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    • Pinturicchio wrote:

      7om wrote:

      Mir geht es nicht um Xavier, sondern nur um das kurze Liedchen. Und ja, das ist nicht rassistisch. Er singt in etwa, dass fast jeden Tag ein Mord geschieht, bei dem der Gast den Gastgeber umbringt.
      Und ja, das ist nicht rassistisch. Rassistisch wäre der Text eher, wenn behauptet werden würde, dass jeder Gast ein Mörder ist. Dadurch würde einer bestimmten Gruppierung Merkmale zugeteilt werden, die aber nur die wenigsten betreffen.
      Aber sowas wird im Text eben nicht behauptet. Wenn ich sage, dass gestern mein Nachbar auf meine Türklinke gehustet hat, würde ich damit auch nicht ausdrücken wollen, dass jeder Nachbar ein Idiot ist. Wenn ich sage, dass mal ein Österreicher seine Tochter jahrelang in den Keller eingesperrt hat, heißt das auch nicht, dass jeder Österreicher das macht.
      Jeden Tag sperrt ein Österreicher seine Tochter in den Keller.
      Damit du mal den vergleich der Aussage siehst ;)
      Jetzt will ich noch viel dringender Österreicher werden.
    • Ok, Andray.
      Disclaimer: Ich bin nicht rassistisch. Mir ist bewusst, dass die Gesellschaft einen Einfluss auf Individuen hat. Genau genommen wird jeder von uns von Geburt an beeinflusst. Ich vertrete die Auffassung von Locke, dass der Mensch als Tabula Rasa geboren wird und von all den Gegebenheiten beeinflusst wird. Natürlich gibt es auch genetische Veranlagungen, die wir von unserer Familie erben. Zusätzlich stimme ich noch Freuds Theorie zu, dass wir Triebe (Es) in uns haben und die stets in Konflikt mit unseren Sozialisation (Über-Ich) stehen.
      Also nein, ich verurteile keine Hautfarbe oÄ. von vornherein, kriminell oder Ähnliches zu sein. Wir werden erst von unserem Umfeld zu dem gemacht, was wir sind.

      Und jetzt zu meinen Erfahrungen in Arbeitsstellen, die mit Flüchtlingen zu tun haben:
      Eines meiner ersten Praktika war eines in einem Heim für UMF (unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge). Voller Zuversicht ging ich dort hin, um meine ersten direkten Erfahrungen mit jenen armen Kindern zu sammeln, die aus grausamen Kriegen zu uns geflüchtet sind. Die Vorfreude war groß, mich mit diesen Kindern zu beschäftigen, die übrigens alle unter 14 sein sollen. Das Heim sah auf den Bildern auch top aus - es liegt an einem See, hat eine große Spielfläche - und genau so war es auch.
      Der erste Arbeitstag war auch noch sehr positiv. Die Kinder, die fast alle etwas älter aussahen, als erwartet, begrüßten mich freundlich und bereiteten mir Frühstück zu. Meine Kollegin, die genau wie ich das Praktikum absolvierte, erging es genauso wie mir.

      Aber dieser positive erste Eindruck legte sich von Tag zu Tag mehr. Besonders für meine Kollegin. Während sie, eine wirklich nette Frau, am ersten Tag noch respektvoll behandelt wurde, war all das relativ schnell weg. Fast jeden Tag musste sie weinen, weil keiner der UMFs auf sie hören wollte. Weil sie eine Frau war, ließen sie sich nichts von ihr sagen. Trotzdem gab sie jeden Tag ihr bestes, weil sie sich einredete, dass das nur Einzelfälle sind und sie es doch nicht besser wüssten. Aus irgendeinem Grund macht man das so in der Sozialarbeit - auf keinen Fall die Hoffnung verlieren, es sind nur Einzelfälle.
      Aber besonders für mich zerbrach dieses Weltbild von Tag zu Tag, von Praktikum zu Praktikum mehr.

      In vielen Kulturen sind Frauen auch heute noch nur Menschen zweiter Klasse. Das nenne ich Sexismus. Bei diesem Praktikum wollte ich das aber noch immer nicht wahrhaben.

      Neugierig wie ich war, unterhielt ich mich auch immer wieder mit den anderen Betreuern über das Thema, die schon länger in diesem Heim arbeiteten. Diese Betreuer erzählten mir, dass wir doch auch als Kinder so waren. Damals habe ich noch zugestimmt, aber wenn ich heute so darüber nachdenke: Nein, war ich nicht. Mir wurde beigebracht, die älteren zu respektieren und höflich zu Frauen zu sein.

      Aber vor allem eines schoss den Vogel besonders ab: Ein Betreuer erzählte mir doch tatsächlich, dass eines der Kinder in Wirklichkeit schon 18 wäre. Zuerst war ich geschockt, dabei hätte es von Anfang an so offensichtlich sein müssen. Denn immer wieder habe ich mit den Kindern darüber gescherzt, dass sie schon so alt aussehen würden. Laut diesem Betreuer hätten ihm schon mehrere Kinder ihr wahres Alter anvertraut und die meisten wären ca. 3 Jahre älter als angegeben. Auf die Frage, wieso er das nicht melden würde, meinte er nur, dass er das doch verstehen könnte. Flüchtlinge geben ein falsches Alter an, um Bildung nachholen zu können. Das wäre Gang und Gäbe, überall wird das gemacht.

      Darüber kann sich jeder seine Meinung bilden. Ich persönlich fand es nicht in Ordnung, da diese fast Erwachsenen mit Kindern in derselben Klasse sitzen. Deswegen habe ich es den Trägern des Heimes gemeldet. Aber die sagten mir das Gleiche wie der Betreuer - es ist ihnen bewusst, dass viele Flüchtlinge das falsche Alter angeben. Nachgewiesen werden kann nichts und sie wollen ja nur in die Schule gehen. Deswegen wird gar nichts unternommen.

      Die UMFs aus dem Heim bekamen auch monatlich "Taschengeld". Was hat die Mehrheit der UMFs damit gekauft? Zigaretten, wo auch immer sie die herbekommen haben. Unternommen wurde dagegen mal wieder nichts, "weil wir damals ja auch geraucht haben". Nur die Kindern, die auch wirklich noch Kinder waren,
      wollten zum Süßigkeiten Kaufen in die Stadt fahren. Tja, daraus wurde eine Art Ausflug, auf den alle UMFs mitkamen.
      Ein Alptraum, ich sag es euch. Verpackungen wurden geöffnet, der Inhalt eingesteckt oder direkt gegessen. Was ich mitbekommen habe, musste ich mit dem Geld des Heimes bezahlen. Ordentlich haben sich nur die Kinder bekommen. Auch die meisten älteren UMFs, die nichts gestohlen haben, haben sich nicht den Regeln entsprechend im Supermarkt verhalten - heißt, sie waren vor allem zu laut.
      Auf die Frage, ob das immer so wäre, antwortete der Betreuer, dass er es bis jetzt nicht mitbekommen hat.

      Achja, habe ich schon erwähnt, dass die UMFs des Heimes alle männlich sind? Es gibt auch ein Heim für die Mädchen. Und dieses Heim ist nicht grundlos weit, weit weg. Habe mich darüber erkundigt und das Heim für Mädchen ist kein Paradies am See, wie das der männlichen UMFs. Und diese Heime sind auch relativ rar, da es weit mehr männliche UMFs gibt.

      Nicht im oben erwähnten, aber in einem anderen Heim für weibliche UMFs habe ich beruflich gearbeitet. Und es ist kaum zu glauben, wie unterschiedlich es dort zugeht. Ja, es gibt auch Streitereien und viel Geweine, aber dabei geht es um typische Mädchenprobleme. Wenn man sich mit den weiblichen UMFs unterhält, dann merkt man auch, dass sie auf die männlichen nicht positiv zu sprechen sind. Zumindest die, die schon länger hier waren, sagen, dass die meisten der männlichen UMFs noch rückständig sind, was Gleichberechtigung angeht.


      Und diese Erfahrungen ziehen sich durch alle drei Jahre. Immer wieder, wenn ich mit Flüchtlingen gearbeitet habe, waren welche dabei, die älter als angegeben waren. In vielen Einrichtungen gab es auch Betreuerinnen. Diese wurden respektvoller behandelt als meine Kollegin aus dem ersten Heim, hinter ihrem Rücken wurde aber trotzdem über sie abgelästert. Mit manchen konnte ich gut arbeiten, mit manchen nicht. Mit manchen gab es Probleme in der Schule, mit anderen nicht. Generell muss ich aber sagen, dass für mich Flüchtlinge, die mit der gesamten Familie zusammenwohnen durften, eine bessere Integration erfahren haben als die, die alleine kamen. Aber auch bei diesen Familien gab es Schwächen: Die Wohnungen wurden hygienisch nicht so reingehalten, wie man es sich wünscht. Die Mutter der Familie war meistens diejenige, die die wenigsten Deutschkenntnisse hatte.

      Der Text ist sehr negativ, also will ich natürlich auch über meine positiven Erfahrungen berichten:

      Ja, es gibt auch viele UMFs, mit denen ich eine tolle Zeit hatte. Die waren lernbereit, respektvoll und gut integriert.
      Das Klischee, dass es viele Flüchtlinge gäbe, die nach mehreren Jahren noch immer kaum Deutsch sprechen, stimmt nicht. Mit den meisten kann man sich wirklich problemlos auf Deutsch unterhalten. Nur sehr selten musste ich ein Wort erklären.
      Wie gesagt, besonders die Mädchen waren super.



      Falls mir jetzt vorgeworfen wird, dass Österreich genau solche autochthonen Problemkinder hat: Ja, das stimmt. Unsere einheimischen Heimkinder finde ich sogar schlimmer als die UMFs. Dass ein Flüchtling einen Betreuer angriff, habe ich zumindest nie erlebt. In Nicht-Flüchtlingsheimen ist das aber fast Standard :lol: Als Mann ist es ganz angenehm, in einem Flüchtlingsheim zu arbeiten. Man sollte halt nicht hinterfragen, was da alles unter den Teppich gekehrt wird, sonst bekommt man mit der Zeit Gewissensbisse.
      Und die Integration funktioniert leider in vielen Fällen wirklich nicht. Statt der Multikultigesellschaft, die auf meiner Uni fast propagiert wird, bilden sich meinen Beobachtungen nach eher Parallelkulturen. Und ich befürchte fast, dass sich sowas schwer verhindern lässt, egal wie sehr man sich bemüht. Da kommen mir immer wieder die weiblichen Betreuerinnen ins Gedächtnis, bei denen es fast gewirkt hat, als ob sie ausgelacht werden würden, weil sie so hilfsbereit sind.

      Naja, egal. Master abschließen, dann muss ich mir solche Arbeiten nicht mehr geben. Aber Lebenserfahrung haben sie mir definitiv gebracht. Welche Erfahrungen habt ihr so mit der Arbeit mit Flüchtlingen gemacht?

      The post was edited 3 times, last by 7om ().

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      Kennt ihr das, wenn ihr gern grillen wollt, das aber dank Corona-Chan, Ausgangsbeschränkungen und dem ganzen Mist nicht könnt?

      Zum Ausgleich dieser Ungerechtigkeit würde ich gern eine Horde brüllender Zwerge durch das Land treiben und diese in allen größeren Städten elendig herumbrüllen lassen.

      Ich möchte ein Steak.
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      Und ich muss wegen der Arbeit trotzdem fast noch täglich hinaus :/ Erst heute hat die Chefin mich ausgeschimpft, weil ich eine Person nicht vertreten habe, über die mir nie gesagt wurde, dass ich sie vertreten soll. Die hat ja gut reden mit ihrem Home-Office :bew2: Ich will doch auch nur (bezahlt) zuhause bleiben, Zocken, Lesen, Filme schauen und ab und zu für die Uni lernen...
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      AnnieLeonhardt wrote:

      Kennt ihr das, wenn ihr gern grillen wollt, das aber dank Corona-Chan, Ausgangsbeschränkungen und dem ganzen Mist nicht könnt?

      Zum Ausgleich dieser Ungerechtigkeit würde ich gern eine Horde brüllender Zwerge durch das Land treiben und diese in allen größeren Städten elendig herumbrüllen lassen.

      Ich möchte ein Steak.
      Steak wär jetzt schon geil. :D
      Wisst ihr, ich habe keine Ahnung, was hier stehen soll, deswegen: Kartoffel.
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      Holy wrote:

      AnnieLeonhardt wrote:

      Kennt ihr das, wenn ihr gern grillen wollt, das aber dank Corona-Chan, Ausgangsbeschränkungen und dem ganzen Mist nicht könnt?

      Zum Ausgleich dieser Ungerechtigkeit würde ich gern eine Horde brüllender Zwerge durch das Land treiben und diese in allen größeren Städten elendig herumbrüllen lassen.

      Ich möchte ein Steak.
      Steak wär jetzt schon geil. :D
      Ich dachte du isst bevorzugt Schinken.

      Enttäuschend Alkoholy enttäuschend :(
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