke und schwere Eisenkette war an der Wand befestigt, an einem ebenso stabilen und massigen Metallring. Die Eisenkette führte hin zu ihrem Hals, an dem sie eine Halsfessel trug. Das braunäugige Wesen zerrte rein aus Reflex nochmal daran, aber es nützte nichts; sie war fest und sicher angekettet. Das war es also, das an ihrem Hals so gescheuert hatte. Wie sollte es nun weitergehen?
      Das Einzige, was ihr in dem Moment einfiel, war weiter an der Kette zu zerren, aber das würde mit Sicherheit nichts bringen. Nun ja, es war nicht verwunderlich. Sie war nicht nur jung und schwach, sondern war sie darüber hinaus auch nicht gerade bei besten Kräften. Wann hatte sie das letzte Mal was gegessen? Sie erinnerte sich nicht mehr. Sie erinnerte sich nur noch an…
      Der verwirrte Gesichtsausdruck des Fuchses fror kurz ein. Ihr Gedächtnis war wie leer gefegt. Dem rot-braunen Pokemon fiel nicht mal mehr ein, in welcher Lebenssituation es lebte. Wo war ihre Mutter? Hatte sie überhaupt eine, geschweige denn andere Familienmitglieder? Wo war sie hergekommen und warum war sie hier angekettet?
      Dem Fuchs-Pokemon wurde ganz elend zumute. Es war so, als würde ein tiefes Loch in ihrem Herzen klaffen. Wer war sie? Wo gehörte sie hin? Nicht mal mehr ihr Name, wenn sie überhaupt einen hatte, kam ihr in den Sinn.
      Ob sie überhaupt kämpfen konnte, blieb ebenfalls aus. In demselben Atemzug, als die Tränen des Pokemons ihre Freiheit fanden, erschallte ein mysteriöses Jaulen.
      Wie ein Donner ertönte es aus dem Nichts heraus und ließ das junge Feuer-Pokemon aufschrecken. Ein mulmiges Gefühl machte sich in ihr breit. Schwer schluckend lief sie die restlichen Zentimeter zur Wand und drückte sich an dieser. Sie wusste nicht ganz, was das bringen würde, aber es waren wohl ihre Instinkte. Dann, ohne Vorwarnung, preschte ein voluminöses Pokemon durch die alte, wrackere Tür hindurch. Es war ein großes und majestätisches Pokemon dessen Fell silbern glänzte. Es war auf jeden Fall größer als der kleine Fuchs, aber es hatte eine enorme Ähnlichkeit zu ihr. Eine grazile Haltung war dem Wesen geradezu angeboren.
      Auf zierlichen, sanften Pfoten stand es dort. Da die alte, brüchige Tür nun nicht mehr war, fiel Mondschein in die ausgediente Hütte und tauchte die mysteriöse Gestalt in edles Mondlicht, während ihre neun anmutsvollen Schweife, dessen spitzen Enden mit einem eleganten blau koloriert waren, aufrecht standen. Aus mystischen rubinroten Augen starrte es das kleinere Pokemon vor sich an.
      Dem jungen Pokemon lief es eiskalt den Rücken runter. Ihr kleiner schwacher Körper war wie paralysiert vor Angst und sie wagte nicht einmal daran zu denken, irgendwelche ruckartigen Bewegungen zu machen.
      Aber für einige Zeit starrte das unbekannte Geschöpf einfach weiter das kleine Feuer-Pokemon an. Es lag dort gefesselt an der schweren Kette und gab kein Mucks von sich. Ohne weitere Zeit zu verschwenden, setzte das silberfarbene Wesen sich in Bewegung und trabte auf den zierlichen, aber dennoch zähen Pfoten zu dem braunen Pokemon hin.
      Das Füchschen kniff reflexartig die mit angsterfüllten Augen zusammen und war auf das schlimmste vorbereitet. Aber alles was geschah, war, dass ein schweres dumpfes Geräusch ertönte und es sich für das junge Pokemon so anfühlte, als würde eine gravierende Last von ihr abfallen.
      Sie öffnete ihre Augen. Die unbehagliche Kette und der schwere Halsring lagen lose auf dem Boden herum. Das braunäugige Pokemon blickte vorsichtig und argwöhnisch zu dem größeren Wesen auf.
      Ihre beiden Augenpaare trafen sich und in dem Fuchs-Pokemon machte sich ein wundersames Gefühl breit.
      Es war weder negativ noch positiv. Es fühlte sich seltsam an, aber sie kam einfach nicht darauf, was es sein könnte. Die mystische Kreatur war ein Pokemon wie sie, keine Frage, aber sie kannte es nicht. Zwar konnte sie sich nicht mehr an ihr eigenes Leben erinnern, aber ihr fielen haufenweise Pokemon ein dessen Existenz sie sich bewusst war. Sie selbst wusste auch, dass sie ein Vulpix war, aber was war das Wesen vor ihr?
      Beide haben bisher kein Wort miteinander gewechselt, deswegen wusste das Weibchen nicht mal, ob es ihre Sprache sprach, aber sie war sehr dankbar für ihre Rettung, auch wenn ihr das ganze sehr suspekt und merkwürdig vorkam.
      Die Angst hatte sie auch noch nicht wirklich verlassen, aber das kleine Pokemon beschloss, die Furcht beiseite zu räumen und versuchte ein ,,Danke‘‘ aus ihren Lippen hervor zupressen, aber gerade als es dies in die Tat umsetzte wollte, fühlt sie eine bizarre Aura von ihrem Gegenüber. Ein plötzliches Gefühl von Müdigkeit übermannte das kleine Feuer-Pokemon erneut und das letzte, das das rotbraune Wesen mitbekam, war das mystische Geheul der unbekannten Kreatur.

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      Hallo und vielen Dank für das Lesen des ersten Kapitel dieser Geschichte/FF!
      Ich habe bereits schon einmal eine Geschichte auf dieser Seite hochgeladen, aber die habe ich aus mehreren Gründen schon seit einiger Zeit verworfen.
      Zum einem, weil ich die Storyline nicht für potenziell genug gehalten habe nach einer sehr langer Zeit und zum anderen, weil ich denke, dass ich als Anfängerin vielleicht nicht eine Geschichte schreiben sollte, wo man leicht den Überblick verlieren konnte.(Es war eine Campus-Geschichte, bei denen man eben schnell den Überblick verliert, was auch passiert ist)
      Ich hänge auch noch sehr an den Charakteren, aber die haben mir ebenfalls nach einer Weile nicht mehr gefallen.
      Mit dieser Geschichte möchte ich mehr daran arbeiten, ordentliche Charaktere zu bieten und vorallem mein Storytelling aufzubessern.(Vorallem was das Tempo angeht.)
      Ich habe auch in der Zeit, wo ich so gar nicht mehr an der anderen Geschichte gearbeitet, viel mehr an meinen Schreibstil gearbeitet.
      Also, wenn euch die Story interessiert, ihr sie weiterverfolgen möchtet, würde ich mich sehr über Kritik(auch Kommentare im allgemeinen) freuen, besonders Rückmeldungen zu dem Schreibstil dieser Geschichte, aber natürlich dürft ihr auch gern alles auseinander nehmen. :lol:
      Ob ich wieder total verpeilt mit den pünktlichen Updates bin oder nicht, wird sich zeigen, also für die, die die andere Story nicht mitbekommen haben: Ich habe es nicht so damit, mit kurzen Abständen was zu schreiben, also verzeiht schon mal in vorraus. xD
      Bis dann!

      The post was edited 2 times, last by Miluna ().

    • Hey ho!
      Eine neue Geschichte, freut mich sehr!

      EIne schöne Atmosphäre baust du im ersten Kapitel hier auf.
      Bis auf ein paar kleinere Pronomen-, Zeit und wenige Komma-Fehler ist formal alles gut. Oh, Zahlen bis 12 schreibt man in der Regel aus ;)
      Stilistisch hast du einen abwechslungsreichen, fundamentierten Stil, der mit wenigen bis keinen Wiederholungen auskommt und einen guten Satzbau hat, der auch nicht monoton ist. Sehr schön ;)

      Umgebungsbeschreibung ist gut gelungen, schafft einen schönen, gelungenen Überblick über die Situation ohne zu viel zu verraten.


      Oha. Protagonisten-Amnesie. Ein Klassiker :D

      Uh. Shiny Vulnona, schätze ich, gefällt mir. ;3


      Miluna wrote:

      Aber für einige Zeit starrte das unbekannte Geschöpf einfach weiter das kleine Feuer-Pokemon an. Es lag dort gefesselt an der schweren Kette und gab kein Mucks von sich. Ohne weitere Zeit zu verschwenden
      Ich weiß zwar was gemeint ist, aber in der Konstellation klingt das widersprüchlich. Erst nimmt sie sich Zeit, das kleine ETwas zu betrachten und plötzlich ist es in Eile! ... dann aber doch nicht mehr. Ich denke, wenn man "Ohne weitere Zeit zu verschwenden" anders umsetzt, wirkt die Konstellation besser :3


      Miluna wrote:

      die mit angsterfüllten Augen zusammen
      Also entweder "die angsterfüllten Augen" oder "die mit Angst erfüllten Augen" O:



      Mehr nehme ich jetzt erstmal nicht auseinander, erstmal gucken, was noch kommt. Step by Step :D

      Der Anfang ist interessant und wirft natürlich viele Fragen auf. von dem "Wie ist es zu dieser Situation gekommen" bis zu "Wie gehts jetzt weiter?", und auf diese Antworten darf man gespannt sein :D

      Freu mich auf mehr!

      Fangeschichten #f-sandan# Lesecke #f-sandan# RedaktionSchreibworkshop #f-icognito-!# Lesezirkel
      Zzt krank und nicht verfügbar - Hand OP am 4.3.2019
    • Vulnona-chan ist immer eine gute Wahl!

      So viel kann man dazu jetzt gar nicht sagen, weil die Hauptfigur offenbar alles vergessen hat, sogar, wie ein Vulnona aussieht. Aber gut, wenn man auch den eigenen Namen nicht mehr weiß oder sich wundert, ob man eine Mutter hat ist das dann doch nicht zu weit hergeholt. Ansonsten ist der Schreibstil wirklich brauchbar. Deine Campus-Geschichte habe ich ja auch noch in Erinnerung und da war das schon nicht schlecht, aber noch nicht so vielseitig wie jetzt. ^^ Weiter so! :3

      Team Scowzy - Shitposting is my kink
    • Isanya wrote:

      Eine neue Geschichte, freut mich sehr!
      Und mich freut es sehr, dass du dich für diese interessierst!^^


      Isanya wrote:

      Ich weiß zwar was gemeint ist, aber in der Konstellation klingt das widersprüchlich. Erst nimmt sie sich Zeit, das kleine ETwas zu betrachten und plötzlich ist es in Eile! ... dann aber doch nicht mehr. Ich denke, wenn man "Ohne weitere Zeit zu verschwenden" anders umsetzt, wirkt die Konstellation besser :3

      Isanya wrote:

      Also entweder "die angsterfüllten Augen" oder "die mit Angst erfüllten Augen" O:
      Ah, danke für die Verbesserungen. Werde ich gleich umschreiben. :3


      Danke für dein Kommentar und hoffentlich lesen wir uns demnächst, wenn das nächste Kapitel draußen ist! ^^
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      Kitsuran wrote:

      Vulnona-chan ist immer eine gute Wahl!
      Bin ich aber auch der Meinung. ;)
      Danke für dein Kommentar und ich hoffe, ich kann für diese Geschichte wieder auf deine Kritik zählen!^^

      The post was edited 1 time, last by Miluna ().

    • Frohes neues Jahr erst einmal. Das Jahr ist zwar bereits schon 6 Tage alt, aber dennoch. >:D
      Nachdem das erste Kapitel viel mehr als Prolog gezählt werden kann, werden die folgenden Kapitel länger. Vielleicht nicht unbedingt immer gleiche Länge, aber mal sehen.
      Viel Spaß beim Lesen!

      ___

      Florierender Wald




      Der Mond erhellte liebenswert die düstere Nacht und ließ den dunklen Himmel um ihn herum völlig gefahrlos erscheinen. Der Schein des Nachtgestirns tauchte ebenfalls ein Pokemon in silbernes Licht.
      Ein einsames, rotbraunes Pokemon, das auf einem Felsvorsprung saß.
      Der Himmelskörper spiegelte sich in seinen dunkelbraunen Augen wider. Es wusste nicht, was es dort überhaupt machte. Es starrte bloß stumm den Mond an; intensiv, fast schon so, als wäre das Feuer-Pokemon hypnotisiert.
      Die ganze Zeit über war es still und das Einzige, was man vernehmen konnte, war der Wind, der durch die Frühlingsblätter der üppigen Bäume heulte und dessen Blätter zum Tanzen brachte.
      Doch als dann aus dem Nichts heraus, ein majestätischer und peitschender Ruf ertönte, drehte sich das Pokemon aufgeschreckt und alarmiert um,allerdings konnte sie niemanden sehen oder wahrnehmen. Verwirrung machte sich zuerst in dem Fellknäuel breit, aber dann rief es sich den Ausruf nochmal ins Gedächtnis.
      Er war aus der Ferne gekommen. Hinter der Klippe lag eine große unbehagliche Steinwüste, in der sich Steine aller Größen und Arten befanden. Spitze, gefährliche Steine vor allem und unfeiner Sand, der auf unfruchtbaren, hartem Boden verteilt war. Hin und wieder konnte man verstreut einzelne zerstörte und unscheinbare Tempel sehen.
      Eine gnadenlose und rohe Gegend. Es war nicht verwunderlich, dass hier nichts und niemand zwischen all dem Geröll lebte. Der Ruf kam wahrscheinlich aus dem kilometerweiten Wald dahinter oder aus einem Ort, den sie vielleicht sogar nicht einmal sehen konnte.
      Noch einmal betrachtete sie kurz die düstere Gegend hinter sich, die ihr ein unliebsames Unwohlsein einhauchte, aber drehte sich dann kopfschüttelnd um und wollte erneut den Mond ihre Aufmerksamkeit schenken, aber erschrak wiederkehrend.
      Das Feuer-Pokemon konnte seinen Augen kaum glauben: Die Ränder des Mondes waren plötzlich schwarz. Schwarz wie Pech. Schwarz wie Hass. Das Fuchs-Weibchen konnte spüren, wie ihr Herz ächzte und es schwer wie Blei wurde; als hätte man Gewichte draufgelegt.
      In dem Moment fühlte sie sich schwach und hilflos. Verzweifelt musste sie sich mit ansehen, wie die helle und freundliche Scheibe, die ihr bis eben noch Zuneigung und Geborgenheit gegeben hatte, nun nach und nach ihr Licht verlor und hinter dem schwarzem Etwas verschwand und sich ihrem traurigem Schicksal fügen musste.
      Das kleine Pokemon wollte helfen; etwas tun, um das Geschehen aufzuhalten, aber was konnte sie schon tun? Nichts. Bloß zusehen. Melancholie setzte sich in ihrer Seele fest; eine schwermütige und unerträgliche Melancholie. Es tat weh.
      So sehr, dass sie nahezu wünschte, die Klippe hinunter zuspringen, egal was mit ihr passieren würde. Hauptsache ihre Melancholie würde vergehen; sie konnte ja eh nichts tun. Liebte sie das Himmelsobjekt so sehr? Dass ihr dieser Anblick solchen Kummer bereitete?
      Gerade, als das Vulpix nun wirklich keinen anderen Ausweg mehr sah, erklang der mystische Ruf erneut und alles färbte sich nach und nach wieder schwarz, wie der Mond…




      Begleitet von einem hellem ängstlichen Schrei sprang das kleine Wesen mit einem Satz auf. Es schaute sich hektisch um. Ihr Herz raste und sie spürte deutlich, wie ihre Gliedmaßen zitterten; so sehr, dass sie sich wunderte, dass sie überhaupt stehen konnte. ,,Was…war das?‘‘, ihre braunen Pupillen waren vor Angst geweitet und sie war kurz davor, loszurennen und ihren samtigen Kopf gegen etwas zu schlagen, um so wieder zur Besinnung zu kommen, aber genau in dem Moment fiel ihr etwas auf.
      Beim Bewegen ihres Kopfes war ihr etwas Lilafarbenes aufgefallen. Sie stand still und schaute vorsichtig hinunter zu ihrem Hals. Das Feuer-Pokemon musste vor Ehrfurcht schlucken.
      Ein glänzender amethystfarbener Stein, angebracht an einem goldenem Ring mit den schönsten Verzierungen, der an ihrem Hals angebracht war. Die Morgensonne erlaubte sich ein Farbenspiel mit dem wertvollem Stein und ließ ihn in einem leicht angehauchten Orange an einigen Ecken erstrahlen.
      Das Füchschen traute dem Ganzen nicht wirklich über den Weg. Nun, das war ja auch nicht verwunderlich. Bis vor einer Weile lag sie in einem alten, bemitleidenswerten Gebäude mit einer scheuerenden Halskette um den Hals. Angebunden und dazu verdammt, um dort vor sich hin zu vegetieren. Ohne Erinnerung oder sonstigen Informationen, wie es dazu gekommen ist.
      Dass ihr kleiner Körper jetzt so warm und gütig von der Morgensonne gestreichelt werden konnte, verdankte sie wahrscheinlich einzig und allein dem mysteriösen Wesen, dass sie von den Fesseln befreite hatte…oder? Das war das Einzige, das sie für den Moment glauben konnte. Es hatte ihre Halsfessel entfernt, warum sollte die Kreatur also nicht auch dafür verantwortlich sein, dass sie nun hier lag.
      Auf einer idyllischen Lichtung, die frei von jeder Sorge war. Das zierliche Wesen konnte weites Brummen vernehmen. Wahrscheinlich einige Käfer-Pokemon, die hier in der Nähe ihr Nest hatten. Vogel-Pokemon sangen an diesen Frühlingsmorgen unbeschwert vor sich hin.
      Aber hatte denn niemand ihr Geschrei vernommen? Hatte sich niemand gefragt, warum sie sich plötzlich aus vollem Leibe die Seele rausgeschrien hatte? Vielleicht sollte sie einfach auch erleichtert darüber sein, dass sie hier den Frieden nicht gestört hatte und keine neugierigen Blicke auf sich gezogen hatte. Doch wie sollte es jetzt weiter gehen? Das Feuer-Pokemon überlegte kurz und kam zu einem Entschluss.
      Das mystische Pokemon finden und ihm danken. Nicht nur das. Das silberne Wesen wusste sicherlich etwas über diesen Edelstein. Wo kam er her? Sie vermutete zwar, dass ihr jenes Wesen diesen Edelstein anvertraut hatte, aber warum bloß? Das kleine Pokemon fühlte sich in keinster Weise besonders. Warum hatte sie also plötzlich so etwas Wertvolles um ihren Hals? Vielleicht hatte es etwas mit ihrem früheren Leben zu tun, vor der Amnesie…
      Ja, vielleicht konnte ihr das Wesen auch mit ihren Erinnerungen helfen, auch wenn sie es nicht wirklich verstand. Wenn es ihr, einem belanglosen Vulpix, wirklich helfen wollte, warum war es nun nicht mehr da, warum hatte das Wesen mit den rubinroten Seelenspiegeln sie alleine gelassen?
      Ja, sie würde sich wohl auf den Weg machen und sowohl die Existenz des Wesens, als auch die ihrer auf den Grund gehen. Als sie gerade diesen Entschluss gefasst hatte, passierte Etwas zu ihrer Erleichterung.
      Ein graues Pokemon mit Flügeln und einem rotenKopf landete auf dem fruchtbaren Boden und begann wild auf diesen herum zu picken. Die samtigen Ohren des Fuchses zuckten freudig. Das war ihre Chance nach der Gegend hier zu fragen. Hoffentlich war es dem Feuer-Pokemon nicht feindselig gesinnt.
      Vorsichtig ging es zu dem Vogel-Pokemon hin. Dieses bemerkte das Geschehen sofort und unterbrach unmittelbar seine Aktion; legte das kleine Köpfchen mit fragendem Blick schief. ,,Kann ich es etwas für dich tun?‘‘, - ,,Ähm…kannst du mir sagen wo ich bin, also der Ortsname oder Ähnliches? Ich habe mich verlaufen‘‘, sie wollte nicht irgendwelchen Fremden von ihrem Gedächtnisverlust erzählen. Sie konnte im Moment schließlich niemanden trauen, außer vielleicht jenem Wesen.
      ,,Wir befinden uns gerade im Dunkelwald. Etwas weiter weg liegt Kankyō City. Reicht dir das?‘‘, Vulpix nickte leicht betrübt. Sie war zwar froh, dass sie nun etwas mehr über ihr Ortbefinden wusste, aber nach Genauerem zu fragen, war nicht wohl nicht möglich. Das wäre viel zu verdächtigt. ,,Vielen Dank‘‘, antwortete es mit leicht zittriger Stimme zurück.
      Ob sie wohl schon immer so schüchtern gegenüber Fremden war? ,,Kein Problem, aber mach dich besser schnell vom Acker. Ich mag friedlich sein und stehe nicht auf Kämpfe, aber wenn dich meine Artgenossen hier erwischen, wirst du in Schwierigkeiten stecken. Wir Dartiri sind sehr empfindlich, wenn es um unser Revier geht‘‘, mit diesen Satz flog es mit einer zermatschten Beere im Schnabel davon.
      Das Feuer-Pokemon zuckte leicht auf. Sie passte am besten auf, kein Aufsehen zu erregen. Das war schon schwer genug, durch diesen auffälligen Edelstein. Gut, dass das Dartiri kein Kommentar dazu abgegeben hatte…
      Aber sie könnte sich wirklich gerade selbst schlagen. Sie hätte nach dem Weg fragen sollen. Jetzt war es weg und kein anderes Pokemon war in Sicht. Nun, wenn es um Dartiri ging, vielleicht auch besser so.
      Wahllos wählte das Fuchs-Pokemon eine Richung und hoffte einfach auf das Beste.

      Nach unendlich vielen knackenden Ästen, gefährliche Dornen oder andere Hindernissen. wunderte sich das Weibchen. Sie war einiges gelaufen und der Ort an dem sie nun war, hatte gar nichts mehr mit der Lichtung von vorhin zu tun. Es wurde immer matschiger. Ganze Flächen waren komplett verwuchert. Die Baumkronen waren dicht und dessen Blätter hatten einen ziemlich dunklen Lilaton.
      Es war einfach nur noch unangenehm und unschön. Es war geradezu ein Sumpfgebiet, in dem wahrscheinlich nur die giftigsten aller Gift-Pokemon leben wollten. Hieß er deshalb ‘‘Dunkelwald‘‘? Aber sie hoffte, ihre Vermutung würde sich nicht bestätigen.
      Ein garstiges Gift-Pokemon oder eine Vergiftung war das letzte, was sie nun gebrauchen könnte. Sollte sie weitergehen? Vielleicht war das Muster des Waldes, dass der Anfang idyllisch und wunderschön war und umso tiefer man reinginge, so würde man irgendwann in diesen Teil des Waldes landen.
      Aber was würde dann am Ende warten…? Das Weibchen wollte dies gar nicht erst herausfinden und versuchte so schnell wie möglich wieder durch die Wucherungen und Unordnung zu tapsen, um diesen Ort den Rücken zu kehren.
      Doch aus dem Nichts heraus schlängelte sich in diesem Moment etwas um ihren Bauch und hievte sie gewaltsam hoch. Ihr Herz fing erneut an zu rasen und ein erschrockener Schrei flüchtete ungewollt aus ihrem Mund. Im nächsten Moment sah sie es.
      Ein langes, lila Pokemon. Ein unübersehbares, auffälliges Muster auf der Brust. Tatsächlich erkannte sie auch, was es für eins war. Sie kannte dieses Pokemon.

      Es war ihr nicht entfallen!

      Ein Arbok musterte sie. Das Muster auf der Brust des Schlangen-Pokemon verursachte in ihr ein tiefgreifendes Gefühl der Angst und lähmte sie. ,,Was haben wir denn hier? Ein putziges Haus-Pokemon wahrscheinlich. Dein Fell glänzt trotz des ganzen Schmutzes immer noch und du strahlst Vitalität aus…und das hier…‘‘, es fuhr seine lange, spitze Zunge aus und betatschte mit ihr den Edelstein und das goldene Halsband. ,,Diese Zucht-Pokemon werden heutzutage immer verwöhnter, hm?‘‘, ein neidischer und zugleich verhöhnischer Unterton entfloh dem Wesen mit einem zischendem Laut aus seinem Riesenmaul. ,,T-tut mir l-leid, dass ich in dein Gebiet eingedrungen bin. Ich verspreche, wenn du mich runterlässt, werde ich auf der Stelle verschwinden!‘‘, das Füchschen ging gar nicht erst auf die Verspottung ein. Zucht-Pokemon? Haus-Pokemon? Nein, das war sie sicherlich nicht…oder?
      Aber das musste das Arbok nicht unbedingt wissen. Es tat außerdem nichts zur Sache.
      Sie wollte bloß weiterleben!
      Sie wollte hier nicht elendig zugrunde gehen. Was war mit dem mystischen Wesen, den Stein und den merkwürdigen Traum?! Nein, sie wollte und konnte hier nicht ihr Leben verlieren. Außerdem besaß sie trotz Amnesie immer noch den Willen zu leben und den würde sie nicht so leicht hergeben!
      Das sägige Lache des Kobra-Pokemon zischte unangenehm in den empfindlichen Samtohren. ,,Nein, mein Kleines so nett bin ich nicht. Außerdem ist das eine gute Gelegenheitein ein bisschen meinen Frust abzubauen. Menschen haben mir eins meiner Eier gestohlen. Ein Ungeborenes. Meines. Denkst du, ich lasse mir dann so eine Gelegenheit entgehen?‘‘, die dunkelbraunen Augen des kleinen Lebewesen weiteten sich erschaudert.
      Gab es wirklich Menschen, die so etwas taten? Eventuell hätte es sich als Schlangen-Pokemon auch gar nicht um das Ei gekümmert bis es geschlüpft wäre, aber trotzallem war es eine verheehrende Tat einer Mutter das Junge zu stehlen.
      Tiefe Trauer bewältigte ihr Herz. Aber es betraf sie gar nicht…Mitleid? Nein, dafür brannte ihr Herz zu sehr. ,,Es tut mir wirklich leid, was dir passiert ist, aber egal, was du tust, es wird dir dein Junges nichts zurückbringen, oder? Außerdem schwöre ich dir, dass ich nichts damit zu tun habe. Ich gehör-…Ich kenne keine Menschen, die so etwas machen würden‘‘,-,,Lüge! Du bist leicht zu durchschauen! Ich werde keine Gnade walten lassen!‘‘, es war bereit, seine spitzen Giftzähne in den kleinen wehrlosen Körper zu versenken. Reflexartig kniff das Vulpix-Weibchen die Augen zusammen und wartete auf ihr jähes Ende.


      Doch…es geschah nichts. Nein.
      Stattdessen ertönte ein ärgerliches lautes Zischen und sie selbst fiel zu Boden; befreit aus den Fängen ihres Gegenübers lag sie nun erschrocken auf dem Boden. Sie öffnete ihre ovalen Augen und ein angenehmes Gefühl durchströmte sie. Ihr Blick fiel schlagartig auf den Stein um ihren Hals.
      Das Feuer-Pokemon bekam große Augen und ihr Atem stockte. Er leuchtete, schwach, aber er leuchtete. Hatte dieser Edelstein sie beschützt? Das Arbok lag bewegungsunfähig auf dem Boden. Nur noch ein Zittern ging von dem Gift-Pokemon aus. Es wollte was sagen, aber es bekam keinen Ton mehr heraus. Das Feuer-Pokemon schüttelte verwirrt den Kopf und flüchtete auf seinen kleinen vier Pfötchen so schnell, wie es ging.
      In der Eile flüsterte es dem Kobra-Pokemon noch schnell ein ,,Tut mir leid‘‘, entgegen und verschwand anschließend so schnell es ging, aus dem sumpfigen und abstoßenden Gebiert heraus.
      Sie ran schnell.
      Mit Schuldgefühlen, mit Angst, mit Melancholie. Sie wusste nicht, wann das Gift-Wesen sich wieder erholen würde, wenn überhaupt, also rannte sie Non-Stop einfach quer durch den , bis sie meinte, es sei weit genug. Mit brennenden Lungen stoppte das kleine Feuer-Wesen.
      Der Durst entzog ihr die Kraft. Sie brauchte dringend eine Pause; etwas zu Trinken. Aber leider wusste sie nicht, wo sie dies herbekommen sollte.
      Der Ort an dem sie gestoppt hatte, war ein Waldrand. Hier ging es so ähnlich, wie auf der Lichtung zu.
      Vor ihr lag eine große saftige Wiese mit jeder Menge farbenfroher Blumen. Auch einige der Bäume des Waldes hatten einige bunte Blumen. Glücklicherweise wurden sie bloß von harmlos aussehenden Käfer-Pokemon mit roter Färbung und schwarzen Punkten besetzt.
      Erleichtert atmete das Füchschen aus. Hier war sie wohl sicher und sie war nun immerhin aus dem Wald heraus. Aber wirklich weitergekommen war sie nicht und dies betrübte ihre Stimmung. ,,Was jetzt…?‘‘kraftlos ließ sie sich auf das weiche, saftige Gras plumpsen und riss frustriet einige Grashalme mit dem spitzen Zähnchen heraus. Sie war nach diesem Erlebnis vollkommen entmutigt und wusste nicht weiter.
      Diese Geschichte...Sie konnte und wollte es nicht glauben. Sie hatte zwar kein Bezug zu Menschen oder dem Arbok, aber schon allein bei der Vorstellung, dass das kleine Feuer-Pokemon das selbe Schicksal ereilt hatte, wie das Ei des Kobra-Pokemon...oder wenn sie älter ist und ihr selbst als Mutter so etwas widerfahren würde. Es schien schier unmöglich, überhaupt daran zu denken, es einfach zu ertragen und sich damit abzufinden...
      Da hörte sie ein Räuspern hinter sich.
      Fragwürdig, aber auch achtsam drehte sie sich um.
      Einige der rot-schwarzen Käfer-Pokemon hatten sich hinter dem Weibchen versammelt. ,,Bist du in Ordnung? Wir haben dich mit einem Mordstempo hier hin rennen sehen. Können wir dir vielleicht irgendwie helfen?‘‘, Vulpix war überrascht, jedoch positiv.
      Dass ihr nun nach diesem Erlebnis nette Pokemon begegneten, war gleichzeitig seltsam, aber auch sehr erfreulich. ,,Uh…Nein. Es ist alles in Ordnung. Trotzdem, danke‘‘, das Feuer-Pokemon setzte sich auf. Einer der Pokemon richtete den Blick auf ihren Edelstein, der immer noch fest an ihrem Hals angebracht war, dann zurück zum Gesicht des Fuchses.
      ,,Sag mal, was macht eigentlich ein beliebtes Zucht-Pokemon wie du hier? Hast du keine Menschen, die dich vermissen?‘‘, kurz ging ein Zucken durch ihren Körper. Schon wieder wurde von so etwas geredet und vermutet, dass sie zu Menschen gehöre. Nun…sie konnte schließlich ja auch nicht sagen, dass es völlig falsch wäre. Sie wusste es schließlich nicht und ihre Seele sehnte sich nur noch mehr danach, es zu wissen. Schweren Herzens entschloss sie sich, kurzerhand zu lügen. Wüsste irgendwer von ihrem Gedächtnisverlust, gäbe es sicher Pokemon, die dies ausnutzen würden. Auch wenn diese Käfer-Pokemon nicht so schienen, so trug sie diesen Gedanken dennoch wie ein Schatten mit sich herum. ,,Ich habe mich entschieden, allein hier draußen zu leben. Ich habe mich aus dem Staub gemacht. Das Hausleben ist nichts für mich‘‘, sie merkte wie die schwarzen Augen einiger Ledyba immer noch an ihren Stein klebten.
      ,,Dieser Edelstein…ist ein A-Andenken. Trotz der Tatsache, dass ich weggerannt bin, hasse meine Menschen nicht, deshalb habe ich dieses Erinnerungsstück, dass ich schon ewig mit mir herumtrage. Versteht ihr?‘‘, ihr Gegenüber nickte verstehend. Die anderen Fünf-Punkt-Pokemon stimmten mit ein.
      ,,Dann solltest du zu unserer Waldwächterin gehen und dich vorstellen. Unsere Beschützerin. Sie möchte, dass die Bewohner ihres Waldes ihr bekannt sind. Sie mag zwar einen starken Gerechtigkeitssinn haben, aber würden wir dir, als Bewohner dieses Waldes, das nicht erzählen, gäbe es Ärger, da alle diese Regel kennen. Aus Prinzip heraus, würde sie dich vielleicht ebenfalls nicht ganz heil aus der Sache rauskommen lassen.
      Die Dunkeläugige schluckte schwer. Durfte sie hier nicht einfach so rumrennen? Aber wenn sie einen starken Gerechtigkeitssinn hatte, würde sie es wohl aufgrund ihrer Umstände verzeihen, dass sie sich einfach so unangemeldet in ihrem Wald befand, oder? Jetzt, wo sie drüber nachdachte. Als sie aufwachte und sich umgesehen hatte, war weit und breit keine Ruine oder ein verkommenes Gebäude zu sehen. War es vielleicht gar nicht der Ort, an dem sie vorher gewesen war?
      Das Pokemon, das sie gerettet hatte, wusste bestimmt nicht, dass es hier so eine strikte Wächterin gab. Das war die einzige Erklärung, die das kleine Fuchs-Pokemon hatte.
      ,,G-Gibt es denn einen bestimmten Grund, warum sie hier die Waldwächterin ist? Ist es ein mächtiges Pokemon?‘‘, dem samtigem Feuer-Pokemon kam gerade eine Idee.
      Wenn diese Wächterin vertrauenswürdig war, dann könnte sie vielleicht Auskunft geben und etwas von ihrem Retter oder verlassene Gebäude wissen. Sie wollte diese Ledyba nicht mit hineinziehen; so wirkten sie doch wie ahnungslose, naive Pokemon, die bloß ihr Leben genießen wollten. Außerdem hatte sie bereits erzählt, sie sei bloß weggelaufen. Würde sie nun von silberfarbenem Pokemon anfangen zu erzählen, dann würde das auch zum Rest der Geschichte führen.
      Nein, auch wenn sie wohl nett waren, wollte sie die Sache nicht mit einigen dahergelaufenen Pokemon verkomplizieren.
      ,,Nun, früher war dieser Wald ein komplettes Sumpfgebiet, in dem sich gerade mal einige Gift-Pokemon wohlfühlen konnten. Das hat sich auch ebenfalls auf alles ausgewirkt, was um den Wald herum war. Dann kam sie. Mit ihrer Fähigkeit und einigen anderen Pokemon, die sie mitgebracht hatte, forste sie diesen Wald in die Schönheit um, die er jetzt hat und sorgt für Frieden hier. Alle sind ihr sehr dankbar dafür. Sie hat vielen Pokemon einen Platz zum Leben geschenkt. Die Gift-Pokemon waren natürlich nicht sehr erfreut darüber, aber auch sie haben noch einen kleinen Teil des Waldes abbekommen. Aufgrund dieser Tatsachen leben einfach alle damit, dass sie launischer Natur ist und sind einfach dankbar‘‘, Vulpix nickte verstehend.
      Diese sogenannte Waldwächterin war erstaunlich, wenn sie dem Käfer-Pokemon Glauben schenken konnte. Natürlich hatte sie Hilfe gehabt, aber aus einer öden, sumpfigen Waldung hatte sie ein Paradies für allerlei Pokemon geschaffen. Das erwähnte Sumpfgebiet ist sicherlich dort, wo dieses Arbok lebt. Vielleicht konnte ihr dieses Pokemon tatsächlich weiterhelfen. Ein Versuch war es wert. Schließlich wusste sie bestimmt über ‘‘ihren‘‘ Wald bestens Bescheid und ihr würde nahezu nichts entgegen. Das Weibchen nahm einen tiefen Atemzug, der gleich wieder seine Freiheit fand. ,,Wie heißt dieses Pokemon und wo kann ich es finden?‘‘

      #i-vulpix#
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      Wünsche euch noch einen schönen Abend/Morgen/Mittag b.z.w. Nacht. :3

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